SCR-Katalysatorvorrichtung enthaltend Vanadiumoxid und Eisen-haltiges
Molekularsieb
Die Erfindung betrifft eine Katalysatorvorrichtung zur Reinigung von Stickoxid-haltigen Abgasen durch selektive katalytische Reduktion (SCR), umfassend mindestens zwei katalytische Schichten, wobei die erste Schicht Vanadiumoxid und die zweite Schicht Eisenhaltiges Molekularsieb enthält, wobei die erste Schicht auf der zweiten Schicht aufgetragen ist. Die Erfindung betrifft auch Verwendungen der Katalysatorvorrichtung und Verfahren zur Reinigung von Abgasen.
Stand der Technik
Das Verfahren der selektiven katalytischen Reduktion (SCR) wird im Stand der Technik zur Reduktion von Stickoxiden in Abgasen eingesetzt, beispielsweise aus Verbrennungsanlagen, Gasturbinen, Industrieanlagen oder Verbrennungsmotoren. Die chemische Reaktion erfolgt mit selektiven Katalysatoren, nachfolgend als „SCR- Katalysatoren" bezeichnet, die gezielt Stickoxide, vor allem NO und NO2, reduktiv entfernen. Unerwünschte Nebenreaktionen werden dagegen unterdrückt. Bei der Reaktion wird ein Stickstoff-haltiges Reduktionsmittel eingespeist, üblicherweise Ammoniak (NH3) oder eine Vorläuferverbindung, wie Harnstoff, die dem Abgas zugemischt wird. Die Reaktion ist eine Komproportionierung. Als Reaktionsprodukte werden im Wesentlichen Wasser und elementarer Stickstoff erhalten. SCR-Katalysatoren enthalten oft Metalloxide, wie Oxide von Vanadium, Titan, Wolfram, Zirkonium oder Kombinationen davon. Außerdem werden als SCR-Katalysatoren oft Molekularsiebe eingesetzt, insbesondere Zeolithe, die mit katalytisch aktiven Metallen ausgetauscht sind.
Eine wichtige Anwendung der SCR ist die Entfernung von Stickoxiden aus Abgasen von überwiegend mit magerem Luft/Kraftstoffverhältnis betriebenen Verbrennungsmotoren. Bei solchen Verbrennungsmotoren handelt es sich um Dieselmotoren und direkteinspritzende Benzinmotoren. Sie werden zusammenfassend als Magermotoren bezeichnet. Das Abgas von Magermotoren enthält neben den Schadgasen Kohlenmonoxid CO, Kohlenwasserstoffe HC und Stickoxide NOx einen relativ hohen Sauerstoffgehalt von bis zu 15 Vol.-%. Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe können durch Oxidation leicht unschädlich gemacht werden. Die Reduktion der Stickoxide zu Stickstoff ist wegen des hohen Sauerstoffgehaltes wesentlich schwieriger.
Da Verbrennungsmotoren im Kraftfahrzeug transient betrieben werden, muss der SCR- Katalysator auch bei stark schwankenden Betriebsbedingungen möglichst hohe Stickoxidumsätze bei guter Selektivität gewährleisten. Dabei muss eine vollständige und selektive Stickoxid-Konvertierung bei niedrigen Temperaturen ebenso sichergestellt sein, wie der selektive und vollständige Umsatz hoher Stickoxidmengen in sehr heißem Abgas, beispielsweise bei Vollastfahrten. Zudem bereiten die stark schwankenden Betriebsbedingungen Schwierigkeiten bei der exakten Dosierung des Ammoniaks, die idealerweise in stöchiometrischem Verhältnis zu den zu reduzierenden Stickoxiden erfolgen sollte. Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an den SCR-Katalysator, also an dessen Fähigkeit, Stickoxide in einem breiten Temperaturfenster bei hochvariablen Katalysatorbelastungen und schwankendem Reduktionsmittelangebot mit hohen Umsatz- und Selektivitätsraten zu Stickstoff reduzieren zu können.
Die EP 0 385 164 B1 beschreibt sogenannte Vollkatalysatoren zur selektiven Reduktion von Stickoxiden mit Ammoniak, die neben Titanoxid und mindestens einem Oxid von Wolfram, Silicium, Bor, Aluminium, Phosphor, Zirkonium, Barium, Yttrium, Lanthan und Cer eine zusätzliche Komponente enthalten, ausgewählt aus der Gruppe der Oxide von Vanadium, Niob, Molybdän, Eisen und Kupfer. Die US 4,961 ,917 betrifft Katalysatorformulierungen zur Reduktion von Stickoxiden mit Ammoniak, die neben Zeolithen mit einem Silica:Alumina-Verhältnis von mindestens 10 und einer Porenstruktur, die in allen Raumrichtungen durch Poren mit einem durchschnittlichen kinetischen Porendurchmesser von mindestens 7 Ängström verknüpft ist, Eisen und/oder Kupfer als Promotoren enthalten.
Die in den genannten Dokumenten beschriebenen Katalysatorvorrichtungen sind jedoch verbesserungsbedürftig, weil damit erst bei relativ hohen Temperaturen oberhalb von etwa 350°C oder oberhalb von etwa 450°C gute Stickoxid-Konversionsraten erzielt werden. Eine optimale Umsetzung erfolgt in der Regel nur in einem relativ engen Temperaturbereich. Ein solches Umsatzoptimum ist für SCR-Katalysatoren typisch und durch den Wirkungsmechanismus bedingt.
Die Reaktion von Stickoxiden an SCR-Katalysatoren mit Ammoniak, der aus einer Vorläuferverbindung wie Harnstoff gebildet werden kann, erfolgt gemäß den folgenden Reaktionsgleichungen:
4NO + 4NH3 + 02 -> 4N2 + 6H2 (1 )
NO + N02 + 2NH3 -> 2N2 + 3H20 (2)
6N02 + 8NH3 ^ 7N2 + 12H20 (3)
Es ist vorteilhaft, den Anteil von N02 zu erhöhen und insbesondere ein N02:NO-Verhaltnis von etwa 1 :1 einzustellen. Unter diesen Bedingungen können aufgrund der im Vergleich zu Reaktion (1 ) ("Standard SCR Reaktion") deutlich schnelleren Reaktion (2) ("Schnelle SCR Reaktion) bereits bei niedrigen Temperaturen unterhalb 200°C signifikant höhere Umsatzgrade erzielt werden. Die im Abgas von Magermotoren enthaltenen Stickoxide NOx bestehen aber überwiegend aus NO und weisen nur geringe Anteile N02 auf. Im Stand der Technik wird daher zur Oxidation von NO zu NOx ein vorgelagerter Oxidationskatalysator, beispielsweise auf Aluminiumoxid geträgertes Platin, eingesetzt. Ein weiteres Problem bei der Entfernung von Stickoxiden im Abgas von Magermotoren mit SCR-Katalysatoren ist, dass der Ammoniak aufgrund des hohen Sauerstoffgehalts zu niedervalenten Stickoxiden, insbesondere Lachgas (N20), oxidiert wird. Dadurch wird dem Prozess einerseits für die SCR-Reaktion benötigtes Reduktionsmittel entzogen, andererseits entweicht das Lachgas als unerwünschte Sekundäremission.
Um die beschriebenen Zielkonflikte zu lösen und die Entfernung der Stickoxide bei allen im Fahrbetrieb auftretenden Arbeitstemperaturen, die oft zwischen 180°C und 600°C liegen, sicherstellen zu können, werden im Stand der Technik Kombinationen verschiedener SCR- Katalysatoren vorgeschlagen, die vorteilhafte Eigenschaften verbinden sollen.
Die US 2012/0275977 A1 betrifft SCR-Katalysatoren in Form von Molekularsieben. Diese sind Zeolithe, die Eisen oder Kupfer enthalten. Um Stickoxide möglichst umfassend zu entfernen, werden bevorzugt verschiedene Molekularsiebe mit unterschiedlichen Funktionalitäten kombiniert.
Die US 2012/0058034 A1 schlägt vor, Zeolithe mit einem weiteren SCR-Katalysator auf Basis von Oxiden von Wolfram, Vanadium, Cer, Lanthan und Zirkonium zu kombinieren. Die Zeolithe werden mit den Metalloxiden vermischt und ein geeigneter Träger damit
beschichtet, wodurch eine einzige Katalysatorschicht mit beiden Funktionalitäten erhalten wird.
Im Stand der Technik wurden auch Vanadium basierte SCR Katalysatoren mit Eisen- ausgetauschten Zeolithen kombiniert. So offenbart die WO 2014/027207 A1 SCR- Katalysatoren, die als erste katalytische Komponente ein Eisen-ausgetauschtes Molekularsieb und als zweite Komponente ein Vanadiumoxid, das auf einem Metalloxid ausgewählt aus Aluminium, Titan, Zirkonium, Cer oder Silizium aufgetragen ist, enthalten. Die verschiedenen Katalysatoren werden vermischt und es wird eine einzige katalytische Beschichtung auf einem geeigneten Träger erzeugt. Allerdings ist die Effizienz eines solchen Katalysators im Temperaturbereich unterhalb 450°C und insbesondere unterhalb 350°C noch verbesserungsbedürftig.
Die WO 2009/103549 offenbart Kombinationen von Zeolithen und Vanadiumoxid in Verbindung mit weiteren Metalloxiden. Um die Katalysatoreffizienz zu verbessern, wird vorgeschlagen, den Katalysator in Zonen aufzuteilen. Dabei liegt an der Abgaseinlassseite eine Zone mit dem Zeolithen, der als N H3-Speicherkomponente dient. Danach schließt an der Auslassseite eine Zone mit der SCR-aktiven Komponente an, die den Vanadiumbasierten SCR-Katalysator enthält. Der Zeolith hat dabei nur eine Speicherfunktion, während die folgende Komponente mit Vanadiumoxid die SCR Reaktion katalysiert.
