Mehrlagige gefärbte Zwischenschicht mit keilförmigem Querschnitt
Die Erfindung betrifft eine mehrlagige gefärbte Zwischenschicht mit keilförmigem Querschnitt, eine Verbundscheibe aufweisend eine solche Zwischenschicht, ein Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung.
Verbundscheiben werden heutzutage an vielen Orten, insbesondere im Fahrzeugbau, verwendet. Dabei umfasst der Begriff Fahrzeug unter anderem Straßenfahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe, landwirtschaftliche Maschinen oder auch Arbeitsgeräte.
Auch in anderen Bereichen werden Verbundscheiben verwendet. Hierzu zählen beispielsweise Gebäudeverglasungen oder Informationsdisplays, z.B. in Museen oder als Werbedisplays.
Dabei weist eine Verbundscheibe im Allgemeinen zwei Scheiben auf, die auf eine Zwischenschicht laminiert sind. Die Scheiben selbst können eine Krümmung aufweisen und sind in aller Regel von konstanter Dicke. Die Zwischenschicht weist in aller Regel ein thermoplastisches Material, vorzugsweise Polyvinylbutyral (PVB), einer vorbestimmten Dicke, z.B. 0,76 mm, auf.
Da die Verbundscheiben häufig in Bezug auf einen Betrachter geneigt sind, kommt es zu Doppelbildern. Diese Doppelbilder sind dadurch bedingt, dass einfallendes Licht in aller Regel nicht vollständig durch beide Scheiben tritt, sondern dass zumindest ein Teil des Lichtes reflektiert wird und erst danach durch die zweite Scheibe tritt. Diese Doppelbilder sind insbesondere bei Dunkelheit wahrnehmbar, vor allem bei stark einstrahlenden Lichtquellen, wie z.B. die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Fahrzeugs. Diese Doppelbilder sind extrem störend und ein Sicherheitsproblem.
Häufig werden Verbundscheiben auch als Head-Up-Display (HUD) zur Anzeige von Informationen verwendet. Dabei wird mittels einer Projektionsvorrichtung ein Bild auf die Verbundglasscheiben projiziert, um dem Betrachter eine Information ins Sichtfeld einzublenden. Im Fahrzeugbereich wird die Projektionseinrichtung z.B. auf dem Armaturenbrett angeordnet, so dass das projizierte Bild auf der nächstliegenden Glasfläche der zum Betrachter hin geneigten Verbundglasscheibe in Richtung des Betrachters reflektiert wird (vgl. z.B. EP 0420228 B1 oder DE 102012 211 729 A1). Hier tritt wiederum ein Teil des
Lichts in die Verbundglasscheiben ein und wird nun z.B. an der äußeren Grenzschicht der vom Betrachter aus gesehen weiter außen liegenden Glasfläche reflektiert und tritt anschließend versetzt aus der Verbundglasscheibe aus. Auch hier tritt ein ähnlicher Effekt, der Effekt der Geisterbilder, in Bezug auf das darzustellende Bild auf.
Eine reine klassische Kompensation von Geisterbildern führt dazu, dass eine Überkompensation für Doppelbilder in Transmission zu beobachten ist. Dies führt dazu, dass der jeweilige Betrachter irritiert wird oder im schlimmsten Fall eine Fehlinformation erhält. Dieses Problem kann gelöst werden indem die Oberflächen der Scheiben nicht mehr parallel, sondern in einem festen Winkel angeordnet werden. Dies wird zum Beispiel dadurch erreicht, dass die Zwischenschicht und/oder mindestens eine der Scheiben keilförmig mit kontinuierlich linear und/oder nichtlinear ansteigender und/oder abnehmender Dicke ist. Im Fahrzeugbau wird typischerweise die Dicke so variiert, dass am unteren Ende der Verbundglasscheibe hin zum Motorraum die kleinste Dicke vorgesehen ist, während die Dicke zum Dach hin ansteigt.
Verbundscheiben dieser Art mit keilförmiger Zwischenschicht und die optischen Gesetze, auf denen sie beruhen, sind an sich bekannt und werden beispielsweise in den internationalen Patentanmeldungen WO 2015/086234 A1 und WO 2015/086233 A1 oder den deutschen Offenlegungsschriften DE 196 11 483 A1 und DE 195 35 053 A1 beschrieben.
In modernen Transportmitteln wie Zügen oder Kraftfahrzeugen gewinnt der akustische Komfort an Bedeutung. Zur Verbesserung der akustisch dämpfenden Eigenschaften einer Verbundscheibe, wird üblicherweise zwischen den beiden Scheiben der Verbundscheibe eine mehrlagige Zwischenschicht umfassend eine zwischen zwei Schichten angeordnete akustisch dämpfende Schicht einlaminiert.
Die WO 2018/081570 A1, die US 2016/0341960 A1 und die EP 2 017 237 A1 offenbaren keilförmige mehrlagige Zwischenschichten, die eine Schicht konstanter Dicke und eine Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt umfassen, wobei die Schicht konstanter Dicke eine zwischen zwei Schutzschichten angeordnete akustisch dämpfende Schicht umfasst.
Bei gefärbten Zwischenschichten mit einem keilförmigen Querschnitt, bei denen die Farbstoffkonzentration in der Zwischenschicht über deren Breite, Höhe und Dicke konstant ist, besteht das Problem, dass die Lichttransmission durch die Zwischenschicht aufgrund des keilförmigen Querschnitts nicht über deren Fläche, das heißt nicht über die gesamte Höhe
und die gesamte Breite, konstant ist. So ist die Lichttransmission durch die Zwischenschicht am dünneren Ende der Zwischenschicht höher und die Farbe heller als am dickeren Ende der Zwischenschicht. Mit steigender Dicke wird die Lichttransmission durch die Zwischenschicht geringer und die Farbe dunkler.
In WO 2019/189741 A1 ist eine keilförmige mehrlagige Zwischenschicht offenbart, welche eine infrarotreflektierende Schicht, eine erste Harzschicht und eine zweite Harzschicht umfasst, wobei die erste Harzschicht auf einer ersten Oberflächenseite der infrarotreflektierenden Schicht angeordnet ist, die zweite Harzschicht auf einer zweiten Oberflächenseite angeordnet ist, die der ersten Oberfläche der infrarotreflektierenden Schicht gegenüberliegt, und wobei mindestens eine der ersten Harzschicht und der zweiten Harzschicht einen Keilwinkel von 0,1 mrad oder mehr aufweist, und mindestens eine der ersten Harzschicht und der zweiten Harzschicht ein Färbemittel enthält.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine mehrlagige gefärbte Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt bereitzustellen, bei der die
Lichttransmission über deren gesamte Fläche konstant ist, die Farbe über deren gesamte Fläche im Wesentlichen konstant ist und/oder welche einfach herzustellen ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch eine mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch 12 oder 13 gelöst. Die Erfindung betrifft auch eine Verbundscheibe, eine Projektionsanordnung und die Verwendung der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht gemäß der nebengeordneten Ansprüche. Bevorzugte Ausführungen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Die Erfindung betrifft eine mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht, mindestens umfassend eine erste thermoplastische Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt und eine zweite thermoplastische Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke.
