Haltevorrichtung
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung zum Befestigen am Ohr eines Anwenders gemäß Anspruch 1 sowie eine Box zur Aufnahme der Haltevorrichtung gemäß Anspruch 14.
Stand der Technik
Haltevorrichtung zum Befestigen am Ohr eines Anwenders sind aus dem Stand der Technik bekannt. Insbesondere aus dem technischen Gebiet der Hörinstrumente sind Haltevorrichtungen zum Tragen hinter dem oder im Ohr bekannt. Ebenso können Haltevorrichtungen an anatomisch geeigneten Strukturen der Ohrmuschel lösbar befestigt werden, beispielsweise über eine Federklemmverbindung.
Nachteilig zeichnen sich die hinter dem Ohr zu tragenden Haltevorrichtungen durch eine eingeschränkte Stabilität am Ohr insbesondere bei Positionsänderungen des Kopfes des Anwenders aus, wie sie z.B. bei sportlicher Betätigung auftreten. Die US 2012/0124349 offenbart einen über dem Ohr zu tragenden Bogen für einen
Kopfhörer, der bei sportlicher Betätigung verbesserten Halt bieten soll. Der Bogen besteht aus einem hinteren Segment, einem Traghaken, einem vorderen Segment und einem gebogenen Übergangssegment, wobei der entsprechende Kopfhörer in eine Klemme am vorderen Segment eingespannt werden kann. Die US
2008/0264429 offenbart eine Schutzvorrichtung für das menschliche Ohr. Die Vorrichtung weist einen Arm auf, der über der Ohrmuschel verläuft, und einen Verschluss („Pfropfelement“), der den Gehörgang verschließt bzw. verdeckt. Die Vorrichtung ist vorgespannt, um den Verschluss mit der notwendigen Kraft anzudrücken, so dass er während der Benutzung in Position bleibt. Die hinter der Ohrmuschel verlaufende Schulter der Vorrichtung fungiert dabei als die Feder, die sich während des Gebrauchs in einem gespannten Zustand befindet. Die in der US 2014/0050343 offenbarte, hinter dem Ohr zu tragende Vorrichtung ist mit einem zusätzlichen Spannelement ausgebildet, welches sich in der Ohrmuschel am unteren Teil der Concha hinter dem Antitragus verspannt und eine gegen den Gehörgang gerichtete Kraft auf einen Ohrstecker ausübt.
Um bei stärkerer Beschleunigungsbelastung eine Positionsverschiebung der Haltevorrichtung zu vermeiden, müssen die aus dem Stand der Technik bekannten Haltevorrichtungen nachteilig an das jeweilige Ohr (rechts, links) des Anwenders individuell angepasst werden. Ferner können Federelemente, die dem Verrutschen der Haltevorrichtung Vorbeugen, infolge der Federspannung auf das jeweilige Ohr bzw. entsprechende Teile davon eine für den Anwender unangenehme
Druckbelastung ausüben. Insbesondere bei Kindern finden daher Feder-verspannte Haltevorrichtungen nur eingeschränkt Anwendung.
Darstellung der Erfindung, Aufgabe, Lösung, Vorteile
Ausgehend von den vorgenannten Vorrichtungen des Standes der Technik liegt der vorliegenden Erfindung deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Haltevorrichtung bereitzustellen, welche die genannten Nachteile nicht aufweist.
Die erfindungsgemäße, hinter dem Ohr zu tragende Haltevorrichtung soll schonend am Ohr eines Anwenders befestigt werden, wobei ein zwischen einem Endstück und einer endständigen Aufnahme angeordnetes, flexibles Verbindungselement gewährleisten soll, dass die Haltevorrichtung auch bei stärkerer
Beschleunigungsbelastung oder Positionsänderung des Kopfes sicher am Ohr gehalten wird, ohne auf einzelne anatomische Strukturen des Ohrs eine
unangenehme Druckbelastung auszuüben. Die Haltevorrichtung soll ein
beschwerdefreies Tragen über einen längeren Zeitraum, z.B. über Nacht, ermöglichen und gewährleisten, dass auch bei einer zusätzlichen Druckbelastung, die von außen auf das entsprechende Ohr mit der Haltevorrichtung einwirkt (z.B. Liegen auf einer Unterlage), die Druckbelastung der Ohrmuschel durch ihr anliegende Teile der Haltevorrichtung so gering wie möglich gehalten wird. Durch eine flexible Grundstruktur soll die erfindungsgemäße Haltevorrichtung die
Anwendung für beide Ohren eines Anwenders erlauben, ohne dass die
Haltevorrichtung für jedes Ohr individuell über eine strukturelle Veränderung angepasst werden muss. Eine zur Lagerung der Haltevorrichtung angepasste Box soll ferner die sichere Lagerung der Haltevorrichtung in Phasen des Nichtgebrauchs und ihre sofortige Anwendbarkeit gewährleisten, sowie einer Verformung der Haltevorrichtung durch unsachgemäßes Aufbewahren Vorbeugen.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen definierte Vorrichtungen gelöst, wie sich auch aus den beiliegenden
Ausführungsbeispielen ergibt.
In einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung daher eine Haltevorrichtung (1 ) zum Befestigen am Ohr eines Anwenders. Die Haltevorrichtung (1 ) umfasst ein Endstück (2), welches mit einem Gehäuse (22) zum Tragen hinter einem Ohr eines Anwenders ausgebildet ist, und eine endständig angeordnete Aufnahme (3). Zwischen dem Endstück (2) und der Aufnahme (3) ist ein im Wesentlichen S-förmiges, flexibles Verbindungselement (4) angeordnet, welches einen dem Endstück (2) benachbarten Traghaken (41 ), ein Mittelstück(42), ein erstes Übergangssegment (43) und ein der Aufnahme (3) benachbartes, zweites Übergangssegment (44) umfasst. Das erste Übergangssegment (43) ist dabei zwischen dem Traghaken (41 ) und dem Mittelstück (42) und das zweite Übergangssegment (44) ist zwischen dem Mittelstück (4) und der Aufnahme (3) angeordnet. Die Haltevorrichtung ist mit einem Innenraum (6) zur Aufnahme verschiedener Komponenten (5) ausgebildet, z.B. elektronischer, mikromechanischer oder optischer Komponenten, wobei die Haltevorrichtung (1 ) im Bereich des Verbindungselements (4) weitgehend röhrenförmig ausgebildet ist. Im endständigen Teil des Endstücks (2) kann der Innenraum (6) ausgespart sein, wodurch die Herstellung der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) vereinfacht wird. Die Haltevorrichtung (1 ) ist dadurch gekennzeichnet, dass das
Verbindungselement (4) im Bereich des Traghakens (41 ) und des ersten
Übergangssegments (43) einen ersten Kreisbogen (KB1 ) ausbildet und im Bereich des zweiten Übergangssegments (44) einen zweiten Kreisbogen (KB2) ausbildet, wobei der erste Kreisbogen (KB1 ) mit Radien r1 einen ersten Kreissektor (KS1 ) und der zweite Kreisbogen (KB2) mit Radien r2 einen zweiten Kreissektor (KS2) begrenzt. R1 und r2 stehen zueinander im Verhältnis derart, dass r1 > r2 ist.
Erfindungsgemäß wird unter einem Kreisbogen eine zusammenhängende Teilmenge eines Kreises (der Kreislinie) verstanden. Bei einer im Wesentlichen S-förmigen Struktur liegen zwei unvollständige Kreise mit entsprechenden Kreislinien vor, eine erste Kreislinie, gebildet durch einen Abschnitt des Traghakens (41 ) und das erste Übergangssegment (43), und eine zweite Kreislinie, gebildet durch das zweite Übergangssegment (44). Erfindungsgemäß bezeichnet ein Kreissektor die Teilfläche
einer Kreisfläche, die von einem Kreisbogen und zwei Kreisradien begrenzt wird.
Dem Fachmann ist bekannt, dass zur Bestimmung der Radien bei gegebener Kreislinie mittels der jeweiligen Streckensymmetrale von zwei Kreissehnen der Kreismittelpunkt geometrisch ermittelt werden kann. Vorteilhaft bilden das
Verbindungselement (4) mit Traghaken (41 ), dem ersten Übergangssegment (43), dem Mittelstück (42), dem zweiten Übergangssegment (44) und der endständigen Aufnahme (3) eine weitgehend S- förmige bzw. Schwanenhals-förmige Struktur aus. Durch das flexible, S- förmige Verbindungselement wird eine optimale Verspannung der Haltevorrichtung in bestimmten anatomischen Strukturen sowohl auf der medialen als auch, und vor allem auf der lateralen Seite des äußeren Ohrs gewährleistet. Der Begriff„medial“ bedeutet dabei„zur Körpermitte hin orientiert“, der der entgegengesetzte Begriff„lateral“ bedeutet entsprechend„von der Körpermitte weg orientiert“. Die erfindungsgemäße Haltevorrichtung gewährleistet beim Tragen zunächst Halt auf der medialen Seite des Ohres durch die enge räumliche Beziehung von Traghaken (41 ) und erstem Übergangssegment (43) und der fossa anthelicis.
