Füllelement zum Füllen von Flaschen oder dergleichen Behälter mit einem flüssigen Füllgut sowie Füllmaschine mit derartigen Füllelementen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Füllelement zum Füllen von Flaschen oder dergleichen Behälter mit einem flüssigen Füllgut gemäß Oberbegriff Patentanspruch 1 sowie auf eine Füllmaschine umlaufender Bauart gemäß Oberbegriff Patentanspruch 10.
Füllelemente zum Füllen von Flaschen oder dergleichen Behälter mit einem flüssigen Füllgut, insbesondere auch zum Füllen von Flaschen mit Getränken, sind in unterschiedlichen Ausführungen bekannt, und dabei auch als Füllelemente für ein volumengesteuertes Füllen (volumetrisches Füllen). Bei diesen Füllelementen ist in einer Flüssigkeitsleitung zwischen einer Quelle des flüssigen Füllgutes (z.B. Vorratsbehälter oder Kessel) und dem jeweiligen Füllelement ein Durchflussmesser vorgesehen, der ein die Beendigung des Füllvorgangs, d.h. das Schließen des Flüssigkeitsventils veranlassendes Mess- oder Steuersignal an eine zentrale Steuereinrichtung (Rechner) der Füllmaschine liefert.
Derartige Füllelemente werden an Füllmaschinen vorgesehen, die über eine Vielzahl von Behandlungsstationen bzw. -Positionen verfügen, welche auch als Füllstationen oder Füllpositionen verstanden werden können. An jeder Füllstation der Füllmaschine ist ein Füllelement oder Füllorgan mit einem Füllventil bzw. Flüssigkeitsventil vorgesehen, über dessen Abgabeöffnung das flüssige Füllgut in den Behälter abgegeben wird. Beispielsweise erfolgt die Abgabe des Füllgutes in die Behälter mittels eines so genannten „Freistrahlfüllens“.
Unter „Freistrahlfüllen“ oder Freistrahlbefüllung“ wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Füllverfahren verstanden, bei dem das flüssige Füllgut dem zu befüllenden Behälter ab dem Flüssigkeitsventil in einem freien Füllstrahl oder Füllgutstrahl zuströmt, wobei die Strömung des Füllgutes nicht durch Leitelemente wie z.B. Ableitschirme, Drallkörper, kurze oder lange Füllrohre beeinflusst oder verändert wird. Freistrahlfüllen kann sowohl drucklos, also auch unter Druck erfolgen. Bei der drucklosen Freistrahlfüllung weist der Behälter Umgebungsdruck auf, wobei der Behälter in der Regel mit seiner Behältermündung oder -Öffnung nicht am Füllelement anliegt, sondern von dem Füllelement bzw. von einer vorgesehenen Abgabeöffnung
beabstandet ist. Liegt der Behälter bei der drucklosen Freistrahlfüllung doch mit seiner Behältermündung am Füllelement an, so stellt ein Gasweg eine Verbindung zwischen dem Innenraum des Behälters und der Umgebung her, wodurch eine drucklose Füllung ermöglicht wird. Bevorzugt entweicht über diesen Gasweg auch das im Behälter enthaltene und durch das in den Behälter einströmende Getränk verdrängte Gas in die Umgebung.
Erfolgt die Freistrahlfüllung unter einem vom Umgebungsdruck abweichenden Druck, so wird der Behälter mit seiner Mündung gegen das Füllelement angepresst und abgedichtet, der Druck im Innenraum des Behälters wird durch Beaufschlagung mit einem Spanngas oder durch Beaufschlagung mit einem Unterdrück auf diesen, vom Umgebungsdruck abweichenden Druck eingestellt, welcher sowohl über, als auch unter dem Umgebungsdruck liegen kann.
Vorgeschlagen wurde auch bereits ein Füllelement zum Füllen von Flaschen oder dergleichen Behälter mit einem flüssigen Füllgut, mit einem in einem Gehäuse des Füllelementes ausgebildeten Flüssigkeitskanal, der einen mit einer Quelle für das flüssige Füllgut zu verbindenden Anschluss sowie eine Abgabeöffnung für die Abgabe des flüssigen Füllgutes an einen zu füllenden Behälter bildet und zwischen dem Anschluss und der Abgabeöffnung ein Flüssigkeitsventil mit einem mit einem Ventilsitz zusammenwirkenden Ventilkörper aufweist. Der Ventilkörper ist dabei durch ein Betätigungselement für ein Öffnen und Schließen des Flüssigkeitsventils bewegbar, und zwar für eine Steuerung des Füllprozesses in Abhängigkeit eines Durchflussmessers, der mit einem Messwerk die Durchflussmenge erfasst, die einen, einen Messkanal bildenden Abschnitt des Flüssigkeitskanals durchströmt. Wird als Betätigungselement ein pneumatischer Antrieb verwendet, so ist die Anpassung des Betätigungselements zum Öffnen und Schließen des Flüssigkeitsventils an unterschiedliche Behältergrößen und Behältergeometrien oftmals aufwendig und damit kostenintensiv.
Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der Erfindung, ein Füllelement zum Füllen von Flaschen oder dergleichen Behälter mit einem flüssigen Füllgut aufzuzeigen, bei dem das Füllelement einfach an unterschiedliche Behältergrößen und Behältergeometrien angepasst werden kann.
Diese Aufgabe wird durch ein Füllelement zum Füllen von Flaschen oder dergleichen Behälter mit einem flüssigen Füllgut gemäß den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 gelöst. Die Unteransprüche betreffen dabei besonders vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
Gemäß einem wesentlichen Aspekt bezieht sich die Erfindung auf ein Füllelement zum Füllen von Flaschen oder dergleichen Behälter mit einem flüssigen Füllgut, mit einem in einem Gehäuse des Füllelementes ausgebildeten Flüssigkeitskanal, der einen mit einer Quelle für das flüssige Füllgut zu verbindenden Anschluss sowie eine Abgabeöffnung für die Abgabe des flüssigen Füllgutes an einen zu füllenden Behälter bildet und zwischen dem Anschluss und der Abgabeöffnung ein Flüssigkeitsventil mit einem mit einem Ventilsitz zusammenwirkenden Ventilkörper aufweist. Der Ventilkörper ist durch ein Betätigungselement zumindest zwischen einer Offenstellung und einer Geschlossenstellung für ein Öffnen und Schließen des Flüssigkeitsventils bewegbar und zwar für eine Steuerung des Füllprozesses in Abhängigkeit eines Durchflussmessers. Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass das Betätigungselement als zwischen der Offenstellung und/oder der Geschlossenstellung stufenlos verstellbare Pneumatikzylindereinheit ausgebildet ist.
Durch das erfindungsgemäße Füllelement wird damit ein kostengünstiger elektrischer Antrieb simuliert, der nicht nur, wie im Stand der Technik für pneumatische Antriebe üblich, zum Öffnen und Schließen des Flüssigkeitsventils dient, sondern in jeder beliebigen Zwischenstellung stoppen bzw. diese anfahren kann. Damit kann das erfindungsgemäße Füllelement zudem einfach an unterschiedliche Behältergrößen und Behältergeometrien angepasst werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsvariante kann dabei vorgesehen sein, dass das Betätigungselement als doppelt wirkende Pneumatikzylindereinheit ausgebildet ist.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante kann dabei vorgesehen sein, dass die doppelt wirkende Pneumatikzylindereinheit oberhalb des Kessels angeordnet ist, und an einem Zylindergehäuse zumindest einen Zuluftanschluss sowie zumindest einen Abluftanschluss aufweist, über die ein entlang der Füllelementachse vertikal beweglicher Kolben der Pneumatikzylindereinheit beidseitig mit Druckluft beaufschlagbar ist.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante kann dabei vorgesehen sein, dass der Kolben dabei kraftschlüssig mit einer Kolbenstange verbunden ist, die ihrerseits wiederum kraftschlüssig auf die Betätigungsstange wirkt.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante kann dabei vorgesehen sein, dass die Kolbenstange dabei beidseitig mittels Dichtungen aus dem Zylindergehäuse geführt ist.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante kann dabei vorgesehen sein, dass zumindest eine, vorzugsweise beide Anschlussleitungen zwischen dem jeweiligen Zuluftanschluss bzw. Abluftanschluss und einer Drucklufterzeugungseinrichtung ein Drosselrückschlagventil aufweisen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante kann dabei vorgesehen sein, dass das jeweilige Drosselrückschlagventil jeweils eine Drosseleinrichtung und ein Rückschlagventil umfasst.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante kann dabei vorgesehen sein, dass die jeweilige Drossel des entsprechenden Drosselrückschlagventils als verstellbare Drossel ausgebildet ist.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante kann dabei vorgesehen sein, dass zumindest ein Füllelement an der dem Flüssigkeitsventil gegenüberliegenden Seite der Kolbenstange eine Sensoreinrichtung aufweist, mittels der die relative Positionierung der Kolbenstange zwischen ihrer Offenstellung und Geschlossenstellung erfasst werden kann.