Dadurch, dass die erste thermoplastische Schicht einen keilförmigen Querschnitt und die zweite thermoplastische Schicht eine im Wesentlichen konstante Dicke aufweist, weist die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht einen keilförmigen Querschnitt auf. D.h. die thermoplastische Zwischenschicht weist ein dickeres erstes Ende und ein dünneres
zweites Ende auf. Der Dickenanstieg von dem zweiten Ende zum ersten Ende kann dabei kontinuierlich linear oder nicht linear sein.
Erfindungsgemäß ist die erste thermoplastische Schicht farblos und die zweite thermoplastische Schicht ist mit einem Farbstoff gefärbt.
Bei dem Farbstoff kann es sich beispielsweise um eine Tinte oder ein Farbpigment handeln. Vorteil insbesondere organischer Tinten gegenüber insbesondere anorganischen Pigmenten ist deren einfachere Verteilbarkeit. Jedoch sind organische Tinten nicht so stabil wie anorganische Pigmente und altern schneller. Anorganische Pigmente agglomerieren allerdings ehr als organische Tinten. Dem Fachmann sind für den jeweiligen Anwendungsfall geeignete Tinten oder Farbpigmente bekannt, so dass darauf im Folgenden nicht näher eingegangen wird. Die Farbstoffkonzentration in der zweiten thermoplastischen Schicht ist über deren gesamte Breite, Höhe und Dicke konstant.
Die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht weist bevorzugt einen Keilwinkel im Bereich von 0,1 mrad bis 1,0 mrad, besonders bevorzugt 0,3 mrad bis 0,6 mrad, beispielsweise 0,5 mrad auf.
Die Dicke der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht ist an deren dünneren zweiten Ende bevorzugt zwischen 0,3 mm und 1,0 mm, besonders bevorzugt zwischen 0,6 mm und 0,9 mm, beispielsweise 0,76 mm.
Unter einer im Wesentlichen konstanten Dicke einer Schicht ist in der vorliegenden Anmeldung zu verstehen, dass die Dicke der Schicht über die Länge und Breite, d.h. folglich über die gesamte Fläche der Schicht, im Rahmen normaler Fertigungstoleranzen konstant ist. Bevorzugt bedeutet dies, dass die Dicke um nicht mehr als 3 %, bevorzugt um nicht mehr als 2 %, besonders bevorzugt um nicht mehr als 1 % variiert.
In einer Ausführungsform enthält die erste thermoplastische Schicht zumindest Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA), Polyurethan (PU) oder Gemische oder Copolymere oder Derivate davon, bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB), besonders bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB) und Weichmacher.
In einer Ausführungsform enthält die zweite thermoplastische Schicht einen Farbstoff und zumindest Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA), Polyurethan (PU) oder Gemische oder Copolymere oder Derivate davon, bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB), besonders bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB) und Weichmacher.
In einer Ausführungsform umfasst die erfindungsgemäße mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht zusätzlich eine akustisch dämpfende Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke, wobei die akustisch dämpfende Schicht zwischen der ersten thermoplastischen Schicht und der zweiten thermoplastischen Schicht angeordnet ist.
Die zusätzliche akustisch dämpfende Schicht kann farblos sein oder mit einem Farbstoff gefärbt sein.
Wie oben beschrieben kann es sich bei dem Farbstoff um eine Tinte oder um Farbpigmente handeln.
Die Erfindung betrifft somit auch eine mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht mindestens umfassend in dieser Abfolge eine farblose erste thermoplastische Schicht mit keilförmigen Querschnitt, eine akustisch dämpfende Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke und eine mit einem Farbstoff gefärbte zweite thermoplastische Schicht mit ihm Wesentlichen konstanter Dicke, wobei die akustisch dämpfende Schicht farblos oder mit einem Farbstoff gefärbt ist.
Die akustisch dämpfende Schicht ist bevorzugt dünner als 300 pm (Mikrometer). Die Dicke der akustisch dämpfenden Schicht beträgt insbesondere 70 pm bis 130 pm, beispielsweise 100 pm.
Die akustisch dämpfende Schicht kann zumindest Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA), Polyurethan (PU), Acrylate oder Gemische oder Copolymere oder Derivate davon und Weichmacher, bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB) und Weichmacher, enthalten. In den Ausführungsformen, in denen die akustisch dämpfende Schicht mit einem Farbstoff gefärbt ist, enthält die akustisch dämpfende Schicht zusätzlich noch einen Farbstoff.
In einer Ausführungsform umfasst die mehrlagige gefärbte Zwischenschicht zusätzlich eine dritte thermoplastische Schicht, welche farblos ist und einen keilförmigen Querschnitt
aufweist, wobei die zweite thermoplastische Schicht zwischen der ersten thermoplastischen Schicht und der dritten thermoplastischen Schicht angeordnet ist.
Die Erfindung betrifft somit auch eine mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht mindestens umfassend in dieser Abfolge eine farblose erste thermoplastische Schicht mit keilförmigen Querschnitt, eine mit einem Farbstoff gefärbte zweite thermoplastische Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke und eine farblose dritte thermoplastische Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt.
Die farblose dritte thermoplastische Schicht weist bevorzugt einen Keilwinkel im Bereich von 0,05 mrad bis 0,5 mrad, besonders bevorzugt 0,15 mrad bis 0,3 mrad, beispielsweise 0,25 mrad auf.
Es versteht sich, dass in dieser Ausführungsform, in der die mehrlagige gefärbte Zwischenschicht zusätzlich eine dritte thermoplastische Schicht mit keilförmigen Querschnitt aufweist, die Schichten mit keilförmigen Querschnitt derart angeordnet sind, dass jeweils die dünneren Enden übereinander liegen und jeweils die dickeren Enden übereinander liegen, d.h. das Dickenanstieg der beiden Schichten in gleicher Richtung verläuft.
Die dritte thermoplastische Schicht kann zumindest Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA), Polyurethan (PU) oder Gemische oder Copolymere oder Derivate davon, bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB), besonders bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB) und Weichmacher, enthalten.
In dieser Ausführungsform ist die zweite thermoplastische Schicht bevorzugt als Schicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften ausgebildet. Eine als Schicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften ausgebildete zweite thermoplastische Schicht weist bevorzugt eine Dicke von weniger als 300 pm auf.
