Flächenmaterial, Sandwichmaterial, elektrochemische Speichereinheit und Verfahren zur Herstellung eines Flächenmaterials
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Flächenmaterial, insbesondere zur Ver wendung in Sandwichmaterialien in Fahrzeugen und/oder elektrochemischen Speichereinheiten.
Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein Sandwichmaterial, insbesondere zur Verwendung als lasttragendes Element in einem Fahrzeug und/oder in ei nem Aufnahmeelement einer elektrochemischen Speichereinheit.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine elektrochemische Speicherein heit.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Flächenmaterials.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flächenmaterial bereitzustellen, welches möglichst stabil ist und sich möglichst einfach herstei len lässt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Flächenmaterial gemäß An spruch 1 gelöst.
Das Flächenmaterial eignet sich insbesondere zur Verwendung in Sandwich materialien in Fahrzeugen und/oder in elektrochemischen Speichereinheiten.
Das Flächenmaterial umfasst vorzugsweise ein, insbesondere thermoplas tisches, Polymermatrixmaterial, in welchem ein Fasermaterial aufgenommen ist.
Das Fasermaterial umfasst Fasern oder ist aus Fasern gebildet, welche zumin dest näherungsweise parallel zueinander angeordnet sind.
Ein Anteil des Fasermaterials an dem Flächenmaterial liegt vorzugsweise bei ca. 75 Gew.-% oder mehr, bezogen auf eine Gesamtmasse des Flächenmate rials.
Durch den hohen Anteil des Fasermaterials weist das Flächenmaterial vorzugs weise im Vergleich zu Flächenmaterialien mit einem geringeren Anteil an Fa sermaterial eine erhöhte Steifigkeit und/oder einen erhöhten Widerstand ge genüber einer Biegung und/oder erhöhte Impact-Eigenschaften auf.
Insbesondere ist das Flächenmaterial stabiler und/oder beständiger gegenüber Hitze und/oder Feuer im Vergleich zu Flächenmaterialien mit einem geringeren Anteil an Fasermaterial.
Vorzugsweise weist das Flächenmaterial eine im Vergleich zu Flächenmateria lien mit einem geringeren Anteil an Fasermaterial verringerte Wärmeleitfähig keit auf.
Das Flächenmaterial ist vorzugsweise ein Material, dessen Ausdehnung in zwei Raumrichtungen um einen Faktor 50 oder mehr, insbesondere um einen Fak tor 100 oder mehr, beispielsweise um einen Faktor 1000 oder mehr, größer ist als die Ausdehnung des Flächenmaterials in der dritten Raumrichtung.
Beispielsweise ist das Flächenmaterial ein Bandmaterial und/oder ein Tape- Material.
Vorzugsweise bildet das Flächenmaterial ein Stabilisations- und/oder Schutz material.
Das Flächenmaterial bildet vorzugsweise ein unidirektionales Flächenmaterial.
Ein überwiegender Teil der Fasern des Fasermaterials ist vorzugsweise zumindest näherungsweise parallel zueinander und/oder zumindest näherungsweise parallel zu einer Haupterstreckungsebene des Flächen materials angeordnet.
Vorzugsweise sind ca. 80 % der Fasern des Fasermaterials oder mehr, insbe sondere ca. 90 % der Fasern des Fasermaterials oder mehr, zumindest nähe rungsweise parallel zueinander angeordnet.
Eine Orientierung der Fasern wird vorzugsweise mittels Elektronenmikroskopie und insbesondere mittels anschließender Bildbearbeitung bestimmt.
Alternativ zu einem thermoplastischen Polymermatrixmaterial kann vorgesehen sein, dass das Polymermatrixmaterial ein elastomeres Polymermatrixmaterial oder ein duroplastisches Polymermatrixmaterial ist.
Es kann auch vorgesehen sein, dass das Polymermatrixmaterial ein thermo plastisches elastomeres Polymermatrixmaterial oder ein duroplastisches elas tomeres Polymermatrixmaterial oder ein thermoplastisches duromeres Poly mermatrixmaterial ist.
Vorzugsweise ist das thermoplastische Polymermatrixmaterial ein Polyolefinmaterial, insbesondere ein Polypropylenmaterial, beispielsweise Polypropylen.
Günstig kann es sein, wenn das thermoplastische Polymermatrixmaterial aus einem thermoplastischen Polymermaterial hergestellt ist und/oder wird.
Das Polymermaterial ist vorzugsweise ein thermoplastisches Polymermaterial.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass das Polymermatrixmaterial aus einem elastomeren Polymermaterial oder einem duroplastischen Polymermaterial hergestellt ist.
Gemäß weiterer Alternativen ist das Polymermatrixmaterial aus einem thermo plastischen elastomeren Polymermaterial oder einem duroplastischen elasto- meren Polymermaterial oder einem thermoplastischen duromeren Polymerma terial hergestellt.
Günstig kann es sein, wenn als thermoplastisches Polymermaterial ein niedrigviskoses thermoplastisches Polymermaterial verwendet wird.
Insbesondere ist das thermoplastische Polymermaterial, aus welchem das Polymermatrixmaterial hergestellt ist, ein Polyolefinmaterial, insbesondere ein Polypropylenmaterial, beispielsweise Polypropylen.
Günstig kann es sein, wenn das thermoplastische Polymermaterial einen Härter und/oder einen Reaktionsbeschleuniger umfasst. Diese dienen vorzugsweise einer Optimierung und/oder Beschleunigung einer Aushärtereaktion.
Das Polymermatrixmaterial und das Polymermaterial sind vorzugsweise che misch und/oder physikalisch identisch.
Vorzugsweise ist das thermoplastische Polymermatrixmaterial aus einem thermoplastischen Polymermaterial hergestellt, welches einen Schmelz flussindex von ca. 400 (g/10 min) oder mehr aufweist.
