Artikel mit einem ein- oder mehrschichtigen Grundkörper mit elastischen Eigenschaften, Verfahren zur Herstellung eines Artikels und Verwendung von Aluminiumhydroxid als verstärkenden Füllstoff in einer Kautschukmischung
Die Erfindung betrifft einen Artikel mit einem ein- oder mehrschichtigen Grundkörper mit elastischen Eigenschaften.
Artikel dieser Art können beispielsweise als ein Schwingungsdämpfer und/oder als ein Metall-Gummi-Element ausgebildet sein. Vorzugsweise kann es sich bei dem Artikel um eine Luftfederbalgmembran und/oder einen Luftfederbalg und/oder ein Dämpfungselement eines Lagers und/oder eine Konusfeder und/oder eine Schichtfeder handeln.
Man kennt bereits Artikel dieser Art. Ein solcher Artikel ist beispielsweise aus DE 102017 223 538 Al bekannt.
Der in DE 102017 223 538 Al offenbarte Artikel mit elastischen Eigenschaften, der gerade zur Federung bzw. Schwingungsdämpfung bei Fahrzeugen, insbesondere bei Schienenfahrzeugen, eingesetzt wird, weist einen Grundkörper mit elastischen Eigenschaften auf, der wenigstens eine Schicht D aufweist, die aus einer Kautschukmischung aufgebaut ist, die wenigstens ein Ruß mit einer BET-Oberfläche gemäß DIN-ISO 9277 zwischen 35 m2/g bis 140 m2/g und einer Öl-Absorptionszahl (OAN) gemäß ISO 4656 zwischen 70 ml/100g bis 140 ml/100g enthält. Ruße mit den angegebenen physikalischen Eigenschaften weisen in Elastomermischungen die Funktion als verstärkender Füllstoff auf.
Aufgrund der in den letzten Jahren immer weiter angehobenen Anforderungen an Artikel eingangs genannter Art hinsichtlich der zu erfüllenden Brandschutzeigenschaften, die sich zum Beispiel aus der Brandschutznorm EN 45545 ergeben, wurden verstärkt vor allem halogenfreie Flammschutzmittel in
Kombination mit Rußen der zuvor genannten Art zu Kautschukmischungen beigemischt, um die daraus hergestellten Elastomere schwer entflammbarer ausbilden zu können.
So wurde bereits durch die DE 102017 223 538 Al erkannt, dass man das Brandverhalten von Kautschukmischungen durch das direkte Einmischen von zum Teil vergleichsweise großen Mengen brandhemmender Substanzen verbessern kann. Allerdings führt diese Maßnahme bei den betroffenen Mischungen in der Regel dazu, dass sich die Eigenschaften, wie Zugfestigkeit, Elastizität, Setzungsverhalten und Dauerfestigkeit, die für den Einsatz in dynamischen Anwendungen relevant sind, verschlechtern. An den betroffenen Artikeln zeigt sich das insbesondere daran, dass sich die Federungs-, Setz- bzw. Schwingungseigenschaften signifikant verschlechtern. Zudem weisen derartige Artikel eine schlechtere Haltbarkeit unter hohen mechanischen Belastungen auf, so dass deren maximale Einsatzdauer vergleichsweise kürzer ist.
Es hat sich nun jedoch gezeigt, dass auch die in der DE 10 2017 223 538 Al beschriebene technische Umsetzung eines Artikels eingangs genannter Art, noch immer nachteilige physikalische Eigenschaften aufweist, die zu einem relativ hohen Verschleiß und daher ab einer gewissen Einsatzdauer auch zu unzureichenden Federungs-, Setz- bzw.
Schwingungseigenschaften führen, insbesondere um derartige Artikel im Fahrzeugbau einzusetzen.
Es besteht daher die Aufgabe, einen Artikel eingangs genannter Art zu schaffen, der gegenüber der technischen Lösung aus DE 10 2017 223 538 Al verbesserte Gebrauchseigenschaften aufweist .
Eine Lösung dieser Aufgabe wird durch einen Artikel mit den Merkmalen gemäß des unabhängigen Anspruchs 1 bereitgestellt.
