Beschreibung
Beschichtungsvorrichtung und Beschichtungsverfahren mit unterteilten Pulsen
Die Erfindung betrifft Beschichtungsverfahren und Beschichtungsvorrichtungen. Insbesondere betrifft die Erfindung Verfahren und Vorrichtungen zum Beschichten eines Körpers mittels Kathodenzerstäubung, wobei zumindest einer Kathode elektrische Leistung gemäß dem HIPIMS-Verfahren zugeführt wird.
Es ist bekannt, Körper oder Teile von Körpern mit einer Oberflächenbeschichtung zur Verbesserung der mechanischen oder chemischen Eigenschaften zu versehen. Insbesondere für Werkzeuge und Bauteile, die einem Verschleiß unterliegen, ist es bekannt, Funktionsflächen mit Beschichtungen zu versehen.
Als Beschichtungen sind insbesondere Hartstoffschichten bekannt. Zur Bildung von dünnen Beschichtungen sind neben CVD-Verfahren besonders PVD-Beschichtungsverfahren bekannt, insbesondere die Verfahren der Kathodenzerstäubung.
Im Bereich der Kathodenzerstäubung ist das HIPIMS-Verfahren (High Power Impulse Magnetron Sputtering) von besonderem Interesse. Im Gegensatz zu herkömmlicher Kathodenzerstäubung, bei der Kathoden mit gleichbleibender elektrischer Leistung, bspw. mittels Gleichspannung betrieben werden, werden bei HIPIMS kurze elektrische Pulse hoher Spannung an die Kathode angelegt und dabei sehr hohe Peak-Leistungen erreicht. Im Ergebnis wird eine gegenüber herkömmlicher Kathodenzerstäubung deutlich erhöhte Ionisation des Plasmas erzielt, woraus sich vorteilhafte Eigenschaften der damit erzeugten Beschichtungen ergeben.
In aktuellen Weiterentwicklungen des HIPIMS-Verfahrens ist vorgeschlagen worden, die den Kathoden zugeführten elektrischen Pulse zu unterteilen, d.h. statt eines durchgehenden Kathodenpulses eine Abfolge von kürzeren Pulsen anzulegen, die hier als Kathodensubpulse
bezeichnet werden und in ihrer Abfolge einen unterteilten Kathodenpuls bilden. Dieses Verfahren wird als „chopped HIPIMS“ oder auch als DOMS (deep oscillation magnetron sputtering) bezeichnet.
So offenbart Barker et al, „Modified high power impulse magnetron sputtering process for increased deposition rate of titanium“, Journal of Vacuum Science & Technology A: Vacuum, Surfaces and Films 31, 060604 (2013) die Abscheidung von Titan-Schichten mittels eines modifizierten HIPIMS-Verfahrens, bei dem HIPIMS-Pulse in eine Puls-Sequenz unterteilt werden. Puls-Sequenzen einer Dauer von 100 ps werden bei einer Frequenz von 200 Hz und durchschnittlicher Leistung von 0,75 kW in verschiedenen Sequenzfolgen angelegt mit 4 oder 2 Mikropulsen unterschiedlicher Dauer sowie mit unterschiedlicher Ausschaltdauer. Es wird von einem maßgeblichen Effekt der unterteilten HIPIMS-Pulse auf die Abscheiderate berichtet, die über der von herkömmlichen HIPIMS-Verfahren liegt.
Barker et al, „An investigation of c-HiPIMPS discharges during titanium deposition“, Surface & Coatings Technology 258 (2014) 631 - 638 berichten von mittels chopped HIPIMS abgeschiedenen Titan-Schichten unter Nutzung von Pulssequenzen mit 4 oder 8 Mikropulsen. Es wird bei längerer Verzögerung zwischen Mikropulsen von einer deutlich erhöhten Abscheiderate berichtet, die aus der Ionisierung des Plasmas erklärt wird.
Die EP 2587518 Ai offenbart eine Vorrichtung zur Herstellung von mindestens im Wesentlichen wasserstofffreien ta-C-Schichten auf Substraten (Werkstücken) aus Metall oder Keramikmaterialien. Eine Vakuumkammer ist mit einer Vakuumpumpe und mit einer Quelle für inertes Gas verbunden. Eine Stützvorrichtung ist für die Substrate (Werkstücke) vorgesehen. Mindestens eine Graphitkathode mit einer zugeordneten Magnetanordnung, die ein Magnetron bildet, dient als Quelle für Kohlenstoffmaterial. Eine Bias- Leistungsversorgung dient zum Anlegen einer negativen Vorspannung an das Substrat. Eine Kathodenleistungsversorgung ist mit der Graphit-Kathode und einer zugehörigen Anode verbunden und zur Übertragung von Hochleistungsimpulssequenzen in (vorzugsweise programmierbaren) Zeitintervallen ausgelegt. Jede Hochleistungsimpulssequenz umfasst eine Reihe von Hochfrequenz-Gleichstromimpulsen, die angepasst sind, um gegebenenfalls nach einer Aufbauphase, der mindestens einen Graphitkathode zugeführt zu werden.
Die EP 3457428 Ai offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verarbeiten eines Substrats in einem Halbleiterbearbeitungssystem. Das Verfahren beginnt mit der Initialisierung eines Impulssynchronisationsreglers, der zwischen einem Impuls-HF- Vorspannungsgenerator und einem HIPIM-Generator gekoppelt ist. Ein erstes Zeitsignal wird von der Impulssynchronisationssteuerung an den Impuls-HF-Vorspannungsgenerator und den HIPIM-Generator gesendet. Ein Sputtertarget und eine HF-Elektrode, die in einem Substratträger angeordnet sind, werden basierend auf dem ersten Zeitsignal erregt. Das Target und die Elektrode werden basierend auf einem Ende des Zeitsteuerungssignals abgeschaltet. Ein zweites Zeitsignal wird von der Impulssynchronisationssteuerung an den Impuls-HF-Vorspannungsgenerator gesendet, und die Elektrode wird erregt und abgeschaltet, ohne das Target als Reaktion auf das zweite Zeitsteuerungssignal zu erregen.
Die US 2008/0135400 Ai offenbart eine Vorrichtung zum Sputtern eines Targets zur Erzeugung einer Beschichtung auf einem Substrat. Die Vorrichtung umfasst ein Magnetron mit einer Kathode und einer Anode. Eine Stromversorgung ist mit dem Magnetron verbunden und mindestens ein Kondensator ist mit der Stromversorgung verbunden. Die Vorrichtung umfasst auch eine Induktivität, die betriebsmäßig mit dem Kondensator verbunden ist. Ein erster Schalter verbindet die Stromversorgung funktionsfähig mit dem Magnetron, um das Magnetron gemäß einem ersten Impuls aufzuladen. Ein zweiter Schalter ist angeschlossen, um das Magnetron gemäß einem zweiten Impuls zu entladen.
Es kann als Aufgabe angesehen werden, Verfahren und Vorrichtungen vorzuschlagen, mit denen unter Nutzung des chopped HIPIMS Verfahrens auf besonders günstige Weise Beschichtungen mit vorteilhaften Eigenschaften abgeschieden werden können.
Zur Lösung der Aufgabe wird ein Beschichtungsverfahren gemäß Anspruch 1 und eine Beschichtungsvorrichtung gemäß Anspruch 19 vorgeschlagen, bei denen am zu beschichtenden Substrat eine Bias-Spannung mit einer speziellen Pulsform angelegt wird.
Abhängige Ansprüche beziehen sich auf jeweils vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
Erfindungsgemäß wird ein Beschichtungsverfahren bzw. eine Beschichtungsvorrichtung
vorgeschlagen zum Beschichten eines Körpers, auch bezeichnet als Substrat. Bei dem Substrat kann es sich insbesondere um ein Werkzeug handeln. Üblicherweise wird eine Vielzahl einzelner Körper gleichzeitig beschichtet.
Erfindungsgemäß ist eine Vakuumkammer mit zumindest einer Magnetron-Kathode mit einem Target vorgesehen, in der der Körper (Substrat) angeordnet wird. Durch Zuführung elektrischer Leistung zur der Magnetron-Kathode wird ein Plasma generiert, das Target zerstäubt und eine Beschichtung auf dem Körper abgeschieden, indem Bestandteile des Plasmas auf der Substratoberfläche abgelagert werden. Dabei wird die elektrische Leistung gemäß dem HIPIMS-Verfahren pulsförmig zugeführt in Form von Kathodenpulsen, periodisch mit einer Periodendauer T. Gemäß der chopped HIP IMS Variante des Verfahrens ist dabei jeder Kathodenpuls unterteilt in mindestens zwei Kathodensubpulse, zwischen denen eine Kathodensubpulspause liegt, in der keine oder eine gegenüber den Kathodensubpulsen deutlich verringerte elektrische Leistung anliegt. Die Kathodenpulse bilden somit Sequenzen aus zeitlich beabstandeten Kathodensubpulsen.