Bei dieser anatomischen Struktur handelt es sich um die zwischen dem Temporal- Bereich des Kopfes und der Ohrmuschel angeordnete Vertiefung. Eine weitere Verspannung der Haltevorrichtung erfolgt mittels des zweiten Übergangssegments (44) auf der lateralen Seite des Ohres in der Concha entlang d er Anthelix. Die als Anthelix bezeichnete anatomische Struktur auf der lateralen Seite des Ohrs ist eine Leiste, die dem äußeren Rand des Ohres, der als Helix bezeichneten Ohrleiste, direkt gegenüberliegt und von dieser durch eine Rinne ( Scapha ) getrennt ist. Die Anthelix umgibt die Ohrhöhlung ( Concha auriculae), die über den
Gehörgangseingangstrichter ( Cavum conchae) zum äußeren Gehörgang führt. Das zweite Übergangssegment (44) der Haltevorrichtung (1 ) verspannt sich mit seinem dem Endstück (2) zugewandten Teil entlang d er Anthelix in der Concha derart, dass letztere weitgehend vollständig eingerahmt wird. Die endständig angeordnete
Aufnahme (3) kommt im Gebrauch im äußeren Gehörgang des Verwenders zu liegen. Unter einer Aufnahme wird dabei erfindungsgemäß ein Bauteil verstanden, welches zur Beherbergung von anderen Bauteilen angepasst ist, z.B. von optischen, elektronischen oder mikromechanischen Komponenten. Vorteilhaft ist durch die flexible Ausbildung des Verbindungselements eine Verspannung in beiden Ohren möglich, sodass die Haltevorrichtung sowohl am rechten als auch am linken Ohr
eines Anwenders getragen werden kann und vor dem Verrutschen optimal geschützt ist. Diese Vorteile ergeben sich insbesondere bei längerfristigem Tragen der
Haltevorrichtung (z.B. über Nacht) und/oder bei Belastung der Haltevorrichtung durch äußere Einwirkungen wie z.B. Beschleunigung oder Abbremsen des Kopfes.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) kann das Verhältnis von r1 zu r2 so ausgebildet sein, dass r1 > r2 ist. Vorteilhaft kann ein im Verhältnis zu r2 größerer Radius r1 die Lagerung des Endstücks (2) und des Traghakens (41 ) in der fossa anthelicis optimieren, indem dieser Teil des
Verbindungselements (4) entlang eines größtmöglichen Teils ihrer Länge zu liegen kommt. Gleichzeitig wird der Übergang der Haltevorrichtung auf die laterale Seite der Ohrmuschel verbessert, indem das erste Übergangssegement (43) vollständig um den Ansatz der Helix herumgeführt wird und diesem nicht aufliegt, derart, dass das an das erste Übergangssegement (43) angrenzende, gerade Mittelstück (42) weitgehend parallel zum unteren Schenkel d er Anthelix ( Crus inferius anthelicis) zu liegen kommt. Damit wird eine optimierte Verspannung des zweiten
Übergangssegments (44) entlang der Anthelix in der Concha gewährleistet.
In einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung (1 ) kann das Verhältnis von r1 zu r2 im Bereich von 1 ,1 bis 3 liegen. Vorzugsweise kann sich eine Haltevorrichtung (1 ) bei der das Verhältnis von r1 zu r2 in einem Bereich von 1 ,1 bis 1 ,5 liegt, für Anwender eignen, bei denen die Concha (Ohrhöhlung, siehe oben) im Verhältnis zur Gesamtlänge und Gesamtbreite des Ohrs groß ausgebildet ist. Dabei wird die Gesamtlänge des Ohrs vom höchsten Punkt der Helix (supraaural) bis zum tiefsten Punkt des Ohrläppchens (subaural) und die Gesamtbreite des Ohrs vom Tragus zur Helix gemessen. Eine im Verhältnis zu Gesamtlänge und Gesamtbreite des Ohrs große Concha findet sich vor allem bei Kindern. Durch Auswahl geeigneter Radien-Verhältnisse kann die Haltevorrichtung optimal für kindliche Ohren angepasst werden.
In einer weiteren Implementierung der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) kann das Verbindungselement (4) im Bereich des ersten Übergangssegments (43) und dem angrenzenden Teil des Traghakens (41 ) in der Form eines Hohlzylinders mit einer weitgehend elliptischen Querschnittsfläche ausgebildet sein und kann das Verbindungselement (4) im Bereich des Mittelstücks (42) und des zweiten
Übergangssegments (44) in der Form eines Hohlzylinders mit einer weitgehend kreisförmigen Querschnittsfläche ausgebildet sein. Das so ausgebildete
Verbindungselement (4) ermöglicht eine optimale Anpassung an die anatomischen Strukturen des Ohres und Kopfes, zwischen denen und entlang derer es im
Gebrauch verläuft. Insbesondere beim Tragen der Vorrichtung über einen längeren Zeitraum (z.B. über Nacht) und unter auf das Ohr von lateral nach medial
einwirkender Druckbelastung (Aufliegen des die Vorrichtung tragenden Ohrs auf einer Unterlage, z.B. während des Schlafs) kann die durch die eingesetzte
Haltevorrichtung bedingte Druckbelastung auf das Ohr weitgehend herabgesetzt werden.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Verbindungselements (4) der Haltevorrichtung (1 ) kann die Hauptachse der elliptischen Querschnittsfläche jeweils weitgehend senkrecht zur ohrseitigen Auflagefläche des Verbindungselements (4) verlaufen. Durch die vorteilhafte Orientierung des Verbindungselements (4) im Bereich des Traghakens und des ersten Übergangssegments (43) in der fossa anthelicis wird die auf die Ohrmuschel und auf den medial benachbarten
Temporalbereich des Kopfes wirkende Druckbelastung beim Tragen der Vorrichtung über einen längeren Zeitraum (z.B. über Nacht) auf eine größere Fläche verteilt. Dies ist vor allem dann vorteilhaft, wenn auf das Ohr von lateral nach medial eine
Druckbelastung einwirkt (Aufliegen des die Vorrichtung tragenden Ohrs auf einer Unterlage, z.B. während des Schlafs); das Auftreten von Druckstellen kann weitestgehend vermieden werden.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) können zwischen dem zweiten Übergangssegment (44) und der Aufnahme (3) n (n= 1 , 2...) weitere Übergangssegmente (45) angeordnet sein. Prinzipiell können
Übergangssegmente auch an anderer Stelle angeordnet sein, beispielsweise im Übergang zwischen dem ersten Übergangssegment (43) und dem Mittelstück (42), oder aber im Übergang zwischen Traghaken (41 ) und erstem Übergangssegment (43). Bevorzugt ist die Anordnung von einem oder mehreren, weiteren
Übergangssegmenten im Bereich der endständigen Aufnahme (3). Das flexible Verbindungselement (4) kann so auf einfache Art und Weise verlängert werden und
die individuellen anatomischen Gegebenheiten des Verwenders berücksichtigen, z.B. eine größere Concha.