Unter „Behälter“ im Sinne der Erfindung werden jedwede Behälter verstanden, insbesondere Flaschen, Dosen, Becher etc., jeweils aus Metall, Glas und/oder Kunststoff, vorzugsweise aus PET (Polyethylenterephthalat).
Der Ausdruck „im Wesentlichen“ bzw. „etwa“ bedeutet im Sinne der Erfindung Abweichungen vom jeweils exakten Wert um +/- 10%, bevorzugt um +/- 5% und/oder Abweichungen in Form von für die Funktion unbedeutenden Änderungen.
Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren. Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung. Auch wird der Inhalt der Ansprüche zu einem Bestandteil der Beschreibung gemacht.
Die einzige Figur zeigt dabei eine grob schematische Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Füllelements.
Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden dabei in der Figur identische Bezugszeichen verwendet.
In der Figur ist 1 ein Füllelement zum drucklosen Abfüllen eines flüssigen Füllgutes in Behälter, d.h. in Flaschen 2, und zwar zum Freistrahlfüllen, bei dem jeweils die zu füllende Flasche 2 mit ihrer Flaschenmündung 2.1 mit Abstand, aber zentriert unter dem Füllelement 1 angeordnet ist und das flüssige Füllgut als freier Strahl 3 der Flasche 2 zugeführt wird. Das Füllelement 1 ist zusammen mit einer Vielzahl gleichartiger Füllelemente am Umfang eines um eine vertikale Maschinenachse umlaufend antreibbaren Rotors vorgesehen, von dem in der Figur lediglich ein Kessel 4 für das flüssige Füllgut sowie ein Behälter- oder Flaschenträger 5 dargestellt ist, an dem die jeweilige, bei der dargestellten Ausführungsform als PET-Flasche ausgeführte Flasche 2 während des Füllprozesses an einem überstehenden Flansch 2.2 hängend gehalten ist.
Der Innenraum des Kessels 4 ist niveaugesteuert mit dem flüssigen Füllgut teilgefüllt, sodass über dem Niveau N des Füllgutspiegels ein von Luft und/oder einem Inertgas mit Atmosphärendruck eingenommener Gasraum 4.1 und unterhalb des Niveaus N ein von dem Füllgut eingenommener Flüssigkeitsraum 4.2 gebildet sind.
Das Füllelement 1 besteht aus einem Füllelementgehäuse 6, welches bei der dargestellten Ausführungsform in der nachstehend noch näher beschriebenen Weise dreiteilig ausgeführt und in dem der übliche Flüssigkeitskanal 7 ausgebildet ist, der mit seinem in der einzigen Figur dargestellten oberen Ende bzw. mit einem dortigen
Anschluss 7.1 unmittelbar in den Flüssigkeitsraum 4.2 mündet und an seinem unteren Ende eine Abgabeöffnung 8 bildet.
In dem Flüssigkeitskanal 7 ist in üblicher Weise das Flüssigkeitsventil 9 angeordnet, welches im Wesentlichen aus einem mit einem Ventilsitz im Flüssigkeitskanal 7 zusammenwirkenden Ventilkörper 10 besteht, der an dem in der einzigen Figur dargestellten unteren Ende einer Betätigungsstange 11 vorgesehen ist. Diese ist für ein Öffnen und Schließen des Flüssigkeitsventils 9 von einer bei der dargestellten Ausführungsform oberhalb des Kessels 4 vorgesehene Betätigungseinrichtung 12 bewegbar, die hierfür zumindest eine Offenstellung OS und eine Geschlossenstellung GS einnehmen kann. Auf die erfindungsgemäß ausgebildete Betätigungseinrichtung 12, die notwendigen Axialhub für das Öffnen und Schließen des Flüssigkeitsventils 9 aufbringt, wird nachfolgend noch mehr im Detail eingegangen. Bei der dargestellten Ausführungsform ist die Betätigungsstange 11 , die z.B. einen kreisrunden Außenquerschnitt aufweist, in vertikaler Richtung orientiert und definiert mit ihrer Achse die vertikale Füllelementachse FA.