Die erfindungsgemäße Beschichtungs vorrichtung weist eine Vakuumkammer auf mit einer Aufnahme für den Körper und mit mindestens einer Magnetron-Kathode mit einem Target sowie eine elektrischen Kathoden-Leistungsversorgung und eine Steuervorrichtung. Die Kathoden-Leistungsversorgung ist zur Zuführung elektrischer Leistung zu der Magnetron- Kathode gemäß dem HIPIMS-Verfahren ausgebildet, so dass Kathodenpulse periodisch innerhalb der Periodendauer T zum Generieren des Plasmas und Zerstäubung des Targets zugeführt werden. Die Steuervorrichtung ist ausgebildet zur Ansteuerung der elektrischen Kathoden-Leistungsversorgung, so dass einzelne, einige oder alle Parameter der der Magnetron-Kathode zugeführten elektrischen Leistung gesteuert werden können, insbesondere Leistung, Frequenz, Pulsform und/oder -abfolge, etc. Die Steuervorrichtung ist ausgebildet zur Ansteuerung der elektrischen Kathoden-Leistungsversorgung gemäß einer solchen Sequenz, dass jeder der Kathode zugeführte Kathodenpuls mindestens zwei Kathodensubpulse und eine dazwischenliegende Kathodensubpulspause umfasst. Die Steuervorrichtung kann insbesondere eine programmierbare Steuerung sein, mit der bevorzugt neben der Kathoden-Leistungsversorgung auch weitere Funktionen der Beschichtungsvorrichtung gemäß einem Beschichtungsprogramm zeitabhängig gesteuert werden, insbesondere eine Bias-Leistungsversorgung und/oder die Zuführung von Prozess- und/oder Reaktivgasen.
Die gemäß dem chopped HIPIMS-Verfahren vorgesehenen Sequenzen von Kathodensub- pulsen haben als Vorteil, dass die Gefahr der Ausbildung von elektrischen Bogenentladungen verringert wird bzw. sich ausbildende Bogenentladungen durch eine folgende Subpulspause beendet werden. Zudem kann durch die Sequenzen von Kathodensubpulsen eine noch höhere Ionisation des Plasmas erreicht werden als bei durchgängigen HIPIMS- Kathodenpulsen.
Die Kathodenpulse werden dabei als Spannungspulse angelegt, so dass sich nachfolgende Darstellungen und Angaben zu Dauer, Pulsform, Abfolge etc. stets auf eine Betrachtung der Spannung an der Magnetron-Kathode beziehen. Der sich dabei einstellende Strom und damit die elektrische Leistung hängen dabei von Verhältnissen im Plasma, insbesondere der Ionisierung ab.
Die Kathodenpulse können verschiedene Sequenzen von Kathodensubpulsen umfassen. Bevorzugt handelt es sich um Spannungspulse. Als vorteilhaft erwiesen haben sich Sequenzen von bspw. 2 - io Kathodensubpulsen je Kathodenpuls, bevorzugt 3 - 8 Kathodensubpulsen, weiter bevorzugt 4 - 6 Kathodensubpulse. Die Dauer der Kathodensubpulse kann generell bspw. bei 4 - 80 ps liegen, bevorzugt bei 5 - 50 ps oder 6 - 35 ps, besonders bevorzugt bei 8 - 25 ps. Dabei können, wie nachfolgend erläutert wird, die Kathodensubpulse stets gleiche Dauer haben, wobei allerdings Sequenzen bevorzugt sind, innerhalb derer Kathodensubpulse unterschiedliche Dauer haben.
Innerhalb der jeweiligen Sequenzen von Kathodensubpulsen befinden sich jeweils Katho- densubpulspausen zwischen den Kathodensubpulsen. Die Dauer der Kathodensubpulspau- se(n) ist bevorzugt im Mittel kürzer als die Dauer der Kathodensubpulse. Bspw. kann die Dauer der Kathodensubpulspause(n) bei 2 - 30 ps liegen, bevorzugt bei 5 - 25 ps, besonders bevorzugt bei 8 - 20 ps. Dabei kann die Dauer der Kathodensubpulspausen innerhalb der Sequenz gleich oder unterschiedlich sein.
Erfindungsgemäß wird an den Körper eine Biasspannung in Form von Biasspannungspulsen angelegt, die periodisch innerhalb der Periodendauer sind. Jeder Biasspannungspuls ist dabei unterteilt, d.h. umfasst mindestens zwei Biassubpulse und eine dazwi-
schenliegende Biassubpulspause.
Die am Substrat angelegte Bias-Spannung ist negativ, so dass positive Ionen des Plasmas in Richtung auf die Substratoberfläche beschleunigt werden. Im Gegensatz zur bekannten Verwendung einer Gleichspannung wird die Bias-Spannung gemäß der Erfindung pulsförmig angelegt, und zwar ebenfalls mit Sequenzen von einzelnen Biassubpulsen, jeweils mit Biassubpulspause(n) dazwischen. Die Frequenz bzw. Periodendauer der Pulsfolge der Bias-Spannung ist dabei dieselbe wie die der elektrischen Leistung bzw. Spannung an der Kathode.
Durch eine solche Vorgabe eines zum Zeitverlauf der Spannung an der Kathode synchronisierten Zeitverlaufs der Biasspannung ergeben sich insbesondere Steuerungsmöglichkeiten hinsichtlich einer Auswahl der die Beschichtung bildenden Bestandteile des Plasmas. Wie sich gezeigt hat, ist die Zusammensetzung der Ionen des Plasmas bei Betrieb der Kathode im chopped HIP IMS Verfahren, d.h. mit zeitlich beabstandeten Kathodensubpulsen, zeitabhängig, d.h. zu unterschiedlichen Zeitpunkten herrschen im Plasma unterschiedliche Ionen vor. Durch eine Abstimmung des zeitlichen Verlaufs der Bias-Spannung hierauf ergibt sich so die Möglichkeit der gezielten Auswahl an Typen von Ionen, die in die Schicht integriert werden.
Dies betrifft insbesondere eine durch geeignete zeitliche Abstimmung mögliche Beeinflussung der jeweiligen Menge an Metall- und Gasionen im Aufbau der Beschichtung. So konnte beobachtet werden, dass die im Plasma enthaltene Menge an Gasionen, insbesondere Ionen des Prozessgases, bspw. Argon, einen von der Menge an Metallionen abweichenden Zeitverlauf ab Start eines Kathodensubpulses aufweist. Durch geeignete Wahl von Dauer und Startzeitpunkt der Biassubpulse relativ zu den Kathodensubpulsen kann so die jeweilige Menge an Gas- und Metallionen in der Beschichtung gezielt eingestellt werden. Dabei hat insbesondere die Menge an dem als Prozessgas bevorzugt verwendeten Argon entscheidenden Einfluss auf die Eigenschaften der Beschichtung: So hat sich gezeigt, dass bei vergleichsweise hohen Argon-Anteilen Beschichtungen erzielbar sind mit sehr hoher Härte und hohen Eigenspannungen, d.h. harte und spröde Schichten, während Schichten ohne Argon oder mit geringerem Anteil im Vergleich eher duktil sind.
Die erfindungsgemäße Verwendung eines „chopped Bias“, d.h. einer unterteilten Bias- Spannung unterstützt auch einen Vorteil des chopped HIPIMS-Verfahrens, nämlich die Unterdrückung von Bogenentladungen (Ares). Durch die Unterteilung der Kathodenpul- se in zumindest zwei Kathodensubpulse mit einer Kathodensubpulspause dazwischen wird die Ausbildung von Bogenentladungen gehemmt - aufgrund der Abschaltung der Leistung in der Kathodensubpulspause kann sich ein evtl, entstehender Lichtbogen nicht voll ausbilden und richtet so kaum Schäden an der Anlage (bspw. Targets) und vor allem an der Beschichtung des Körpers an. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Effekt zusätzlich unterstützt wird, wenn auch die Biasspannungspulse unterteilt sind und mindestens eine Biassubpulspause je Periode aufweisen. In der Biassubpulspause ist auch die elektrische Leistung direkt am Körper verringert oder vollständig abgeschaltet, so dass u.U. beginnende Lichtbögen in ihrer Ausbildung gehemmt werden und erlöschen. Dies gilt nicht nur dann, wenn die Biassubpulspausen mit den Kathodensubpuls- pausen überlappen oder vollständig deckungsgleich sind, sondern auch im Fall einer zeitlichen Verzögerung.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung betreffen insbesondere die zeitliche Abstimmung von Biasspannungspulsen und Kathodenpulsen bzw. von Biassubpulsen und Kathodensubpulsen.
Bevorzugt beginnt zumindest einer der Biassubpulse mit einer Verzögerungszeit nach dem Beginn eines der Kathodensubpulse, weiter bevorzugt können mehrere oder alle Biassub pulse jeweils mit einer Verzögerungszeit nach dem Beginn eines zugeordneten Kathodensubpulses beginnen. Bspw. können die Verzögerungszeiten mehrerer oder aller Biassubpulse zu einem jeweils zugeordneten Kathodensubpuls gleich sein.
Die jeweiligen Sequenzen von Biassubpulsen und Kathodensubpulsen können zeitlich aufeinander abgestimmt sein, die Sequenzen müssen aber nicht deckungsgleich sein und können auch bspw. unterschiedliche Anzahl und Dauer der jeweiligen Subpulse aufweisen. So kann bspw. der zeitliche Abstand zwischen zwei Biassubpulsen mit dem zeitlichen Abstand zweier Kathodensubpulse übereinstimmen, zumindest im Wesentlichen (d.h. Abweichungen bevorzugt weniger als von +/- io%). Der zeitliche Abstand ist dabei bevorzugt zu messen zwischen dem jeweiligen Beginn von Biassubpulsen und Kathodensubpul-
sen. Die in dem Vergleich betrachteten Biassubpulse und Kathodensubpulse können zeitlich direkt aufeinanderfolgen oder es können weitere Biassubpulse bzw. Kathodensubpulse dazwischen angeordnet sein. Bevorzugt können eine, mehrere oder alle Biassubpulspausen zumindest im Wesentlichen gleich lange Dauer haben wie jeweils zugeordnete Kathoden- pulspausen.