Zur Lösung der zuvor genannten Aufgabe kann ein Artikel eingangs genannter Art vorgesehen sein, der dadurch gekennzeichnet ist, dass wenigstens eine Schicht des Grundkörpers aus einer Kautschukmischung aufgebaut ist, wobei ein Rußanteil wenigstens eines Rußes an der Kautschukmischung weniger als 5 phr beträgt. Vorzugsweise bezieht sich der Rußanteil auf einen Gesamtrußanteil aller Ruße der Kautschukmischung. Die Kautschukmischung kann hierbei keinen Ruß, einen Ruß oder mehr als einen Ruß aufweisen. Die Reduktion des Rußanteils unterhalb von 5 phr hat den Vorteil, dass die Brennbarkeit des Grundkörpers gegenüber einem Grundkörper, der basierend auf der technischen Lehre der DE 10 2017 223 538 Al hergestellt wurde, verbessert ist. Somit kann eine reduzierte Entflammbarkeit der wenigstens einen Schicht erreicht werden, da der Rußanteil als brennbarer Anteil der Kautschukmischung gegenüber vorbekannten Zusammensetzungen reduziert ist. Zudem führt die Verringerung des Rußanteils neben der geringeren Brennbarkeit überraschenderweise zu höheren Bruchdehnungen, d.h. das Material ist stärker dehnbar. Dies hat gerade bei Luftfedern, also Luftfederbälgen den Vorteil, dass verbesserte schwingungsdämpfende Eigenschaften und eine erhöhte Lebensdauer erreicht werden konnten.
Sowohl die DE 102017 223 538 Al wie auch die vorliegende Erfindung haben das Ziel, für Metall-Gummi-Elemente möglichst guten Brandschutz zu gewährleisten. Allerdings gehen beide entgegengesetzte Wege. Während die DE 102017 223 538 die Lösung darin sucht, an Rußen als Füllstoff mit einem Rußanteil von mindestens 5 phr festzuhalten und solche zu finden, die besondere brandschutzhemmende Eigenschaften aufweisen, geht die vorliegende Erfindung den Weg, durch Reduktion des Rußanteils auf weniger als 5 phr Ruße als Füllstoff als entbehrlich zu erachten und die Füllstoffeigenschaft durch Aluminiumhydroxid zu ersetzen.
Mit parts per hundred rubber (phr) werden in der gummi- chemischen Industrie die Massenanteile der einzelnen Mischungsbestandteile in einem Rezept einer Elastomermischung bezeichnet. Dabei werden diese Angaben jeweils auf 100 (Massen-)Teile des Grundpolymers oder der Grundpolymere (bei Polymerblends) bezogen.
Nachfolgend werden vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung beschrieben, die allein oder in Kombination mit den Merkmalen anderer Ausgestaltungen optional zusammen mit den Merkmalen aus Anspruch 1 kombiniert werden können.
Besonders vorteilhaft kann es sein, wenn die wenigstens eine Schicht zumindest über einen Funktionsbereich oder vollständig eine darunterliegende Schicht abdeckt. Insbesondere kann die wenigstens eine Schicht somit durchgängig und/oder lückenlos ausgebildet sein.
Das Aluminiumhydroxid kann an der Kautschukmischung einen Anteil von 50 phr bis 150 phr, insbesondere von 50 phr bis 100 phr, insbesondere von 100 phr bis 150 phr, vorzugsweise von 75 phr bis 125 phr, haben.
Der Gesamtrußanteil kann mehr als 0 phr oder auch 0 phr betragen. Der Hauptunterschied dieser beiden Ausgestaltungen besteht darin, dass nur im ersteren Fall der Ruß einen Färbeeffekt bewirken kann, da im letzteren Fall die Kautschukmischung überhaupt keinen Ruß aufweist. Aufgrund des sehr geringen Rußanteils von weniger als 5 phr hat dieser bis auf die Färbung ohnehin keinen Einfluss auf die technischen Eigenschaften der Kautschukmischung. Diese sind daher bei beiden Ausgestaltungen gleich.