Der Schmelzflussindex wird vorzugsweise gemäß Norm DIN EN ISO 1133 be stimmt.
Günstig kann es sein, wenn der Schmelzflussindex mittels eines Kapillarrheo meters ermittelt ist und/oder wird. Ein zu prüfendes Material, vorliegend das thermoplastische Polymermaterial, wird beispielsweise in einem beheizbaren Zylinder aufgeschmolzen und unter einem durch eine Auflagelast entstehen den Druck durch eine definierte Düse, beispielsweise eine Kapillare, gedrückt.
Anschließend wird vorzugsweise ein austretendes Volumen bzw. eine austre tende Masse der Schmelze des Polymermaterials als Funktion der Zeit be stimmt. Die austretende Schmelze des Polymermaterials wird auch Extrudat genannt.
Die zuvor und im Folgenden angegebenen Werte für den Schmelzflussindex sind vorzugsweise auf Messungen des Schmelzflussindexes bezogen, welche mit einer Prüftemperatur von ca. 190 °C und einer Auflagelast von ca. 5 kg durchgeführt wurden.
Vorteilhaft kann es sein, der Schmelzflussindex des thermoplastischen Polymermaterials ca. 700 (g/10 min) oder mehr, insbesondere ca.
1200 (g/10 min) oder mehr, beträgt.
Vorzugsweise liegt der Schmelzflussindex des thermoplastischen Polymer materials bei ca. 1400 (g/10 min) oder weniger, insbesondere bei ca. 1300 (g/10 min) oder weniger.
Polymermaterialien mit den genannten, vergleichsweise hohen Schmelzfluss indizes haben vorzugsweise eine ausreichend geringe Viskosität, um auch ver gleichsweise hohe Anteile an Fasermaterial in dem Flächenmaterial hinrei chend gut zu benetzen.
Vorteilhaft kann es sein, wenn das Fasermaterial, insbesondere vollständig, in das thermoplastische Polymermaterial und/oder das thermoplastische Polymermatrixmaterial eingebettet ist.
Es ist vorzugsweise ein Stoffschluss zwischen dem Fasermaterial und dem thermoplastischen Polymermaterial und/oder zwischen dem Fasermaterial und dem thermoplastischen Polymermatrixmaterial ausgebildet.
Beispielsweise haftet das thermoplastische Polymermaterial und/oder das thermoplastische Polymermatrixmaterial an den Fasern des Fasermaterials.
Günstig kann es sein, wenn ein Anteil des Fasermaterials an dem Flächenma terial ca. 78 Gew.-% oder mehr, insbesondere ca. 80 Gew.-% oder mehr, be trägt. Der Anteil des Fasermaterials ist vorzugsweise auf eine Gesamtmasse des Flächenmaterials bezogen.
Vorzugsweise beträgt der Anteil des Fasermaterials an dem Flächenmaterial ca. 90 Gew.-% oder weniger, insbesondere ca. 85 Gew.-% oder weniger, bei spielsweise ca. 82 Gew.-% oder weniger, bezogen auf die Gesamtmasse des Flächenmaterials.
Günstig kann es sein, wenn der Anteil des Fasermaterials an dem Flächenma terial ca. 40 Vol.-% oder mehr, insbesondere ca. 50 Vol.-% oder mehr, bei spielsweise ca. 60 Vol.-% oder mehr, bezogen auf ein Gesamtvolumen des Flächenmaterials, beträgt.
Insbesondere beträgt der Anteil des Fasermaterials an dem Flächenmaterial ca. 70 Vol.-% oder weniger, insbesondere ca. 65 Vol.-% oder weniger, bei spielsweise ca. 62 Vol.-% oder weniger, bezogen auf das Gesamtvolumen des Flächenmaterials.
Aufgrund der genannten Anteile des Fasermaterials weist das Flächenmaterial vorzugsweise erhöhte Impact-Eigenschaften im Vergleich zu Flächenmateria lien mit geringeren Faseranteilen auf.
Das thermoplastische Polymermatrixmaterial fungiert vorzugsweise als Fixierung des Fasermaterials.
Das Fasermaterial dominiert vorzugsweise eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften des Fasermaterials: eine Steifigkeit des Flächenmaterials; und/oder eine Festigkeit des Flächenmaterials und/oder eine Energieaufnahme des Flächenmaterials.
Es kann vorgesehen sein, dass das Flächenmaterial senkrecht zu dessen Haupterstreckungsebene eine Dicke von ca. 5 mm oder weniger, insbesondere von ca. 4 mm oder weniger, beispielsweise von ca. 3 mm oder weniger, auf weist.
Vorzugsweise beträgt die Dicke des Flächenmaterials senkrecht zu dessen Haupterstreckungsebene ca. 0,5 mm oder mehr, insbesondere ca. 1 mm oder mehr, beispielsweise ca. 1,2 mm oder mehr.
Günstig kann es sein, wenn das Flächenmaterial eine erhöhte Temperaturbe ständigkeit aufweist. Insbesondere ist eine Temperaturbeständigkeit der mechanischen Eigenschaften des Flächenmaterials optimiert.
Insbesondere aufgrund der genannten Anteile des Fasermaterials an dem Flä chenmaterial liegt ein Elastizitätsmodul des Flächenmaterials, insbesondere bei ca. 20 °C, vorzugsweise bei ca. 41 GPa oder mehr, insbesondere bei ca.
44 GPa oder mehr.
Vorzugsweise beträgt der Elastizitätsmodul des Flächenmaterials, insbesonde re bei ca. 20 °C, ca. 50 GPa oder weniger, insbesondere ca. 47 GPa oder weni ger.
Der Elastizitätsmodul ist vorzugsweise in Faserrichtung bestimmt.