Die Anzahl der Biassubpulse kann gleich der Anzahl der Kathodensubpulse sein oder hiervon abweichen. In einigen bevorzugten Ausführungen kann die Anzahl der Biassubpulse geringer sein als die Anzahl der Kathodensubpulse, d.h. nicht für jeden der Kathodensubpulse gibt es einen zugeordneten Biassubpuls. Bspw. können gezielt Biassubpulse nur zugeordnet zu Kathodensubpulsen höherer Leistung vorgesehen sein, während für einen oder mehrere Kathodensubpulse geringerer Leistung kein zugeordneter Biassubpuls vorgesehen ist.
Die Dauer der Biassubpulse und/oder der Biassubpulspausen kann bevorzugt im selben Intervall liegen die wie Dauer der Kathodenpulse bzw. Kathodensubpulspausen. Die Verzögerungszeit zwischen dem Beginn eines Kathodensubpulses und dem Beginn eines zugeordneten Biassubpulses kann bspw. bei 5 - 200 ps liegen, bevorzugt bei 10 - 150 ps, besonders bevorzugt bei 10 - 60 ps.
Es ist möglich, dass sich die Biasspannungspulse zumindest zum Teil mit den Kathodenpul- sen überschneiden, d.h. mindestens ein Teil jedes Biasspannungspulses kann zeitgleich mit wenigstens einem Teil eines der Kathodenpulse anliegen. Dies ist jedoch nicht in allen Fällen notwendig, es hat sich in einigen Anwendungen auch als vorteilhaft erwiesen, die Bias spannungspulse gegenüber den Kathodenpulsen so weit zu verzögern, dass tatsächlich keine zeitliche Überschneidung mehr stattfindet.
Die Sequenzen von Kathodensubpulsen und Biassubpulsen können aufeinander abgestimmt sein, insbesondere kann jedem Kathodensubpuls ein Biassubpuls zugeordnet sein, der bevorzugt mit einer zeitlichen Verzögerung beginnt und bspw. zumindest im Wesentlichen gleiche Dauer hat. Somit kann die Anzahl der Biassubpulse gleich der Anzahl der Kathodensubpulse sein. Es kann aber auch bevorzugt sein, wenn die Anzahl der Biassubpulse geringer ist als die Anzahl der Kathodensubpulse, so dass bspw. nicht jedem Kathodensubpuls,
sondern nur einigen der Kathodensubpulse ein Biassubpuls von bspw. zumindest im Wesentlichen gleicher Dauer zugeordnet sein kann, bspw. jeweils mit einer zeitlichen Verzögerung. Dies kann insbesondere bevorzugt sein im Fall von Kathodensubpulsen unterschiedlicher Dauer: Wenn bspw. in kurzen Kathodensubpulsen eine eher geringe Peak-Leistung erreicht wird, kann es vorteilhaft sein, hierfür keinen zugeordneten Biassubpuls vorzusehen und somit auf eine Beschleunigung der bei der geringeren Peak-Leistung entstehenden Ionen auf den zu beschichtenden Körper hin zu verzichten.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann für die jeweilige Sequenz von Kathodensubpulsen die zeitliche Entwicklung des Plasmas und die Bildung und der Verlauf verschiedener Typen von Ionen betrachtet werden, um eine optimierte Sequenz von Biassubpulsen vorzugeben. So können bspw. Gas- und Metallionen separat betrachtet und eine Sequenz von Biassubpulsen so gewählt werden, dass gewünschte Typen von Ionen bevorzugt zur Bildung der Beschichtung verwendet werden. Besonders bevorzugt sind dies Metallionen. Bspw. kann beobachtet werden, dass sich während und nach den Kathodenpulsen ein zeitabhängiger Verlauf des Auftretens verschiedener Typen von Ionen ergibt, und zwar von Gas- und Metallionen. Betrachtet man daraus einen Typ von Metallionen (wobei sich verschiedene Typen von Metallionen voneinander durch das jeweilige Metall unterscheiden und zusätzlich verschiedene Typen durch den Grad der Ionisation unterschieden werden können), so kann in vielen Fällen hierfür ein Zeitverlauf festgestellt werden, der ein Maximum oder mehrere Maxima aufweist. Es ist dann bevorzugt, die Sequenz von Biassubpulsen so zu wählen, dass mindestens einer der Biassubpulse während mindestens eines Maximums anliegt. Weist der Zeitverlauf mehrere Maxima auf, werden bevorzugt zwei oder mehr Biassubpulse so angelegt, dass sie während jeweils mindestens einem der Maxima anliegen. Weiter bevorzugt kann während eines zwischen zwei Maxima liegenden Minimums des Zeitverlaufs für mindestens einen Typ von Metallionen eine Subpulspause angeordnet sein. So ist es möglich, geeignete Sequenzen von Biassubpulsen so zu wählen, dass abgestimmt auf den zeitlichen Ablauf des Auftretens von Metallionen gewünschte Typen von Ionen ausgewählt und gegenüber anderen Ionen, insbesondere Gasionen, bevorzugt für den Aufbau der Beschichtung genutzt werden.
Die Erfindung kann in verschiedenen Aspekten ergänzt und weitergebildet werden, bspw. durch einen Aspekt betreffend vorteilhafte Sequenzen von Kathodensubpulsen unterschied-
licher Dauer, einem Aspekt betreffend chopped HIPIMS Verfahren mit kurzer Periodendauer bzw. hoher Frequenz und einem Aspekt betreffend eine vorteilhafte Anlagentechnik mit einer Kapazität und einer Ladevorrichtung. Während jeder dieser Aspekte für sich individuelle Vorteile bietet, erweist sich insbesondere die Kombination von zwei oder mehr der vorgenannten Aspekte als vorteilhaft.
Gemäß einem Aspekt als Weiterbildung der Erfindung unterscheiden sich zumindest zwei der Kathodensubpulse in ihrer Dauer. Die Kathodenpulse umfassen dabei zumindest einen ersten und einen zweiten Kathodensubpuls, die jeweils mindestens 8ps lang andauern. Der erste und der zweite Kathodensubpuls unterscheiden sich in ihrer Dauer.
Dabei sind die Bezeichnungen „erster“ und „zweiter“ Kathodensubpuls zunächst allgemein so zu verstehen, dass der zweite Kathodensubpuls innerhalb der Sequenz von Kathodensub- pulsen zeitlich später als der erste Kathodensubpuls auftritt, ohne dass notwendigerweise der erste und zweite Kathodensubpuls unmittelbar aufeinander folgen müssen und unabhängig davon, ob der erste Kathodensubpuls der zeitlich erste Kathodensubpuls innerhalb der Sequenz an Kathodensubpulsen ist. Bevorzugt kann es sich aber bei dem genannten ersten Kathodensubpuls auch um den ersten, d.h. frühesten Kathodensubpuls innerhalb der Sequenz und bei dem genannten zweiten Kathodensubpuls um den unmittelbar nach der anschließenden Kathodensubpulspause darauf folgenden Kathodensubpuls innerhalb der Sequenz handeln.
Durch eine derartige Variation der Dauer der Kathodensubpulse lässt sich das Plasma gezielt beeinflussen. Denn obgleich die angelegte Spannung in der die Kathodensubpulse trennenden Kathodensubpulspause auf oder nahe Null liegt, hat sich überraschend gezeigt, dass sich das Plasma in aufeinanderfolgenden Kathodensubpulsen unterschiedlich verhält, bspw. aufgrund von über die Kathodensubpulspause andauernder verbleibender Ionisation. Die vorgeschlagene Variation der Dauer der Kathodensubpulse ermöglicht es, derartige Effekte im Plasma zu nutzen und insbesondere optimierte Sequenzen von Kathodensubpulsen vorzugeben.
So kann bspw. eine Vorionisation durch einen oder mehrere kürzere Kathodensubpulse erreicht und in einem oder mehreren zeitlich - direkt oder beabstandet - nachfolgenden,
längeren Kathodensubpulsen die Vorionisation genutzt werden, um eine besonders hohe Spitzenleistung zu erreichen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführung ist der genannte erste Kathodensubpuls der zeitlich erste Kathodensubpuls des Kathodenpulses, d.h. der Sequenz von Kathodensubpulsen. Der genannte zweite Kathodensubpuls folgt zeitlich später innerhalb der Sequenz, wobei er unmittelbar auf den ersten Kathodensubpuls folgen kann oder weitere Kathodensubpulse zeitlich zwischen dem ersten und zweiten Kathodensubpuls angeordnet sein können. Der erste Kathodensubpuls ist dabei bevorzugt kürzer als der zweite Kathodensubpuls. Bspw. kann die Dauer des zweiten Kathodensubpulses no % bis 6oo % der Dauer des ersten Kathodensubpulses betragen, bevorzugt 150% bis 400%, besonders bevorzugt 200% - 300%. Mit einer Sequenz solcher Kathodensubpulse kann während des zweiten Kathodensubpulses eine besonders hohe Spitzenleistung erzielt werden.
In bevorzugten Ausführungen kann der zweite Kathodensubpuls bspw. mindestens 15 ps andauern, bevorzugt mindestens 20 ps, besonders bevorzugt mindestens 25 ps. Der erste Kathodensubpuls kann bspw. maximal 25 ps andauern, bevorzugt maximal 20 ps, besonders bevorzugt maximal 15 ps.
In Sequenzen mit mehr als zwei Kathodensubpulsen ist bevorzugt, dass die Pulsdauern zeitlich aufeinanderfolgender Kathodensubpulse monoton ansteigen, d.h. in der zeitlichen Abfolge von einem zum nächsten Kathodensubpuls stets gleich oder länger dauern. Gemäß einer bevorzugten Ausführung kann bspw. der Kathodenpuls einen dritten Kathodensubpuls umfassen, welcher zeitlich dem ersten und dem zweiten Kathodensubpuls nachfolgt und mindestens so lange wie der erste und mindestens so lange wie der zweite Kathodensubpuls andauert.
