Lackzusammensetzung in Form einer nicht wässrigen transparenten Dispersion
Beschreibung
Die Erfindung betrifft Lackzusammensetzungen in Form von nicht wässrigen transparenten Dispersionen, die einen Reaktivverdünner, Polyurethan(meth)- acrylatpartikel, die durch Umsetzung eines Polyisocyanats mit einem Polyol und einem nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureester im Reaktivverdünner erhältlich sind und einen mittleren Durchmesser von weniger als 40 nm aufweisen, sowie einem Initiator enthalten.
Nicht wässrige Polyurethandispersionen haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Sie werden unter anderem als Beschichtungs-, Haft- und Klebemittel eingesetzt.
Die Schriften DE 32 48 132, DE 35 13 248, EP 0 320 690 und EP 0 318 939 beschreiben nicht wässrige Dispersionen von Polyurethanen zur vorwiegenden Verwendung als Beschichtungsmittel . Das Lösungsmittel besteht aus einem
Kohlenwasserstoff. Die Aushärtung erfolgt durch Verdunsten des Lösungsmittels, wodurch sich eine dünne Schicht aus den zuvor dispergierten
Polyurethanpartikeln bildet. Die Dispersion aus DE 32 48 132 wird als
lichtundurchlässig (opak) beschrieben.
In der DE 10 2005 035 235 AI sind nicht wässrige transparente Dispersionen von Polyurethan(meth)acrylatpartikeln in einem Reaktivverdünner beschrieben, die dadurch erhältlich sind, dass man ein Polyisocyanat mit mindestens einem Polyol
und einem nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureester in dem Reaktivverdünner umsetzt und die dadurch gekennzeichnet sind, dass die Polyurethan- (meth)acrylatpartikel einen mittleren Durchmesser von weniger als 40 nm aufweisen. Die DE 10 2005 035 235 AI beschreibt entsprechende Zusammen- Setzungen zur Verwendung als Klebesysteme und Gießmassen und gibt an, dass die zum Festkörper ausgehärteten Dispersionen hervorragende Schlagzähigkeitseigenschaften und eine hohe Zugscherfestig keit aufweisen.
Die in dieser Anmeldung beschriebenen Zusammensetzungen weisen jedoch speziell für Lackanwendungen ungenügende Eigenschaften auf, wie unter anderem eine ungünstige Viskosität. Es existiert demzufolge ein Bedürfnis nach Zusammensetzungen für Lackanwendu ngen, die nach der Aushärtung vollständig transparent sind und gleichzeitig in Bezug auf ihre Anwendungseigenschaften, speziell ihre Haftfestigkeit, ihre Härte und ihre Beständigkeit gegen Mikrokratzer, ein verbessertes Eigenschaftsprofil aufweisen. Diese Eigenschaften sind insbesondere bei der Verwendung der Zusammensetzungen als Lack von
Bedeutung, da Lacke einerseits möglichst transparent sein sollten, andererseits jedoch das darunter liegende Substrat oder Produkt von äußeren Einflüssen gut abschirmen und schützen sollen, damit es durch alltägliche Beanspruchung nicht beschädigt wird.
In Anbetracht des Standes der Technik war es Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, Lackzusammensetzu ngen auf Basis von Polyurethandispersionen anzugeben, welche gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Eigenschaften aufweisen und neben einer hohen Transparenz nach der Härtung eine günstige Haftfestigkeit, Härte und Beständigkeit gegenüber Mikrokratzern aufweisen. Eine weitere Aufgabe war die Bereitstellung einer Dispersion, die aus möglichst wenigen Komponenten erhältlich ist, um die Herstellung entsprechender
Dispersionen zu vereinfachen. Zudem sollte die Herstellung der
erfindungsgemäßen Dispersion möglichst mit Komponenten erfolgen, die leicht und preisgünstig erhältlich sind .
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es weiterhin auch Klebstoff- und
Lackformulierungen auf Basis von Polyurethandispersionen anzugeben, welche gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Eigenschaften aufweisen und neben einer hohen Transparenz nach der Härtung eine hohe Schlagzähigkeit und Zugscherfestigkeit aufweisen. So soll insbesondere auf die Zugabe von externen
Stabilisatoren verzichtet werden können, ohne dass die Stabilität der Dispersion beeinträchtigt wird .
Die zuvor beschriebenen Aufgaben sowie weitere, die zwar nicht wörtlich genannt werden, sich aber aus den hierin diskutierten Zusammenhängen ableiten lassen und sich aus diesen zwangsläufig ergeben, werden mit einer Lackzusammensetzung in Form einer nicht wässrigen transparenten Dispersion gelöst, die Folgendes umfasst: - einen Reaktivverdünner
- Polyurethan(meth) acrylatpartikel, die dadurch erhältlich sind, dass man mindestens ein Polyisocyanat mit mindestens einem Polyol und mindestens einem nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureester in dem
Reaktivverdünner zu Polyurethan(meth)acrylatpartikeln mit einem mittleren
Durchmesser von weniger als 40 nm umsetzt, und
- einen Initiator. Bereitgestellt wird durch die vorliegende Erfindung demzufolge eine
Lackzusammensetzung in Form einer nicht wässrigen transparenten Dispersion, die einerseits mit Methacrylsäureestern funktionalisierte
Polyurethan(meth)acrylatpartikel und andererseits einen Reaktivverdünner sowie einen Initiator enthält, mit denen es möglich ist, die funktionalisierten
Polyurethan(meth)acrylatpartikel bei der Polymerisation des Reaktivverdünners kovalent in die Matrix des Reaktivverdünners einzubinden. Ein Vorteil derartiger Lackzusammensetzungen besteht darin, dass sie transparent sind und auch nach Aushärtu ng des Reaktivverdünners transparent bleiben. Die erfindungsgemäße Lackzusammensetzung kann direkt als Lack verwendet werden, es ist jedoch auch möglich, der Zusammensetzung weitere in Lacken übliche Additive und Zusatzstoffe beizumischen, oder die Zusammensetzung mit kommerziell erhältlichen Lackzusammensetzungen zu mischen und die daraus erhaltene Formulierung als Lack zu verwenden.
Der erfindungsgemäße Lack besitzt in Form der ausgehärteten Dispersion, vermittelt durch die enthaltenen Polyurethan(meth)acrylatpartikel, eine
hervorragende Haftfestigkeit auf verschiedenen Untergründen, eine ausgezeichnete Härte sowie gute Beständigkeiten gegen Mikroverkratzungen.
Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Dispersionen ist es, dass sie über längere Zeit, d. h., mindestens zwei Monate, bei Raumtemperatur stabil und daher lagerungsfähig sind .
Der Begriff "nukleophil funktionalisierter (Meth)acrylsäureester" bezeichnet im Rahmen dieser Erfindung einen (Meth)acrylsäureester, der in seinem vom Alkohol herrührenden Rest eine nukleophile funktionale Gruppe trägt, die sich mit freien Isocyanatgruppen umsetzt. Bevorzugte nukleophile Gruppen sind Hydroxy-, Amino- und Mercaptogruppen. Besonders bevorzugt ist eine Hydroxygruppe. Die besonders bevorzugten nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureester mit einer Hydroxyfunktionalität werden als "hydroxyfunktionale
(Meth)acrylsäureester" bezeichnet.
