B e s c h r e i b u n g
Verfahren, Verwendung des Verfahrens sowie Kit zum Nachweis von Bioindikatoren in einer Probe
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren sowie ein Kit zum Nachweis von Bioindikatoren in einer Probe, sowie die Verwendung des Verfahrens zum Nachweis einer Erkrankung oder der Überprüfung der Wirksamkeit von Wirkstoffen und/oder Heilverfahren.
Stand der Technik
Gegenwärtig werden Bioindikatoren wie beispielsweise Proteine, Viren, Hormone, Toxine oder Pestizide standardmäßig mit ELISA-ähnlichen Verfahren nachgewiesen. Ist eine besonders niedrige Konzentration des Bioindikators gegeben, kann das sogenannte SIMOA-Verfahren eingesetzt werden.
ELISA-Verfahren:
Mit Hilfe des ELISA können Proteine (z. B. Antikörper) und Viren, aber auch nieder molekulare Verbindungen wie Hormone, Toxine und Pestizide in einer Probe (Blutserum, Milch, Urin etc.) nachgewiesen werden. Hierbei macht man sich die Eigenschaft spezifischer Antikörper zunutze, die an den nachzuweisenden Stoff (Antigen) binden. Ein Antikörper wird zuvor mit einem Enzym markiert. Die durch das Reporterenzym katalysierte Reaktion dient als Nachweis für das Vorhandensein des Antigens. Das sog. Substrat wird vom Enzym umgesetzt, das Reaktionsprodukt kann üblicherweise durch Farbumschlag, eventuell auch durch Chemolumineszenz nachgewiesen wer den. Die Signalstärke ist eine mit einem Photometer sehr genau bestimmbare Funk tion der Antigenkonzentration, so dass ELISA für Mehrfachmessungen ausgeführt und auch für quantitative Nachweise verwendet werden kann. Als Reporterenzyme werden meistens die Meerrettichperoxidase (HRP, von engl horseradish peroxi- dase), die Alkalische Phosphatase (AP) oder seltener auch die Glucose-Oxidase (GOD) verwendet. Im Falle der Alkalischen Phosphatase wird als Farbstoffsubstrat (synonym: Chromogen) z. B. p-Nitrophenylphosphat (pNPP) zugegeben, während bei der Peroxidase meistens o-Phenylendiamin (oPD) verwendet wird. Die alkalische Phosphatase spaltet den Phosphatrest vom farblosen Nitrophenylphosphat ab und
es entsteht p-Nitrophenol, welches schwach gelb ist. Die Konzentrationsänderung des durch die enzymatische Reaktion entstandenen Farbstoffs kann nach dem Lam- bert-Beer‘schen Gesetz mit einem Photometer verfolgt werden. Die Intensität der Farbe steigt dabei mit der Konzentration des entstandenen Nitrophenols und damit auch der Konzentration des zu bestimmenden Antigens in der Probe im Vergleich mit einer Verdünnungsreihe mit bekannten Konzentrationen (Standardreihe).
SIMOA-Verfahren:
Der SIMOA Analyzer kombiniert die Einzelmolekülanalyse mit digitaler ELISA- Anzeige. Analyte werden in Lösung von antikörperbeladenen Kügelchen anstelle von Target-Antikörper-Interaktion an einer Antikörper-immobilisierten Festphase eingefangen. Perlen - mit Target beladen oder nicht - werden in Mikrokavitäten mit Femto- litergröße eingefangen und liefern ein digitales Signal (ein / aus) zur Analyse.
Der entscheidende Nachteil der Verfahren nach dem Stand der Technik liegt darin begründet, dass zum einen große Probenmengen benötigt werden, um eine Detektion durchführen zu können. Zum anderen verfügen die Verfahren nur über einen geringen dynamischen Messbereich. Die bisher bekannten Verfahren können nur eine maximale Sensitivität im picomolaren Bereich erzielen. SIMOA hat weiterhin den Nachteil, dass spezielle Reagenzien (Beads) zum Nachweis erforderlich sind und technisch aufwendige Apparaturen benötigt werden. Weiterhin ist mit SIMOA nur ein indirekter Nachweis des Analyten durch enzymatische Sekundärreaktionen möglich, wodurch viele Einflussgrößen zu einer Verfälschung der Messergebnisse führen kön nen.
Aufgabe der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein alternatives Verfahren zum Nachweis für Bioindikatoren bereit zu stellen, mit dem insbesondere die Nachteile des Stands der Technik überwunden werden können.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kit zur Durchführung des alternativen Verfahrens zum Nachweis für Bioindikatoren bereit zu stellen. Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf die Verwendung des Verfahrens zum Nachweis einer Erkrankung oder der Überprüfung der Wirksamkeit von Wirkstoffen und/oder Heilverfahren.
Lösung der Aufgabe
Die Aufgabe wird gelöst mit dem Verfahren des Hauptanspruchs, dem Kit nach dem Nebenanspruch sowie der Verwendung des Verfahrens gemäß Nebenansprüchen. Vorteilhafte Ausgestaltungen hierzu ergeben sich jeweils aus den hierauf rückbezogenen Patentansprüchen.
Beschreibung der Erfindung
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur quantitativen und/oder qualitativen Bestimmung von Bioindikatoren, umfassend folgende Schritte: a) Immobilisieren von Fängermolekülen für die Bioindikatoren auf einem Substrat, b) In-Kontaktbringen der Bioindikatoren einer Probe mit den Fängermolekülen, c) Immobilisieren der Bioindikatoren auf dem Substrat durch Bindung an Fängermoleküle, d) In-Kontaktbringen der Bioindikatoren mit Sonden, die mindestens ein Detektionsmolekül enthalten, und e) Entfernen von nicht spezifisch gebundenen Molekülen und Partikeln z. B. durch Waschen, f) Binden der Sonden an die Bioindikatoren, wobei die Sonden in der Lage sind, ein spezifisches Detektionssignal zu emittieren und die Schritte b) und d) gleichzeitig oder d) vor b) erfolgen können und wobei Sonden und Fängermoleküle eingesetzt werden, die affine Moleküle oder Molekülteile aufweisen, die an wenigstens eine spezifische Bindungsstelle der Bioindikatoren binden und diese affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden und Fänger nicht untereinander überlappen.
Auch die Schritte c) und f) können vorteilhaft gleichzeitig durchgeführt werden.
In der weiteren Variante des Verfahrens, in welchem die Bioindikatoren mit den Sonden in Kontakt gebracht werden, bevor diese mit den Fängermolekülen in Kontakt gebracht werden, kann eine Immobilisierung von mit Sonden markierten Bioindikatoren auf dem Substrat erfolgen.
Mithin können die Sonden an die Bioindikatoren gebunden werden, bevor die Bioindikatoren mit den Fängermolekülen in Kontakt gebracht werden und an das Substrat immobilisiert werden.
Damit ist die Aufgabe der Erfindung gelöst.
Im Rahmen der Erfindung werden unter der Bezeichnung Bioindikator zum einen Substanzen und Moleküle verstanden, deren Konzentration abhängig ist vom Zustand eines Organismus. Die Über- oder Unterschreitung eines Konzentrationsgrenzwertes des Bioindikators erlaubt dabei Rückschlüsse auf eine Zustandsänderung des Organismus (z.B.: Erkrankung, Heilung). Zu den Substanzen und Molekülen können beispielhaft Zellen, Gene, Genprodukte, Proteine, Hormone, DNA, RNA oder auch Enzyme genannt werden. Zum anderen wird unter der Bezeichnung Bioindikator auch eine Substanz oder ein Molekül verstanden, das in Grenzwert-überschreiten- den-Konzentrationen den Zustand eines Organismus verändern kann. Hierzu können beispielhaft Hormone genannt werden.
Eine weitere Klasse von Bioindikatoren, die den Zustand eines Organismus beschrei ben sind Metaboliten. Diese sind bereits von körpereigenen Enzymen veränderte Proteine oder kleine organischen Moleküle. Die Veränderung am Metabolit kann direkte Rückschlüsse auf bestimmte Erkrankungen erlauben.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass vor Schritt a) eine Immobilisierung von Fängermolekülen für die Bioindikatoren auf dem Substrat erfolgt.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung und des erfindungsgemäßen Verfahrens können durch In-Kontaktbringen der Bioindikatoren mit Fängermolekülen diese auf dem Substrat durch Bindung an die Fängermoleküle immobilisiert werden.
In einerweiteren Ausgestaltung der Erfindung und des erfindungsgemäßen Verfahrens können nach dem In-Kontaktbringen der Bioindikatoren mit den Sonden nicht spezifisch gebundene Moleküle und Partikel beispielsweise durch Waschen entfernt werden.
Es können vorteilhaft Sonden gewählt werden, welche an die Bioindikatoren binden, wobei die Sonden, z. B. auch erst nach der Bindung, in der Lage sein können, ein spezifisches Detektionssignal zu emittieren.
Das In-Kontaktbringen der Bioindikatoren mit den Fängermolekülen und den Sonden kann gleichzeitig erfolgen.
Das In-Kontaktbringen der Bioindikatoren mit den Sonden kann auch vor dem In- Kontaktbringen mit den Fängermolekülen erfolgen.
Eine Aufgabe der Erfindung ist es weiterhin, die Bioindikatoren vorzugsweise in ihrer monomeren Ausgestaltung nachzuweisen. Die Sonden und/oder Fängermoleküle weisen affine Moleküle oder Molekülteile auf, welche spezifische Bindungsstellen der Bioindikatoren erkennen und an diese binden. Um die Bioindikatoren in ihrer monomeren Ausgestaltung nachweisen zu können, sollten diese affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden und Fängermoleküle an unterschiedliche, spezifische Bin dungsstellen der Bioindikatoren binden, so dass die Sonden und Fänger eine gerichtete spezifische Bindung an die Bioindikatoren aufbauen. Dazu sollten diese jeweiligen spezifischen affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden und Fänger vorzugsweise nicht überlappen. Die Bindungsstelle der Bioindikatoren für die Sonden und die Fänger sollte sich daher in ihrer Peptidsequenz um wenigstens 5 Aminosäuren unterscheiden.