Gemäß einem Aspekt als Weiterbildung der Erfindung wird das chopped HIPIMS Verfahren bei einer ungewöhnlich kurzen Periodendauer von maximal 1,5 ms, d.h. ungewöhnlich hoher Frequenz der Pulse an der Magnetron-Kathode von mindestens 667 Hz durchgeführt. Übliche Implementationen des HIPIMS Verfahrens gehen von deutlich geringerer Frequenz bzw. höherer Periodendauer aus. Die Erfinder haben erkannt, dass durch das chopped HIPIMS Verfahren mit stark erhöhten Peak- Leistungen überra-
sehend auch die kurzen Periodendauern möglich und vorteilhaft sind. So sind sogar noch kürzere Periodendauern von bevorzugt 1,25 ms oder weniger (entspricht einer Frequenz von mindestens 800 Hz) oder 1 ms oder weniger (entspricht einer Frequenz von mindestens 1 kHz) möglich. In einigen Ausführungen sind sogar noch kürzere Periodendauern von 0,2 - 0,6 ms (1,7 - 5 kHz) anwendbar.
Bei den somit ungewöhnlich hohen Frequenzen wird die Leistung innerhalb sehr kurzer Zeiträume, dafür mit außergewöhnlich hoher elektrischer Peak-Leistung abgegeben, woraus eine hohe Ionisierung folgt. Als Vorteil der hohen Frequenz erweist sich vor allem eine hohe Abscheiderate, d.h. gegenüber geringeren Frequenzen ein schnellerer Schichtaufbau. Dies trägt entscheidend zur Wirtschaftlichkeit des Verfahrens und der Vorrichtung bei industriellem Einsatz bei.
Der Kathodenpuls selbst, also die Gesamtdauer der Sequenz aus Kathodensubpulsen und damit die Zeit, innerhalb die elektrische Leistung in Form von Kathodensubpulsen anliegt, nimmt dabei bevorzugt nur einen geringen Teil der Periodendauer ein, bspw. weniger als die halbe Periodendauer und besonders bevorzugt maximal ein Drittel der Periodendauer. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn die Kathodenpulse aus einer geladenen Kapazität gespeist werden. Die Kapazität entlädt sich somit während der einzelnen Kathodensubpulse während der Gesamtdauer der Kathodenpulse und wird während der restlichen Periodendauer wieder aufgeladen. Durch eine Beschränkung der Dauer der Kathodenpulse kann so eine ausreichende Zeit zum Laden der Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Die Dauer des Kathodenpulses liegt bevorzugt im Bereich von 30 ps - 400 ps, besonders bevorzugt bei 8ops - 3oops.
Gemäß einem Aspekt als Weiterbildung der Erfindung wird die elektrische Leistung, die in Form der Kathodensubpulse der Kathode zugeführt wird, aus zumindest einer geladenen Kapazität einer Kathoden-Leistungsversorgung bereitgestellt. Die Kathoden- Leistungsversorgung umfasst eine Kapazität, bevorzugt bereitgestellt in Form einer Mehrzahl von einzelnen, parallel geschalteten Kapazitäten (Kondensatorbank), sowie eine Ladevorrichtung hierfür.
Ein solcher Aufbau hat sich als besonders geeignet erwiesen um elektrische Leistung gemäß
dem chopped HIPIMS Verfahren bereitzustellen. Dabei kann bevorzugt die gesamte elektrische Leistung aller Kathodensubpulse aus derselben Kapazität geliefert werden, wobei die elektrische Verbindung zur Kathode mittels eines Schalters während der Dauer der Kathodensubpulse geschlossen und während der Kathodensubpulspause(n) sowie während der restlichen Periodendauer getrennt wird. Der Schalter ist bevorzugt durch die Steuervorrichtung ansteuerbar, bspw. kann es sich um einen IGBT handeln. Die Ladevorrichtung kann zumindest während der Periodendauer außerhalb der Kathodenpulse elektrische Leistung an die Kapazität liefern, um diese aufzuladen, bevorzugt auch während der Kathodensub- pulspause(n). Besonders bevorzugt kann die Ladevorrichtung ständig mit der Kapazität verbunden bleiben, so dass sie während der Kathodensubpulse bspw. parallel geschaltet ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann die Ladevorrichtung leistungskonstant geregelt werden, d.h. so ausgebildet, dass die der Kapazität (bzw. während des Pulses ggfs. einer Parallelschaltung aus Kapazität und Kammer) zugeführte, zeitlich gemittelte Leistung auf einen festen Wert eingestellt wird. Dies hat sich gegenüber alternativ möglichen Konzepten wie bspw. die Einstellung einer festen Spannung, auf die die Kapazität aufgeladen wird, als besonders stabil erwiesen.
Die verschiedenen Aspekte und Weiterbildungen der Erfindung sind jeweils einzeln vorteilhaft, besonders jedoch in Kombination. Nachfolgend werden einige bevorzugte Ausführungen angegeben, die mit jedem einzelnen der Aspekte, ebenso aber auch mit Kombinationen von beliebigen zwei, drei oder aller vier Aspekte verwendbar sind.
Gemäß einer Weiterbildung ist der Kathodenpuls ein Spannungspuls mit einem Spitzenwert von 6oo - 1200 V. Während die Werte im Einzelnen je nach Ausführung abweichen können, hat sich dieser Bereich des Spannungswertes als bevorzugt erwiesen.
Die Kathodensubpulse können verschiedene Verläufe und Pulsformen aufweisen, bspw. als Dreieckpulse. Bevorzugt sind die Kathodenpulse zumindest im Wesentlichen Rechteckpulse oder Trapezpulse, d.h. sie weisen einen Zeitverlauf mit steiler ansteigender sowie abfallender Flanke und dazwischen einen annähernd linearen Verlauf auf. Insbesondere im bevorzugten Fall der Speisung der Kathodenpulse aus einer geladenen Kapazität entspricht bei näherer Betrachtung der Verlauf einer Entladungskurve, wobei allerdings bevorzugt ein so
kurzer Abschnitt der Entladungskurve gewählt wird, dass der Verlauf von einem linearen Verlauf zwischen einer Anfangsspannung (nach der steilen Anstiegsflanke) zu einer Endspannung (vor der steilen abfallenden Flanke) bevorzugt an keiner Stelle mehr als 20%, besonders bevorzugt nicht mehr als 10% abweicht. Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass der Verlauf zwischen Anfangsspannung und Endspannung zumindest im Wesentlichen konstant ist, worunter hier verstanden wird, dass sich der Spannungswert nicht mehr als bevorzugt maximal 25%, besonders bevorzugt maximal 20% ändert. Derartige Pulse werden hier im Wesentlichen als Rechteckpulse angesehen.
In bevorzugten Ausführungen liegt die Spitzenleistung mindestens einer der Kathodensub- pulse bei mindestens 50 kW. Weiter bevorzugt können deutlich höhere Peak-Leistungen erreicht werden, bspw. von mehr als 100 kW, von 200 kW oder höher, besonders bevorzugt von 300 kW oder höher. Es hat sich gezeigt, dass die Höhe der maximalen Peakleistung von Kathodensubpulsen einen wesentlichen Einfluss auf die Ionisation von Metallen des Targetmaterials hat. So zeigen bspw. Untersuchungen, dass bei Titan-Targetmaterial das Verhältnis von ionisierten zu nicht-ionisierten Teilchen (Ti+/Ti) bei maximaler Peakleistung eines Kathodensubpulses von knapp 500 kW fast doppelt so hoch ist wie wenn die höchste Peakleistung der Kathodensubpulse bei 150 kW liegt.
Bevorzugt steigt die während der Kathodensubpulse erreichte Spitzenleistung innerhalb der zeitlichen Sequenz des Kathodenpulses an. Gemäß einer bevorzugten Ausführung kann bspw. der Kathodenpuls zumindest einen ersten Kathodensubpuls und einen zweiten, zeitlich nachfolgenden Kathodensubpuls umfassen. Der zweite Kathodensubpuls kann dem ersten Kathodensubpuls (nach einer dazwischen liegenden Kathodensubpulspause) zeitlich unmittelbar folgen, oder es können weitere Kathodensubpulse dazwischen angeordnet sein. Bevorzugt ist dann, dass die Spitzenleistung während des zweiten Kathodensubpulses um mindestens 30% höher ist als während des ersten Kathodensubpulses. Auf diese Weise können insgesamt besonders hohe Peak-Leistungen erreicht werden.
Die Erfindung ist mit verschiedensten Targetmaterialien sowie Materialkombinationen vorteilhaft anwendbar. Das Target kann sowohl metallische als auch nicht-metallische Materialien umfassen. Bevorzugt ist mindestens eines der Bestandteile des Targets ausgewählt aus der Gruppe umfassend die Materialien aus den Gruppen 4 - 6 des Periodensys-
tems sowie zusätzlich Bor, Kohlenstoff, Silizium, Yttrium und Aluminium. Bevorzugt sind alle Bestandteile des Targets aus der genannten Gruppe ausgewählt. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung können Beschichtungen aus verschiedenen Materialsystemen erzeugt werden, die durch die Target-Bestandteile sowie ggfs. gasförmig zugeführte Bestandteile gebildet werden. So kann insbesondere neben einem Prozessgas auch ein Reaktivgas wie bspw. Stickstoff, ein kohlenstoffhaltiges Gas oder Sauerstoff eingesetzt werden.