In einer weiteren Implementierung kann am Mittelstück (42) und am zweiten
Übergangssegment (44) eine Verbindungselement-Verlängerung (46) lösbar befestigt sein. Vorzugsweise ist die Verbindungselement-Verlängerung (46) als länglicher, weitgehend C- förmig vorgebogener, über eine kraftschlüssige
Verbindung, z.B. eine Klemmverbindung, am Verbindungselement (4) zu
befestigender Körper ausgebildet. Vorzugsweise weist die Verbindungselement- Verlängerung (46) eine geringere Flexibilität auf als das Verbindungselement (4), beispielsweise ist das Elastizitätsmodul E der Verbindungselement-Verlängerung (46) größer als das Elastizitätsmodul des Verbindungselements (4). Mittels der Verbindungselement-Verlängerung (46) kann eine Haltevorrichtung im Bereich des der Anthelix anliegenden Teils des Verbindungselements (4) auf einfache Art und Weise verlängert werden, so dass eine Haltevorrichtung mit kleinem r2 an eine, einen größeren r2 erfordernde Concha angepasst werden kann. Die
Verbindungselement-Verlängerung (46) kann alternativ als Zylindersegment ausgebildet sein, welches derart an das Mittelstück (42) und das zweite
Übergangssegment (43) des Verbindungselements (4) angebracht ist, dass ein zwischen dem zweiten Übergangssegment (43) und dem Rand der Anthelix liegender Freiraum (und damit die Ohrhöhlung) ausgefüllt wird. Vorzugsweise ist diese Art der Verbindungselement-Verlängerung (46) als entsprechend
dimensionierter Halbzylinder ausgebildet.
In einer bevorzugten Ausführungsform kann das Material der Haltevorrichtung (1 ) ein thermoplastischer Elastomer mit einer Shore A Härte im Bereich von 40 bis 70 umfassen. Vorzugsweise kann die Haltevorrichtung (1 ) aus einem thermoplastischen Elastomer mit einer Shore A Härte im Bereich von 45 bis 65 bestehen. Insbesondere bevorzugt kann die Shore A Härte im Bereich von 50 bis 60 liegen. Die Shore Härte ist ein Maß für die Werkstoffhärte (festgelegt in den DIN EN ISO 868 und DIN ISO 7619-1 ). Sie wird vorwiegend zur Charakterisierung von Elastomeren und
gummielastischen Polymeren verwendet und steht in direkter Beziehung zur
Eindringtiefe eines Eindringkörpers (Indenter, ein federbelasteter Stift aus
gehärtetem Stahl) in den entsprechenden Prüfkörper. Die Eindringtiefe ist ein Maß
für die Shore-Härte, die auf einer Skala von 0 Shore (2,5 Millimeter Eindringtiefe) bis 100 Shore (0 Millimeter Eindringtiefe) gemessen wird. Thermoplastische Elastomere (TPE) sind aus dem Stand der Technik bekannt. TPEs sind für Verwendung in der Medizin zugelassen (festgelegt im Biokompatibilitäts- Standard DIN EN ISO 10993). Vorzugsweise besteht die Haltevorrichtung (1 ) aus einem thermoplastischen
Polyolefin, aus einem thermoplastischen Polyethylenester, aus einem
thermoplastischen Polyturethan oder aus einem thermoplastischen Polyetheramid. Alternativ kann die Haltevorrichtung aus einem für medizinische Zwecke geeigneten Silikon bestehen.
In einer bevorzugten Implementierung ist die Haltevorrichtung (1 ) plastisch verformbar. Unter plastisch verformbar wird im Rahmen dieser Offenbarung die Fähigkeit verstanden, sich unter einer Krafteinwirkung nach Überschreiten einer Fließgrenze irreversibel und ohne Rückstellkraft zu verformen und diese Form nach der Einwirkung beizubehalten. Unterhalt der Fließgrenze treten keine oder nur elastische Deformationen auf.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform kann die Haltevorrichtung (1 ) mit einer weichen Berührungsoberfläche ausgebildet sein. Unter einer weichen
Berührungsoberfläche (Soft-Touch-Oberfläche) wird eine Oberfläche verstanden, die sich durch eine weiche Oberflächen-Haptik auszeichnet. Durch die weiche
Berührungsoberfläche wird vorteilhaft der Rauheit der Oberfläche erhöht. Vorteilhaft kann die Haltevorrichtung eine mittlere Oberflächenrauheit (Ra) von etwa 400 bis etwa 800 nm aufweisen. Die Größe der mittleren Oberflächenrauheit Ra ist aus dem Stand der Technik bekannt; sie gibt den mittleren Abstand eines Messpunktes - auf der Oberfläche - zur Mittellinie an. Die Mittellinie schneidet innerhalb der
Bezugsstrecke das wirkliche Profil so, dass die Summe der Profilabweichungen (bezogen auf die Mittellinie) minimal wird. Mit steigendem Ra-Wert wird die
Oberflächenrauheit größer. Vorteilhaft wird im Gebrauch besonders der Halt der in der fossa anthelicis angeordneten Abschnitte der Haltevorrichtung (1 ), nämlich des Endstücks (2), des Gehäuses (22) und des ersten Übergangssegments (43), durch die angeraute Oberfläche verbessert. Weiterhin verbessert sich auch der Halt des in der Concha gelegenen Teils der Haltevorrichtung (1 ). Außerdem verbessert sich der Komfort der Haltevorrichtung (1 ) beim Tragen.