Es kann vorgesehen sein, dass der der Kautschukmischung
mindestens ein Farbstoff beigemischt ist. Bei dem Farbstoff kann es sich beispielsweise um Ruß, um Eisenoxid oder um ein Titandioxid handeln. Während Ruß schwarz färbt, färbt Eisenoxid wie etwa Bayferrox 920 häufig gelb. Titandioxid kann zur Farbaufhellung Verwendung finden. Zur Rotfärbung kann beispielsweise Colortherm red 520 und zur Blaufärbung Oppasin blau 6900 verwendet werden. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Kautschukmischung farbstofffrei ist. In diesem Fall ist der Kautschukmischung gerade kein Farbstoff beigemischt.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann es vorgesehen sein, dass der wenigstens eine Ruß, vorzugsweise alle verwendeten Ruße, insbesondere der der Kautschukmischung beigemischte Ruß eine BET-Oberfläche gemäß DIN-ISO 9277 aufweist, die außerhalb des Bereichs von 35 m2/g bis 140 m2/g liegt. Ruße mit einer BET-Oberfläche gemäß DIN-ISO 9277 mit einem Wert von 35 m2/g bis 140 m2/g werden als funktionale Füllstoffe zur Verstärkung in Kautschukmischungen zugemischt. Hier soll ein neuer, alternativer Lösungsweg beschritten werden, um einen Artikel eingangs genannter Art bereitzustellen, wobei gerade der Einsatz solcher verstärkenden Ruß-Füllstoffe reduziert oder sogar gänzlich auf die Verwendung von Rußen mit einer BET-Oberfläche gemäß DIN- ISO 9277 mit einem Wert von 35 m2/g bis 140 m2/g verzichtet werden kann. In der DE 102017 223 538 Al wird die Zugabe solcher Ruße als ein wesentliches Merkmal der darin beschriebenen technischen Lehre angesehen. Es ist jedoch möglich, Ruße anderer Art, also mit einer BET-Oberfläche gemäß DIN-ISO 9277 außerhalb des Bereichs von 35 m2/g bis 140 m2/g, in geringen Mengen von weniger als 5 phr als Farbstoff beizumischen. Ruße die außerhalb des genannten Bereichs liegen weisen ohnehin keine Funktion als verstärkender Füllstoff auf, allerdings weisen sie besonders gute Färbeeigenschafen zur Schwarzfärbung der Kautschukmischung auf.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann es vorgesehen sein, dass der wenigstens eine Ruß, vorzugsweise alle verwendeten Ruße, insbesondere der der Kautschukmischung beigemischte Ruß, eine Öl-Absorptionszahl (OAN) gemäß ISO 4656 aufweist, die außerhalb des Bereichs von 70 ml/100g bis 140 ml/100g liegt. Ähnlich wie bereits im vorhergehenden Absatz bezüglich der BET-Oberfläche beschrieben wurde, handelt es sich auch bei Rußen mit einer Öl-Absorptionszahl (OAN) gemäß ISO 4656 von 70 ml/100g bis 140 ml/100g um verstärkende Ruße. Da bei der Zusammensetzung der Kautschukmischung der wenigstens einen Schicht ein Anteil solcher verstärkenden Ruße reduziert oder darauf sogar gänzlich verzichtet werden kann, beinhaltet die Kautschukmischung der wenigstens einen Schicht Ruße mit einer Öl-Absorptionszahl (OAN) gemäß ISO 4656 von 70 ml/100g bis 140 ml/100g nur in geringen Mengen von weniger als 5 phr oder überhaupt keine solchen Ruße. Somit kann der Gesamtrußanteil besonders geringgehalten werden, um die mechanischen Eigenschaften des Artikels zu verbessern.
Die Kautschukmischung der wenigstens einen Schicht oder aller Schichten des Grundkörpers kann nur einen Rußtyp oder wenigstens zwei oder mehrere Rußtypen aufweisen. Ein Gesamtrußanteil kann hierbei weniger als 5 phr betragen oder ein Rußanteil eines Rußtyps mit wenigstens einer der zuvor beschriebenen Eigenschaften BET-Oberfläche gemäß DIN-ISO 9277 von 35 m2/g bis 140 m2/g und/oder Öl-Absorptionszahl (OAN) von 70 ml/100g bis 140 ml/100g kann weniger als 5 phr betragen.