Die an den zu beschichtenden Körper angelegte Bias-Spannung ist bevorzugt gepulst mit Biasspannungspulsen, die synchron zu den Kathodenpulsen sind, d.h. mit gleicher Frequenz und fester Phasenbeziehung angelegt werden. Dabei ist bevorzugt, dass ihre Lage und Dauer so gewählt ist, dass gezielt Typen von Ionen ausgewählt werden. Die Lage und/oder Dauer kann gewählt werden abhängig von einem Verlauf des Auftretens mindestens eines Typs von Metallionen während und nach den Kathodenpulsen, der zumindest ein Maximum aufweist. Dann ist bevorzugt, dass der Biaspuls während dieses Maximums anliegt.
Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung anhand von Zeichnungen näher beschrieben. Dabei zeigen:
Fig. i in einer schematischen Darstellung eine Draufsicht auf eine Beschichtungsanlage als Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 2 eine Wendeschneidplatte als zu beschichteten Körper;
Fig. 3 in einer schematischen Schnittansicht eine Beschichtung auf einem Substratmaterial;
Fig. 4 ein Schaltbild einer Ausführungsform einer HIPIMS- Leistungsversorgung;
Fig. 5a, 5b schematisch dargestellte Zeitverläufe einer Kathodenspannung sowie einer Bias-Spannung über die Zeit;
Fig. 6a, 6b gemessene Zeitverläufe von Kathodenspannung und Kathodenstrom sowie Menge und Typen von Ionen für ein erstes Ausführungsbeispiel;
Fig. 7a, 7b gemessene Zeitverläufe von Kathodenspannung und Kathodenstrom sowie Menge und Typen von Ionen für ein zweites Ausführungsbei-
spiel;
Fig. 8a, 8b gemessene Zeitverläufe von Kathodenspannung und Kathodenstrom sowie Biasspannung und Biasstrom gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel;
Fig. 9a, 9b gemessene Zeitverläufe von Kathodenspannung und Kathodenstrom sowie Biasspannung und Biasstrom gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel;
Fig. 10a, lob Diagramme von gemessenen Zeitverläufen elektrischer Größen gemäß einem fünften und sechsten Beispiel;
Fig. na, nb Diagramme von gemessenen Zeitverläufen elektrischer Größen gemäß einem siebten und achten Beispiel;
Fig. 12 schematische Darstellung der Ausrichtung eines zu beschichtenden Körpers zu einem Target eine Kathode;
Fig. 13a, 13b REM-Aufnahmen der Bruchmorphologie einer Beschichtung auf Freifläche und Spanfläche eines Körpers gemäß einem Vergleichsbeispiel;
Fig. 14a, 14b REM-Aufnahmen der Bruchmorphologie einer Beschichtung auf Freifläche und Spanfläche eines Körpers gemäß einem Ausführungsbeispiel.
In Fig. 1 sind schematisch Bestandteile einer Ausführungsform einer PVD- Beschichtungsanlage 10 dargestellt. Ein Innenraum 20 einer Vakuum-Kammer 12 kann durch einen Abzug 14 zur Erzeugung eines Vakuums evakuiert werden. Durch einen Zugang 16 kann ein Prozessgas, bevorzugt ein Edelgas oder Mischung verschiedener Edelgase eingelassen werden, bspw. Argon und/oder Krypton. Durch einen Zugang 18 kann ein Reaktivgas wie bspw. Stickstoff eingelassen werden. In alternativen Ausführungen können die Einlässe 16, 18 auch durch einen gemeinsamen Einlass für ein Prozessgas und ein Reaktivgas ersetzt sein.
Im Innenraum 20 der Vakuum-Kammer 12 sind in einer beispielhaften Bestückung vier Magnetron-Kathoden 22a, 22b, 22c, 22d angeordnet, jeweils mit plattenförmigen Sputter- Targets 24a, 24b, 24c, 24d. Die Magnetron-Kathoden 24a, 24b, 24c, 24d sind jeweils an eine steuerbare elektrische HIPIMS Leistungsversorgung 26a, 26b, 26c, 26d angeschlossen, mittels derer eine elektrische Spannung gegenüber der elektrisch leitenden Wandung der
Vakuum-Kammer 12 angelegt werden kann, wie nachfolgend im Detail erläutert wird.
Dabei sind die in Fig. 1 gezeigte Anordnung von vier Magnetron-Kathoden 22a, 22b, 22c, 22d sowie deren Verschaltung beispielhaft zu verstehen. In alternativen Ausführungsformen können andere Elektrodenkonfigurationen vorgesehen sein, bspw. nur eine Magnetron- Kathode 22, zwei, drei oder mehr als vier. Zusätzlich oder alternativ zu den gezeigten Magnetron-Kathoden 22a, 22b, 22c, 22d, die jeweils an HIPIMS-Leistungsversorgungen 26a, 26b, 26c, 2öd angeschlossen sind, können auch Kathoden anderen Typs vorgesehen sein, bspw. DC-Magnetron-Kathoden, die an Gleichspannungs-Leistungsversorgungen angeschlossen sind. Die Magnetron-Kathoden können elektrisch statt wie beispielhaft gezeigt gegen die Wandung der Vakuum-Kammer 12 alternativ anders angeschlossen sein, bspw. gegen eine separate Anode (nicht dargestellt).
Die Leistungsversorgungen 26a, 26b, 26c, 2öd sind in Fig. 1 jeweils lediglich schematisch dargestellt. Fig. 4 zeigt ein vereinfachtes Schaltbild einer HIPIMS Leistungsversorgung 26a. Diese umfasst als Kapazität 48 eine Kondensatorbank aus einer Anzahl parallel geschalteter Kondensatoren, eine Ladevorrichtung 46 für die Kapazität 48 und einen steuerbaren Schalter 36, der bevorzugt als IGBT ausgebildet ist.
In der dargestellten Ausführung ist die Ladevorrichtung 46 eine leistungsgeregelte Spannungsquelle, die parallel zur Kapazität 48 angeschlossen ist. Die Kapazität 48 ist über den Schalter 36 mit Ausgangsanschlüssen 28 der HIPIMS Leistungsversorgung 26a verbunden. Bei geöffnetem Schalter 36 lädt die Ladevorrichtung 46 die Kapazität 48 auf. Bei geschlossenem Schalter wird die in der Kapazität 48 gespeicherte Ladung an den Ausgangsanschlüssen 28 bereitgestellt, d.h. der Magnetron-Kathode 22a zugeführt (Fig. 1), wobei zusätzlich auch die parallel geschaltete Ladevorrichtung 46 Leistung bereitstellt. Der Schalter 36 wird dabei über die Ansteuerung 38 von einer Steuerung 50 der Anlage 10 gesteuert.
Die Magnetron-Kathoden 22a, 22b, 22c, 22d sind mit ihren Sputter-Targets 24a, 24b, 24c, 24d in Richtung der Mitte der Vakuum-Kammer 12 ausgerichtet. Dort befindet sich ein drehbarer Substrat-Tisch 30, auf dem eine Anzahl von drehbaren Substratträgern 32 zum Tragen von Substraten 40, d.h. zu beschichtender Körpern angeordnet sind. Im gezeigten Beispiel sind als Substrate Wendeschneidplatten 40 wie in Fig. 2 dargestellt chargiert. Die
Substrate 40 bestehen aus einem Substratmaterial 42, bspw. im Fall der Wendeschneidplatten 40 aus WC/Co Sintermaterial. Dabei handelt es sich lediglich um ein Beispiel eines zu beschichtenden Substrats 40; alternativ können Bauteile oder Werkzeuge verschiedener Form und verschiedener Materialien beschichtet werden.
Die Substrate 40 sind über die Substratträger 32 elektrisch mit dem Substrat-Tisch 30 verbunden. Am Substrattisch 30 ist eine steuerbare Bias-Leistungsversorgung 34 angeschlossen, mittels derer eine elektrische Bias-Spannung VB gegenüber der Wandung der Vakuum-Kammer 12 an den Substrattisch 30 und somit die Substrate 40 angelegt werden kann. Hierdurch ergibt sich ein lonenstrom im Plasma, der am Anschluss des Substrattisches als Bias-Strom IB messbar ist. Dabei ist der Anschluss der Bias-Leistungsversorgung gegen die Wandung der Vakuum-Kammer beispielhaft zu verstehen, alternativ kann diese auch gegen eine separate Anode geschaltet sein.
Die HIMPS-Leistungsversorgungen 26a, 26b, 26c, 2öd, Bias-Leistungsversorgung 34 sowie Pumpen (nicht dargestellt) an den Ein- und Auslässen 14, 16, 18 sind jeweils an die zentrale Steuerung 50 der Anlage 10 angeschlossen. Die zentrale Steuerung 50 ist programmierbar, so dass sämtliche Parameter der im Innenraum 20 der Vakuumkammer 12 ablaufenden Vorbehandlungs- und Beschichtungsverfahren durch die Steuerung 50 gemäß einem festgelegten und gespeicherten zeitabhängigen Steuerprogramm gesteuert werden. Dabei kann das Steuerprogramm geändert werden und die Steuerung 50 kann mehrere unterschiedliche Steuerprogramme speichern, die selektiv abgerufen werden können. Soweit nachfolgend auf Abläufe und Einstellungen im Betrieb der Anlage 10 Bezug genommen wird, sind diese in einem Steuerprogramm vorgegeben, das durch die Steuerung 50 ausgeführt wird.
