2D-BildanaIysator
Beschreibung
Aus führungsbeispi elc der vorliegenden Erfindung beziehen sich auf einen 2D- Bildanalysator sowie auf ein entsprechendes Verfahren.
In vielen Fällen werden in der digitalen Bildverarbeitung für die Mustererkennung mehrere skalierte Versionen des Eingangsbildes benutzt. Ein Beispiel für einen solchen Mustererkenner ist der Klassifikator nach Viola-Jones, der auf eine bestimmte Modeligröße angelernt ist.
Je nachdem, welche Entfernung nun das gesuchte Muster (z. B. Gesicht oder Auge) zum Kamerasystem hat, erfolgt eine größere oder kleinere Abbildung. Durch die fixe Modelgröße des Klassifikators muss also in mehreren Skalierungsstufen des aufgezeichneten
Bildes gesucht werden, um in einer der Skalierungsstufen eine optimale Übereinstimmung mit der Modellgröße des Klassifikators zu erhalten. Die Skalierungsstufen werden dazu im Normalfall aufsteigend oder absteigend durchsucht (vgl. Bildpyramide). Diese sequnetielle Abarbeitung ist insbesondere für parallele Architekturen (z. B, FPGA) sehr schlecht geeignet.
Deshalb besteht der Bedarf nach einem verbesserten Ansatz. Aufgabe ist es, eine effiziente und zuverlässige Erkennung eines Musters zu ermöglichen.
Die Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen definiert. Ausführungsbeispiele schaffen einen 2D-Bildanalysator mit einem Bildskaiierer, einem Bildgenerator und einem Musterfinder. Der Bildskaiierer ist atisgebildet, um ein Bild zu empfangen, das ein gesuchtes Muster aufweist, und um das empfangene Bild gemäß einem Skalierungsfaktor zu skalieren. Der Bildgenerator ist ausgebildet, um ein Ubersichtsbild zu erzeugen, das eine Mehrzahl von Kopien des empfangenen und skalierten Bildes aufweist, wobei jede Kopie um einen unterschiedlichen Skalierungsfaktor skaliert ist. Der Musterfinder ist ausgebildet, um ein vorbestimmtes Muster mit der Mehrzahl von empfangenen oder skalierten Bildern innerhalb des Übersichtsbildes zu vergleichen, und um eine Information hinsichtlich einer Position auszugeben, bei der eine Übereinstimmung zwischen
dem gesuchten Muster und dem vorbestimmten Muster maximal ist, wobei sich die Position auf eine jeweilige Kopie des empfangenen und skalierten Bildes bezieht.
Der Kern der vorliegenden Erfindung liegt also darin, dass sich die Erkennbarkeit von be- stimmten Mustern sich über die Bildgröße verändert. Hier wurde insbesondere erkannt, dass die sequentielle Abarbeitung unterschieldicher Skalierungsstufen sehr ineffizient sein kann. Deshalb schaffen Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung einen BiJdanaly- sator mit einem Musterfinder, wobei der Musterfinder auf ein Übersichtsbild angewendet wird, welches das Bild, in welchem das gesuchte Muster enthalten ist, in unterschiedlichen Skalierungsstufen umfasst. Durch diese unterschiedlichen Skalierungsstufen, -welche in einem Überischtsbild auf geschickte Weise angeordnet sind, kann erreicht werden, dass in nur einem Schritt mehrere bzw. alle interessierenden Skalierungsstufen auf einmal durchsucht werden können (und nicht wie üblich die Mustererkennung auf mehreren Skalierungsstufen hintereinander angewendet wird). Das geschieht, indem die Mustererkennun g nur auf dem Überischtsbild stattfindet. Dort wo im Übersichtsbild die größte Übereinstimmung mit dem gesuchten Muster vorhanden ist, ist zum einen klar, welche Skalierungsstufe diese Übereinstimmung geliefert hat (Position des skalierten Bildes innerhlab des Übersichtsbildes) und zum anderen an welcher Position (x,y Koordinate im Bild) diese lag (Position innerhalb des skalierten Bildes im Übersichtsbild, korrigiert um den Skalierungsfak- tor). Das bietet also unterm Strich den Vorteil, dass wesentlich effizienter, insbesondere auf parallelen Architekturen wie z.B. FPGAs, das gesuchte Muster in zumindest einer der Skalierungsstufen erfasst werden kann, indem lediglich die Mustererkennung auf dem Übersichtsbild erfolgt. Durch die Kenntnis der Skalierung ist dann auch in dem Absolutbild die Position des gesuchten Musters berechenbar.
Deshalb ist entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen jedes skalierte Bild gemäß dem jeweiligen Skalierungsfaktor einer jeweiligen Position in dem Übersichtsbild zugeordnet. Hierbei kann die jeweilige Position durch einen Algorithmus berechenbar sein, der eine Beabstandung zwischen den skalierten Bildern in dem Übersichtsbild, eine Beabstandung der skalierten Bilder zu einer oder mehreren der Grenzen des Übersichtsbilds und/oder andere vordefinierte Bedingungen berücksichtigt.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen setzt auf den so vorbereiteten Übersichtsbild der Musterfinder auf, der ausgebildet ist, um ein oder mehrere lokale Maxima in der Zensus-transformierten Version des Übersichtsbilds oder in der in den Hough- Merkmalsraum überführten Version des Übersichtsbildes oder in der in das Gradientenbild überführten Version des Übersichtsbilds, oder aigemein in einen Merkmaisraum überführten Version des Über sich tsbildes , zu identifizieren, wobei eine Position eines lokalen Ma-
ximums die Position des identifizierten vorbestimmten Musters in der jeweiligen Kopie des empfangenen und skalierten Bilds anzeigt.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen umfasst der Musterfinder eine Klassifikati- on und eine Nachverarbeitung. Die Klassifikation wird dabei auf das in den Markmalsraum überführte Übersichtsbild angewendet und liefert hohe Werte (lokale Maxima) an Stellen wo der Bildinhalt mit dem gesuchten Muster übereinstimmt. Zur Klassifikation können dabei übliche Verfahren nach dem Stand der Technik herangezogen werden (z. B. nach Viola-Jones).
Das klassifizierte Übersichtsbild kann nun entsprechend weiteren Ausführungen einer Nachverarbeitung unterzogen werden. Dazu wird das klassifizierte Übersichtsbild zunächst mit einem lokalen Summenfilter geglättet und auf diese Weise auch die Positione der lokalen Maxima örtlich korrigiert. Parallel dazu wird ein lokaler Maximumsfilter ange- wendet, um den Score (ein Score ist in den meisten Fällen das Ergebnis einer Klassifikation, also ein Maß für die Übereinstimmung des Bildinhaltes mit dem gesuchten Muster) zu dem, über das Summenfilter korrigierte, lokale Maximum zu erhalten. Im Ergebnis erhält man wieder ein klassifiziertes Übersichtsbild mit Seores des Klassifikators aber nun örtlich korrigierten lokalen Maxima. Jeder Position eines lokalen Maximums im Übersichtsbild ist I entsprechend den bisherigen Ausführungen eine entsprechende Skalierungsstufe zugeordnet (außer an den Stellen wo die Skalierungsstufen untereinander und zu den Grenzen des Übersichtsbildes beabstandet sind). Je nachdem wo genau innerhalb einer Skalierungsstufe das Maximum liegt kann man diese Position wieder auf das Originalbild zurückführen, indem man die entsprechende Position um den Skalienmgsfaktor der entsprechenden Sak- lierungsstufe korrigiert. Jeder Position im Übersichtsbild ist also eine absolute Position in Originalbildkoordinaten zugeordnet (außer an den Stellen wo die Skalierungsstufen untereinander und zu den Grenzen des Übersichtsbildes beabstandet sind). Ist nun ein Maximum innerhalb einer Skalierungsstufe extrahiert wurden, kann dessen Position auch noch einmal korri iert werden, indem das entsprechende lokale Maximum aus den benachbarten Skalie- rungsstufen mit herangezogen wird und eine Mittelung über die benachbarten Skalierungsstufen erfolgt.
Weitere Ausführungsbeispiele beziehen sich auf die genaue Implementierung des 21)- Bildanalysators, der entsprechend einer ersten Gruppe von Ausführungsbeispielen als eingebetteter Prozessor oder programmierbare Logik oder als kundenspezifische Einheit (ASIC) ausgeführt sein kann oder entsprechend einer zweiten Gruppe von Ausführungs-
beispielen als Verfahren realisiert sein kann, welches auf einem Computer läuft (Compu- ierprogramm).
Also umfasst ein Ausführungsbeispiel das Verfahren zum Analysieren eines 2D-Bilds mit den Schritten: Skalieren eines empfangenen Bilds, das ein gesuchtes Muster aufweist, gemäß einem Skalierangsfaktor und Erzeugen eines Übersichtsbilds, das eine Mehrzahl von Kopien des empfangenen, und skalierten Bilds aufweist, wobei jede Gruppierung um einen unterschiedlichen Skalierungsfaktor skaliert ist. Als nächster Schritt erfolgt eine Überführung des Übersichtsbildes in einen Merkmalsraum (z. B. Hough Merkmalsraum) und dann eine Klassifikation um ein Maß für die Übereinstimmung mit einem vorbestimmten Muster zu ermitteln (wie z. B. ein Auge). Danach wird nach Maxima in der Mehrzahl von empfangenen und skalierten Bildern innerhalb des Übersichtsbildes gesucht, um eine Information hinsichtlich einer Position auszugeben, bei der eine Übereinstimmung zwischen gesuchtem Muster und dem vorbestimmten Muster maximal ist, wobei sich die Position auf eine jeweilige Kopie des empfangenen und skalierten Bilds bezieht. Die Position kann bei Bedarf über eine Kombination aus lokalen Summen- und Maximumsfilter korrigiert und über benachbarte Skalieruugsstufen hinweg gemittelt werden.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen kann der 2D-BiJdanalysator zu einem 2D- Bildanalysesystem kombiniert sein, wobei das Analysesystem dann eine Auswertevorrichtung aufweist, das das vorbestimmte Muster und insbesondere die Pupille (oder, allgemein, die Augenregion oder das Auge eines Nutzers) beobachtet und einen Status dazu ermittelt. Hierbei ist es insbesondere möglich, um eine ausbleibende Reaktion des Auges, wie z.B. ein nicht mehr zu öffnendes Auge, z.B. infolge eines Sekundenschlafes zu detektieren.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen kann der 2D -Bildanalysator mit einer weiteren Verarbeitungseinrichtung verbunden sein, die einen selektiv adaptiven Datenprozessor umfasst, der ausgebildet ist, um mehrere Sätze von Daten mit dem Bildanalysator auszutauschen und diese Datensätze zu bearbeiten. Hierbei werden die Datensätze insofern bear- beitet, dass nur noch plausible Datensätze weitergebeben werden, wobei unplausible Teile des Datensatzes durch plausible Teile ersetzt werden.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen kann der 2D- Bildanalysator auch mit einem 3D-Bildanalysator verbunden sein, der eine Ausrichtung eines Objekts im Raum (also z.B. einen Blickwinkel, basierend auf zumindest einem ersten Satz von Bilddaten in Kombination mit Zusatzinformationen, ermittelt. Dieser 3D-Bildanalysator umfasst zwei Haupteinheiten, nämlich eine Positionsberechnungseinrichtung zur Bestimmung der Position des
Musters im dreidimensionalen Raum und eine Ausrichtungsberechnungseinrichtung zur
Bestimmung einer Achse durch eben dieses Muster.
Entsprechend weiteren Ausfuhrungsbeispielen kann der 2D-Bildanalysator auch mit einem Hough-Prozessor verbunden sein, weicher sich wiederum in folgende zwei Untereinheiten aufgliedert: Pre-Prozessor ausgebildet, um eine Mehrzahl von Samples zu empfangen, die jeweils ein Bild umfassen und um das Bild des jeweiligen Samples zu drehen und/oder zu spiegeln und um eine Mehrzahl von Versionen des Bildes des jeweiligen Samples für jedes Sample auszugeben, Hough-Transformationseinrichtung, ausgebildet um ein vorbestimm- tes gesuchtes Muster in der Mehrzahl von Samples auf der Basis der Mehrzahl von Versionen zu erfassen, wobei eine mit dem gesuchten Muster in Abhängigkeit stehende Charakteristik der Hough-Transformationseinrichtung anpassbar ist. Die Verarbeitungseinrichtung zum Nachverarbeiten der Houghergebnisse ist ausgebildet, um die erfassten Muster zu analysieren und einen Satz von Geometrieparametern auszugeben, der eine Position und/oder eine Geometrie des Musters für jedes Sample beschreibt.
Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen erläutert. Es zeigen: Fig. 1 ein schematisches Blockschaltbild eines 2D-Bildanalysators gemäß einem
Ausführungsbeispiel;
Fig. 2a ein schematisches Blockschaltbild eines Hough-Prozessors mit einem Pre-
Prozessor und einer Hough-Transformationseinrichtung gemäß einem Ausführungsbei- spiel;
Fig. 2b ein schematisches Blockschaltbild eines Pre-Prozessors gemäß einem Aus- führungsbeispiel; Fig. 2c eine schematische Darstellung von FIough-Kernen zur Detektion von Geraden (abschnitten);
Fig. 3a ein schematisches Blockschaltbild einer möglichen Implementierung einer
Hough-Transformationseinrichtung gemäß einem Ausfuhrungsbeispiel;
Fig. 3b einzelne Zelle einer Verzögerungsmatrix entsprechend einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 4a-d ein schernatisch.es Blockschaltbild einer weiteren Implementierung einer Hough-Transformationseinrichtung entsprechend einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 5a ein schemalisch.es Blockschaltbild einer stereoskopischen Kameraanord- nung mit zwei Bildprozessoren und einer Nachverarbeitungseinrichtung, wobei jeder der Bild-Prozessoren einen Hough-Prozessor gemäß Ausführungsbeispielen aufweist;
Fig. 5b eine exemplarische Aufnahme eines Auges zur Illustration einer mit der
Vorrichtung aus Fig. 5a durführbaren Blickwinkeldetektion und zur Erläuterung der Blickwinkeldetektion im monoskopischen Fall;
Fig. 6-7 weitere Darstellungen zur Erläuterung von zusätzlichen Ausführungsbeispielen bzw. Aspekten; Fig. 8a-e schematische Darstellungen von optischen Sytemen; und
Fig. 9a-9i weitere Darstellungen zur Erläuterung von Hintergrundwissen für die Hough-Transformationseinrichtung.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung anhand der Figuren im Detail erläutert. Es sei darauf hingewiesen, dass gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen sind, so dass die Beschreibung derer aufeinander angewendet werden kann bzw. austauschbar ist.
Fig. 1 zeigt einen 2D-Bildanalysator 700 mit einem Bildskalierer 702, einem Bildgenerator 704 und einem Musterfmder 706.
Der Bildskalierer 702 ist ausgebildet, um ein Bild 710 (vgl. Fig. 7b) zu empfangen, das ein gesuchtes Muster 71 1 aufweist. In dem Bildskalierer 702 wird nun das empfangene Bild 710 mit unterschiedlichen Skalierungsfaktoren skaliert. Hierbei kann beispielsweise eine Verkleinerung erfolgen, wie nachfolgend gezeigt wird. Bei dieser Verkleinerung entstehen auf Basis des Bilds 71 0 eine Vielzahl an Kopien des empfangenen und skalierten Bilds 710' , 710" , 710' " bis 710" ' " ' " " , wobei angemerkt sei, dass die Anzahl der Skalierungs- stufen nicht beschränkt ist. Diese Vielzahl an skalierten Bildern 710' bis 710" " " " ' werden mittels des Bildgenerators 704 zu einem Übersichtsbild 712 zusammengestellt, wobei das Übersichtsbild 712 die Mehrzahl von Kopien des empfangenen und skalierten Bilds 710' bis 710" ' " " " umfasst. Hierbei kann die jeweilige Position eines skalierten Bildes
innerhalb des Übersichtsbildes durch einen Algorithmus berechenbar sein, der eine Beab- standung zwischen den skalierten Bildern in dem Übersichtsbild, eine Beabstandung der skalierten Bilder zu einer oder mehreren der Grenzen des Übersichisbilds und/oder andere vordefinierte Bedingungen berücksichtigt. In diesem Übersichtsbild 712 kann nun mittels des Musterfinders 706 das gesuchte Muster 71 1 delektiert werden.
Es wird also anstatt die Mustererkennung auf mehrere Skalierungsstufen hintereinander anzuwenden, die Mustererkennung nur einmal auf das Übersichtsbild angewandt, wobei die jeweilige Skalierungsstufe als Ortsinformation innerhalb des Übersichtsbildes„codiert" ist. Vorteilhaft ist diese Art der Abarbeitung einzelner Skalierungsstufen insbesondere auf FPGA Architekturen, da hier die sequntielle Bearbeitung einzelner Skalierungsstufen hintereinander relativ aufwendig wäre. Die unterschiedlich skalierten Bilder müssten jeweils im Speicher vorgehalten und separat bearbeitet werden und dann die Ergebnisse zusammengeführt werden. So wird einmal das Übersichtsbild generiert und dann in einem Schritt bearbeitet werden. Auf diese Weise können die parallelen FPGA- Architekturen optimal ausgenutzt werden.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen wäre es auch möglich, dieses Übersichtsbild 710 in ein Merkmalsbild 710a zu verwandeln, wobei typischerweise hier eine Census- Transformation zum Einsatz kommt. Ausgehend von diesem Census-transformierten Bild 710a wäre es auch denkbar, eine Klassifikation vorzunehmen, um das Falschfarbenbild 710b zu ermittein (vgl. Fig. 7c),
Optionaler Weise kann entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen zusätzlich eine Nachverarbeitungseinrichtung (nicht dargestellt) in dem 2D-Bildanalysaior 700 vorgesehen sein (vgl. Fig 5a). Die NachveTarbeitungseinrichttmg ermöglicht eine Anwendung einer Kombination aus lokalem Summen- und Maximumfilter, um die Positionen der lokalen Maxima im klassifizierten Übersichtsbild zu korrigieren. Optional kann hierbei auch eine Mittelung der Position eines Maximum, welches in einer der Skalierungsstufen gefunden wurde, mit den entsprechenden Maxima aus den benachbarten Skalierungsstufen erfolgen. Es erfolgt also eine Mittelwertbildung über benachbarte Skalierungsstufen in dem Übersichtsbild hinweg.
Weitere Ausführungsbeispiele bzw. Varianten dieses 2D-Bildanalysators werden im Bezug auf Fig. 7a erläutert.
Fig. 2a zeigt einen Hough-Prozessor 100 mit einem Pre-Prozessor 102 und einer Hough- Transformationseinrichtung 104. Der Pre-Prozessor 1 02 stellt die erste Signalverarbei-
tungsstufe dar und ist informatorisch an die Hough-Transformationseinrichtung 1 04 gekoppelt. Die Hough-Translbrmationseinrichtung 104 weist einen Verzögerungsfilter 106 auf, der mindestens ein, bevorzugt aber eine Vielzahl von Verzögerungselementen 1 08a, 1 08b, 1 08c, 1 10a, 1 1 Ob und 1 10c umfassen kann. Die Verzögerungselemente 108a bis 108c und 1 10a bis 1 0c des Verzögerungsfilters 106 sind typischerweise als Matrix, also in Spalten 108 und HO und Zeilen a bis c angeordnet und signaltechnisch miteinander gekoppelt. Entsprechend dem Ausführungsbeispie! aus Fig. 2a weist zumindest eines der Verzögerungsglieder 108a bis 1 08c bzw. 1 10a bis 1 10c eine einstellbare Verzögerungszeit auf, hier symbolisiert anhand des„+/-"-Symbols. Zur Ansteuerung der Verzögerungsei e- mente 108a bis 08c und 1 10a bis 1.10c bzw. zur Steuerung derselben kann eine separate Ansteuerlogik bzw. ein AnSteuerregister (nicht dargestellt) vorgesehen sein. Diese Steuerlogik steuert die Verzögerungszeit der einzelnen Verzögerungselemente 108a bis 108c bzw. 1 10a bis 1 10c über optionale schaltbare Elemente 109a bis 109c bzw. l i l a bis 1 1 i c, die beispielsweise einen Multiplexer und einen Bypass umfassen können. Die Hough- Transformationseinrichtung 104 kann ein zusätzliches Konfi gurationsregistcr (nicht dargestellt) zur initialen Konfiguration der einzelnen Verzögerungselemente 108a bis 1 08c und 1 1 0a bis 1 10c umfassen.
Der Pre-Prozessor 102 hat die Aufgabe, die einzelnen Samples 1 12a, 1 12b und 1 12c so aufzubereiten, dass diese durch die Hough-Transformationseinrichtung 104 effizient verarbeitet werden können. Hierzu empfangt der Pre-Prozessor 102 die Biiddatei bzw. die mehreren Samples 1 12a, 1 12b und 1 12c und führt eine Vorverarbeitung, z.B. in Form einer Drehung und/oder in Form einer Spiegelung durch, um die mehreren Versionen (vgl. 1 12a und 3 12a') an die Hougl Transformationseinrichtung 1 04 auszugeben. Die Ausgabe kann seriell erfolgen, wenn die Hough-Transformationseinrichtung 104 einen Hough-Kern 106 aufweist, oder auch parallel, wenn mehrerer Hough- erne vorgesehen sind. D.h. also, dass je nach Umsetzung die n Versionen des Bildes entweder vollständig parallel, semi-parallel (also nur zum Teil parallel) oder seriell ausgegeben und bearbeitet werden. Die Vorverarbeitung im Pre-Prozessor 102. die dem Zweck dient, mit einem Suchmuster bzw. einer Hough-Kernkonfiguration mehrere ähnliche Muster (steigende und fallende Gerade) zu detektieren, wird nachfolgend anhand des ersten Samples 1 12a erläutert.
Dieses Sample kann beispielsweise gedreht, z.B. um 90° gedreht, werden, um die gedrehte Version 1 12a' zu erhalten. Dieser Vorgang des Drehens ist mit dem Bezugszeichen 1 14 versehen. Hierbei kann die Drehung entweder um 90°, aber auch um 1 80° oder 270° bzw. allgemein um 360°/n erfolgen, wobei angemerkt sei, dass je nach nachgelagerter Hough- Transformation (vgl . Hough-Transformationseinrichtung 104) sehr effizient sein kann, nur eine 90°- Umdrehung durchzuführen. Auf diese Unteraspekte wird Bezug nehmend auf Fig.
2b und 2c eingegangen. Ferner kann das Bild 1 12a auch gespiegelt werden, um die gespiegelte Version 1 12a" zu erhalten. Der Vorgang des Spiegeins ist mit dem Bezugszeichen 1 16 versehen. Das Spiegeln 1 16 entspricht einem rückwärtigen Auslesen des Speichers. Sowohl ausgehend von der gespiegelten Version 1 32a" als auch von der gedrehten Versi- on 1 12a' kann eine vierte Version durch eine gedrehte und gespiegelte Version 1 12a' " erhalten werden, indem entweder der Vorgang 1 14 oder 1 16 durchgeführt wird. Auf Basis der Spiegelung 1 16 können dann zwei ähnliche Muster (z.B. nach, rechts geöffneter Halbkreis und nach links geöffneter Halbkreis) mit derselben Hough-Kemkonfiguration, wie nachfolgenden beschrieben, detektiert werden.