Ein Aufbau eines Artikels, wie er hierin beschrieben und beansprucht ist, kann derart aussehen, dass der Grundkörper eine innere Elastomerschicht, eine mittlere Funktionsschicht und eine äußere Elastomerschicht aufweist. Häufig weisen die Artikel eine Luftkammer auf, in welcher in Gebrauchsstellung ein Überdruck erzeugt ist. Um den Überdruck innerhalb der Luftkammer dauerhaft ausbilden zu können, ist die der
Luftkammer zugewandte innere Elastomerschicht besonders gasdicht, insbesondere luftdicht, ausgebildet. Die mittlere Funktionsschicht dient zur Kraftübertragung und beeinflusst beispielsweise durch ihren Aufbau die schwingungsdämpfenden Eigenschaften des Artikels. Die äußere Schicht dient dem Schutz des Artikels gegenüber äußeren Einflüssen, wie Witterung, Ölbeständigkeit, Temperaturbeständigkeit, Feuerschutz. Insbesondere kann es dabei vorgesehen sein, dass wenigstens die äußere Elastomerschicht und/oder die innere Elastomerschicht einen Rußanteil in einer Menge von weniger als fünf phr aufweist, vorzugsweise dass alle Schichten des Grundkörpers jeweils einen Rußanteil in einer Menge von weniger als 5 phr aufweisen. Durch den beschriebenen Aufbau ist eine besonders hohe mechanische Belastbarkeit und eine besonders gute Schwingungsdämpfung möglich.
Um die mechanische Belastbarkeit weiter verbessern zu können, kann es gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung vorgesehen sein, dass die mittlere Funktionsschicht als eine Karkasse ausgebildet ist, insbesondere wobei die Karkasse ein Cordgewebe umfasst, das in wenigstens einer Lage einer Elastomermatrix eingebettet ist. Die zuvor genannte wenigstens eine Schicht kann auch als die zuvor genannte Lage verstanden werden.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung kann es vorgesehen sein, dass die wenigstens eine Schicht des Grundkörpers oder die Kautschukmischung einen Rußanteil mit einer Menge von maximal 4 phr, insbesondere maximal 3 phr, insbesondere maximal 2 phr, aufweist. Der Rußanteil kann sich auch hierbei auf einen Gesamtrußanteil aller in der Kautschukmischung der wenigstens einen Schicht enthaltenen Ruße beziehen. Derart geringe Mengen an Ruß beeinflussen die elastischen bzw. mechanischen Eigenschaften des Grundkörpers nicht, sind jedoch gut dazu geeignet, um den Grundkörper des
Artikels schwarz einzufärben.
Es kann insbesondere vorgesehen sein, dass der Gesamtrußanteil an der Kautschukmischung so gering ist, dass die elastischen und/oder mechanischen Eigenschaften des Grundkörpers nicht oder nur vernachlässigbar beeinflusst werden. Vernachlässigbar ist eine Beeinflussung insbesondere dann, wenn die betreffenden technischen Eigenschaften derart geringfügig beeinflusst werden, dass der Fachmann diese als irrelevant erachtet, da diese Eigenschaften durch Wahl der Hauptkomponenten der Kautschukmischung vorgegeben werden.
Um eine Schicht mit besonders geringer Brennbarkeit auszubilden, kann es vorgesehen sein, dass die wenigstens eine Schicht des Grundkörpers aus Chloropren-Kautschuk oder einem Verschnitt aus Chloropren-Kautschuk und einem anderen Kautschuk ausgebildet ist oder Chloropren-Kautschuk oder einem Verschnitt aus Chloropren-Kautschuk umfasst. Insbesondere kann der Chloropren-Kautschuk oder der zuvor genannte Verschnitt das Grundpolymer der Kautschukmischung bilden. Insbesondere kann die wenigstens eine Schicht zumindest die äußere Elastomerschicht sein. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung können sämtliche Schichten des Grundkörpers aus derselben Kautschukmischung hergestellt sein. Chloropren- Kautschuk weist besonders gute Brandeigenschaften auf, um einen Artikel ausbilden zu können, der den gestellten Anforderungen an den Brandschutz gerecht wird.