ln einer weiteren Implementierung der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) können ein im röhrenförmigen Innenraum (6) des Verbindungselements (4) verlaufendes elektrisches Verbindungselement (7) und eine Verstärkungsfaser (8) eine kombinierte Zugfestigkeit im Bereich von 50 und 70N unter Belastung
aufweisen. Die Zugfestigkeit („pull strength“ oder„pull tension“) für
Verbindungselemente bezeichnet die Festigkeit unter Belastung, ohne dass eine Beschädigung des Verbindungselements oder eine Veränderung von dessen charakteristischen Eigenschaften auftritt. Für das erfindungsgemäße
Verbindungselement (7) und die erfindungsgemäße Verstärkungsfaser (8) wird die Zugfestigkeit unter einer Belastung mit 5,9 kg (13lbs) bestimmt. Elektrische
Verbindungselemente sind aus dem Stand der Technik bekannt. Erfindungsgemäß können im röhrenförmigen Innenraum (6) des Verbindungselements (4) ein oder mehrere elektrische Verbindungselemente angeordnet sein. Diese können
beispielsweise als Kabel (ein- oder mehradriger Verbund von Einzelleitungen, welcher der Übertragung von Energie oder Information dient) oder als flexible Leiterplatte ausgebildet sein. Unter einer Leiterplatte wird ein Träger für elektronische Bauteile verstanden, welche aus elektrisch isolierendem Material mit daran haftenden, leitenden Verbindungen (Leiterbahnen) besteht. Bei einer flexiblen Leiterplatte besteht der Träger aus flexiblem Material z.B. einer Polymerfolie aus Polyimid. Flexible Leiterplatten können besonders platzsparend durch Falten in engen räumlichen Strukturen eingesetzt werden. Vorzugsweise kann die
Verstärkungsfaser mit im Gehäuse (22) und in der endständigen Aufnahme (3) beherbergten Komponenten verbunden sein. Die Verstärkungsfaser (8) kann vorzugsweise um das eine oder die mehreren elektrischen Verbindungselemente (8) gewunden sein. Die mit einer Verstärkungsfaser (8) ausgebildete Haltevorrichtung zeichnet sich durch eine erhöhte Stabilität hinsichtlich einer Zugbelastung aus Die hohe Zugfestigkeit erlaubt das sichere Einsetzen und Entfernen der
erfindungsgemäßen Haltevorrichtung. Weiterhin wird die Verwendung der
erfindungsgemäßen Haltevorrichtung in Anwendungsbereichen mit besonderen Sicherheitsanforderungen, z.B. Anwendung durch Kinder, sowie im medizinischen Bereich, insbesondere in der Pädiatrie und der (pädiatrischen) Intensivmedizin ermöglicht.
In einer weiteren Implementierung der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) können das Endstück (2), die Aufnahme (3) und das Verbindungselement (4) integral ausgebildet sein. Vorteilhaft ermöglicht eine integrale Ausbildung der
Haltevorrichtung eine einfache Herstellung, da keine Verbindungen der einzelnen Bestandteile über gesonderte Verbindungsstücke erforderlich sind. Da die einzelnen Abschnitte der Haltevorrichtung ineinander übergehen, zeichnet sich die integrale Haltevorrichtung durch einfache Handhabung beim Reinigen und im Gebrauch aus.
In einer vorteilhaften Weiterbildung kann die Haltevorrichtung (1 ) im Bereich des Gehäuses (22) und der Aufnahme (3) Durchbrechungen (221 , 31 ) aufweisen, die den Innenraum (6) mit dem die Haltevorrichtung (1 ) umgebenden Außenraum (61 ) fluidisch verbinden. Beispielsweise können die Durchbrechungen die Interaktion von in der Aufnahme (3) und im Gehäuse (22) gelagerten Komponenten mit Strukturen des Außenraums wie z.B. dem Gehörgang oder mit Empfängermodulen,
Lademodulen etc. auf einfache Art und Weise erlauben.
In einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) kann die Aufnahme (3) zur Aufnahme eines oder mehrerer mikroelektromechanischer Systeme und/oder mikrooptoelektromechanischer Systeme und/oder Sensorsysteme ausgebildet sein. Besonders bevorzugt kann die Aufnahme (3) zur Aufnahme eines oder mehrerer Temperatursensoren (51 ), eines oder mehrerer
Beschleunigungssensoren (52) bzw. Inertialsensoren, einschließlich Gyroscopen und/oder Kompassensoren, und /oder zur Aufnahme optischer Sensoren ausgebildet sein.
In einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung eine Box (9) zur Aufnahme der vorstehend beschriebenen Haltevorrichtung (1 ). Die Box (9) ist mit einer Lagerung
(10) angeordnet, die eine zu der Haltevorrichtung (1 ) komplementäre Ausnehmung
(11 ) aufweist. Die Ausnehmung (11 ) umfasst dabei eine Endstück-Ausnehmung (112), eine Gehäuse-Ausnehmung (1122), eine Verbindungselement-Ausnehmung (114) und eine Aufnahme-Ausnehmung (113). Die erfindungsgemäße
Haltevorrichtung (1 ) kann in der dazugehörigen Box (9) während des Nichtgebrauchs formstabil gelagert werden. Da die Haltevorrichtung (1 ) im Bereich des
Verbindungselements (4) weitgehend S-förmig und flexibel ausgestaltet ist, kann eine unsachgemäße Lagerung eine Verformung und/oder Verdrehung insbesondere des
Verbindungselements (4) hervorrufen, derart, dass sich das zweite
Übergangssegment (44) der Haltevorrichtung (1 ) sich mit seinem dem Endstück (2) zugewandten Teil nicht mehr entlang der Anthelix in der Concha verspannen kann. Zwar kann die endständig angeordnete Aufnahme (3) einer durch Druck- oder Zugbelastung verformten Haltevorrichtung (1 ) im Gebrauch im äußeren Gehörgang des Verwenders zu liegen kommen, aber das zweite Übergangssegment (44) kann sich so aus der Concha herausdrehen, dass letztere nicht mehr weitgehend vollständig durch das zweite Übergangssegment (44) eingerahmt wird.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Box (9) kann die
Gehäuse-Ausnehmung (1122) ein erstes Kontaktelement (12) umfassen, derart, dass das erste Kontaktelement (12) im Gebrauch unmittelbar benachbart zu einem komplementär ausgebildeten Gehäuse-Kontaktelement (221 ) der Haltevorrichtung (1 ) zu liegen kommt. Bei den komplementär ausgebildeten Kontaktelementen handelt sich vorzugsweise um galvanische Kontakte. Diese dienen zum Aufladen eines im Gehäuse (22) der Haltevorrichtung (1 ) aufgenommenen Akkumulators (53), der mit dem Gehäuse-Kontaktelement (221 ) verbunden ist. Vorzugsweise kann das
Gehäuse-Kontaktelement (221 ) der Haltevorrichtung (1 ) mit einer Schutzklappe versehen sein, welche gewährleisten, dass die Ladekontakte im getragenen Zustand nicht mit der Haut des Anwenders in Kontakt geraten. Das in der
Gehäuseausnehmung (1122) umfasste erste Kontaktelement (12) dient zur
Verbindung mit einer mit der Box (9) verbundenen Stromquelle. Ein Akkumulator der in der Box (9) formstabil gelagerten Haltevorrichtung (1 ), die strombetriebene elektrische Komponenten umfasst, kann damit auf einfache Art und Weise
aufgeladen werden.
In einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Box (9) kann die
Aufnahme-Ausnehmung (113) ein zweites Kontaktelement (13) umfassen, derart, dass das zweite Kontaktelement (13) im Gebrauch unmittelbar benachbart zu der Aufnahme (3) der Haltevorrichtung (1 ) zu liegen kommt. Vorzugsweise können durch das zweites Kontaktelement der Box (9) in der Aufnahme (3) gelagerte
Sensorelemente vor einer Verwendung kalibriert oder anderweitig auf die
Verwendung im äußeren Gehörgang des Anwenders vorbereitet werden.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann das zweite Kontaktelement (13) als Heizelement (14) ausgebildet sein. Eine einen Temperatursensor
beherbergende Aufnahme (3) kann vor der Verwendung der Haltevorrichtung (1 ) auf einen definierten Temperaturwert aufgeheizt werden, um nach dem Einsetzen in den äußeren Gehörgang eines Verwenders innerhalb kürzester Zeit einen
aussagekräftigen Temperaturwert messen zu können. Durch diese Vorbehandlung der derartig ausgebildeten Haltevorrichtung (1 ) kann die Zeit zwischen dem
Befestigen der Haltevorrichtung (1 ) am Ohr des Anwenders und der Erfassung einer akkuraten Temperatur im äußeren Gehörgang des Anwenders im Vergleich zu anderen Vorrichtungen, welche die Temperatur im äußeren Gehörgang erfassen, signifikant verkürzt werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
Im Folgenden werden beispielhaft und nicht abschließend einige besondere
Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren beschrieben.
Die besonderen Ausführungsformen dienen nur zur Erläuterung des allgemeinen erfinderischen Gedankens, jedoch beschränken sie die Erfindung nicht.
Figur 1 A zeigt eine schematische Ansicht der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) von der Seite mit Darstellung der geometrischen Strukturen zu Erläuterung. Figur 1 B zeigt die Querschnittsflächen der Haltevorrichtung entlang der Schnittlinien A-A und B-B.
Figur 2A zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung (1 ) von der Seite. In Figur 2B ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) mit einem Verlängerungselement dargestellt.
Figur 3 zeigt eine schematische Ansicht des Innenraums (6) der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) und der im Innenraum (6) angeordneten Komponenten.