Hierdurch ist vorzugsweise eine erhöhte Steifigkeit, insbesondere eine erhöhte Struktursteifigkeit, des Flächenmaterials ausgebildet.
Vorzugsweise weist das Flächenmaterial im Vergleich zu metallischen Bautei len mit vergleichbaren Abmessungen ein erhöhtes Widerstandsmoment gegen über einer Biegung auf.
Das Flächenmaterial kann vorzugsweise durch bestehende Herstellungsprozes se hergestellt sein, insbesondere ohne dass ein Herstellungsprozess umgestellt werden muss.
Vorteilhaft kann es sein, wenn das Fasermaterial ein Endlosfasermaterial ist. Endlosfasermaterialien lassen sich vorzugsweise in ein thermoplastisches Polymermatrixmaterial integrieren, welches vergleichsweise spröde ist.
Ein "Endlosfasermaterial" ist vorzugsweise ein Fasermaterial, dessen Fasern zu 90 % oder mehr, insbesondere zu 95 % oder mehr, eine Länge von ca. 50 mm oder mehr, vorzugsweise von ca. 1000 mm oder mehr, aufweisen.
Beispielsweise umfasst das Fasermaterial Glasfasern oder ist aus Glasfasern gebildet.
Es kann vorgesehen sein, dass das Flächenmaterial aus dem mit dem Poly mermaterial vorimprägnierten Fasermaterial hergestellt ist, wobei das Faser material insbesondere vollständig mit Polymermaterial imprägniert ist.
Das Polymermaterial ist hier vorzugsweise ein thermoplastisches Polymerma terial.
Durch das Vorimprägnieren können insbesondere sogenannte "Prepregs" zur Herstellung des Flächenmaterials verwendet werden oder das Flächenmaterial bilden.
Die "Prepregs" werden beispielsweise in einer Aushärtereaktion bei einem er höhten Druck und/oder einer erhöhten Temperatur ausgehärtet, wobei bei spielsweise eine Vernetzungsreaktion von Molekülen des Polymermaterials stattfindet. Hierbei wird beispielsweise das thermoplastische Polymermatrix material gebildet.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass keine Aushärtereaktion durchgeführt wird.
Vorzugsweise ist das Flächenmaterial feuerbeständig und/oder brandbestän dig, insbesondere für ca. 130 Sekunden oder mehr und/oder bei einer Flam mentemperatur in einem Bereich von ca. 700 °C und ca. 800 °C.
Vorzugsweise brennt bei einem Brandtest, beispielsweise einem Brandtest gemäß ECE180, bei einer Beflammung von ca. 130 Sekunden, insbesondere mit Superbenzin, nur eine Oberflächenschicht und/oder ein Oberflächenfilm des in einem Sandwichmaterial verwendeten Flächenmaterials ab.
Ca. 130 Sekunden beträgt vorzugsweise eine Räumzeit, welche in einem Brandfall eines Fahrzeugs verbleibt, um Fahrzeuginsassen zu bergen.
Bei dem Brandtest wird vorzugsweise ein Mischunfall eines Verbrennerfahr zeugs und/oder eines batterieelektrischen Autos und/oder eines Plugin-Hybrid fahrzeugs und/oder eines Wasserstofffahrzeugs simuliert.
Bei dem Brandtest wird beispielsweise eine Prüfplatte als Bodenwandung eines Aufnahmeelements einer elektrochemischen Speichereinheit eingesetzt. Die Prüfplatte hat vorzugsweise Abmessungen von ca. 695 mm x ca. 695 mm.
Das Aufnahmeelement bildet vorzugsweise eine simulierte Batteriebox.
Es kann vorgesehen sein, dass ein Rahmen des Aufnahmeelements aus Alumi nium hergestellt ist.
Insbesondere ist ein Abdeckelement des Aufnahmeelements in dem Brandtest aus Gips hergestellt.
Während des Brandtests wird der Brennstoff, beispielsweise Superbenzin, vor zugsweise in einer Brandwanne bereitgestellt, welche insbesondere unter die Prüfplatte gebracht wird und dort insbesondere für ca. 70 Sekunden verbleibt.
Zur Einstellung einer konstanten Flammentemperatur von ca. 700 °C bis ca. 800 °C brennt der Brennstoff vorzugsweise vor einer Beflammung der Prüf platte für ca. 60 Sekunden.
Anschließend wird vorzugsweise ein Steinrost für ca. 60 Sekunden nahe der Prüfplatte positioniert, insbesondere um einen Kamineffekt zu simulieren.
Vorzugsweise ist die Prüfplatte aus einem Sandwichmaterial hergestellt. Bei dem Sandwichmaterial sind vorzugsweise ein erstes Lagenelement und ein zweites Lagenelement, welche beispielsweise Decklagen bilden, aus einem Flächenmaterial hergestellt. Das Flächenmaterial weist senkrecht zu dessen Haupterstreckungsebene vorzugsweise eine Dicke von ca. 1,5 mm auf.
Das in der Prüfplatte verwendete Flächenmaterial weist vorzugsweise einen Fasermaterial-Anteil von ca. 80 Gew.-%. auf, bezogen auf die Gesamtmasse des Flächenmaterials. Das Polymermaterial, aus welchem des thermoplas tische Polymermatrixmaterial hergestellt ist, ist vorzugsweise ein Polypro pylenmaterial mit einem Schmelzflussindex von ca. 1200 (g/10 min).
Nach dem Brandtest ist die Prüfplatte vorzugsweise im Wesentlichen intakt und/oder behält ihre Form bei.
Vorzugsweise beträgt ein Masseverlust der Prüfplatte ca. 14 g oder weniger.
Der Masseverlust ist insbesondere deshalb so gering, da aufgrund des hohen Anteils an Fasermaterial kein oder wenig Sauerstoff tiefer in das Flächenmate rial eindringen kann.