Mit dem vorliegenden Verfahren gelingt der Nachweis der Bioindikatoren in beliebigen Proben und in einem geringen Konzentrationsbereich dieser Bioindikatoren in einer Probe, vorzugsweise in einem Bereich, der im femtomolaren oder sogar auch im sub-femtomolaren Bereich liegen kann. Es kann mithin auch ein Einzelnachweis erfolgen, ohne die Probe aufwändig reinigen zu müssen.
Außerdem kann das Verfahren vorteilhaft einen qualitativen Nachweis von Bioindikatoren und/oder auch eine Quantifizierung und Charakterisierung in beliebigen Proben ermöglichen. Dadurch wird einerseits eine direkte und absolute Quantifizierung der Anzahl an Bioindikatoren und andererseits eine Charakterisierung der Größenverteilung von Bioindikatoren vorteilhaft gewährleistet.
Mit dem Verfahren kann weiterhin auch ein semi-quantitativer Nachweis von Bioindikatoren erfolgen, wenn die Konzentration des Bioindikators im Vergleich zum Referenzzustand unterhalb oder oberhalb eines vorher jeweils bestimmten Grenzwerts liegt.
Der Nachweis der Bioindikatoren erfolgt mit einfachen Schritten unmittelbar an beliebigen Proben. Mit dem Begriff „beliebiger Probe“ sind auch Puffer mit unterschiedlichen Zusätzen oder Kulturmedien gemeint. Außerdem kann die Probe ex vivo aus Körperflüssigkeiten entnommen sein bzw. eine solche sein. Es können Proben aus der Umwelt, wie z. B. Wasser-, Pflanzen- und Bodenproben, sowie Lebensmittel direkt untersucht werden und die Bioindikatoren nachgewiesen werden.
In einer weiteren Variante des Verfahrens kann auch eine direkte Immobilisierung der Bioindikatoren ohne Fängermoleküle auf dem Substrat erfolgen. In dieser Verfahrensvariante sollte die Probe mit den Bioindikatoren zunächst vorbehandelt werden, so dass der zu untersuchende Biomarker, beispielsweise durch eine Immunpräzipitation, aus der Probe abgetrennt wurde und homogen vorliegt.
In einer anderen möglichen Variante des Verfahrens, wird die Probe mit den Bioindikatoren nach dem In-Kontaktbringen der Bioindikatoren mit den Sonden chemisch fixiert, z. B. durch Formaldehyd.
Optional kann die Probe nach oder während oder vor dem Binden der Sonden an die Bioindikatoren zusätzlich mit DNA und RNA bindenden Sonden versetzt werden.
In einer Ausgestaltung der Erfindung kann nach der chemischen Fixierung ein Deter- genz eingesetzt werden, um gegebenenfalls die Membran eines Bioindikators durchlässig zu machen und dadurch beispielsweise während des Bindens der Sonden an die Bioindikatoren, Sonden ins Innere der Bioindikatoren Vordringen zu lassen.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet die „quantitative Bestimmung“ zunächst die Bestimmung der Konzentration der Bioindikatoren, mithin also auch die Bestimmung ihrer An- und oder -Abwesenheit.
Bevorzugt bedeutet die quantitative Bestimmung auch die selektive Quantifizierung bestimmter Typen von Bioindikatoren. Eine solche Quantifizierung kann über die entsprechenden spezifischen Sonden nachgewiesen werden.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet die „qualitative Bestimmung“ die Charakterisierung der Bioindikatoren.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass jeweils die affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden und/oder Fängermoleküle an wenigstens zwei, oder mehr, spezifische Bindungsstellen der Bioindikatoren binden, wobei auch hier wieder diese jeweiligen spezifischen affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden und Fänger vorzugsweise nicht überlappen.
In einer weiter möglichen Ausgestaltung des Verfahrens können diese jeweiligen affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden und/oder Fängermoleküle an wenigstens zwei, oder mehr, spezifische Bindungsstellen der Bioindikatoren binden, wobei diese jeweiligen affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden und/oder Fängermoleküle dabei zum einen an wenigstens zwei oder mehr identische oder unterschiedliche Bindungsstellen eines Bioindikators derselben Sorte binden können und/oder zum anderen an wenigstens zwei, oder mehr, unterschiedliche Bindungsstellen von wenigstens zwei unterschiedlichen Bioindikatoren binden können.
Dies hat zum einen die vorteilhafte Wirkung, dass, insbesondere bei wenigstens zwei oder mehr identischen Bindungsstellen an einen Bioindikator, die Spezifität und Stabilität der Bindung der Fänger und/oder Sonden an den Bioindikator erhöht wird.
Bei der möglichen Ausgestaltung von wenigstens zwei oder mehr unterschiedlichen Bindungsstellen, die an wenigstens zwei unterschiedliche Bioindikatoren binden, besteht die vorteilhafte Wirkung insbesondere darin, dass beispielsweise auch zwei unterschiedliche Bioindikatoren gleichzeitig in einem Verfahrensschritt oder Messprozess nachgewiesen werden können. Dieser besondere Nachweis wird im Folgenden auch als „Multiplex“-Nachweis bezeichnet. Die Auswertung der Signale im Multiplex- Nachweis für die beiden unterschiedlichen Bioindikatoren kann dann beispielsweise über zwei separate Auswertekanäle für die Sondensignale, insbesondere unterschiedliche Fluoreszenz-Kanäle, erfolgen. Es ist jedoch auch möglich die beiden Bioindikatoren mit Hilfe eines gemeinsamen Auswertesignals nachzuweisen, wenn für beide Bioindikatoren ein Summenwert als Auswerteergebnis gewünscht oder ausrei- chend ist. Dies kann beispielsweise dann von Interesse sein, wenn zwei Bioindikatoren nachgewiesen werden sollen, die zu einer gemeinsamen Kategorie gehören, wie
beispielsweise zu einem Krankenbild, bei dem diese Bioindikatoren gemeinsam auf- treten.
Die Bioindikatoren können mit einer oder mehreren für die Detektion dienlichen und/oder spezifischen Sonden markiert werden. Dabei können in einer Ausführung des Verfahrens beispielsweise Sonden eingesetzt werden, die wenigstens eine spe zifische Ausgestaltung eines affinen Moleküls oder Molekülteils umfassen, welche dann wenigstens eine Sorte einer spezifischen Bindungsstelle eines Bioindikators erkennen und daran binden können, wobei diese affinen Moleküle oder Molekülteile wie schon zuvor erläutert nicht mit den affinen Molekülen oder Molekülteilen der Fänger überlappen sollten.
In einer anderen Ausführung des Verfahrens können Sonden eingesetzt werden, die wenigstens zwei oder mehr gleiche oder unterschiedliche Ausgestaltungen affiner Moleküle oder Molekülteile umfassen, welche wenigstens zwei unterschiedliche oder gleiche Bindungsstellen eines Bioindikators einer Sorte erkennen und daran binden können.
Die affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden, welche jeweils eine spezifische Bindungsstelle des Bioindikators erkennen und daran binden, können beispielsweise monoklonale Antikörper, Fab-Fragmente, Aptamere, Farbstoffe oder ein Konstrukt aus mehreren dieser sein.
Die affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden, welche jeweils wenigstens zwei unterschiedliche Ausgestaltungen eines affinen Moleküls oder Molekülteils umfassen, welche wenigstens zwei Bindungsstellen eines Bioindikators oder zweier unterschiedlicher Bioindikatoren erkennen und daran binden, können beispielsweise bispezifische Antikörper oder Aptamere sein.
In der folgenden Tabelle 1 werden beispielhaft, jedoch nicht darauf beschränkt, einige mögliche Bioindikatoren mit Bindungsstellen für Sonden und/oder Fängern aufgelistet. Diese Bioindikatoren weisen als Bindungsstellen beispielsweise unterschiedliche Epitope auf. In der Tabelle sind weiterhin beispielhaft einige affine Moleküle o- der Molekülteile, insbesondere Antikörper, aufgeführt, die an die Bindungsstellen der Bioindikatoren, insbesondere Epitope binden können. Die aufgeführten Daten sowie
auch Daten zu hier nicht aufgeführten Bioindikatoren mit ihren jeweiligen Bindungsstellen sind dem Fachmann aus der Literatur oder Produktinformationen von Herstellern von beispielsweise Antikörpern bekannt.
Tabelle 1:
*: Aminosäuren Nummer basierend auf der jeweiligen Aminosäurensequenz des Bio-
Indikators
Quellen/ Verweise zur Tabelle 1 :
1) https://www.biolegend.com/en-us/products/purified-anti-alpha-synuclein~103-108-antibody- 11222 1a) https://www.biolegend.com/en-us/products/purified-anti-alpha-synuclein-antibody-11220
2) https://absoluteantibodv.com/product/anti-anaioaenin-26-2f/Ab00400-1.4 Mouse laG1/: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7514035/
3) https://www.biolegend.com/en-us/products/purified-anti-beta-amyloid-1-16-antibody-11228 3a) https://www.biolegend.com/en-us/products/purified-anti-beta-amyloid--1-40-antibody-11230
4) https://www.biolegend.com/en-us/products/purified-anti-beta-amyloid-1-16-antibody-11228 4a) https://www.biolegend.com/en-us/products/purified-anti-beta-amyloid-1-42-antibody-11231 5) https://europepmc.org/article/med/8544854
5a) https://absoluteantibodv.com/product/anti-il-2r-alpha-cd25-basiliximab/: https://pub- med.ncbi.nlm.nih.gov/17440057/
6) https://www.thermofisher.com/antibodv/product/Tau-Antibodv-clone-TAU-5-
Monoclonal/AHB0042: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17499212/ 6a) https://www.thermofisher.com/antibodv/product/Phospho-Tau-Thr181-Antibodv-clone-AT270-
Monoclonal/MN1050: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7519852/
7) https://www.thermofisher.com/antibody/product/Tau-Antibody-clone-TAU-5- Monoclonal/AH B0042
7a) https://www.thermofisher.com/antibodv/product/Phospho-Tau-Thr231-Antibodv-clone-AT 180- Monoclonal/MN1040: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21871442/
8) https://www.thermofisher.com/antibody/product/Tau-Antibody-clone-TAU-5- Monoclonal/AHB0042
8a) https://www.biovision.com/tau-13-antibodv-clone-b11e8.html: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4983528/ 9) https://www.nature.com/articles/s41598-018-24463-3
9a) https://www.ptalab.com/Products/TARDBP-Antibodv-60019-2-lq.htm: https://pub- med.ncbi.nlm.nih.gov/22133678/: https://www.scbt.eom/p/tardbp-antibody-h-8
10) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7590909/
10a) https://www.novusbio.com/products/cd30-tnfrsf8-antibody-3b10_nbp2 -22206 Im Folgenden werden beispielhaft weitere, jedoch nicht darauf beschränkt, mögliche Bioindikatoren aufgelistet, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren nachgewiesen
werden können. Die Bindungsstellen der Bioindikatoren und die jeweils dazu geeigneten affinen Moleküle oder Molekülteile der Sonden und/oder Fänger, können durch dem Fachmann bekannte Verfahren ermittelt und hergestellt werden.