Der Begriff "Polyurethan(meth)acrylat" bezeichnet im Rahmen dieser Erfindung ein Polyurethan, dessen freie endständige Isocyanatgruppen mit einem nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylatsäureester umgesetzt wurden. Dabei reagieren die Isocyanatgruppen mit der nukleophilen Gruppe des nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureesters, z. B. Hydroxy-, Amino- oder Mercaptogruppen, und es werden endständige, ethylenisch ungesättigte Funktionalitäten gebildet, die von (Meth)acrylaten abgeleitet sind. Der Ausdruck (Meth)acrylsäure bezeichnet hierin Methacrylsäure, Acrylsäure sowie Mischungen dieser Säuren. Weil die nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureester mit den freien Isocyanatgruppen des Polyurethans reagieren, diese also 'Verkappen", werden sie auch als "Capping- Reagenzien" oder "Verkappungsreagenzien" bezeichnet.
Unter dem Begriff "Reaktivverdünner" ist erfindungsgemäß eine Substanz zu verstehen, die mindestens eine ethylenische Doppelbindung erhält. Der
Reaktivverdünner erfüllt folgende Funktionen :
1) Der Reaktivverdünner dient als flüssiges Reaktionsmedium für die Reaktion von Polyisocyanat mit mindestens einem Polyol und einem nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureester. An der genannten Reaktion nimmt der Reaktivverdünner nicht teil .
2) Der Reaktivverdünner ist nach Abschluss der unter 1) beschriebenen Reaktion das flüssige Dispergiermittel für die gebildeten funktionalisierten
Polyurethan(meth)acrylatpartikel .
3) Der Reaktivverdünner ist in einem weiteren Schritt durch Polymerisation
aushärtbar, wobei am Ende der Reaktion die zuvor gebildeten
Polyurethan(meth)acrylatpartikel im ausgehärteten Reaktivverdünner eingebettet sind .
Das nach Abschluss des Schrittes 3) erhaltene Produkt wird im Rahmen dieser Erfindung auch als "ausgehärtete Dispersion" bezeichnet.
Die Einbettung der Polyurethan(meth)acrylatpartikel in der ausgehärteten
Dispersion erfolgt durch Einpolymerisation der endständigen, ethylenisch ungesättigten Funktionalitäten der Partikel in die Makromoleküle der
polymerisierten Matrix, wobei unter "polymerisierter Matrix" der polymerisierte Reaktivverdünner zu verstehen ist.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung unterliegt der Reaktivverdünner keinen relevanten Beschränkungen, mit der Ausnahme, dass er möglichst keine gegenüber Polyisocyanaten reaktiven funktionellen Gruppen aufweisen sollte.
Geeignete Reaktivverdünner sind beispielsweise in der DE 10 2005 035 235 AI in [0031] aufgeführt.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung hat es sich als günstig erwiesen, wenn der Reaktivverdünner ein polyfunktionelles (Meth)acrylat umfasst. Bevorzugt ist es, wenn es sich bei diesem polyfunktionellen Methacrylat um ein difunktionelles (Meth)acrylat handelt. Besonders geeignete Di(meth)acrylate sind in diesem Zusammenhang die Di(meth)acrylate des Propandiols, Butandiols, Hexandiols, Octandiols, Nonandiols, Dekandiols und Eikosandiols. Weitere geeignete difunktionelle (Meth)acrylate sind das Di(meth)acrylat des Ethylenglykols,
Diethylenglykols, Triethylenglykols, Tetraethylenglykols, Dodekaethylenglykols, Tetradekaethylenglykols, Propylenglykols, Dipropylenglykols und
Tetradekapropylenglykols sowie Glycerindi(meth)acrylat, 2,2'-Bis[p-(y- methacryloxy-ß-hydroxypropoxy)phenylpropan] oder bis-GMA, Bispenol A- Dimethacrylat, Neopentylglykoldi(meth)acrylat, 2,2'-Di(4- methacryloxypolyethoxyphenyl)propan mit 2 bis 10 Ethoxygruppen pro Molekül und l,2-bis(3-methacryloxy-2-hydroxypropoxy)butan. Geeignete tri- oder
mehrfach funktionelle (Meth)acrylate sind beispielsweise das
Trimethylolpropantri(meth)acrylat und das Pentaerythritoltetra(meth)acrylat.
Als Reaktivverdünner können auch polare Monomere, beispielsweise solche mit Hydroxylgruppen, zur Verbesserung der Haftung eingesetzt werden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass Monomere, die beispielsweise Hydroxylgruppen enthalten, mit Isocyanaten Reaktionen eingehen können. Daher können solche Monomere der Dispersion erst nach dem Polyadditionsschritt zugefügt werden. Zweckmäßig begrenzt man die Menge solch polarer Monomere, um die
Empfindlichkeit gegenüber Wasserquellung nicht unnötig zu erhöhen. Besonders bevorzugt werden polare, insbesondere Hydroxylgruppen-haltige Monomere, die nicht kovalent an die Polyurethan(meth)acrylatpartikel gebunden und somit in ihrer Funktion von den nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureestern zu unterscheiden sind, in Mengen von maximal 0, 1 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Reaktivverdünners, eingesetzt. Wie vorstehend erläutert ist es jedoch bevorzugt, wenn in der erfindungsgemäßen Lackzusammensetzungen keine solchen Monomere als Bestandteile des Reaktivverdünners enthalten sind .
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es zweckmäßig, wenn der Anteil der polyfunktionellen (Meth)acrylate mindestens 20 Gew. -%, insbesondere
mindestens 30 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 40 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 50 Gew.-%, noch mehr bevorzugt mindestens 70 Gew. -% und am meisten bevorzugt mindestens 90 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des
Reaktivverdünners, beträgt. In einer bevorzugten Ausführungsform besteht der Reaktivverdünner ausschließlich aus polyfunktionellen (Meth)acrylaten, besonders bevorzugt ausschließlich aus difunktionellen (Meth)acrylaten.
Ein Reaktivverdünner auf Basis von (Meth)acrylaten, kann des Weiteren
Comonomere enthalten, die mit (Meth)acrylaten copolymerisierbar sind. Zu diesen gehören unter anderem Vinylester, Vinylchlorid, Vinylidenchlorid, Vinylacetat, Styrol, substituierte Styrole mit einem Alkylsubstituenten in der Seitenkette, wie zum Beispiel α-Methylstyrol und a-Ethylstyrol, substituierte Styrole mit einem Alkylsubstituenten am Ring, wie beispielsweise Vinyltoluol und p-Methylstyrol, halogenierte Styrole, wie beispielsweise Monochlorstyrole, Dichlorstyrole,
Tribromstyrole oder Tetrabromstyrole, Vinyl- und Isoprenylether,
Maleinsäurederivate, wie beispielsweise Maleinsäureanhydrid,
Methylmaleinsäureanhydrid, Maleinimid, Methylmaleinimid, Phenylmaleinimid und
Cyclohexylmaleinimid, und Diene, wie beispielsweise 1,3-Butadien, Divinylbenzol, Diallylphthalat und 1,4-Butandioldivinylether.