Die Hough-Transformationseinrichtung 104 ist dazu ausgebildet, um in der durch den Pre- Prozessor 102 zur Verfügung gestellten Version 1 12a bzw. 1 12a' (oder 1 12a" bzw. 1 12a"') ein vorbestimmtes gesuchtes Muster, wie z.B. eine Ellipse oder ein Segment einer Ellipse, einen Kreis oder Segment eines Kreises, oder eine Gerade bzw. ein Grabenseg- ment zu detektieren. Hierzu ist die Fiheranordnvvng entsprechend dem gesuchten vorbestimmten Muster konfiguriert. Abhängig von der jeweiligen Konfiguration werden manche der Verzögerungselemente 108a bis 108c bzw. 1 10a bis 1 10c aktiviert oder gebypassed. infolgedessen werden bei Anlegen eines Bildstreifens des zu untersuchenden Bildes 1 12a bzw. 1 12a' an die Transformationseinrichtung 1 04 durch die Verzögerungselemenie 108a bis 108c einige Pixel selektiv verzögert, was einer Zwischenspeicherang entspricht, und andere direkt zur nächsten Spalte 110 weitergeleitet. Durch diesen Vorgang werden dann gekrümmte oder schräge Geometrien„geradegebogen". Abhängig von der eingelesenen Bilddatei 1 12a bzw. 1 32a', bzw., um genau zu sein, abhängig von der von der Bildstruktur der angelegten Zeile des Bildes 1 12a bzw. 1 12a' kommt es zu hohen Spaltensummen in einer der Spalten 108 oder 1 10, während die Spaltensummen in anderen Spalten niedriger sind. Die Spaltensumme wird über den Spaitensummenausgang 108x bzw. I Ox ausgegeben, wobei hier optional ein Additionselement (nicht dargestellt) zur Bildung der Spalten- summe je Spalte 108 oder 1 10 vorgesehen sein kann. Bei einem Maximum einer der Spaltensummen kann auf das Vorhandensein einer gesuchten Bildstruktur oder eines Segments der gesuchten Bildstruktur oder zumindest auf das zugehörige Maß der Übereinstimmung mit der gesuchten Struktur geschlossen werden. Das heißt also, dass je Verarbeitungsschritt der Bildstreifen um ein Pixel bzw. um eine Spalte 108 oder 1 10 weitergeschoben wird, so dass bei jedem Verarbeitungsschritt anhand eines Ausgangshistogramms erkennbar ist, ob eine der gesuchten Strukturen detektiert ist oder nicht, oder ob die Wahrschein- üchkeit des Vorhandenseins der gesuchten Struktur entsprechend hoch ist. In anderen Woren ausgedrückt heißt das, dass das Überschreiten eines Schwellenwerts der jeweiligen Spaltensumme der Spalte 108 oder 1 10 die Detektion eines Segments der gesuchten Bildstruktur anzeigen, wobei jede Spalte 108 oder 1 10 einem gesuchten Muster bzw. einer
Ausprägung eines gesuchten Musters (z.B. Winkel einer Geraden oder Radius eines Kreises) zugeordnet ist. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass für die jeweilige Struktur nicht nur das jeweilige Verzögerungselement 1 10a, 1 10b und 1 10c der jeweiligen Zeile 1 10 maßgeblich ist, sondern insbesondere die vorherigen Verzögerungselemente 108a, 108b und 108c in Kombination mit den nachfolgenden Verzögerun selemenien 1 10a, 1 10b und 1 10c, Entsprechend dem Stand der Technik sind derartige Strukturen bzw. Aktivierungen von Verzögerungselementen bzw. Bypass von vorneherein vorgegeben.
Über die variablen Verzögerungselemente 108a bis 108c bzw. 1 10a bis 10c (Verzöge- rangsei. emente) kann die gesuchte Ausprägung (also z.B. der Radius oder der Anstieg) im laufenden Betrieb angepasst werden. Da die einzelnen Spalten 108 und 1 10 miteinander gekoppelt sind, erfolgt bei Anpassen der Verzögerungszeit eines der Verzögerungselemente 108a bis 108c bzw. 1 10a bis 1 10c eine Veränderung der gesamten Filtercharakteristik des Filters 106. Durch die flexible Anpassung der Filtercharakteristik des Filters 106 der Hough-Transformationseinrichtung 104 ist es möglich, den Transformationskcrn 106 während der Laufeeit anzupassen, so dass beispielsweise dynamische Bildinhalte, wie z.B. für kleine und große Pupillen, mit demselben Hough-Kern 106 erfasst und getrackt werden können. Auf die genaue Implementierung, wie die Verzögerungszeit angepasst werden kann, wird in Fig. 3c eingegangen. Um nun dem Hough-Prozessor 100 bzw. der Transfor- mationseinrichtung 104 mehr Flexibilität zu ermöglichen, sind bevorzugt alle Verzöge- rungselementc 108a, 108b, 108c, 1 10a, 1 10b und/oder 3 10c (oder zumindest eine der genannten) mit einer variablen oder diskret schalibaren Verzögerungszeit ausgeführt, so dass während des Betriebes aktiv zwischen unterschiedlichen zu detektierenden Mustern bzw. zwischen unterschiedlichen Ausprägungen der zu detektierenden Muster hin- und berge- schaltet werden kann.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen ist die Größe des dargestellten Hough- Kerns 104 konfigurierbar (entweder im Betrieb oder vorab), so dass also zusätzliche Hough-Zellen aktiviert oder deaktiviert werden können.
Entsprechend weiteren Ausführangsbeispvelen kann die Transformationseinrichtung 104 mit Mitteln zur Einstellung derselben bzw., um genau zu sein, zur Einstellung der einzelnen Verzögerungselemente 108a bis 108c und 1 10a bis 1 10c, wie z.B. mit einem Controller (nicht dargestellt) verbunden sein. Der Controller ist beispielsweise in einer nachge- schalteten Verarbeitungseinrichtung angeordnet und dazu ausgebildet, um die Verzögerungscharakteristik des Filters 106 anzupassen, wenn kein Muster erkannt werden kann oder wenn die Erkennung nicht ausreichend gut ist (geringe Übereinstimmung des Bildin-
faaltes mit den gesuchten Mustern es Vorhandenseins des gesuchten Musters). Auf diesem Controller wird Bezug nehmend auf Fig. 5a eingegangen.
Das oben genannte Ausführangsbei spiel hat den Vorteil, dass dieses einfach und flexibel zu realisieren ist und insbesondere auch auf einem FPGA implementiert werden kann. Hintergrund hierzu ist, dass die oben beschriebene parallele Hough-Transformation ohne Regressionen auskommt und sozusagen vollständig parallelisiert ist. Deshalb beziehen sich weitere Ausführungsbeispiele auf FPGAs, die zumindest die Hough- Transforrnationseinrichtung 104 und/oder den Pre-Prozessor 102 aufweisen. Bei einer Im- plementierung der oben beschriebenen Vorrichtung auf einem FPGA, z.B. einen XIL1NX Spartan 3A DSP, konnte eine sehr hohe Frame-Rate, von beispielsweise 60 FPS bei einer Auflösung von 640x480, unter Nutzung von einer Taktfrequenz bei 96 MHz erzielt werden, da durch die oben beschriebene Struktur 104 mit der Vielzahl der Spalten 108 und 1 10 eine parallele Verarbeitung bzw. eine sogenannte parallele Hough-Transformation möglich ist.
Fig. 2a und 2b zeigen den Pre-Prozessor 102, der zur Vorverarbeitung des Videodatenstroms 1 12 mit den Frames 1 12a, 1 12b und 1 12c dient. Der Pre-Prozessor 102 ist dazu ausgebildet, die Samples 1 12 als binäre Kantenbilder oder auch als Gradientenbilder zu empfangen und auf Basis dieser die Rotation 114 bzw. die Spiegelung 1 16 durchzuführen, um die vier Versionen 1 12a, 1 12a', 1 12a" und 1 12a'" zu erhalten. Hintergrund hierzu ist, dass typischerweise die parallele Hough-Transformation, wie sie durch die Hougfa- Transformationseinrichtung ausgeführt wird, auf zwei oder vier jeweils vorverarbeiteten, z.B. um 90° versetzten, Versionen eines Bildes 1 12a aufbaut. Wie in Fig. 2b dargestellt ist, erfolgt zuerst eine 90°-Drehung (1 12a zu 112a'), bevor die zwei Versionen 1 12a und 1 12a' horizontal gespiegelt werden (vgl. 1 12a zu 1 12a" und 1 12a' zu 1 12a'"). Um die Spiegelung 1 16 und/oder die Rotation 1 14 durchzuführen, weist der Pre-Prozessor in entsprechenden Ausführungsbeispielen einen internen oder externen Speicher auf, der dazu dient, die empfangenen Bilddateien 1 12 vorzuhalten.
Die Verarbeitung Drehen 1 14 und/oder Spiegeln 1 16 des Pre-Prozessors 102 hängt von der nachgelagerten FIough-Transformationseinrichtung, der Anzahl der parallelen Hough- erne (Parallelisieriingsgrad) und der Konfiguration derselben ab, wie insbesondere Bezug nehmend auf Fig. 2c beschrieben wird. Insofern kann der Pre-Prozessor 102 dazu ausge- bildet sein, um den vorverarbeiteten Videostrom je nach Parallelisierungsgrad der nachgelagerten Hough -Trans formati onseinri chtung 104 entsprechend einer der drei folgenden Konstellationen über den Ausgang 126 auszugeben:
100% Parallelisierung: Simultane Ausgabe von vier Videodatenströmen, nämlich einer nicht-rotierten und nicht-gespiegelten Version 1 12a, einer um 90° rotierten Version 1 12a', und jeweils eine gespiegelte Version 1 12a" und 1 12a'". 50% Parallelisierung; Ausgabe von zwei Videodatenströmen, nämlich nicht-rotiert 1 12a und um 90% gespiegelt 1 12a' in einem ersten Schritt und Ausgabe der jeweils gespiegelten Varianten 1 12a" und 1 12a' " in einem zweiten Schritt.
25% Parallelisierung: jeweils Ausgabe eines Videodatenstroms, nämlich nicht-rotiert 1 12a, um 90° rotiert 1 12a' , gespiegelt 1 12a" und gespiegelt und rotiert 1 12a'" sequenziell.
Alternativ zu obiger Variante wäre es auch denkbar, dass basierend auf der ersten Version drei weitere Versionen allein durch Drehung, also beispielsweise durch Drehung um 90°,
180° und 270°, erstellt werden, auf Basis derer die Hough-Transformation erfolgt.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen kann der Pre-Prozessor 102 dazu ausgebildet sein, auch weitere Bildverarbeitungsschritte, wie z.B. ein Up-Sampling. durchzuführen. Zusätzlich wäre es auch möglich, dass der Pre-Prozessor das Gradientenbild erzeugt. Fin¬ den Fall, dass die Gradientenbilderzeugung Teil der Bildvorverarbeitung wird, könnte das Grauwertbild (Ausgangsbild) im FPGA rotiert werden.
Fig. 2c zeigt zwei Hough-Kerukonilgurationen 128 und 130, z.B. für zwei parallele 3 1x3 1 Hough-Keme, so konfiguriert, um eine Gerade bzw. einen geraden Abschnitt zu erkennen. Des Weiteren ist ein Einheitskreis 132 aufgetragen, um zu illustrieren, in welchen Winkel - bereichen die Detektion möglich ist. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Hough- ernkonftguration 128 und 130 jeweils so zu sehen sind, dass die weißen Punkte die Verzögerungselemente illustrieren. Die Hou gh - Kernkonfi gur ati on 128 entspricht einem sogenannte Typ 1 Hough-Kern, während die Hough-Kernkonfigurati on 130 einem sogenannten Typ 2 Hough-Kern entspricht. Wie an dem Vergleich der zwei Hough- Kernkonfigurationen 128 und 130 zu erkennen ist, stellt der eine die Inverse des anderen dar. Mit der ersten Hough-Kemkonfiguration 128 kann eine Gerade in dem Bereich 1 zwischen 3π/4 und π/2 detektiert werden, während eine Gerade in dem Bereich 3π/2 und 5π/4 (Bereich 2) mittels der Hough-Kernkonfiguration 130 detektierbar ist. Um in den weiteren Bereichen eine Detektion zu ermöglichen, wird, wie oben beschrieben, die Hough- Kernkonfiguration 128 und 130 auf die rotierte Version des jeweiligen Bildes angewendet. Folglich kann dann mittels der Hough-Kernkonfiguration 128 der Bereich lr zwischen π/4 und null und mittels der Hough-Kernkonfiguration 130 der Bereich 2r zwischen π und 3π/4 erfasst werden.
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Alternativ kann bei Einsatz nur eines Hough -Kerns (z.B. eines Typ 1 Hough-Kerns) eine Rotation des BiJdes einmal um 90°, einmal um 180° und einmal um 270° sinnvoll sein, um die oben beschrieben Varianten der Geradenausrichtung zu erfassen. Andererseits kann durch die Flexibilität bei der Konfiguration des Hough-Kerns auch nur ein Hough-Kern- Typ eingesetzt werden, der während des laufenden Betriebs so umkonfiguriert wird bzw. bei dem die einzelne Verzögerungselemente zu- oder abgeschaltet werden können, dass der Hough -Kern dem invertierten Typ entspricht. In anderen Worten ausgedrückt heißt das also, dass bei Einsatz des Pre-Prozessors 102 (im 50% Parallelisierungs-Betrieb) und der konfigurierbaren Hough-Transformationseinri chtung 104 mit nur einem Hough-Kern und mit nur einer Bildrotation die vollständige Funktionalität abbildbar ist, die sonst nur mittels zwei parallelen Hough-Kern abgedeckt werden kann, insofern wird klar, dass die jeweilige Hough-Kernkonfiguration bzw. die Wahl des Hough-Kern-Typs abhängig von dem Pre- Processing, welches durch den Pre-Prozessor 102 durchgeführt wird, ist.
Fig. 3a zeigt einen Hough-Kern 104 mit m Spalten 108, 1 10, 138, 140, 141 und 143 und n Zeilen a, b, c, d, e und f, so dass m x n Zeilen gebildet werden. Die Spalte 108, 1 10, 138, 140, 141 und 143 des Filters steht für eine bestimmte Ausprägung der gesuchten Struktur, z.B. für eine bestimmte Krümmung oder einen bestimmten geraden Anstieg.
Jede Zelle umfasst ein hinsichtlich Verzögerungszeit einstellbares Verzögerungselement, wobei in diesem Ausführungsbeispiel der Einstellmechanismus dadurch realisiert ist, dass jeweils ein schaltbares Verzögerungselement mit einem Bypass vorgesehen ist. Nachfolgend wird anhand von Fig. 3b der Aufbau aller Zelle stellvertretend erläutert. Die Zelle (108a) aus Fig. 3b umfasst das Verzögerungselement 142, einen fernbedienbaren Schalter 144, wie z.B. einen Multipiexer, und einen Bypass 146. Mittels des fernbedienbaren Schalters 144 kann entweder das Zeilensignal über das Verzögerungselement 142 geleitet werden oder unverzögert zu dem Knotenpunkt 148 geführt werden. Der Knotenpunkt 148 ist einerseits mit dem Summenelement 150 für die Spalte (z.B. 108) verbunden, wobei ande- rerseits über diesen Knotenpunkt 148 auch die nächste Zelle (z.B. 1 10a) angebunden ist.
Der Multipiexer 1 4 wird über ein sogenanntes Konfigurationsregister 160 konfiguriert (vgl. Fig. 3a). Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass das hier dargestellte Bezugszeichen 160 sich nur auf einen Teil des Konfigurationsregisters 160 bezieht, welcher direkt mit dem Multipiexer 144 gekoppelt ist. Das Element des Konfigurationsregisters 160 ist dazu ausgebildet, den Multipiexer 144 zu steuern und erhält dazu über einen ersten Informationseingang 160a eine Konfigurationsinformation, die beispielsweise aus einer Konfigurationsmatrize stammt, welche im FPGA-internen BRAM 163 abgelegt ist. Diese Konflgura-
tionsinformation kann ein spaltenweiser Bitstring sein und bezieht sich auf die Konfiguration mehrerer der (auch während der Transformation) konfigurierbaren Verzögerungs- Zellen (142+144). Deshalb kann die Konfigurationsinformation ferner über den Ausgang 160b weitergeleitet werden. Da die Umkonfiguration nicht zu jedem Zeitpunkt des Betrie- bes möglich ist, erhält das Konfigurationsregistex 160 bzw. die Zelle des Konfigurationsregisters 160 ein sogenanntes Enablersignal über einen weiteren Signaleingang 160c, mittels welchem die Umkonfiguration veranlasst wird. Hintergrund hierzu ist, dass die Rekonfigu- ration des Hough- erns eine gewisse Zeit benötigt, die von der Anzahl der Verzögerungselemente bzw. insbesondere von der Größe einer Spalte abhängig ist. Dabei ist für jedes Spaltenelement ein Taktzyklus zugeordnet und es kornrot zu einer Latenz von wenigen Taktzyklen durch den BRAM 163 bzw. die Konfigurationslogik 160. Die Gesamtlatenz zur Rekonfiguration ist für videobasierte Bildverarbeitungen typischerweise vernachlässigbar. Es sei davon ausgegangen, dass in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel die mit einem CMOS-Sensor aufgezeichneten Videodatenströme ein horizontales und vertikales Blanking aufweisen, wobei das horizontale Blanking bzw, die horizontale Blanking-Zeit zur Rekonfiguration genutzt werden kann. Durch diesen Zusammenhang gibt die Größe der in dem FPGA implementierten Hough-Kern- Struktur die maximal mögliche Größe für Hough-Kernkonfigurationen vor. Werden beispielsweise kleinere Konfigurationen genutzt, sind diese vertikal zentriert und in horizontaler Richtung an Spalte 1 der Hough-Kern- Struktur ausgerichtet. Nicht genutzte Elemente der Hough -Kern-Struktur werden allesamt mit aktivierten Verzögerungselementen besetzt.
Die Auswertung der so mit den einzelnen Verzögerungszellen (142+144) bearbeitenden Datenströme erfolgt spaltenweise. Hierzu wird spaltenweise aufsummiert, um ein lokales Summenmaximum zu detektieren, welches eine erkannte gesuchte Struktur anzeigt. Die Summenbildung je Spalte 108, 1 10, 138, 140, 141 und 143 dient dazu, einen Wert, der repräsentativ für das Maß für die Übereinstimmung mit der gesuchten Struktur für eine der jeweiligen Spalte zugeordnete Ausprägung der Struktur zu ermitteln. , Zur Ermittlung der lokalen Maxima der Spaltensummen sind je Spalte 108, 1 10, 138. 140, 141 oder 143 soge- nannte Vergleicher 108v, 1 lOv, 138v, 140v, 141v bzw. 143v vorgesehen, die mit den jeweiligen Summengliedern 150 verbunden sind. Optional können zwischen den einzelnen Vergleichern I08v, HOv, 138v. 140v, 141v, 143v der unterschiedlichen Spalte 108, 1 10, 138. 140, 141 oder 143 auch noch weitere Verzögerungsglieder 153 vorgesehen sein, die zum Vergleich der Spaltensummen von nebeneinanderliegenden Spalten dienen. Im Detail wird bei Durchlauf des Filters immer die Spalte 108, 1 10, 138 oder 140 mit dem größten Maß der Übereinstimmung für eine Ausprägung des gesuchten Musters aus dem Filter herausgereicht. Bei Detektieren eines lokalen Maximums einer Spaltensumme (Vergleich vorherige, nachfolgende Spalte) kann auf das Vorliegen einer gesuchten Struktur geschlos-
sen werden. Das Ergebnis des Vergleichs ist also einen Spaltennummer (ggf. inkl. Spaltensumme = Maß für Übereinstimmung), in welcher das lokale Maximum erkannt wurde bzw. die Ausprägung der gesuchten Struktur steht, z.B. Spalte 138. in bevorzugter Weise um- fasst das Ergebnis einen sogenannten mehrdimensionalen Hough-Raum, der alle relevanten Parameter der gesuchten Struktur, wie z.B. Art des Musters (z.B. Gerade oder Halbkreis), Maß der Übereinstimmung des Musters, Ausprägung der Struktur (Stärke der Krümmung bei Kurvensegmenten bzw. Anstieg und Länge bei Geradensegmenten) und die Lage bzw. Orientierung des gesuchten Musters umfasst. Anders ausgedrückt heißt das, dass für jeden Punkt in dem Hough-Raum die Grauwerte der korrespondierenden Strukturen im Biidbe- reich aufaddiert werden. Infolgedessen bilden sich Maxima aus, mittels welchen die gesuchte Struktur im Hough-Raum einfach lokalisiert und in den Bildbereich zurückgeführt werden kann.
Die Hough-Kern-Zelle aus Fig. 3b kann ein optionales Pipeline-Verzögerungselement 162 (Pipeline-Delay) aufweisen, das beispielsweise am Ausgang der Zelle angeordnet ist und dazu ausgebildet ist, sowohl das mittels des Verzögerungselements 142 verzögerte Signal und das mittels des Bypasses 146 nicht verzögerte Signal zu verzögern.
Wie Bezug nehmend auf Fig. 1 angedeutet, kann eine derartige Zelle auch ein V erzöge - rungseiement mit einer Variabilität aufweisen bzw. eine Vielzahl von miteinander geschalteten und gebypassten Verzögerungselementen umfassen, so dass die Verzögerungszeit in mehreren Stufen einstellbar ist. Insofern wären weitere Implementierungen über die in Fig. 3b dargestellte Implementierung der Hough-Kern-Zelle alternativ denkbar. Nachfolgend wird Bezug nehmend Fig. 5a eine Anwendung der oben beschriebenen Vorrichtung erläutert in einem Bildverarbcitungs-Systern 1000. Fig. 5a zeigt einen FPGA implementierten Bildprozessor 10a mit einem Pre-Prozessor 102 und einer Hough- Transformationseinrichtung 104. Vor dem Pre-Prozessor 102 kann ferner eine Eingangsstufe 12 in den Bildprozessor 10a implementiert sein, die dazu ausgebildet ist, um Bildda- ten oder Bildsample von einer Kamera 14a zu empfangen. Hierzu kann die Eingangsstufe 12 beispielsweise eine Bildübernahmeschnittstelle 12a, einen Segmentations- und Kantendetektor 12b und Mittel zur Kamerasteuerung 12c umfassen. Die Mittel zur Kamerasteuerung 12c sind mit der Bildschnittstelle 12a und der Kamera 14 verbunden und dienen dazu Faktoren wie Verstärkung und/oder Belichtung zu steuern.