Bioindikatoren:
Angiogenesis Factor Panel 1 (ANG-2, FGFb, HB-EGF, HGF, PIGF, VEGF, VEGF- C, PDGFBB), BDNF, Biomarker Panel 1 (ICAM-1 , MPO, NGAL, RANTES/CCL5, TIMP-1, VCAM-1), c-MET, C-Peptide, CA 19-9, CA-125, Cathepsin S, CCL-11/ E- otaxin Assay Kit, CEA, Chemokine Panel (IP-10, ITAC, MCP-1 , MIP-3b), Chemo- kine Panel 1 (Ratte) (MCP-1, MIR-1a, MIP-2, MIP-3a), CorPlex™ Cytokine Panel (IFN-Y, IL-1ß, IL-4, II-5, IL-6, IL-8, IL-10, IL-12p70, IL-22, TNF o), CRP, CXCL13, Cytokine 3-Plex A TNFa, IL-6, IL-10 (C3PA), Cytokine 3-Plex B TNFa, IL-6, IL-17A (C3PB), Cytokine Panel 1 (Maus) (IFN-g, IL-1ß, IL-2, IL-6, IL-10, IL-12p70, IL-17, TNF-a), Cytokine Panel 1 (nicht menschlicher Primat) (IFN-g, IL-1 ß, IL-6, IL-8, TNF-a), Cytokine Panel 1 (Ratte) (IFN-y, IL-1ß, IL-2, IL-6, IL-10, KC, TNF-a),
FGFb, G-CSF, GFAP, GM-CSF, GM-CSF (Maus), HB-EGF, HE4/ WFDC2, HGF, HIV p24, ICAM-1 , IFN-y, IFN-y (Maus), IFN-y (Nicht menschlicher Primat), IFN-y (Rate), IFNa, IL-10, IL-10 (Maus), IL-10 (Ratte), IL-12 p70, IL-12 p70 (Maus), IL- 12p40/IL-23, IL-13, IL-15, IL-17A, IL-17A (Maus), IL-17A/F (Maus), IL-17C, IL-17F (Maus), IL-18, IL-1a, IL-1a (Maus), IL-1 ß, IL-1 ß (Maus), 11-1 ß (Nicht menschlicher Primat), IL-1 ß (Rate), IL-2 (Maus), IL-2 (Rate), IL-22 (Maus), IL-22 (Total), IL-23, IL-23 (Maus), IL-28A, IL-3, IL-33, IL-36ß, IL-4, IL-5, IL-6, IL-6 (Maus), IL-6 (nicht menschlicher Primat), IL-6 (Rate), IL-7, IL-8, IL-8 (nicht menschlicher Primat), IP- 10, ITAC, KC (Ratte), Leptin, LIF, MCP-1, MCP-1 (Rate), MCP-3, MIP-1a, MIP-1ß, MIP-2 (Ratte), MIP-3a (Ratte), MIP-3ß, MMP Panel (MMP-3, MMP-9), MMP-3, MMP-9, MPO, Neuro 4-Plex B, Neurology 2-Plex A (Tau, Aß42), Neurology 3-Plex A (Tau, Aß42, Aß40), Neurology 4-Plex A (NF-Iight®, Tau, GFAP*, UCHL-1*), NF- light®, NF-Iight® Advantage Kit (SR-X), NGAL, NSE, NT-proBNP, PD-1, PD-L1, Platelet-derived growth factor BB, PIGF, pNF-Heavy, PSA, RANTES/CCL5, Tau (Maus), TGFa, TGFß, TIMP-1 , TNFa (Maus), TNFa (nicht menschlicher Primat), TNFa (Rate), TNFß, TRAIL, Troponin-I, UCH-L1 , VCAM-1 , VEGF, VEGF-C.
Durch die vorteilhafte Ausgestaltung der Sonden mit wenigstens zwei, beispielsweise identischen Bindungsstellen für den einen Bioindikator, kann eine stärkere und spezi fischere Bindung der Sonden an den Bioindikator erreicht werden, welches dann beispielsweise eine höhere Stabilität der Bindung gegenüber einer Bindung mit nur einer Bindungsstelle am Bioindikator hervorruft, so dass beispielsweise eine anschließende stärkere Waschung möglich wird, sowie auch eine höhere Spezifität des Nachweises des Bioindikators, da nunmehr gleich wenigstens zwei Bindungsstellen den Bioindikator erkennen und an ihn binden müssen. Sonden mit wenigstens zwei unterschiedlichen Bindungsstellen für den einen Bioindikator sind jedoch ebenfalls geeignet.
In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des Verfahrens wird ein Fänger eingesetzt, der wenigstens zwei, vorzugsweise identische, spezifische Bindungsstellen für den Bioindikator aufweist. Wie schon zuvor bei der Sonde mit wenigstens zwei identischen Bindungsstelle beschrieben, führt diese mehrspezifische Bindung des Fängers an den Bioindikator zu einer stabileren und spezifischeren Bindung. Für das Verfahren können dann beispielsweise weitere Verfahrensschritte vorgenommen werden, die unter weniger schonenden Bedingungen für die gebundenen Moleküle durchgeführt werden können. Weiterhin wird auch hier die Nachweisspezifität erhöht. Fänger mit wenigstens zwei unterschiedlichen Bindungsstellen für den einen Bioindikator sind jedoch ebenfalls geeignet.
In einer anderen Ausgestaltung des Verfahrens können sowohl als Sonden als auch als Fänger, Moleküle eingesetzt werden, die über jeweils wenigstens zwei, vorzugs weise unterschiedliche, spezifische Bindungsstellen an den Bioindikator binden. Durch diese Ausgestaltung kann eine weitere Erhöhung der Bindungsstabilität und Spezifität von Fänger und Sonde gegenüber einer einfachen Bindung der Fänger und Sonden oder auch gegenüber einer bispezifischen Bindung von Sonden oder Fängern mit identischer Bindungsstelle an die Bioindikatoren erreicht werden.
In einer weiter möglichen Ausgestaltung des Verfahrens weist die eingesetzte Sonde wenigstens zwei unterschiedliche spezifische Bindungsstellen auf, die wenigstens zwei unterschiedlichen Bioindikatoren zugeordnet werden können bzw. an wenigstens zwei unterschiedliche Bioindikatoren binden können. Mit Hilfe dieser Sonde können so, in einem Verfahrensschritt, wenigstens zwei unterschiedliche Bioindikatoren
gleichzeitig nachgewiesen werden. Die beiden unterschiedlichen Bioindikatoren werden dabei nicht separat voneinander nachgewiesen, sondern als Summenwert beider Bioindikatoren. Dies ist beispielsweise dann von Interesse, wenn zwei Bioindikatoren, die zum selben Krankheitsbild gehören, nachgewiesen werden sollen. In Kombination zu diesen Sonden, mit den wenigstens zwei unterschiedlichen spezifischen Bindungsstellen, für die wenigstens zwei unterschiedlichen Bioindikatoren, müssen dann vorzugsweise Fängermoleküle eingesetzt werden, welche jeweils wenigstens zwei unterschiedliche affine Moleküle oder Molekülteile für zwei unterschiedliche Bioindikatoren aufweisen, welche jeweils dann an die wenigstens zwei unterschiedlichen Bioindikatoren binden können. Dadurch können auf dem Substrat mit einem Fängermolekül wenigstens zwei unterschiedliche Bioindikatoren gleichzeitig auf dem Substrat immobilisiert werden und mit den jeweiligen Sonden, die jeweils spezifisch, mit beispielsweise einer spezifischen Bindungsstelle an jeweils einen der Bioindikatoren binden, markiert und in einem Verfahrensschritt nachgewiesen werden.
Alternativ zu den Fängern, die gleichzeitig zwei unterschiedliche Bioindikatoren binden können, können auch zwei unterschiedliche Fänger eingesetzt werden, die dann jeweils spezifisch die unterschiedlichen Bioindikatoren binden können.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens weisen sowohl die Sonden als auch die eingesetzten Fänger wenigstens zwei unterschiedliche Bindungsstellen auf, die an wenigstens zwei unterschiedliche Bioindikatoren binden können. Gegenüber der Ausgestaltung, bei der entweder die Sonden oder die Fänger wenigstens zwei unterschiedliche Bindungsstellen für wenigstens zwei unterschiedliche Bioindikatoren aufweisen, kann durch diese Ausgestaltung die Spezifität des Nachweises der Bioindikatoren noch weiter erhöht werden.
Der Nachweis von wenigstens zwei unterschiedlichen Bioindikatoren in einem Verfahrensschritt mit Sonden und/oder Fängermolekülen, die wenigstens zwei unterschiedliche Bindungsstellen aufweisen, die an wenigstens zwei unterschiedliche Bioindikatoren binden, wird wie schon zuvor erläutert, als Multiplex-Nachweis bezeichnet.
Die Sonden können vorteilhaft darüber hinaus mindestens ein Detektionsmolekül o- der ein Molekülteil enthalten, welches an das für die Bioindikatoren affine Molekül o- der Molekülteil kovalent gebunden ist und vorzugsweise mittels Fluoreszenzmessung
detektierbar und messbar ist. Diese Detektionsmoleküle, auch als direkte oder indi rekte Reportermoleküle bezeichnet, können beispielsweise Fluorochrome, Quantumdots, oder fluoreszierende Proteine umfassen. Das direkte Reportermolekül ist direkt an das spezifisch bindende affine Molekül oder Molekülteil der Sonde gebunden. Indirekte Reportermoleküle weisen eine hohe Affinität für eine Bindungsstelle eines bekannten Moleküls auf, welches seinerseits mit einem oder mehreren Fluorochomen ausgestattet ist. Der dabei entstehende Komplex kann als Sonde eingesetzt werden. Ein Beispiel für eine Sonde mit einem indirekten Reportermolekül kann Biotin gebunden an einen Antikörper-Streptavidin Molekül konjugiert mit Fluorochrom sein. Die Gruppe der indirekten Reportermoleküle kann beispielsweise Biotin-Streptavidin, komplementäre DNA Stränge, DNA und DNA bindende Proteine umfassen.