Die WO 2008/006427 A1 betrifft Kombinationen von Eisen-ausgetauschten Zeolithen mit Kupfer-ausgetauschten Zeolithen. Dabei wird konkret vorgeschlagen, einen keramischen Träger zunächst mit dem Kupfer-ausgetauschten Zeolithen zu beschichten, und darüber eine Beschichtung mit dem Eisen-ausgetauschten Zeolithen auszubilden. Auf diese Weisen sollen die unterschiedlichen Aktivitäten der Schichten in verschiedenen Temperaturbereichen in vorteilhafter Weise kombiniert werden.
Die WO 2008/089957 A1 schlägt vor, einen keramischen Träger mit einer unteren Beschichtung, enthaltend Vanadiumoxid, und einer oberen Beschichtung, enthaltend Eisen-ausgetauschte Zeolithe, auszustatten. Dabei soll die obere Beschichtung mit dem Eisen-ausgetauschten Zeolithen verhindern, dass bei hohen Arbeitstemperaturen Lachgas gebildet wird.
Die EP 2 992 956 A1 beschreibt einen SCR-Katalysator mit einer„Zweischichten-Struktur", wobei eine V2O5/T1O2 enthaltende Schicht auf einer Schicht liegt, die einen Metallausgetauschten Zeolithen umfasst. Auch die DE 10 2014 002 751 A1 offenbart einen SCR-Katalysator, der zwei auf einem Katalysatorwaben körper befindliche Schichten umfasst. Während die untere Schicht mit Eisen oder Kupfer ausgetauschten Zeolithen umfassen kann, umfasst die obere Schicht Vanadiumpentoxid und Titandioxid. SCR-Katalysatoren, die Vanadium-basierte Formulierungen und Cu- oder Fe-Zeolithe umfassen sind auch in der WO 2016/01 1366 A1 , DE 10 2006 031 661 A1 sowie in Ind.Eng.Chem.Res. 2008, 47, 8588-8593 offenbart.
Die beschriebenen SCR-Katalysatoren sind jedoch hinsichtlich ihrer Effizienz noch verbesserungsbedürftig. Es besteht ein kontinuierlicher Bedarf nach Katalysatoren, die unter verschiedenen Anwendungsbedingungen eine hohe Effizienz aufweisen. Insbesondere besteht ein Bedarf nach Katalysatoren, die sowohl für die Reinigung von NO- reichen als auch von N02-reichen Abgasen geeignet sind, und die dabei über den gesamten Temperaturbereich üblicher Anwendungen, also auch bei niedrigen und mittleren Temperaturen, effizient arbeiten.
Ein weiteres Problem üblicher Katalysatoren ist, dass bei üblichen Anwendungen mit Verbrennungsmotoren Lachgas gebildet wird. Dieses Problem zeigt sich insbesondere im mittleren und niedrigen Temperaturbereich unterhalb etwa 450°C oder unterhalb etwa 350°C. Abgase aus Verbrennungsmotoren weisen im Normalbetrieb oft solche Temperaturen auf, was zur unerwünschten Bildung und Freisetzung von Lachgas führen kann.
In J.Phys.Chem. C2009, 1 13, 2, 1 177-21 184 wird berichtet, dass die Umsetzung von Stickstoffmonoxid (NO) mit Ammoniak an V2O5-WO3/T1O2 SCR-Katalysatoren verbessert werden kann, wenn man den genannten SCR-Katalysatoren Ceroxid beigibt. Die durchgeführten Messungen erfolgten jedoch mit SCR-Katalysatoren, die Vanadium nur zu 0,1 Gew.-% enthielten und damit in der Praxis irrelevant sind. Gleiches gilt hinsichtlich der in Progress in Natural Science Materials International, 25 (2015), 342-352 berichteten
Daten. Daten die Umsetzung von Stickstoffdioxid (NO2) betreffend enthalten die Dokumente nicht.
Auch J.Fuel.Chem.Technol., 2008, 36(5), 616-620, umfasst Daten zum Einfluss des Gehaltes von Ceroxid auf V20s-Ce02 Ti02 SCR-Katalysatoren bei der Umsetzung von Stickstoffmonoxid (NO) mit Ammoniak. Positive Effekte des Ceroxids werden demnach erst bei Gehalten von 20 Gew.-% und höher beobachtet. Daten zur Umsetzung von Stickstoffdioxid (NO2) enthält das Dokument nicht. Es ist bekannt, dass der NOx-Umsatz mit Ammoniak in Anwesenheit von V/T1O2-SCR- Katalysatoren sehr stark vom NO2/NOX Molverhältnis abhängt, siehe zum Beispiel Environmental Engineering Science, Vol. 27, 10, 2010, 845-852, insbesondere Figur 2. Somit können Ergebnisse der Umsetzung von NO nicht zur Vorhersage von Ergebnissen bei der Umsetzung von NO2 oder von NOx mit einem hohen N02-Anteil herangezogen werden,
Eigene Untersuchungen der Erfinder der vorliegenden Anmeldung zeigen, dass der Umsatz von Stickoxiden mit Ammoniak bei niedrigen Temperaturen an Vanadium- und Cer-haltigen SCR-Katalysatoren insbesondere von der Zusammensetzung des Stickoxids abhängt. Im Fall, dass das Stickoxid nur aus Stickstoffmonoxid (NO) besteht, nimmt der Umsatz mit steigendem Ceroxid-Gehalt ab. Mit zunehmendem Gehalt an Stickstoffdioxid (NO2) ändert sich das Bild aber. So nimmt zum Beispiel der Umsatz bei einem Gehalt von Stickstoffdioxid von 75% mit steigendem Anteil an Ceroxid zu, siehe die Figuren 6 und 7. Aufgabe der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Katalysatoren, Verfahren und Verwendungen bereitzustellen, welche die oben beschriebenen Nachteile überwinden. Insbesondere sollen SCR-Katalysatoren bereitgestellt werden, die über einen breiten Temperaturbereich, und dabei auch bei niedrigen und mittleren Temperaturen, eine effiziente Entfernung von Stickoxiden ermöglichen. Dabei sollen Stickoxide NOx, insbesondere NO und NO2, effizient entfernt werden, während gleichzeitig die Entstehung von Lachgas N2O vermieden werden soll. Die Katalysatoren sollen, insbesondere im Temperaturbereich von 180°C bis 600°C, der regelmäßig bei Verbrennungsmotoren von Bedeutung ist, eine hohe Effizienz aufweisen.
Die Katalysatoren sollen zur Reinigung von Abgasen mit einem relativ hohem Anteil an NO2 geeignet sein, insbesondere wenn das Verhältnis N02:NO > 1 :1 ist. Dabei sollen die Katalysatoren auch bei niedrigen Temperaturen effizient sein, wo Katalysatoren im Stand der Technik oft weniger effizient sind, beispielsweise bei < 450°C oder < 350°C. Die Katalysatoren sollen dabei auch zur Reinigung von Abgasen mit einem relativ hohen Anteil an NO geeignet sein.
Insbesondere sollen Katalysatoren bereitgestellt werden, die folgende vorteilhafte Eigenschaften miteinander verbinden:
- eine hohe Effizienz mit NC>2-reichen Abgasen im Temperaturbereich von etwa 180°C bis 600°C, und dabei insbesondere bei niedrigen Temperaturen,
- eine hohe Effizienz mit NO-reichen Abgasen, und
- das Vermeiden der Bildung von Lachgas.
Bevorzugt sollen die Katalysatoren sowohl unmittelbar nach der Herstellung als auch nach längerer Nutzungsdauer und Alterung wirksam sein.
Offenbarung der Erfindung
Überraschenderweise wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe gelöst durch Katalysatorvorrichtungen, Verwendungen und Verfahren gemäß den Patentansprüchen.
Gegenstand der Erfindung ist eine Katalysatorvorrichtung zur Reinigung von Stickoxid- haltigen Abgasen durch selektive katalytische Reduktion (SCR), umfassend mindestens zwei katalytische Schichten, wobei die erste Schicht Vanadiumoxid und ein Titanoxid und Siliziumoxid umfassendes Mischoxid und die zweite Schicht Eisen-haltiges Molekularsieb enthält, wobei die erste Schicht auf der zweiten Schicht aufgetragen ist. Die Katalysatorvorrichtung dient zur Reduktion von Stickoxiden („NOx") in Abgasen durch das Verfahren der „selektiven katalytischen Reduktion" (SCR). Die Abgase können beispielsweise aus Verbrennungsmotoren, Verbrennungsanlagen, Gasturbinen oder Industrieanlagen stammen. Bei der SCR werden gezielt Stickoxide, vor allem NO und NO2, reduziert. Die Reaktion erfolgt in Gegenwart eines Stickstoff-haltigen Reduktionsmittels,
üblicherweise Ammoniak (NH3) oder eine Vorläuferverbindung davon, wie Harnstoff. Das Stickstoff-haltige Reduktionsmittel wird üblicherweise dem Abgas beigemischt.
Der Katalysator enthält mindestens zwei katalytische Schichten, wobei eine erste, obere katalytische Schicht auf der zweiten, unteren katalytischen Schicht liegt. Dabei bedeutet „katalytisch", dass jede der Schichten katalytische Aktivität bei der SCR aufweist. Es ist besonders bevorzugt, dass die erste, obere Schicht die Abgase unmittelbar kontaktiert. Dies bedeutet, dass die erste Schicht die äußerste Schicht ist, über die keine weitere Schicht aufgetragen ist. Es ist aber erfindungsgemäß auch möglich, dass oberhalb der ersten Schicht noch mindestens eine weitere funktionale Schicht vorhanden ist, die beispielsweise zur Vorbehandlung der Abgase dient. Die Vorbehandlung kann beispielsweise eine katalytische Vorbehandlung sein.