Der Bildprozessor 10a umfasst des Weiteren einen sogenannten Hough-Feature-Extraktor 16, der dazu ausgebildet ist, den mehrdimensionalen Hough-Raum, der durch die Hough- Transformationseinrichtung 1.04 ausgegeben wird und alle relevanten Informationen für
die Mustererkennung umfasst, zu analysieren und auf Basis des Analyseergebnisses eine Zusammenstellung aller Hough-Features auszugeben. Im Detail erfolgt hier eine Glättung der Hough-Feature-Räume, d.h. also eine räumliche Glättung mittels eines lokalen Filters bzw. eine Ausdünnung des Hough-Raums (Unterdrückung nicht relevanter Informationen für die Mustererkennung) . Diese Ausdünnung erfolgt unter Berücksichtigung der Art des Musters und der Ausprägung der Struktur, so dass Nicht-Maxima im Hough- Wahrscheinlichkeitsraum ausgeblendet werden. Ferner können für die Ausdünnung auch Schwellwerte definiert sein, so dass beispielsweise minimal oder maximal zulässige Ausprägungen einer Struktur, wie z.B. eine minimale oder maximale Krümmung oder ein kleinster oder größter Anstieg, im Vorfeld bestimmt werden kann. Mittels dieser schwellenbasierten Unterdrückung kann auch eine Rauschunterdrückung im 1 lough- Wahrscheinlichkeitsraum erfolgen.
Die analytische Rücktransformation der Parameter aller verbleibenden Punkte in dem Ori- ginalbildbereich ergibt z.B. folgende Hough-Features: Für die gebogene Struktur können Lage (x- und y- oordinate), Auftrittswahrscheinlichkeit, Radius und Winkel, der angibt, in welche Richtung der Bogen geöffnet ist, weitergeleitet werden. Für eine Gerade können Parameter wie Lage (x- und y-Koordinate), Auftrittswahrscheinlichkeit, Winkel der die Steigung der Gerade angibt, und Länge des repräsentativen geraden Abschnitts ermittelt werden. Dieser ausgedünnte Hough-Rautn wird durch den FIough-Feature-Extraktor 16 bzw. allgemein durch den Bildprozessor 10a zur Weiterverarbeitung an eine Nachverarbeitungseinrichtung 18 ausgegeben.
Diese Nachverarbeitungseinrichtung kann beispielsweise als eingebetteter Prozessor reali- siert sein und je nach Anwendung unterschiedliche Untereinheiten aufweisen, die nachfolgend exemplarisch erläutert werden. Die N achverarbeitungseinri chtung 18 kann einen Hough-Feature-nach-Geometrieumwandler 202 umfassen. Dieser Geometrieumwandler 202 ist dazu ausgebildet, ein oder mehrere vordefinierte gesuchte Muster, die durch den Hough-Feature-Extraktor ausgegeben werden, zu analysieren und die Geometrie beschrei- bende Parameter je Sample auszugeben. So kann der Geometrieumwandler 202 beispielsweise ausgebildet sein, auf Basis der delektierten Hough-Features Geometrieparameter, wie z.B. erster Durchmesser, zweiter Durchmesser, Kippung und Position des Mittelpunkts bei einer Ellipse (Pupille) oder eines Kreises, auszugeben. Entsprechend einem bevorzugten Ausführungsbeispiel dient der Geometrieumwandler 202 dazu, um eine Pupille anhand von 2 bis 3 Hough-Features (z.B. Krümmungen) zu detektieren und auszuwählen. Dabei fließen Kriterien, wie das Maß der Übereinstimmung mit der gesuchten Struktur bzw. der Hough-Features, die Krümmung der Hough-Features bzw. das vorbestimmte zu delektierende Muster, die Lage und Orientierung der Hough-Features ein. Die ausgewählten
Hough-Feature-Kombinationen werden sortiert, wobei in der ersten Linie die Sortierung entsprechend der Anzahl der erhaltenen Hough-Features und in zweiter Linie nach dem Mai3 der Übereinstimmung mit der gesuchten Struktur erfolgt. Nach dem Sortieren wird die an der ersten Stelle stehende Hough-Fcature -Kombination ausgewählt und daraus die Ellipse gefittet, welche am ehesten die Pupille im Kamerabüd repräsentiert.
Des Weiteren umfasst die Nachverarbeitungseinrichtung 18 einen optionalen Controller 204, der dazu ausgebildet ist, ein Steuersignal zurück an den Bildprozessor 10a (vgl. Steuerkanal 206) bzw., um genau zu sein, zurück an die Hough-Transformationseinrichtung 104 auszugeben, auf Basis dessen die Filtercharakteristik des Filters 106 anpassbar ist. Zur dynamischen Anpassung des Filterkerns 106 ist der Controller 204 typischerweise mit dem Geometrieumwandler 202 verbunden, um die Geometrieparameter der erkannten Geometrie zu analysieren und um den Hough-Kern i definierten Grenzen derart nachzuführen, dass eine genauere Erkennung der Geometrie möglich ist. Dieser Vorgang ist ein sukzessi- ver Vorgang, der beispielsweise mit der letzten Flough -Ke nkonfi guration (Größe des zuletzt genutzten Hough-Kerns) beginnt und nachgeführt wird, sobald die Erkennung 202 unzureichende Ergebnisse liefert. Am oben diskutierten Beispiel der Pupillen bzw. Ellip- sendetektion kann also der Controller 204 die Ellipsengröße anpassen, die z.B. von dem Abstand zwischen dem aufzunehmenden Objekt und der Kamera 14a abhängig ist, wenn die zugehörige Person sich der Kamera 14a nährt. Die Steuerung der Filtercharakteristik erfolgt hierbei auf Basis der letzten Einstellungen und auf Basis der Geometrieparameter der Ellipse.
Entsprechend weiteren Aasführungsbeispiel en kann die Nachverarbeitwngseinrichtung 18 einen Selektiv-adaptiven Datenprozessor 300 aufweisen. Der Datenprozessor hat den Zweck Ausreißer und Aussetzer innerhalb der Datenreihe nachzubearbeiten, um so beispielsweise eine Glättung der Datenreihe durzuführen. Deshalb ist der Selektiv-adaptive
Datenprozessor 300 ausgebildet, um mehrere Sätze von Werten, die durch den Geometrieumwandler 202 ausgegeben werden, zu empfangen, wobei jeder Satz einem jeweiligen Sarnple zugewiesen ist. Der Filterprozessor des Datenprozessors 300 führt auf Basis der mehreren Sätze eine Selektion von Werten in der Art durch, dass die Datenwerte unplau- siblc Sätze (z. B. Ausreißer oder Aussetzer) durch intern ermittelte Datenwerte (Ersatzwerte) ersetzt werden und die Datenwerte der übrigen Sätze unverändert weiterverwendet werden. Im Detail werden die Datenwerte plausibler Sätze (die keine Ausreißer oder Aus- setzer enthalten) weitergeleitet und die Datenwerte unplausibler Sätze (die Ausreißer oder Aussetzer enthalten) durch Datenwerte eines plausiblen Satzes, z. B. den vorherigen Datenwert oder eine Mittelung aus mehreren vorherigen Datenwerten, ersetzt. Die sich ergebende Datenreihe aus weitergeleiteten Werten und ggf. Ersatzwerten wird dabei fortlau-
fend geglättet. D.h. also, dass eine adaptive zeitliche Glättung der Datenreihe (z. B. einer ermittelten Ellipsenmittelpunktskoordinate), z. B. nach dem Prinzip der exponentiellen
Glättung. erfolgt, wobei Aussetzer oder Ausreißer (z. B. infoige Falschdetektion bei der Pupillendetektion) in der zu glättenden Datenreihe nicht zu Schwankungen der geglätteten Daten führen. Im Detail kann der Datenprozessor über den Datenwert eines neu eingegangenen Satzes glätten, wenn er nicht in eine der folgenden Kriterien fällt:
Entsprechend dem dazu gehörigen Maß der Übereinstimmung, die durch einen der
Zusatzwertes des Satzes quantifiziert ist, mit der gesuchten Struktur handelt es sieh um einen Aussetzer in der Datenreihe.
Entsprechend der zugehörigen Größenparameter oder Geometrieparameter handelt es sich um einen Aussetzer, wenn z. B. die Größe des aktuellen Objekts zu stark von der
Größe des vorherigen Objekts abweicht.
Entsprechend eines Vergleichs des aktuellen Datenwertes mit Schwell werten, die basierend auf den vorhergehenden Datenwerten ermittelt wurden, handelt es sich um einen Ausreißer, wenn der aktuelle Daten wert (z. B. der aktuelle Positionswert) nicht zwischen den Schwell werten liegt. Ein anschauliches Beispiel dafür ist, wenn z. B. die aktuelle Posi- tionskoordinate (Datenwert des Satzes) eines Objektes zu stark von der zuvor vom selektiv adaptiven Datenprozessor ermittelten i'osi ionskoordinate abweicht.
Ist eines dieser Kriterien erfüllt, wird weiterhin der vorherige Wert ausgegeben oder zumindest zur Glättung des aktuellen Werts herangezogen. Um eine möglichst geringe Ver- zögerung bei der Glättung zu erhalten, werden optional die aktuellen Werte stärker gewichtet als vergangene Werte. So kann bei Anwendung einer exponentiellen Glättung der aktuelle Wert anhand folgender Formel bestimmt werden:
Aktuell geglätteter Wert = aktueller Wert x Glättungskoeffizient + letzter geglätteter Wert x (1 - Glättungskoeffizient)
Der Glättungskoeffizient wird in definierten Grenzen dynamisch an den Trend der zu glättenden Daten angepasst, z.B. Verringerung bei eher konstanten Werteverläufen oder Erhöhung bei aufsteigenden oder abfallenden Werteverläufen. Wenn langfristig ein größerer Sprung bei den zu glättenden Geometrieparametern (Ellipsenparametern) vorkommt, passen sich der Datenprozessor und somit auch der geglättete Werteverlauf an den neuen Wert an. Grundsätzlich kann der Selektiv -adaptive Datenprozessor 300 auch mittels Parameter, z.B. bei der Initialisierung konfiguriert werden, wobei über diese Parameter das Glättungs-
verhalten, x, B. maximale Dauer eines Aussetzers oder maximaler Glättungsfaktor, festgelegt werden.
So kann der Selektiv-adaptive Datenprozessor 300 oder allgemein die Nachverarbeitungs- Vorrichtung 1 8 plausible, die Position und Geometrie eines zu erkennenden Musters beschreibende Werte mit hoher Genauigkeit ausgeben. Hierzu weist die Nachverarbeitungsvorrichtung eine Schnittstelle 1 8a auf, über die optional auch Steuerbefehle von extern empfangen werden können. Sollen mehrere Datenreihen geglättet werden, ist es sowohl denkbar, für jede Datenreihe einen separaten selektiv-adaptiven Datenprozessor zu benut- zen oder den selektiv-adaptiven Datenprozessor so anzupassen, dass je Satz Datenwerte unterschiedlicher Datenreihen verarbeitete werden können.
Nachfolgend werden die oben anhand von einem konkreten Ausfuhrungsbeispiel erläuterten Eigenschaften des selektiv-adaptiven Datenprozessor 300 allgemein beschrieben:
Der Datenprozessor 300 kann z. B. zwei oder mehr Eingänge sowie einen Ausgang aufweisen. Einer der Eingänge (empfängt den Datenwert und) ist für die Datenreihe die verarbeitet werden soll. Der Ausgang ist eine geglättete Reihe basierend auf selektierten Daten. Zur Selektion werden die weiteren Eingänge (die Zusatzwerte zur genaueren Beurteilung des Datenwertes empfangen) herangezogen und/oder die Datenreihe selbst. Bei der Verar- beitung innerhalb des Datenprozessor 300 erfolgt eine Veränderung der Datenreibe, wobei zwischen der Behandlung von Ausreißern und der Behandlung von Aussetzern innerhalb der Datenreihe unterschieden wird.
Ausreißer: Bei der Selektion werden Ausreißer (innerhalb der zu verarbeitenden Datenrei- he) aussortiert und durch andere (intern ermittelte) Werte ersetzt.
Aussetzer: Zur Beurteilung der Güte der zu verarbeitenden Datenreihe werden ein oder mehrere weitere Eingangssignale (Zusatzwerte) herangezogen. Die Beurteilung erfolgt anhand eines oder mehrerer Schwcllwerte, wodurch die Daten in„hohe" und ..geringe" Güte unterteilt werden. Daten geringer Güte werden als Aussetzer bewertet und durch andere (intern ermittelte) Werte ersetzt.
Im nächsten Schritt erfolgt beispielsweise eine Glättung der Datenreihe (z.B. exponentielie Glättung einer Zeitreihe). Zur Glättung wird die von Aussetzern und Ausreißern bereinigte Datenreihe herangezogen. Die Glättung kann durch einen variablen (adaptiven) Koeffizienten erfolgen. Der GJättuiigskoeffizient wird an die Differenz des Pegels der zu verarbeitenden Daten angepasst.
Entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen ist es auch möglich, dass die Nachverarbei- tungsvorrichtung 1 8 einen Bildanalysator. wie z.B. einen 3 -Biidanalysator 400 umfasst. Im Falle eines 3D-Bildanalysators 400 kann mit der Nachverarbeitungsvorrichtung 18 auch eine weitere Bilderfassungseinrichtung, bestehend aus Bildprozessor 10b und Kamera 14b, vorgesehen sein. Also bilden die zwei Kameras 14a und 14b sowie die Bildprozessoren 10a und 10b eine stereoskopische Kameraanordming, wobei be voraigterwei se der Bildprozessor 10b identisch mit dein Bildprozessor 10a ist.
Der 3D-Bildanalysator 400 ist dazu ausgebildet, um zumindest einen ersten Satz von Bild- daten, der auf Basis eines ersten Bildes (vgl. Kamera 14a) bestimmt wird, und einen zweiten Satz von Bilddaten, der auf Basis eines zweiten Bildes (vgl. Kamera 14b) bestimmt wird, zu empfangen, wobei das erste und das zweite Bild ein Muster aus unterschiedlichen Perspektiven abbilden, und um auf Basis dessen einen Blickwinkel bzw. einen SD- Blickvektor zu berechnen. Hierzu umfasst der 3D-Bildanalysator 400 eine Positionsbe- rechnungseinrichtung 404 und eine Ausrichtungsberechnungseinnchtung 408. Die Positi- onsberechnungseinrichtung 404 ist dazu ausgebildet, um eine Position des Musters in einem dreidimensionalen Raum basierend auf dem ersten Satz, dem zweiten Satz und einer geometrischen Beziehung zwischen den Perspektiven bzw. der ersten und der zweiten Kamera 14a und 14b zu berechnen. Der Ausrichtungsberechner 408 ist dazu ausgebildet, um einen 3D-Blickvektor, z.B. eine Blickrichtung, zu berechnen, gemäß dem das erkannte Muster in dem dreidimensionalen Raum ausgerichtet ist, wobei die Berechnung auf dem ersten Satz, dem zweiten Satz und der berechneten Position (vgl. P o sitionsberechner 404) basiert. Hierzu kann beispielsweise ein sogenanntes 3 D- amerasystemmodel 1 hinzugezogen werden, das beispielsweise in einer Konfigurationsdatei alle Modellparameter, wie Lageparameter, optische Parameter (vgl. Kamera 14a und 14b) gespeichert hat.
Nachfolgend wird nun ausgehend von dem Beispiel der Pupillenerkennung die Gesamt- funktionalität des 3D-Bildanalysators 400 im Detail beschrieben. Das in dem 3D- Biidanalysator 400 gespeicherte oder eingelesene Modell umfasst Daten hinsichtlich der Kameraeinheit, d.h. hinsichtlich des Kamerasensors (z.B. Pixelgröße, Sensorgröße und Auflösung) und verwendeter Objektive (z.B. Brennweite und Ob] ekti wer ze i chnung) , Daten bzw. Charakteristiken des zu erkennenden Objekts (z.B. Charakteristika eines Auges) und Daten hinsichtlich weitere relevanter Objekte (z.B. eines Displays im Falle der Nutzung des Systems 1000 als Eingabegerät).
Der 3D-Positionsberechner 404 berechnet die Augervposition bzw. den Pupiilenmitteipunkt auf Basis der zwei oder auch mehreren Kamerabilder (vgl, 14a und 14b) durch Triangulation. Hierzu bekommt er 2D-Koordinaten eines Punktes in den zwei Kamerabildern (vgl. 14 a und 14b) über die Prozesskette aus Bildprozessoren 10a und 10b, Geometrieumwand- 1er 202 und Selektiv-adaptiver Datenprozessor 300 zur Verfügung gestellt. Aus den über- gebenen 2D-Koordinaten werden mithilfe des 3 D-Kameramodells insbesondere unter Berücksichtigung der optischen Parameter für beide Kameras 10a und 10b die Lichtstrahlen berechnet, die den 3D-Punkt als 2D-Punkt auf dem Sensor abgebildet haben. Der Punkt der zwei Geraden mit dem geringsten Abstand zueinander (im Idealfall der Schnittpunkt der Geraden) wird als Position des gesuchten 3 D-Punktes angenommen. Diese 3D-Position wird zusammen mit einem Fehlermaß, das die Genauigkeit der übergebenen 2D- Koordinaten in der Verbindung mit den Modellparametern beschreibt, entweder über die Schnittstelle 18a als Ergebnis ausgegeben oder an den Blickrichtungsberechner 408 übergeben.
Auf Basis der Position im 3 D -Raum kann der Blickwinkelberechner 408 die Blickrichtung aus zwei ellipsenförmigen Projektionen der Pupille auf die Kamerasensoren ohne Kalibrierung und ohne Kenntnis Über den Abstand zwischen den Augen und Kamerasystem bestimmen. Hierzu nutzt der Blickrichtungsberechner 408 neben der 3D-Lageparameter der Bildsensoren die El 1 i p senparam eter , die mittels des Geometrieanalysators 202 ermittelt sind und die mittels des Positionsberechners 404 bestimmte Position. Aus der 3D-Position des Pupillenmittelpunkts und der Lage der Bildsensoren werden durch Drehung der realen Kameraeinheiten virtuelle Kameraeinheiten berechnet, deren optische Achse durch den 3D-Pupiilenmittelpunkt verläuft. Anschließend werden jeweils aus den Projektionen der Pupille auf den realen Sensoren Projektionen der Pupille auf die virtuellen Sensoren berechnet, so dass zwei virtuelle Ellipsen entstehen. Aus den Parametern der virtuellen Ellipse können die beiden Sensoren jeweils zwei Blickpunkte des Auges auf einer beliebigen zur jeweiligen virtuellen Sensorebene parallelen Ebene berechnet werden. Mit den vier Blickpunkten und den 3D-Pupillenmittelpunktcn lassen sich vier Blickrichtungsvektoren berechnen, also jeweils zwei Vektoren pro Kamera. Von diesen vier möglichen Blickrichtungsvektoren ist immer genau einer der einen Kamera mit einem der anderen Kamera annähernd identisch. Die beiden identischen Vektoren geben die gesuchte Blickrichtung des Auges (gaze direction) an, die dann vom Blickrichtungsberechner 404 über die Schnittstelle 1 8a ausgegeben wird.
Ein besonderer Vorteil in dieser 3D-Berechnung Hegt darin, dass eine berührungslose und vollständige kalibrierungsfreie Ermittlung der 3D- Augenposition d ckrichtung und der Pupillengröße unabhängig von der Kenntnis über die Lage des Auges zu der Ka-
rnera möglich ist. Eine analytische Bestimmung der 3D~Augenposition und SD- Blickrichtung unter Einbeziehung eines 3D-Raummodells ermöglicht eine beliebige Kameraanzahl (größer 1 ) und beliebige Kameraposition im 3 D-Raum. Die kurze Latenzzeit mit der gleichzeitig hohen Frame-Rate ermöglicht eine Echtzeitfähigkeit des beschriebenen Systems 1000. Ferner sind auch die sogenannten Zeitregime fest, so dass die Zeitdifferenzen zwischen aufeinanderfolgenden Ergebnissen konstant sind.
Entsprechend einer alternativen Variante ist es auch möglich mit nur einer Kamera ebenfalls eine Blickrichtungsbestimmung durchzuführen, wie nachfolgend anhand von Fig. 5b erläutert.
In der bisherigen Beschreibung zum„3D-Bildanalysator", weiche das Verfahren zum ka- librationsfreien Eyetracking umfasst, wurden bisher mindestens 2 Kamerabilder aus unterschiedlichen Perspektiven vorausgesetzt. Bei der Berechnung der Blickrichtung gibt es eine Stelle, an der pro Kamerabüd genau 2 mögliche Bl i ckri chtungs vektoren ermittelt werden, wobei jeweils der zweite Vektor einer Spiegelung des ersten Vektors an der Verbindungslinie zwischen Kamera und Pupillenmittelpunkt entspricht. Von den beiden Vektoren, die sich aus dem anderen Kamerabild ergeben, stimmt genau ein Vektor nahezu mit einem aus dem ersten Kamerabild berechneten Vektor überein. Diese übereinstimmenden. Vektoren geben die zu ermittelnde Blickrichtung an.
Um das kalibrations freie Eyetracking auch mit einer Kamera durchführen zu können, muss von den beiden möglichen Blickrichtungsvektoren, im Folgenden als„vi" und„v2" bezeichnet, die aus dem Kamerabüd ermittelt werden, der tatsächliche Blickrichtungsvektor (im Folgenden als„vb" bezeichnet) ausgewählt werden.
Dieser Vorgang wird anhand von Fig. 5b erläutert. Fig. 5b zeigt den sichtbarer Teil des Augapfels (grün umrandet) mit der Pupille und den beiden möglichen Blickrichtungen vi und v2.
Zur Auswahl der Blickrichtung„vb" gibt es mehrere Möglichkeiten, die einzeln oder auch in Kombination genutzt werden können, um den tatsächlichen Blickrichtungsvektor auszuwählen. Einige dieser Möglichkeiten (die Auflistung ist nicht abschließend.) werden nachfolgend erläutert, wobei davon ausgegangen wird, dass vi und v2 (vgl, Fig. 5a) zum Zeitpunkt dieser Auswahl bereits ermittelt worden sind:
Entsprechend einer ersten Möglichkeit kann eine(die weiße Lederhaut um die Iris) im Kamerabüd erfolgen. Es werden 2 Strahlen (beginnen beim Pupillenmittelpunkt und sind un-
endlich lang) definiert, einer in Richtung von vi und einer in Richtung von v2. Die beiden Strahlen werden in das Kamerabild des Auges projiziert und verlaufen dort jeweils vom Pupillenmittelpunkt zum Bildrand. Der Strahl, der weniger zur Sklera gehörende Pixel überstreicht, gehört zum tatsächlichen Blickrichtungsvektor vb. Die Pixel der Sklera unter- scheiden sich durch ihren Grauwert von denen der an sie grenzenden Iris und von denen der Augenlieder. Diese Methode stößt an ihre Grenzen, wenn das zum aufgenommenen Auge gehörende Gesicht zu weit von der Kamera abgewendet ist (also der Winkel zwischen optischer Achse der Kamer und dem senkrecht auf der Gesichtsebene stehenden Vektor zu groß wird).
Entsprechend einer zweiten Möglichkeit kann eine Auswertung der Lage des Pupillenmittelpunktes innerhalb der Augenöffnung erfolgen. Die Lage des Pupillenmittelpunktes innerhalb des sichtbaren Teils des Augapfels bzw. innerhalb der Augenöffnung kann zur Auswahl des tatsächlichen Blickrichtungsvektors genutzt werden. Eine Möglichkeit dazu ist, 2 Strahlen (beginnen beim Pupillenmittelpunkt und sind unendlich lang) zu definieren, einer in Richtung von vi und einer in Richtung von v2. Die beiden Strahlen werden in das Kamerabild des Auges projiziert und verlaufen dort jeweils vom Pupillenmittelpunkt zum Bildrand. Entlang beider Strahlen im Kamerabild wird jeweils die Distanz zwischen Pupillenmittelpunkt und dem Rand der Augenöffnung (in Fig.5b grün eingezeichnet) ermittelt. Der Strahl, für den sich die kürzere Distanz ergibt, gehört zum tatsächlichen Blickrichtungsvektor. Diese Methode stößt an ihre Grenzen, wenn das zum aufgenommenen Auge gehörende Gesicht zu weit von der Kamera abgewendet ist (also der Winkel zwischen optischer Achse der Kamer und dem senkrecht auf der Gesichtsebene stehenden Vektor zu groß wird).