Die Sonden können in einer Ausgestaltung der Erfindung identische affine Moleküle oder Molekülteile mit unterschiedlichen Detektionsmolekülen (oder Teile) aufweisen.
In einer weiteren Alternative können unterschiedliche affine Moleküle oder Molekül teile mit unterschiedlichen Detektionsmolekülen oder Teilen kombiniert sein, oder alternativ, unterschiedliche affine Moleküle oder Teile mit identischen Detektionsmolekülen oder Teilen kombiniert sein.
Es können auch Mischungen verschiedener Sonden eingesetzt werden.
Der Einsatz mehrerer unterschiedlicher Sonden, die an unterschiedliche Detektionsmoleküle oder Molekülteile gekoppelt sind, erhöht zum einen die Spezifität des Sig nals (Korrelationssignals), zum anderen ermöglicht dies die Identifikation von Bioindikatoren, die sich in einem oder mehreren Merkmalen unterscheiden. Dies kann eine selektive Quantifizierung und Charakterisierung der Bioindikatoren ermöglichen.
In einer weiteren Variante der vorliegenden Erfindung kann der Nachweis der Bioindikatoren unter Verwendung von Nanopartikel, insbesondere unter Verwendung von Quantumdots (Qdots), erfolgen. Diese Quantumdots werden dazu mit einem Fängermolekül für den Bioindikator beschichtet. Die Fängermoleküle weisen dabei, wie schon zuvor beschrieben, affine Moleküle oder Molekülteile auf, die an wenigstens eine spezifische Bindungsstellen der Bioindikatoren binden. Die beschichteten Quantumdots werden direkt in die Probe gegeben und binden über die Fängermoleküle
spezifisch die Bioindikatoren in der Probe. Der Vorteil hierbei ist, dass die Bindung sehr effizient erfolgen kann, da diese in Lösung erfolgt und durch Mischen/Rühren begünstigt werden kann. Nach der Inkubation wird das Proben/Quantumdotgemisch auf eine Substratoberfläche, beispielsweise eine Mikrotiterplatte, aufgebracht, deren Oberfläche ebenfalls mit einem Fängermolekül beschichtet ist, welches jedoch ein anderes Epitop auf dem Bioindikator erkennt. Nicht auf der Oberfläche gebundene Bestandteile werden durch Waschen entfernt. Abschließend wird die Oberfläche durch Fluoreszenzmikroskopie mikroskopiert und ausgewertet.
Eine weitere mögliche Variante der vorliegenden Erfindung umfasst die Verwendung von Quantumdots, die mit einem Fängerantikörper gegen den Bioindikator beschichtet sind. Die beschichteten Quantumdots werden direkt in die Probe gegeben und binden die Bioindikatoren in der Probe. Anschließend wird ein zweiter Antikörper zugegeben, der beispielsweise mit einem Biotin-Molekül markiert ist. Die Zugabe von Quantumdots und biotinyliertem Antikörper kann auch in umgekehrter Reihenfolge erfolgen. Der Vorteil hierbei ist, dass die Bindung sehr effizient erfolgen kann, da diese in Lösung erfolgt und durch Mischen/Rühren begünstigt werden kann. Nach der Inkubation wird das Gemisch auf eine Mikrotiterplatte aufgebracht, deren Glasboden mit beispielsweise Streptavidin beschichtet ist. Nicht auf der Oberfläche gebun dene Bestandteile können durch Waschen entfernt werden. Abschließend wird die Oberfläche durch Fluoreszenzmikroskopie mikroskopiert und ausgewertet.
Bedingt durch die kinetischen und sterischen Gegebenheiten ist die Bindung der Bioindikatoren an die Qdots in ihrer monomeren Ausgestaltung begünstigt gegenüber ihrer oligomeren Ausgestaltung, so dass vorzugsweise die Bioindikatoren in ihrer mo nomeren Ausgestaltung nachgewiesen werden können.
Quantumdots (Qdots) sind käuflich am Markt zu erwerben. Qdots sind kleine Nano- partikel mit fluoreszenten Eigenschaften. Sie können Nanopartikel mit einem Kern- Schalen-Material aus beispielweise CdSe/ZnS umfassen. Diese können z. B. im Bereich von 2-7 nm vorliegen. Mit steigendem Durchmesser, kann die Fluoreszenz von Blau in Richtung Rot verschoben werden.
Bei der Verwendung von Qdots kann auf den zusätzlichen Einsatz von Sonden verzichtet werden.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführung können Carboxy-funktionalisierte Qdots eingesetzt werden. Dazu können beispielsweise 0,1 nM QDots (Quantumdots) mit einer Thiol-Spacer-Säure Mischung versetzt werden. Diese Thiol Spacer-Säure Mischung besteht z. B. aus 550 mM Tetramethylammoniumhydroxid, 275mM Thiol- Spacer-Säure (z. B. 3-Merkaptopropionsäure) in z. B. 1 ml CHC , wobei die entstehende wässrige Phase entfernt wird. Diese Lösung wird mit den Qdots vermischt und nach 2 Tagen 50 pL PBS hinzugefügt. Nach dem Ausschütteln wandern die Qdots in die wässrige Phase und man erhält die gewünschten Carboxy funktionalisierten Qdots. In einer anderen Variante können amino-terminierte Qdots eingesetzt werden. Dazu werden 1mg trockene Qdots mit einer Amino-spacer-Thiol Mischung in Methanol versetzt. Diese Amino-spacer-Thiol Mischung besteht aus 100 mg Amino-spacer-Thiol (z. B.: 2,2'-Diaminodiethyl disulfide). Die Mischung wird solange sonifiziert bis die Lösung die Qdots aufnimmt. Diese werden abzentrifugiert und in Wasser aufgenom- men. In der wässrigen Phase befinden sich amino-terminierte Qdots.
In einer weiteren möglichen Ausführung der Erfindung kann eine Kopplung von Monomeren oder Epitopen, allgemein Bindungsstellen für die Bioindikatoren, an die Na- nopartikel durchgeführt werden. Dazu können Nanopartikel mit Carboxy Termini ver- wendet werden, die in einen reaktiven NHS-Ester überführt werden. Die Bildung des NHS-Ester erfolgt vorzugsweise mit 1-Ethyl-3-(3-dimethylamino-propyl) carbodiimid (kurz: EDC) und/oder N-Hydroxysuccinimid (kurz: NHS). Der NHS-Ester stellt die reaktive Zwischenstufe zur Reaktion mit einem primären Amin dar, das als Monomer der nachzuweisenden Bioindikatoren hinzugefügt wird. Eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, Amino-funktio- nalisierte Nanopartikel mit einem Maleinimido-Spacer-Carboxy reagieren zu lassen, z. B. mit 6-Maleinimido-Capronsäure oder Maleinimido-PEG (optionale Länge)- COOH. Dadurch wird vorteilhaft bewirkt, dass eine Gruppe auf der Oberfläche des Nanopartikels eingeführt wird, die spezifisch mit Thiolen reagiert. In einer anderen möglichen Variante werden die oben genannten NHS-Ester Partikel dazu verwendet Streptavidin an der Oberfläche der Nanopartikel zu binden.
Die Nanopartikel als solche, das heißt ohne die Bindungsstelle des Bioindikators sind neu und lösen somit bereits die Aufgabe der Erfindung:
ist dabei ein besonders bevorzugtes Ausgangsprodukt mit NHS-Estern an der Oberfläche von z. B. Silica-Nanopartikel (SINP).
ist dabei ein besonders bevorzugtes Ausgangsprodukt mit Maleinimidogruppen an der Oberfläche von z. B. Silica-Nanopartikel (SINP).
Eine Vielzahl der hier jeweils nur einmalig abgebildeten Verbindungen ist selbstverständlich an der Oberfläche der Qdots angeordnet. Diese Anzahl ist vorteilhaft rech- nerisch genau bestimmt und hängt vom Durchmesser des Qdots ab.
Nanopartikel mit N-Hydroxysuccinimidester Oberflächen reagieren gegebenenfalls unter Abspaltung von N-Hydroxysuccinimid mit dem primären Amin des Monomers oder eines synthetischen Epitops der nachzuweisenden Bioindikatoren.
Diese Methode eignet sich besonders wenn die Aminosäure Lysin ein- oder mehr- fach in einer Peptidsequenz des Monomers vorhanden ist. Besonders eignet sich diese Methode, wenn sich die Aminosäure nicht in der Epitopregion, das heißt der Binderegion für Antikörper, befindet. Falls kein Lysin vorhanden ist, kann entweder
der N-Terminus der Aminosäuresequenz selbst zur Bindung an den Qdot verwendet werden, oder die Peptidsequenzen mit zusätzlich eingeführten Lysinen verwendet werden.
Qdots mit Maleinimido-Gruppen auf der Oberfläche reagieren gegebenenfalls mit vorhandenen oder synthetisch eingebrachten Thiolen (z. B. Cystein) in der Proteinsequenz des Monomers oder Epitops.
Qdots mit Streptavidin Oberfläche binden besonders stark biotinylierte Monomere o- der Epitope.
Diese Silica-Qdots reagieren gegebenenfalls unter Abspaltung von N-Hydroxy-suc- cinimid mit dem primären Amin des Monomers der nachzu eisenden Bioindikatoren.
Aufgrund der chemischen Oberflächeneigenschaften lassen sich Modifikationen einfach durchführen. Außerdem ist das Material der Qdots stabil in physiologischen Pufferlösungen und gilt als gesundheitlich unbedenklich.
Insbesondere die oben gezeigten biofunktionalisierten Silica-Qdots stellen stabile, exakt größendefinierte Standards mit genau bestimmbarer Anzahl zugänglicher
Epitope dar und werden daher ebenfalls vorteilhaft als Plattformtechnologie in diagnostischen Testverfahren oder in Spiking Experimenten für die quantitative und qualitative Bestimmung von Bioindikatoren angewendet.