Im Rahmen dieser Anmeldung steht der Begriff „Metalloxid" allgemein für Oxide des Metalls. Der Begriff bezeichnet also nicht nur das Metallmonooxid mit einem stöchiometrischen Verhältnis von 1 :1 . Der Begriff „Metalloxid" bezeichnet dabei sowohl konkrete Oxide als auch Gemische verschiedener Oxide des Metalls.
Im Rahmen dieser Anmeldung schließt der Begriff „Mischoxid" physikalische Mischungen von zwei der mehr Metalloxiden aus. Vielmehr steht er für„feste Lösungen" mit einem einheitlichen Kristallgitter, bei denen die einzelnen Metalloxide nicht mehr unterschieden werden können oder er steht für Metalloxid-Agglomerate, die kein einheitliches Kristallgitter aufweisen und bei denen Phasen der einzelnen Metalloxide unterschieden werden können. Die erste, obere Schicht enthält Vanadiumoxid, das bevorzugt als Vanadiumpentoxid V2O5 vorliegt. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass ein Teil des Vanadiums eine andere Oxidationsstufe aufweist und in anderer Form vorliegt. Das Vanadiumoxid ist bevorzugt die wesentliche katalytisch aktive Komponente der ersten Schicht, die maßgeblich für die Reaktion verantwortlich ist. Daher wird die erste katalytische Schicht nachfolgend auch verkürzt als„Vanadiumkatalysator" bezeichnet.
Die erste, obere Schicht enthält daneben ein Titanoxid und Siliziumoxid umfassendes Mischoxid.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erste Schicht mindestens eine weitere Komponente, die ausgewählt ist aus Oxiden von Wolfram und Aluminium. Besonders
bevorzugt enthält die erste Schicht Oxide von Vanadium, Silizium, Wolfram und Titan, bevorzugt in Form von V2O5, S1O2, WO3 und T1O2.
Die Metalloxide können dabei katalytische Aktivität bei der SCR aufweisen oder zur katalytischen Aktivität beitragen. Erfindungsgemäß weisen beispielsweise Vanadiumoxid und Wolframoxid katalytische Aktivität auf.
Die Metalloxide können auch keine oder nur geringe katalytische Aktivität aufweisen und dabei beispielsweise als Trägermaterial dienen. Solche nicht katalytischen Komponenten dienen beispielsweise dazu, die innere Oberfläche des Katalysators zu vergrößern und/oder eine poröse Struktur zu erzeugen. So dient beispielsweise Titanoxid bevorzugt als Trägermaterial. Dieses kann Anteile von weiteren nicht oder nur wenig reaktiven Metalloxiden enthalten kann, wie Siliziumdioxid oder Aluminiumtrioxid. Das Trägermaterial liegt im Allgemeinen im Überschuss vor, wobei die katalytische Komponente im Allgemeinen auf die Oberfläche der inerten Komponente aufgetragen wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Hauptbestandteil der ersten, oberen Schicht Titandioxid, das beispielsweise zu mehr als 50 Gew.-%, mehr als 80 Gew.-% oder mehr als 90 Gew.% der Schicht ausmacht. Beispielsweise enthält eine auf Oxiden von Vanadium, Silizium, Titan und Wolfram basierende Katalysatorschicht im Wesentlichen T1O2 in der Anatas-Modifikation. T1O2 kann durch WO3 stabilisiert werden, um eine Verbesserung der thermischen Haltbarkeit zu erreichen. Der Anteil an WO3 liegt dabei typischerweise bei 5 bis 15 Gew.-%, beispielsweise 7 bis 13 Gew.-%.. Ein Vorteil der auf Vanadiumoxid basierenden katalytischen Komponente ist die hohe Aktivität bei der SCR bei niedrigen Temperaturen. Erfindungsgemäß wird in vorteilhafter Weise die Tieftemperaturaktivität der Vanadium-basierten Katalysatoren mit der spezifischen Aktivität der Eisen-haltigen Molekularsiebe kombiniert, so dass ein Katalysator mit hervorragenden Kaltstarteigenschaften bereitgestellt wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erste Schicht zusätzlich Ceroxid. Überraschenderweise wurde gefunden, dass durch Kombinationen von Vanadiumoxid mit Ceroxid die Effizienz der SCR signifikant verbessert werden kann. Der Effekt ist bei längerer Betriebsdauer des Katalysators, verbunden mit Alterung des Katalysators, besonders ausgeprägt. So wurde gefunden, dass nach Alterung des Katalysators sowohl die
Entfernung von Stickoxiden als auch die Vermeidung der Entstehung von N2O besonders effektiv ist, wenn der Vanadiumkatalysator in der ersten Schicht zusätzlich Ceroxid enthält. Allgemein zeigt sich der vorteilhafte Effekt von Ceroxid vor allem im niedrigen Temperaturbereich, insbesondere unterhalb von 400°C, und vor allem im Bereich von 180 bis 400°C. Dies ist von besonderem Vorteil, da die optimale Entfernung von Stickoxiden und die Vermeidung der Entstehung von Lachgas gerade bei niedrigen Temperaturen besonders problematisch sind. Diese Effekte sind besonders ausgeprägt in N02-reichem Abgas, das heißt bei N02:NOx > 0,5. Bevorzugt enthält der Katalysator von 0,5 bis 10 Gew.%, insbesondere von 1 bis 5 Gew.%, Vanadiumoxid, berechnet als V2O5 und bezogen auf das Gewicht der ersten Schicht. Bevorzugt enthält der Katalysator von 0,5 bis 15 Gew.%, insbesondere von 1 bis 7 Gew.%, Siliziumdioxid, berechnet als S1O2 und bezogen auf das Gewicht der ersten Schicht. Bevorzugt enthält der Katalysator von 1 bis 17 Gew.% insbesondere von 2 bis 10 Gew.%, Wolframoxid, berechnet als WO3 und bezogen auf das Gewicht der ersten Schicht. Bevorzugt enthält der Katalysator von 0,2 bis 10 Gew.%, insbesondere von 0,5 bis 5 Gew.% oder von 0,5 bis 3 Gew.% Ceroxid, berechnet als CeÜ2 und bezogen auf das Gewicht der ersten Schicht. Die Angabe„berechnet als" berücksichtigt, dass in dem technischen Gebiet bei der Elementaranalyse im Allgemeinen die Mengen der Metalle bestimmt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erste Schicht bevorzugt folgende Oxide von Metallen, oder besteht daraus:
(a) von 0,5 bis 10 Gew.% Vanadiumoxid, berechnet als V2O5.
(b) von 0 bis 17 Gew.% Wolframoxid, berechnet als WO3,
(c) von 0 bis 10 Gew.% Ceroxid, berechnet als CeC>2,
(d) von 25 bis 98 Gew.% Titanoxid, berechnet als T1O2,
(e) von 0,5 bis 15 Gew.% Siliziumoxid, berechnet als S1O2,
(f) von 0 bis 15 Gew.% Aluminiumoxid, berechnet als AI2O3
jeweils bezogen auf das Gewicht der ersten Schicht.
Besonders bevorzugt enthält die erste Schicht Vanadiumdioxid, Ceroxid, Titandioxid und Siliziumdioxid, aber kein Wolframoxid.
Ebenfalls besonders bevorzugt enthält die erste Schicht 0,5 bis 10 Gew.% Vanadiumoxid; 2 bis 17 Gew.% Wolframoxid; 0 bis 7 Gew.% Ceroxid, sowie 25 bis 98 Gew.% Titandioxid, bezogen auf das Gewicht der ersten Schicht. Ebenfalls besonders bevorzugt enthält die erste Schicht Vanadiumoxid, Wolframoxid, Ceroxid, Titandioxid und Siliziumdioxid,
In diesem Fall weist die erste Schicht bevorzugt folgende Zusammensetzung auf:
(a) von 1 bis 5 Gew.% Vanadiumoxid, berechnet als V2O5,
(b) von 1 bis 15 Gew.% Wolframoxid, berechnet als WO3,
(c) von 0,2 bis 5 Gew.% Ceroxid, berechnet als CeC>2,
(d) von 73 bis 98 Gew.% Titandioxid, und
(e) von 0,5 bis 25 Gew.% Siliziumdioxid,
wobei die Summe der Anteile Ceroxid +Wolframoxid < 17 Gew. ist, jeweils bezogen auf das Gewicht der ersten Schicht.
Der Katalysator enthält eine zweite katalytische Schicht, die unter der ersten Schicht mit dem Vanadiumkatalysator liegt. Diese zweite Schicht enthält Eisen-haltiges Molekularsieb.
Der Begriff „Molekularsieb" bezeichnet natürliche und synthetische Verbindungen, insbesondere Zeolithe, die ein starkes Adsorptionsvermögen für Gase, Dämpfe und gelöste Stoffe mit bestimmten Molekülgrößen haben. Durch eine geeignete Auswahl des Molekularsiebes ist es möglich, Moleküle verschiedener Größen zu trennen. Neben Zeolithen sind beispielsweise auch Aluminiumphosphate, insbesondere Siliziumaluminiumphosphate bekannt. Molekularsiebe haben im Allgemeinen einheitliche Porendurchmesser, die in der Größenordnung der Durchmesser von Molekülen liegen, und eine große innere Oberfläche (600-700 m2/g).