Figur 4A ist eine schematische Darstellung der in der Box (9) gelagerten
Haltevorrichtung (1 ); Fig. 4B zeigt die Box (9), in welcher Teile der Haltevorrichtung (1 ) zum besseren Verständnis entfernt sind.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
Figur 1A zeigt eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung (1 ) zum Befestigen am Ohr eines Anwenders. Die Haltevorrichtung (1 ) umfasst ein Endstück (2), welches mit einem Gehäuse (22) zum Tragen hinter einem Ohr eines Anwenders ausgebildet ist, und eine endständig angeordnete Aufnahme (3). Zwischen dem Endstück (2) und der Aufnahme (3) ist ein im
Wesentlichen S-förmiges, flexibles Verbindungselement (4) angeordnet, welches einen dem Endstück (2) benachbarten Traghaken (41 ), ein Mittelstück(42), ein erstes Übergangssegment (43) und ein der Aufnahme (3) benachbartes, zweites
Übergangssegment (44) umfasst. Das erste Übergangssegment (43) ist dabei zwischen dem Traghaken (41 ) und dem Mittelstück (42) und das zweite
Übergangssegment (44) ist zwischen dem Mittelstück (4) und der Aufnahme (3) angeordnet. Die endständig angeordnete Aufnahme (3) ist mit einem größeren Durchmesser als das Verbindungselement (4) ausgebildet, so dass sie in den äußeren Gehörgang eines Anwenders eingeführt werden kann und diesen
weitgehend ausfüllt. Vorzugsweise wird der äußere Gehörgang durch die Aufnahme (3) verschlossen. Auf die Aufnahme (3) kann im Bedarfsfall ein Aufnahme-Aufsatz (nicht dargestellt) angeordnet werden, um den Gehörgang bei der Anwendung der Haltevorrichtung (1 ) zu verschließen; beispielsweise kann bei einem Gehörgang mit großem Durchmesser die Verwendung eines Aufnahme-Aufsatzes erforderlich sein. Das Verbindungselement (4) bildet im Bereich des Traghakens (41 ) und des ersten Übergangssegments (43) einen ersten Kreisbogen (KB1 , grob gestrichelte Linie) aus. Im Bereich des zweiten Übergangssegments (44) wird ein zweiter Kreisbogen (KB2, grob gestrichelte Linie) ausgebildet, wobei der erste Kreisbogen (KB1 ) mit Radien r1 (gezeigt r1 , fein gestrichelte Linie) einen ersten Kreissektor (KS1 , schraffiert) und der zweite Kreisbogen (KB2) mit Radien r2 (gezeigt r2, fein gestrichelte Linie) einen zweiten Kreissektor (KS2, schraffiert) begrenzt. Der Traghaken (41 ) und das erste Übergangssegment (43) kommen beim Tragen in der auf der Ohrrückseite zwischen Ohrmuschel und Kopf gelegenen fossa anthelicis zu liegen. Die Haltevorrichtung (1 ) wird weiterhin auf der lateralen Seite des Ohres in der Concha (Ohrhöhlung) entlang d er Anthelix mittels des zweiten Übergangssegments (44) verspannt.
Das Verbindungselement (4) ist im Bereich des Mittelstücks (42) und des zweiten Übergangssegments (44) in der Form eines Hohlzylinders mit einer weitgehend kreisförmigen Querschnittsfläche ausgebildet (Schnittlinie A-A, Fig. 1 B, links).
Weiterhin ist das Verbindungselement (4) im Bereich des ersten Übergangssegments (43) und dem angrenzenden Teil des Traghakens (41 ) in der Form eines
Hohlzylinders mit einer weitgehend elliptischen Querschnittsfläche ausgebildet (Schnittlinie B-B, Fig. 1 B, rechts). Insbesondere verläuft die Hauptachse (H, gestrichelt; gezeigt ist auch die senkrecht zur Hauptachse H verlaufende
Nebenachse) der betreffenden elliptischen Querschnittsfläche jeweils weitgehend senkrecht zur ohrseitigen Auflagefläche des Verbindungselements (4). Das so ausgebildete Verbindungselement (4) erlaubt eine optimale Anpassung an die anatomischen Strukturen des Ohres und Kopfes, zwischen denen und entlang derer es im Gebrauch verläuft. Durch die vorteilhafte Orientierung des
Verbindungselements (4) im Bereich des Traghakens und des ersten
Übergangssegments (43) in der fossa anthelicis wird die auf die Ohrmuschel und auf den nach medial benachbarten Kopf wirkende Druckbelastung beim Tragen der Vorrichtung über einen längeren Zeitraum (z.B. über Nacht, mit Aufliegen des die Vorrichtung tragenden Ohrs auf einer Unterlage) auf eine größere Fläche verteilt.
Das Auftreten von Druckstellen kann so vermieden werden.
Die Figuren 2A und 2B zeigen eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) von der Seite. In der ersten Weiterbildung (Fig. 2A) ist zwischen dem zweiten Übergangssegment (44) und der Aufnahme (3) ein weiteres
Übergangssegment (45) angeordnet. In Figur 2B ist am Mittelstück (42) und am zweiten Übergangssegment (44) eine längliche, weitgehend C- förmig vorgebogene Verbindungselement-Verlängerung (46) lösbar befestigt. Mittels der eines
Übergangssegments (45) und/oder einer Verbindungselement-Verlängerung (46) kann eine Haltevorrichtung im Bereich des der Anthelix anliegenden Teils des Verbindungselements (4) auf einfache Art und Weise verlängert werden, so dass eine Haltevorrichtung mit kleinem r2 an eine, einen größeren r2 erfordernde Concha angepasst werden kann.