Der Anteil der vorstehend genannten Comonomere ist auf 40 Gew.-% des
Reaktivverdünners beschränkt, da andernfalls die mechanischen Eigenschaften der gehärteten Dispersion nachteilig beeinflusst werden können. Der Anteil der Vinylaromaten ist hierbei auf 30 Gew. -% des Reaktivverdünners begrenzt, da höhere Anteile zu einer Entmischung des Systems und somit zu einer Trübung führen können.
Der Reaktivverdünner ist dementsprechend besonders bevorzugt aus
- 0 bis 40 Gew. -Teilen monofunktionellem (Meth)acrylat,
- 0 bis 40 Gew. -Teilen Comonomer und
- 60 bis 100 Gew. -Teilen polyfunktionellem (Meth)acrylat aufgebaut.
Polyisocyanate bezeichnen im Rahmen der vorliegenden Erfindung
niedermolekulare Verbindungen, die im Molekül zwei oder mehrere Isocyanat- Gruppen enthalten. Bevorzugt werden in der vorliegenden Erfindung Diisocyanate eingesetzt.
In bestimmten Ausführungsformen können zusätzlich auch Polyisocyanate mit drei oder mehr Isocyanat-Gruppen zugegeben werden. Durch Wahl des Anteils an Polyisocyanaten mit drei oder mehr Isocyanat-Gruppen lässt sich das
Eigenschaftsspektrum von Reißdehnung und Reißfestigkeit einstellen. Je höher der Anteil an Verbindungen mit drei oder mehr Funktionalitäten ist, desto größer wird die Reißfestigkeit. Hierbei nimmt allerdings die Reißdehnung stark ab.
Dementsprechend wurde festgestellt, dass der Anteil von Polyisocyanaten mit drei oder mehr Funktionalitäten nicht größer als 10 Gew.-%, bevorzugt nicht mehr als 5 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse an Polyisocyanaten, sein sollte.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignete Polyisocyanate sind
beispielsweise in [0046] der DE 10 2005 035 235 AI genannt. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es jedoch bevorzugt, wenn das in die
Polyurethan(meth)acrylatpartikel einzubeziehende Polyisocyanat ein aliphatisches Isocyanat, wie beispielsweise 4,4'- und 2,4'-Methylendicyclohexyldiisocyanat, Hexamethylendiisocyanat oder Isophorondiisocyanat (IPDI) ist. Ganz besonders
bevorzugt ist das Polyisocyanat ein cycloaliphatisches Polyisocyanat, wie
Isophorondiisocyanat.
Geeignete Polyisocyanate können beispielsweise auch durch Umsetzung von mehrwertigen Alkoholen mit Diisocyanaten oder durch die Polymerisation von Diisocyanaten erhalten werden. Des Weiteren sind auch Polyisocyanate
einsetzbar, die unter Umsetzung von Hexamethylendiisocyanaten mit geringen Mengen an Wasser darstellbar sind . Diese Produkte enthalten Biuretgruppen. Alle genannten Isocyanate können einzeln oder als Mischung eingesetzt werden.
Wie im Vorstehenden ausgeführt, wird das Isocyanat mit mindestens einem Polyol umgesetzt. Unter einem Polyol versteht man im Rahmen der vorliegenden
Erfindung eine Verbindung mit mindestens zwei Hydroxyfunktionalitäten. Das Polyol kann ein einheitliches Molekulargewicht besitzen oder eine statistische Verteilung des Molekulargewichts.
Das Polyol ist bevorzugt ein hochmolekulargewichtiges Polyol mit statistischer Molmassenverteilung . In diesem Sinne ist unter einem "hochmolekulargewichtigen Polyol" im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Polyol mit zwei oder mehreren Hydroxygruppen zu verstehen, wobei das Gewichtsmittel des Molekulargewichts des hochmolekulargewichtigen Polyols im Bereich von >500 bis etwa 20.000 g/mol liegt. Bevorzugt liegt es im Bereich von >500 bis 15.000 g/mol,
zweckmäßig im Bereich von >500 bis 10.000 g/mol und ganz besonders
bevorzugt im Bereich von > 500 bis 5.000 g/mol, gemessen mit
Gelpermeationschromatographie (GPC).
Beispielhaft für hochmolekulargewichtige Polyole sind die Polyetherpolyole. Ein Beispiel von Polyetherpolyolen sind Polyalkylenetherpolyole der Strukturformel
worin der Substituent R für Wasserstoff oder eine niedere Alkylgruppe mit 1-5 Kohlenstoffatomen steht, einschließlich gemischte Substituenten, n
typischerweise 0-6 ist und m 2 bis 100 oder auch höher sein kann. Umfasst sind
die Poly(oxytetramethylen)glykole (= Polytetramethylenetherglykol =
Polytetrahydrofuran), Poly(oxyethylen)glykole, Poly(oxy-l,2-propylen)glykole und die Reaktionsprodukte von Ethylenglykol mit einer Mischung von 1,2- Propylenoxid, Ethylenoxid und Alkylglycidylethern.
Ein besonders bevorzugtes Polyol ist Polytetrahydrofuran. Es ist beispielsweise von der Firma BASF unter den Handelsnamen ®PTH F 650 oder ®PTH F 2000 erhältlich. Ein im Rahmen der Erfindung ganz besonders bevorzugtes Polyol ist ®PTH F 2000.
Polyetherpolyole, die mindestens drei Hydroxylfunktionalitäten aufweisen, können ebenfalls eingesetzt werden. Um mindestens drei Hydroxylfunktionalitäten zu erhalten, die mit Isocyanatgruppen reagieren können, können beispielsweise Alkohole als Startmoleküle eingesetzt werden, die mindestens drei
Hydroxylgruppen aufweisen. Hierzu gehören unter anderem Glycerin,
Trimethylolpropan, Erythrit, Pentaerythrit, Sorbit und Inosit, von denen Glycerin bevorzugt ist. Ein bevorzugtes trifunktionelles Polyol ist ein trifunktionelles Polypropylenetherpolyol aus Propylenoxid, Ethylenoxid und Glycerin. Ein solches Polyol wird unter dem Namen Baycoll® BT 5035 von der Firma Bayer vertrieben.
Als hochmolekulargewichtige Polyole können ebenfalls Copolyesterdiole, d. h. lineare Copolyester mit endständigen primären Hydroxylgruppen, eingesetzt werden. Ihr gewichtsmittleres Molekulargewicht, bestimmt mit Hilfe von GPC, liegt vorzugsweise bei 3000-5000 g/mol . Sie sind erhältlich durch Veresterung einer organischen Polycarbonsäure oder eines Derivats davon mit organischen Polyolen und/oder einem Epoxid. Im Allgemeinen sind die Polycarbonsäuren und Polyole aliphatische oder aromatische dibasische Säuren und Diole.