Entsprechend einer dritten Möglichkeit kann eine Auswertung der Lage des Pupillenmittelpunktes zu einem Referenzpupillenmittelpunkt erfolgen. Die Lage des im Kamerabild ermittelten PupU enmittelpunktcs innerhalb des sichtbaren Teils des Augapfels bzw. innerhalb der Augenöffnung kann zusammen mit einem Referenzpupillenmittelpunkt zur Aus- wähl des tatsächlichen Blickrichtungsvektors genutzt werden. Eine Möglichkeit dazu ist, 2 Strahlen (beginnen beim Pupillenmittelpunkt und sind unendlich lang) zu definieren, einer in Richtung von vi und einer in Richtung von v2. Die beiden Strahlen werden in das Kamerabild des Auges projiziert und verlaufen dort jeweils vom Pupillenmittelpunkt zum Bildrand. Der Referenzpupillenmittelpunkt innerhalb der Augenöffnung entspricht dem Pupillenmittelpunkt, wenn das Auge direkt in Richtung des Kamerasensormittelpunktes der zur Bildaufnahme eingesetzten Kamera schaut. Derjenige in das Kamerabild projizierte Strahl, welcher im Bild den geringsten Abstand zum Referenzpupillenmittelpunkt hat, gehört zum tatsächlichen Blickrichtungsvektor. Zur Ermittlung des Referenzpupi 11 enmittel -
unktes gibt es mehrere Möglichkeiten, von denen einige im Folgenden beschrieben, werden:
Möglichkeit 1 (spezieller Anwendungsfall): Der Rcfercnzpupillenmittelpunkt ergibt sieh aus dem ermittelten Pupillenmittelpunkt, in dem Fall, in dem das Auge direkt in Richtung des Kamerasensormittelpunktes schaut. Dies ist gegeben, wenn die Pupillenkontur auf der virtuellen Sensorebene (siehe Beschreibung zur Blickrichtungsberechnung) einen Kreis beschreibt, Möglichkeit 2 (allgemeiner Anwendungsfall): Als Schätzung der Position des Referenzpu- pillenmittelpunktes kam der Schwerpunkt der Fläche der Augenöffnung genutzt werden. Diese Methode der Schätzung stößt an ihre Grenzen, wenn die Ebene, in der das Gesicht liegt, nicht parallel zur Sensorebene der Kamera liegt. Diese Einschränkung kann kompensiert werden, wenn die Neigung der Gesichtsebene zur Kamerasensorebene bekannt ist (z. B. durch eine vorher ausgef hrte Bestimmung der Kopfposition und -ausrichtung) und diese zur Korrektur der Position des geschätzten Re fereiv/pupi Henrni Uel punktes genutzt wird.
Möglichkeit 3 (allgemeiner AnwendungsfalJ): Wenn die SD-Position des Augenmittel- punktes zur Verfügung steht, kann eine Gerade zwischen 3D-Augenmittelpunkt und virtuellem Sensormittelpunkt bestimmt werden und deren Schnittpunkt mit der Oberfläche des Augapfels. Der Referenzpupillenmittelpunkt ergibt sich aus der ins Kamerabild umgerechneten Position dieses Schnittpunktes. Entsprechend weiteren Ausfuhrungsbeispielen kann anstelle des FPGAs 10a und 10b ein ASIC (anwendungsspezifischer Chip) eingesetzt werden, der sich besonders bei hohen Stückzahlen sehr kostengünstig zu realisieren ist. In Summe lässt sich jedoch feststellen, dass unabhängig von Implementierung des Hough-Prozessors 10a und 10b ein geringer Energieverbrauch durch die sehr effiziente Verarbeitung und den damit verbundenen ge- ringen System taktbedarf erzielt werden kann.
Trotz dieser Merkmale bleibt der hier eingesetzte Ho ugh- Prozessor bzw. das auf dem Hough-Prozessor ausgeführte Verfahren sehr robust und störunanfällig. Es sei an dieser
Stelle angemerkt, dass der in Fig. 1 erläuterte Hough-Prozessor 100 in unterschiedlichen Kombinationen, in unterschiedlichen Kombinationen mit unterschiedlich insbesondere in Hinblick auf Fig. 5 vorgestellten Merkmalen eingesetzt werden kann.
Anwendungen des H ou gh -Prozessors gemäß Fig. 1 sind z.B. Sekundenschlafwamer bzw. Müdi gkeitsdetektoren als Fahrassistenzsysteme im automobilen Bereich (bzw. allgemein bei sicherheitsrelevanten Menschmaschineschnittstellen), Hierbei kann durch Auswertung der Augen (z.B. Verdeckung der Pupille als Maß für den Öffnungsgrad) und unter Berück - sichtigung der Blickpunkte und des Fokus ein bestimmtes Müdigkeitsmuster detektiert werden. Weiter kann der Hough-Prozessor bei Eingabegeräten bzw. Eingabeschnittstellen für technische Geräte zum Einsatz kommen; hier werden dann Augenposition und Blickrichtung als Inputparameter genutzt. Eine konkrete Anwendung wäre hierbei die Unterstützung des Nutzers beim Anschauen von Bildschirminhalten, z.B. beim Hervorheben von bestimmten fokussierten Bereichen. Derartige Anwendungen sind im Bereich des assisted iiving, bei Computerspielen, bei Optimierung von 3D-Visualisierung durch Einbeziehung der Blickrichtung, bei Markt- und Medienidrschimg oder bei ophthalmo lo gi sehen Diagnostiken und Therapien besonders interessant. Wie oben bereits angedeutet, ist die Implementierung des oben vorgestellten Verfahrens plattformunabhängig, so dass das oben vorgestellte Verfahren auch auf anderen Einheiten, wie z.B. einem PC ausgeführt werden kann. Also bezieht sich ein weiteres Ausführungsbeispiel auf ein V erfahren für die Hough-Verarbeitung mit den Schritten Verarbeiten einer Mehrzahl von Samples, die jeweils ein Bild aufweisen, unter Verwendung eines Pre- Prozessors, wobei das Bild des jeweiligen Samples gedreht und/oder gespiegelt wird, so dass eine Mehrzahl von Versionen des Bildes des jeweiligen Samples für jedes Sample ausgegeben wird und des Erfassens vorbestimmten Musters in der Mehrzahl von Sampeln auf Basis der Mehrzahl von Versionen unter Verwendung einer Hough- Transformationseinrichtung, die einen Verzögerungsfilter mit einer Filtercharakteristik aufweist, dessen Filtercharakteristik abhängig von dem ausgewählten vorbestimmten Mustersatz eingestellt wird.
Auch wenn der obigen Ausführungen im Zusammenhang mit der anpassbaren Charakteristik immer von einer Filtercharakteristik gesprochen wurde, sei an dieser Stelle angemerkt, dass entsprechend weiteren Ausführungsbeispielen die anpassbare Charakteristik sich auch auf die Nachverarbeitungsscharakteristik (Biegungs- oder Verzerrungscharakteristik) bei einer schnellen 21) Korrelation beziehen kann. Diese Implementierung wird anhand von Fig. 4a bis Fig. 4d erläutert. Fig. 4a zeigt eine Verarbeitungskette 1 000 einer schnellen 2D Korrelation. Die Verarbeh tungskette der 2D Korrelation umfasst zumindest die Funktionsblöcke 1 105 zur 2D- Biegung und 1 1 1 0 zur Verschmelzung. Das Vorgehen bei der 2D-Biegung ist in Fig. 4b illustriert. Fig. 4h ziert exemplarische Zusammen Stellung an Templates. Wie auf Basis
dieser Verarbeitungskette 1000 ein Hough-Feature extrahiert werden kann, wird anhand von Fig. 4c zusammen mit Fig. 4d deutlich. Fig. 4c zeigt die pixelweise Korrelation mit n Templates veranschaulicht (in diesem Falle beispielsweise für Geraden unterschiedlicher Steigung) zur Erkennung der Ellipse 1 1 15, während Fig. 4d das Ergebnis der pixelweisen Korrelation zeigt, wobei typischerweise über die n Ergebnisbilder noch eine Maximumsuche erfolgt. Jedes Ergebnisbild enthält pro Pixel ein Houghfeature. Nachfolgend wird diese Hough- Verarbeitung im Gesamtkontext erläutert.
Im Gegensatz zur Umsetzung mit einem Verzögerungsfilter mit anpassbarer Charakteristik (Implementierung optimiert für parallele FPGA Strukturen) würde bei der hier dargestellten Hough- Verarbeitung, welche insbesondere für eine PC-basierte Umsetzung prädestiniert ist, ein Teil der Verarbeitung durch eine andere Vorgehensweise ausgetauscht werden, Bisher war es so, dass quasi jede Spalte des Verzögerungsfilters für eine gesuchte Struktur steht (z. B. Geradenabschnitte unterschiedlicher Steigung). Beim durchlaufen des Filters ist die Spaltennummer mit dem höchsten Summenwert maßgeblich. Dabei steht die Spaltennummer für eine Ausprägung der gesuchten Struktur und der Summenwert gibt ein Maß für die Übereinstimmung mit der gesuchten Struktur an.
Bei der PC-basierten Umsetzung wird der erzö gerungsfilter durch schnelle 2D Korrelation ersetzt. Der bisherige Verzögerungsftlter ist je nach Große in der Lage n Ausprägungen eines bestimmten Musters abzubilden. Diese n Ausprägungen werden als Template im Speicher hinterlegt. Anschließend wird das vorverarbeitete Bild (z, B. binäres Kantenbild oder Gradientenbild) pixelweise durchlaufen. An jeder Pixelposition werden jeweils alle abgelegten Templates mit dem darunterliegenden Bildinhalt (entsprechend einer Nachverarbeitungscharakteristik) abgeglichen (es wird sozusagen die Umgebung der Pixelposition (in Größe des Templates) ausgewertet). Dieses Vorgehen wird in der digitalen Bildverarbeitung auch als Korrelation bezeichnet. Man erhält also für jedes Template einen Korrela- tionswert - also ein Maß für die Übereinstimmung - mit dem darunterliegenden Bildinhalt, Diese entsprechen sozusagen den Spaltensummen aus dem bisherigen Verzögerungsfilter. Nun entscheidet man sich (pro Pixel) für das Template mit dem höchsten Korrelationswert und merkt sich dessen Templatenummer (die Templatenummer beschreibt die Ausprägung der gesuchten Struktur, z. B. Steigung des Geradenabschnitts) .
Man erhält also pro Pixel einen Korrelationswert und eine Templatenummer. Dadurch lässt sich ein Houghfeature, wie es bereits erläutert, vollständig beschreiben.
Es sei noch angemerkt, dass die Korrelation der einzelnen Templates mit dem Bildinhalt sowohl im Orts- als auch im Frequenzbereich durchgeführt werden kann. Das heißt, dass das Eingangsbild zunächst jeweils mit allen n Templates korreliert wird. Man erhält n Kr- gebnisbiider. Legt man diese Ergebnisbilder übereinander (wie einen Quader) wurde man pro Pixel nach dem höchsten Korrelationswert suchen (über alle Ebenen), Dabei stehen dann einzelne Ebenen innerhalb des Quaders für einzelne Templates. Als Ergebnis erhält man wieder ein einzelnes Bild, das dann pro Pixel ein Korrelationsmaß und eine Tempi a- tenummer enthält - also pro Pixel ein Houghfeature. Auch wenn obige Aspekte immer im Zusammenhang mit der„Pupillenerkennung" erläutert wurden, sind die oben beschriebenen Aspekte auch für weitere Anwendungen nutzbar. Hier ist beispielsweise die Anwendungen„Sekundenschlafwamung" zu nennen, auf die nachfolgend näher eingegangen wird. Der Sekundenschlafwarner ist ein System, dass zumindest aus einer Bilderfassungseinrichtung, einer Beleuchtungseinheit, einer Verarbeitimgsemheit und einer akustischen und/oder optischen Signalisierungseinrichtung besteht. Durch Auswertung eines vom Nutzer aufgezeichneten Bildes ist das Gerät in der Lage eintretenden Sekundenschlaf oder Müdigkeit oder Abgelenktheit des Nutzers zu erkennen und den Nutzer zu warnen.
Das kann System kann z. B. in der Form ausgestaltet sein, dass man einen CMOS Bildsensor nutzt und die Szene im Infraroten Bereich ausleuchtet. Das hat den Vorteil, dass das Gerät unabhängig vom Umgebungslicht arbeitet und insbesondere den Nutzer nicht blendet. Als Verarbeitungseinheit wird ein eingebettetes Prozessorsystem genutzt, dass einen Softwarecode auf einem darunterliegenden Betriebssystem ausführt. Die Signalisierungseinrichtung besteht derzeit aus einem Multifrequenzbuzzer und einer RGB- LED.
Die Auswertung des aufgezeichneten Bildes kann in der Form erfolgen, dass in einer ersten Verarbeitungsstufe eine Gesichts- und eine Augendetektion und Augenanalyse mit einem Klassifikator durchgeführt werden. Diese Verarbeitungsstufe liefert erste Anhaltspunkte für die Ausrichtung des Gesichtes, die Augenpositionen und den Lidschlussgrad.
Auftauend darauf kann im darauffolgenden Schritt wird eine modelibasierte Augen- fcinanalyse durchgeführt werden. Ein dazu genutztes Augenmodell kann z. B. bestehen aus: einer Pupillen- und/oder Irisposition, einer Pupillen- und/oder Irisgröße, einer Beschreibung der Augenlider und der Augeneckpunkte. Dabei ist es ausreichend, wenn zu jedem Zeitpunkt einige dieser Bestandteile gefunden und ausgewertet werden. Die einzeh
nen Bestandteile können auch über mehrere Bilder hinweg getackt werden, sodass sie nicht in jedem Bild vollständig neu gesucht werden müssen.
Die zuvor beschriebenen Hough-Features können genutzt werden um die Gesichtsdetekti- on oder die Augendetektion oder die Augenanalyse oder die Augenfcinanalyse durchzuführen. Der zuvor beschriebene 2D-Bildanalysator kann zur Gesichtsdetektion oder zur Augendetektion oder zur Augenanalyse genutzt werden. Zur Glättung der bei der Gesichtsdetektion oder Augendetektion oder Augenanalyse oder Augenfeinanalyse ermittelten Ergebniswerte oder Zwischenergebnisse bzw. Werte Verläufe kann der beschriebene Adaptiv-selektive Datenprozessor genutzt werden.
Eine zeitliche Auswertung des LidscMussgtades und/oder der Ergebnisse der Augenfeinanalyse kann zur Ermittlung des Sekundenschlafs oder der Müdigkeit oder Abgelenkt- heit des Nutzers genutzt werden. Zusätzlich kann auch die im Zusammenhang mit dem 1)- Bildanalysator beschriebene kaiibrations freie Blickrichtungsbestiinmung genutzt werden um bessere Ergebnisse bei der Ermittlung des Sekundenschlafs oder der Müdigkeit oder Abgelenktheit des Nutzers zu erhalten. Zur Stabilisierung dieser Ergebnisse kann außerdem der Adaptiv-selektive Daten rozessor genutzt werden. Das im Ausführungsbeispiel „Sekundenscblafwarner" beschriebene Vorgehen zur Bestimmung der Augenposition kann auch zur Bestimmung einer beliebigen anderen Definierten 2D-Position, wie z. B. einer Nasenposition, oder Nasenwurzelposition, in einem
Gesicht genutzt werden. Bei der Nutzung eines Satzes an Informationen aus einem Bild und eines weiteren Satzes an Informationen kann diese Position auch im 3D-Raum bestimmt werde, wobei der weitere Satz an Informationen aus einem Bild einer weiteren Kamera oder durch die Auswertung von Relationen zwischen Objekten im ersten Kamerabild generiert werden kann. Entsprechend, einem Ausführungsbeispiel kann der Hough-Prozessor in der Bildeingangsstufe eine Einrichtung zur Kamerasteuerung umfassen.
Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einer Vorrichtung beschrieben, wurden, versteht es sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung des entsprechenden Verfah- rens darstellen, so dass ein Block oder ein Bauelement einer Vorrichtung auch als ein entsprechender Verfahrensschritt oder ein Merkmal eines Verfahrensschritts zu verstehen ist.
Analog dazu stellen Aspekte, die im Zusammenhang mit einem oder als ein Verfahrensschritt beschrieben wurden, auch eine Beschreibung eines entsprechenden Blocks oder
Details oder Merkmals einet entsprechenden Vorrichtung dar. Einige oder alle Verfahrenssekritte können durch einen Apparat (unter Verwendung eines Hardwareapparats), wie z.B. eines Mikroprozessors, eines programmierbaren Computer oder einer elektronischen Schaltung ausgeführt werden. Bei einigen Ausführungsbeispielen können einige oder meh- rere der wichtigen. Verfahrensschritte durch einen solchen Apparat ausgeführt werden.
Je nach bestimmten Implementierungsanforderungen können Ausführungsbeispiele der
Erfindung in Hardware oder in Software implementiert sein. Die Implementierung kann unter Verwendung eines digitalen Speichermediums, beispielsweise einer Floppy-Disk, einer DVD, einer Blu-ray Disc, einer CD, eines ROM, eines PROM, eines EPRO , eines EEPROM oder eines FLASH-Speichers, einer Festplatte oder eines anderen magnetischen oder optischen Speiehers durchgeführt werden, auf dem elektronisch lesbare Steuersignale gespeichert sind, die mit einem programmierbaren Computersystem derart zusammenwirken können oder zusammenwirken, dass das jeweilige Verfahren durchgeführt wird. Des- halb kann das digitale Speichermedium computerlesbar sein.
Manche Ausführungsbeispiele gemäß der Erfindung umfassen also einen Datenträger, der elektronisch lesbare Steuersignale aufweist, die in der Lage sind, mit einem programmierbaren Computersystem derart zusammenzuwirken, dass eines der hierin beschriebenen Verfahren durchgeführt wird.
Allgemein können Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung als Computerprogrammprodukt mit einem Programmcode implementiert sein, wobei der Programmcode dahin gehend wirksam ist, eines der Verfahren durchzuführen, wenn das Computeipro- grammprodukt auf einem Computer abläuft.
Der Programmcode kann beispielsweise auch auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert sein. Andere Ausführungsbeispiele umfassen das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren, wobei das Computerprogramm auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert ist.
Mit anderen Worten ist ein Ausführungsbeispiel des erfmdungsgemäßen Verfahrens somit ein Computerprogramm, das einen Programmcode zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren aufweist, wenn das Computerprogramm auf einem Computer abläuft.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der er findun gs gern äßen Verfahren ist somit ein Datenträger (oder ein digitales Speichemedium oder ein computerlesbares Medium), auf dem das Computerprogramm zum. Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren aufgezeichnet ist.
Ein weiteres Ausführangsbeispvel des erflndungs emäßen Verfahrens ist somit ein Datenstrom oder eine Sequenz von Signalen, der bzw. die das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren darstellt bzw. darstellen. Der Datenstrom oder die Sequenz von Signalen kann bzw. können beispielsweise dahin gehend konfiguriert sein, über eine Datenkommunikationsverbindung, beispielsweise über das Internet, transferiert zu werden.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel umfasst eine V erarbe i t un gsei n ri chtun g. beispielsweise einen Computer oder ein programmierbares Logikbauelement, die dahin gehend konfigu- riert oder angepasst ist, eines der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel umfasst einen Computer, auf dem das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren installiert ist. Ein weiteres Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung umfasst eine Vorrichtimg oder ein System, die bzw. das ausgelegt ist, um ein Computerprogra ni zur Durchführung zumindest eines der hierin beschriebenen Verfahren zu einem Empfänger zu übertragen. Die
Übertragung kann beispielsweise elektronisch oder optisch erfolgen. Der Empfänger kann beispielsweise ein Computer, ein Mobilgerät, ein Speichergerät oder eine ähnliche Vor- richtung sein. Die Vorrichtung oder das System kann beispielsweise einen Datei-Server zur Übertragung des Computerprogramms zu dem Empfänger umfassen.
Bei manchen Ausführungsbeispielen kann ein programmierbares Logikbauelement (beispielsweise ein feldprogrammierbares Gatterarray, ein FPGA) dazu verwendet werden, manche oder alle Funktionalitäten der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen. Bei manchen Ausfuhrungsbeispielen kann ein feldprogrammierbares Gatterarray mit einem Mikroprozessor zusammenwirken, um eines der hierin beschriebenen Verfahren, durchzuführen. Allgemein werden die Verfahren bei einigen Ausführungsbeispielen seitens einer beliebigen Hardwarevorrichtung durchgeführt. Diese kann eine universell einsetzbare Hardware wie ein Compiiterprozessor (CPU) sein oder für das Verfahren spezifische Hardware, wie beispielsweise ein ASIC.
Nachfolgend werden die oben beschriebenen Erfindungen bzw. die Aspekte der Erfindungen aus zwei weiteren Blickwinkeln mit anderen Worten beschrieben:
Integrated Eyetracker
Der„Integrated Eyetracker" umfasst eine Zusammenstellung an FPGA-optirniertcn Algorithmen, die dazu geeignet sind (Ellipsen-)Merkmale (Hough-Features) mittels einer parallelen Flough-Transformation aus einem Kamera-Livebild zu extrahieren. Durch Auswertung der extrahierten Merkmale kann anschließend die Pupillenellipse bestimmt werden, Bei Einsatz mehrerer Kameras mit zueinander bekannter Lage und Ausrichtung können die 3D Position des Pupillenmittelpunktes sowie die 3D Blickrichtung und der Pupillendurchmesser ermittelt werden. Zw Berechnung werden die Lage und Form der Ellipsen in den Kamerabildern herangezogen. Es ist keine Kalibration des Systems für den jeweiligen Nutzer erforderlich und keine Kenntnis über den Abstand zwischen den Kameras und dem analysierten Auge.