Eine als Schicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften ausgebildete zweite thermoplastischen Schicht kann zumindest Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA), Polyurethan (PU), Acrylate oder Gemische oder Copolymere oder Derivate davon und Weichmacher, bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB) und Weichmacher, enthalten.
Bei der erfindungsgemäßen mehrlagigen thermoplastischen Zwischenschicht ist bevorzugt die Lichttransmission durch die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht über deren gesamte Fläche konstant.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen mehrlagigen thermoplastischen Zwischenschicht ist die Farbe der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht über deren gesamte Fläche im Wesentlichen konstant.
Farbdifferenzen werden beim CIELab-Farbmodell üblicherweise als Euklidischer Abstand der L*a*b*-Werte zweier an verschiedenen Messpunkten gemessenen Farben berechnet.
Eine im Wesentlichen konstante Farbe bedeutet im Rahmen dieser Anmeldung, dass der Farbabstand gemäß Anforderung der Automobilbranche, d.h. der die Sensitivität des Auges berücksichtigende euklidische Abstand DE' kleiner als 0,5, bevorzugt kleiner als 0,2 ist.
mit
AL* = Li* - L2*
Aa* = a * - a2*
Ab* = bi* - b2*
Li* = Lu inanz an einer ersten Stelle L2* = Luminanz an einer zweiten Stelle a * = Wert für den Grün- oder Rotanteil einer Farbe an einer ersten Stelle a2* = Wert für den Grün- oder Rotanteil einer Farbe an einer zweiten Stelle bi* = Wert für den Blau- oder Gelbanteil einer Farbe an einer ersten Stelle b2* = Wert für den Blau- oder Gelbanteil einer Farbe an einer zweiten Stelle
DE' = die Sensitivität des Auges berücksichtigender euklidischer Abstand der L*a*b*-Werte zweier Farben
Beispielsweise können L* = 85, a* = -0,5 und b* = -0,5 sein.
Die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht kann optional zusätzlich ein farbiges Band unterschiedlicher Farbintensität, ein sogenanntes shaded band wie beispielsweise in der US 4,562,023 beschrieben, aufweisen. Es versteht sich, dass im Bereich
eines solchen zusätzlichen farbigen Bandes die Lichttransmission und die Farbe nicht konstant ist.
Die Erfindung betrifft auch eine Verbundscheibe, mindestens umfassend eine erste Scheibe und eine zweite Scheibe, die über die erfindungsgemäße mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht miteinander verbunden sind.
Die erfindungsgemäße mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht weist wie oben beschrieben einen keilförmigen Querschnitt auf und kann wie in den oben beschriebenen verschiedenen Ausführungsformen ausgebildet sein.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe weist eine Oberkante und eine Unterkante auf. Mit Oberkante wird die diejenige Seitenkante der Verbundscheibe bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage nach oben zu weisen. Mit Unterkante wird diejenige Seitenkante bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage nach unten zu weisen. Ist die Verbundscheibe die Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs, so wird die Oberkante häufig auch als Dachkante und die Unterkante als Motorkante bezeichnet.
Die erste Scheibe und die zweite Scheibe weisen jeweils eine außenseitige und eine innenraumseitige Oberfläche auf und eine dazwischen verlaufende, umlaufende Seitenkante. Mit außenseitiger Oberfläche wird im Sinne der Erfindung diejenige Hauptfläche bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt zu sein. Mit innenraumseitiger Oberfläche wird im Sinne der Erfindung diejenige Hauptfläche bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage dem Innenraum zugewandt zu sein. Die innenraumseitige Oberfläche derjenigen Scheibe, welche die Außenscheibe darstellt, und die außenseitige Oberfläche derjenigen Scheibe, welche die Innenscheibe darstellt, sind einander zugewandt und durch die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht miteinander verbunden.
In einer Ausführungsform ist die erste Scheibe eine Außenscheibe und die zweite Scheibe eine Innenscheibe. In einer alternativen Ausführungsform ist die erste Scheibe eine Innenscheibe und die zweite Scheibe eine Außenscheibe.
Mit Innenscheibe wird bei einer Fahrzeugscheibe diejenige Scheibe bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage dem Innenraum des Fahrzeugs zugewandt zu sein. Mit
Außenscheibe wird diejenige Scheibe bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage der äußeren Umgebung des Fahrzeugs zugewandt zu sein.
Die erste Scheibe und die zweite Scheibe weisen einen im Wesentlichen konstanten Querschnitt auf.
Es ist aber auch möglich, dass die erste Scheibe und/oder die zweite Scheibe einen keilförmigen Querschnitt aufweisen. Der Keilwinkel einer solchen Scheibe mit keilförmigen Querschnitt beträgt bevorzugt 0,05 mrad bis 0,5 mrad, besonders bevorzugt 0,15 mrad bis 0,3 mrad, beispielsweise 0,25 mrad.
Unter einem im Wesentlichen konstanten Querschnitt einer Scheibe ist in der vorliegenden Anmeldung zu verstehen, dass die Dicke der Scheibe über die Länge und Breite im Rahmen normaler Fertigungstoleranzen konstant ist. Bevorzugt bedeutet dies, dass die Dicke um nicht mehr als 7 %, bevorzugt um nicht mehr als 5 %, besonders bevorzugt um nicht mehr als 3 % variiert.
Da die erfindungsgemäße Verbundscheibe eine erfindungsgemäße mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt und zwei Scheiben mit im Wesentlichen konstanter Dicke oder mit einem keilförmigen Querschnitt umfasst, weist die erfindungsgemäße Verbundscheibe einen keilförmigen Querschnitt auf.
Es versteht sich, dass mit Querschnitt der Querschnitt im vertikalen Verlauf zwischen der Unterkante und der Oberkante gemeint ist. Bei den erfindungsgemäßen Verbundscheiben nimmt die Dicke von der Unterkante zur Oberkante zu. Das dickere erste Ende befindet sich somit an der Oberkante und das dünnere zweite Ende an der Unterkante der Verbundscheibe. Dies gilt gleichermaßen für die erfindungsgemäße mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht und die keilförmige Schicht oder keilförmigen Schichten, welche die erfindungsgemäße mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht wie oben in den verschiedenen Ausführungsformen beschrieben aufweist.
Im Fahrzeugbau wird typischerweise die Dicke so variiert, dass am unteren Ende der Verbundglasscheibe hin zum Motorraum die kleinste Dicke vorgesehen ist, während die Dicke zum Dach hin ansteigt.
Der Keilwinkel der erfindungsgemäßen Verbundscheibe beträgt bevorzugt 0,1 mrad bis 1 ,0 mrad, besonders bevorzugt 0,3 mrad bis 0,6 mrad, beispielsweise 0,5 mrad.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe kann eine oder mehrere zusätzliche Zwischenschichten, insbesondere funktionale Zwischenschichten, umfassen, wobei diese zusätzlichen Zwischenschichten von im Wesentlichen konstanter Dicke sind. D.h. die eine oder die mehreren zusätzlichen Zwischenschichten weisen keinen Keilwinkel auf.