Um die Rauchgastoxizität im Brandfall und gleichzeitig auch die mechanischen Eigenschaften des Artikels verbessern zu können, hat es sich überraschender Weise als vorteilhaft erwiesen, dass die wenigstens eine Schicht des Grundkörpers, insbesondere die Kautschukmischung, Aluminiumhydroxid (auch als „Aluminiumtrihydrat" und abgekürzt als ATH bezeichnet; Summenformel: Al(OH)3) als verstärkenden Füllstoff und/oder als
Flammschutzmittel umfasst. Aluminiumhydroxid übernimmt somit eine Doppelfunktion, so dass es überraschender Weise nicht erforderlich ist, neben ATH auch Ruße als verstärkende Füllstoffe einzusetzen. Die bislang als verstärkende Füllstoffe verwendeten Ruße konnten somit vorzugsweise komplett durch ATH substituiert werden. Somit ist es nicht erforderlich, dass einer Kautschukmischung ATH als Flammschutzmittel und Ruß als verstärkender Füllstoff beigefügt werden, was die elastischen Eigenschaften der wenigstens einen Schicht des Grundkörpers verbessert. Anders ausgedrückt, kann ein höherer Kautschukanteil gegenüber Zusammensetzungen erreicht werden, bei welchen nicht erkannt wurde, dass ATH neben seiner Flammschutzwirkung auch die Funktion eines verstärkenden Füllstoffes übernehmen kann. Bei den angegebenen Mengenverhältnissen wird stets von 100 Teilen des Grundpolymers oder der Grundpolymere ausgegangen. Bezogen darauf kann ein Anteil von ATH an der Kautschukmischung der wenigstens einen Schicht von 50 phr bis 150 phr, insbesondere von 50 phr bis 100 phr, insbesondere von 100 phr bis 150 phr, vorzugsweise von 75 phr bis 125 phr, betragen.
Vorzugsweise kann die wenigstens eine Schicht ausschließlich Aluminiumhydroxid als verstärkenden Füllstoff aufweisen. Insbesondere kann es sich bei der wenigstens einen Schicht um die äußere Elastomerschicht oder alle Schichten des Grundkörpers handeln.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung kann es vorgesehen sei, dass der Artikel ein Schwingungsdämpfer und/oder ein Metall-Gummi-Element ist, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe aus Luftfederbalgmembran, Luftfederbalg, Dämpfungselement eines Lagers, Konusfeder und/oder Schichtfeder . Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Artikel um einen Luftfederbalg und/oder eine Luftfederbalgmembran .
Zur Lösung der zuvor genannten Aufgabe kann daher insbesondere ein Artikel der eingangs genannten Art vorgesehen sein, wobei der Artikel als Luftfederbalg mit einem mehrschichtigen Grundkörper mit elastischen Eigenschaften ausgebildet ist, wobei der Grundkörper eine innere Elastomerschicht, eine mittlere Funktionsschicht und eine äußere Elastomerschicht aufweist. Hierbei kann vorgesehen sein, dass die innere Elastomerschicht, die Funktionsschicht und die äußere Elastomerschicht aus einer gleichen Kautschukmischung aufgebaut sind, dass die Kautschukmischung Aluminiumhydroxid als verstärkenden Füllstoff umfasst und dass ein Gesamtrußanteil aller Ruße an der Kautschukmischung weniger als 5 phr beträgt. Die Kautschukmischung umfasst bevorzugt Chloropren-Kautschuk oder einen Verschnitt mit einem solchen.
Bei Luftfederbälgen wird, wenn überhaupt, dann allenfalls die äußere Elastomerschicht als Brandschutzdecklage verwendet, in der Gummimatrix der Funktionsschicht sind hingegen spezielle Gummimischungen enthalten, die den Brandschutz nicht gewährleisten. Das Besondere an der zuvor beschriebenen Lösung ist, dass alle drei Schichten des Luftfederbalgs mittels einer gleichen, Aluminiumtrihydroxid enthaltenen Mischung ausgeführt werden, sodass eine durchgehend homogene Gummimatrix geschaffen wird. Es wurde erkannt, dass der resultierende Luftfederbalg überraschenderweise Brandschutzanforderungen höchsten Grades erfüllt. Die Verwendung einer homogenen Gummimatrix ist aus mehreren Gründen vorteilhaft. Neben wirtschaftlichen Vorteilen, die aus der Vereinfachung der Herstellung des Balgs resultieren, treten technische Vorteile, da beispielsweise die Schichten optimal miteinander vernetzt werden können.