Die genutzten Bildverarbeitungsalgorithmen sind insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass Sie für die Verarbeitung auf einem FPGA (field programmable gate array) optimiert sind. Die Algorithmen ermöglichen eine sehr schnelle Bildverarbeitung mit konstanter Bildwiederholrate, minimalen Latenzzeiten und minimalem Ressourcenverbrauch im FPGA. Damit sind diese Module prädestiniert für zeit-/latenz-/sicherheits kritische Anwendungen (z. B. Fahrerassistenzsysteme), medizinische Diagnosesysteme (z. B, Perimeter) sowie Anwendungen wie Human machine interfaces (z. B. für mobile devices), die ein geringes Bauvolumen erfordern. Problemstellung
Robuste Detektion von 3D-Augenpositionen und D- ί ick richtunge im 3 D-Raum in mehreren (Live-) Kamerabildern sowie Detektion der Pupiilengrößen
Sehr kurze Reaktionszeit (bzw. Verarbeitungszeit)
Kleine Bau form
- autonome Funktionsweise (Unabhängigkeit vom PC) durch integrierte Lösung
Stand der Technik
Eyetracker-Systeme
o Steffen Markert: Blickrichtungserfassung des menschlichen Auges in Echt- zeit (Diplomarbeit und Patent DE 10 2004 046 617 AI)
o Andrew T. Duchowski; Eye Tracking Methodology: Theory and Practice Parallele-Hough Transformation
o Johannes Katzmann; Eine Echtzeit-Implementierung für die Ellipsen- Hougf> ransformation (Diplomarbeit und Patent DE 10 2005 047 160 B4) o Christian Holland-Neil: Implementierung eines Pupillen-
Detektionsalgorithmus basierend auf der Flough-Transformation für Kreise (Diplomarbeit und Patent DE 10 2005 047 160 B4)
Nachteile des aktuellen Standes der Technik
Eyetracker- S y steme
o Nachteile:
■ Eyetracking-Systeme erfordern im Allgemeinen eine (aufwändige)
Kalibrierung vor der Nutzung
■ Das System nach Markert (Patent DE \ 0 2004 046 617 AI ) ist kaiib- rationsfrei, funktioniert aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen:
i . Abstand zwischen Kameras und Pupillenmittelpunkt müssen bekannt und im System hinterlegt sein
2, Das Verfahren funktioniert nur für den Fall, dass der 3D Pupillenmittelpunkt in den optischen Achsen der Kameras liegt " Die gesamte Verarbeitung ist für PC Hardware optimiert und somit auch deren Nachteilen unterworfen (kein festes Zeitregimc bei der
Verarbeitung möglich)
" leistungsstarke Systeme werden benötigt, da die Algorithmen einen sehr hohen Ressourcenverbrauch aufweisen
* lange Verarbeitungsdauer und damit lange Verzögerungszeit bis Er- gebnis vorliegt (z, T. abhängig von der auszuwertenden Bildgröße)
Parallele-! iough Transformation
o Nachteile:
■ Es können nur binäre Kantenbilder transformiert werden
■ Transformation liefert nur ein binäres Ergebnis bezogen auf eine Bildkoordinate (Position der Struktur wurde gefunden, aber nicht:
Trefferwahrscheinlichkeit und weitere S trukturmerkmale)
■ Keine flexible Anpassung des Transformationskernes während der Laufzeit und damit nur unzureichende Eignung für dynamische Bildinhalte (z.B. kleine und große Pupillen)
■ Keine Rekonfiguration des Transformationskernes auf andere Strukturen während der Laufzeit möglich und damit begrenzte Eignung für Objekter kennung
Umsetzung
Das Gesamtsystem ermittelt aus zwei oder mehr Kamerabi Idern in denen dasselbe Auge abgebildet ist jeweils eine Liste von mehrdimensionalen Hough-Merkmalen und berechnet jeweils auf deren Basis die Lage und Form der Pupillenellipse. Aus den Parametern dieser beiden Ellipsen sowie allein aus der Lage und Ausrichtung der Kameras zueinander kön- nen die 3D Position des Pupiilenmiitelpunktes sowie die 3D Blickrichtung und der Pupillendurchmesser vollständig kalibrai ionsfrei ermittelt werden. Als Hardwareplattform wir eine Kombination aus mindestens zwei Bildsensoren. FPGA und/oder nachgeschaltetem. Mikroprozessorsystem (ohne dass ein PC zwingend benötigt wird).
„Hough preprocessing", ..Parallel hough transform",„Hough feature extractor",„Hough feaiure to ellipse converter",„Coresize control", , .Temporal smart smoothing Filter",„3D camera system model",„3D position calculation" und„3D gaze direction calculation" betreffen einzelne Funktionsmodule des integrated Eyetrackers. Sie ordnen sich in die Bild- verarbeitungskette des Integrated Eyetrackers wie folgt ein:
Fig. 6 zeigt ein Blockschaltbild der einzelnen Funktionsmodiile im Integrated Eyctracker. Das Blockschaltbild zeigt die einzelnen Verarbeitungsstufen des Integrated Eyetrackers, Irn Folgenden wird eine detaillierte Beschreibung der Module gegeben.
• „Hough preprocessing"
o Funktion
■ Aufbereitung eines Videodatenstromes für das Modul„Parallel
Hough Transform", insbesondere durch Bildrotation und Up- sampling des zu transformierenden Bildes je nach Parailelisierungs- grad des Moduls„Parallel Hough Transform" o Input
■ Binäres Kantenbild oder Gradientenbild
o Output
■ Je nach Parallelisierungsgrad des nachfolgenden Moduls ein oder mehrere Videodatenströme mit aufbereiteten Pixeldaten aus dem Input
o Detaillierte Beschreibung
■ Prinzip bedingt kann die parallele Hough-Transformation aus vier um jeweils 90° versetzten Hauptrichtungen auf den Bildinhalt angewendet werden
■ Dazu erfolgt im Preprocessing eine Bildrotation um 90°
■ Die beiden verbleibenden Richtungen werden dadurch abgedeckt, dass jeweils das rotierte und nicht rotierte Bild horizontal gespiegelt werden (durch unigekehrtes Auslesen der im Speicher abgelegten Bildmatrix)
• Je nach Parallelisierungsgrad des Moduls ergeben sich die folgenden drei Konstellationen für den Output:
• 100% Parallelisierung: simultane Ausgabe von vier Videodatenströmen: um 90° rotiert, nicht rotiert sowie jeweils gespiegelt
• 50% Parallelisierung: Ausgabe von zwei Videodatenströmen: um 90° rotiert und nicht rotiert, die Ausgabe der jeweils gespiegelten Varianten erfolgt sequentiell
• 25% Parallelisierung: Ausgabe eines Videodatenstromes: um 90° rotiert und nicht rotiert und jeweils deren gespiegelte Varianten werden sequentiell ausgegeben
„Parallel hough transform"
o Funktion
■ Parallele Erkennung einfacher Muster (Geraden mit unterschiedlichen Größen und Anstiegen und Krümmungen mit verschiedenen Radien und Orientierungen) und deren Auftrittswahrscheinlichkeit in einem binären Kanten- oder Gradientenbild
Input
Für die parallele Hough Transformation aufbereitetes Kanten bzw. Gradientenbild (Output des„Hough preprocessing" Moduls)
" Mehrdimensionaler Houghraum, der alle relevanten Parameter der gesuchten Struktur enthält
Detaillierte Beschreibung
■ Verarbeitung des Input durch ein komplexes delaybasiertes lokales Filter, das eine definierte„Durchlaufrichtung" für Pixeldaten hat und durch folgende Eigenschaften geprägt ist:
• Fi Herkern mit variabler Größe bestehend aus Delayelemen- ten
• Zur adaptiven Anpassung des Filters an die gesuchten Muster können Delayelemente während der Laufzeit zu- und abgeschaltet werden.
• Jede Spalte des Filters steht für eine bestimmte Ausprägung der gesuchten Struktur (Krümmung oder Geradenanstieg)
• Summenbildung über die Fi her spalten liefert Auftrittswahrscheinlichkeiten für die Ausprägung der Struktur, die durch die jeweilige Spalte repräsentiert wird
• Beim Durchlaufen des Filters wird immer die Spalte mit der größten Auftrittswahrscheinlichkeit für eine Ausprägung des gesuchten Musters aus dem Filter herausgereicht
■ Für jedes Bildpixel liefert das Filter einen Punkt im Houghraum der die folgenden Informationen enthält;
• Art des Musters (z.B. Gerade oder Halbkreis)
• Auftrittswahrscheinlichkeit für das Muster
• Ausprägung der Struktur (Stärke der Krümmung bzw. bei Geraden: Anstieg und Länge)
• Lage bzw. Orientierung der Struktur im Bild
■ Als Transformationsergebnis entsteht ein mehrdimensionales Bild, das im folgenden als Floughraum bezeichnet wird „Houghfeature extractor"
o Funktion
Extraktion von Features aus dem Houghraum, die relevante Informationen für die Mustererkennung enthalten
o fnput
Mehrdimensionaler Houghraum (Output des„Parallel hough trans- form" Moduls)
o Output
" Liste von Hough-Features die relevante Informationen für die Mustererkennung enthalten
Detaillierte Beschreibung
• Glättung der Hough-Feature-Räume (Räumliche Korrektur mittels lokaler Filterung)
* „Ausdünnen" des Houghraumes (Unterdrückung nicht relevanter Informationen für die Mustererkennung) durch eine abgewandelte „non-maximum-suppression":
• Ausblenden von für die Weiterverarbeitung nicht relevanten Punkten („Nicht-Maxima" im Hough - Wahrscheinlichkeitsraum) unter Berücksichtigung der Art des Musters und der Ausprägung der Struktur
• Weitere Ausdünnung der Houghraumpunkte mit Hilfe geeigneter Schwellen:
o Rauschunterdrückung durch Schwellwert im Hough-
Wahrscheinlichkeitsraum
o Angabe eines Intervalls für minimal und maximal zulässige Ausprägung der Struktur (z.B. minimale/maximale Krümmung bei gebogenen Strukturen oder kleinster/größter Anstieg bei Geraden) ■ Analytische Rücktransformation der Parameter aller verbleibenden Punkte in den Originaibildbereich ergibt folgende Hough-Features:
• Gebogene Strukturen mit den Parametern:
o Lage (x- und y-Bildkoordinate) o Auftrittswahrscheinlichkeit des Hough-Features o Radius des Bogens
o Winkel, der angibt, in welche Richtung der Bogen geöffnet ist
• Geraden mit den Parametern:
o Lage (x- und y-Bildkoordinate) o Auftrittswahrscheinlichkeit des Hough-Features o Winkel, der die Steigung der Geraden angibt o Länge des repräsentierten Geradenabschnittes ugh fealure to eiUpse, Converter"
o Funktion
■ Auswahl der 3 bis 4 Hough-Features (Krümmungen), die im Kamerabild am wahrscheinlichsten den Pupillenrand (Ellipse) beschreiben, und Verrechnung zu einer Ellipse
o Input
■ Liste aller in einem Kamerabild detektierten Hough-Features
(Krümmungen)
o Output
■ Parameter der Ellipse, die am wahrscheinlichsten die Pupille reprä- sentiert
o Detaillierte Beschreibung
■ Aus der Liste aller Hough-Features (Krümmungen) werden Kombinationen aus 3 bis 4 Hough-Features gebildet, die auf Grund ihrer Parameter die horizontalen und vertikalen Extrempunktc eine Ellip- se beschreiben könnten
■ Dabei fließen folgende Kriterien in die Auswahl der Hough-Features ein:
• Scores (Wahrscheinlichkeiten) der Hough-Features
• Krümmung der Hough-Features
· Lage und Orientierung der Hough-Features zueinander
■ Die ausgewählten Hough-Feature Kombinationen werden sortiert:
• Primär nach der Anzahl der enthaltenen Hough-Features
• Sekundär nach der kombinierten Wahrscheinlichkeit der enthaltenen Hough-Features
■ Nach dem Sortieren wird die an erster Stelle stehende Hough-
Feature Kombination ausgewählt und daraus die Ellipse gefittet, welche am wahrscheinlichsten die Pupille im Kamerabild repräsentiert
„Coresize contra L
o Funktion
» Dynamische Anpassung des Filterkernes (Hough-Core) der Parallelen Hough-Transformation an die aktuelle Ellipsengröße
o Input
■ Zuletzt genutzte Hough-Core Größe
■ Parameter der Ellipse, welche die Pupille im entsprechenden Kamerabild repräsentiert
o Output
■ Aktualisierte Hough-Core Größe
o Detaillierte Beschreibung
■ In Abhängigkeit der Größe (Länge der Halbachsen) der vom
„Hough feature to ellipse Converter" berechneten Ellipse, wird die Hough-Core Größe in definierten Grenzen nachgeführt um die Ge-
„ EP2015/052009
nauigkeit der Hough- Transformationsergebnisse bei der Detektion der Ellipsenextrempunkte zu erhöhen
„Tempora! smart smoothing lter"
o Funktion
■ Adaptive zeitliche Glättung einer Datenreihe (z. B. einer ermittelten E! 1 ipsenmittelpunktkoordinate) nach dem Prinzip der exponentiellen Glättung, wobei Aussetzer oder extreme Ausreißer in der zu glättenden Datenreihe NICHT zu Schwankungen der geglätteten Daten führen
o Input
■ Zu jedem Aufrufzeitpunkt des Moduls jeweils ein Wert der Datenreihe und die dazugehörigen Gütekriterien (z. B. Auftrittswahrscheinlichkeit einer gcfittetett Ellipse)
o Output
■ Geglätteter Datenwert (z. B. Ellipsenmittelpunktkoordinate) o Detaillierte Beschreibung
" Über einen Satz von Filterparametern kann beim Initialisieren des
Filters dessen Verhalten festgelegt werden
* Der aktuelle input- Wert wird für die Glättung verwendet, wenn er nicht in eine der folgenden Kategorien fallt:
• Entsprechend der dazugehörigen Auftrittswahrscheinlichkeit handelt es sich um einen Aussetzer in der Datenreihe
• Entsprechend der dazugehörigen Ellipsenparameter handelt es sich um einen Ausreißer
o Wenn die Größe der aktuellen Ellipse sich zu stark von der Größe der vorhergehenden Ellipse unterscheidet
o Bei einer zu großen Differenz der aktuellen Position zur letzten Position der Ellipse
■ Ist eines dieser Kxiterien erfüllt, wird weiterhin der zuvor ermittelte geglättete Wert ausgegeben, andernfalls wird der aktuelle Wert zur Glättung herangezogen
■ Um eine möglichst geringe Verzögerung bei der Glättung zu erhalten werden aktuelle Werte stärker gewichtet als vergangene:
• aktueller geglättete Wert = aktueller Wert * Glättungskoeffi- zient + letzter geglätteter Wert * (1 - Glättungskoeffi zi ent)
• der GJättungskoeffizient wird in definierten Grenzen dynamisch an den Trend der zu glättenden Daten angepasst: o Verringerung bei eher konstantem Werteverlauf der Datenreihe
o Erhöhung bei aufsteigendem oder abfallendem Werteverlauf der Datenreihe
Wenn langfristig ein größerer Sprung bei den zu glättenden Ellipsenparametern vorkommt, passt sich das Filter und somit auch der geglättete Werteverlauf an den neuen Wert an
,,3D camera System mode!"
o Funktion
■ Modellierung des 3 D-Raumes in dem sich mehrere Kameras, der Nutzer (bzw. dessen Augen) und ggf. ein Bildschirm befinden o Input
■ Konfigurationsdatei, welche die Modellparameter (Lageparameter, optische Parameter, u. a.) aller Elemente des Modells beinhaltet o Output
■ Stellt ein Zahlengerüst und Funktionen für Berechnungen innerhalb dieses Modells zur Verfügung
o Detaillierte Beschreibung
■ Modellierung der räumlichen Lage (Position und Drehwinkel) aller Elemente des Modells sowie deren geometrische (z. B. Pixelgröße, Sensorgröße, Auflösung) und optische (z. B. Brennweite, Objektivverzeichnung) Eigenschaften
■ Das Modell umfasst zum jetzigen Zeitpunkt folgende Elemente:
• Kameraeinheiten, bestehend aus:
o Kamerasensoren
o Objektiven
• Augen
• Display
■ Es werden riehen den Eigenschaften aller Elemente des Modells insbesondere die nachfolgend beschriebenen Funktionen„3D position calculation" (zur Berechnung der Augenposition) und„3D gaze di- rection calculation" (zur Berechnung der Blickrichtung) zur Verfügung gestellt
■ Mit Hilfe dieses Modells kann u. a. die 3D-Blickgerade (bestehend aus Pupillenmittelpunkt und Blickrichtuiigsvektor (entsprechend der Biologie und Physiologie des menschlichen Auges korrigiert)) berechnet werden
■ Optional kann auch der Blickpunkt eines Betrachters auf einem anderen Objekt im 3D~Modell (z. B. auf einem Display) berechnet werden sowie der fokussierte Bereich des Betrachters
,,3D position calculation"
o Funktion
* Berechnung der räumlichen Position (3D-Koordinaten) eines Punktes, der von zwei oder mehr Kameras erfasst wird (z. B. Pupillenmittelpunkt) durch Triangulation
o Input
■ 2D-Koordinaten eines Punktes in zwei Kamerabildcrn
o Output
■ 3 D-Koordinaten des Punktes
« Feh! ermaß: beschreibt die Genauigkeit der übergebenen 2D-
Koordinaten in Verbindung mit den Modellparametern
o Detaillierte Beschreibung
* Aus den übergebenen 2D- oordinaten werden mit Hilfe des ,.3D camera System model" (insbesondere unter Berücksichtigung der optischen Parameter) für beide Kameras die Lichtstrahlen berechnet, die den 3 D-Punkt als 2D-Punkte auf den Sensoren abgebildet haben
■ Diese Lichtstrahlen werden als Geraden im 3 D -Raum des Modells beschrieben
■ Der Punkt von dem beide Geraden den geringsten Abstand haben (im ideal fall der Schnittpunkt der Geraden) wird als Position des gesuchten 3 -Punktes angenommen gaze direction calculation"
o Funktion
» Bestimmung der Blickrichtung aus zwei ellipsenförmigen Projektionen der Pupille auf die Kamerasensoren ohne Kalibration und ohne Kenntnis über den Abstand zwischen Auge und Kamerasystem o Input
■ 3 D- Lageparameter der Büdsensoren
■ Ellipsenparameter der auf die beiden Büdsensoren projizierten Pupille
• 3D-Positionen der Ellipsenmittelpunkte auf den beiden Bildsensoren
■ 3D-Position des Pupillenmittelpunktes
o Output
■ 3D-Blickrichtung in Vektor- und Wmkeldarstellung
o Detaillierte Beschreibung
■ Aus der 3D-Position des Pupi 1 lenmittelpunktes und der Lage der Bildsensoren, werden durch Drehung der realen Kameraeinheiten virtuelle Kameraeinheiten berechnet, deren optische Achse durch den 3 D-Pupillenmittelpunkt verläuft
■ Anschließend werden jeweils aus den Projektionen der Pupille auf die realen Sensoren Projektionen der Pupille auf die virtuellen Sensoren berechnet, es entstehen sozusagen zwei virtuelle Ellipsen
■ Aus den Parametern der virtuellen Ellipsen können für beide Senso- ren jeweils zwei Blickpunkte des Auges auf einer beliebigen zur jeweiligen virtuellen Sensorebene parallelen Ebene berechnet werden
• Mit den vier Blickpunkten und dem 3 D-Pupillenmittelpunkt lassen sich vier Blickrichtungsvektoren berechnen (jeweils zwei Vektoren aus den Ergebnissen jeder Kamera)
* Von diesen vier Blickrichtungsvektoren, ist immer genau einer der einen Kamera mit einem der anderen Kamera (annähernd) identisch
■ Die beiden identischen Vektoren geben die gesuchte Blickrichtung des Auges (gaze direction) an, die dann vom Modul„3D gaze direction cakulation" als Ergebnis geliefert wird 4. a) Vorteile
Berührungslose und vollständig kalibrationsfreie Ermittlung der 3 Π- Äugenpositionen, 3 D-Blickrichtung und Pupillengröße unabhängig von der Kenntnis über die Lage des Auges zu den Kameras
Analytische Bestimmung der 3D Augenposition und 3D Blickrichtung (unter Ein- beziehung eines 3 D-Raum Modells) ermöglicht eine beliebige Kameraanzahl (>2) und beliebige Kamerapositionen im 3 D -Raum
Vermessung der auf die Kamera projizierten Pupille und damit genaue Bestimmung der Pupillengröße
- Hohe Frameraten (z.B. 60 FPS @ 640x480 auf einem X1L1NX Spartan 3A DSP @ 96 MHz) und kurze Latenzzeiten durch vollständig parallele Verarbeitung ohne
Rekursionen in der Verarbeitungskette
Einsatz von FPGA-Hardware und Algorithmen, die für die parallelen FPGA- Strukturen entwickelt wurden
Einsatz der Hough- Transformation (in der beschriebenen angepassten Form für FPGA-Hardware) zur robusten Merkmal sextraktion zur Objekterkennung (hier:
Merkmale der Pupillenellipse)
Algorithmen zur Nachverarbeitung der Houghtransformationsergebnisse sind optimiert auf parallele Verarbeitung in FPGAs
Festes Zeitregime (konstante Zeitdifferenz zwischen aufeinanderfolgenden Ergeb- nissen)
Minimaler Bauraum, da vollständig auf Chip integriert
geringer Energieverbrauch
Möglichkeit zur direkten Portierung der Verarbeitung vom FPGA auf einen ASIC ~> sehr kostengünstige Lösung bei hohen Stückzahlen durch Ausnutzung von Ska- leneffekten
Umgehungsmöglichkeiten
(teilweiser) Einsatz anderer Algorithmen (bspw. anderes Objekterkennungsverfahren zur Ellipsendetektion)
Nachweismöglichkeit der Patentverletzung
Augenscheinlich könnte eine Paientverletziing vorliegen, wenn es sich bei dem betreffenden Produkt um ein schnelles und ein vollständig kalibratioiisfreies Eyetra- cking- System bestehend aus FPGA und Mikroprozessor handelt.
Nachweis bei Patentverletzung durch Kopieren/Klonen des FPGA- Bitfile Netzlisten
o Wäre einfach nachweisbar bspw. mittels Checksummen
o Ferner lassen, sich Bitfiles an eine FPGA-ID binden -> das Kopieren wäre dann nur bei Verwendung von FPGAs gleicher ID möglich Nachweis bei Patentverletzung durch„Disassemblieren" des FPGA- Bitfüe Netziisten
o Anhaltspunkte für Patent Verletzungen wären unter Umständen durch disassemblieren des betreffenden F P G A - B i teil 1 es/ etzl i s te erkennbar o Der konkrete Nachweis konnte nur schwer erbracht werden
Nachweis bei Patentverletzung durch„Disassemblieren" des Prozxssorcodes
o Anhaltspunkte wären erkennbar, konkreter Nachweis nur schwer möglich
Anwendung
In einem (Live-) Kamerabilddatenstrom werden 3D-Augenposhionen und SD- Blickrichtungen delektiert, die für folgende Anwendungen genutzt werden können: o Sicherheitsrelevante Bereiche
" z. B, Sekundenschlafwarner bzw. Müdigkeitsdetektor als Fahrassistenzsystem im Automotive Bereich, durch Auswertung der Augen (z. B, Verdeckung der Pupille als Maß für den Öffnungsgrad) und unter Berücksichtigung der Blickpunkte und des Fokus
o Mensch-Maschine-Schnittstellen
* als Eingabeschnittstellen für technische Geräte (Augenpositionen und Blickrichtung können als Inputparameter genutzt werden)
■ Unterstützung des Nutzers beim Ansehauen von Bildschirminhalten (z.B. hervorheben von Bereichen, die angeschaut werden)
« z. B.