In einer bevorzugten Ausführung erfolgt eine ortsaufgelöste Bestimmung des Son- densignals, also eine ortsaufgelöste Detektion des Signals, welches von der Sonde emittiert wird. Demgemäß sind in dieser Ausführung der Erfindung Verfahren, die auf einem nicht-ortsaufgelösten Signal beruhen, wie ELISA oder Sandwich-ELISA, ausgeschlossen. Im Vergleich zu ELISA ist das vorliegende Verfahren etwa tausendfach empfindlicher, da einzelne Moleküle ausgezählt werden können (digitaler Readout) und nicht ein einzelnes integriertes Signal aus einer Bulkmessung generiert wird.
Bei der Detektion ist eine hohe Ortsauflösung vorteilhaft. In einer Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden dabei so viele Datenpunkte gesammelt, dass die Detektion eines Bioindikators vor einem Hintergrundsignal, welches z. B. durch gerätespezifisches Rauschen, andere unspezifische Signale oder unspezifisch ge- bundene Sonden verursacht wird, ermöglicht. Auf diese Weise werden so viele Werte
ausgelesen (Read-out-Werte), wie ortsaufgelöste Ereignisse, wie z. B. Pixel, vorhanden sind. Durch die Ortsauflösung wird jedes Ereignis vor dem jeweiligen Hintergrund bestimmt und stellt so einen Vorteil gegenüber ELISA-Verfahren ohne ortsaufgelöstem Signal dar. In einer Ausführung beruht die ortsaufgelöste Bestimmung des Sondensignals auf total intern reflection fluorescence microscopy (tirfm) und der Untersuchung eines kleinen Volumenelements im Bereich von wenigen Femtolitern bis unterhalb eines Fem- toliters, im Vergleich zum Volumen der Probe von beispielsweise 10 bis 1000 mI, oder eines Volumenbereichs oberhalb der Kontaktoberfläche der Fängermoleküle mit ei- n er Höhe von 500 nm, bevorzugt 300 nm, besonders bevorzugt 250 nm, insbesondere 200 nm.
Im Sinne der Erfindung werden Bioindikatoren nachgewiesen, welche ausgewählt sind aus der Gruppe enthaltend oder bestehend aus Zellen, Genen, Genprodukten, Proteinen, Hormonen, RNA, Enzymen. In einer Ausführung wird das Material des Substrats ausgewählt aus der Gruppe enthaltend oder bestehend aus Kunststoff, Silizium und Siliziumdioxid. In einer bevorzugten Alternative wird als Substrat Glas eingesetzt.
In einer weiteren Ausführung der Erfindung sind die Fängermoleküle kovalent an das Substrat gebunden. Hierzu kann in einer Alternative ein Substrat eingesetzt werden, das eine hydrophile Oberfläche aufweist. In einer Alternative kann dies durch das Aufträgen einer hydrophilen Schicht, noch vor Schritt a), auf das Substrat erreicht werden. Mithin binden die Fängermoleküle, insbesondere kovalent an das Substrat bzw. an die hydrophile Schicht, mit welchen das Substrat beladen ist. Die hydrophile Schicht kann eine Biomolekül abweisende Schicht sein, so dass die unspezifische Bindung von Biomolekülen an das Substrat vorteilhaft minimiert wird. Auf diese Schicht können die Fängermoleküle, bevorzugt kovalent immobilisiert werden. Diese sind affin gegenüber einem Merkmal der Bioindikatoren. Die Fängermoleküle können alle identisch sein, oder es können Mischungen unterschiedlicher Fän- germoleküle vorliegen.
Bevorzugt umfassen die Fängermoleküle kein Detektionsmolekül bzw. Molekülteile, die zur Detektion geeignet sind.
In einer Ausführung kann die hydrophile Schicht ausgewählt werden aus der Gruppe enthaltend oder bestehend aus Polyethylenglykol, Poly-Lysin, bevorzugt Poly-D-Ly- sin, und Dextran oder Derivate davon, bevorzugt Carboxymethyl-Dextran (CMD). Derivate im Sinne der Erfindung sind Verbindungen, die sich in einigen Substituenten von den Stammverbindungen unterscheiden, wobei die Substituenten gegenüber dem erfindungsgemäßen Verfahren inert sind, d.h. kein Messsignal erzeugen, welches zu einer Verfälschung der Detektion führen könnte. In einer weiteren möglichen Ausführung der Erfindung kann die Oberfläche des Substrats vor Auftrag der hydrophilen Schicht funktionalisiert werden, indem die Oberfläche zunächst hydroxyliert wird und anschließend mit Aminogruppen aktiviert wird. Diese Aktivierung mit Aminogruppen kann in einer Alternative beispielsweise, aber nicht darauf beschränkt, auch durch In-Kontaktbringen des Substrats mit APTES (3- Aminopropyltrietoxysilan) oder mit Ethanolamin erfolgen.
Zur Vorbereitung des Substrats auf die Beschichtung können ein oder mehrere der folgenden Schritte durchgeführt werden:
• Waschen eines Substrats aus Glas bzw. eines Glasträgers im Ultraschallbad oder Plasma-cleaner, alternativ dazu in 5 M NaOH mindestens 3 Stunden inkubieren,
• Spülen mit Wasser und anschließendem Trocknen unter Stickstoff,
• Eintauchen in eine Lösung aus konzentrierter Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid im Verhältnis 3:1 für die Aktivierung der Hydroxylgruppen,
• Spülen mit Wasser bis zu einem neutralen pH, anschließend mit Ethanol und Trocknen unter Stickstoffatmosphäre,
• Eintauchen in eine Lösung mit 3-Aminopropyltrietoxysilan (APTES) (1 - 7 %), bevorzugt in trockenem Toluol, oder einer Lösung von Ethanolamin,
• Spülen mit Aceton oder DMSO und Wasser und Trocknen unter Stickstoffatmosphäre.
In einer möglichen Alternative erfolgt das in Kontaktbringen des Substrats mit APTES in der Gasphase; das gegebenenfalls vorbehandelte Substrat wird mithin mit APTES bedampft.
Für die Beschichtung mit Dextran, bevorzugt Carboxymethyl-Dextran (CMD), wird das Substrat mit einer wässrigen Lösung von CMD in einer Konzentration von 10 mg/ml oder 20 mg/ml und gegebenenfalls N-Ethyl-N-(3-Dimethylaminpropyl) Car- bodiimid (EDC), (200 mM) und N-Hydroxysuccinimid (NHS), (50 mM) inkubiert und anschließend gewaschen.
Das Carboxymethyl-Dextran kann in einer Variante kovalent an die Glasoberfläche gebunden sein, die zunächst hydroxyliert und anschließend mit Aminogruppen funkti- onalisiert wurde.
Als Substrat können beispielsweise auch Mikrotiterplatten, bevorzugt mit Glasboden, eingesetzt werden. Da bei der Verwendung von Polystryrolrahmen der Einsatz von konzentrierter Schwefelsäure nicht möglich ist, erfolgt die Aktivierung der Glasober- fläche in einer Ausführungsvariante der Erfindung analog.
Auf diese hydrophile Schicht können, bevorzugt kovalent, Fängermoleküle immobilisiert werden, welche affin gegenüber einem Merkmal des zu detektierenden Bioindikators sind. Dieses Merkmal kann ein Protein sein. Die Fängermoleküle können alle identisch sein oder Mischungen verschiedener Fängermoleküle sein. In einer Ausführung der vorliegenden Erfindung werden die Fängermoleküle, bevorzugt Antikörper, gegebenenfalls nach einer Aktivierung des mit CMD beschichteten Trägers durch eine Mischung aus EDC/NHS (200 bzw. 50 mM), auf dem Substrat immobilisiert.
Verbleibende Carboxylat-Endgruppen, an die keine Fängermoleküle gebunden wur- den, können deaktiviert werden. Zur Deaktivierung dieser Carboxylat-Endgruppen auf dem CMD-Spacer wird Ethanolamin verwendet. Vor dem Auftrag der Proben werden die Substrate bzw. Träger gegebenenfalls mit Puffer gespült.
Die zu vermessende Probe wird mit dem so präparierten Substrat in Kontakt gebracht und gegebenenfalls inkubiert. Als zu untersuchende Probe können beispiels- weise körpereigene Flüssigkeiten oder Gewebe eingesetzt werden. In einer Ausführung der vorliegenden Erfindung wird die Probe ausgewählt aus Liquor (CSF), Blut,
Plasma und Urin. Die Proben können unterschiedliche, dem Fachmann bekannte, Aufbereitungsschritte durchlaufen.
In einer Ausführung der vorliegenden Erfindung kann das Aufträgen der Probe unmittelbar auf dem Substrat erfolgen z. B. dem nicht beschichteten Substrat, gegebenen- falls durch kovalente Bindung. Gegebenenfalls erfolgt die Bindung an eine aktivierte Oberfläche des Substrats.
In einer anderen Variante der vorliegenden Erfindung kann eine Vorbehandlung der Probe nach einem oder mehreren der folgenden Verfahrensschritte erfolgen:
• Verdünnen mit Wasser oder Puffer, · Behandlung mit Enzymen, zum Beispiel Proteasen, Nuklease, Lipasen,
• Zentrifugieren,
• Präzipitation,
• Kompetition mit Sonden, um eventuell vorhandene Antikörper zu verdrängen.
Unspezifisch gebundene Substanzen können durch Waschschritte entfernt werden. In einem weiteren Schritt können die immobilisierten Bioindikatoren mit einer oder mehreren für die weitere Detektion dienlichen Sonden markiert werden. Wie oben beschrieben können die einzelnen Schritte auch in einer anderen Reihenfolge erfindungsgemäß durchgeführt werden.
Durch geeignete Waschschritte werden überschüssige Sonden, die nicht an die Bio- Indikatoren gebunden sind, entfernt.
In einer Alternative des Verfahrens müssen diese überschüssigen Sonden nicht entfernt werden. Dadurch entfällt ein Waschschritt und es findet auch keine Gleichgewichtsverschiebung in Richtung der Dissoziation der Bioindikatoren-Sonden-Kom- plexe oder -Verbindungen statt. Durch die ortsaufgelöste Detektion werden die über- schüssigen Sonden bei der Auswertung nicht erfasst.