Diese mindestens eine zusätzliche Zwischenschicht ist zwischen der ersten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht oder zwischen der zweiten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet. Weist die erfindungsgemäße Verbundscheibe zwei oder mehr zusätzliche Zwischenschichten auf, so ist es auch möglich, dass mindestens eine der zusätzlichen Zwischenschichten zwischen der ersten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet und mindestens eine der zusätzlichen Zwischenschicht zwischen der zweiten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet ist.
Bei einer zusätzlichen Zwischenschicht kann es sich insbesondere um ein Infrarotstrahlung reflektierendes Element, eine ultraviolette Strahlung absorbierende Schicht, eine Barriereschicht oder eine Kombination dieser handeln. Beim Vorhandensein mehrerer zusätzlicher Zwischenschichten können diese auch unterschiedliche Funktionen aufweisen.
Die zusätzliche Zwischenschicht kann auch als eine funktionale Zwischenschicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften ausgebildet sein. Es versteht sich, dass die zusätzliche Zwischenschicht bevorzugt dann als funktionale Zwischenschicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften ausgebildet ist, wenn die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht nicht bereits eine Schicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften umfasst.
Die erste Scheibe und die zweite Scheibe sind bevorzugt aus Glas gefertigt, besonders bevorzugt aus Kalk-Natron-Glas, wie es für Fensterscheiben üblich ist. Die Scheiben können aber auch aus anderen Glassorten gefertigt sein, beispielsweise Quarzglas, Borosilikatglas oder Aluminosilikatglas, oder aus starren klaren Kunststoffen, beispielsweise Polycarbonat oder Polymethylmethacrylat.
Die erste Scheibe und/oder die zweite Scheibe können Antireflexbeschichtungen, Antihaftbeschichtungen, Antikratzbeschichtungen, photokatalytische Beschichtungen, elektrisch heizbare Beschichtungen, Sonnenschutzbeschichtungen und/oder Low-E- Beschichtungen aufweisen.
Die Dicke der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe kann breit variieren und so den Erfordernissen im Einzelfall angepasst werden. Die erste Scheibe und die zweite Scheibe weisen bevorzugt Dicken von 1 mm bis 5 mm auf, besonders bevorzugt von 1 mm bis 3 mm. Beispielsweise ist diejenige Scheibe, welche in Einbaulage die Außenscheibe darstellt, 2,1 mm dick und diejenige Scheibe, welche in Einbaulage die Innenscheibe darstellt, 1,6 mm dick. Es kann sich bei der ersten Scheibe oder der zweiten Scheibe, insbesondere bei derjenigen Scheibe, welche die Innenscheibe darstellt, aber auch um Dünnglas mit einer Dicke von beispielsweise 0,55 mm handeln.
Wie oben beschrieben können die erste Scheibe und/oder die zweite Scheibe auch einen keilförmigen Querschnitt aufweisen. In diesem Fall beträgt die Dicke bevorzugt 1 mm bis 5 mm am dünneren Ende.
Die Höhe der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe, d.h. im Falle einer Windschutzscheibe der Abstand zwischen der Dachkante der Verbundscheibe und der Motorkante der Verbundscheibe beträgt bevorzugt zwischen 0,8 m und 1,40 m, besonders bevorzugt zwischen 0,9 m und 1 ,25 m, beispielsweise 1 ,0 m. Es versteht sich, dass somit auch die Höhe der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht und der optionalen zusätzlichen Zwischenschichten bevorzugt zwischen 0,8 m und 1 ,40 m, besonders bevorzugt zwischen 0,9 m und 1,25 m, beispielsweise 1,0 m beträgt.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe kann eine Fahrzeugscheibe sein. Eine Fahrzeugscheibe ist zur Abtrennung eines Fahrzeuginnenraums von einer äußeren Umgebung vorgesehen. Eine Fahrzeugscheibe ist also eine Fensterscheibe, die in eine Fensteröffnung der Fahrzeugkarosserie eingesetzt ist oder dafür vorgesehen ist. Eine erfindungsgemäße Verbundscheibe ist insbesondere eine Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs.
Die erste Scheibe und die zweite Scheibe können unabhängig voneinander klar und farblos, aber auch getönt, getrübt oder gefärbt sein. Die Gesamttransmission durch die
Verbundscheibe beträgt in einer bevorzugten Ausgestaltung größer 70%, insbesondere wenn die Verbundscheibe eine Windschutzscheibe ist. Der Begriff Gesamttransmission bezieht sich auf das durch ECE-R 43, Anhang 3, § 9.1 festgelegte Verfahren zur Prüfung der Lichtdurchlässigkeit von Kraftfahrzeugscheiben. Die erste Scheibe und die zweite Scheibe können beispielsweise aus nicht vorgespanntem, teilvorgespanntem oder vorgespanntem Glas bestehen.
Bei Verbundscheiben, die als Windschutzscheiben vorgesehen sind, ist die Färbung oder Tönung derart ausgebildet, dass die Verbundscheibe im Spektralbereich von 380 nm bis 780 nm eine Lichttransmission von größer 70 % aufweist. Bei Verbundscheiben, die als Dachscheiben oder rückwärtige Seitenscheiben vorgesehen sind, kann die Färbung oder Tönung auch dunkler ausgebildet sein und die Verbundscheiben somit eine Lichttransmission von 70 % oder weniger im Spektralbereich von 380 nm bis 780 nm aufweisen.
Eine erfindungsgemäße Verbundscheibe kann zusätzlich einen Abdeckdruck, insbesondere aus einer dunklen, bevorzugt schwarzen, Emaille umfassen. Bei dem Abdeckdruck handelt es sich insbesondere um einen peripheren, d.h. rahmenartigen, Abdeckdruck. Der periphere Abdeckdruck dient in erster Linie als UV-Schutz für den Montagekleber der Verbundscheibe. Der Abdeckdruck kann opak und vollflächig ausgebildet sein. Der Abdeckdruck kann zumindest abschnittsweise auch semitransparent, beispielsweise als Punktraster, Streifenraster oder kariertes Raster ausgebildet sein. Alternativ kann der Abdeckdruck auch einen Gradienten aufweisen, beispielsweise von einer opaken Bedeckung zu einer semitransparenten Bedeckung. Der Abdeckdruck ist üblicherweise auf der innenraumseitigen Oberfläche derjenigen Scheibe, welche in Einbaulage die Außenscheibe darstellt, oder auf der innenraumseitigen Oberfläche derjenigen Scheibe, welche in Einbaulage die Innenscheibe darstellt, aufgebracht.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe ist bevorzugt in einer oder in mehreren Richtungen des Raumes gebogen, wie es für Kraftfahrzeugscheiben üblich ist, wobei typische Krümmungsradien im Bereich von etwa 10 cm bis etwa 40 m liegen. Das Verbundglas kann aber auch plan sein, beispielsweise wenn es als Scheibe für Busse, Züge oder Traktoren vorgesehen ist.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe kann als Head-Up-Display (HUD) zur Anzeige von Informationen verwendet werden.