Vorzugsweise kommt es bei der Prüfplatte aus dem Sandwichmaterial nicht zu einem Durchbrennen und/oder einem strukturellen Versagen der Prüfplatte.
Insbesondere ist eine Temperatur auf einer einem Innenraum des Aufnahme elements zugewandten Innenseite der Prüfplatte nicht kritisch für in dem In nenraum angeordnete Elemente.
Die Temperatur auf der Innenseite des Sandwichmaterials beträgt vorzugswei se ca. 99 °C oder weniger, beispielsweise nach ca. 130 Sekunden Beflam- mung.
Die Erfindung betrifft ferner ein Sandwichmaterial, insbesondere zur Verwen dung als lasttragendes Element in einem Fahrzeug und/oder in einem Aufnah meelement einer elektrochemischen Speichereinheit.
Vorzugsweise bildet das Sandwichmaterial eine beschusssichere Schutzplatte.
Das Sandwichmaterial umfasst vorzugsweise ein erstes Lagenelement, ein zweites Lagenelement und eine zwischen dem ersten Lagenelement und dem zweiten Lagenelement angeordnete Zwischenlage.
Das Fahrzeug kann ein Elektrofahrzeug und/oder ein Gasfahrzeug und/oder ein Brennstoffzellenfahrzeug sein.
Das erfindungsgemäße Sandwichmaterial weist vorzugsweise eines oder meh rere der im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Flächenmaterial be schriebenen Merkmale und/oder einen oder mehrere der im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Flächenmaterial beschriebenen Vorteile auf.
Das erste Lagenelement und/oder das zweite Lagenelement umfassen vor zugsweise ein erfindungsgemäßes Flächenmaterial oder sind daraus gebildet.
Dadurch, dass das erste Lagenelement und/oder das zweite Lagenelement ein Flächenmaterial umfassen oder daraus gebildet sind, ist eine Verformung durch Krafteinwirkung vorzugsweise elastisch. Beispielsweise bleiben in einem sogenannten "Poliertest" keine bleibenden Verformungen in dem Sandwichma terial.
Vorzugsweise kann das Sandwichmaterial auch nach einer Verformung weiter verwendet werden. So können Kosten, welche beispielsweise bei einem Bauteil mit Aluminium notwendig werden, gespart werden.
Das erste Lagenelement und/oder das zweite Lagenelement sind beispielswei se Decklagen des Sandwichmaterials.
Die Erfindung betrifft ferner eine elektrochemische Speichereinheit, welche eine oder mehrere elektrochemische Zellen und ein Aufnahmeelement zur Auf nahme und/oder Befestigung der einen oder der mehreren elektrochemischen Zellen umfasst. Das Aufnahmeelement umfasst vorzugsweise ein erfindungs gemäßes Flächenmaterial oder ist daraus gebildet.
Beispielsweise ist die elektrochemische Speichereinheit ein Batteriemodul und/oder ein Akkumulatormodul.
Die eine oder die mehreren elektrochemischen Zellen sind vorzugsweise Lithi- umionenbatterie(n) und/oder Lithiumionenakkumulatore(n).
Die erfindungsgemäße elektrochemische Speichereinheit weist vorzugsweise eines oder mehrere der im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Flä chenmaterial beschriebenen Merkmale und/oder einen oder mehrere der im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Flächenmaterial beschriebenen Vorteile auf.
Es kann vorgesehen sein, dass ein Abdeckelement des Aufnahmeelements, welches die eine oder die mehreren elektrochemischen Zellen an einem oder
mehreren Anschlusselementen der der einen oder der mehreren elektroche mischen Zellen zugewandten Seite abdeckt, aus einem erfindungsgemäßen Flächenmaterial besteht oder ein solches umfasst.
Ergänzend oder alternativ umfassen eine oder mehrere Seitenwandungen und/oder eine Bodenwandung des Aufnahmeelements ein erfindungsgemäßes Flächenmaterial oder sind daraus gebildet.
Es kann vorgesehen sein, dass das Flächenmaterial in einem Sandwichmaterial in dem Abdeckelement oder als Abdeckelement verwendet ist und/oder wird.
Ergänzend oder alternativ ist und/oder wird ein erfindungsgemäßes Sandwich material in einer oder mehreren Seitenwandungen des Aufnahmeelements oder als eine oder mehrere Seitenwandungen des Aufnahmeelements verwendet.
Insbesondere ist und/oder wird ein erfindungsgemäßes Sandwichmaterial in der Bodenwandung des Aufnahmeelements oder als Bodenwandung des Aufnahmeelements verwendet.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Flächenmate rials, insbesondere eines erfindungsgemäßen Flächenmaterials.
Das Verfahren umfasst vorzugsweise ein Imprägnieren eines Fasermaterials, welches Fasern umfasst oder aus Fasern gebildet ist, welche zumindest nähe rungsweise parallel zueinander angeordnet sind, mit einem Polymermaterial. Das Polymermaterial ist vorzugsweise ein thermoplastisches Polymermaterial.
Ein Anteil des Fasermaterials an einem resultierenden Flächenmaterial liegt vorzugsweise bei ca. 75 Gew.-% oder mehr, insbesondere bei 78 Gew.-% oder mehr, bezogen auf eine Gesamtmasse des Flächenmaterials.
Das Polymermaterial ist vorzugsweise ein thermoplastisches Polymermaterial, dessen Schmelzflussindex insbesondere ca. 400 (cm3/10 min) oder mehr und/oder dessen Schmelzflussindex ca. 400 (g/10 min) oder mehr beträgt.
Das erfindungsgemäße Verfahren weist vorzugsweise eines oder mehrere der im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Flächenmaterial beschriebe nen Merkmale und/oder einen oder mehrere der im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Flächenmaterial beschriebenen Vorteile auf.