Als Diol in dem Copolyesterdiol werden vorzugsweise Alkylenglykole, wie
Ethylenglykol, Neopentylglykol, oder auch Glykole wie Bisphenol A,
Cyclohexandiol, Cyclohexandimethanol, von Caprolacton abgeleitete Diole, z. B. das Reaktionsprodukt von ε-Caprolacton und Ethylenglykol, Hydroxy-alkylierte
Bisphenole, Polyetherglykole, wie Poly(oxytetramethylen)glykol und dergleichen eingesetzt. Polyole höherer Funktionalität können ebenso eingesetzt werden. Sie umfassen beispielsweise Trimethylolpropan, Trimethylolethan, Pentaerythrit, und höhermolekulargewichtige Polyole, wie diejenigen, die durch Oxyalkylierung niedermolekularer Polyole hergestellt sind .
Als Säurekomponente in dem Copolyesterdiol werden vorzugsweise monomere Carbonsäuren oder -anhydride mit 2 bis 36 Kohlenstoffatomen pro Molekül eingesetzt. Einsetzbare Säuren sind z. B. Phthalsäure, Isophthalsäure,
Terephthalsäure, Tetrahydrophthalsäure, Decandisäure, Dodecandisäure. Die Polyester können geringe Mengen monobasischer Säuren enthalten, wie z. B.
Benzoesäure, Stearinsäure, Essigsäure und Ölsäure. Ebenso einsetzbar sind höhere Polycarbonsäuren, wie Trimellithsäure. Erfindungsgemäß bevorzugte mittellange Copolyesterdiole werden von der Firma Degussa unter dem Markennamen DYNACOLL® 7380 und DYNACOLL® 7390 vertrieben.
Ebenfalls bevorzugt im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Copolyester mit einem Molekulargewicht Mw, bestimmt mit GPC, von etwa 5500 und einer
Hydroxylzahl von 18 bis 24. Ein entsprechendes Polymer ist beispielsweise von der Firma Evonik unter dem Handelsnamen DYNACOLL® 7250 erhältlich.
In einer besonders bevorzugten Ausführu ngsform wird der Reaktionsmischung zur Bildung der Polyurethan(meth)acrylatpartikel zusätzlich zu einem
hochmolekulargewichtigen Polyol auch ein niedermolekulargewichtiges Polyol zugesetzt. Demzufolge sind in einer hoch bevorzugten Ausführungsform
Polyurethan(meth)acrylatpartikel dadurch erhältlich, dass man ein Polyisocyanat mit einem hochmolekulargewichtigen Polyol, einem niedermolekulargewichtigen Polyol und einem Hydroxyalkyl(meth)acrylsäureester in dem Reaktivverdünner umsetzt.
Unter einem "niedermolekulargewichtigen Polyol" versteht man erfindungsgemäß eine Verbindung, die zwei oder mehr Hydroxyfunktionalitäten und eine Molmasse von 50-500 g/mol, vorzugsweise 50-250 g/mol, besitzt. Das Molekulargewicht kann einheitlich sein, oder es kann - im Falle eines Polymerisationsprodukts - statistisch verteilt sein, wobei in letzterem Fall unter dem Molekulargewicht das Gewichtsmittel des Molekulargewichts zu verstehen ist. Bevorzugt als niedermolekulargewichtiges Polyol ist eines mit einheitlichem
Molekulargewicht, wobei die aliphatischen Diole mit 2 bis 18 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Ethylenglykol, 1,2-Propandiol, 1,3 Propandiol, 1,2-Butandiol, 1,4-
Butandiol, 1,2-Hexandiol und 1,6-Hexandiol, und die cycloaliphatischen Polyole, wie 1,2-Cyclohexandiol und Cyclohexandimethanol, besonders bevorzugt sind. Ebenso einsetzbar sind die Polyole mit Ethergruppen, wie Diethylenglykol und Triethylenglykol und Dipropylenglykol . Beispielhaft für niedermolekulargewichtige Polyole mit mehr als zwei Hydroxygruppen sind Trimethylolmethan,
Trimethylolethan, Trimethylolpropan, Glycerin und Pentaerythrit. Am meisten bevorzugt werden als niedermolekulargewichtige Polyole 1,4-Butandiol und 1,3- Propandiol eingesetzt. Es ist auch möglich, niedermolekulargewichtige Polyole mit einer statistischen Verteilung des Molekulargewichts einzusetzen. Als niedermolekulargewichtiges Polyol mit statistischer Molekulargewichtsverteilung kann prinzipiell jedes Polyol eingesetzt werden, das aus den gleichen monomeren Einheiten aufgebaut ist, wie die zuvor beschriebenen hochmolekulargewichtigen Polyole, jedoch ein
entsprechend geringeres Molekulargewicht, wie oben angegeben, besitzt. Dem Fachmann ist ohne Weiteres ersichtlich, dass das Gewichtsmittel des
Molekulargewichts im Fall eines niedermolekulargewichtigen Polyols mit statistischer Molmassenverteilung vorwiegend in der Nähe der Obergrenze des zuvor definierten Bereichs von 50-500 g/mol liegen wird .
Das niedermolekulargewichtige Polyol mit einer statistischen Verteilung ist vorzugsweise ein trihydroxyfunktionelles Polyol, besonders bevorzugt ein trihydroxyfunktionelles Polyalkylenglykol, und am meisten bevorzugt ein trihydroxyfunktionelles Polypropylenglykol . Derartige trihydroxyfunktionelle Polyalkylenglykole weisen zweckmäßig eine KOH-Zahl im Bereich von 140 bis 600 und bevorzugt im Bereich von 360 bis 500 auf. Ein geeignetes trihydroxyfunktionelles Polyalkylenglykol ist beispielsweise als Desmophen 1380 BT von Bayer erhältlich. Das Mol-Verhältnis der Hydroxygruppen der niedermolekulargewichtigen trihydroxy-funktionellen Polyalkylenglykole beträgt, bezogen auf die
Gesamtmolmenge der Hydroxygruppen aus den hochmolekulargewichtigen Polyolen und den niedermolekulargewichtigen trihydroxyfunktionellen
Polyalkylenglykolen, vorzugsweise 2% bis 30% und besonders bevorzugt 4 bis 20%.
Im Rahmen der Erfindung ist es bevorzugt, wenn das in die Polyurethan(meth)- acrylatpartikel einzubeziehende Polyol mindestens ein dihydroxyfunktionelles und mindestens ein trihydroxyfunktionelles Polyol umfasst. Für das trihydroxy- funktionelle Polyol ist es wiederum bevorzugt, wenn dieses ein Polyalkylenglykol, bevorzugt ein Polypropylenglykol, umfasst. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung ist es ganz besonders bevorzugt, wenn das Polyol ein Polyetherdiol mit einem Gewichtsmittel des Molekulargewichts von > 500 bis 5000 g/mol und ein Polyethertriol mit einem Gewichtsmittel des Molekulargewichts von > 50 bis 500 g/mol umfasst, wobei die Mol-Menge der OH Gruppen aus dem Polyethertriol mit einem Gewichtsmittel des Molekulargewichts von > 50 bis 500 g/mol etwa 3 bis 25 %, bevorzugt etwa 5 bis 15 %, der Summe der Mol-Menge des Polyetherdiols mit einem Gewichtsmittel des Molekulargewichts von > 500 bis 5000 g/mol und des Polyethertriols mit einem Gewichtsmittel des Molekulargewichts von > 50 bis 500 g/mol ausmacht.