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Molekularsieb ein Zeolith. Unter dem Begriff "Zeolith" wird allgemein gemäß der Definition der International Mineralogical Association (D.S. Coombs et al., Can. Mineralogist, 35, 1997, 1571 ) eine kristalline Substanz aus der Gruppe der Aluminiumsilikate mit Raumnetzstruktur der allgemeinen Formel Mn+[ (AI02)X(Si02)Y]xH20 verstanden. Die Grundstruktur wird aus S1O4 AIO4 Tetraedern gebildet, die durch gemeinsame Sauerstoffatome zu einem regelmäßigen dreidimensionalen Netzwerk verknüpft sind. Die Zeolithstruktur enthält Hohlräume und Kanäle, die für jeden Zeolithen charakteristisch sind. Die Zeolithe werden gemäß ihrer
Topologie in verschiedene Strukturen eingeteilt. Das Zeolithgerüst enthält offene Hohlräume in Form von Kanälen und Käfigen, die normalerweise von Wassermolekülen und speziellen Gerüstkationen, die ausgetauscht werden können, besetzt sind. Die Eingänge zu den Hohlräumen werden von 8, 10 oder 12 "Ringen" gebildet (eng-, mittel- und weitporige Zeolithe). In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Zeolith in der zweiten, unteren Schicht eine Struktur auf, deren maximale Ringgröße durch mehr als 8 Tetraeder definiert wird.
Erfindungsgemäß bevorzugt sind Zeolithe mit den Topologien AEL, AFI, AFO, AFR, ATO, BEA, GME, HEU, MFI, MWW, EUO, FAU, FER, LTL, MAZ, MOR, MEL, MTW, OFF und TON. Besonders bevorzugt sind Zeolithe der Topologien FAU, MOR, BEA, MFI und MEL.
Bevorzugt wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Zeolith, insbesondere jeder 10- und 12-Ring-Zeolith, verwendet, der ein Si02/Al203-Molverhältnis (Molverhältnis, SAR- Verhältnis) von 5:1 bis 150:1 aufweist. Das erfindungsgemäß bevorzugte S1O2/AI2O3- Verhältnis liegt im Bereich von 5:1 bis 50:1 und besonders bevorzugt im Bereich von 10:1 bis 30:1 .
Das Molekularsieb in der zweiten Schicht enthält Eisen und ist dabei bevorzugt ein Eisen- haltiger Zeolith. Es wurde gefunden, dass Eisen-haltige Zeolithe in Kombination mit der ersten Schicht, enthaltend Vanadiumoxid, in der erfindungsgemäßen Schichtenanordnung eine besonders effiziente SCR katalysieren. Bevorzugt wird ein Zeolith eingesetzt, der mit Eisenionen ausgetauscht ist („mit Eisen ausgetauschter Zeolith") oder bei dem mindestens ein Teil der Aluminiumatome des Alumosilikat-Gerüsts isomorph mit Eisen substituiert ist. und somit ein Ferrosilikat-Gerüst bildet.
Besonders bevorzugt ist der Zeolith mit Eisen ausgetauscht. Der Zeolith ist dabei bevorzugt einer des Typs BEA. Ganz besonders bevorzugt ist ein mit Eisen ausgetauschter Zeolith des Typs BEA mit einem SAR von 5:1 bis 50:1. Herstellungsverfahren für Eisen-haltige Zeolithe, beispielsweise über Fest- oder Flüssigphasenaustausch, sind dem Fachmann bekannt. Der Anteil von Eisen an dem Eisen-haltigen Zeolith ist beispielsweise bis zu 10% oder bis zu 15%, gerechnet als Fe203 und bezogen auf die Gesamtmenge des Eisenhaltigen Zeolithen. Erfindungsgemäß bevorzugte Eisen-haltige und Eisen-ausgetauschte Zeolithe werden beispielsweise in der US2012/0275977A1 beschrieben.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die zweite Schicht mindestens zwei verschiedene Eisen-haltige Zeolithe. Dabei ist vorteilhaft, dass verschiedene gewünschte Eigenschaften kombiniert werden können. Beispielsweise kann ein Eisen-haltiger Zeolith, der bei tiefen Temperaturen aktiv ist, mit einem Eisen-haltigen Zeolith, der bei höheren Temperaturen aktiv ist, kombiniert werden.
Anstelle eines Eisen-haltigen Zeolithen kann die zweite Schicht auch ein Ferrosilikat oder Ferrosilikate enthalten. Die zweite, untere Schicht kann neben dem Eisen-haltigen Molekularsieb weitere Komponenten enthalten, insbesondere nicht katalytisch aktive Komponenten, wie Bindemittel. Als Bindemittel sind beispielsweise nicht oder nur wenig katalytisch aktive Metalloxide, wie S1O2, AI2O3 und ZrÜ2, geeignet. Der Anteil solcher Binder in der zweiten Schicht ist beispielsweise bis zu 15%.
Die Dicke der ersten und zweiten Schicht und die Menge der Katalysatoren in der ersten und zweiten Schicht werden so aufeinander abgestimmt, dass eine gewünschte Entfernung von Stickoxiden erhalten wird. In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Katalysatorvorrichtung neben der ersten und zweiten Beschichtung zusätzlich einen Träger auf. Der Träger ist eine Vorrichtung, auf welche die katalytischen Beschichtungen aufgebracht sind. Der Träger ist dabei katalytisch nicht aktiv, also für die Reaktion inert. Der Träger kann ein metallischer oder keramischer Träger sein. Der Träger kann eine Wabenstruktur aus parallelen Abgasströmungskanälen aufweisen oder ein Schaum sein. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Träger ein Monolith. Monolithen sind einstückige keramische Träger, die insbesondere in der Automobilindustrie Verwendung finden und die parallele Kanäle von der Einlass- zur Auslassseite hin aufweisen, durch welche die Abgase strömen. Die Struktur wird auch als Wabenform („Honeycomb") bezeichnet. Alternativ kann der Träger ein Filter, insbesondere ein Wandflussfilter, sein, bei dem die Abgase auf der Einlassseite in auslassseitig verschlossene Kanäle strömen, durch die Kanalwände strömen und den Träger durch einlassseitig geschlossene und auslassseitig geöffnete Kanäle verlassen.
In einer weiteren Ausführungsform dient die zweite, untere Schicht gleichzeitig als Träger. Dies ist insbesondere möglich, wenn die zweite, untere katalytische Schicht als Extrudat
bereitgestellt wird. Dabei bildet die zweite, untere Schicht selbst eine Trägervorrichtung aus, auf der die erste, obere Schicht aufgebracht wird. Eine solche Trägervorrichtung ist beispielsweise erhältlich, wenn der Eisen-haltige Zeolith in die Wände der Abgaskanäle eingearbeitet wird. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass kein zusätzlicher inerter Träger erforderlich ist, so dass der Innenraum der Katalysatorvorrichtung besonders kompakt gestaltet werden kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die zweite Schicht unmittelbar auf dem Träger aufgetragen. Alternativ kann zwischen dem Träger und der zweiten Schicht noch mindestens eine weitere funktionale Schicht, beispielsweise eine weitere katalytische Schicht, die andere Katalysatorverbindungen aufweist und dadurch eine weitere Aktivität einbringt, vorhanden sein.
Bevorzugt ist das gesamt Innere der erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtung beschichtet. Dies bedeutet, dass alle Bereiche, welche die Abgase kontaktieren, beschichtet sind. Dabei ist es bevorzugt, dass das gesamte Innere vollständig mit der ersten und zweiten Schicht beschichtet ist. Bei dieser Ausführungsform wird eine besonders effiziente Umsetzung von Stickoxiden erhalten, weil die gesamte innere Oberfläche der Vorrichtung katalytisch genutzt wird.
Allgemein ist es in hohem Maße bevorzugt, dass die Abgase in Strömungsrichtung zunächst mit der ersten, oberen Schicht in Kontakt treten, welche den Vanadiumkatalysator aufweist. Ohne an eine Theorie gebunden zu sein, wird angenommen, dass eine Abgasfraktion, die mit dem Vanadiumkatalysator vorbehandelt wurde, danach in vorteilhafter Weise mit dem Eisen-haltigen Zeolith reagiert, so dass eine besonders effiziente Abreicherung von Stickoxiden bei gleichzeitiger Vermeidung der Entstehung von Lachgas erreicht wird. Insbesondere wurde festgestellt, dass die Anordnung der Katalysatoren in dieser Reihenfolge zu einer besonders effizienten Reinigung von NOx, auch bei relativ niedrigen Temperaturen, und zur Vermeidung der Bildung von Lachgas, besonders bei hohen Anteilen NO2 im NOx, führt.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die zweite Schicht vollständig auf dem Träger aufgetragen. Dabei kann die erste Schicht vollständig oder nur bereichsweise (in einer oder mehreren Zonen) auf der zweiten Schicht vorhanden sein.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die erste Schicht vollständig auf der zweiten Schicht aufgetragen. Dies bedeutet, dass an der inneren Oberfläche der Katalysatorvorrichtung kein Bereich vorhanden ist, in dem die untere, zweite Schicht unmittelbar die Abgase kontaktiert. Dabei ist vorteilhaft, dass nur Abgase, die in der ersten, oberen Schicht vorbehandelt wurden, in die untere, zweite Schicht gelangen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die erste Schicht bereichsweise auf der zweiten Schicht aufgetragen. Bei dieser Ausgestaltung sind Bereiche vorhanden, bei denen die untere, zweite Schicht unmittelbar mit den Abgasen in Kontakt tritt. Dabei ist es in hohem Maße bevorzugt, dass die Abgase mit der ersten, oberen Schicht zuerst in Kontakt gelangen. Somit ist es besonders bevorzugt, dass in Strömungsrichtung zuerst ein Bereich vorhanden ist, der eine erste, obere Schicht aufweist. Auch bei dieser Ausführungsform wird gewährleistet, dass die Abgase zunächst mit der oberen Schicht in Kontakt treten, die den Vanadium-Katalysator enthält, und dadurch vorbehandelt werden, bevor sie zur zweiten Schicht gelangen.