Weitere bevorzugte Merkmale und/oder Vorteile der Erfindung sind Gegen stand der nachfolgenden Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung von Ausführungsbeispielen.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Ablaufs einer Ausfüh rungsform eines Verfahrens zur Herstellung eines Flächenmate rials;
Fig. 2 eine schematische Schnittansicht einer Ausführungsform eines
Sandwichmaterials, welches ein erstes Lagenelement, ein zweites Lagenelement und eine zwischen dem ersten Lagen element und dem zweiten Lagenelement angeordnete Zwischenlage umfasst, wobei das erste Lagenelement und/oder das zweite Lagenelement aus dem Flächenmaterial aus Fig. 1 hergestellt sind;
Fig. 3 eine schematische Schnittansicht einer elektrochemischen Speichereinheit, welche ein Aufnahmeelement umfasst, wobei das Aufnahmeelement ein Flächenmaterial umfasst; und
Fig. 4 ein Diagramm zeitlicher Temperaturverläufe unterschiedlicher
Bereiche bei einem Brandtest.
Gleiche oder funktional äquivalente Elemente sind in sämtlichen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
In Fig. 1 ist schematisch ein Ablauf einer Ausführungsform eines Verfahrens zur Herstellung eines als Ganzes mit 100 bezeichneten Flächenmaterials dar gestellt.
Das Flächenmaterial 100 ist vorzugsweise ein Material, dessen Ausdehnung in zwei Raumrichtungen um einen Faktor 50 oder mehr, insbesondere um einen Faktor 100 oder mehr, beispielsweise um einen Faktor 1000 oder mehr, größer ist als die Ausdehnung des Flächenmaterials 100 in der dritten Raumrichtung.
Vorzugsweise wird ein thermoplastisches Polymermaterial 102 bereitgestellt, welches insbesondere in dem Flächenmaterial 100 ein thermoplastisches Polymermatrixmaterial 104 bildet.
Alternativ zu einem thermoplastischen Polymermaterial 102 kann vorgesehen sein, dass das Polymermaterial 102 ein duroplastisches Polymermaterial oder ein elastomeres Polymermaterial ist.
Alternativ kann ein thermoplastisches elastomeres Polymermaterial oder ein duroplastisches elastomeres Polymermaterial oder ein thermoplastisches duromeres Polymermaterial als Polymermaterial 102 verwendet werden.
Das thermoplastische Polymermatrixmaterial 104 dient vorzugsweise als Matrixsystem, in welches ein Fasermaterial 106 aufgenommen ist.
Günstig kann es sein, wenn das Fasermaterial 106 in das thermoplastische Polymermaterial 102 integriert und/oder in das thermoplastische Polymerma terial 102 eingebettet ist.
Vorzugsweise ist das Fasermaterial 106 in das thermoplastische Polymer matrixmaterial 104 integriert und/oder in das thermoplastische Polymer matrixmaterial 104 eingebettet.
Vorteilhaft kann es sein, wenn das thermoplastische Polymermaterial 102 Fasern, insbesondere sämtliche Fasern, des Fasermaterials 106 benetzt und/oder an den Fasern, insbesondere sämtlichen Fasern, des Fasermaterials 106 haftet.
Es kann vorgesehen sein, dass das thermoplastische Polymermaterial 102 chemisch und/oder physikalisch identisch ist mit dem thermoplastische Polymermatrixmaterial 104.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass das thermoplastische Polymermaterial 102, beispielsweise während einer Aushärtereaktion, chemisch reagiert, beispielsweise in einer Vernetzungsreaktion.
Das thermoplastische Polymermaterial 102 umfasst vorzugsweise ein Polyolefinmaterial, beispielsweise ein Polypropylenmaterial, oder ist aus einem Polyolefinmaterial, beispielsweise einem Polypropylenmaterial, gebildet.
Günstig kann es sein, wenn das thermoplastische Polymermaterial 102 einen Härter und/oder einen Reaktionsbeschleuniger umfasst. Diese dienen vorzugsweise einer Optimierung und/oder Beschleunigung der Aushärtereaktion.
Das thermoplastische Polymermaterial 102 weist vorzugsweise einen Schmelzflussindex von ca. 400 (g/10 min) oder mehr auf.
Günstig kann es sein, wenn das thermoplastische Polymermaterial 102 einen Schmelzflussindex von ca. 700 (g/10 min) oder mehr aufweist.
Vorzugsweise weist das thermoplastische Polymermaterial 102 einen Schmelzflussindex von ca. 1200 (g/10 min) oder mehr auf.
Mit derart hohen Schmelzflussindizes weist das thermoplastische Polymer material 102 vorzugsweise eine ausreichend geringe Viskosität auf, um das Fasermaterial 106, insbesondere vollständig, zu benetzen.
Der Schmelzflussindex wird vorzugsweise gemäß DIN EN ISO 1133 bestimmt. Bei der Norm DIN EN ISO 1133 handelt es sich um eine Norm zur Bestimmung des Schmelzflussindexes von Thermoplasten.
Beispielsweise wird der Schmelzflussindex mittels eines Kapillarrheometers bestimmt.
Die Bestimmung des Schmelzflussindexes wird vorzugsweise bei einer Prüf temperatur von ca. 190 °C und einer Auflagelast von ca. 5 kg durchgeführt.
Vorteilhaft kann es sein, wenn als thermoplastisches Polymermaterial 102 ein Polypropylenmaterial, beispielsweise Polypropylen, mit einem der zuvor genannten Schmelzflussindizes eingesetzt wird.
Günstig kann es sein, wenn das Fasermaterial 106 mit dem Polymermaterial 102 imprägniert wird.
Beispielsweise werden sogenannte "Prepregs" hergestellt.
Bei den sogenannten Prepregs wird das thermoplastische Polymermaterial 102 vor und/oder während einer Montage vorzugsweise in einer Aushärtereaktion ausgehärtet und/oder vernetzt. Die Aushärtereaktion findet vorzugsweise bei einem erhöhten Druck und/oder einer erhöhten Temperatur statt.