Besonders bevorzugte nukleophil funktionalisierte (Meth)acrylsäureester sind hydroxyfunktionale (Meth)acrylsäureester. Unter einem "hydroxyfunktionalen (Meth)acrylsäureester" ist erfindungsgemäß ein (Meth)acrylsäureester zu verstehen, der in dem vom Alkohol herrührenden Rest nach der Veresterung mit der (Meth)acrylsäure noch mindestens eine Hydroxyfunktionalität trägt. Anders gesagt, handelt es sich um den Ester aus einer (Meth)acrylsäure u nd einem Diol oder Polyol, wobei Diole bevorzugt sind .
Eine besonders bevorzugte Gruppe von "hydroxyfunktionalen (Meth)acrylsäure- estern" sind die Hydroxyalkyl(meth)acrylsäureester. Erfindungsgemäß einsetzbare Hydroxyalkyl(meth)acrylsäureester sind Ester der (Meth)acrylsäure mit zweiwertigen, al iphatischen Alkoholen. Diese Verbindungen sind in der Fachwelt weithin bekannt. Sie können beispielsweise durch die Reaktion von
(Meth)acrylsäure mit Oxiranen erhalten werden.
Zu den Oxiranverbindungen gehören unter anderem Ethylenoxid, Propylenoxid, 1,2-Butylenoxid und/oder 2,3-Butylenoxid, Cyclohexenoxid, Styroloxid,
Epichlorhydrin und Glycidylester. Diese Verbindungen können sowohl einzeln als auch als Mischung verwendet werden.
Die Hydroxyalkyl(meth)acrylsäureester können auch Substituenten, wie beispielsweise Phenylreste oder Aminogruppen, enthalten.
Bevorzugte Hydroxyalkyl(meth)acrylsäureester sind unter anderem 1-Hydroxy- ethylacrylat, 1-Hydroxyethylmethacrylat, 2-Hydroxyethylacrylat (H EA), 2-Hy- droxyethylmethacrylat (H EMA), 2-Hydroxypropylacrylat, 2-Hydroxypropyl- methacrylat, 3-Hydroxypropylacrylat, 3-Hydroxypropylmethacrylat, 6-Hydroxy- hexylacrylat und 6-Hydroxyhexylmethacrylat, 3-Phenoxy-2-hydroxypropylmeth- acrylat, Acrylsäure-(4-hydroxybutylester), Methacrylsäure(hydroxymethylamid), Caprolactonhydroxyethylmethacrylat und Caprolactonhydroxyethylacrylat. Hiervon sind die Hydroxyethylmethacrylate, die Hydroxyethylacrylate, 2-Hydroxypropyl- methacrylat und 2-Hydroxypropylacrylat ganz besonders bevorzugt. Am meisten bevorzugt sind 2-Hydroxyethylmethacrylat und 2-Hydroxyethylacrylat.
Eine weitere bevorzugte Gruppe der hydroxyfunktionalen (Meth)acrylsäureester sind die Polyethermethacrylate. Hierunter sind Substanzen zu verstehen, die durch Veresterung einer (Meth)acrylsäure mit einem Polyetherpolyol, vorzugsweise einem Polyetherdiol, erhalten sind . Solche Polyetherpolyole wurden bereits weiter oben bei der Nennung bevorzugter Polyole aufgeführt. Bei den Polyether- methacrylaten enthält der Hydroxyalkylrest des Esters Polyoxyalkylengruppen, die sowohl linear als auch verzweigt sein können, wie beispielsweise Polyethylenoxid, Polypropylenoxid und Polytetramethylenoxid . Diese Gruppen weisen häufig zwischen 2 und 10 Oxyalkylen-Einheiten auf. Spezielle Beispiele sind Polyethoxy- methacrylat, Polypropoxymethacrylat, Polyethylenoxid/Polytetramethylenoxid- methacrylat, Polyethylenoxid/Polypropylenoxid methacrylat. Die Menge des nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureesters wird so gewählt, dass freie Isocyanatgruppen, die nach der Polykondensation zwischen Polyisocyanat und Polyol noch vorhanden sind, vollständig umgesetzt werden. Um die optimale Menge an nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäu reestern zu bestimmen, kann nach der Polykondensation der Gehalt freier Isocyanatgruppen bestimmt werden. Die Bestimmung des Gehalts freier Isocyanatgruppen kann beispielsweise mit infrarotspektroskopischen Methoden oder durch Titration erfolgen.
Das Polyurethan(meth)acrylat, aus dem die Partikel der erfindungsgemäßen Dispersion aufgebaut sind, besitzt im Allgemein ein gewichtsmittleres Molekular- gewicht von 3000 bis 600 000 g/Mol, vorzugsweise von 3000 bis 500 000 g/Mol, was mit Hilfe der GPC zu bestimmen ist.
Bei der erfindungsmäßen Dispersion haben die Polyurethan(meth)acrylatpartikel einen mittleren Durchmesser von weniger als 40 nm, wodurch die erwünschte Transparenz erzielt wird. Bevorzugt wird ein mittlerer Partikeldurchmesser von weniger als 20 nm erzielt, mehr bevorzugt von weniger 10 nm.
Die angegebenen Durchmesser können mittels Lichtstreuu ng bestimmt werden. Entsprechende Verfahren sind dem Fachmann ohne weiteres geläufig . Ein geeignetes Gerät zur Bestimmung der Partikelgröße ist beispielsweise der
Nanosizer der Fa. Malvern.
Unter dem Feststoffgehalt ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung das Gewicht der Polyurethan(meth)acrylatpartikel, bezogen auf das Gewicht der gesamten Dispersion, zu verstehen. In der erfindungsgemäßen Dispersion beträgt der Feststoffgehalt vorzugsweise mindestens 20 Gew.-%. Ebenso ist es bevorzugt, wenn der Feststoffgehalt 80 Gew. -% oder weniger beträgt. Besonders bevorzugt ist ein Feststoffgehalt von 30 bis 50 Gew.-% und am meisten bevorzugt 35 bis 45 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Dispersion.