Im Betrieb der Anlage 10 wird - nach Vorgabe durch das jeweilige in der Steuerung 50 ablaufende Steuerprogramm - zunächst ein Vakuum im Innenraum 20 der Vakuum- Kammer 12 erzeugt und es erfolgt ein Einlass von Prozessgas, bevorzugt Argon. Dann erfolgt eine Vorbehandlung der Substrate 40 mittels lonen-Ätzen. Beim Ätzen wird die Bias- Leistungsversorgung 34 so angesteuert wird, dass sie eine hohe (negative) Bias-Spannung VB liefert, durch die (positive) Ionen auf das Substrat beschleunigt werden. Dabei können Gas- und/oder Metallionen zum Ätzen verwendet werden und es sind verschiedene Abläufe
möglich.
In einer bevorzugten Ausführung erfolgt zunächst ein Gasionenätzen ohne den Betrieb der Magnetron-Kathoden 20 im HIPIMS-Betriebsmodus. Das Gasionenätzen kann als DC- Ätzen ausgeführt werden unter Anlegen einer Bias-Spannung IB als Gleichspannung bspw. im Bereich von - 100 bis - 400 V, oder alternativ als MF-Ätzen (Bias-Spannung IB - 100 bis - 700V). Beim DC-Ätzen werden die Elektronen durch eine Hohlkathode (nicht dargestellt) erzeugt und an einer Anode (nicht dargestellt) abgeführt. Der Substrattisch 30 liegt zwischen der Anode und Hohlkathode. Beim MF-Ätzen ist eine MF Leistungsversorgung (nicht dargestellt) für die Erzeugung der Elektronen verantwortlich, die wiederum das Gas ionisieren. Diese Elektronen werden an der Wandung der Vakuumkammer 12 (Betriebsmasse) abgeführt.
Nach dem Gasionenätzen kann bevorzugt ein Metallionenätzen zur weiteren Verbesserung der Haftung genutzt werden. Dabei werden bspw. eine oder zwei der Magnetron-Kathoden 22a-d (bestückt bspw. mit Targets aus Cr, Ti, V) im HiPIMS-Betriebsmodus betrieben mit so hoher Peakleistung, dass das Spendermaterial ionisiert wird. Zusätzlich wird eine Biasspannung VB entweder als Gleichspannung (DC) oder gepulst angelegt, wobei Pulse der Biasspannung VB ZU den Kathodenpulsen synchronisiert sein können. Die Bias-Spannung VB liegt bevorzugt zwischen - 300 bis - 1200V.
Anschließend wird auf die somit vorbehandelte Substratoberfläche eine Beschichtung 44 (Fig. 3) abgeschieden. Dafür werden die HIMPS-Leistungsversorgungen 26a, 26b, 26c, 2öd sowie die Bias-Leistungsversorgung 34 zur Lieferung geeigneter Bias-Spannung VB sowie KathodenspannungenVc angesteuert; Beispiele hierfür werden nachfolgend erläutert. Die Einlässe 16, 18 werden zur Zuführung von Prozessgas (Argon) sowie ggfs. Reaktivgas (bspw. Stickstoff) angesteuert. Im Innenraum 20 der Vakuum-Kammer 12 wird so ein Plasma erzeugt, unter dem die Targets 24a zerstäubt werden. Positive Ionen des Plasmas werden durch die negative Bias-Spannung VB auf die Oberfläche der Substratmaterialien 42 der Substrate 40 hin beschleunigt und bilden dort die Beschichtung 44 (Fig. 3).
Dabei wird die von den HIMPS-Leistungsversorgungen 26a, 26b, 26c, 2öd den Magnetron- Kathoden 22a, 22b, 22c, 22d elektrische Leistung gemäß dem HIPIMS-Verfahren in perio-
dischen Pulsen zugeführt. Dabei wird die elektrische Leistung gemäß dem chopped HIPIMS-Verfahren bspw. wie in Fig. 5a, 5b schematisch für den Verlauf der Spannung Vci an der ersten Magnetron-Kathode 22a dargestellt in Form von Kathodenpulsen 60 einer Pulsdauer P zugeführt, die ihrerseits unterteilt sind in - im gezeigten Beispiel von Fig. 5a drei und in Fig. 5b vier - Kathodensubpulse 62 mit Pulsdauern Pi, P2, P3, P4. Zwischen den Kathodensubpulsen 62 sind Kathodensubpulspausen 64 mit Zeitdauern Zi, Z2 Z3, in denen keine Spannung anliegt. Die Kathodenpulse 60 sind periodisch mit einer Frequenz f bzw. einer Periodendauer T. Nach dem Ende der Kathodenpulse 60 liegt für den Rest der Periodendauer T ebenfalls keine Spannung an.
Im Beispiel Fig. 5a umfasst die Sequenz der Kathodenpulse 60 drei Kathodensubpulse 62 mit jeweils gleicher Dauer Pi, P2, P3. Im Beispiel von Fig. 5b ist eine andere Sequenz von Kathodensubpulsen 62a, 62b gezeigt mit zunächst zwei kürzeren Kathodensubpulsen 62a und danach zwei längeren Kathodensubpulsen 62b.
Die in Fig. 5a, 5b gezeigten Pulssequenzen der Spannung Vci an der Magnetron-Kathode werden durch Ansteuerung der HIPIMS-Leistungsversorgungen 2öa-d von der Steuerung 50 vorgegeben, und zwar durch geeignete Ansteuerung der Schalter 36 in den HIPIMS- Leistungsversorgungen 2öa-d. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Darstellung in Fig. 5a, 5b vereinfachend um idealisierte Rechteck-Pulsformen handelt, während tatsächliche Spannungsverläufe, wie nachfolgend diskutiert und separat gezeigt wird, hiervon abweichen. Insbesondere zeigen die realen Pulsformen über die Dauer der Kathodensubpulse einen gewissen Abfall in Form einer Entladekurve der Kapazität 48, allerdings mit einer gewissen Nachladung durch die Ladevorrichtung 46 während der Kathodensubpulspausen 64.
Die Bias-Spannung VB kann während der Beschichtungsdauer je nach Ausführung verschiedene Zeitverläufe aufweisen. Insbesondere kann die Bias-Spannung VB als Gleichspannung oder gepulst angelegt werden. Beispiele von bevorzugten Ausführungen sind schematisch in Fig. 5a, 5b gezeigt.
Im Beispiel von Fig. 5a wird die Bias-Spannung VB in Form von drei Biaspulsen 66 einer Gesamt dauer B angelegt wird, wobei die Biaspulse 66 mit derselben Frequenz bzw. Perio-
dendauer T periodisch sind wie die Kathodenpulse 6o. Wie die Kathodenpulse 6o sind auch die Biaspulse 66 unterteilt, nämlich in Biassubpulse 68 der jeweiligen Dauer Bi, B2, B3 mit dazwischen Biassubpulspausen 70 der jeweiligen Dauer ZBI, ZB2. Dabei entspricht die Sequenz der Biassubpulse 68 innerhalb jedes Biaspulses 66 der Sequenz der Kathodensub- pulse 64 innerhalb jedes Kathodenpulses 60, d.h. jedem Kathodensubpuls 64 ist ein Biassubpuls 68 gleicher Dauer zugeordnet, allerdings zeitlich versetzt, nämlich jeweils um eine Verzögerungszeit TD verzögert.
Im Beispiel von Fig. 5b wird die Bias-Spannung VB in Form von nur zwei Biassubpulsen 66 innerhalb jeder Periodendauer T angelegt. Dabei entspricht die Sequenz der Biassubpulse 66 nur zum Teil der Sequenz der Kathodensubpulse 64a, 64b, denn nicht jedem Kathodensubpuls 64 ist ein Biassubpuls 68 zugeordnet: Den beiden ersten, kürzeren Kathodensub- pulsen 64a ist kein Biassubpuls zugeordnet, während dem längeren dritten und vierten Kathodensubpuls jeweils um eine Verzögerungszeit TD verzögert zugeordnete Biassubpulse 68 gleicher Dauer folgen.
Die in Fig. 5a, 5b gezeigten Pulssequenzen der Bias-Spannung VB sind ebenfalls idealisiert gezeigt. Wie die Pulssequenzen der Kathodenspannung Vci werden sie von der Steuerung 50 durch geeignete Ansteuerung der Bias-Leistungsversorgung 34 vorgegeben. Diese umfasst ebenfalls einen steuerbaren Schalter (nicht dargestellt), durch den je nach Ausführung entweder bevorzugt wie bei der HIPIMS-Leistungsversorgung 26a eine Kondensatorbank selektiv mit dem Ausgang verbunden wird oder alternativ direkt eine Gleichspannungsquelle.
Anhand eines ersten Beispiels (Fig. 6a, 6b) sowie eines zweiten Beispiels (Fig. 7a, 7b) wird nachfolgend gezeigt, wie durch geeignete Synchronisation der Biaspulse 66 und Biassubpulse 68 mit den Kathodenpulsen 60 und Kathodensubpulsen 62 die Zusammensetzung der Beschichtung 44 beeinflusst werden kann:
Im ersten Beispiel zeigt Figur 6b beispielhaft für eine Magnetron-Kathode mit einem Target aus Titan sowie unter Zuführung von Stickstoff als Reaktivgas sowie Argon als Prozessgas für einige Typen von im Plasma gebildeten Ionen den jeweiligen zeitlichen Verlauf nach Anlegen eines Kathodenpulses 60 mit dem in Fig. 6a gezeigten Verlauf mit zwei Kathoden-
subpulsen 62 einer Dauer Pi, P2 von je 20 ps mit einer Kathodensubpulspause 64 einer Dauer Zi von 30 ps zwischen den Kathodensubpulsen 62.