Figur 3 zeigt eine schematische Ansicht des Innenraums (6) der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) und der im Innenraum (6) angeordneten Komponenten. Die
Haltevorrichtung ist mit einem Innenraum (6) zur Aufnahme verschiedener
Komponenten (5) ausgebildet, z.B. elektronischer, mikromechanischer,
mikrooptomechanischer oder optischer Komponenten. Bevorzugte Komponenten, die in der Aufnahme (3) zu liegen kommen sind Temperatursensor (51 ) und/oder ein Beschleunigungssensor (52). Die Haltevorrichtung (1 ) ist im Bereich des
Verbindungselements (4) weitgehend röhrenförmig ausgebildet (siehe Querschnitte in Figur 1 B). Im endständigen Teil des Endstücks (2) kann der Innenraum (6) ausgespart sein. Die Haltevorrichtung (1 ) weißt im Bereich des Gehäuses (22) und der Aufnahme (3) Durchbrechungen (221 , 31 ) aufweisen, die den Innenraum (6) mit dem die Haltevorrichtung (1 ) umgebenden Außenraum (61 ) fluidisch verbinden. Beispielsweise können die Durchbrechungen die Interaktion von in der Aufnahme (3) und im Gehäuse (22) gelagerten Komponenten mit Strukturen des Außenraums wie z.B. dem Gehörgang oder mit Empfängermodulen, Lademodulen etc. auf einfache Art und Weise erlauben. Um das elektrische Verbindungselement (7) ist eine
Verstärkungsfaser (8) gewunden, wodurch die Belastung unter Zug der
Haltevorrichtung (1 ) optimiert wird. Dies ermöglicht die Verwendung der
erfindungsgemäßen Haltevorrichtung (1 ) in Anwendungsbereichen mit besonderen Sicherheitsanforderungen .
Figur 4A ist eine schematische Darstellung der in der erfindungsgemäßen Box (9) gelagerten Haltevorrichtung (1 ); Fig. 4B zeigt die Box (9), in welcher Teile der Haltevorrichtung (1 ) zum besseren Verständnis entfernt sind. Die Box (9) weist eine Lagerung (10) angeordnet, die eine zu der Haltevorrichtung (1 ) komplementäre Ausnehmung (11 ) aufweist (Fig. 4B). Die Ausnehmung (11 ) umfasst dabei eine Endstück-Ausnehmung (112), eine Gehäuse-Ausnehmung (1122), eine
Verbindungselement-Ausnehmung (114) und eine Aufnahme-Ausnehmung (113).
Die Box (9) dient zur formstabilen Lagerung der erfindungsgemäße Haltevorrichtung (1 ) kann in der dazugehörigen Box (9) während des Nichtgebrauchs. Eine
unsachgemäße Lagerung der flexiblen Haltevorrichtung, insbesondere des S- förmigen Verbindungselements (4) kann eine Verformung und/oder Verdrehung hervorrufen, sodass sich das zweite Übergangssegment (44) mit seinem dem
Endstück (2) zugewandten Teil nicht mehr entlang der Anthelix in der Concha verspannen kann. Die Gehäuse-Ausnehmung (1122) umfasst ein erstes
Kontaktelement (12), welches im Gebrauch in unmittelbarer Nähe zu dem
komplementär ausgebildeten Gehäuse-Kontaktelement (222) der Haltevorrichtung (1 ) liegt. Diese komplementären Kontaktelemente sind vorzugsweise galvanische Kontakte und dienen zum Aufladen des im Gehäuse (22) der Haltevorrichtung (1 ) aufgenommenen Akkumulators (53, Fig. 3), der mit dem Gehäuse-Kontaktelement (222) verbunden ist. Das in der Gehäuseausnehmung (1122) umfasste erste
Kontaktelement (12) dient zur Verbindung mit einer mit der Box (9) verbundenen Stromquelle (nicht gezeigt). In der Aufnahme-Ausnehmung (113) ist ein zweites Kontaktelement (13) angeordnet, welches im Gebrauch unmittelbar benachbart zur Aufnahme (3) der Haltevorrichtung (1 ) zu liegen kommt. Mittels des zweiten
Kontaktelements (13) der Box (9) können beispielsweise in der Aufnahme (3) gelagerte Sensorelemente vor einer Verwendung kalibriert oder anderweitig auf die Verwendung im äußeren Gehörgang des Anwenders vorbereitet werden. Das zweite Kontaktelement (13) kann bevorzugt als Heizelement ausgebildet sein und einen Temperatursensor in der Aufnahme (3) vor der Verwendung der Haltevorrichtung (1 ) auf einen definierten Temperaturwert aufheizen.
Bezugszeichenliste
1 Haltevorrichtung
2 Endstück
22 Gehäuse
221 Gehäuse-Durchbrechung
222 Gehäuse-Kontaktelement
3 endständig angeordnete Aufnahme
31 Aufnahme-Durchbrechung
4 Verbindungselement
41 Traghaken
42 Mittelstück
43 erstes Übergangssegment
44 zweites Übergangssegment
45 weiteres Übergangssegment
46 Verbindungselement-Verlängerung
5 Komponente
51 Temperatursensor
52 Inertialsensor
53 Akkumulator
6 Innenraum der Haltevorrichtung
7 elektrisches Verbindungselement
8 Verstärkungsfaser
9 Box
10 Lagerung
11 Ausnehmung der Lagerung
112 Endstück-Ausnehmung
1122 Gehäuse-Ausnehmung
113 Aufnahme-Ausnehmung
114 Verbindungselement Ausnehmung
12 erstes Kontaktelement
13 zweites Kontaktelement