Der Luftfederbalg weist üblicherweise zwei Wülste auf. Diese ermöglichen die Verbindung zu Anschlussbauteilen. Die Wülste
können jeweils mit einem Wulstkern verstärkt sein. Die Wülste können durch eine Luftfederbalgmembran verbunden sein. Diese besteht üblicherweise aus der inneren Elastomerschicht zur Sicherstellung der Luftdichtheit, aus der äußeren Elastomer schicht zum Schutz vor Umwelteinflüssen und aus der Funktionsschicht. Die Funktionsschicht umfasst regelmäßig ein Cordgewebe als Festigkeitsträger und eine Elastomermatrix zur Einbettung des Cordgewebes und zur Vernetzung der Funktionsschicht mit der inneren und äußeren Schicht. Die Funktion der Luftfederung wird im Wesentlichen durch eine unter Überdruck betriebene, luftdicht abgeschlossene Luftkammer realisiert.
Die oben genannte Aufgabe wird zudem durch ein Verfahren mit den Merkmalen des nebengeordneten Verfahrensanspruch gelöst.
Zur Lösung der Aufgabe kann ein Verfahren vorgesehen sein zur Herstellung eines Artikels mit einem ein- oder mehrschichtigen Grundkörper mit elastischen Eigenschaften, insbesondere wie er hierin beschrieben und/oder beansprucht ist, aus einer Kautschukmischung vorgeschlagen, wobei Aluminiumhydroxid als verstärkender Füllstoff und wenigstens ein Ruß als Farbstoff der Kautschukmischung beigemischt werden. Somit ist es möglich, einen Artikel mit gegenüber dem Artikel aus DE 10 2017 223 538 Al verbesserten mechanischen Eigenschaften auszubilden, der ebenfalls die Anforderungen an den Brandschutz gemäß der Brandschutznorm EN 45545 erfüllt.
Zur Lösung der genannten Aufgabe kann ferner ein Verfahren vorgesehen sein zur Herstellung eines Luftfederbalgs mit einem mehrschichtigen Grundkörper mit elastischen Eigenschaften, wobei der Grundkörper eine innere Elastomerschicht, eine mittlere Funktionsschicht und eine äußere Elastomerschicht aufweist. Hierbei kann vorgesehen sein, dass die innere Elastomerschicht, die Funktionsschicht und die äußere
Elastomerschicht aus einer gleichen Kautschukmischung hergestellt werden, dass der Kautschukmischung
Aluminiumhydroxid als verstärkenden Füllstoff beigemischt wird und dass ein Gesamtrußanteil aller Ruße an der
Kautschukmischung weniger als 5 phr beträgt. Der Luftfederbalg ist hierbei bevorzugt wie zuvor beschrieben und/oder gemäß eines der auf einen solchen gerichteten Ansprüche ausgebildet. Wie zuvor beschrieben kann hierbei der Gesamtrußanteil 0 phr oder mehr als 0 phr betragen.
Bevorzugt wird der Kautschukmischung Chloropren-Kautschuk oder ein Verschnitt aus Chloropren-Kautschuk, insbesondere als Grundpolymer, beigemischt.
Ferner ist vorzugsweise vorgesehen, dass der Kautschukmischung wenigstens ein Farbstoff beigemischt wird. Dieser kann beispielsweise wie zuvor beschrieben ausgebildet sein. Insbesondere kann genau ein Farbstoff, mehrere Farbstoffe und/oder eine Mischung von Farbstoffen beigemischt werden. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Kautschukmischung farbstofffrei ist. In diesem Fall wird der Kautschukmischung gerade kein Farbstoff beigemischt.
Die zuvor genannte Aufgabe wird zudem durch die Verwendung gemäß des nebengeordneten Verwendungsanspruchs gelöst.