Wie dargestellt enthält das Plasma verschiedene Spezies von Metall- und Gasionen, wobei allerdings nur für vier Typen von Ionen die jeweiligen Zeitverläufe dargestellt sind: Ti+, Ti2+, N2 + und N+. Diese zeigen unterschiedliche Zeitverläufe. So zeigen die Ti+ Metall-Ionen ein ausgeprägtes Maximum bei ca. 120 ps nach Beginn des Kathodenpulses 60. Dies ist insbesondere bemerkenswert, da die Gesamtdauer P des Kathodenpulses 60 nur 70 ns beträgt.
Es lässt sich wie schematisch dargestellt ein Zeitabschnitt 72 definieren, in dem die Ti+ Metall-Ionen vorherrschen.
Durch die negative Bias-Spannung VB werden die positiven Gas- und Metallionen des Plasmas in Richtung auf die Oberfläche des Substratmaterials 42 beschleunigt und werden so Teil der sich dort anlagernden Beschichtung 44. Im Fall eines DC-Bias, d.h. einer durchgängigen Gleichspannung als Bias-Spannung VB, werden unterschiedslos alle Ionen für den Schichtaufbau ausgewählt. Bei einem gepulsten Zeitverlauf der Bias-Spannung VB, der synchron ist zum Zeitverlauf der Spannung Vc an den Magnetron-Kathoden 22a-d, wie in Fig. 5a, 5b gezeigt, kann durch geeignete Wahl der zeitlichen Synchronisation, d.h. der Verzögerungszeit TD und der Dauer der jeweiligen Bias-Subpulse 68, unter den im Plasma zu verschiedenen Zeitpunkten vorhandenen Gas- und Metallionen eine Auswahl getroffen werden.
So kann im ersten Beispiel von Fig. 6a, 6b die Bias-Spannung VB bspw. nur während des Zeitabschnitts 72 angelegt werden, in dem Ti+-Ionen ein Maximum erreichen. In diesem Fall kann die Bias-Spannung VB in Form von durchgehenden Bias-Pulsen 66 angelegt werden, die nicht in Bias-Subpulse 68 unterteilt sind.
Im zweiten Beispiel von Fig. 7a, 7b sind die Verhältnisse entsprechend der Darstellung des ersten Beispiels gezeigt, ebenfalls für eine Magnetron-Kathode 22a mit einem Target aus Titan sowie unter Zuführung von Stickstoff als Reaktivgas und Argon als Prozessgas. Wie in Fig. 7a dargestellt umfasst im zweiten Beispiel der Kathodenpuls 60 zwei Kathodensubpulse 62 unterschiedlicher Dauer Pi= 10 ps und P2 = 20 ps mit einer Kathodensubpulspause 64
einer Dauer Zi von 18 ps zwischen den Kathodensubpulsen 62.
Wie in Fig. 7b dargestellt zeigen sich für die in Fig. 7a gezeigte Sequenz von Kathodensubpulsen 62 Zeitverläufe der verschiedenen Typen von Ionen Ti+, Ti2+, N2 + und N+, die voneinander abweichen. Die Zeitverläufe unterscheiden sich von den in Fig. 6b gezeigten Zeitverläufen für die in Fig. 6a gezeigte Sequenz von Kathodensubpulsen 62. In Fig. 7b zeigen insbesondere die Ti+-Ionen zwei Maxima bei etwa t = 30 ps und t=90 ps mit einem dazwischen liegenden Minimum ca. bei t=50ps. Auch hier liegt das zweite, höhere Maximum nach dem Ende des Kathodenpulses bei t=48ps.
In Fig. 7b lassen sich somit - abweichend vom ersten Beispiel gemäß Fig. 6b - zwei separate Zeitabschnitte 72 definieren, in denen die Ti+ Metall-Ionen vorherrschen.
Entsprechend kann im zweiten Beispiel von Fig. 7a, 7b die Bias-Spannung Vßbspw. in Form von zwei Biassubpulsen 68 angelegt werden, die jeweils während der Zeitabschnitte 72 anliegen, wobei dazwischen im Bereich von ca. 40 - 70 ps eine Biassubpulspause 70 liegt. So wird durch gezielte Wahl einer geeigneten Sequenz von Biassubpulsen 68 ein hoher Anteil an Ti+-Ionen in der sich bildenden Beschichtung 44 sichergestellt.
Somit kann mittels der zeitlichen Synchronisation (Dauer Bi, B2, ... Bn der Biassubpulse 68 sowie Anfangszeit der Biassubpulse 68, bspw. jeweils gerechnet ab Beginn des Kathodenpulses 60, oder im Fall der Zuordnung von Kathodensubpulsen 62 und Biassubpulsen 68 durch die jeweilige Verzögerungszeit TD) die Zusammensetzung der Beschichtung 44 vorgegeben und die Schichteigenschaften erheblich beeinflusst, werden. Insbesondere bei Berücksichtigung des Anteils am Prozessgas Argon in der Beschichtung 44 (wobei allerdings der Zeitverlauf von Ar-Ionen in den Beispielen von Fig. 6b, 7b nicht dargestellt ist) können die Eigenschaften insbesondere im Hinblick auf Eigenspannungen in der Beschichtung 44 sowie deren Härte geeignet vorgegeben werden. Bei hohem Argon-Anteil ergibt sich eine Beschichtung 44 mit hohen Eigenspannungen und hoher Härte. Eine Beschichtung 44 mit geringerem Argon-Anteil ist eher duktil und hat deutlich geringere Eigenspannungen.
Nachfolgend werden weitere Beispiele von Pulsfolgen für Kathodenpulse 60 bzw. Sequenzen von Kathodensubpulsen 62 dargestellt und erläutert.
Im dritten Beispiel (Fig. 8a, 8b) sowie im vierten Beispiel (Fig. 9a, 9b) werden vier Magnetron-Kathoden 22a, 22b, 22c, 22d im HIPIMS-Verfahren mit einer Frequenz von 2kHz, d.h. bei T= 5oops betrieben. Die zeitlich gemittelte elektrische Leistung beträgt jeweils 12kW pro Kathode, d.h. in Summe 48 kW. Die Magnetron-Kathoden 22a-d sind mit Targets 24a-d aus Titan, Aluminium und Silizium bestückt, bspw. zwei Titan-Silizium Targets und zwei Titan- Aluminium Targets. Als Prozessgas wird Argon und als Reaktivgas Stickstoff eingelassen.
Die auf Wendeschneidplatten als Substrat 40 abgeschiedene Schicht 44 ist jeweils eine Al- Ti-Si-N-Schicht.
Das dritte und vierte Beispiel unterscheidet sich durch unterschiedliche Sequenzen von Kathodensubpulsen 62 (Fig. 8a, 9a) sowie unterschiedliche Sequenzen von Biassubpulsen 68 (Fig. 8b, 9b).
Beim dritten Beispiel umfasst die Sequenz der Kathodensubpulse 62 drei Kathodensub- pulse 62, von denen der dritte länger ist als die beiden ersten. Die jeweiligen Dauern der Kathodensubpulse 62 und Kathodensubpulspausen 64 sind
Pi= 30ps,
Zi=25ps,
Z2=30ps, so dass sich insgesamt eine Pulslänge P von l ops innerhalb der Periodendauer T von 500 LIS ergibt.
Die Pulsform der Kathodensubpulse 62 ist jeweils im Wesentlichen rechteckig mit einer Spannung Vci von ca. 680 V, die im Verlauf der Pulse geringfügig abfällt, wobei sich allerdings im dritten Kathodensubpuls 62 ein Abfall der Spannung um ca. 20% zeigt, was dennoch im Wesentlichen als Rechteckform angesehen wird.
Wie dargestellt steigt der Kathodenstrom Ici jeweils rampenartig an, während des ersten Kathodensubpulses 62 auf ca. 75A, während des zweiten Kathodensubpulses 62 auf ca. 145A und während des dritten Kathodensubpulses 62 auf einen Peak-Wert von ca. 220 A. Es erweist sich somit als günstig, dass der dritte Kathodensubpuls 62 deutlich länger ist als der erste und der zweite Kathodensubpuls 62, so dass die erreichte Peakleistung dort ca. 120 kW beträgt.
Die zugehörige Sequenz der Biasspannung VB weist wie in Fig. 8b gezeigt drei Biassubpulse 68 auf, deren Zeitdauern im Wesentlichen denen der jeweils zugeordneten Katho- densubpulsen 62 entspricht, die allerdings mit einer Verzögerungszeit TD von ca. 20 ps anliegen.
Der sich einstellende Bias-Strom IB erreicht während des ersten Biassubpulses 68 einen Spitzenwert von ca. 15A, während des zweiten Biassubpulses 68 einen Spitzenwert von ca. 33A und während des dritten, längsten Biassubpulses 68 einen Spitzenwert von über 60 A, was zeigt, dass eine hohe Anzahl von Ionen zum Substrat 42 beschleunigt wird.
Die Beschichtung 44 wächst im dritten Beispiel mit einer Abscheiderate von 1,9 pm/h.
Als eine Maßzahl für die Ionisation kann mittels OES der Anteil ionisierter Titan-Atome relativ zur Anzahl der nicht-ionisierten Titan-Atome im Plasma gemessen werden. Im dritten Beispiel ergibt sich für Ti+/Ti mit einem Verhältnis von ca. 1,2 eine sehr hohe Ionisation. Ein Vergleichsbeispiel mit nicht unterteilten HIPIMS-Pulsen unter sonst gleichen Bedingungen erreicht hier lediglich ein Verhältnis von 0,93.