Die Erfindung betrifft auch eine Projektionsanordnung für ein Head-Up-Display (HUD) mindestens umfassend eine erfindungsgemäße Verbundscheibe und einen Projektor. Wie bei HUDs üblich bestrahlt der Projektor einen Bereich der Windschutzscheibe, wo die Strahlung in Richtung des Betrachters (Fahrers) reflektiert wird, wodurch ein virtuelles Bild erzeugt wird, welches der Betrachter von ihm aus gesehen hinter der Windschutzscheibe wahrnimmt. Der durch den Projektor bestrahlbare Bereich der Windschutzscheibe wird als HUD-Bereich bezeichnet. Die Strahlrichtung des Projektors kann typischerweise durch Spiegel variiert werden, insbesondere vertikal, um die Projektion an die Körpergröße des Betrachters anzupassen. Der Bereich, in dem sich die Augen des Betrachters bei gegebener Spiegelstellung befinden müssen, wird als Eyeboxfenster bezeichnet. Dieses Eyeboxfenster kann durch Verstellung der Spiegel vertikal verschoben werden, wobei der gesamte dadurch zugängliche Bereich (das heißt die Überlagerung aller möglichen Eyeboxfenster) als Eyebox bezeichnet wird. Ein innerhalb der Eyebox befindlicher Betrachter kann das virtuelle Bild wahrnehmen. Damit ist natürlich gemeint, dass sich die Augen des Betrachters innerhalb der Eyebox befinden müssen, nicht etwa der gesamte Körper.
Die hier verwendeten Fachbegriffe aus dem Bereich der HUDs sind dem Fachmann allgemein bekannt. Für eine ausführliche Darstellung sei auf die Dissertation „Simulationsbasierte Messtechnik zur Prüfung von Head-Up Displays“ von Alexander Neumann am Institut für Informatik der Technischen Universität München (München: Universitätsbibliothek der TU München, 2012) verwiesen, insbesondere auf Kapitel 2 „Das Head-Up Display“.
Die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht und/oder der erfindungsgemäßen Verbundscheibe gelten entsprechend auch für die Projektionsanordnung umfassend eine erfindungsgemäße Verbundscheibe und einen Projektor.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht, wobei das Verfahren mindestens den Schritt der Co- Extrusion von zumindest einer farblosen ersten thermoplastischen Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt und einer mit einem Farbstoff gefärbten zweiten thermoplastischen Schicht mit im Wesentlich konstanter Dicke aufweist.
Die Extrusion erfolgt in der Regel bei Temperaturen zwischen 150 °C und 200 °C.
In einer Ausführungsform des Verfahrens umfasst das Verfahren den Schritt der Co-Extrusion von einer farblosen ersten thermoplastischen Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt und einer mit einem Farbstoff gefärbten zweiten thermoplastischen Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke. Für diese Ausführungsform des Verfahrens werden zwei Extruder benötigt, einer für die farblose erste thermoplastische Schicht und einer für die mit einem Farbstoff gefärbte zweite thermoplastische Schicht. Die beiden Extruder sind dabei an eine zweischlitzige Düse angeschlossen.
In einerweiteren Ausführungsform des Verfahrens umfasst das Verfahren den Schritt der Co- Extrusion von einer farblosen ersten thermoplastischen Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt, einer mit einem Farbstoff gefärbten zweiten thermoplastischen Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke und einer farblosen dritten thermoplastischen Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt, wobei die Schichten derartig extrudiert werden, dass die mit einem Farbstoff gefärbte zweite thermoplastische Schicht zwischen der farblosen ersten thermoplastischen Schicht und der farblosen dritten thermoplastischen Schicht angeordnet ist. Für diese Ausführungsform des Verfahrens werden zwei Extruder benötigt, ein Extruder für die beiden äußeren Schichten, d.h. die farblose erste thermoplastische Schicht und die farblose dritte thermoplastische Schicht und ein Extruder für die mit einem Farbstoff gefärbte zweite thermoplastische Schicht. Die beiden Extruder sind dabei an eine dreischlitzige Düse angeschlossen.
In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens umfasst das Verfahren den Schritt der Co- Extrusion von einer farblosen ersten thermoplastischen Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt, einer akustisch dämpfenden Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke und einer mit einem Farbstoff gefärbten zweiten thermoplastischen Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke, wobei die Schichten derartig extrudiert werden, dass die akustisch dämpfende Schicht zwischen der ersten thermoplastischen Schicht und der zweiten thermoplastischen Schicht angeordnet ist. Für diese Ausführungsform des Verfahrens werden drei Extruder benötigt, ein Extruder für die farblose erste thermoplastische Schicht, ein Extruder für die akustisch dämpfende Schicht und ein Extruder für die mit einem Farbstoff gefärbte zweite thermoplastische Schicht. Die drei Extruder sind dabei an eine dreischlitzige Düse angeschlossen. In einer Ausführungsform dieses Verfahrens ist die akustisch dämpfende Schicht farblos, in einer alternativen Ausführungsform ist die akustisch dämpfende Schicht mit einem Farbstoff gefärbt. In der Ausführungsform, in der die akustisch dämpfende
Schicht mit einem Farbstoff gefärbt ist, ist der Farbstoff und seine Konzentration in der mit einem Farbstoff gefärbten akustisch dämpfenden Schicht und der Farbstoff und seine Konzentration in der mit einem Farbstoff gefärbten zweiten thermoplastischen Schicht insbesondere derart auszuwählen, dass die resultierende Farbe und die Lichttransmission der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht den jeweiligen gewünschten Anforderungen entspricht.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht, wobei das Verfahren zumindest die nachfolgenden Schritte umfasst: a) Bereitstellen einer farblosen ersten thermoplastischen Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt b) Extrusion einer mit einem Farbstoff gefärbten zweiten thermoplastischen Schicht mit im Wesentlichen konstanter Dicke; c) Anordnen der ersten thermoplastischen Schicht und der zweiten thermoplastischen Schicht flächig übereinander; d) Verbinden der ersten thermoplastischen Schicht und der zweiten thermoplastischen Schicht zumindest in einem umlaufenden Randbereich.