Zur Lösung der Aufgabe kann die Verwendung von Aluminiumhydroxid als verstärkenden Füllstoff in einer Kautschukmischung vorgeschlagen werden, insbesondere zur Ausbildung wenigstens einer Schicht eines Grundkörpers, vorzugsweise eines Grundkörpers eines Artikels, wie er hierin beschrieben und/oder beansprucht ist. Durch die Verwendung von ATH anstelle von Ruß als Füllstoff, kann der zur Ausbildung der elastischen Eigenschaft erforderliche Kautschukanteil höher sein, als bei der Lösung aus DE 102017 223 538 Al.
Es kann auch eine Verwendung von Aluminiumhydroxid als verstärkenden Füllstoff in einer Kautschukmischung zur Ausbildung eines Grundkörpers eines Luftfederbalgs vorgesehen sein, insbesondere wobei der Luftfederbalg wie zuvor beschrieben oder gemäß eines der auf einen solchen gerichteten Ansprüche ausgebildet ist.
Die Erfindung wird nun anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher beschrieben, ist jedoch nicht auf diese
Ausführungsbeispiele beschränkt. Weitere Ausführungsbeispiele ergeben sich durch die Kombination der Merkmale einzelner oder mehrerer Ansprüche untereinander und/oder mit einzelnen oder mehreren Merkmalen der Ausführungsbeispiele.
Es zeigen:
Fig.l einen Längsschnitt durch eine mögliche
Ausgestaltungsvariante eines erfindungsgemäßen Artikels, der hier als Luftfederbalg ausgestaltet ist, wobei der Pfeil auf eine Detailansicht eines Schnitts durch die Schichten des Grundkörpers der Luftfederbalgmembran verweist,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung einer möglichen Ausführungsvariante eines Artikels der als Luftfederbalgmembran ausgebildet ist.
In den Figuren 1 und 2 ist jeweils ein im Ganzen als 100 bezeichneter Artikel dargestellt, wobei die gezeigten Ausführungsbeispiele einen Luftfederbalg 11 und eine Luftfederbalgmembran 10 zeigen.
Der Artikel 100 weist zumindest einen Grundkörper 8 auf, der wenigstens teilweise elastisch ausgebildet ist und sich daher
verformen lässt.
Durch den Grundkörper 8 ist eine Luftkammer 12 wenigstens teilweise begrenzt.
Der Artikel 100 kann weiter wenigstens zwei
Verstärkungselemente, insbesondere aus Metall aufweisen, die zum Beispiel als Metallkerne ausgebildet sein können. Die Verstärkungselemente können dazu eingerichtet sein, um den Artikel mit weiteren Bauteilen verbinden, insbesondere verschrauben und/oder verklemmen und/oder einpassen zu können.
Der Artikel 100 weist zwei Wülste 2 auf, die jeweils durch einen Wulstkern 1 verstärkt sind. Die Luftfederbalgmembran 10 erstreckt sich hierbei zwischen den beiden Wülsten 2 und bildet innenseitig eine Luftkammer 12 aus.
Der Grundkörper 8 ist aus mehreren Schichten 3, 4, 5, 6, 9 aufgebaut, die miteinander wenigstens teilweise oder vollständig zu einem Verbundelement vernetzt sein können. Insbesondere kann somit eine Relativbewegung zwischen den einzelnen Schichten 3, 4, 5, 6, 9 verhindert werden.
Wenigstens eine Schicht 3, 4, 5, 6, 9 des Grundkörpers 8 ist aus einer Kautschukmischung ausgebildet, deren Rußanteil, insbesondere der Gesamtrußanteil, weniger al 5 phr beträgt. Es kann vorgesehen sein, dass alle Schichten aus der Kautschukmischung ausgebildet sind. Die Schichten bilden infolge dessen, dass sie aus der gleichen Kautschukmischung ausgebildet sind, eine homogene Gummimatrix.
Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Rußanteil irgendeines Rußes oder auch eines Rußes mit einer BET-Oberfläche gemäß DIN-ISO 9277 von 35 m2/g bis 140 m2/g und/oder einer Öl- Absorptionszahl (OAN) gemäß ISO 4656 von 70 ml/100g bis 140
ml/100g handeln.