In einer Ausführung sind die Bindungsstellen der Bioindikatoren Epitope und die Fängermoleküle und/oder Sonden sind Antikörper und/oder Antikörperteile und/oder Fragmente hiervon. In einer weiteren vorteilhaften Ausführung werden Sonden eingesetzt, die wenigstens zwei verschiedene Epitope auf dem Bioindikator mit erhöhter
Avidität erkennen, wobei zu beachten ist, dass diese nicht bereits durch die Fängermoleküle belegt sind. Durch den Einsatz von wenigstens bi-spezifischen oder mehrspezifischen Sonden, die wenigstens zwei oder mehr als zwei Epitope auf dem Bioindikator erkennen, kann in einer vorteilhaften Weise die Spezifität des Nachweises er- höht werden.
In einer bevorzugten Ausführung der vorliegenden Erfindung unterscheiden sich die Fängermoleküle und die Sonden. So können z. B. unterschiedliche Antikörper und/oder Antikörperteile und/oder Fragmente als Fängermoleküle und als Sonden eingesetzt werden. In einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung werden verschiedene Sonden gleichzeitig eingesetzt.
In einer weiteren Alternative der vorliegenden Erfindung werden mindestens zwei o- der mehr unterschiedliche Fängermoleküle und/oder Sonden eingesetzt, die z. B. unterschiedliche Antikörper enthalten und gegebenenfalls auch unterschiedliche Fluoreszenzfarbstoffmarkierungen tragen.
Zur Detektion sind die Sonden so gekennzeichnet, dass sie ein optisch detektierba- res Signal aussenden, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Fluoreszenz-, Biolumineszenz- und Chemolumineszenz-Emission sowie Absorption.
Die Sonden sind vorzugsweise mit Fluoreszenzfarbstoffen markiert. Als Fluoreszenz- farbstoffe können die dem Fachmann bekannten Farbstoffe eingesetzt werden. Alternativ können GFP (Green Fluorescence Protein), Konjugate und/oder Fusionsproteine davon, sowie Quantendots verwendet werden.
Zur Qualitätskontrolle der Oberfläche, zum Beispiel beim Nachweis der Gleichmäßigkeit der Beschichtung mit Fängermolekülen, können Fängermoleküle gekennzeichnet mit Fluoreszenzfarbstoffen eingesetzt werden.
Hierzu wird bevorzugt ein Farbstoff verwendet, der nicht mit dem Nachweis des Fluoreszenzfarbstoffs der Sonde am Bioindikator interferiert. Dadurch wird eine nachträgliche Kontrolle des Aufbaus möglich sowie eine Normierung der Messergebnisse.
Die Detektion der immobilisierten und markierten Bioindikatoren erfolgt mittels Abbildung der Oberfläche, z. B. mit Laser Scanning Mikroskopie. Eine möglichst hohe
Ortsauflösung ermittelt eine hohe Anzahl an Bildpunkten, wodurch die Sensitivität sowie die Selektivität des Verfahrens erhöht werden können, da strukturelle Merkmale mit abgebildet und analysiert werden können. Somit erhöht sich das spezifische Signal vor dem Hintergrundsignal (z. B. unspezifisch gebundener Sonden). Die Detektion erfolgt beispielweise bevorzugt mit ortsauflösender Fluoreszenz-mikro- skopie durch ein TIRF-Mikroskop, sowie die entsprechenden superauflösenden Varianten davon, wie zum Beispiel STORM, dSTORM.
In einer Ausführung der vorliegenden Erfindung wird ein Laserfokus, wie er z. B. in der Laser-Scanning-Mikroskopie verwendet wird, oder ein FCS (Fluorescence Corre- lation Spectroscopy System) dazu eingesetzt, sowie die entsprechenden superauflösenden Varianten wie zum Beispiel STED, PALM oder SIM. Durch hoch-sensitive Fluoreszenzmikroskopie können nun alle einzelnen Fluoreszenz-markierten Sonden auf der Oberfläche detektiert und quasi einzeln gezählt werden. Diese erscheinen in den Bilddaten als Pixel mit einem Graustufenwert oberhalb des Hintergrundsignals (digitaler Readout). Damit ergibt sich auch die Menge an nachzuweisenden Zielmolekülen - prinzipiell mit Einzelmolekül-Sensitivität. Im Unterschied zu ELISA entstehen durch dieses Verfahren so viele Auslese-Werte, wie ortsaufgelöste Ereignisse (z. B. Pixel) vorhanden sind. Abhängig von der Anzahl an unterschiedlichen Sonden wird diese Information vorteilhaft vervielfacht. Diese Vervielfachung gilt für jedes Detekti- onsereignis und führt zu einem Informationsgewinn, da sie weitere Eigenschaften, z. B. ein zweites Merkmal, über Bioindikatoren offenbart. Durch so einen Aufbau kann für jedes Ereignis die Spezifität des Signales erhöht werden.
Die Sonden können derart ausgewählt werden, dass die Anwesenheit von einzelnen Bioindikatoren, wie z. B. einzelne Membranproteine, das Messergebnis nicht beein- flussen.
Die Sonden können derart ausgewählt werden, dass Bioindikatoren Spezies (Pheno- typen) für jeden einzelnen Bioindikator bestimmt werden können.
Zusätzliche Sonden können derart ausgewählt werden, dass sie die Unterscheidung zwischen DNA/ RNA-enthaltenden Bioindikatoren und damit Aufschluss über das In- nere der Bioindikatoren geben können. Beispielweise können hierzu DNA/RNA- bindende Fluorophore wie DAPI von Hoechst verwendet werden.
Zur Auswertung werden die ortsaufgelösten Informationen, z. B. die Fluoreszenz-Intensität, aller eingesetzten und detektierten Sonden herangezogen, um z. B. die Anzahl einzelner Bioindikatoren, deren Größe und deren Merkmale zu bestimmen.
Dabei können z. B. auch Algorithmen der Hintergrundminimierung und/oder auch In- tensitäts-Schwellenwerte für die weitere Auswertung sowie der Mustererkennung angewandt werden.
Weitere Bildanalyse-Optionen beinhalten z. B. die Suche nach lokalen Intensitätsma- xima, um aus der Bildinformation die Zahl an detektierten Bioindikatoren zu erhalten und auch die Partikelgrößen bestimmen zu können. Um die Testergebnisse miteinander über Entfernungen, Zeiten und Experimentatoren hinweg vergleichbar zu machen, können interne und/oder externe Standards eingesetzt werden.
Im Folgenden werden beispielhaft zwei mögliche Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben: a) Konsekutives Verfahren:
In dieser Ausführung des Verfahrens werden simultan mehrere verschiedene Bioindikatoren in einer einzigen Probe quantifiziert.
Dazu werden verschiedene Fängermoleküle jeweils auf verschiedene Bereiche der Oberfläche des Substrats, wie beispielsweise eine Glas- oder Kunststoffplatte mit Bohrungen zur Aufnahme von Proben, aufgebracht (gespottet, siehe Figur 1). Anschließend wird die zu untersuchende Probe aufgebracht und die zu analysierenden unterschiedlichen Bioindikatoren werden auf den jeweiligen Bereichen mit Hilfe der für die jeweiligen unterschiedlichen Bioindikatoren spezifischen Fängermoleküle immobilisiert. Zur Detektion werden verschiedene Sonden eingesetzt, welche die zu analysierenden Bioindikatoren spezifisch erkennen und an diese spezifisch binden. Diese Sonden können mit demselben Fluorochrom oder mit unterschiedlichen Flu- orochromen markiert sein. Schließlich werden die jeweiligen Bereiche der Probenplatte nacheinander (Bioindikator 1, 2, 3, 4, usw.) durch Fluoreszenzmikoskopie ausgelesen. Die verschiedenen Bioindikatoren werden dann in ihren jeweiligen Farbka- nälen ortsabhängig detektiert oder in einem Farbkanal ortsabhängig detektiert.
b) Simultanes Verfahren:
In dieser Ausführung des Verfahrens werden simultan mehrere verschiedene Bioindikatoren in einer einzigen Probe quantifiziert.
Dazu wird ein Gemisch von Fängermolekülen auf die verschiedenen Bereiche der Oberfläche des Substrats, wie beispielsweise eine Glas- oder Kunststoffplatte mit Bohrungen zur Aufnahme von Proben, aufgebracht. Anschließend wird die zu untersuchende Probe mit den unterschiedlichen Bioindikatoren aufgebracht und die zu analysierenden unterschiedlichen Bioindikatoren werden auf der Oberfläche mit Hilfe der für die jeweiligen unterschiedlichen Bioindikatoren spezifischen Fängermoleküle immobilisiert. Zur Detektion werden verschiedene Sonden eingesetzt, die spezifisch an die zu analysierenden Bioindikatoren binden. Die verschiedenen Sonden sind jeweils mit verschiedenen Fluorochromen markiert. Schließlich wird die Oberfläche durch Fluoreszenzmikroskopie ausgemessen; die verschiedenen Bioindikatoren können dann in ihren jeweiligen Farbkanälen spezifisch detektiert werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Kit enthaltend eine oder meh rere der folgenden Komponenten:
- Substrat, optional mit hydrophiler Oberfläche,
- Fängermolekül(e),
- Sonde,
- Substrat mit Fängermolekül,
- Lösungen,
- Standard,
- Puffer.
Als Standard kann hier vorzugsweise das Monomer des zu untersuchenden Bioindikators eingesetzt werden, wobei dieses Monomer vorzugsweise aus einem Organismus gewonnen wird, der rekombinant hergestellt oder chemisch synthetisiert wurde. Der Standard muss zumindest alle Sequenzen bzw. Strukturen aufweisen, die auch von den eingesetzten Sonden und Fängermolekülen erkannt werden und eine möglichst ähnliche Affinität, insbesondere einen ähnlichen KD-Wert, aufweisen.
Die Verbindungen und/oder Komponenten des Kits der vorliegenden Erfindung können in Behältern gegebenenfalls mit/in Puffern und/oder Lösung, verpackt sein.
Alternativ können einige Komponenten in demselben Behälter verpackt sein. Zusätzlich dazu oder alternativ dazu könnten eine oder mehrere der Komponenten an ei- nem festen Träger, wie z. B. einer Glasplatte, einem Chip oder einer Nylonmembran oder an die Vertiefung einer Mikrotiterplatte, absorbiert sein. Dann umfasst das Substrat eine solche Mikrotiterplatte.