Das Bereitstellen der farblosen ersten thermoplastischen Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt in Schritt a) kann durch Extrusion einer keilförmigen Schicht erfolgen. Alternativ ist es möglich die farblose erste thermoplastische Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt durch Extrusion einer farblosen thermoplastischen Schicht konstanter Dicke und anschließendes Recken der Schicht bereitzustellen. Dem Fachmann sind geeignete Verfahren zum Recken einer thermoplastischen Schicht mit konstanter Dicke zur Herstellung einer thermoplastischen Schicht mit einem keilförmigen Querschnitt bekannt.
Die Schritte a) und b) können auch in umgekehrter Reihenfolge erfolgen.
Das Verbinden der ersten thermoplastischen Schicht und der zweiten thermoplastischen Schicht zumindest in einem umlaufenden Randbereich kann beispielsweise durch Erwärmen auf eine Temperatur oberhalb von 40 °C, beispielsweise 80 °C über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten, beispielsweise 20 Minuten erfolgen.
Alternativ kann das Verbinden der ersten thermoplastischen Schicht und der zweiten thermoplastischen Schicht zumindest in einem umlaufenden Randbereich auch mittels einer Chemikalie wie beispielsweise einem Alkohol, insbesondere Ethanol oder Isopropanol erfolgen.
Es versteht sich, dass das Verbinden der ersten thermoplastischen Schicht und der zweiten thermoplastischen Schicht auch vollflächig erfolgen kann.
Das Verbinden der ersten thermoplastischen Schicht und der zweiten thermoplastischen Schicht kann auch erst im Rahmen der Lamination einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe umfassend eine erste Scheibe, eine zweite Scheibe und eine dazwischenliegende erfindungsgemäße mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht erfolgen. In diesem Falle erfolgt das Verbinden vollflächig.
Umfasst die mehrlagige gefärbte thermoplastische Schicht mehr Schichten als die erste thermoplastische Schicht und die zweite thermoplastische Schicht, so versteht es sich, dass das Verfahren in dieser Ausführungsform als weitere Schritte das Bereitstellen der mindestens einen zusätzlichen Schicht umfasst, in Schritt c) die erste thermoplastische Schicht, die zweite thermoplastische Schicht und die mindestens eine zusätzliche Schicht in der gewünschten Reihenfolge flächig übereinander angeordnet werden und in Schritt d) dann die Schichten zumindest in einem umlaufenden Randbereich miteinander verbunden werden.
Die mindestens eine zusätzliche Schicht kann beispielsweise als eine akustisch dämpfende Schicht oder eine dritte thermoplastische Schicht ausgebildet sein.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst in einer bevorzugten Ausführungsform zwischen den Schritten b) und c) einen zusätzlichen Schritt e), in dem Einsenkungen in mindestens eine der Oberflächen der ersten thermoplastischen Schicht und in mindestens eine der Oberflächen der zweiten thermoplastischen Schicht geprägt werden. Mittels der geprägten Einsenkungen lässt sich eine Oberflächenrauheit Rz von 10 pm bis 75 pm, bevorzugt von 25 pm bis 75 pm, besonders bevorzugt von 35 pm bis 65 pm, beispielsweise 50 pm erzielen.
Verfahren zur Prägung von Einsenkungen sind beispielweise in den Veröffentlichungen US 5,455,103, US 6,863,956 B1 und US 7,883,761 B2 offenbart.
Alternativ kann eine Oberflächenrauheit Rz von 15 pm bis 45 pm, beispielsweise 30 pm, bei den thermoplastischen Schichten auch durch das dem Fachmann bekannte Verfahren des Schmelzenbruchs erzielt werden.
Werden auf nur eine der Oberflächen der ersten thermoplastischen Schicht und auf nur eine der Oberflächen der zweiten thermoplastischen Schicht Einsenkungen geprägt, so werden in Schritt c) die erste thermoplastische Schicht und die zweite thermoplastische Schicht derartig flächig übereinander angeordnet, dass die Oberflächen, in welche Einsenkungen geprägt wurden, zueinander zeigen. Durch die geprägten Einsenkungen wird eine bessere Entlüftung beim Verbinden der ersten thermoplastischen Schicht mit der zweiten thermoplastischen Schicht erreicht und ein Eintrüben der erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht verhindert. Ein solches Eintrüben könnte dadurch auftreten, dass die Lichttransmission und die Farbe einer farbigen Schicht mit der Dicke der farbigen Schicht variieren. Durch die geprägten Einsenkungen wird wie oben beschrieben eine bessere Entlüftung erzielt und die beiden Schichten verschmelzen besser miteinander.
Umfasst die mehrlagige gefärbte thermoplastische Schicht mehr Schichten als die erste thermoplastische Schicht und die zweite thermoplastische Schicht, so werden bevorzugt jeweils auf mindestens eine der Oberflächen der zusätzlichen Schichten, die beispielsweise als eine akustisch dämpfende Schicht oder eine dritte thermoplastische Schicht ausgebildet sein können, ebenfalls Einsenkungen geprägt, so dass auch in diesem Fall eine bessere Entlüftung und erzielt und somit ein Eintrüben verhindert wird.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden jeweils in beide Oberflächen, der für die Herstellung der erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht bereitgestellten Schichten Einsenkungen geprägt.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer gefärbten Verbundscheibe für ein Head-Up-Display (HUD), wobei die Verbundscheibe eine erste Scheibe, eine zweite Scheibe und eine zwischen der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe angeordnete mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt aufweist und wobei bei dem Verfahren zumindest: a) eine erste Scheibe und eine zweite Scheibe bereitgestellt werden; b) eine mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt bereitgestellt wird;
c) die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht flächig zwischen der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe angeordnet wird; und d) die erste Scheibe, die mehrlagige thermoplastische Zwischenschicht und die zweite Scheibe durch Lamination verbunden werden.
Die Bereitstellung der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt kann nach einem der oben beschriebenen Verfahren erfolgen.
Das Verfahren kann zusätzlich die Schritte der Bereitstellung mindestens einer zusätzlichen Zwischenschicht und der Anordnung dieser unabhängig voneinander zwischen der ersten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht oder zwischen der zweiten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht umfassen. Die mindestens eine zusätzliche Zwischenschicht weist eine im Wesentlichen konstante Dicke auf. Bei der Bereitstellung einer zusätzlichen Zwischenschicht kann diese somit zwischen der ersten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht oder zwischen der zweiten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet werden. Bei der Bereitstellung mehr als einer zusätzlichen Zwischenschicht können diese somit entweder zwischen der ersten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht oder zwischen der zweiten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet werden oder es können sowohl zwischen der ersten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht als auch zwischen der zweiten Scheibe und der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht zusätzliche Zwischenschichten angeordnet werden.
Bei der mindestens einen zusätzlichen Zwischenschicht handelt es sich bevorzugt um eine funktionale Zwischenschicht, insbesondere eine IR-reflektierende Schicht, eine UV-Strahlung absorbierende Schicht, eine Barriereschicht, eine Zwischenschicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften oder eine Kombination dieser. Beim Vorhandensein mehrerer zusätzlicher Zwischenschichten können diese auch unterschiedliche Funktionen aufweisen.