Als Initiator für die Polymerisation des Reaktivverdünners kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung prinzipiell jeder Initiator eingesetzt werden, mit dem eine Polymerisation des Reaktivverdünners möglich ist. Beispiele für verwendbare Initiatoren sind beispielsweise Peroxide und Hydroxyperoxide, wie zum Beispiel Dibenzoylperoxid, Diacetylperoxid und t-Butylhydroperoxid . Eine weitere Klasse von Initiatoren sind wärmeaktivierbare Initiatoren, insbesondere Azoinitiatoren, wie Azobisisobutyronitril . Wenn als Initiator ein Peroxid eingesetzt wird, so kann dessen Zersetzung mit Hilfe von Promotoren bei niedrigen Temperaturen induziert werden. Ein besonders bevorzugter Promotor in diesem Zusammenhang ist das N,N-bis-(2-hydroxyethyl)-p-toluidin (DEPT). Als Initiator wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise ein UV- aktivierbarer Photoinitiator eingesetzt. Bei derartigen Photoinitiatoren wird in der Regel zwischen Photoinitiatoren des Norrish-Typs I und des Norrish-Typs II unterschieden. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugte
Photoinitiatoren sind solche des Norrish-Typs I. Beispiele für derartige
Photoinitiatoren sind das 2-Hydroxy-2-methyl-l-phenyl-propan-l-on (unter dem Namen Darocure® 1173 von Ciba erhältlich) oder das 1-Hydroxycyclo- hexylphenylketon, das in Mischung mit Benzophenon (1 : 1) als Irgacure® 500 von
Ciba erhältlich ist. Die Menge des zugesetzten Photoinitiators unterl iegt keinen wesentlichen Beschränkungen, sollte jedoch 10 Gew. -%, bezogen auf das
Gesamtgewicht der Lackzusammensetzung, nicht überschreiten, da sonst eine Beeinflussung der Eigenschaften der Lackzusammensetzung nicht ausgeschlossen werden kann. Bevorzugte Gehalte des Photoinitiators liegen im Bereich von etwa 1 bis 6 Gew.-%, und besonders bevorzugt bei etwa 2 bis 4,5 Gew.-%.
Neben den vorstehend geschilderten Bestandteilen kann die Lackzusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung noch geeignete Additive, insbesondere in Form von Entschäumern, Lösungsmitteln und/oder Filmbildnern enthalten. Ein geeigneter Entschäumer ist beispielsweise Byk 141 von Byk. Entschäumer sind normalerweise bereits in geringen Mengen effektiv, so dass der Gehalt an
Entschäumern in der erfindungsgemäßen Lackzusammensetzung 3% nicht übersteigen sollte. Bevorzugt ist in Bezug auf den Entschäumer ein Gehalt im Bereich von 0,5 bis 1 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Lackzusammensetzung.
Weiterhin kann die Lackzusammensetzung ein Lösungsmittel, wie insbesondere Butylacetat, enthalten. Hinsichtlich der Menge des Lösungsmittels unterliegt die Lackzusammensetzung ebenfalls keinen wesentlichen Beschränkungen, es ist jedoch zweckmäßig, das Lösungsmittel in Mengen, die 50 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Lackzusammensetzung, nicht übersteigen, einzusetzen. In einer Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Lackzusammensetzung frei von Lösungsmitteln. In einer anderen Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße Lackzusammensetzung 20 bis 50 Gew. -%, insbesondere 30 bis 50 Gew.-%
Lösungsmittel, bevorzugt in Form von Butylacetat. Je nach Auftragsverfahren kann der Einsatz von organischen Lösemitteln gewünscht sein, damit die
Verarbeitungsparameter wie z. B. Viskosität, Nass-/Trockenschichtdicke und Lackverlauf den Anwenderwünschen angepasst werden können. Die bevorzugten Auftragsverfahren sind z. B. Rakeln, Walzen, Gießen, Vakuumat-Verfahren, Tauchen, Trommeln, Spritzen (Becherpistole, Airless, Airmix).
Weiterhin kann es zweckmäßig sein, der erfindungsgemäßen Lackzusammensetzung Filmbildner zuzusetzen. Geeignete Filmbildner sind beispielsweise
Cellulosederivate. Besonders geeignete Filmbildner sind Celluloseester,
insbesondere das Celluloseacetobutyrat.
Weitere geeignete Filmbildner sind z. B. hochmolekulare, partiell hydrolysierte Polyvinylchloride/Vinylacetatharze (z. B. Mischpolymerisate der Marke UCAR™ VAGH der Fa. Dow Chemical Company). Die Viskositäten der erfindungsgemäßen Lackzusammensetzungen liegen im Allgemeinen zwischen 50 und 1000 mPa.s, gemessen rheologisch mit einer Kegelplattengeometrie bei einer Scherrate von 100 s"1 und T = 25 bis 26°C.
Bevorzugt liegt die Viskosität zwischen 50 und 500 mPa.s, noch mehr bevorzugt bei etwa 80 bis 300 mPa.s, und am meisten bevorzugt bei etwa 100 bis 250 mPa. s. Der„Lackfachmann" spricht auch von der Auslaufzeit in Sekunden die mit einem Auslaufbecher nach DIN 53211 bestimmt wird . Nach der DIN 53211 ist nur ein Auslaufbecher mit einer Auslaufdüse von 4 mm Durchmesser genormt. Die erfindungsgemäßen Lackzusammensetzungen weisen im Allgemeinen
Auslaufzeiten von ca. 25 - 250 s, bevorzugt zwischen 30 - 180 s auf.
In einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung auch eine nichtwässrige transparente Dispersion von Polyurethan(meth)acrylatpartikeln in speziellen Reaktivverdünnern, die dadurch erhältlich ist, dass man ein
Polyisocyanat mit mindestens einem Polyol und einem nukleophil
funktionalisierten (Meth)acrylsäureester in diesen Reaktivverdünnern umsetzt. Die speziellen Reaktivverdünnern umfassen Methylmethacrylat (MMA),
Isobornylacrylat (IBOA), Hexandioldiacrylat (H DDA), Dipropylenglycoldiacylat und Tripropylenglycoldiacrylat. Derartige Dispersionen sind transparent und bleiben auch nach Aushärtung des Reaktivverdünners transparent. Diese Dispersion können neben einer Verwendung als Lack auch zur Bildung einer Klebeverbindung oder eines Gießkörpers ausgehärtet werden. Außer einem Härtungsinitiator müssen keinerlei weitere Substanzen zugegeben werden. Selbstverständlich ist es aber möglich, die erfindungsgemäße Dispersion in herkömmliche Formulierungen von Klebesystemen, Lacken, Beschichtungen oder Gießmassen, wie sie zum Teil vorstehend beschrieben sind, einzumischen und anschließend die Formulierung auszuhärten.
Als Reaktivverdünner sind im Rahmen des vorstehend geschilderten Aspekts der vorliegenden Erfindung, wie vorstehend erwähnt, Methylmethacrylat,
Isobornylacrylat und Hexandioldiacrylat oder Dipropylenglycoldiacrylat oder Tripropylenglykoldiacrylat sowie niedrigmolekulare (mehrfachfunktionelle)
Polyetheracrylate zu verwenden. Es ist jedoch auch möglich (Meth)acrylate wie 2-
Ethylhexylacrylat oder Tetrahydrofurfurylmethacrylat als Reaktivverdünner einzusetzen. Darüber hinaus kommen als Reaktivverdünner die in der DE
102005035235 AI in [0031] aufgeführten Verbindungen in Betracht. Zu den im vorstehenden geschilderten Aspekt der vorliegenden Erfindung verwendbaren Polyisocyanaten gehören insbesondere Tetramethylendiisocyanat (TM DI), Toluylendiisocyanat (TDI) und Isophorondiisocyanat (IPDI).