Alternativ kann das mit dem thermoplastische Polymermaterial 102 imprägnierte Fasermaterial 106 auch ohne Aushärtereaktion direkt als Flächenmaterial 100 eingesetzt werden.
Als Fasermaterial 106 wird vorzugsweise ein Endlosfasermaterial eingesetzt, bei welchem ca. 90 % der Fasern oder mehr eine Länge von ca. 50 mm oder mehr, vorzugsweise von ca. 1000 mm oder mehr, aufweisen.
Vorzugsweise weisen ca. 95 % der Fasern des Fasermaterials 106 oder mehr eine Länge von ca. 50 mm oder mehr, insbesondere von ca. 1000 mm oder mehr, auf.
Beispielsweise weisen ca. 98 % der Fasern des Fasermaterials 106 oder mehr eine Länge von ca. 50 mm oder mehr, insbesondere von ca. 1000 mm oder mehr, auf.
Durch die Verwendung eines Endlosfasermaterials dient das thermoplastische Polymermaterial 102 vorzugsweise ausschließlich einer Fixierung des Fasermaterials 106.
Es wird vorzugsweise ein Fasermaterial 106 eingesetzt, welches Fasern um fasst oder aus Fasern gebildet ist, welche zumindest näherungsweise parallel zueinander angeordnet sind.
Vorzugsweise sind ca. 90 % der Fasern des Fasermaterials 106 oder mehr, insbesondere ca. 95 % der Fasern des Fasermaterials 106 oder mehr, bei spielsweise ca. 98 % der Fasern des Fasermaterials 106 oder mehr, zumindest näherungsweise parallel zueinander angeordnet.
Vorteilhaft kann es sein, wenn die Fasern des Fasermaterials 106 in dem Flä chenmaterial 100 zumindest näherungsweise parallel zu einer Haupterstre ckungsebene des Flächenmaterials 100 angeordnet sind.
Das Flächenmaterial 100 ist, insbesondere in Form einer Einzellage, vorzugsweise aufwickelbar. Eine Aufwickelbarkeit des Flächenmaterials 100 ist vorzugsweise bei einer Dicke in einem Bereich von ca. 0,1 mm bis ca. 0,6 mm gegeben.
Die Dicke des Flächenmaterials 100 ist vorzugsweise senkrecht zu dessen Haupterstreckungsebene, insbesondere in einem abgewickelten Zustand, definiert.
Günstig kann es sein, wenn das Flächenmaterial 10 ein Bandmaterial 108 und/oder ein Tape-Material 110 ist.
Eine Dicke des Flächenmaterials 100 senkrecht zu dessen Haupterstreckungs ebene beträgt vorzugsweise ca. 5 mm oder weniger, insbesondere ca. 4 mm oder weniger, beispielsweise ca. 3 mm oder weniger.
Vorzugsweise beträgt die Dicke des Flächenmaterials 100 senkrecht zu dessen Haupterstreckungsebene ca. 0,5 mm oder mehr, insbesondere ca. 1 mm oder mehr, beispielsweise ca. 1,2 mm oder mehr.
Ein Anteil des Fasermaterials 106 an dem Flächenmaterial 100 beträgt vor zugsweise ca. 70 Gew.-% oder mehr, insbesondere ca. 75 Gew.-% oder mehr, beispielsweise ca. 78 Gew.-% oder mehr, bezogen auf eine Gesamtmasse des Flächenmaterials 100.
Günstig kann es sein, wenn der Anteil des Fasermaterials 106 an dem Flä chenmaterial 100 ca. 90 Gew.-% oder weniger, insbesondere ca. 85 Gew.-% oder weniger, beispielsweise ca. 80 Gew.-% oder weniger, bezogen auf die Gesamtmasse des Flächenmaterials 100, beträgt.
Vorteilhaft kann es sein, wenn der Anteil des Fasermaterials 106 an dem Flä chenmaterial 100, bezogen auf ein Gesamtvolumen des Flächenmaterials 100,
ca. 50 Vol.-% oder mehr, insbesondere ca. 55 Vol.-% oder mehr, beispielswei se ca. 58 Vol.-% oder mehr, beträgt.
Insbesondere beträgt der Anteil des Fasermaterials 106 an dem Flächenmate rial 100, bezogen auf das Gesamtvolumen des Flächenmaterials 100, ca.
70 Vol.-% oder weniger, insbesondere ca. 65 Vol.-% oder weniger, beispiels weise ca. 62 Vol.-% oder weniger.
Insbesondere aufgrund des hohen Anteils des Fasermaterials 106 an dem Flä chenmaterial 100 beträgt ein Elastizitätsmodul des Flächenmaterials 100 vor zugsweise ca. 35 GPa oder mehr, insbesondere ca. 36 GPa oder mehr.
Der Elastizitätsmodul des Flächenmaterials 100 beträgt insbesondere ca.
46 GPa oder weniger, insbesondere ca. 45 GPa oder weniger.
Der Elastizitätsmodul des Flächenmaterials 100 ist vorzugsweise bei ca. 20 °C und/oder in Faserrichtung bestimmt.
Vorteilhaft kann es sein, wenn das Fasermaterial 106 Glasfasern umfasst oder aus Glasfasern gebildet ist.
Durch die Verwendung des Fasermaterials 106 in dem Flächenmaterial 100 können auf das Flächenmaterial 100 einwirkende Kräfte insbesondere von den Fasern des Fasermaterials 106 in das thermoplastische Polymermatrixmaterial 104 umgeleitet werden oder umgekehrt.
Insbesondere ist eine optimierte Haftung des thermoplastischen Polymerma terials 102 bzw. des thermoplastischen Polymermatrixmaterials 104 an dem Fasermaterial 106 ausgebildet.