• im Bereich Assisted Living
• für Computerspiele
• Blickrichtungsgestützte Eingabe für Head. Mountcd Devices
• Optimierung von 3D- Visualisierungen durch Einbeziehen der Blickrichtung
o Markt- und Medienforschung
■ z.B. Attraktivität von Werbung bewerten durch Auswertung der räumlichen Blickrichtung und des Blickpunktes der Testperson o Ophthalmologische Diagnostik (z. B. objektive Perimetrie) und Therapie
1 P G Λ - 1 ; ac etrac kc r
Ein Aspekt der Erfindung betrifft ein autonomes (PC-unabhängiges) System, das insbesondere FPGA-optimierte Algorithmen nutzt, und dazu geeignet ist ein. Gesicht in einem Kamera-Livebild zu detektieren und dessen (räumliche) Position zu ermitteln. Die genutzten Algorithmen sind insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass Sie für die Verarbeitung auf einem FPGA (field programmable gate airay) optimiert sind und im Vergleich zu den bestehenden Verfahren ohne Rekursionen in der Verarbeitung auskommen. Die Algorithmen ermöglichen eine sehr schnelle Bildverarbeitung mit konstanter Bildwiederholrate, minimalen Latenzzeiten und minimalem Ressourcenverbrauch im FPGA. Damit sind diese Module prädestiniert für zeit~Aatenz- sicherhcitskritische Anwendungen (z.B. Fahrerassistenzsysteme) oder Anwendungen wie Human machine intcrfaces (z.B. für mobile devices), die ein geringes Bauvolumen erfordern. Darüber hinaus kann unter Einsatz einer zweiten Kamera die räumliche Position des Nutzers für bestimmte Punkte im Bild hochgenau, ka- librationsfrei und berührungslos ermittelt werden.
Problemstellung
Robuste und hardwarebasierte Gesichtsdetektion in einem (Live-) Kamerabild
Detektion von Gesichts und Augenposition im 3 D-Raum durch Verwendung eines stereoskopischen Kamerasystems
Sehr kurze Reaktionszeit (bzw. Verarbeitungszeit)
Kleine Bauform
autonome Funktionsweise (Unabhängigkeit vom PC) durch integrierte Lösung
Stand der Technik
- Literatur:
o Christian Küblbeck, Andreas Ernst: Face detection and tracking in video sequences using the modified census transformation
o Paul Viola, Michael Jones: Robust Real-time Object Detection Nachteile aktueller Facetracker Systeme
Die gesamte Verarbeitung ist für PC-Systeme (allgemeiner: general purpose pro- cessors) optimiert und somit auch deren Nachteilen unterworfen (z.B. kein festes Zeitregime bei der Verarbeitung möglich (Beispiel: in Abhängigkeit des Bildinhaltes z.B. Hintergrund dauert das Tracking unter Umständen länger))
- Sequentielle Abarbeitung; das Eingangsbild wird sukzessive in verschiedene Skalierungsstufen gebracht (bis die kleinste Skalierungsstufe erreicht ist) und jeweils mit einem mehrstufigen Klassifikator nach Gesichtern durchsucht
o Je nachdem wie viele Skalierungsstufen berechnet werden müssen bzw. wie viele Stufen des Klassifikators berechnet werden müssen schwankt die Vcr- arbeitungsdauer und damit die Verzögerungszeit bis das Ergebnis vorliegt
Um hohe Frameraten zu erreichen werden leistungsstarke Systeme benötigt (höhere Taktraten, unter Umständen Multicore-Systeme), da die bereits auf PC-Hardware
optimierten Algorithmen trotzdem einen sehr hohen Ressourcenverbrauch aufweisen (insbesondere bei embedded Prozessorsystemen)
Ausgehend von der delektierten Gesichtsposition liefern Klassifikatoren nur ungenaue Augenpositionen (die Position der Augen - insbesondere der Pupillenmittel- punkt - wird nicht analytisch ermittelt (bzw. vermessen) und ist dadurch hohen
Ungenauigkciten unterworfen)
Die ermittelten Gesichts- und Augenpositionen liegen nur in 2D-Bildkoordinaten vor, nicht in 3D Umsetzung
Das Gesamtsystem ermittelt aus einem Karaerabild (in dem ein Gesicht abgebildet ist) die Gesichtsposition und ermittelt unter Nutzung dieser Position die Positionen der Pupillenmittelpunkte des linken und rechten Auges. Werden zwei oder mehr Kameras mit einer bekannten Ausrichtung zueinander verwendet, können diese beiden Punkte für den 3- dimensionaJen Raum angegeben werden. Die beiden ermittelten Augenpositionen können in Systemen, welche den„Integrated Eyetracker" nutzen, weiterverarbeitet werden.
Der„Parallel image scaler",„Parallel face finder",„Parallel eye analyzer",„Parallel pupil analyzer",„Temporal smart smoothing filier",„ 1) camera System model" und„3D Position calculation" betreffen einzelne Funktionsmodule des Gesamtsystems (FPGA- Facetracker). Sie ordnen sich in die Bildverarbeitungskette des FPGA-Facetrackers wie folgt, ein:
Fig. 7a zeigt ein Blockschaltbild der einzelnen Funktionsmodule im FPGA-Facetracker 800. Die Funktionsmodule„3D camera System model 802" und„3D position calculation" 804 sind für das Facetracking nicht zwingend erforderlich, werden aber bei Verwendung eines Stereoskopen Kamerasystems und Verrechnung geeigneter Punkte auf beiden Kameras zur Bestimmung räumlicher Positionen genutzt (beispielsweise zur Bestimmung der 3 D-Kopfposition bei Verrechung der 2D-Gesichtsmittelpunkte in beiden Kamerabildern). Das Modul„Feature extraction (Classification) 806" des FPGA-Facetrackers baut auf der Merkmaisextraktion und Klassifikation von Küblbeck/Ernst vom Fraunhofer IIS (Erlangen) auf und nutzt eine angepasste Variante ihrer Klassifikation auf Basis von Census Merkmalen.
Das Blockschaltbild zeigt die einzelnen Verarbeitungsstufen des FPGA-Facetracking Sys- tems. Im Folgenden wird eine detaillierte Beschreibung der Module gegeben.
• „Parallel image scaler 702"
o Funktion
• Parallele Berechnung der Skalicrungsstufcn des Ausgangsbildes und Anordnung der berechneten Skalierungsstufen in einer neuen Bildmatrix um den nachfolgenden Bildverarbeitungsmodulen eine simultane Analyse aller Skalierungsstufen zu ermöglichen
Fig. 7b zeigt die Ausgangsbild 710 (Originalbild) und Ergebnis 712 (Downscaling-Bild) des Parallel image-scaler. o Input
■ Äusgangsbild 710 in Originalauflösung
o Output 712
■ Neue Büdmatrix die mehrere skalierte Varianten des Ausgangsbildes in einer für die nachfolgenden Facetracking-Module geeigneten Anordnung beinhaltet
o Detaillierte Beschreibung
■ Aufbau einer Bildpyramide durch parallele Berechnung der verschiedenen Skalierungsstufen des Ausgangsbildes
■ Um eine definierte Anordnung der zuvor berechneten Skalierungsstufen in der Zielmatrix gewährleisten zu können erfolgt eine Transformation der Bildkoordinaten der jeweiligen Skalierungsstufe in das Bildkoordinatensystem der Zielmatrix anhand verschiedener Kriterien:
• Definierter Mindestabstand zwischen den S kal i erungs stufen um ein übersprechen von Analyseergebnissen in benachbarte Stufen zu unterdrücken
• Definiertet Abstand zu den Rändern der Zielmatrix um die Analyse zum Teil aus dem Bild herausragender Gesichter gewährleisten zu können
„Parallel face findet 808"
o Funktion
■ Detektiert ein Gesicht aus Klassifikationsergebnissen mehrerer Skalierungsstufen, die gemeinsam in einer Matrix angeordnet sind. Der Parallel face finder 808 ist mit dem Finder 706 aus Fig. 1 vergleichbar, wobei der Finder 706 einen allegemeiner Funktionsumfang (Erkennung von weiteren Mustern, wie Pupillenerkennung) umfasst. Wie in Fig. 7c gezeigt, stellt das Ergebnis der Klassifikation (rechts) den Input für den Parallel face fmder dar.
o Input 712
■ Klassifizierte Bildmatrix die mehrere Skalierungsstufen des Ausgangsbildes enthält
o Output
• Position, an der sich mit der höchsten Wahrscheinlichkeit ein Gesicht befindet (unter Berücksichtigung mehrerer Kriterien) o Detaillierte Beschreibung
■ Rauschunterdrückung zum Eingrenzen der Klassitlkationsergcbnisse
■ Räumliche Korrektur der Klassifikationsergebnisse innerhalb der Skalierungsstufen mittels einer Kombination aus lokalen Summen- und Maximumfiiter
• Orientierung an der höchsten Auftrittswahrscheinlichkeit für ein Gesicht optional an der Gesichtsgröße über alle Skaiicrungsstufen hinweg
■ Räumliche Mittelung der Ergebnispositionen über ausgewählte Skalierungsstufen hinweg
• Auswahl der in die Mittelung einbezogener Skalierungsstufen erfolgt unter Berücksichtigung der folgenden Kriterien: o Differenz der Mittelpunkte des ausgewählten Gesichts in den betrachteten Skalierungsstufen o Dynamische ermittelte Abweichung vom höchsten Ergebnis des Summenfilters
o Unterdrückung von Skalierungsstufen ohne Klassifikationsergebnis
■ Schwellwertbasierte Einstellung der Detektionsleistung des„parallel face fmder"
„Parallel eye anaiyzer 81 0"
o Funktion
■ Detektiert während der Gesichtsdetektion parallel die Position der Augen im entsprechenden Gesicht (diese ist vor allem bei nicht ideal frontal aufgenommenen und verdrehten Gesichtern wichtig) o Input
■ Bildmatrix, die mehrere Skalierungsstufen des Ausgangsbild.es enthält (aus dem„Parallel image scaier" Modul) sowie die jeweils aktuelle Position an der sich höchstwahrscheinlich das gesuchte Gesicht befindet (aus dem„Parallel face fmder" Modul) o Output
■ Position der Augen und ein dazugehöriger Wahrscheinlichkeitswert im aktuell vom„Parallel face fmder" gefundenen Gesicht o Detai llierte Beschreibung
■ Basierend auf dem herunter skalierten Ausgangsbild wird in einem definierten Bereich (Augenbereich) innerhalb der vom„Parallel face fmder" gelieferten Gesichtsregion die im folgenden beschriebene Augensuche für jedes Auge durchgeführt:
• Definieren des Augenbereichs aus empirisch ermittelten "Normalpositionen der Augen innerhalb der Gesichtsregion
Mit einem speziell geformten korrelationsbasierten lokalen
Filter werden innerhalb des Augenbereichs Wahrscheinlichkeiten für das Vorhandensein eines Auges ermittelt (das Auge wird in diesem Bildbereich vereinfacht ausgedrückt als eine kleine dunkle Fläche mit heller Umgebung beschrieben) Die genaue Augenposition inklusive ihrer Wahrscheinlichkeit ergibt sieh durch eine Maximumsuche in dem zuvor berechneten Wahrscheinliehkeitsgebirge rallel pupil analyzer 812"
o Funktion.
* Detektiert ausgehend von einer zuvor ermittelten Augenposition die Position der Pupillenmittelpunkte innerhalb der detektierten Augen (dadurch erhöht sich die Genauigkeit der Augenposition, was für Vermessungen oder das Anschließende Auswerten der Pupille wichtig ist)
o Input
* Ausgangsbild in Originalauflösung sowie die ermittelten Augenpositionen und Gesichtsgröße (aus dem„Parallel eye analyzer" bzw. „Parallel face finder")
o Output
* Position der Pupille innerhalb des ausgewerteten Bildes sowie ein Status, der aussagt, ob eine Pupille gefunden wurde oder nicht o Detaillierte Beschreibung
■ Basierend auf den ermittelten Augenpositionen und der Gesichtsgröße wird ein zu bearbeitender Bildausschnitt um das Auge herum festgelegt
■ Über diese Bildmatrix hinweg wird ein Vektor aufgebaut, der die Minima der Bildspalten enthält, sowie ein Vektor, der die Minima der Bildzeilen enthält
■ Innerhalb dieser Vektoren (aus minimalen Grauwerten) wird wie nachfolgend erklärt separat der Pupü I enm ittel unkt in horizontaler und in vertikaler Richtung detektiert:
• Detektion des Minimums des jeweiligen Vektors (als Positi- on innerhalb der Pupille)
• Ausgehend von diesem Minimum innerhalb des Vektors wird in positiver und negativer Richtung die Position ermittelt, an der ein einstellbarer prozentual auf den 'Dynamikbereich aller Vektorelemente bezogener Schwellwert über- schritten wird
• Die Mittelpunkte dieser Bereiche in den Beiden Vektoren bilden zusammen den Mittelpunkt der Pupille im analysierten Bild
„Temporal smart smoothing filter 814"
o Funktion
■ Adaptive zeitliche Glättung einer Datenreihe (z. B, einer ermittelten Gesichtskoordinate), wobei Aussetzer, unsinnige Werte oder extreme Ausreißer in der zu glättenden Datenreihe NICHT zu Schwankungen der geglätteten Daten führen
o Input
■ Zu jedem Aufrufzeitpunkt des Moduls jeweils ein Wert der Daten - reihe und die dazugehörigen Gütekriterien (beim Facetracking: Ge- sichtsscore und Downscalingstufe in der das Gesicht gefunden wurde)
o Output
■ Geglätteter Datenwert (z. B. Gesichtskoordinate)
o Detaillierte Beschreibung
■ Über einen Satz von Filterparametern kann beim Initialisieren des
Filters dessen Verhalten festgelegt werden
■ Der aktuelle Input- Wert wird für die Glättung verwendet, wenn er nicht in eine der folgenden Kategorien fällt:
• Entsprechend dem dazugehörigen Score handelt es sieh um einen Aussetzer in der Datenreihe
• Entsprechend der dazugehörigen Downscalingstufe handelt es sich um einen unsinnigen Wert (Wert, der in einer zu weit entfernten Downscalingstufe ermittelt wurde)
• Entsprechend der zu großen Differenz zum letzten für die Glättung verwendeten Wert handelt es sich um einen Ausreißer
■ Ist eines dieser Kriterien erfüllt, wird weiterhin der zuvor ermittelte geglättete Wert ausgegeben, andernfalls wird der aktuelle Wert zur Glättung herangezogen
■ Um eine möglichst geringe Verzögerung bei der Glättung zu erhalten werden aktuelle Werte stärker gewichtet als vergangene:
• aktueller geglättete Wert = aktueller Wert * Glättungskoeffi- zient + letzter geglätteter Wert * (1 - Glättungskoeffizient)
• der Glättungskoeffizient wird in definierten Grenzen dynamisch an den Trend der zu glättenden Daten angepasst: o Verringerung bei eher konstantem Werteverlauf der Datenreihe
o Erhöhung bei aufsteigendem oder abfallendem Werteverlauf der Datenreihe
■ Wenn langfristig ein größerer Sprung bei den zu glättenden Daten oder den dazugehörigen Downscalingstufen vorkommt, passt sieh
das Filter und somit auch der geglättete Werteverlauf an den neuen Wert an
„3D camera systern model 804a"
o Funktion
■ Modellierung des 3 D-Raumes in dem sich mehrere Kameras, der Nutzer (bzw. dessen Augen) und ggf, ein Bildschirm befinden
Input
Konfigurationsdatei, welche die Modellparameter (Lageparameter, optische Parameter, u. a.) aller Elemente des Modells beinhaltet
Output
* Stellt ein Zahlengerüst und Funktionen für Berechnungen innerhalb dieses Modells zur Verfügung
Detaillierte Beschreibung
8 Modellierimg der räumlichen Lage (Position und Drehwinkel) aller Elemente des Modells sowie deren geometrische (z. B. Pixelgröße, Sensorgröße, Auflösung) und optische (z. B. Brennweite, Objektivverzeichnung) Eigenschaften
« Das Modell umfasst zum, jetzigen Zeitpunkt folgende Elemente:
• Kameraeinheiten, bestehend aus:
o Kamerasensoren
o Objektiven
• Augen
• Display
• Es werden neben den Eigenschaften aller Elemente des Modells insbesondere die nachfolgend beschriebenen Funktionen„3D position calculation" (zur Berechnung der Augenposition) und„3D gaze di- rection calculation" (zur Berechnung der Blickrichtung) zur Verfügung gestellt
■ in anderen Anwendungsfällen stehen auch folgende Funktionen zur Verfügung:
• Mit Hilfe dieses Modells kann u. a. die 3D-Blickgeradc (bestehend aus Pupillenmittelpunkt und Blickrichtungsvektor (entsprechend der Biologie und Physiologie des menschlichen Auges korrigiert)) berechnet werden
• Optional kann auch der Blickpunkt eines Betrachters auf einem anderen Objekt im 3D-Modell (z. B, auf einem Display) berechnet werden sowie der fokussierte Bereich des Betrachters
„3D position calculation 804"
o Funktion
■ Berechnung der räumlichen Position (3D-Koordinaten) eines Punktes, der von zwei oder mehr Kameras erfasst wird (z. B, Pupillenmit- telpunkt)
o Input
■ 2D- oordinaten eines Punktes in zwei amerabildern
o Output
■ 3D-Koordinaten des Punktes
■ Fehlermaß: beschreibt die Genauigkeit der übergebenen 2D- Koordinaten in Verbindung mit den Modellparametern
o Detaillierte Beschreibung
■ Aus den übergebenen 2D-Koordinaten werden mit Hilfe des ,,3D eamera System model" (insbesondere unter Berücksichtigung der optischen Parameter) für beide Kameras die Lichtstrahlen berechnet, die den 3D-Punkt als 2i)-Punkte auf den Sensoren abgebildet haben ■ Diese Lichtstrahlen werden als Geraden im 3 D- aum des Models beschrieben
■ Der Punkt von dem beide Geraden den geringsten Abstand haben (im Idealfali der Schnittpunkt der Geraden) wird als Position des gesuchten 3 D-Punktes angenommen
Vorteile
Ermittlung der Gesichtsposition und der Augenpo sitio nen in einem (Live-) Kamerabild in 2D und durch Rückrechnung in den 3D~Raum in 3D (durch Einbeziehen eines 3 D-Raum Modells)
- Die unter 3, Vorgestellten Algorithmen sind optimiert auf echtzeitfähigc und parallele Verarbeitung in FPGAs
- Hohe Frameraten (60 FPS @ 640x480 auf einem XILINX Spartan 3A DSP @ 48 MHz) und kurze Latenzzeiten durch vollständig parallele Verarbeitung ohne Rekursionen in der Verarbeitungskette -> sehr schnelle Bildverarbeitung und verzö- gerzugsarme Ausgabe der Ergebnisse
Minimaler Bauraum, da die gesamte Funktionalität mit einem Bauteil (FPGA) erreicht werden kann
geringer Energieverbrauch
Festes Zeitregime (konstante Zeitdifferenz zwischen aufeinanderfolgenden Ergeb- nissen) und damit prädestiniert für den Einsatz in sicherbeitskritischen Anwendungen
Möglichkeit zur direkten Portierung der Verarbeitung vom FPGA auf einen ASIC (application specific integrated cireuit) -> sehr kostengünstige Lösung bei hohen Stückzahlen durch Ausnutzung von Skaleneffekten
Umgehungsmöglichkeiten
Einsatz anderer Algorithmen für die Gcsarotfunktionaiität oder einzelne Teilfunktionen
Nachweismöglichkeit der Patentverletzung
- Nachweis bei Patentverletzung durch Kopieren/Klonen des FPGA-
Bitfile/Netzlisten
o Wäre einfach nachweisbar bspw. mittels Checksummen
o Ferner lassen sich Bitfiles an eine FPGA-iD binden - das Kopieren wäre datin nur bei Verwendung von FPGAs gleicher ID möglich
- Nachweis bei Patentverletzung durch„Disassemblieren" des FPGA-
Bitfile/Netzlisten
o Anhaltspunkte für Patentverletzungen wären unter Umständen durch disassemblieren des betreffenden FPG A-Biteii 1 es/N etzliste erkennbar o Der konkrete Nachweis könnte nur schwer erbracht werden
Anwendung
Vorteile bei der Anwendung im Vergleich zur Softwarelösung
o autonome Funktionsweise (System on Chip)
o Möglichkeit der einfachen Überführung in einen ASIC
o platzsparende Integration in bestehende Systeme/Schaltungen
Anwendungsbereiche ähnlich denen einer Softwarelösung (In einem (Live-) Kame- rabilddatenstrom werden Gesichtspositiorv und die entsprechenden Augenpositionen detektiert, die für die unten aufgeführten Anwendungen genutzt werden können)
o Sicherheitsanwendungen
■ z.B. Sekundenschtafwarner im Automotive Bereich, durch Auswertung der Augen (Öffnungsgrad) und der Augen- und Kopfbewegung o Mensch-Maschine-Kommunikation
■ z.B. Eingabeschnittstellen für technische Geräte (Kopf- bzw. Au- genposition als Inputparameter)
o Gaze-Tracking
8 z.B. Gesichts- und Augenpositionen als Vorstufe zur Blickrichtungsbestimmung (in Kombination mit„Integrated Eyetracker") o Marketing
■ z.B. Attraktivität von Werbung bewerten durch Auswertung von
Kopf- und Augenparametern (u. a. Position)
Nachfolgend wird anhand von zwei Darstellungen, weiteres Hintergrundwissen zu den oben beschrieben Aspekten der Erfindungen offenbart.
Ein ausführliches Berechnungsbeispiel für diese Blickrichtungsberechnung wird nachfolgend anhand der Fdg. 8a bis 8e beschrieben.
Berechnung des P pi 1 lenmi ttelpunktes '.
Wie bereits beschrieben, entsteht bei der Abbildung der kreisförmigen Pupille 806a durch die Kameraobjektive 808a und 808b auf den Bildsensoren 802a und 802b jeweils eine elliptische Pupillenprojektion (vgl. Fig. 8a). Der Mittelpunkt der Pupille wird auf beiden Sensoren 802a und 802b und somit auch in den entsprechenden Kamerabildern immer als Mittelpunkt E PKS und EMpK2 der Ellipse abgebildet. Dalier kann durch stereoskopische Rückprojektion dieser beiden Ellipsenrnittelpunkte EMpK I und E PK2 mit Hilfe des Objektivmodells der 3D-Pupillenmittelpunkt bestimmt werden. Optionale Voraussetzung dazu ist eine ideal erweise zeitsynchrone Bildaufnahme, damit die von beiden Kameras abgebildeten Szenen identisch sind und somit der Pupillenmittelpunkt an der gleichen Position erfasst wurde.
Zunächst muss für jede Kamera der Rückprojektionsstrahl RS des Ellipsenmittelpunktes berechnet werden, welcher entlang des Knotenpunktstrahls zwischen dem Objekt und dem objektseitigen Knotenpunkt (Hl ) des optischen System verläuft (Fig. 8a),
RS(l) = RSo + t - RSs
(A I )
Dieser Rückprojektionsstrahl wird durch Gleichung (AI) definiert. Er besteht aus einem Anfangspunkt RSo und einem normierten Richtungsvektor RS- , welche sich im genutzten
Objektivmodell (Fig. 8b) durch die Gleichungen (A2) und (A3) aus den beiden Hauptpunkten H\ und Hi des Objektivs sowie dem Ellipsenmittelpunkt EMP in der Sensorebene ergeben. Dazu müssen alle drei Punkte (Hj, H2 und EMP) im Eyetracker- Koordinatensystem vorliegen.