In einer besonders bevorzugten Ausführu ngsform einer nichtwässrigen
transparenten Dispersion gemäß dem vorstehend geschilderten Aspekt sind die Polyurethan(meth)acrylatpartikel erhältlich aus Tetramethylendiisocyanat als Polyisocyanat, einem Copolyester mit einem Molekulargewicht von etwa 5.500 und einer Hydroxyzahl von 18 bis 24 sowie 1,4-Butandiol als Polyolen, und aus Hydroxyethylmethacrylat als nukleophil funktionalisiertem (Meth)acrylsäureester. Der Reaktivverdünner besteht in diesem Fall vorzugsweise aus Methylmethacrylat. Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn die Dispersion auf Polyurethanpartikeln, die aus etwa 6 Gew. -% Polymethylendiisocyanat, etwa 46 Gew.-% des
Copolyesters mit einem Mw von 5.500 und einer Hydroxyzahl von 18 bis 24, etwa 1 Gew.-% 1,4-Butandiol und etwa 4 Gew.-% Hydroxyethylmethacrylat erhältlich sind, sowie 43 Gew.-% Methylmethacrylat als Reaktivverdünner beruht. Im
Vorstehenden und folgenden umfasst der Begriff "etwa" eine Spanne von ± 1 Gew.-%, bevorzugt ± 0,5 Gew. -%. Die Gewichtsangaben beziehen sich jeweils auf das Gesamtgewicht der Dispersion. In einer dazu alternativen bevorzugten Ausführungsform gemäß dem vorstehend geschilderten Aspekt beruht die nichtwässrige transparente Dispersion auf Polyurethanpartikeln aus Toluylendiisocyanat als Polyisocyanat,
Polytetrahydrofuran mit einem mittleren Molekulargewicht von etwa 2.000 als Polyol, und Hydroxyethylacrylat als nukleophil funktionalisiertem
(Meth)acrylsäureester sowie Isobornylacrylat als Reaktivverdünner. Hierzu ist es wiederum bevorzugt, wenn die Dispersion auf Polyurethanpartikel n, die aus etwa 4 Gew.-% Toluylendiisocyanat, etwa 27 Gew.-% des Polytetrahydrofuran mit einem mittleren Molekulargewicht von etwa 2000 und etwa 4 Gew.-%
Hydroxyethylacrylat erhältlich sind, und etwa 65 Gew.-% Isobornylacrylat als Reaktivverdünner beruht.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform gemäß dem vorstehend geschilderten Aspekt beruht die nichtwässrige transparente Dispersion auf Polyurethanpartikeln aus Isophorondiisocyanat als Polyisocyanat, einem Gemisch aus Polytetrahydrofuran mit einem mittleren Molekulargewicht von etwa 2000 und 1,4-Butandiol als Polyol und Hydroxyethylacrylat als nukleophil funktionalisiertem (Meth)acrylsäureester sowie auf Hexandioldiacrylat als Reaktivverdünner. Hierzu ist es wiederum bevorzugt, wenn die Dispersion auf Polyurethanpartikeln, die aus etwa 12 Gew.-% Isophorondiisocyanat, etwa 28 Gew. -% des Polytetrahydrofuran mit einem mittleren Molekulargewicht von etwa 2000, etwa 2 Gew. -% 1,4- Butandiol, und etwa 4 Gew.-% Hydroxyethylacrylat erhältlich sind, und etwa 54 Gew.-% Hexandioldiacrylat als Reaktivverdünner beruht.
In der vorstehend beschriebenen Ausführungsform kann das Polyol optional zusätzlich Trimethylolpropan oder ein trihydroxyfunktionelles Polypropylenglycol mit einer KOH-Zahl von etwa 385 mg KOH/g enthalten. Für derartige Gemische ist es bevorzugt wenn die Mol-Menge der OH-Gruppen aus dem Trimethyolpropan oder dem trihydroxyfunktionelles Polypropylenglycol etwa 5 bis 15 % der Summe der Mol-Menge der OH-Gruppen des Polytetrahydrofurans mit einem mittleren Molekulargewicht von etwa 2000 und dem Trimethyolpropan oder dem
trihydroxyfunktionelles Polypropylenglycol ausmacht.
Die Erfindung betrifft in einem weiteren Aspekt ein Herstellungsverfahren für die eingangs beschriebene Lackzusammensetzung. Bei diesem Verfahren setzt man in einem Rührkessel ein Polyisocyanat mit mindestens einem Polyol und einem nukleophil funktionalisierten (Meth)acrylsäureester in einem Reaktivverdünner um. Diese Bestandteile wurden zuvor eingehend beschrieben. Die erfindungsgemäße Lackzusammensetzung ist dann erhältlich, indem der Reaktionsmischung, vor oder nach Polymerisation des Polyisocyanats, ein Initiator zugegeben wird . Ein geeignetes Verfahren zur Herstellung von Polyurethan(meth)acrylatpartikeln ist beispielsweise in der DE 10 2005 035 235 AI in [0098] bis [0112]
beschrieben.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindu ng betrifft ein beschichtetes
Substrat, das durch Aufbringen einer wie im Vorstehenden beschriebenen
Lackzusammensetzung auf das Substrat und Aushärtung der Zusammensetzung auf dem Substrat erhältlich ist. Bei dem Substrat handelt es sich zweckmäßig um Glas, Metall, bevorzugt mit einer Oberfläche aus Aluminium, Zink oder Eisen, und
Kunststoffe, bevorzugt aus PVC oder Polycarbonat. Wenn im Vorstehenden von Metallen, die eine Oberfläche aus Aluminium, Zink oder Eisen aufweisen, die Rede ist, heißt dies, dass die Oberfläche, mit Ausnahme von unvermeidlichen
Oxydationsprodukten des Aluminiums, Zinks oder Eisens, im Wesentlichen aus elementarem Aluminium, Zink oder Eisen besteht.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindu ng betrifft ein Verfahren zur
Herstellung eines beschichteten Substrats, umfassend das Aufbringen einer wie vorstehend beschriebenen Lackzusammensetzung auf ein Substrat und das Aushärten der Lackzusammensetzung auf dem Substrat. Es ist bevorzugt, wenn das Aushärten der Zusammensetzung unter Bestrahlung mit UV-Licht erfolgt, was impliziert, dass als Initiator ein UV-Licht-aktivierbarer Initiator eingesetzt wird.
Die erfindungsgemäße Lackzusammensetzung besitzt im ausgehärteten Zustand, wie zuvor erwähnt, nicht nur eine hohe Transparenz, sondern auch eine gute
Haftfestigkeit, insbesondere auf Substraten, wie Glas, Metallen oder Kunststoffen, sowie eine hohe Härte und Beständigkeit gegen Mikrokratzer.
Die vorstehend geschilderten Dispersionen von Polyurethan(meth)acrylatpartikeln in speziellen Reaktivverdünnern können auch zu Formkörpern verarbeitet werden, sodass ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung Formköper betrifft, die aus entsprechenden Dispersionen hergestellt wurden.