Das Flächenmaterial 100 bildet vorzugsweise ein Stabilisations- und/oder Schutzmaterial.
Wie insbesondere in Fig. 2 zu sehen ist, wird das Flächenmaterial 100 vorzugs weise in einem Sandwichmaterial 112 eingesetzt.
Das Sandwichmaterial 112 umfasst vorzugsweise ein erstes Lagenelement 114 und ein zweites Lagenelement 116.
Das erste Lagenelement 114 umfasst vorzugsweise ein Flächenmaterial 100 oder ist aus einem Flächenmaterial 100 gebildet.
Günstig kann es sein, wenn das zweite Lagenelement 116 ein Flächenmaterial 100 umfasst oder aus einem Flächenmaterial 100 gebildet ist.
Die Dicke des ersten Lagenelements 114 und/oder des zweiten Lagenelements 116 entspricht vorzugsweise einer im Zusammenhang mit dem Flächenmate rial 100 beschriebenen Dicke.
Zwischen dem ersten Lagenelement 114 und dem zweiten Lagenelement 116 ist vorzugsweise eine Zwischenlage 118 angeordnet. Die Zwischenlage 118 ist vorzugsweise stoffschlüssig mit dem ersten Lagenelement 114 und dem zwei ten Lagenelement 116 verbunden.
Die Zwischenlage 118 ist beispielsweise aus einem metallischen Material gebil det oder umfasst ein metallisches Material.
Vorzugsweise umfasst die Zwischenlage 118 alternativ zu einem metallischen Material ein faserverstärktes Polymermaterial oder ist daraus gebildet. Ein Faseranteil der Zwischenlage 118 ist vorzugsweise geringer als der Faseranteil des Flächenmaterials 100.
Als Polymermaterial wird vorzugsweise ein Polymermaterial verwendet, welches kompatibel, gleichartig oder identisch mit dem Polymermatrixmaterial 104 des Flächenmaterials 100 ist.
So kann eine Rezyklierbarkeit gegeben sein.
Beispielsweise werden für die Zwischenlage 118 Kurzfasern verwendet. Die Kurzfasern weisen vorzugsweise eine durchschnittliche Länge von ca. 40 mm bis ca. 100 mm auf.
In Ausführungsformen, in welche die Zwischenlage 118 mit Kurzfasern verstärkt ist, wird die Zwischenlage 118 beispielsweise in einem Spritzgussverfahren hergestellt.
Ergänzend oder alternativ umfasst das Polymermaterial 102 der Zwischenlage 118 Langfasern. Die Langfasern weisen vorzugsweise eine durchschnittliche Länge von ca. 100 mm oder mehr und/oder von ca. 999 mm oder weniger auf.
In Ausführungsformen, in welchen die Zwischenlage 118 mit Langfasern verstärkt ist, wird die Zwischenlage 118 vorzugsweise in einem Pressverfahren, beispielsweise einem DLFT (direct longfibre thermoplastic)- Pressverfahren, hergestellt.
Alternativ kann die Zwischenlage 118 einen Glasmatten-verstärkten Thermoplasten (GMT) umfassen oder daraus gebildet sein.
Das Sandwichmaterial 112 wird vorzugsweise in Fahrzeugen, beispielsweise in lasttragenden Elementen eines Fahrzeugs, und/oder in elektrochemischen Speichereinheiten 120 eingesetzt.
Bei dem Fahrzeug, in welchem das Sandwichmaterial 112 verwendet wird, handelt es sich beispielsweise um ein Elektrofahrzeug und/oder ein Gasfahr zeug und/oder ein Brennstoffzellenfahrzeug.
Vorzugsweise bildet das Sandwichmaterial 112 eine beschusssichere Schutzplatte.
Da in dem ersten Lagenelement 114 und/oder dem zweiten Lagenelement 116 ein Flächenmaterial 100 mit den beschriebenen Eigenschaften eingesetzt wird, können das erste Lagenelement 114 und/oder das zweite Lagenelement 116 bei gleichbleibendem Gewicht dicker als Lagenelemente aus Aluminium hergestellt werden. Dies ist insbesondere in der im Vergleich zu Aluminium geringeren Dichte des Flächenmaterials 100 begründet.
Das Sandwichmaterial 112 weist vorzugsweise eine im Vergleich zu Sandwich strukturen mit Lagenelementen aus Aluminium erhöhte Struktursteifigkeit, insbesondere aufgrund eines höheren Widerstandsmoments gegen eine Bie gung, auf.
Eine elektrochemische Speichereinheiten 120 ist in Fig. 3 schematisch dargestellt.
Die elektrochemische Speichereinheit 120 ist beispielsweise ein Batteriemodul und/oder ein Akkumulatormodul.
Eine elektrochemische Speichereinheit 120 umfasst vorzugsweise eine oder mehrere - vorliegend mehrere - elektrochemische Zellen 122. Die elektroche mischen Zellen 122 sind vorzugsweise von einem Aufnahmeelement 124 der elektrochemischen Speichereinheit 120 aufgenommen.
Das Aufnahmeelement 124 dient vorzugsweise einer Befestigung und/oder Stabilisierung der elektrochemischen Zellen 122.
Die elektrochemischen Zellen 122 sind vorzugsweise Lithiumionenbatterien und/oder Lithium ionenakkumulatoren.
Beispielsweise bildet das Aufnahmeelement 124 einen Rahmen für die elektro chemischen Zellen 122 und/oder ein Gehäuse.
Vorteilhaft kann es sein, wenn das Aufnahmeelement 124 vier Seitenwandun gen 126 umfasst, welche die elektrochemischen Zellen 122 seitlich und/oder vierseitig umgeben.