RSo = Hi
(AT)
(A3)
Die Hauptpunkte lassen sich mit den Gleichungen
H, und H, = K 0 + (b + d) - K;, direkt aus den Objektiv- und Kameraparametern berechnen (Fig. 8b), Ko der Mittelpunkt der Kamerasensoreben ist und der Normalvektor der Kamerasensorebene. Der 3D- Ellipsenmittelpunkt im Kamerakoordinatensystem lässt sich aus den zuvor bestimmten EHipsenmittelpuriktparameteTri x„, und y„, , welche in Bildkoordinaten vorliegen, mittels Gleichung
Kamera ■5* PxCr
errechnen. Dabei ist PBüd die Auflösung des Kamerabildes in Pixeln, S0ffSe( ist die Position auf dem Sensor an der begonnen wird das Bild auszulesen, Srcs ist die Auflösung des Sensors und S xör ist die Pixelgröße des Sensors.
Der gesuchte Pupillenmittelpunkt ist im Idealfall der Schnittpunkt der beiden Rückprojek- tionsstrahlen RSK1 und RSK2 . Mit praktisch ermittelten Modellparametern und Ellipsenmittelpunkten ergibt sich allerdings schon durch minimale Messfehler kein Schnittpunkt der Geraden mehr im 3 -D -Raum. Zwei Geraden in dieser Konstellation, welche sich weder schneiden noch parallel verlaufen, werden in der Geometrie windschiefe Geraden genannt. Im Falle der Rückprojektion kann angenommen werden, dass die beiden windschiefen Ge- raden jeweils sehr nahe am Pupillenmittelpurtkt vorbei verlaufen. Dabei liegt der Pupillenmittelpunkt an der Stelle ihres geringsten Abstands zueinander auf halber Strecke zwischen den beiden Geraden.
Der kürzeste Abstand zwischen zwei windschiefen Geraden wird von einer senkrecht zu beiden Geraden stehenden Verbindungsstrecke angegeben. Der Richtungsvektor nSl
Der senkrecht auf beiden Rückprojektionsstrahlen stehenden Strecke kann entsprechend Gleichung (A4) als Kreuzprodukt ihrer Richtungsvektoren berechnet werden.
(A4)
Die Lage der kürzesten Verbindungsstreckc zwischen den Rückprojektionsstrahlen wird durch Gleichung (A5) definiert. Durch Einsetzers von RSk l(s) , RSK2(f ) und ergibt sich daraus ein Gleichungssystem, aus welchem s , l und u berechnet werden können. RSKI(x) + u nSl RS
(A5)
Der gesuchte Pupillenmittelpunkt P P, welcher auf halber Strecke zwischen den Rückprojektionsstrahlen liegt, ergibt sich folglich aus Gleichung (A6) nach dem Einsetzen der für s und u berechneten Werte.
(A6) Als Indikator für die Genauigkeit des berechneten Pupillenmittelpunktes PMP kann zusätzlich die minimale Distanz dRS zwischen den Rückprojektionsstrahlen berechnet werden. Je genauer die Modellparameter und Ellipsenmittelpunkte waren, welche für die bisherigen Berechnungen genutzt wurden, desto geringer ist d«.s . d m ^ ~ \ n l \
(A7)
Der berechnete Pupillenmittelpunkt ist einer der beiden Parameter, welcher die vom Eye- tracker zu ermittelnde Blickgerade des Auges bestimmen. Außerdem wird er zur Berechnung des Blickrichtungsvektors benötigt, welche nachfolgend beschrieben wird,
Der Vorteil dieser Methode zur Berechnung des Pupillenmittelpunktes besteht darin, dass die Abstände der Kameras zum Auge nicht fest im System abgespeichert sein müssen. Dies ist z. B. bei dem in der Patentschrift DE 1 0 2004 046 617 A I beschriebenen Verfahren erforderlich.
Berechnung des Blickrichtungsvektors Der zu bestimmende Blickrichtungsvektor Pfi entspricht dem Normalvektor der kreisförmigen Pupillenfläche und ist somit durch die Ausrichtung der Pupille im 3 -D -Raum festgelegt. Aus den Ellipsenparametern, welche für jede der beiden ellipsenförmigen Projektionen der Pupille auf den Kamerasensoren bestimmt werden können, lassen sich die Lage
und Ausrichtung der Pupille ermitteln. Hierbei sind die Längen der beiden Halbachsen sowie die Rotationswinkel der projizierten Ellipsen charakteristisch für die Ausrichtung der Pupille bzw. die Blickrichtung relativ zu den Kamerapositionen. Ein Ansatz zur Berechnung der Blickrichtung aus den Ellipsenparametern und fest im Eye- tracking-System abgespeicherten Abständen zwischen den Kameras und dem Auge wird z. B. in der Patentschrift DE 10 2004 046 617 AI beschrieben. Wie in Fig. 8e dargestellt, geht dieser Ansatz von einer Parallelprojektion aus, wobei die durch die Sensornormale und den Mittelpunkt der auf den Sensor projizierten Pupille definierte Gerade durch den Pupillenmittelpunkt verläuft. Dazu müssen die Abstände der Kameras zum Auge vorab bekannt und fest im Eyetracking- System abgespeichert sein.
Das bei dem hier vorgestellten Ansatzes verwendete Modell des Kameraobjektivs, welches das Abbi Idungsverhalten eines realen Objektivs beschreibt, findet hingegen eine perspekti- vische Projektion des Objekts auf den Bildsensor statt. Dadurch kann die Berechnung des Pupillenmittelpunktes erfolgen und die Abstände der Kameras zum Auge müssen nicht vorab bekannt sein, was eine der wesentlichen Neuerungen gegenüber der oben genannten Patentschrift darstellt. Durch die perspektivische Projektion ergibt sich die Form der auf dem Sensor abgebildeten Pupillenellipse allerdings im Gegensatz zur P arah elpr oj ektion nicht aliein durch die Neigung der Pupille gegenüber der Sensorfläche, Die Auslenkung δ des Pupillenmittelpunktes von der optischen Achse des Kameraobjektivs hat, wie in Fig. 8b skizziert, ebenfalls einen Einfluss auf die Form der Pupi 1 lenprojektion und somit auf die daraus ermittelten Ellipsenparameter. Im Gegensatz zur Skizze in Fig. 8b ist der Abstand zwischen Pupille und Kamera mit mehreren hundert Millimetern sehr groß gegenüber dem Pupillenradius, welcher zwischen 2 mm. und 8 mm liegt. Daher wird die Abweichung der Pupil 1 enproj ektion von einer idealen Ellipsenform, welche bei einer Neigung der Pupille gegenüber der optischen Achse entsteht, sehr gering und kann vernachlässigt werden.
Um den Blickrichtungsvektor Pn- berechnen zu können, niuss der Einfluss des Winkels δ auf die Ellipsenparameter eliminiert werden, so dass die Form der Pupillenprojektion allein durch die Ausrichtung der Pupille beeinflusst wird. Dies ist immer dann gegeben, wenn der Pupillenmittelpunkt PMP direkt in der optischen Achse des Kamerasystems liegt. Daher kann der Einfluss des Winkels δ beseitigt werden, indem die Pupillenproj ektion auf dem Sensor eines virtuellen Kamerasystems vK berechnet wird, dessen optische Achse direkt durch den zuvor berechneten Pupillenmittelpunkt MP verläuft, wie in Fig. 8c dargestellt.
Die Lage und Ausrichtung eines solchen virtuellen Kamerasystems 804a' (vK. in Fig. 8c) lässt sich aus den Parametern des originalen Kamerasystems 804a (K in Fig. 8b) durch Drehung um dessen objektseitigeri Hauptpunkt Ah berechnen. Dieser entspricht dadurch gleichzeitig dem objektseitigen Hauptpunkt v/Y/ des virtuellen Kamerasystems 804a' . Somit sind die Richtungsvektoren der Knotenpunktstrahlen der abgebildeten Objekte vor und hinter dem virtuellen optischen System 808c' identisch zu denen im originalen Kamerasystem. Alle weiteren Berechnungen zur Bestimmung des Blickrichtungsvektors erfolgen im Ey etrac ker-Koordi naten System .
Der normierte Normalvektor vK„ der virtuellen Kamera vK ergibt sich folgendermaßen:
(A8)
Für das weitere Vorgehen ist es erforderlich, die Rotationwinkel um die x-Achse ( νΚθ ), um die y-Achse ( νΚφ ) und um die z-Achse ( vK ) des Eyetracker-Koordinatensystems zu berechnen um die der Einheitsvektor der z-Richtung des Eyetracker-Koordinatensystems um verschiedene Achsen des Eyetracker-Koordinatensystems gedreht werden muss um den Vektor vK- zu erhalten. Durch Drehung des Einheitsvektor der x-Richtung sowie des
Einheitsvektors der y-Richtung des Eyetracker-Koordinatensystems um die Winkel νΚθ , νΚφ und νΚψ können die Vektoren VÄ' . und vK y - berechnet werden, welche die x- und y-
Achse des virtuellen Sensors im Eyetraeker-Koordinatensystem angeben.
Um die Lage des virtuellen Kamerasystems 804a' (Fig. 8c) zu erhalten, muss dessen Ortsvektor bzw. Koordinatenursprung vKo, welcher gleichzeitig der Mittelpunkt des Bildsensors ist, mittels Gleichung (A9) so berechnet werden, dass er im Knotenpunktstrahl des Pupillenmittelpunktes PMP hegt. AL = v/i, - (d+b vK,
(A9)
Die dazu benötigte Distanz d zwischen den Hauptpunkten sowie die Entfernung b zwischen der Hauptebene 2 und der Sensorebene müssen dazu bekannt sein oder z. B. mit einem Versuchsaufbau experimentell ermittelt werden.
Weiterhin ergibt sich die Lage des bildseitigen Hauptpunktes aus Gleichung (Λ10).
v//2-- vll .... d- vKt
(AiO)
Zur Berechnung der Pupillcnprojektion auf dem virtuellen Sensor 804a' werden zunächst Randpunkte RPy,} der zuvor ermittelten Ellipse auf dem Sensor in Originallage benötigt.
Diese ergeben sich ans den. Randpunkten K 20 der Ellipse E im Kamerabild, wobei entsprechend Fig.8d EA die .kurze Halbachse der Ellipse ist, Eh die lange Halbachse der Ellipse, ESM und Εν^ die Mittelpunktkoordinaten der Ellipse und EA der Rotationswinkel der Ellipse. Die Lage eines Punktes RP'° im Eyetracker-Koordinatcnsystem kann durch die Gleichungen (AI 1) bis (AI 4) aus den Parametern der Ellipse E , des Sensors 5" und der Kamera K berechnet werden, wobei ω die Eage eines Randpunktes RP2D entsprechend Fig.8d auf dem EHipsenumfang angibt.
(All) x'-c s{E + y'-sm(Ea)+E^
RP2n =
(A13)
RPw = K0+s Kx.+t K,
(AI 4)
Die Richtung eines Knotenpunktstrahls KS im originalen Kamerasystem, welcher einen Pupiilenrandpunkt als Ellipsenrandpunkt RP1"" auf dem Sensor abbildet, ist gleich der
Richtung des Knotenpunktstrahls vKS im virtuellen Kamerasystem, welcher den gleichen Pupiilenrandpunkt als Ellipsenrandpunkt RP:s auf dem virtuellen Sensor abbildet. Die Knotenpunkistrahlen der Ellipscnrandpunkte in Fig.8b und Fig.8c veranschaulichen dies. Somit haben die beiden Strahlen KS und vKS den gleichen Richtungsvektor, welcher sich aus Gleichung (AI 5) ergibt. Für den Ortsvektor vKS des virtuellen sensorseitigen Knotenpunktstrahls vKS gilt immer VKSQ = vEI2.
RPin-ll,
RPiD - H,\
(A LS)
Der virtuelle Knotenpunktslrahl und die virtuelle Sensorebene, welche der x-y-Ebene der virtuellen Kamera vK entspricht, werden in Gleichung (A 16) gleichgesetzt, wobei sich durch Auflösen nach $z und h die Parameter ihres Schnittpunktes ergeben. Mit diesen kann durch Gleichung (AI 7) der Ellipsenrandpunkt in Pixelkoordinaten im Bild der virtuellen Kamera berechnet werden.
vKS„ + r7 - vKS
(A I 6)
(A17)
Anschließend können aus mehreren virtuellen Randpunkten vRP 2 n mitteis Ellipsenfitting, z. B. mit dem„Direct ieast square Atting of ellipses" Algorithmus nach Fitzgibbon et ah, die Parameter der in Fig. 8c dargestellter» virtuellen Ellipse vE berechnet werden. Dazu werden mindestens sechs virtuelle Randpunkte vRP 20 benötigt, welche durch Einsetzen unterschiedlicher ω in Gleichung (Al l ) mit dem oben beschriebenen Weg berechnet werden können.
Die Form der so ermittelten virtuellen Ellipse vE ist nur noch von der Ausrichtung der Pupille abhängig. Außerdem liegt ihr Mittelpunkt immer im Mittelpunkt des virtuellen Sensors und bildet zusammen mit der Sensornormalen, welche der Kameranormalen vK- entspricht, eine entlang der optischen Achse verlaufende Gerade durch den Pupillenmittelpunkt Ρμρ . Somit sind die Voraussetzungen erfüllt, um aufbauend auf dem in der Patentschrift DE 10 2004 046 617 A I vorgestellten Ansatz nachfolgend die Blickrichtung zu berechnen. Dabei ist es mit diesem Ansatz nun auch möglich durch die Nutzung des oben beschriebenen virtuellen Kamerasystems die Blickrichtung zu bestimmen, wenn der Pupil- ienmittelpunkt außerhalb der optischen Achse des realen Kamerasystems liegt, was in realen Anwendungen nahezu immer der Fall ist.
Wie in Fig. 8e dargestellt, wird die zuvor berechnete virtuelle Ellipse vE nun in der virtuellen Hauptebene 1 angenommen. Da der Mittelpunkt von vE im Mittelpunkt des virtuellen Sensors und somit in der optischen Achse liegt, entspricht der 3-D-EllipsemitteJpunkt VE 'MP dem virtuellen Hauptpunkt 1 . Er ist auch gleichzeitig der Lotfußpunkt des Pupillenmittelpunktes PMP in der virtuellen Hauptebene 1. Nachfolgend werden nur noch das Ach-
senverhältnis und der Roiationswinkel der Ellipse vE genutzt. Diese Fotmparaiiieter von vE können dabei auch bezogen auf die Hauptebene 1 unverändert genutzt werden, da die Ausrichtungen der x- und y-Achse der 2-D-Sensorebene, auf welche sie sich bezichen, der Ausrichtung der 3-D-Scnsorebene entsprechen und somit auch der Ausrichtung der Hauptebene 1 .
Jede Abbildung der Pupille 806a in einem Kamerabild kann durch zwei verschiedene Ausrichtungen der Pupille entstehen. Bei der Auswertung der Pupillenform ergeben sich daher, wie Fig. He zeigt, aus den Ergebnissen jeder Kamera zwei virtuelle Schnittpunkte vS der zwei möglichen Blickgeraden mit der virtuellen Hauptebene 1 . Entsprechend der geometrischen V erhältnisse in Fig. He können die beiden möglichen Blickrichtungen p. , und p. 2 folgendermaßen bestimmt werden.
Der Abstand A zwischen dem bekannten Pupillenmittelpunkt und dem Ellipsenmittelpunkt vE 'MP ist:
A = \vH - P M> P
(A18)
Daraus lässt sich r mit Gleichung AI 9 bestimmen.
(A19)
Die beiden Richtarigsvektoren r~ , sowie Ta , , weiche von vH,> aus auf vSj sowie vS? richtet sind, werden analog zu den Gleichungen
0 0
M Ψ cos(^) - sin( »)
sin(<p) cos(ö) 0 sin( 0)
M Θ 0 1 0
- ύι\(θ) 0 cos(ß)
Μβ - Μ · ΜΚ
aus VKQ, vK< , vK und vEV berechnet:
(A20)
[i ,o,o
(A21 )
Anschließend können die beiden virtuellen Schnittpunkte vS/ sowie S? und daraus die möglichen Blickrichtungen p. , sowie t. , ermittelt werden. vS, = vH, + r■ r-
(A22) vS , = vH , + r · rs
(A23)
vS^ Ph
(A24) vS, - P,
vS2 - P,
(A25) Um die tatsächliche Blickrichtung zu bestimmen, werden die möglichen Blickrichtungen der Kamera 1 (p^ sowk ) umi der Kamera 2 (j ^ sowie h Kf) benötigt. Von diesen vier Vektoren gibt jeweils einer von jeder Kamera die tatsächliche Blickrichtung an, wobei diese beiden normierten Vektoren im Idealfall identisch sind. Um sie zu identifizieren, werden für alle vier möglichen Kombinationen aus einem Vektor der einen Kamera und einem Vektor der anderen Kamera die Differenzen der jeweils ausgewählten mögliehen Blickrichtungsvektoren gebildet. Die Kombination, bei welcher sich die geringste Differenz ergibt, enthält die gesuchten Vektoren. Diese ergeben gemitte.lt den zu bestimmenden
Blickriclitungsvektor P , Bei Mittelung muss von einer nahezu zeitgleichen Bildaufnahme ausgegangen werden., damit von beiden Kameras die gleiche Pupillenlage sowie die gleiche -ausrichtung und somit die gleiche Blicklichtung erfasst wurde,
Als Maß für die Genauigkeit des berechneten Blickrichtungsvektor kann zusätzlich der Winkel wdijj zwischen den beiden gemittelten Vektoren PK I und ° , welche die tatsächliche Blickrichtung angeben, berechnet werden. Je geringer M>dijf ist, desto genauer waren die Modellparameter und Ellipsenmittelpunkte, welche für die bisherigen Berechnungen genutzt wurden.
(A26)
Die Blickwinkel 9Bw und fair gegenüber der Normallage der Pupille ( P~ liegt paraiiel zur z-Achse des Eyetracker- oordinatensystems) können mit den Gleichungen
Βιν = und
berechnet werden.
Falls eine systematische Abweichung der Blickrichtung von der optischen. Achse des Auges bzw. von der PupiUennormale berücksichtigt werden soll, können die entsprechenden Winkel zu den ermittelten Blickwinkeln 0BW und ΨΒ hinzuaddiert werden. Der neue Blickriclitungsvektor muss dann mittels Gleichung
aus den neuen Blickwinkeln BBW und ψβιν' und 5 = [0,0, l}r berechnet werden.
Mit dem Blickrichtungsvektor Ρ ist (neben dem Pupillemittelpunkt PMP aus Gleichung
A6) auch der zweite Parameter der vom 3D-Bildanalysator zu bestimmenden Blickgeraden (LoS) bekannt. Diese ergibt sich entsprechend folgender Gleichung LoS t) = PMP + l - P„- .
Die Implementierung des oben vorgestellten Verfahrens ist plattformunabhängig, so dass das oben vorgestellte Verfahren auf verschiedenen Hardwareplattformen, wie z.B. einem PC ausgeführt werden kann.
Entwicklung eines Verfahrens zur Überarbeitung des Verfahrens Merkmal sextraktion
Das Ziel der vorliegenden nachfolgenden Ausführungen ist es, auf Basis der parallelen Hough-Transformation und ein robustes Verfahren zur Merkmalsextraktion zu entwickeln. Dazu wird der Houghcore überarbeitet und ein Verfahren zur Merkmalsextraktion vorgestellt, das die Ergebnisse der Transformation reduziert und auf wenige„Merkmalsvektoren" pro Bild herunterbricht. Anschließend wird das neu entwickelte Verfahren in einer Matlab- Toolbox implementiert und getestet. Es wird schließlich eine FPGA- Implementierung des neuen Verfahrens vorgestellt.
Parallele Hough-Transformation für Geraden und Kreise
Die parallele Hough-Transformation nutzt Houghcores unterschiedlicher Größe, die mit Hilfe von Konfigurationsmatrizen für den jeweiligen Anwendungsfall konfiguriert werden müssen. Die mathematischen Zusammenhänge und Verfahren zur Erstellung solcher Konfigurationsmatrizen sind nachfolgend dargestellt. Das Matlab-Skript alc config lines curvatures.m greift auf diese Verfahren zurück und erstellt Konfigurationsmatrizen für Geraden und Halbkreise in verschiedenen Größen. Zur Erstellung der Konfigiirationsmatrizen ist es zunächst erforderlich Kurvenscharen in diskreter Darstellung und für unterschiedliche Houghcore-Größen zu berechnen. Die Anforderungen (Bildungsvorschriften) an die Kurvenscharen wurden bereits aufgezeigt. Unter
Berücksichtigung dieser Bildungsvorschriflen sind insbesondere Geraden und Halbkreise zur Konfiguration der Houghcores geeignet. Für die Blickrichtungsbestimmung werden
Houghcores mit Konfigurationen für Halbkreise (bzw, Krümmungen) eingesetzt. Aus Gründen der Vollständigkeit werden hier auch die Konfigurationen für Geraden (bzw. Ge- radenabschnilte) hergeleitet. Die mathematischen Zusammenhänge zur Bestimmung der Kurvenscharen für Geraden sind veranschaulicht.
Ausgangspunkt für die Berechnung der Kurvenscharen für Geraden b ldet die lineare Geradengleichung in (B l ). y = m■ x + n
Die Kurvenscharen können durch Variation des Anstiegs m generiert werden. Dazu wird die Geradensteigung von 0° bis 45° in gleichgroße Intervalle zerlegt. Die Anzahl der Intervalle ist von der Houghcore-Größe abhängig und entspricht der Anzahl an Houghcore-
Zeiien. Der Anstieg kann über die Laufvariable Ycore von 0 bis corehejgl durchgestimmt werden.
(B2)
Die Funktionswerte der Kurvenscharen errechnen sich durch Variation der Laufvariablen (in (B3) durch xcorc ersetzt), deren Werte von 0 bis core width laufen.
1
J ¥ " e.orc ^ '' core
coreheie!
(B3)
Für eine diskrete Darstellung im 2D-Plot müssen die Funktionswertc auf ganze Zahlen gerundet werden. Die Berechnung der Kurvenscharen für Halbkreise orientiert sich an (Katzmann 2005, S. 37-38) und ist in Fig. 9b veranschaulicht.
Ausgangspunkt für die Berechnung der Kurvenscharen ist die Kreisgleichung in Koordinatenform, r2 = (x ^ XMf + y - yM f
(B4)
Mit xM = 0 (Lage des Kre i sm i ttel p unkte s auf der y-Achse), x = xcore und umstellen nach y folgt für die Funktionswerte der Kurvenscharen (B5).
(B5)
Da und r nicht bekannt sind, müssen sie ersetzt werden. Dazu können die mathematischen
Zusammenhänge in (B6) und (B7) aus Fig. 9b hergeleitet werden. yM= h - r
(B6)
(B7)
Durch Umstellen von (B7) nach yM und der Bedingung das y immer negativ sein muss (s, Fig. 9b) erhält man (B8).
(B8)
Einsetzen von (B8) in (B5) fuhrt zu (B9).
(B9)
Aus Fig. 9b wird deutlich, dass der Houghcore mittenzentriert in der y-Achse des Kreiskoordinatensystems liegt. Die Variable xcore läuft normalerweise von 0 bis cofewjil!sj - 1 und muss somit um - ·- korrigiert werden.