Ferner kann das Kit Anweisungen für den Gebrauch des Kits für eine beliebige der Ausführungsformen enthalten. In einer weiteren Variante des Kits sind auf dem Substrat die oben beschriebenen Fängermoleküle bereits immobilisiert. Zusätzlich kann das Kit Lösungen und/oder Puffer enthalten. Zum Schutz der Beschichtung und/oder der darauf immobilisierten Fängermoleküle können diese mit einer Lösung odereinem Puffer überschichtet vorliegen. Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Nachweis von Bioindikatoren in beliebigen Proben zur Quantifizierung und damit Titerbestimmung von Bioindiaktoren.
Vorteilhaft kann das Verfahren damit auch den Nachweis einer Erkrankung, wie z. B. Kardiovaskulären-, Nieren- und Krebserkrankungen, den Nachweis einer Immunant- wort erbringen. Das Verfahren kann in der Wirkstoffentwicklung, der direkten und absoluten Quantifizierung der Bioindikatoren, bei der Therapie begleitenden Diagnostik (target engagement), der Differentialdiagnostik, dem Nachweis von Protein-Protein- Interaktion und/oder bei der Typisierung von Bioindikatoren eingesetzt werden.
Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung des erfindungs- gemäßen Verfahrens zur Überwachung von Therapien mit Bioindikatoren sowie zur Überwachung und/oder die Überprüfung der Wirksamkeit von Wirkstoffen und/oder Heilverfahren. Das Verfahren kann daher bei klinischen Tests, Studien als auch beim Therapie-Monitoring eingesetzt werden. Hierzu werden Proben gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren vermessen und die Ergebnisse verglichen. Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bestimmung der Wirksamkeit von Wirkstoffen gegen
erkrankte Zellen. Dabei werden die Ergebnisse anhand der Charakterisierung von Bi oindikatoren in Proben miteinander verglichen. Bei den Proben handelt es sich entsprechend um Körperflüssigkeiten, entnommen vor beziehungsweise nach, oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach Gabe der Wirkstoffe beziehungsweise Durchführung des Heilverfahrens. Erfindungsgemäß werden die Ergebnisse mit einer Kontrolle verglichen, die nicht dem Wirkstoff und/oder Heilverfahren unterworfen wurde. Anhand der Ergebnisse werden Wirkstoffe und/oder Heilverfahren ausgewählt.
Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Durchführung des erfin dungsgemäßen Verfahrens zur Bestimmung, ob eine Person in einer klinischen Stu die aufgenommen wird. Hierzu werden Proben gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren vermessen und in Bezug auf einen Grenzwert die Entscheidung getroffen.
Spezieller Beschreibungsteil:
Nachfolgend wird der Gegenstand der Erfindung an Hand von Figuren und Ausfüh rungsbeispielen erläutert, ohne, dass der Gegenstand der Erfindung hierdurch auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt wird.
Figur 1 : Probenplatte zum gleichzeitigen Nachweis verschiedener Bioindikatoren
Figur 2: Nachweis von Bioindikatoren mit Quantumdots (Qdots)
Figur 3: Nachweis von Bioindikatoren mit Quantumdots (Qdots) in Verbindung mit Biotin/ Streptavidin
Figur 4: Nachweis von Streptavidin in unterschiedlichen Konzentrationen
Figur 5: Nachweis eines monomeren Protein-Konstrukts 2ALFA2GFP in unter schiedlichen Konzentrationen
Figur 1 zeigt eine Probenplatte zum gleichzeitigen Nachweis von verschiedenen Bio indikatoren innerhalb eines Untersuchungsansatzes.
Figur 1 zeigt eine Probenplatte zum gleichzeitigen Nachweis von verschiedenen Bio indikatoren innerhalb eines Untersuchungsansatzes, auch Multiplex-Verfahren genannt, bei dem die Glasoberfläche der Probenplatte vier Bereiche, insbesondere Bohrungen oder Vertiefungen, aufweist, die jeweils als Reaktionsraum für das erfin dungsgemäße Verfahren genutzt werden können.
Dieses Verfahren wird im Folgenden beispielhaft beschrieben.
In der folgenden Ausgestaltung des Verfahrens werden konsekutiv in einem Untersuchungsansatz mehrere verschiedene Bioindikatoren in einer einzigen Probe quantifiziert. Dazu werden verschiedene Fängermoleküle auf verschiedene Bereiche der Probenplatten-Oberfläche aufgebracht, auch als gespottet bezeichnet. In Figur 1 sind dies die vier unterschiedlich schraffierten quadratischen Bereiche, insbesondere Bohrungen oder Vertiefungen der Probenplatte. Anschließend wird die Probe aufgebracht, und die zu analysierenden Bioindikatoren werden mit Hilfe der spezifischen Fängermoleküle auf dem jeweiligen Bereich immobilisiert. Zur Detektion werden ver- schiedene Sonden eingesetzt, die die zu analysierenden Bioindikatoren erkennen. Diese Sonden können mit demselben Fluorochrom oder mit unterschiedlichen Flu- orochromen markiert sein. Schließlich werden die jeweiligen Spots nacheinander (Bioindikator 1, 2, 3, 4, usw.) durch Fluoreszenzmikoskopie ausgelesen. Die verschiedenen Bioindikatoren werden dann entsprechend ihren jeweiligen Farbkanälen orts- abhängig detektiert oder in einem Farbkanal ortsabhängig detektiert.
In einer weiteren alternativen Ausführung des Verfahrens werden simultan mehrere Bioindikatoren in einer einzigen Probe quantifiziert. Dazu wird ein Gemisch von Fängermolekülen auf die dafür vorgesehenen Bereiche/ Bohrungen oder Vertiefungen der Probenplatte aufgebracht. Anschließend wird in diese Bereiche die Probe aufge- bracht, und die zu analysierenden Bioindikatoren werden auf der Oberfläche immobilisiert. Zur Detektion werden verschiedene Sonden eingesetzt, die an die zu analysierenden Bioindikatoren binden. Die verschiedenen Sonden sind jeweils mit verschiedenen Fluorochromen markiert. Schließlich wird die Oberfläche durch Fluoreszenzmikroskopie ausgelesen; die verschiedenen Bioindikatoren werden dann in ihren je- weiligen Farbkanälen detektiert.
Figur 2 zeigt einen erfindungsgemäßen Nachweis von Bioindikatoren unter Verwendung von Quantumdots (Qdot). Die Qdots werden zunächst mit einem Fängermolekül (B) für den Bioindikator (A) beschichtet. Die mit den Fängermolekülen (B) beschichteten Qdots werden in Schritt 1 direkt in die Probe gegeben und binden spezi- fisch den Bioindikator (A). Nach einer Inkubation wird in Schritt 2 das Bioindikator
(B)/Qdot-Gemisch auf die Oberfläche einer Probenplatte, beispielsweise eine Mikrotiterplatte, aufgebracht. Die Oberfläche der Probenplatte (C) ist mit Fängermolekülen
(B) beschichtet, die jedoch eine andere Bindungsstelle auf dem Bioindikator (A) erkennen. Nicht auf der Oberfläche der Probenplatte (C) gebundene Bestandteile werden durch Waschen entfernt. Anschließend wird die Oberfläche (C) mit Hilfe von beispielsweise Fluoreszenzmikroskopie ausgewertet, welche die auf der Oberfläche der Probenplatte (C) gebundenen fluoreszierenden Qdots detektiert.
Figur 3 zeigt einen erfindungsgemäßen Nachweis von Bioindikatoren (A) unter Verwendung von Quantumdots (Qdots), die mit einem Fängermoleküle (B) für den Bioindikator (A) beschichtet sind. Die beschichteten Qdots werden in Schritt 1 direkt in die Probe gegeben und binden spezifisch den Bioindikator (A) aus der Probe. Anschlie- ßend wird in Schritt 2 ein zweites Fängermolekül (B) zugegeben, welches mit einem Biotin-Molekül (D) markiert ist. Die Zugabe von Qdots und biotinylierten Fängerantikörpern (B-D), kann auch in umgekehrter Reihenfolge erfolgen. Nach einer Inkubation wird dieses Gemisch gebundener Bioindikator-Qdots in Schritt 3 auf die Oberfläche einer Probenplatte (C), beispielsweise eine Mikrotiterplatte, aufgebracht. Die Oberfläche der Probenplatte (C) ist mit Streptavidin (E) beschichtet. Nicht auf der Oberfläche der Probenplatte (C) gebundene Bestandteile werden durch Waschen entfernt. Anschließend wird die Oberfläche (C) mit Hilfe von beispielsweise Fluoreszenzmikroskopie ausgewertet, welche die auf der Oberfläche der Probenplatte (C) gebundenen fluoreszierenden Qdots detektiert. Figur 4 zeigt einen Nachweis von Streptavidin in unterschiedlichen Konzentrationen.
Auf der Abszisse (X-Achse) sind die unterschiedlichen Streptavidin-Konzentrationen aufgetragen, angegeben sowohl als femtomolare (fM) bis picomolare (pM) Angabe (obere Zahlenreihe) als auch in entsprechender mg/ml (untere Zahlenreihe) Angabe. Auf der Ordinate (Y-Achse) sind die Zahlenwerte des Detektionssignals, und zwar des TIRF Mikroskops angegeben. Die Zahlenwerte geben die Anzahl der detektierten Pixel an.
Gemäß Figur 4 kann eine Detektion von Streptavidin in einer dekadischen Verdünnungsreihe bis 1 femtomolar (fM) bzw. 5*10'11 mg/ml nachgewiesen werden.
Als Probe wurde fluoreszenzmarkiertes Streptavidin-Alexa Fluor633 verwendet und in salinem tris(hydroxymethyl)aminomethan (TBS) bei pH 7,4 verdünnt. Als Negativkontrolle (0) wurde der zuvor genannte Verdünnungspuffer TBS verwendet.
Für das Ausführungsbeispiel wurden kommerzielle Mikrotiterplatten (Greiner Bio-one; Sensoplate Plus) mit 384 Reaktionskammern (RK) und Glasboden verwendet.
Zunächst wurde die Oberfläche der Mikrotiterplatte aufgebaut bzw. funktionalisiert. Hierfür wurde in die RK der Mikrotiterplatte jeweils 40 pl 1%iges Bovines Serumal bumin (BSA, Applichem) in phosphatgepufferte Salzlösung (PBS, Sigma Aldrich ge geben und über Nacht bei 4°C inkubiert.