Soll die Verbundscheibe gebogen sein, so werden die erste Scheibe und die zweite Scheibe bevorzugt vor der Lamination einem Biegeprozess unterzogen. Bevorzugt werden die erste Scheibe und die zweite Scheibe gemeinsam (d.h. zeitgleich und durch dasselbe Werkzeug) kongruent gebogen, weil dadurch die Form der Scheiben für die später erfolgende
Laminierung optimal aufeinander abgestimmt sind. Typische Temperaturen für Glasbiegeprozesse betragen beispielsweise 500 °C bis 700 °C.
Die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Verbundscheibe gelten entsprechend auch für Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht in einer Fahrzeugscheibe in Fortbewegungsmitteln für den Verkehr auf dem Lande, in der Luft oder zu Wasser, insbesondere in Kraftfahrzeugen und insbesondere in einer Windschutzscheibe in einem Kraftfahrzeug.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe als Fahrzeugscheibe in Fortbewegungsmitteln für den Verkehr auf dem Lande, in der Luft oder zu Wasser, insbesondere in Kraftfahrzeugen und insbesondere in einer Windschutzscheibe in einem Kraftfahrzeug.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen und Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Zeichnungen sind schematische Darstellungen und nicht maßstabsgetreu. Die Zeichnungen schränken die Erfindung in keiner Weise ein.
Es zeigen:
Fig. 1 den Querschnitt einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht;
Fig. 2 den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht;
Fig. 3 den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht;
Fig. 4 den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht;
Fig. 5 den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht;
Fig. 6 den Querschnitt einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe; Fig. 7 den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Verbundscheibe;
Fig. 8 den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe;
Fig. 9 den Querschnitt einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Projektionsanordnung;
Fig. 10 ein Flussdiagramm einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens; Fig. 11 ein Flussdiagramm einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
In der Fig. 1 ist eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 im Querschnitt dargestellt. In der in der Fig. 1 dargestellten Ausführungsform besteht die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 aus einer ersten thermoplastischen Schicht 2 mit einem keilförmigen Querschnitt und einer zweiten thermoplastischen Schicht 3 konstanter Dicke. Die erste thermoplastische Schicht weist somit ein dickeres erstes Ende und ein dünneres zweites Ende auf. Der Dickenanstieg von dem zweiten Ende zum ersten Ende der ersten thermoplastischen Schicht 2 und somit auch der Dickenanstieg vom zweiten Ende zum ersten Ende der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 ist in der in der Fig. 1 gezeigten Ausführungsform kontinuierlich linear. Die erste thermoplastischen Schicht 2 ist farblos und die zweite thermoplastische Schicht 3 ist gefärbt, beispielsweise mit einer Tinte. Die zweite thermoplastische Schicht 3 ist beispielsweise grün gefärbt. Es ist aber prinzipiell auch jede andere Farbe möglich, wobei typische Farben für den Automobilmarkt grün, blau und grau sind.
In der in der Fig. 1 gezeigten Ausführungsform weist die erste thermoplastischen Schicht 2 und somit auch die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 einen Keilwinkel von 0,5 mrad auf.
Die erste thermoplastische Schicht 2 ist beispielsweise in an ihrem dünneren zweiten Ende 0,38 mm dick und die zweite thermoplastische Schicht 3 ist 0,38 mm dick. Folglich ist in der in der Fig. 1 gezeigten Ausführungsform die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 an ihrem dünneren zweiten Ende 0,76 mm dick.
In der in der Fig. 1 gezeigten Ausführungsform bestehen die erste thermoplastische Schicht 2 und die zweite thermoplastische Schicht 3 beispielsweise aus PVB, wobei die zweite thermoplastische Schicht 3 wie oben beschrieben mit einer Tinte gefärbt ist.
In der Fig. 2 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 im Querschnitt dargestellt. Die in der Fig. 2 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der in der Fig. 1 dargestellten nur dadurch, dass die erste thermoplastische Schicht 2 und somit auch die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 im Querschnitt ein Plateau am dickeren ersten Ende aufweist.
In der Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 im Querschnitt dargestellt. Die in der Fig. 3 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der in der Fig. 1 dargestellten nur dadurch, dass bei der ersten thermoplastischen Schicht 2 und somit auch bei der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 der Keilwinkel im Verlauf von dem dünneren zweiten Ende zu dem dickeren ersten Ende variiert.
In der Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 im Querschnitt dargestellt. Die in der Fig. 4 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der in der Fig. 1 dargestellten dadurch, dass die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 neben der ersten thermoplastischen Schicht 2 und der zweiten thermoplastischen Schicht 3 eine akustisch dämpfende Schicht 4 aufweist, die zwischen der ersten thermoplastischen Schicht 2 und der zweiten thermoplastischen Schicht 3 angeordnet ist. Diese akustisch dämpfende Schicht weist in der in der Fig. 4 gezeigten eine konstante Dicke von 100 pm (Mikrometer) auf, ist farblos und enthält PVB und Weichmacher.
In der Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 im Querschnitt dargestellt. Die in der Fig. 5 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der in der Fig. 1 dargestellten dadurch, dass die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 neben der ersten thermoplastischen Schicht 2 und der zweiten thermoplastischen Schicht 3 eine dritte thermoplastische Schicht 5 aufweist, welche farblos ist und einen keilförmigen Querschnitt aufweist. In der in der Fig. 5 gezeigten Ausführungsform ist die zweite thermoplastische Schicht 3 zwischen der ersten thermoplastischen Schicht 2 und der dritten thermoplastischen Schicht 5 angeordnet. Der Keilwinkel der ersten thermoplastischen Schicht 2 und der Keilwinkel der dritten thermoplastischen Schicht 5 betragen in der in der Fig. 5 gezeigten
Ausführungsform beispielsweise jeweils 0,2 mrad, so dass die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 in der in der Fig. 5 gezeigten Ausführungsform einen Keilwinkel von 0,4 mrad aufweist. In der in der Fig. 5 gezeigten Ausführungsform beträgt die Dicke der ersten thermoplastischen Schicht 2 beispielsweise 0,33 mm und die Dicke der dritten thermoplastischen Schicht 5 beispielsweise 0,33 mm, jeweils am dünneren Ende. Bei der zweiten thermoplastischen Schicht 3 handelt es sich in der in der Fig. 5 gezeigten Ausführungsform beispielsweise um eine akustisch dämpfende Schicht mit einer Dicke von 100 pm, so dass sich eine Dicke der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 am dünneren zweiten Ende von 0,76 mm ergibt. Die erste thermoplastische Schicht 2 und die dritte thermoplastische Schicht 5 enthalten beispielsweise PVB und die zweite thermoplastische Schicht 3 enthält beispielsweise PVB und Weichmacher und einen Farbstoff.