Die Erfindung wird nachfolgend durch Beispiele verdeutlicht, wobei diese nicht als Beschränkung der erfinderischen Idee aufgefasst werden sollen.
Beispiele Herstellung von Polyurethan/Reaktiverdünner-Dispersionen
Die Komponente II (vgl . die folgenden Tabellen 1 bis 10) wurde über einen auf 60 °C temperierten Tropftrichter bei 60 °C zur Komponente I in einem
Glasreaktor zugetropft und bei einer Rührgeschwindigkeit von 14,9 m/s gerührt. Anschließend wurde der Katalysator (Komponente III, Dibutylzinndilaurat) zum Reaktionsgemisch gegeben und 1 h lang bei einer Rührgeschwindigkeit von 14,9
m/s gerührt. Der erhaltenen Mischung wurde abschließend die Komponente IV zugegeben und das Gemisch wurde auf 23 °C abgekühlt.
Die Zusammensetzungen der verschiedenen Ansätze sind in den folgenden Tabellen 1 bis 10 angegeben.
Tabelle 1: Lackbasis 1
Komponente Substanz Menge [g]
I IPDI 58,29
HDDA 170,32
II PTHF 2000 140,76
1,4-Butandiol 7,49
HDDA 100,45
III DBTDL 0,44
IV HEA 22,18
Tabelle 2: Lackbasis 2
Komponente Substanz Menge [g]
I IPDI 59,17
HDDA 172,29
II PTHF 2000 135,28
1,4-Butandiol 7,58
HDDA 101,44
Desmophen 1380 BT 1,04
III DBTDL 0,44
IV HEA 22,74
Tabelle 3: Lackbasis 3
Komponente Substanz Menge [g]
I IPDI 59,90
HDDA 174,41
II PTHF 2000 129,73
1,4-Butandiol 7,67
HDDA 102,68
Desmophen 1380 BT 2,11
III DBTDL 0,46
IV HEA 23,02
Tabelle 4: Lackbasis 4
Komponente Substanz Menge [g]
I IPDI 60,64
HDDA 176,58
II PTHF 2000 124,06
1,4-Butandiol 7,76
HDDA 103,96
Desmophen 1380 BT 3,21
III DBTDL 0,47
IV HEA 23,31
Tabelle 5: Lackbasis 5
Komponente Substanz Menge [g]
I IPDI 60,92
HDDA 177,38
II PTHF 2000 124,61
1,4-Butandiol 7,80
HDDA 104,43
Trimethylolpropan 0,98
III DBTDL 0,47
IV HEA 23,42
Zusätzlich wurden zwei Zusammensetzungen hergestellt, die anstelle von H DDA Methylmethacrylat (MMA) oder Isobornylacrylat (IBOA) enthielten.
Tabelle 6
Die nach den Rezepturen aus den Tabellen 6 und 7 hergestellten Dispersionen waren klare, farblose Flüssigkeiten.
Die verschiedenen Lackbasis-Zusammensetzungen wurden für Haftfestigkeitsuntersuchungen zu Lacken formuliert, deren Zusammensetzungen in der folgenden Tabelle 8 angegeben sind :
Tabelle 8
Die Haftfestigkeit der erfindungsgemäßen Lack-Formulierungen und eines
Vergleichslacks 1 auf Basis von Desmolux 2740 auf unterschiedlichen Substraten wurde gemäß DIN EN ISO 2409 (Kennwert ISO GT0 - GT5) untersucht. GT0 steht dabei für sehr gute Haftfestigkeit, GT5 für komplette Enthaftung/schlechte Haftfestigkeit. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in der folgenden Tabelle 9 wiedergegeben.
Tabelle 9
Von der Gesamtperformance (Haftfestigkeit) zeigt Lack 1 die besten Resultate. Der Vergleichslack 1 auf Basis von Desmolux 2740 zeigt die schlechtesten Ergebnisse in dieser Versuchsreihe. Es sind Tendenzen erkennbar, dass mit zunehmendem Polyolanteil (trifunktionell) die Haftfestigkeiten geringfügig ungünstiger werden (Lack 2 bis 5). Es zeigt sich weiterhin, dass alle erfindungsgemäßen Lackformulierungen Lack 1 bis Lack 5 im Vergleich zum kommerziell erhältlichen Produkt auf Basis von Desmolux 2724 verbesserte Haftfestigkeiten auf allen untersuchten Substraten zeigen. Die besten Haftfestigkeiten konnten dabei für die Formulierung Lack 1 festgestellt werden. Alle erfindungsgemäßen Lacke Lack 1 bis Lack 5 zeigen auf Polycarbonatplatten und PVC-Folien sehr hohe Haftfestigkeiten.
Von den Formulierungen Lack 1 bis Lack 5 und dem Vergleichslack 1 wurde weiterhin die Pendeldämpfung in Sekunden nach König (bestimmt gemäß in Anlehnung an DIN 53157 mit 100 pm Nassauftrag) bestimmt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in der folgenden Tabelle 10 als Schwingdauer in Sekunden dargestellt:
Tabelle 10
In den Untersuchungen zeigten sich die niedrigsten Pendeldämpfungswerte bei den Formulierungen Lack 1 und Lack 4, wobei die Pendeldämpfungswerte in der Lackserie Lack 2 bis Lack 4 mit zunehmendem Gehalt an trifunktionellem Polyol abnehmen.
Weiterhin wurde die Beständigkeit einer erfindungsgemäßen Lackformulierungen gegen Mikroverkratzung bestimmt. Die untersuchten Formulierungen sind in der folgenden Tabelle 11 wiedergegeben.
Tabelle 11
Für eine vergleichende Prüfung wurden Lack 6 (Diol) und der Vergleichslack 2 auf Basis von Desmolux 2740 untersucht.
Im Folgenden wurde die Beständigkeit gegen Mikrokratzer gemäß der IH D- Werksnorm W-466 bestimmt. Diese Norm gilt für Möbeloberflächen und dient der einheitlichen Bestimmung der Widerstandsfähigkeit der obersten Lackschicht gegen Mikrokratzer. Die Prüfung erfolgte mit einem Mini-Martindale-Gerät. Die
Prüfkörper wurden mit 5 Lissajous-Bewegungen (die Lissajous-Bewegung entspricht 16 Zyklen von definierten Reibtellerbewegungen nach dem Verfahren A und B gemäß IH D-Werksnorm 466) beansprucht. Als Reibmittel wurden die Scotch-Brite-Reibmaterialien 7447 (sehr fein) und 7448 (ultrafein) verwendet. Die Prüfung wurde mit einer Prüfkraft von 6 N nach dem Verfahren A (Auswertung durch die Bestimmung der Glanzänderung) durchgeführt. Die Untersuchungen lieferten die in Tabelle 12 dargestellten Ergebnisse.
Tabelle 12 :
Lack 6 und der Vergleichslack 2 auf Basis von Desmolux 2740 zeigen eine vergleichbar geringe Glanzänderung von 10,5% bzw. 6,3%.
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