Achsgleich mit der Achse FA ist bei der dargestellten Ausführungsform, bei der die Füllelemente 1 jeweils unmittelbar an der Unterseite des Kessels 4 vorgesehen sind und sich die Betätigungsstange 11 auch durch den Innenraum des Kessels 4 erstreckt, die Achse des Flüssigkeitskanals 7 orientiert. Um trotz der relativ großen Länge der Betätigungsstange 11 eine Zentrierung dieser Stange sowie des Ventilkörpers 10 zu erreichen, weist die Betätigungsstange 11 ein Zentrierelement 11.1 auf, welches aber den Fluss des flüssigen Füllgutes nicht behindert. Es versteht sich, dass der Durchmesser des Flüssigkeitskanales 7 größer ist als der Außendurchmesser der Betätigungsstange 11 , sodass im Flüssigkeitskanal 7 um die Betätigungsstange 11 ein ringförmiger Strömungsweg für das Füllgut gebildet ist.
Wie ausgeführt, besteht das Füllelementgehäuse 6 bei der dargestellten Ausführungsform aus drei Teilen, die in Richtung des Füllgutstroms vom Kessel 4 an die Abgabeöffnung 8 in vertikaler Richtung aneinander anschließen, und zwar aus dem Gehäuseteil 6.1 mit dem Anschluss 7.1 , aus dem Gehäuseteil 6.2, welches Bestandteil eines Durchflussmessers 13 ist und den, den Messkanal dieses Durchflussmessers 13 bildenden Abschnitt 7.2 des Flüssigkeitskanals 7 aufweist, und aus dem Gehäuseteil 6.3, welches mit seinem flanschartigen Abschnitt 6.3.1 mit der Unterseite des
Gehäuseteils 6.2 verbunden ist und in einen rohrförmigen Abschnitt 6.3.2 übergeht, der achsgleich mit der Achse FA angeordnet an seinem unteren Ende die Abgabeöffnung 8 bildet. In Gehäuseteil 6.1 ist auch der Ventilsitz für Ventilkörper 10 des Flüssigkeitsventils 9 gebildet, d.h. in Strömungsrichtung des flüssigen Füllgutes vor dem Gehäuseteil 6.2 bzw. vor dem Durchflussmessers 13. Es versteht sich, dass die Übergänge zwischen dem Kessel 4 und dem Gehäuseteil 6.1 sowie auch zwischen den Gehäuseteilen 6.1 - 6.3 insbesondere im Bereich des, sämtliche Gehäuseteile durchdringenden Flüssigkeitskanals 7 mit entsprechenden Dichtungen abgedichtet sind.
Wie ausgeführt, ist das Gehäuseteil 6.2 Bestandteil des Durchflussmessers 13, beispielsweise eines magnetischen, induktiven Durchflussmessers (MID), wobei am dortigen Messkanal bzw. Abschnitt 7.2 die den Füllgutstrom erfassenden Komponenten (Messwerk) des Durchflussmessers 13 vorgesehen sind, nämlich bei einem magnetischen induktiven Durchflussmesser 13 zumindest eine Magnetspule zur Erzeugung eines Magnetfeldes, z.B. eines magnetischen Wechselfeldes im Füllgutstrom sowie wenigstens eine Elektrode zur Messung der durch den Füllgutstrom im Magnetfeld erzeugten und der Durchflussmenge entsprechenden elektrischen Messspannung.
An dem Gehäuseteil 6.2 sind außenliegend in einem Gehäuse 14 die weiteren, elektrischen Komponenten, beispielsweise die Ansteuer- und Messelektronik des Durchflussmessers 13 untergebracht, u.a. zur Ansteuerung der Magnetspule sowie zur Auswertung der Messspannung und zur Bildung eines über eine Anschlussleitung 15 an eine zentrale Steuereinheit (Rechner) der Füllmaschine gelieferten Messsignal.
Der Durchmesser des Flüssigkeitskanals 7 sowie der Außendurchmesser der Betätigungsstange 11 sind im Abschnitt 7.2 konstant sind, sodass sich der Strömungsquerschnitt für das flüssige Füllgut im Messkanal bzw. Abschnitt 7.2 mit dem Flub der Betätigungsstange 11 nicht verändert und eine hohe Messgenauigkeit erreicht wird.
Das Füllen der Flaschen 2 erfolgt mit den Füllelementen 1 bzw. mit der diese Füllelemente 1 aufweisenden Füllmaschine in der von Freistrahl-Füllsystemen mit Volumensteuerung bekannten Weise, d. h. nach dem Einlauf und Positionierung der
Flaschen 2 an dem Flaschenträger 5 unterhalb des jeweiligen Füllelementes 1 wird dessen Flüssigkeitsventil 9 für die Einleitung des Füllprozesses geöffnet. Beendet wird der Füllvorgang durch Schließen des Flüssigkeitsventils 9, und zwar gesteuert durch das vom Durchflussmesser 13 gelieferte Signal.