Fig. 6 zeigt den Querschnitt einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 6. Diese umfasst eine erste Scheibe 7 und eine zweite Scheibe 8, die über eine mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 miteinander verbunden sind. Die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 ist wie in der Fig. 1 gezeigt aufgebaut und umfasst somit eine erste thermoplastische Schicht 2 und eine zweite thermoplastische Schicht 3. In der in der Fig. 6 gezeigten Ausführungsform bestehen die erste Scheibe 7 und die zweite Scheibe 8 beispielsweise aus Kalk-Natron-Glas und weisen eine Dicke von jeweils 2,1 mm auf. Es ist aber auch möglich, dass die erste Scheibe 7 und die zweite Scheibe 8 unterschiedliche Dicken aufweisen. Die erste Scheibe 7 und die zweite Scheibe 8 weisen in der in der Fig. 6 gezeigten Ausführungsform keinen Keilwinkel auf. Es ist aber auch möglich, dass die erste Scheibe 7 und/oder die zweite Scheibe 8 einen Keilwinkel aufweisen, d.h. einen keilförmigen Querschnitt aufweisen. In der in der Fig. 6 gezeigten Ausführungsform ist in Einbaulage die erste Scheibe 7 die Außenscheibe und die zweite Scheibe 8 die Innenscheibe der Verbundscheibe 6. Es ist aber auch möglich, dass die erste Scheibe 7 die Innenscheibe und die zweite Scheibe 8 die Außenscheibe ist.
Fig. 7 zeigt den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 6. Diese unterscheidet sich von der in der Fig. 6 gezeigten Ausführungsform nur dahingehend, dass die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 wie in der Fig. 4 dargestellt aufgebaut ist.
Fig. 8 zeigt den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 6. Diese unterscheidet sich von der in der Fig. 6 gezeigten Ausführungsform nur dahingehend, dass die mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht 1 wie in der Fig. 5 dargestellt aufgebaut ist.
In der Fig. 9 ist der Querschnitt einer erfindungsgemäßen Projektionsanordnung 9 gezeigt. Die Projektionsanordnung 9 umfasst eine Verbundscheibe 6, insbesondere die Windschutzscheibe eines Personenkraftwagens, mit einer Oberkante O und einer Unterkante U und zwei in der Fig. 9 nicht dargestellten Seitenkanten. Bei der in der Fig. 9 dargestellten Projektionsanordnung 9 entspricht die Verbundscheibe 6 der in der Fig. 6 dargestellten Verbundscheibe 6. Die Projektionsanordnung 9 umfasst außerdem einen Projektor 11, welcher auf einen Bereich B der Verbundscheibe 6 gerichtet ist. In dem Bereich B, der üblicherweise als HUD-Bereich bezeichnet wird, können durch den Projektor 11 Bilder erzeugt werden, welche von einem Betrachter 10 (Fahrzeugfahrer) als virtuelle Bilder auf der von ihm abgewandten Seite der Verbundscheibe 6 wahrgenommen werden, wenn sich seine Augen innerhalb der sogenannten Eyebox E befinden.
Fig. 10 zeigt ein Flussdiagramm einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1.
Die in der Fig. 10 dargestellte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst als ersten Schritt I das Bereitstellen einer farblosen ersten thermoplastischen Schicht 2 mit einem keilförmigen Querschnitt. Das Bereitstellen der farblosen ersten thermoplastischen Schicht 2 mit einem keilförmigen Querschnitt kann durch Extrusion einer keilförmigen Schicht erfolgen. Es ist aber auch möglich die farblose erste thermoplastische Schicht 2 mit einem keilförmigen Querschnitt durch Extrusion einer farblosen thermoplastischen Schicht konstanter Dicke und anschließendes Recken der Schicht bereitzustellen.
In einem zweiten Schritt II umfasst die in der Fig. 10 dargestellte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens die Bereitstellung einer mit einem Farbstoff gefärbten zweiten thermoplastischen Schicht 3 mit im Wesentlichen konstanter Dicke mittels Extrusion.
Die Schritte I und II können auch in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden.
In einem dritten Schritt III werden bei der in der Fig. 10 dargestellten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens die erste thermoplastische Schicht 2 und die zweite thermoplastische Schicht 3 flächig übereinander angeordnet.
In einem vierten Schritt IV umfasst die in der Fig. 10 dargestellte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens das Verbinden der ersten thermoplastischen Schicht 2 und der zweiten thermoplastischen Schicht 3 zumindest in einem Randbereich. Das Verbinden der ersten thermoplastischen Schicht 2 und der zweiten thermoplastischen Schicht 3 zumindest in einem Randbereich kann beispielsweise durch Erwärmen auf eine Temperatur oberhalb von 40 °C, beispielsweise 80 °C, erfolgen oder mittels einer Chemikalie wie beispielsweise einem Alkohol, insbesondere Ethanol oder Isopropanol.
Fig. 11 zeigt ein Flussdiagramm einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer erfindungsgemäßen mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1.
Die in der Fig. 11 dargestellte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens unterscheidet sich von der in der Fig. 10 dargestellten nur dahingehend, dass sie den zusätzlichen Schritt Ha aufweist. In Schritt Ha werden Einsenkungen in mindestens eine der Oberflächen der ersten thermoplastischen Schicht 2 und in mindestens eine der Oberflächen der zweiten thermoplastischen Schicht 3 geprägt. Werden Einsenkungen jeweils nur in eine Oberfläche der ersten thermoplastischen Schicht 2 und der zweiten thermoplastischen Schicht 3 geprägt, so werden die erste thermoplastische Schicht 2 und die zweite thermoplastische Schicht 3 in dem Schritt III bevorzugt flächig so übereinander angeordnet, dass die geprägten Oberflächen direkt benachbart zueinander angeordnet sind. Durch die geprägten Einsenkungen wird eine bessere Entlüftung im Schritt IV erreicht und ein Eintrüben der mehrlagigen gefärbten thermoplastischen Zwischenschicht 1 verhindert.
Bezugszeichenliste:
1 mehrlagige gefärbte thermoplastische Zwischenschicht
2 erste thermoplastische Schicht 3 zweite thermoplastische Schicht
4 akustisch dämpfende Schicht
5 dritte thermoplastische Schicht
6 Verbundscheibe
7 erste Scheibe 8 zweite Scheibe
9 Projektionsanordnung
10 Betrachter, Fahrzeugfahrer
11 Projektor B HUD-Bereich der Verbundscheibe 6
E Eyebox, Eyeboxfenster
O oberer Scheibenrand / Oberkante / Dachkante der Verbundscheibe U unterer Scheibenrand / Unterkante / Motorkante der Verbundscheibe