In einer bevorzugten Ausführungsform kontaktieren die Abgase beim Verlassen der Katalysatorvorrichtung zuletzt die erste, obere Schicht. Somit erfolgt zuletzt eine Reaktion mit dem Vanadiumoxid. Bevorzugt ist dabei am Auslass der Katalysatorvorrichtung unter der ersten, oberen Schicht die zweite, untere Schicht vorhanden. Bei einer solchen Ausgestaltung der Vorrichtung ist die SCR besonders effizient.
Aus den genannten Gründen ist es insgesamt besonders bevorzugt, dass das Innere der Katalysatorvorrichtung vollständig mit der zweiten, unteren Schicht ausgestattet ist, auf der vollständig die erste, obere Schicht vorhanden ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform besteht die erste Schicht oder die zweite Schicht aus zwei oder mehr übereinanderliegenden Teilschichten. Die Teilschichten können sich beispielsweise hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften, wie Dichte oder Porosität, oder der chemischen Eigenschaften, wie der Zusammensetzung der einzelnen Komponenten, unterscheiden. So kann beispielsweise die erste, obere Schicht aus einer oberen Teilschicht, die Vanadiumoxid enthält, und einer unteren Teilschicht, die Vanadiumoxid und zusätzlich Ceroxid enthält, bestehen. Die untere, zweite Schicht kann beispielsweise aus einer ersten und zweiten Teilschicht bestehen, die Eisen-haltige Zeolithe mit verschiedenen Aktivitäten enthalten. Bei diesen Ausführungsformen ist
vorteilhaft, dass durch geeignete Auswahl und Kombinationen verschiedener Katalysatoren des gleichen Typs deren Eigenschaften gezielt kombiniert werden können, um beispielsweise eine Reaktivität in einem breiten Temperaturbereich zu erhalten. In einer weiteren Ausführungsform weist die Katalysatorvorrichtung verschiedene Bereiche (Zonen) auf, die in Abgasströmungsrichtung aufeinander folgen. Dabei können in verschiedenen Zonen verschiedene Katalysatoren der ersten und/oder zweiten Schicht kombiniert werden, um vorteilhafte Eigenschaften der Katalysatorvorrichtung zu erhalten. So ist es beispielsweise denkbar, dass einlassseitig eine Zone mit einem ersten und zweiten Katalysator vorhanden sind, die bei relativ hohen Temperaturen besonders effizient ist, während zur Auslassseite hin eine Zone vorhanden ist, die ein Aktivitätsoptimum bei niedrigerer Temperatur aufweisen. Die Katalysatorvorrichtung kann eine Vielzahl aufeinanderfolgende Zonen aufweisen, beispielsweise 2, 3, 4 oder 5 Zonen. In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Katalysatorvorrichtung außer der ersten und der zweiten Schicht keine weiteren Schichten auf, insbesondere keine weiteren katalytischen Schichten, und vor allem keine weiteren Schichten, die Vanadiumoxid oder Eisen-haltige Zeolithe enthalten. Die Katalysatorvorrichtung weist bevorzugt kein Edelmetall auf. Insbesondere weisen die erste und zweite Schicht keine Edelmetalle, wie kein Platin, Gold, Palladium und/oder Silber auf. Erfindungsgemäß wird eine Katalysatorvorrichtung mit hoher Effizienz bereitgestellt, ohne dass der Einsatz teurer und nicht in großen Mengen verfügbarer Edelmetalle erforderlich ist.
Die Aufbringung des SCR-Katalysators erfolgt nach im Stand der Technik bekannten Methoden, beispielsweise durch Aufbringen von Beschichtungssuspensionen (sogenannten „Washcoats"), durch Beschichtung im Tauchbad oder durch Sprühbeschichtung. Die untere Schicht kann auch ein Extrudat sein. Besonders bevorzugt ist die Aufbringung der Beschichtungen mit Washcoats. Wie allgemein üblich, werden als Washcoats Beschichtungssuspensionen bezeichnet, in denen die Feststoffe bzw. Vorläuferverbindungen zur Erzeugung der katalytischen Schichten suspendiert und/oder gelöst sind. Solche Washcoats werden in sehr homogener Form mit fein verteilten Inhaltsstoffen bereitgestellt, damit die Träger möglichst gleichmäßig beschichtet werden
können. Nach Auftragen der Washcoats folgen übliche Nachbehandlungsschritte, wie Trocknen, Kalzinieren und Tempern.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist bei der Katalysatorvorrichtung das Verhältnis des Gewichts (pro Katalysatorvolumen) der ersten zur zweiten Schicht größer 0,2, insbesondere zwischen 0,2 und 15, und besonders bevorzugt zwischen 1 bis 6.
Die Gesamtmenge der Beschichtung wird so ausgewählt, dass die Vorrichtung insgesamt möglichst effizient genutzt wird. Im Falle eines Durchflusssubstrates kann beispielsweise die Gesamtmenge der Beschichtungen (Feststoffanteil) pro Trägervolumen (Gesamtvolumen der Katalysatorvorrichtung) zwischen 100 und 600 g/l sein, insbesondere zwischen 100 und 500 g/l. Bevorzugt wird die zweite, untere Schicht in einer Menge von 50 bis 200 g/l, insbesondere zwischen 50 und 150 g/l, besonders bevorzugt von etwa 100 g/l, eingesetzt. Die erste, obere Schicht wird bevorzugt in einer Menge von 100 bis 400 g/l, insbesondere zwischen 200 und 350 g/l, besonders bevorzugt von etwa 280 g/l, eingesetzt. Im Falle eines Filtersubstrates wird in der Regel wesentlich weniger Washcoat verwendet, beispielsweise in einer Gesamtmenge von 10 bis 150 g/l.
Gegenstand der Erfindung ist auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtung zur Reinigung von Stickoxid-haltigen Abgasen durch selektive katalytische Reduktion (SCR).
Ebenso ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Entfernung von Stickoxiden aus dem Abgas von mit einem mageren Luft-Kraftstoff betriebenen Verbrennungsmotoren, das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Abgas über eine erfindungsgemäße Katalysatorvorrichtung geleitet wird.
Besonders vorteilhaft ist das erfindungsgemäße Verfahren, wenn der N02-Anteil im Stickoxid 50% überschreitet (NO NOx > 0,5), also beispielsweise bei 75% liegt.
Die Abgase sind bevorzugt solche aus Verbrennungsanlagen. Die Verbrennungsanlagen können mobil oder stationär sein. Mobile Verbrennungseinrichtungen im Sinne dieser Erfindung sind beispielsweise Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen, insbesondere Dieselmotoren. Bei den stationären Verbrennungseinrichtungen handelt es sich gewöhnlich um Kraftwerksanlagen, Feuerungsanlagen oder Heizungssysteme von Privathaushalten.
Bevorzugt stammen die Abgase aus Magermotoren, also von überwiegend mit magerem Luft/Kraftstoffverhältnis betriebenen Verbrennungsmotoren. Magermotoren sind insbesondere Dieselmotoren und direkteinspritzende Benzinmotoren. Abhängig von verschiedenen Einflussfaktoren (z.B. Motorkalibrierung, Betriebszustand, Art und Ausführung vorgeschalteter Katalysatoren) kann der N02-Anteil im NOx 50% überschreiten. Erfindungsgemäß wurde gefunden, dass die Katalysatorvorrichtung die SCR von Abgasen mit hohen N02-Gehalten (NO2/NOX > 0,5) besonders effizient katalysiert, und zwar auch im problematischen mittleren bis niedrigen Temperaturbereich unterhalb etwa 450 °C, insbesondere unterhalb 350°C. Insbesondere wurde gefunden, dass mit solchen Abgasen eine effiziente Entfernung der Stickoxide bei gleichzeitiger Vermeidung der Entstehung von Lachgas erreicht wird. Diese Ergebnisse waren überraschend, da im Stand der Technik bekannt war, dass Vanadiumkatalysatoren bei der SCR mit N02-reichen Abgasen, insbesondere bei niedrigen Temperaturen, relativ ineffizient sind, während die effizienteren Eisen-Zeolith-Katalysatoren einen hohen Anteil N2O produzieren.
In einer bevorzugten Ausführungsform stammen die Abgase aus einem vorgelagerten Oxidationskatalysator. Solche vorgelagerten Oxidationskatalysatoren werden im Stand der Technik unter anderem eingesetzt, um bei Abgasen von Magermotoren, insbesondere Dieselmotoren, den Anteil von NO2 zu erhöhen.
Bevorzugt weisen die Abgase bei der Einleitung in die Katalysatorvorrichtung einen relativ hohen Sauerstoffgehalt auf, der beispielsweise mindesten 5 Vol.%, mindesten 10 Vol.% oder mindestens 15 Vol.% ist. Abgase aus Magermotoren weisen regelmäßig solche hohen Sauerstoffgehalte auf. Das Oxidationsmittel Sauerstoff erschwert die reduktive Entfernung von Stickoxiden mittels SCR. Überraschenderweise wurde gefunden, dass die erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtungen auch Stickoxide aus Abgasen mit hohem Sauerstoffanteil effizient entfernen und zugleich die Entstehung von Lachgas verhindern. Bevorzugt werden bei der SCR-Reaktion von Abgasen mit der erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtung mehr als 90%, bevorzugt mehr als 95%, von NOx und/oder NO2 entfernt.
Erfindungsgemäß ist vorteilhaft, dass eine effiziente Reinigung von Abgasen durch SCR auch bei relativ niedrigen Temperaturen erfolgen kann, wobei gerade bei niedriger
Temperatur die Entstehung von Lachgas vermieden werden kann. Die Verwendung der Katalysatorvorrichtung ist besonders vorteilhaft bei Temperaturen im Bereich von unterhalb 450°C, insbesondere von 180 bis 450°C, und besonders bevorzugt zwischen 200 und 350°C.