Um sicher zu stellen, dass der als magnetischer, induktiver Durchflussmesser ausgebildete Durchflussmesser 13 eindeutige Messergebnisse liefert, insbesondere auch bereits am Beginn des jeweiligen Füllvorgangs oder der jeweiligen Füllphase ist im Abschnitt 6.3.2 bzw. im dortigen Abschnitt 7.3 des Flüssigkeitskanals 7 in der Nähe oder an der Abgabeöffnung 8, auf jeden Fall in Füllgutströmungsrichtung nach dem Gehäuseteil 6.2 bzw. nach dem Durchflussmesser 13 und dessen Messwerk eine Gassperre 16 vorgesehen, die im einfachsten Fall von einem Einsatz mit einer Vielzahl von Öffnungen oder Kanälen, beispielsweise von einem siebartigen Einsatz gebildet ist.
Der Querschnitt dieser Öffnungen ist dann so gewählt, dass nach dem Schließen des Flüssigkeitsventils 9 der oberhalb der Gassperre 16 befindliche Teil des Flüssigkeitskanals und damit insbesondere der im Gehäuseteil 6.2 ausgebildete Teil des Flüssigkeitskanals mit dem flüssigen Füllgut gefüllt bleibt, sich dieser Teil des Flüssigkeitskanals zumindest während der im normalen Füllbetrieb auftretenden Zeitintervalle oder Phasen, in denen das jeweilige Flüssigkeitsventil 9 geschlossen ist, nicht entleert.
Flierdurch ist gewährleistet, dass bereits am Anfang jeder Füllphase der im Gehäuseteil 6.2 und damit im Messwerk des Durchflussmessers 13 ausgebildete Abschnitt 7.2 des Flüssigkeitskanals mit dem flüssigen Füllgut vollständig oder aber nahezu vollständig gefüllt ist. Hierdurch werden vom Durchflussmesser 13 eindeutige Messsignale bereits am Beginn einer jeden Füllphase geliefert.
Um ein Verdrängen des flüssigen Füllgutes aus dem sich an das Flüssigkeitsventil 9 in Füllgutströmungsrichtung anschließenden Teil des Flüssigkeitskanals 7 beim Schließen des Flüssigkeitsventiles 9 bzw. des Ventilkörpers 10 zu vermeiden, ist das Flüssigkeitsventil bei der dargestellten Ausführungsform so ausgebildet, dass es durch Anheben des Ventilkörpers 10 geschlossen und durch Absenken des Ventilkörpers 10 wird.
Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass das Betätigungselement 12 als zwischen der Offenstellung OS und/oder der Geschlossenstellung GS stufenlos verstellbare Pneumatikzylindereinheit ausgebildet ist.
Mehr im Detail kann dabei vorgesehen sein, dass das Betätigungselement 12 hierfür als doppelt wirkende Pneumatikzylindereinheit ausgebildet ist, die an einem Zylindergehäuse 20 zumindest einen Zuluftanschluss 21 sowie zumindest einen Abluftanschluss 22 vorsieht, über die ein Kolben 23 der Pneumatikzylindereinheit beidseitig mit Druckluft beaufschlagbar ist. Der Kolben 23 ist dabei kraftschlüssig mit einer Kolbenstange 24 verbunden, die ihrerseits wiederum kraftschlüssig auf die Betätigungsstange 11 wirkt. Die Kolbenstange 24 ist dabei beidseitig mittels Dichtungen 25 aus dem Zylindergehäuse 20 geführt.
Der Zuluftanschluss 21 und/oder der Abluftanschluss 22 ist dabei jeweils über eine Anschlussleitung 26 mit einer nicht nähergehend dargestellten Drucklufterzeugungseinrichtung fluiddicht verbunden.
In zumindest einer, vorzugsweise in beiden Anschlussleitungen 26 kann zwischen dem jeweiligen Zuluftanschluss 21 bzw. Abluftanschluss 22 und der
Drucklufterzeugungseinrichtung ein Drosselrückschlagventil 27 vorgesehen sein. Das Drosselrückschlagventil 27 ist dabei als Ventil ausgebildet, welches ein Medium (beispielsweise eine Flüssigkeit oder ein Gas) in einer Richtung drosselt und in der anderen Richtung ungedrosselt durchfließen lässt. Das jeweilige Drosselrückschlagventil 27 umfasst dabei jeweils zwei einzelne Ventile, die in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sind. Insbesondere umfasst das Drosselrückschlagventil 27 dabei eine Drosseleinrichtung 27.1 , die den
Leitungsquerschnitt verringert und ein Rückschlagventil 27.2. Vorzugsweise kann die jeweilige Drossel 27.1 als verstellbare Drossel ausgebildet sein.