(B O)
Es fehlt noch der Radius, den man durch einsetzen von (B6) in (B7) und durch weitere Umformungen erhält.
(A - r)' +
(Bl l)
(B 12)
(B 13) core hcighl
Zum Erzeugen der Kurvenscharen muss schließlich die Variable h von 0 bis
variiert werden. Dies geschieht über die Laufvariable ycore die von 0 bis core, h
r =
(B14)
Wie bereits bei den Geraden müssen die y-Werte für eine diskrete Darstellung im 2D-Plot gerundet werden. Die Kurvenscharen für Houghcores vom Typ 2 können ganz einfach über Gleichung (B 15) ermittelt werden. y 2 =coreheifil - y.
(B15)
Ausgehend von den Kurvenschareii können für alle Houghcore-Größen jeweils zwei Konfigurationen (Typ 1 und für Geraden und Kreise ermittelt werden. Die Konfigurati-
onen werden dabei direkt aus den Kurvenscharen bestimmt, vgl (Katzmann 2005. S. 35- 36). Konfi gurationsmatrizen können entweder mit Nullen oder mit Einsen besetzt sein. Eine Eins steht dabei für ein genutztes Delayelement im Houghcore. Zunächst wird die Konfigurationsmatrix in den Dimensionen des Houghcores mit Nullwerten initialisiert. Danach werden folgende Schritte durchlaufen:
1 . Beginne mit der ersten Kurve der Kurvenschar und prüfe den y- ert der ersten x- Indexnummer. Ist der y-Wert größer als Null, dann besetze in der gleichen Zeile
(gleicher y-Index) an genau derselben Stelle (gleicher x-Index) das Element der Konfigurationsmatrix mit Eins.
2. Modifiziere die y-Werte mit gleichem x-lndex über alle Kurven der Kurvenschar.
Wurde im ersten Schritt das Element mit Eins besetzt, dann ziehe von allen y- Werten Eins ab. Wurde im ersten Schritt das Element nicht besetzt, dann tue nichts. 3. Durchlaufe Schritt 1 und 2 so lange, bis alle Elemente der Konfigurationsmatrix angesprochen wurden.
Die Konfigurationsprozedur ist in Fig. 9c schrittweise veranschaulicht. Abschließend möchte ich auf ein paar Eigenheiten der Houghcore-Konfigurationen eingehen. Die Konfigurationen für Geraden repräsentieren immer nur Geradenabschnitte in Abhängigkeit der Breite des Houghcores. Längere Geradenabschnitte im binären Kantenbild müssen gegebenenfalls aus mehreren delektierten Geradenabschnitten zusammengesetzt werden. Die Auflösung der Winkel (bzw. Steigung) der Geradenabschnitte ist von der Hö- he des Houghcores abhängig.
Die Konfigurationen für Kreise repräsentieren immer Kreisbögen um den Scheitelpunkt des Halbkreises herum. Nur die größte y-lndexn mmer der Kurvenschar (kleinster Radius) repräsentiert einen vollständigen Halbkreis. Die entwickelten Konfigurationen können für den neuen Houghcore genutzt werden.
Überarbeitung des Houghcores
Ein entscheidender Nachteil der FPGA-Implernentierung von Holland-Neil ist die starre Konfiguration der Houghcores. Die Delavlines müssen, vor der Synthese parametrisiert werden und sind danach fest in den Hardwarestrukturen abgelegt (Holland-Neil, S. 48-49). Änderungen während der Laufzeit (z. B. Houghcore-Größe) sind nicht mehr möglich. Das neue Verfahren soll an dieser Stelle flexibler werden. Der neue Houghcore soll sich auch
während der Laufzeit im FPGA vollständig neu konfigurieren lassen. Das hat mehrere Vorteile. Zum einen müssen nicht zwei Houghcores (Typ 1 und Typ 2) parallel abgelegt werden und zum anderen können auch unterschiedliche Konfigurationen für Geraden und Halbkreise genutzt werden, Darüber hinaus lässt sich die Houghcore-Größe flexibel wäh- rend der Laufzeit ändern.
Bisherige Hou gh c ore -S truktur bestehen aus einem Delay und einem Bypass und es wird vor der FPGA-Synthese festgelegt welcher Pfad genutzt werden soll. Im Folgenden wird diese Struktur um einen Multip] ex er, ein weiteres Register zur Konfiguration des Delay- elements (Schalten des Multiplexers) und ein Pipelinedelay erweitert. Die Konfigurations- register können während der Laufzeit modifiziert werden. Auf diese Weise können unterschiedliche Konfigurationsmatrizen in den Hougheore eingespielt werden. Durch setzten der Pipelinedelays hat das Synthesetool im FPGA mehr Freiheiten bei der Implementierung des Houghcore-Designs und es können höhere Taktraten erzielt werden. Pipe- linedelays durchbrechen zeitkritische Pfade innerhalb der FPGA -Strukturen . In Fig. 9d ist das neue Design der Delayelemente veranschaulicht.
Im Vergleich zur bisherigen Umsetzung nach Katzmann und Holland-Neil sind die Delayelemente des neuen Houghcores etwas komplexer aufgebaut. Zur flexiblen Konfiguration des Delayelements wird ein zusätzliches Register benötigt und der Multiplexer belegt weitere Logikressourcen (muss im FPGA in einer LUT implementiert werden). Das Pipelinedelay ist optional. Neben der Überarbeitung der Delayelemente wurden auch Modifikationen am Design des Houghcores vorgenommen, Der neue Hougheore ist in Fig. 9e veranschaulicht,
Im Unterschied zum bisherigen Hougheore soll zunächst eine neue Notation eingeführt werden. Aufgrund des um 90° rotierten Designs in Fig. 9e werden die ursprünglich als „Zeilensummen" bezeichneten Signale des Ausgangshistogramms ab sofort„Spaltensummen" genannt. Jede Spalte des Houghcores steht somit für eine Kurve der Kurvenschar. Der neue Hougheore kann außerdem während der Laufzeit mit neuen Konfigurationsmatrizen beaufschlagt werden. Die Konfigurationsmatrizen sind im FPGA-internen BRAM. abgelegt und werden von einer Konfigurationslogik geladen. Diese lädt die Konfigurationen als spaltenweisen Bitstring in die verketteten Konfigurationsregister (s. Fig. 9d). Die Rekonfiguration des Houghcores benötigt eine gewisse Zeit und ist von der Länge der Spalten (bzw. der Anzahl der Delaylines) abhängig. Dabei benötigt jedes Spaltenelement einen Taktzyklus und es kommt eine Latenz von wenigen Taktzyklcn durch den BRAM und die Konfigurationslogik hinzu. Die Gesamtlatenz zur Rekonfiguration ist zwar nachteilig, kann jedoch für die videobasierte Bildverarbeitung in Kauf genommen werden, im Normalfall
haben die mit einem CMOS-Sensor aufgezeichneten Videodatenströme ein horizontales und vertikales Blanking, Die Rekonfiguration kann somit problemlos in der horizontalen Blankingzeit stattfinden. Die Größe der im FPGA implementierten Houghcore-Struktur gibt auch die maximal mögliche Größe für Houghcore-Konfigurationen vor. Werden kleine Konfigurationen genutzt sind diese vertikal zentriert und in horizontaler Richtung an Spalte 1 der Houghcore-Struktur ausgerichtet (s. Fig. 91). icht genutzte Elemente der Houghcore-Struktur werden allesamt mit Delays besetzt. Die korrekte Ausrichtung kleinerer Konfigurationen ist für die Korrektur der x- Koordinaten (s. Formeln (B l 7) bis (B 1 9)) wichtig.
Der Houghcore wird wie bisher mit einem binären Kantenbild gespeist, das die konfigurierten Delaylines durchläuft. Mit jedem Verarbeitungsschritt werden die Spaltensummen über den gesamten Houghcore berechnet und jeweils mit dem Summensignal der vorhergehenden Spalte verglichen. Liefert eine Spalte einen höheren Summen wert, wird der Summenwert der ursprünglichen Spalte überschrieben. Als Ausgangssignai liefert der neue Houghcore einen Spaltensummenwert und die dazugehörige Spaltennummer. Auf Basis dieser Werte kann später eine Aussage darüber getroffen werden, weiche Struktur gefunden wurde (repräsentiert durch die Spaltennummer) und mit welcher Auftrittswahrscheinlichkeit diese detektiert wurde (repräsentiert durch den Summen wert). Das Ausgangssignal des Houghcores kann auch als Houghraum oder Akkumulatorraum bezeichnet werden. Im Gegensatz zur herkömmlichen Hough-Transformation liegt der Houghraum der parallelen Hough-Transformation im Bildkoordinatensystem vor. Das heißt, dass zu jeder Bi ldkoordinate ein Summenwert mit dazugehöriger Spaltennummer ausgegeben wird. Zur vollständigen Transformation des Ausgangsbildes muss jeweils ein Floughcore vom Typ 1 und Typ 2 vom nicht rotierten und rotierten Bild durchlaufen werden. Damit liegen nach der Transformation nicht nur Spaltensumme mit dazugehöriger Spaltennumme , sondern auch der Houghcore-Typ und die Ausrichtung des Ausgangsbildes (nicht rotiert oder rotiert) vor. Darüber hinaus können verschiedene Houghcore-Größen und Konfigurationen jeweils für Geraden und Halbkreise genutzt werden. Damit kann neben den genannten Ergebnissen noch der Kurventyp und die Houghcore-Größe angegeben werden. Zusammenfassend ist ein Ergebnisdatensatz des neuen Houghcores in nachfolgender Tabelle dargestellt. Bei der parallelen Hough-Transformation entsteht für jeden Bildpunkt des Ausgangsbildes ein solcher Datensatz.
Besehreibung
x-Koordinate ! Wird entsprechend der Länge der Houghcore-Struktur verzö i eert. Eine aenaue Korrektur der x-Koordinate kann erfolgen i y-Koordinate Wird entsprechend der Höhe der _Houghcore- Struktur mit
Übersicht des Ergebnisdatensatzes der für jeden Bildpunkt des Ausgangsbildes bei der parallelen Hough-Transformation mit überarbeiteter Houghcore-Struktur entsteht. Im Gegensatz zum. binären und schwellwertbasierten Ausgang des Houghcores von Katzmann und Holland-Neil erzeugt die neue Houghcore-Struktur deutlich mehr Ausgangsdaten. Da solch eine Datenmenge nur schwer zu handhaben ist, wird ein Verfahren zur Merkmalsextraktion vorgestellt, das die Ergebnisdatenmenge deutlich verringert. Typ 2 Houghcore und Bildrotation
Bei den Ausführungen zur parallelen Hough-Transformation wurde bereits die Notwendigkeit der Bildrotation und die Eigenheiten des Typ 2 Houghcores angeschnitten. Bei der parallelen Hough-Transformation muss das Ausgaiigsbild den Houghcore viermal durch- laufen. Das ist notwendig, damit Geraden und Halbkreise in unterschiedlichen Winkellagen detektiert werden können. Arbeitet man nur mit einem Typ 1 Houghcore, müsstc man das Bild in Ausgangslage und rotiert um 90°, 1 80° und 270° verarbeiten. Durch Hinzunahme des Typ 2 Houghcores entfallen die Rotation um 180° und 270°. Wird das nicht rotierte Ausgangsbild mit einem Typ 2 Houghcore verarbeitet entspricht das einer Verar-
beitung des um 180° rotierten Ausgangsbildes mit einem Typ 1 Houghcorc. Ähnlich verhält es sich mit der Rotation um 270°. Diese kann durch Verarbeitung des um 90° rotierten Bildes mit einem Typ 2 Houghcore ersetzt werden. Für eine FPGA-Umsetzung wirkt sich der Wegfall zusätzlicher Rotationen positiv aus, da Bildrotationen im Normalfall nur mit Hilfe eines externen Speichers gelöst werden können. Je nach eingesetzter Hardware steht nur eine gewisse Bandbreite (maximal mögliche Datenrate) zwischen FPGA und Speicherbaustein zur Verfügung. Bei Verwendung eines Typ 2 Houghcores wird die Bandbreite des externen Speicherbausteins nur mit einer Rotation um 90° belegt. Bei der bisherigen Implementierung von Holland-Neil war es erforderlich einen Houghcore vom Typ 1 und ei- nen Floughcore vom Typ 2 im FPGA abzulegen. Mit dem überarbeiteten Houghcore- Design ist es nun auch möglich die Houghcore- Struktur einmal im FPGA abzulegen und Konfigurationen vom Typ I oder Typ 2 zu laden. Durch diese neue Funktionalität kann mit nur einem Houghcore und bei nur einer Bildrotation das Ausgangsbild vollständig transformiert werden.
Es bleibt zu berücksichtigen, dass bei der Verarbeitung mit nur einem Houghcore auch die vierfache Datenrate im Houghcore anfällt. Bei einem Videodatenstrom mit öOfps und VGA-Auflösung beträgt die Pixeldatenrate 24Mhz. In diesem Fall müsste der Houghcore mit 96Mhz betrieben werden, was für einen FPGA der Spartan 3 Generation bereits eine hohe Taktrate darstellt. Zur Optimierung des Designs sollte verstärkt mit Pipelinedelays innerhalb der Floughcorc-Struktur gearbeitet werden.
Merkmal sextraktion
Die Merkmalsextraktion arbeitet auf den Datensätzen aus vorheriger Tabelle. Diese Datensätze können in einem Merkmalsvektor (B ! 6) zu sammenge fasst werden. Der Merkmalsvektor kann im Folgenden auch als Hough-Feature bezeichnet werden.
MV=iMVx, MVY VQ, MV KS, MVN> MVc.i, MVA]
(B 16)
Ein Merkmalsvektor besteht jeweils aus x- und y-Koordinate für das gefundene Feature (MVX und MVy), der Orientierung MVo, der Krümmungsstärke MV/cs, der Häufigkeit MVH, der Houghcore-Größe MVQ.I und die Art der gefundenen Struktur MVA. Die detaillierte Bedeutung und der Wertebereich der einzelnen Elemente des Merkmaisvektors kann nachfolgender Tabelle entnommen werden.
MVx und MVy \ Beide Koordinaten laufen jeweils jijs zur Größe des Ausgangsbildes
Elemente des Houg -Merkmalsvektors, deren Bedeutung und Wertebereich»
Berechnung der Orientierung in Abhängigkeit der Bildrotation und des zur Transformation genutzten Houghcore-Typs.
Aus obigen Tabellen wird ersichtlich, dass die beiden Elemente MV0 und M'VKS bei Geraden und Halbkreisen unterschiedliche Bedeutungen haben. Bei Geraden bildet die Kombination, aus Orientierung und Krümmungsstärke den Lagewinkel des detektierten Geraden- abschniltes im Winke! von 0° bis 180°. Dabei adressiert die Orientierung einen Winkelbereich und die Krümmungsstärke steht für einen konkreten Winkel innerhalb dieses Bereiches. Je größer der Houghcore (genauer je mehr 11 o ugheo re- S pal te n vorhanden sind), desto
feiner ist die Winkelauflösung. Bei Halbkreisen steht die Orientierung für den Lagewinkel bzw. die Ausrichtung des Halbkreises. Halbkreise können prinzipbedingt nur in vier Ausrichtungen detektieri werden. Die Krümmungsstärke steht bei Halbkreiskonfigurationen für den Radius.
Neben der Orientierung MV0 und der Krümmungsstärke MVKS ist bei den Koordinaten
(MVx und MVy) eine weitere Besonderheit zu beachten (s. Fig. 9g). Bei Geraden sollen die Koordinaten immer den Mittelpunkt und bei Halbkreisen bzw. Krümmungen immer den Scheitelpunkt repräsentieren. Mit dieser Vorgabe kann die y-Koordinate entsprechend der implementierten Houghcore-Struktur korrigiert werden und ist unabhängig von der Größe der zur Transformation genutzten Konfiguration (s. Fig. 9f). Ähnlich einem lokalen Filter wird die y- Koordinate vertikal zentriert angegeben. Für die x-Koordinate wird ein Zusammenhang über die Houghcore-Spalte hergestellt, die den Treffer geliefert hat (im Merkmalsvektor ist die Houghcore-Spalte unter der Bezeichnung MVKS abgelegt), in Abhängigkeit des Houghcore-Typs und der Bildrotation körmen Berechnungsvorschriften für drei verschiedene Fälle angegeben werden. Für einen Houghcore vom Typ I wird jeweils für das nichtrotierte und das rotierte Ausgangsbild auf Formel (B 1 7) zurückgegriffen. Liegt ein Houghcore vom Typ 2 vor muss in Abhängigkeit der Bildrotation auf Formel (B 18) bzw. Formel (B 1 ) zurückgegriffen werden.
MVr = MVX + floor
(B 1 7)
MV. = Bildbreite MV + floor
(B 1 8)
MV. = BiMhmüe, .,.,„„ - j MV t
(B 1 )
Mit der Anweisung floor wird die gebrochen rationale Zahl abgerundet, im FPGA entspricht das dem einfachen Absehneiden der binären Nac hkommastell en . Nachdem die Orientierung bestimmt und die Koordinaten des Hough-Features korrigiert wurden, kann die eigentliche Merkmalsextraktion erfolgen.
Zur Merkmalsextraktion werden drei Schwellwerte in Kombination mit einem non- maximumsuppression Operator genutzt. Der non-maximum-suppression Operator unterscheidet sich bei Geraden und Halbkreisen. Über die Schwellwerte wird eine minimale MVk:s und maximale Krümmungsstärke MVK vorgegeben und eine minimale Häufigkeit MVH ^ festgelegt. Der non-maximum-suppression Operator kann als lokaler Operator der Größe 3x3 betrachtet werden (s. Fig. 9h). Ein gültiges Merkmal für Halbkreise (bzw. Krümmungen) entsteht immer genau dann, wenn die Bedingung des nms-Operators in (B23) erfüllt ist und die Schwellwerte gemäß Formeln (B20) bis (B22) überschritten werden.
(B20)
MV* , > MVK.
(B21 )
MV' > MV,
(B22)
MV" A MV" ^ M " MV" MV" MV" MV" MV" MV,
(B23)
Durch die non-maximum-suppression werden Hough-Features unterdrückt, die keine lokalen Maxim a im Häufigkeitsraum der Merkmalsvektoren darstellen. Auf diese Weise werden Hough- Features unterdrückt, die keinen Beitrag zur gesuchten Struktur liefern und für die Nach Verarbeitung irrelevant sind. Die Merkmalsextraktion wi d nur noch über drei Schwellen parametrisiert, die im Vorfeld sinnvoll eingestellt werden können. Eine detaillierte Erläuterung der Schwellwerte ist nachfolgender Tabelle zu entnehmen.
Schwcllwert Schreibung j Vergleichbarer Parameter des Verfahrens nach Katzrnann
MV, Schwellwert für eine minimale Häufigkeit, also einen Spalten- Hough-Thres summenwert, der nicht unterschritten werden darf.
MVK Schwellwert für eine m in imale Krümmung des Hough-Features. ! Bottom-Line
Bei Houghcores m it Gerad en ko n fi g u rat i o rt bezieht sich die
I Schwelle auf den vom Hougheore delektierten Winkelbereich.
MV K, S, Verhält sich wie MV KS nur für eine maximale Krümmung, Top-Line
Detaillierte Beschreibung der drei Scrr ellwcTte zur Extraktion von Hough- Features aus dem tloughraum. Im Vergleich zum Verfahren nach Katzmann sind Parameter mit ähnlicher Funktion angegeben. Für Geraden kann ebenfalls ein non-maximum-suppression Operator der Größe 3x3 (s. Fig. 9h) hergeleitet werden. Dabei sind einige Besonderheiten zu beachten. Anders als bei den Krümmungen werden die gesuchten Strukturen bei den Geradenabschnitten nicht auf ein entstehen fortlaufend mehrere axima entlang des binären Kantenveriaufes. Die non- maximumsuppression kann somit an das Verfahren im Canny- Kantendetektionsalgorithmus angelehnt werden. Je nach Houghcore-Typ und detektiertem Winkelbereich können drei Fälle unterschieden werden (s. Fig. 91 in Kombination mit obiger Tabelle). Die Fallunterscheidivng gilt sowohl für rotierte als auch nicht rotierte Aus- gangsbiider, da die Rücktransformation rotierter Koordinaten erst nach der non-maximum- suppression erfolgt. Welcher nms-Operator zu verwenden ist hängt neben dem Houghcore- Typ auch vom Winkelbereich ab. Der Winkelbereich, den ein Floughcore mit Konfigurationen für Geraden liefert wird durch die Winkelbereichshalbierende geteilt. Die Winkelbereichshalbierende kann als Houghcore-Spaite (dezimal gebrochen) angegeben werden ( MVKSI IH ). Den mathematischen Zusammenhang in Abhängigkeit der Houghcore-Größe beschreibt Formel (B24). In welchem Winkelbereich das Flough-Fcature liegt richtet sich nach der Houghcore-Spaite, die den Treffer geliefert hat (MVKS), welche direkt mit der Winkelbereichshalbierenden Houghcore-Spaite verglichen werden kann.
(B24)
Hat man sich für einen Operator entschieden kann ähnlich der non-maximum-suppression für Krümmungen die Bedingung über den jeweiligen nms-Oprator abgefragt werden (Formeln (B25) bis (B27)). Sind alle Bedingungen erfüllt und werden zusätzlich die Schwel 1- werte gemäß den Formeln (B20) bis (B22) überschritten, kann das Hough-Feature an Position »w.5'2.2 übernommen werden.
Houghcore-Typ [ Winkelbereich nms-Operator Bedingung
Bereich l a A MFK < MVK;
Bereich ί b 7 MV KS > MV .
Bereich 2a 2 A 1 VKS <
Bereich 2b 2 B 3 MVKS >
Entscheidung für einen nms-Operator in Abhängigkeit des Houghcorc-Typs und des Winkelbereichs, in dem. der Treffer aufgetreten ist.
(B27)
Den Abschluss der Merkmalsextraktion bildet die Rückrotation der x- und y-Koordinaten notierter Hough-Features, Für die Nachverarbeitung sollten diese wieder im Bildkoordinatensystem vorliegen. Die Rücktramformation ist unabhängig vom Kurventyp (egal ob Geraden oder Krümmungen) immer dann auszuführen, wenn das rotierte Ausgangsbild verarbeitet wird, In den Formeln (B28) und (B29) ist der mathematische Zusammenhang beschrieben, Mit Bildbreite ist die Breite des nicht rotierten Ausgangsbildes gemeint.
(B28)
MVX = Bildbreite - MV ym
(B29)
Mit Hüte der Merkmalsextraktion ist es möglich die Ergebnisdaten der parallelen Hough- Transformation bis au f wenige Punkte zu reduzieren. Diese können dann als Merkmalsvektor an die Nachverarbeitung übergeben werden.
Die oben beschriebenen Ausführungsbeispieie stellen lediglich eine Veranschaulichung der Prinzipien der vorliegenden Erfindung dar. Es versteht sich, dass Modifikationen und Variationen der hierin beschriebenen Anordnungen und Einzelheiten anderen Fachleuten einleuchten werden. Deshalb ist beabsichtigt, dass die Erfindung lediglich durch den Schutzumfang der nachstehenden Patentansprüche und nicht durch die spezifischen Einzelheiten, die anhand der Beschreibung und der Erläuterung der Ausführungsbeispieie hierin präsentiert wurden, beschränkt sei.