In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Verwendung zur Vermeidung der Entstehung von Lachgas (N2O), insbesondere bei der Reinigung von NC>2-reichen Abgasen und insbesondere bei Temperaturen unterhalb 450°C oder unterhalb 350°C. Erfindungsgemäß wurde gefunden, dass eine effiziente Abreicherung von Stickoxiden erfolgen kann, wobei zugleich die Bildung von Lachgas vermieden wird, bzw. relativ wenig Lachgas entsteht. Gemäß dem Stand der Technik entstehen bei der SCR-Reaktion mit Vanadiumkatalysatoren und Eisen-haltigen Zeolithen, insbesondere bei der Reinigung von NC>2-reichen Abgasen bei niedrigen oder auch mittleren Temperaturen, relativ hohe Mengen Lachgas. Daher war es überraschend, dass durch die erfindungsgemäße Anordnung der ersten und zweiten Schicht eine effiziente SCR erfolgt und gleichzeitig nur relativ geringe Mengen Lachgas entstehen. Bevorzugt ist die Konzentration von Lachgas nach der SCR mit der erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtung nicht höher als 50 ppm, als 20 ppm oder als 10 ppm. Insbesondere sollen solche Konzentrationen bei Temperaturen im Bereich von 180° bis 450°C, insbesondere von 200°C bis 350°C, nicht überschritten werden.
Gegenstand der Erfindung ist auch Verfahren zur Reinigung von Abgasen, umfassend die Schritte:
(i) Bereitstellen einer erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtung,
(ii) Einleiten von Abgasen, die Stickoxide erhalten, in die Katalysatorvorrichtung,
(iii) Einleiten eines Stickstoff-haltigen Reduktionsmittels in die Katalysatorvorrichtung, und
(iv) Reduzieren der Stickoxide in der Katalysatorvorrichtung durch selektive katalytische Reduktion (SCR).
Besonders vorteilhaft ist das erfindungsgemäße Verfahren, wenn der NO2-Anteil im Stickoxid 50% überschreitet (NO2/NOX > 0,5), also beispielsweise bei 75% liegt.
Bevorzugt stammen die in Schritt (ii) eingeleiteten Abgase aus Magermotoren, insbesondere aus einem dem Motor nachgeschalteten Oxidationskatalysator. Die erfindungsgemäße Katalysatorvorrichtung kann bei dem Verfahren mit weiteren
Einrichtungen zur Reinigung von Abgasen in Serie oder parallel kombiniert werden, wie weiteren Katalysatoren oder Filtern.
Bei der SCR Reaktion wird ein Stickstoff-haltiges Reduktionsmittel, bevorzugt Ammoniak (NH3) oder eine Vorläuferverbindung davon, wie Harnstoff, zugeführt. Das Stickstoff-haltige Reduktionsmittel wird dem Abgas bevorzugt vor Eintritt in die Katalysatorvorrichtung beigemischt, es kann aber auch gesondert in die Katalysatorvorrichtung eingeleitet werden.
Die erfindungsgemäße Katalysatorvorrichtung löst die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe. Es wird eine Katalysatorvorrichtung zur Reinigung von Abgasen durch SCR bereitgestellt, die effizient Stickoxide entfernt und dabei die Entstehung von Lachgas verhindert. Die Vorrichtung ist zur Reinigung von Abgasen ist in einem breiten Temperaturbereich geeignet. Sie eignet sich zur Reinigung von N02-reichen Abgasen, die beim Betrieb von Dieselmotoren z. B. in Verbindung mit einem Oxidationskatalysator entstehen. Die Katalysatorvorrichtung zeigt auch nach Alterung eine hohe katalytische Aktivität und verhindert oder minimiert die Entstehung von Lachgas. Der erfindungsgemäße Effekt kann sogar noch verbessert werden, wenn dem Vanadiumkatalysator Ceroxid zugesetzt wird, wodurch unter anderem eine weitere Verringerung von Lachgas, insbesondere bei niedriger Temperatur, erreicht werden kann. Wegen der hohen Effizienz bei der SCR unter verschiedenen Anwendungsbedingungen, auch bei niedriger Temperatur und sowohl bei niedrigen als auch hohen NO2 Gehalten, eignen sich die Katalysatorvorrichtungen in hohem Maße für Anwendungen im Automobilbereich.
Die Fig. 1 bis 5 zeigen in grafischer Form Ergebnisse der SCR-Reaktion gemäß Ausführungsbeispiel 3 mit Modellabgasen mit erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtungen und Vergleichsvorrichtungen, die gemäß Beispiel 2 hergestellt wurden. In allen Figuren sind Messwerte bei verschiedenen Temperaturen der Modellabgase angegeben. In den Figuren a und b ist jeweils gezeigt, welcher Anteil NOx aus dem Modellabgas durch die Katalysatorvorrichtung entfernt wurde. In den Figuren c ist jeweils angegeben, welche Konzentration N2O nach der Katalysatorvorrichtung gemessen wurde.
Die Fig. 6 und 7 zeigen die Abhängigkeit des Umsatzes vom Gehalt des Abgases an NO
Ausführungsbeispiele
Vorversuche
Die Figuren 1 und 2 zeigen die Abhängigkeit der Umsetzung von Stickstoffmonoxid, siehe Figur 1 , bzw. Stickstoffdioxid (N02/NOx = 75%), siehe Figur 2, vom Cer-Gehalt des SCR- Katalysators.
In den Figuren 1 und 2 bedeuten:
Referenz = SCR-Katalysator aus 3% V205, 4,3 % W03 und Rest Ti02 mit 5% Si02 1 % Ceroxid = wie Referenz, aber Ti02/Si02 durch Ceroxid bis zu einem Ceroxid-Gehalt des Katalysators von 1 % ersetzt
5% Ceroxid = wie Referenz, aber Ti02/Si02 durch Ceroxid bis zu einem Ceroxd-Gehalt des Katalysators von 5% ersetzt
10% Ceroxid = wie Referenz, aber Ti02/Si02 durch Ceroxid bis zu einem Ceroxd-Gehalt des Katalysators von 10% ersetzt
Die Katalysatoren wurden in üblicher Weise auf handelsübliche Durchflusssubstrate mit einer Washcoat-Beladung von 160 g/l beschichtet und bei GHSV = 60000 1/h der NOx- Umsatz bei folgender Testgaszusammensetzung gemessen:NOx: 1000 ppm N02/NOx: 0% (Figur 1 ) bzw. 75% ( Figur 2)
NH3: 1 100 ppm (Figur 1 ) bzw. 1350 ppm (Figur 2)
02: 10%
H20: 5%
N2: Rest
Ausweislich Figur 1 verschlechtert sich der Umsatz von NO mit zunehmenden Gehalt an Ceroxid, während sich ausweislich Figur 2 der Umsatz bei N02/NOx = 75% mit zunehmendem Gehalt an Ceroxid verbessert. Beispiel 1 : Herstellung der Beschichtungssuspensionen (Washcoats)
Herstellung der Beschichtungssuspension A (Vanadium-SCR)
Ein kommerziell erhältliches mit 5 Gew.-% Siliziumdioxid dotiertes Titandioxid in der Anatasform wurde in Wasser dispergiert. Anschließend wurde eine wässrige Lösung von
Ammoniummetawolframat und in Oxalsäure gelöstes Ammoniummetavanadat als Wolfram- bzw. Vanadiumprecursor in einer Menge zugefügt, dass ein Katalysator der Zusammensetzung 87,4 Gew.-% Ti02, 4,6 Gew.-% Si02, 5,0 Gew.-% W03 und 3,0 Gew.- % V2O5 resultiert. Die Mischung wurde intensiv gerührt und schließlich in einer handelsüblichen Rührwerkskugelmühle homogenisiert und auf d90 < 2 μηι gemahlen.
Herstellung der Beschichtungssuspension B (Vanadium-SCR mit 1 % Ceroxid)
Ein kommerziell erhältliches mit 5 Gew.-% Siliziumdioxid dotiertes Titandioxid in der Anatasform wurde in Wasser dispergiert. Anschließend wurden eine wässrige Lösung von Ammoniummetawolframat als Wolframprecursor, in Oxalsäure gelöstes Ammoniummetavanadat als Vanadiumprecursor und eine wässrige Lösung von Ceracetat als Cerprecursor in einer Menge zugefügt, dass ein Katalysator einer Zusammensetzung resultiert, die als 86,4 Gew.-% T1O2, 4,6 Gew.-% S1O2, 5,0 Gew.-% W03, 3,0 Gew.-% V205 und 1 % Ce02 berechnet wird. Die Mischung wurde intensiv gerührt und schließlich in einer handelsüblichen Rührwerkskugelmühle homogenisiert und auf d90 < 2 μηι gemahlen.
Herstellung der Beschichtungssuspension C (Fe-SCR, SAR = 25) Es wurde eine Beschichtungssuspension für einen kommerziell erhältlichen SCR- Katalysator auf der Basis von mit Eisen ausgetauschtem Beta-Zeolith hergestellt. Hierzu wurden ein kommerzieller Si02-Binder, ein kommerzieller Böhmit-Binder (als Beschichtungshilfsstoffe), Eisen(lll)-nitrat-nonahydrat und kommerziell erhältlicher Beta- Zeolith mit einem molaren Si02/Al203-Verhältnis (SAR) von 25 in Wasser suspendiert, so dass ein Katalysator der Zusammensetzung 90 Gew.-% aus ß-Zeolith und einem Eisengehalt, berechnet als Fe203, von 4,5 Gew.-% resultiert.