Ferner umfasst das Füllelement 1 an der dem Flüssigkeitsventil 9 gegenüberliegenden Seite der Kolbenstange 24 eine Sensoreinrichtung 28, mittels der die relative Positionierung der Kolbenstange 24 zwischen ihrer Offenstellung OS und Geschlossenstellung GS erfasst werden kann. Über die Positionserfassung der Kolbenstange 24 können dabei direkte Rückschlüsse auf die Öffnungs- und Schließposition des Ventilkörpers 10 des Flüssigkeitsventils 9 gezogen werden.
Sämtliche Zwischenstellungen zwischen der Offenstellung OS und der Geschlossenstellung GS der als stufenlos verstellbare Pneumatikzylindereinheit ausgebildeten Betätigungseinheit 12 sind dabei als zumindest temporär zulässige Betriebsstellung möglich.
Damit ist es möglich, die Pneumatikzylindereinheit nicht nur zu öffnen und zu schließen, sondern ihn in jeder beliebigen Zwischenposition zu stoppen. Dies wird ermöglicht, indem auf den Zuluftanschluss 21 bzw. den Abluftanschluss 22 der Pneumatikzylindereinheit Luft gegeben wird und somit ein Kräftegleichgewicht herrscht. Ebenfalls ist es möglich diesen Zustand zu erlangen, wenn Zuluftanschluss 21 bzw. den Abluftanschluss 22 der Pneumatikzylindereinheit abgesperrt ist. Mittels der Drosselrückschlagventile 27 kann ein langsames Öffnen und Schließen erreicht wird.
Die Erfindung wurde voranstehend am Beispiel eines für ein Freistrahlfüllen von Flaschen 2 oder anderen Behältern geeignetes Füllelementes 1 beschrieben. Es versteht sich, dass die besondere Ausbildung des erfindungsgemäßen Füllelementes mit dem Durchflussmesser in Füllgutströmungsrichtung nach dem Flüssigkeitsventil 9 auch bei Füllelementen für andere Füllmethoden mit den angegebenen Vorteilen realisiert werden kann, insbesondere auch bei Füllelementen zum Abfüllen eines flüssigen Füllgutes unter Druck, und zwar bei entsprechender Ausgestaltung des Füllelementes.
Die Erfindung wurde voranstehend an Ausführungsbeispielen beschrieben. Es versteht sich, dass eine Vielzahl von Änderungen oder Abwandlungen möglich sind, ohne dass dadurch der durch die Patentansprüche definierte Schutzbereich der Erfindung verlassen wird. Der Inhalt der Patentansprüche wird zum Gegenstand der Beschreibung erklärt.
Bezugszeichenliste
1 Füllelement
2 Flasche
2.1 Flaschenmündung
2.2 Flansch am Flaschenhals
3 Füllgutstrahl
4 Kessel
4.1 Gasraum
4.2 Flüssigkeitsraum
5, 5a Flaschenträger
6 Füllelementgehäuse 6.1, 6.2, 6.3 Gehäuseteil
6.3.1 flanschartiger Abschnitt
6.3.2 rohrartiger Abschnitt
7 Flüssigkeitskanal
7.1 Anschluss
7.2 Abschnitt oder Messkanal
7.3 Abschnitt des Flüssigkeitskanals mit Gassperre 16
8 Abgabeöffnung
9 Flüssigkeitsventil
10 Ventilkörper
11 Betätigungsstange
11.1 Zentrierelement an Betätigungsstange
12 Betätigungselement
13 Durchflussmesser
14 Gehäuse
15 Steuerleitung
16 Gassperre
20 Zylindergehäuse
21 Zuluftanschluss
22 Abluftanschluss
23 Kolben
24 Kolbenstange
25 Dichtung
26 Anschlussleitung 27 Drosselrückschlagventil 27.1 Drosseleinrichtung 27.2 Rückschlagventil
28 Sensoreinrichtung
FA vertikale Füllelementachse
GS Geschlossenstellung N Flüssigkeitsniveau im Kessel 4.
OS Offenstellung