Von den Seitenwandungen 126 gebildete Öffnungen werden vorzugsweise auf einer Anschlusselementen der elektrochemischen Zellen 122 zugewandten Seite von einem Abdeckelement 128 des Aufnahmeelements 124 und auf einer gegenüberliegenden Seite von einer Bodenwandung 130 des Aufnahmeele ments 124, insbesondere fluiddicht, verschlossen.
Vorteilhaft kann es sein, wenn das Abdeckelement 128 ein Flächenmaterial 100 umfasst oder aus einem Flächenmaterial 100 gebildet ist.
Ergänzend oder alternativ umfassen ein oder mehrere Seitenwandungen 126 des Aufnahmeelements 124 ein Flächenmaterial 100 oder sind aus einem Flä chenmaterial 100 gebildet.
Ergänzend oder alternativ umfasst die Bodenwandung 130 des Aufnahmeele ments 124 ein Flächenmaterial 100 oder ist aus einem Flächenmaterial 100 gebildet.
Dabei kann vorgesehen sein, dass das Flächenmaterial 100 in ein Sandwich material 112 integriert verwendet wird. Hierbei wird auf die Beschreibung im Zusammenhang mit Fig. 2 Bezug genommen.
Das Flächenmaterial 100 weist vorzugsweise eine hohe Feuerbeständigkeit und/oder Brandbeständigkeit auf.
Vorzugsweise weist das Flächenmaterial 100 in einem Brandtest, beispielswei se einem Brandtest gemäß ECE180, kein Durchbrennen in Verbindung mit strukturellem Versagen auf.
Eine Temperatur auf einer Innenseite des Flächenmaterials 100 ist vorzugsweise nicht kritisch für dahinterliegende Baugruppen.
In dem Brandtest ECE180 wird vorzugsweise ein Mischunfall eines Verbrenner fahrzeugs und/oder eines batterieelektrischen Autos und/oder eines Plugin-Hy bridfahrzeugs und/oder eines Wasserstofffahrzeugs simuliert. Hierbei läuft in der Regel Treibstoff aus und gerät in Brand.
In dem Brandtest wird vorzugsweise eine Brandwanne mit einem Brennstoff, beispielsweise Superbenzin, gefüllt und für ca. 60 Sekunden brennen gelassen, bis eine definierte und/oder konstante Flammentemperatur von ca. 700 °C bis ca. 800 °C erreicht ist.
Vorzugsweise ist in dem Brandtest eine definierte Räumzeit von 130 Sekunden festgelegt, während der Insassen eines Fahrzeugs geborgen werden können.
Die Brandwanne fährt nach Einstellung der Flammentemperatur unter eine Prüfplatte und verbleibt dort für ca. 70 Sekunden.
Anschließend fährt ein Steinrost zur Bildung eines Kamineffekts ein und ver bleibt für weitere 60 Sekunden unter und/oder nahe der Prüfplatte.
Vorzugsweise wird in dem Brandtest eine Prüfplatte als Bodenwandung eines Aufnahmeelements eingebaut. So kann eine Batteriebox simuliert werden.
Ein Rahmen des Aufnahmeelements ist für den Brandtest aus Aluminium ge bildet, während ein Abdeckelement aus Gips hergestellt ist.
Die Prüfplatte ist vorzugsweise aus einem Sandwichmaterial 112, dessen ers tes Lagenelement 114 und dessen zweites Lagenelement 116 aus einem Flä chenmaterial 100 gebildet sind, gebildet.
Das Flächenmaterial 100 wird beispielsweise aus einem Polypropylenmaterial hergestellt, in welchem ein Fasermaterial 106 mit einem Anteil von ca.
80 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse des Flächenmaterials 100, aufge nommen ist. Das Fasermaterial 106 ist vorzugsweise aus Glasfasern gebildet.
Eine Dicke des ersten Lagenelements 114 und des zweiten Lagenelements 116 senkrecht zu deren jeweiligen Haupterstreckungsebene beträgt vorzugsweise jeweils ca. 1,5 mm.
Die Prüfplatte für den Brandtest weist insbesondere Abmessungen von ca.
695 mm x ca. 695 mm auf.
In Fig. 3 ist ein zeitlicher Temperaturverlauf unterschiedlicher Bereiche darge stellt.
Auf der x-Achse ist die Temperatur in °C über der Zeit t in Sekunden auf der x-Achse aufgetragen.
Ein zeitlicher Verlauf der Temperatur einer Innenseite der Prüfplatte, welche einem Innenraum des Aufnahmeelements zugewandt und den Flammen abge wandt angeordnet ist, ist als Graph C (strichpunktierte Linie) dargestellt.
Die Graphen A (gestrichelte Linie) und B (gepunktete Linie) geben einen zeitli chen Verlauf der Temperaturen der Bereiche aus Aluminium wieder. Aus den Graphen A und B ist ersichtlich, dass die Bereiche aus Aluminium sich auf Temperaturen von über 350 °C erwärmen.
Aus dem Graphen C ist ersichtlich, dass die Temperatur der Innenseite der Prüfplatte auch nach ca. 130 Sekunden auf maximal 99 °C ansteigt.
Bei dem durchgeführten Brandtest kommt es insbesondere lediglich zu einem Masseverlust von ca. 14 g der Prüfplatte aus dem Sandwichmaterial 112 oder weniger.
Hieraus ergibt sich insbesondere, dass das Flächenmaterial 100 auch in einem Brandfall einen ausreichenden Schutz bietet und/oder stabil ist.
Aufgrund des hohen Anteils des Fasermaterials 106 an dem Flächenmaterial 100 kann vorzugsweise kein und/oder wenig Sauerstoff in tieferliegende Schichten des außenliegenden Lagenelements Vordringen, wodurch die Prüf platte insbesondere eine erhöhte Stabilität aufweist.
Vorzugsweise weist das Flächenmaterial 100 erhöhte Impact-Eigenschaften auf.