Herstellung der Beschichtungssuspension D (Fe-SCR, SAR = 10) Es wurde eine Beschichtungssuspension für einen kommerziell erhältlichen SCR- Katalysator auf der Basis von mit Eisen ausgetauschtem Beta-Zeolith hergestellt. Hierzu wurden ein kommerzieller Si02-Binder, ein kommerzieller Böhmit-Binder (als Beschichtungshilfsstoffe), Eisen(lll)-nitrat-nonahydrat und kommerziell erhältlicher Beta- Zeolith mit einem molaren Si02/Al203-Verhältnis (SAR) von 10 in Wasser suspendiert, so
dass ein Katalysator der Zusammensetzung 90 Gew.-% aus ß-Zeolith und einem Eisengehalt, berechnet als Fe2C>3, von 4,5 Gew.-% resultiert.
Beispiel 2: Herstellung der Katalvsatorvorrichtungen
Es wurden verschiedene Katalysatorvorrichtungen hergestellt, indem keramische Träger mit den Beschichtungssuspensionen A bis D beschichtet wurden. Als Träger wurden übliche keramische Monolithen mit parallelen, beidseitig offenen Strömungskanälen (Durchflusssubstrate) eingesetzt. Dabei wurden auf jeden Träger eine erste und eine zweite Schicht (S1 , S2) aufgetragen, wobei jede Schicht in zwei nebeneinanderliegende Zonen (Z1 , Z2) unterteilt war. Die zu reinigenden Abgase strömen in Strömungsrichtung in die Katalysatorvorrichtung, also über die obere Schicht 2 und von Zone 1 zu Zone 2. In Schema 1 ist der Aufbau die Katalysatorvorrichtungen mit vier katalytischen Bereichen, die in zwei Schichten und zwei Zonen liegen, gezeigt.
Schema 1 : Schematischer Aufbau der gemäß den Ausführungsbeispielen hergestellten Katalysatorvorrichtungen
Strömungsrichtung ->
Die Zusammensetzungen und die eingesetzten Mengen der Beschichtungssuspensionen A bis D sind in der Tabelle 1 unten zusammengefasst. Der Tabelle ist auch zu entnehmen, welche katalytischen Schichten S1 und S2 und Zonen Z1 und Z2 aufgetragen wurden. Die Katalysatoren VK1 und VK3 sind Vergleichskatalysatoren.
Zuerst wurde eine der Dispersionen A bis D nach einem herkömmlichen Tauchverfahren ausgehend von der Einlassseite über die Länge des Bereichs Z1 S1 eines handelsüblichen Durchflusssubstrats mit 62 Zellen pro Quadratzentimeter, einer Zellwandstärke von 0,17 Millimetern und einer Länge von 76,2 mm aufgebracht. Das teilweise beschichtete Bauteil wurde zunächst bei 120 °C getrocknet. Anschließend wurde eine der Dispersionen A bis D
nach demselben Verfahren ausgehend von der Auslassseite auf die Länge des Bereichs Z2S1 aufgebracht. Das beschichtete Bauteil wurde sodann bei 120 °C getrocknet, für 15 Minuten bei 350°C, dann für die Dauer von 3 Stunden bei 600 °C kalziniert. Waren Dispersion und Washcoatbeladung in den Bereichen Z1 S1 und Z2S1 identisch, wurde eine der Dispersionen A - D nach einem herkömmlichen Tauchverfahren auf ein handelsübliches Durchflusssubstrat mit 62 Zellen pro Quadratzentimeter und einer Zellwandstärke von 0,17 Millimetern auf dessen gesamter Länge von 76,2 mm aufgebracht. Sodann wurde bei 120 °C getrocknet, für 15 Minuten bei 350°C, dann für die Dauer von 3 Stunden bei 600 °C kalziniert.
Das so kalzinierte Bauteil wurde anschließend nach dem oben beschriebenen Verfahren ausgehend von der Einlassseite über die Länge des Bereichs Z1 S2 mit einer der Suspensionen A - D beschichtet und bei 120°C getrocknet. Der zuvor beschriebene Schritt wurde übersprungen, wenn für den Bereich Z1 S2 keine Beschichtung vorgesehen war. Anschließend erfolgte ausgehend von der Auslassseite die Beschichtung über die Länge des Bereichs Z2S2 mit einer der Suspensionen A - D. Sodann wurde bei 120 °C getrocknet. Der zuvor beschriebene Schritt wurde übersprungen, wenn für den Bereich Z2S2 keine Beschichtung vorgesehen war. Anschließend wurde für 15 Minuten bei 350°C, dann für die Dauer von 3 Stunden bei 600 °C kalziniert. Waren Dispersion und Washcoatbeladung in den Bereichen Z1 S2 und Z2S2 identisch, wurde eine der Dispersionen A - D nach dem oben beschriebenen Verfahren auf die gesamte Länge des Bauteils von 76,2 mm aufgebracht. Sodann wurde bei 120 °C getrocknet, für 15 Minuten bei 350°C, dann für die Dauer von 3 Stunden bei 600 °C kalziniert.
Tabelle 1 : Herstellung der Katalysatorvorrichtungen mit Beschichtungssuspensionen A bis D in der ersten und zweiten Schicht (S1 , S2) und der ersten und zweiten Zone (Z1 , Z2). Angegeben ist jeweils die Gesamtmenge in jedem der vier Bereiche (S1Z1 bis S2Z2) in g/l nach Trocknung, Kalzinierung und Temperung, sowie die Länge der Zonen in % bezogen auf die Gesamtlänge die Katalysatorvorrichtung. Die Katalysatoren VK1 bis VK4 sind Vergleichskatalysatoren.
Alternativ zu dem beschriebenen Verfahren wäre es auch möglich, zwei Katalysatoren (Z1 , Z2) herzustellen, die den oben beschriebenen Zonen Z1 und Z2 entsprechen, und beide Katalysatoren hintereinander (Z1 vor Z2) zu testen.
Katalysator Z1 : Zuerst eine der Dispersionen A bis D über die gesamte Länge des Trägers mit der Länge Z1 aufbringen (Bereich Z1 S1 ), bei 120 °C trocknen, dann für 15 Minuten bei 350°C, anschließend für die Dauer von 3 Stunden bei 600 °C kalzinieren. Wenn vorgesehen, anschließend eine der Dispersionen A bis D über die gesamte Länge des so erhaltenen Bauteils aufbringen (Bereich Z1 S2), dann für 15 Minuten bei 350°C, anschließend für die Dauer von 3 Stunden bei 600 °C kalzinieren.
Katalysator Z2: Zuerst eine der Dispersionen A bis D über die gesamte Länge des Trägers mit der Länge Z2 aufbringen (Bereich Z2S1 ), bei 120 °C trocknen, dann für 15 Minuten bei
350°C, anschließend für die Dauer von 3 Stunden bei 600 °C kalzinieren. Wenn vorgesehen, anschließend eine der Dispersionen A bis D über die gesamte Länge des so erhaltenen Bauteils aufbringen (Bereich Z2S2), dann für 15 Minuten bei 350°C, anschließend für die Dauer von 3 Stunden bei 600 °C kalzinieren.
Beispiel 3: Reduktion von Stickoxiden mittels SCR Messverfahren Die gemäß Beispiel 2 hergestellten Katalysatorvorrichtungen wurden auf ihre Aktivität und Selektivität in der selektiven katalytischen Reduktion von Stickoxiden getestet. Dabei wurden bei verschiedenen definierten Temperaturen (gemessen an der Einlass-Seite des Katalysators) der Stickoxid-Umsatz als Maß für die SCR-Aktivität und die Bildung von Lachgas gemessen. Auf der Einlassseite wurden Modellabgase eingeführt, die voreingestellte Anteile unter anderem von NO, NH3, NO2 und O2 enthielten. Die Messung der Stickoxid-Umsätze erfolgte in einem Reaktor aus Quarzglas. Dazu wurden Bohrkerne mit L = 3" und D = 1 " zwischen 190 und 550°C unter stationären Bedingungen getestet. Die Messungen erfolgten unter den nachfolgend zusammengefassten Testbedingungen. Dabei ist GHSV der Gasvolumenstrom (Gas hourly space Velocity; Gasflussrate:Katalysatorvolumen). Die Bedingungen der Messreihen TP1 und TP2 sind nachfolgend zusammengefasst:
Testparametersatz TP1 :
Gas hourly space velocity GHSV = 60000 1/h mit der Synthesegaszusammensetzung: 1000 vppm NO, 1 100 vppm NH3, 0 vppm N20
xNOx = xNO + XNO2 + XN2O, wobei x jeweils Konzentration (vppm) bedeutet
10 Vol.-% 02, 5 Vol.-% H20, Rest N2. Testparametersatz TP2
GHSV = 60000 1/h mit der Synthesegaszusammensetzung:
250 vppm NO, 750 vppm N02, 1350 vppm NH3, 0 vppm N20
xNOx = xNO + XNO2 + XN2O, wobei x jeweils Konzentration (vppm) bedeutet
10 Vol.-% Q2, 5 Vol.-% H20, Rest N2.
Die Stickoxid-Konzentrationen (Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Distickstoffmonoxid) nach der Katalysatorvorrichtung wurden gemessen. Aus den im Modellabgas eingestellten Stickoxid-Gehalten, die während der Konditionierung zu Beginn des jeweiligen Prüflaufs mit einer vor-Katalysator-Abgasanalytik verifiziert wurden, und den gemessenen Stickoxid- Gehalten nach der Katalysatorvorrichtung wurde der Stickoxid-Umsatz über die Katalysatorvorrichtung für jeden Temperaturmesspunkt wie folgt berechnet (x ist jeweils die Konzentration in vppm): U NOx [%] - (1 - XAusgang(NOx) / XEingang(NOx)) * 100 [%]
mit
XEingang (NOx) = XEingang (NO) + XEingang (N02)
XAusgang(NOx) = XAusgang(NO) + XAusgang(N02) + 2*XAusgang(N20). XAusgang(N20) wurde mit dem Faktor 2 gewichtet, um die Stöchiometrie zu berücksichtigen.