Eine Beigabe von Ruß erfüllt dabei lediglich den Zweck, den Ruß als Farbstoff beizumischen, um den Grundkörper 8 schwarz zu färben. Soll der Artikel 100 eine andere Färbung erhalten kann der Ruß durch einen anderen Farbstoff ersetzt werden.
Soll auf eine Färbung verzichtet werden, kann der Ruß bzw. der Farbstoff weggelassen werden. Die elastischen und die mechanischen Eigenschaften der Kautschukmischung werden hierdurch nicht geändert.
Der Grundkörper 8 weist eine innere Elastomerschicht 3, eine mittlere Funktionsschicht 4 und eine äußere Elastomerschicht 6 auf. Insbesondere kann/können wenigstens die äußere Elastomerschicht 6 und/oder die innere Elastomerschicht 3 einen Rußanteil in einer Menge von weniger als 5 phr aufweisen. Vorzugsweise weisen alle Schichten 3, 4, 5, 6, 9 des Grundkörpers 8 jeweils einen Rußanteil in einer Menge von weniger als 5 phr auf.
Die mittlere Funktionsschicht 4 kann als eine Karkasse 13 ausgebildet sein. Die mittlere Funktionsschicht 4 umfasst in der dargestellten Ausführungsvariante wenigstens ein Cordgewebe 7, das jeweils in mehreren Lagen 5 einer Elastomermatrix 9 eingebettet ist. Die Elastomermatrix 9 kann aus mehreren Lagen 5 der zuvor und nachfolgend weiter beschriebenen Kautschukmischung ausgebildet sein.
Die wenigstens eine Schicht 3, 4, 5, 6, 9 kann als Kautschukkomponente Chloropren-Kautschuk oder einen Verschnitt aus Chloropren-Kautschuk und einem anderen Kautschuk aufweisen. Vorzugsweise besteht die Kautschukkomponente ausschließlich aus Chloropren-Kautschuk.
Die Kautschukmischung der wenigstens einen Schicht 3, 4, 5, 6,
9 umfasst weiter Aluminiumhydroxid als verstärkenden Füllstoff, wobei Aluminiumhydroxid ebenfalls als Flammschutzmittel wirkt. Neu dabei ist vor allem die überraschende Erkenntnis, dass Aluminiumhydroxid Ruß als verstärkenden Füllstoff ersetzen kann. Somit hat Aluminiumhydroxid eine Doppelfunktion als Flammschutzmittel und als verstärkender Füllstoff. Insbesondere kann die Kautschukmischung eine Menge ATH von 50 phr bis 150 phr, insbesondere von 60 phr bis 140 phr, insbesondere von 70 phr bis 130 phr, beinhalten.
Bei der wenigstens einen Schicht 3, 4, 5, 6, 9 handelt es sich vorzugsweise wenigstens um die äußere Elastomerschicht 6.
Der Artikel 100 kann neben der Ausgestaltung als eine Luftfederbalgmembran 10 und/oder ein Luftfederbalg 11 und/oder als ein Schwingungsdämpfer und/oder ein Metall-Gummi-Element ausgestaltet sein. Vorzugsweise kann der Artikel 100 als ein Dämpfungselement eines Lagers und/oder eine Konusfeder und/oder eine Schichtfeder ausgebildet sein.
Allgemein kann gesagt werden, dass durch einen verstärkenden Füllstoff ein partikelgefüllter Polymer herstellbar ist, wobei in Abhängigkeit von einem Füllstoffvolumenanteil eine Erhöhung des Elastizitätsmoduls erreicht wird. Somit ist es erforderlich, dass ein gewisser Anteil an solchen Füllstoffen bei der Herstellung von Elastomeren verwendet wird, um die Härte, Abriebfestigkeit und das Risswiderstandsverhalten einzustellen .
/ Bezugszeichenliste
Bezugs zeichenliste
100 Artikel
1 Wulstkern
2 Wulst
3 Innere Elastomerschicht
4 FunktionsSchicht
5 Lage
6 Äußere Elastomerschicht
7 Cordgewebe
8 Grundkörper
9 Elastomermatrix
10 Luftfederbalgmembran
11 Luftfederbalg
12 Luftkammer
13 Karkasse
/ Ansprüche