Nach der Inkubation wurde die Mikrotiterplatte mit den Reaktionskammern (RK) drei mal mit PBS gewaschen. Anschließend erfolgte je RK die Zugabe von 20 pl 1mM EZ-Link NHS-PEG4-Biotin (ThermoScientific) als Fängermolekül und einer Inkuba tion für 30 min bei Raumtemperatur (RT). Nach dreimaligen Waschen mit PBS wur den die RK der Mikrotiterplatte mit jeweils 40 mI 1 %iger BSA in PBS geblockt, für 1 h bei RT inkubiert und danach fünfmal mit salinem tris(hydroxymethyl)aminomethan (TBS, Serva) mit 0,05% Tween-20 (Applichem) (TBS-T) und fünfmal mit salinem tris(hydroxymethyl)aminomethan (TBS) gewaschen. Die Probe Streptavidin, konju giert mit Alexa Fluor 633 (ThermoScientific), wurde sequentiell in TBS verdünnt und in vierfacher Ausführung je 20 mI Probe in die RK aufgetragen und über Nacht bei 4°C inkubiert. Nach der Inkubation wurden die RK fünfmal mit TBS gewaschen, mit 70 mI TBS mit 0,03% ProClin (SigmaAldrich) je RK versetzt, um bakterielles Wachstum zu verhindern, und mit einer Folie versiegelt. Da die Probe selber fluoreszenz markiert ist, kann sie direkt detektiert werden.
Zum Nachweis der monomeren Proteine wurde eine ortsaufgelöste Mikroskopie durchgeführt. Die Messung erfolgte im TIRF Mikroskop (Leica) mit einem 100 fach Öl Immersionsobjektiv. Hierfür wurde der Glasboden der Mikrotiterplatte reichlich mit Im mersions-Öl bestrichen und die Mikrotiterplatte in die automatisierte Bühne des Mikroskops eingebracht. Danach wurde je RK an 5 x 5 Positionen im Fluoreszenzkanal Ex/Em=633/705 nm je ein Bild (1000 x 100 pixel) konsekutiv aufgenommen, um so viele Datenpunkte zu erhalten, dass die Detektion einzelner Proteinmoleküle vor dem Hintergrundsignal möglich wurde. Es wurde die maximale Laserleistung (100%), eine Belichtungszeit von 500 ms und ein Verstärkungswert von 1000 gewählt. Die Bildda ten wurden danach ausgewertet. Intensitätsschwellenwerte wurde für jeden Kanal bei 0,001% Graustufen der gemittelten Negativkontrolle gesetzt. Anschließend wurde die Anzahl der Pixel über alle Bilder in jeder RK gemittelt und danach die Mittelwerte
der mittleren Pixelzahlen der Replikatwerte ermittelt und die Standardabweichung angegeben.
Die Werte sind in Figur 4 gezeigt. Die Ergebnisse zeigen einen linearen Zusammen hang zwischen der Konzentration und dem Messsignal über 6 Log Stufen. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Probe bis zu einer Konzentration von wenigstens 1 fM bzw. 5*1011 mg/ml von der Negativkontrolle unterschieden werden.
Dieses Ausführungsbeispiel zeigt, dass die Nachteile anderer Verfahren, wie bei spielsweise der geringe dynamische Messbereich und eine maximale Sensitivität nur bis in den picomolaren Bereich, mit dem erfindungsgemäßen Verfahren überwunden werden kann. Die Werte dieses Ausführungsbeispiels zeigen einen dynamischen Messbereich über 6 Log Stufen und eine Sensitivität im femtomolaren Bereich.
Figur 5 A und B zeigen einen Nachweis des monomeren Protein-Konstrukts 2ALFA2GFP in unterschiedlichen Konzentrationen und zwar in einer Verdünnungsreihe von 10 pM bzw. 6*107 mg/ml bis 100 fM bzw. 6*109 mg/ml. Auf der Abszisse (X-Achse) sind die unterschiedlichen Protein-Konzentrationen des 2ALFA2GFP auf getragen, angegeben sowohl als femtomolare (fM) bis picomolare (pM) Angabe (obere Zahlenreihe) als auch in entsprechender mg/ml (untere Zahlenreihe) Angabe. Auf der Ordinate (Y-Achse) sind die Zahlenwerte des Detektionssignals, und zwar des TIRF Mikroskops angegeben. Die Zahlenwerte geben die Anzahl der detektierten Pixel an.
Als Beispiel für den Nachweis eines Bioindikators wurde in diesem Ausführungsbei spiel das monomere Protein-Konstrukt 2ALFA2GFP verwendet, welches aus zwei ALFA-Protein-Teilen [11] und zwei GFP-Proteinen (green fluorescent protein) besteht. Dieses Konstrukt wurde in einer Verdünnungsreihe von 10 picomolar (pM) bis 100 femtomolar (fM) in salinem tris(hydroxymethyl)aminomethan (TBS) bei pH 7,4 verdünnt. Als Negativkontrolle (0) wurde der Verdünnungspuffer TBS verwendet. Als Sonde wurde der Einzeldomänenantikörper anti-ALFA, fluoreszenz-konjugiert mit AlexaFluor647, (FluoTag-X2 anti-ALFA, NanoTag) benutzt, der an den ALFA-Teil des 2ALFA2GFP Protein-Konstrukts bindet.
Für dieses Protein-Konstrukt wurden der ALFA-Tag und das GFP-Protein ausge wählt, weil diese an ihre jeweiligen Einzeldomänenantikörper mit einer Affinität im pi comolaren Bereich binden.
Konkrete Ausführung
Für das Ausführungsbeispiel wurden kommerzielle Mikrotiterplatten mit 384 Reaktionskammern (RK) und Glasboden (Thermo Scientific) verwendet.
Als Fängermolekül wurde der anti-GFP Einzeldomänenantikörper (GFP VHH, recombinant binding protein, gt-250, chromotek) in einer Konzentartion von 5 pg/ml eingesetzt, der in TBS verdünnt wurde. 40 pl dieser Lösung wurden jeweils in die Re- aktionskammem (RK) gegeben und über Nacht bei 4°C inkubiert. Nach der Inkubation wurden die Reaktionskammern (RK) fünfmal mit TBS-T und fünfmal mit TBS gewaschen. Anschließend wurden die Reaktionskammern (RK) jeweils mit 80 pl 1% BSA in TBS geblockt, für 1 h bei Raumtemperatur (RT) inkubiert und danach wieder fünfmal mit TBS-T und fünfmal mit TBS gewaschen. Die Probe (Protein-Konstrukt 2ALFA2GFP) wurde sequentiell in TBS verdünnt und in vierfacher Ausführung jeweils 20 mI Probe in die Reaktionskammern (RK) aufgetragen und über Nacht bei 4°C inkubiert. Nach der Inkubation wurden die Reaktionskammern (RK) fünfmal mit TBS gewaschen. Anschließend erfolgte die Zugabe der Sonde anti-ALFA-CF647 (20 mI) und eine Inkubation bei RT für 1 h. Danach wurden die Reaktionskammern (RK) fünfmal mit TBS gewaschen, mit jeweils 80 mI TBS mit 0,03% ProClin (SigmaAldrich) versetzt, um bakterielles Wachstum zu verhindern, und mit einer Folie versiegelt.
Zum Nachweis der monomeren Proteine wurde eine ortsaufgelöste Mikroskopie durchgeführt. Die Messung erfolgte im TIRF Mikroskop (Leica) mit einem 100-fach Öl-Immersionsobjektiv. Hierfür wurde der Glasboden der Mikrotiterplatte reichlich mit Immersions-Öl bestrichen und die Platte in die automatisierte Bühne des Mikroskops eingebracht. Danach wurde je Reaktionskammer (RK) an 5 x 5 Positionen in zwei Fluoreszenzkänalen (Ex/Em=633/715 nm und 488/525 nm) je ein Bild (1000 x 100 pixel) konsekutiv aufgenommen, um so viele Datenpunkte zu erhalten, dass die Detektion einzelner Proteinmoleküle vor dem Hintergrundsignal möglich wurde. Es wurde die maximale Laserleistung (100%), eine Belichtungszeit von 1000 ms und ein Verstärkungswert von 1300 gewählt. Die Bilddaten wurden danach ausgewertet. Intensitätsschwellenwerte wurde für jeden Kanal bei 0,001% Graustufen der gemittel- ten negativ Kontrolle gesetzt. Anschließend wurde die Anzahl der Pixel über alle Bilder in jeder Reaktionskammer gemittelt und danach die Mittelwerte der Mittleren Pixelzahlen der Replikatwerte ermittelt und die Standardabweichung angegeben.
Die Werte sind in der Figur 5 gezeigt. In Figur 5 A wird das monomere Protein direkt über die Fluoreszenz von GFP im Kanal 488 detektiert, in Figur 5 B wird das Protein über die Sonde anti-ALFA-AF647 im Kanal 633 detektiert. Der Nachweis des Proteins über die Sonde ist vergleichbar mit dem direkten Nachweis des Proteins über den fluoreszierenden GFP-Anteil in seiner monomeren Ausgestaltung. Dieser Vergleich verdeutlicht die Sensitivität des Verfahrens.
Die Ergebnisse zeigen einen linearen Zusammenhang zwischen der Konzentration des eingesetzten Protein-Konstrukts und dem Messsignal. Mit diesem Ausführungsbeispiel kann gezeigt werden, dass das erfindungsgemäße Verfahren dazu geeignet ist, das Protein-Konstrukt in seiner monomeren Ausgestaltung bis zu einer Konzentration von 100 fM bzw. 6*10-9 mg/ml zu detektieren und von der Negativkontrolle zu unterscheiden. Die Werte dieses Ausführungsbeispiels zeigen einen dynamischen Messbereich über 3 Log Stufen und eine Sensitivität im femtomolaren Bereich.
Auch dieses Ausführungsbeispiel zeigt, dass die Nachteile anderer Verfahren, wie der geringe dynamische Messbereich und eine maximale Sensitivität nur bis in den picomolaren Bereich, mit dem erfindungsgemäßen Verfahren überwunden werden können.
Literaturquelle:
[11] Götzke H, et al. “The ALFA-tag is a highly versatile tool for nanobody-based bio- Science applications”. Nat Commun. 2019 Sep 27; 10(1):4403. doi: 10.1038/s41467- 019-12301-7. PMID: 31562305; PMCID: PMC6764986.