Um zu ermitteln, auf welche Weise die Alterung der Katalysatoren das Ergebnis beeinflusst, wurden die Katalysatorvorrichtungen für 100 Stunden bei 580°C in einer Gasatmosphäre (10% O2, 10% H2O, Rest N2) einer hydrothermalen Alterung unterworfen. Anschließend wurden die Umsätze von Stickoxiden gemäß der oben beschriebenen Methode bestimmt.
Ergebnisse
Die Ergebnisse der Messreihe TP1 , bei der das Modellabgas als Stickoxid ausschließlich NO enthielt, sind in der Tabelle 2 zusammengefasst. Die Ergebnisse der Messreihe TP2, bei der das Modellabgas als Stickoxide NO und NO2 im Verhältnis 1 :3 enthielt, sind in der Tabelle 3 zusammengefasst. In den Tabellen ist jeweils angegeben, welcher Katalysator gemäß Beispiel 2 (Tabelle 1 ) eingesetzt wurde. Für jeden definierten Temperaturwert ist angegeben, wie viel Prozent der Anfangskonzentration NOx entfernt wurden. In der Tabelle 3 ist außerdem für jeden Temperaturwert 2 bis 7 angegeben, welche absolute Menge N2O bei jedem Temperaturwert nach dem Katalysator gemessen wurde. In den Fig. 1 bis 5 sind Ergebnisse zum Vergleich auch graphisch dargestellt. In den Tabellen 4 und 5 sind Bedingungen und Ergebnisse der Versuche mit Katalysatorvorrichtungen nach Alterung zusammengefasst.
Die Fig. 1 a, b zeigt, dass die erfindungsgemäßen Katalysatoren K1 und K2, bei denen eine erste obere Schicht mit einem Vanadiumkatalysator über einer zweiten, unteren Schicht mit einem Eisen-ausgetauschten Zeolithen liegt, deutlich effizienter Stickoxide entfernen als ein Vergleichskatalysator VK1 , bei dem eine Schicht mit Eisen-ausgetauschtem Zeolith über einer Vanadiumoxidschicht liegt. Der Effekt ist bei Temperaturen unterhalb von etwa 400°C besonders ausgeprägt. Der Effekt wird auch bei einem Modellabgas mit hohem Anteil von NO2 von 66,7% erhalten (Fig. 1 b). In Fig. 1 c ist gezeigt, dass mit den erfindungsgemäßen Katalysatoren K1 und K2 im Vergleich zu Katalysator VK1 deutlich weniger N2O gebildet wird. Auch dieser Effekt ist bei Temperaturen unterhalb 400°C besonders ausgeprägt.
Die Katalysatoren K1 und K2 unterscheiden sich dadurch, dass der Katalysator K2 in der ersten, oberen Schicht neben dem Vanadiumoxid zusätzlich ein Ceroxid enthält. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere im Temperaturbereich unterhalb 350°C durch Zusatz eines Ceroxids eine weitere Verbesserung erzielt wird, wobei sowohl die Entfernung von NOx weiter verbessert als auch die Entstehung von N2O weiter verringert wird.
In der Fig. 2 sind weitere Vergleiche des herkömmlichen Katalysators VK1 mit erfindungsgemäßen Katalysatoren K1 , K3, K4 und K5 graphisch dargestellt, wobei sich die erfindungsgemäßen Katalysatoren hinsichtlich der Menge der eingesetzten Katalysatoren in der oberen und unteren Schicht unterscheiden. Die Ergebnisse zeigen, dass auch bei erheblicher Variation der Katalysatormengen ein deutlicher Effekt erzielt wird. Der Katalysator K1 zeigt den deutlichsten Effekt bei der Verhinderung der Bildung von N2O (Fig. 2c).
In der Fig. 3 ist ein Vergleich des herkömmlichen Katalysators VK1 mit erfindungsgemäßen Katalysatoren K3 und K6 gezeigt. Auch Fig. 3 belegt, dass die erfindungsgemäßen Katalysatoren NOx deutlich effizienter entfernen, während die Entstehung von N2O signifikant verringert wird.
In Fig. 4 sind Ergebnisse für Katalysatorvorrichtungen dargestellt, die einem künstlichen Alterungsprozess, wie oben beschrieben, unterworfen wurden. Fig. 4 zeigt einen Vergleich des herkömmlichen Katalysators VK1 mit den erfindungsgemäßen Katalysatoren K1 und K2. Die Ergebnisse zeigen, dass auch nach Alterung der erfindungsgemäße Katalysator deutlich effizienter NOx abreichert und die Entstehung von N2O verringert als der
Vergleichskatalysator. Die Versuche zeigen außerdem, dass gerade nach Alterung die Vorteile von Ceroxid in dem Vanadiumkatalysator besonders ausgeprägt sind. Sowohl bei der Abreicherung von NOx als auch bei der Vermeidung von Lachgas zeigt sich bei Zugabe von Ceroxid eine erheblichere Verbesserung des Katalysators K2 gegenüber dem Vergleichskatalysator, aber auch gegenüber dem Katalysator K1.
Die Fig. 5 zeigt weitere Ergebnisse, die mit Katalysatoren nach dem Alterungsprozess erhalten wurden, für die erfindungsgemäßen Katalysatoren K1 , K4 und K5 und Vergleichskatalysators VK1. Auch Fig. 5 zeigt nach Alterung eine deutliche Verbesserung der erfindungsgemäßen Katalysatoren hinsichtlich NOx-Abreicherung und Verhinderung von Lachgasentstehung.
Bei Vergleichskatalysator VK3 liegen die beiden Katalysatoren nicht in Schichten übereinander, sondern die Abgase treten zunächst einlassseitig in eine Zone mit dem Eisen-haltigen Zeolithen ein und gelangen anschließend in eine auslassseitige Zone mit dem Vanadiumkatalysator. Die in Tabelle 2 und 3 zusammengefassten Ergebnisse zeigen, dass ein solcher Vergleichskatalysator nicht nur vergleichsweise geringe Umsätze von NOx sowohl mit NO als auch NC>2-reichen Abgasen zeigt, sondern eine höhere Bildung von Lachgas bewirkt.
Insgesamt zeigen die Versuche, dass die erfindungsgemäßen SCR-Katalysatoren, bei denen eine Vanadiumoxidschicht auf einer Eisen-haltigen Zeolithenschicht angeordnet ist, deutliche Verbesserungen bei der Entfernung von NOx und der Vermeidung der Entstehung von Lachgas erzielen. Die erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtungen eignen sich nicht nur für die Reaktion mit NO-reichen Abgasen, sondern auch für die Behandlung von NO2- reichen Abgasen. Die Vorteile mit NO2 reichen Abgasen sind im Temperaturbereich unter 450°C oder unter 350°C besonders ausgeprägt. Die erfindungsgemäßen Katalysatorvorrichtungen verbinden also mehrere vorteilhafte Eigenschaften miteinander, nämlich eine hohe Effizienz mit NO2 reichen Abgasen im Temperaturbereich von etwa 180°C bis 500°C, und dabei insbesondere bei niedrigen Temperaturen, eine hohe Effizienz mit NO reichen Abgasen, und das Vermeiden der Bildung von Lachgas. Die Effekte zeigen sich sowohl mit frisch hergestellten Katalysatoren als auch nach einem Alterungsprozess. Die Wirkung kann sogar noch verbessert werden, wenn dem Vanadiumkatalysator ein Ceroxid zugesetzt wird, was insbesondere Vorteile bei gealterten Katalysatoren hat.
Tabelle 2: Bedingungen und Ergebnisse der Reduktion von NO mit verschiedenen Katalysatorvorrichtungen (Versuch TP1 ) bei verschiedenen tatsächlich gemessenen Temperaturen 1 bis 8. Angegeben ist die Abreicherung von NOx am Katalysatorvorrichtungsauslass in % in Bezug auf die anfänglich eingesetzte Menge.
Tabelle 3: Versuchsbedingungen und Ergebnisse der Reduktion von N02:NO im Verhältnis 3:1 (Versuch TP2) bei verschiedenen tatsächlich gemessenen Temperaturen. Für Messungen 2 bis 7 ist die Abreicherung von NOx am Katalysatorvorrichtungsauslass in % in Bezug auf die anfänglich eingesetzte Menge sowie die Messwerte für N2O in ppm am Katalysatorvorrichtungsauslass angegeben.
Tabelle 4: Bedingungen und Ergebnisse der Reduktion von NO mit verschiedenen Katalysatorvorrichtungen nach Alterung (Versuch TP1 ) bei verschiedenen tatsächlich gemessenen Temperaturen 1 bis 8. Angegeben ist die Abreicherung von NOx am Katalysatorvorrichtungsauslass in % in Bezug auf die anfänglich eingesetzte Menge.
Tabelle 5: Versuchsbedingungen und Ergebnisse der Reduktion von N02:NO im Verhältnis 3:1 (Versuch TP2) mit verschiedenen Katalysatorvorrichtungen nach Alterung bei verschiedenen tatsächlich gemessenen Temperaturen. Für Messungen 2 bis 7 ist die Abreicherung von NOx in % am Katalysatorvorrichtungsauslass, in Bezug auf die anfänglich eingesetzte Menge, sowie die Messwerte für N2O in ppm am Katalysatorvorrichtungsauslass angegeben.