Beim vierten Beispiel umfasst die Sequenz der Kathodensubpulse 62 wie im dritten Beispiel ebenfalls drei Kathodensubpulse 62, von denen der erste im Vergleich zum dritten Beispiel noch kürzer und der dritte noch länger ist, so dass sich eine Sequenz ansteigender Kathodensubpulsdauern ergibt:
Pi= 20pS,
P2= 25pS,
P3= 70ps,
Zi=25ps,
Z2=30ps.
Auch hier beträgt die Pulslänge P insgesamt t ops. Die Pulsformen sind wie im dritten Beispiel im Wesentlichen rechteckig (mit etwas größerem Abfall während des dritten Kathodensubpulses 62). Der jeweils rampenartig ansteigende Kathodenstrom Ici erreicht während des ersten Kathodensubpulses 62 nur ca. 25A, während des zweiten Kathodensubpulses 62 ca. 100A und während des dritten Kathodensubpulses 62 ca. 215 A. Im Vergleich zum dritten Beispiel wird eine noch höhere Peakleistung von fast 130 kW erreicht.
Die Biasspannung VB weist auch im vierten Beispiel (Fig. 9b) drei Biassubpulse 68 auf, wobei ebenfalls die Zeitdauern von Biassubpulsen 68 und Kathodensubpulsen 62 sowie Biassubpulspausen 70 und Kathodensubpulspausen 64 im Wesentlichen übereinstimmen, wobei allerdings die Biassubpulse 68 mit einer Verzögerungszeit TD von ca. 25ps verzögert sind. Der Bias-Strom IB erreicht während des ersten Biassubpulses 68 einen Spitzenwert von lediglich ca. 5A, während des zweiten Biassubpulses 68 einen Spitzenwert von ca. 25A und während des dritten Biassubpulses 68 einen Spitzenwert von ca. 65 A. Die Abscheiderate beträgt ebenfalls 1,9 um/h wie im dritten Beispiel.
Im vierten Beispiel ergibt ein Ti+/Ti Verhältnis von 1,57 und somit gegenüber dem dritten Beispiel nochmals gesteigerte Ionisation.
Die so hergestellte Beschichtung 44 auf dem Substratmaterial 42 ist in Fig. 14a, 14b gezeigt im Vergleich zu einer Beschichtung 44 (Fig. 13a, 13b) gemäß einem Vergleichsbeispiel mit nicht-unterteiltem HIPIMS-Puls, aber sonst gleichen Bedingungen. Dargestellt sindjeweils die Beschichtungen 44 auf einer Freifläche 52, die wie in Fig. 12 skizziert während des Betriebs der Beschichtungsanlage 10 in Richtung der Targets 24a ausgerichtet ist und auf einer Spanfläche 54, die orthogonal hierzu angeordnet ist.
Fig. 14a zeigt die Beschichtung 44 auf der Freifläche 52 des Körpers 40, erzeugt durch das spezielle chopped HIPIMS Verfahren mit der Sequenz von Kathodensubpulsen 62 gemäß Fig. 9a, 9b. Relativ zum in Fig. 13a gezeigten Vergleichsbeispiel zeigt die Beschichtung 44
eine deutlich feinere Struktur.
Auch auf der Spanfläche 54, die nicht in Richtung des Targets 24b ausgerichtet ist (Fig. 12), zeigt die Beschichtung 44 wie aus Fig. 14b ersichtlich eine deutlich feinere Struktur als das Vergleichsbeispiel (Fig. 13b). Zudem zeigt sich, dass beim Vergleichsbeispiel gemäß Fig. 13b die Beschichtung 44 eine schräge Wachstumsrichtung hat, hier beispielhaft durch einen weißen Pfeil gezeigt, die nicht orthogonal zur Substratoberfläche, sondern schräg in Richtung des Targets 24b ausgerichtet ist, während wie aus Fig. 14b ersichtlich beim Beispiel des chopped HIP IMS Verfahrens mit spezieller Sequenz von Kathodensubpulsen 62 gemäß Fig. 9a, 9b keine solche schräge Wachstumsrichtung erkennbar ist, sondern die Beschichtung 44 ersichtlich orthogonal zur Substratoberfläche wächst.
Es wird davon ausgegangen, dass dieses gleichmäßigere Wachstum ebenso wie die feinere Struktur eine Folge der höheren Ionisation ist.
Die gemäß dem vierten Ausführungsbeispiel erstellten Beschichtungen 44 zeigen insbesondere auf einem beschichteten Werkzeug besonders günstige Eigenschaften. In Zerspanungsversuchen mit Wendeschneidplatten, die einerseits gemäß dem o.g. Vergleichsbeispiel (durchgehende, nicht unterteilte HIPIMS-Pulse) und andererseits mit der Sequenz von Kathodensubpulsen 62 und Biassubpulsen 68 gemäß obigem vierten Beispiel beschichtet wurden, zeigte sich bei einer jeweils 6pm dicken Beschichtung 44 für das vierte Beispiel eine um 20% verlängerte Standzeit bei Zerspanung von X6CrNiMoTii7-i2-2 gegenüber dem Vergleichsbeispiel.
Nachfolgend werden weitere Beispiele von Sequenzen von Kathodensubpulsen 62 bzw. Biassubpulsen 68 gezeigt.
So werden zunächst im Vergleich eines fünften Beispiels gemäß Fig. 10a und eines sechsten Beispiels gemäß Fig. 10b verschiedene Arten der Synchronisation des Zeitverlaufs der Bias- Spannung VB dargestellt. Dabei ist in beiden Beispielen die Bias-Spannung VB in Biassubpulse 68 unterteilt, die synchron zu den Kathodensubpulsen 62 sind. Allerdings ist im fünften Beispiel (Fig. 10a) die Synchronisation ohne Verzögerungszeit (TD = o ps), während im sechsten Beispiel (Fig. 10b) eine Verzögerungszeit vorgesehen ist (TD = 10 ps):
Fig. loa zeigt einen gemessenen Verlauf der Spannung Vci an der ersten Magnetron- Kathode 22a, des Stroms Ici zur ersten Magnetron-Kathode 22a, der Bias-Spannung VB sowie des Bias-Stroms IB für eine Sequenz von zwei aufeinanderfolgenden Kathodensubpul- sen 62 mit einer dazwischen liegenden Kathodensubpulspause 64.
Die Frequenz liegt bei 1000 Hz (T=i ms). Die Pulsdauern der Kathodensubpulse 62 und Kathodensubpulspause 64 sind Pi=20ps, P2= 20ps, Zi=iops. Die Pulsdauer des Kathoden- pulses 60 ist 50 ps (entspricht 5% der Periodendauer T). Die Biasspannung VB ist periodisch mit gleicher Frequenz und umfasst zwei Biassubpulse 66 und eine Biassubpulspause 70 mit Bi=20ps, B2= 20ps, ZBi=iops, die zeitlich synchron sind zu den Kathodensubpulsen 62 mit gleicher Dauer und ohne Verzögerung (TD = o ps).
Im Beispiel von Fig. 10a ist die Ladevorrichtung 46 der HIPIMS-Leistungsversorgung 26a auf konstante Leistung von 3000 W geregelt. Die Kapazität 48 der HIPIMS- Leistungsversorgung 26a ist zu Beginn des ersten Kathodensubpulses 62 auf ca. 700 V aufgeladen. Wie dargestellt haben die Kathodensubpulse 62 im Wesentlichen Rechteckform mit geringem Überschwingen sowie leichtem Abfall der Spannung Vci über die Dauer der Kathodensubpulse 62.
Der Kathodenstrom Ici zeigt während des ersten Kathodensubpulses 62 einen auf einen Spitzenwert von ca. 150A leicht ansteigenden Verlauf, während des zweiten Kathodensubpulses 62 einen deutlich stärker auf einen Spitzenwert von ca. 300A ansteigenden Verlauf. So wird im ersten Kathodensubpuls 62 ein Spitzenwert der Leistung (Peak-Leistung) von ca. 100 kW, im zweiten Kathodensubpuls 62 eine Peak-Leistung von ca. 200 kW erreicht. Hieraus resultiert eine hohe Ionisation des Plasmas und daraus insbesondere während des zweiten Biassubpulses 62 eine große Anzahl von Ladungsträgern des Plasmas, die das Substrat 40 treffen, ablesbar aus dem deutlich ansteigenden Bias-Strom IB.
Das Beispiel von Fig. 10a zeigt somit ein fünftes Ausführungsbeispiel mit gleich langen Kathodensubpulsen 62 und exakt (ohne Verzögerung) synchronisierter Bias-Spannung VB gleicher Pulsfolge. Demonstriert wird hier die erreichte relativ hohe Peak- Leistung und der deutliche Anstieg der Ströme Ici und IB während der zweiten Subpulse 62, 68.
Zum Vergleich mit Fig. 10a zeigt Fig. 10b als sechstes Ausführungsbeispiel bei ansonsten gleichen Parametern eine Verzögerungszeit TD von 10 ps zwischen dem Beginn der jeweiligen Kathodensubpulse 62 und Biassubpulse 68. Es zeigt sich ein abweichender Verlauf des Bias-Stroms IB, der während der jeweiligen Biassubpulse 68 schneller ansteigt, da bereits mehr Ionen zur Verfügung stehen.
Nachfolgend werden im Vergleich eines siebten Beispiels gemäß Fig. 11a und eines achten Beispiels gemäß Fig. 11b verschiedene Sequenzen von Kathodensubpulsen 62 dargestellt. Dabei werden in beiden Beispielen jeweils Sequenzen von fünf Kathodensubpulsen 62 angelegt. Allerdings sind im siebten Beispiel (Fig. 11a) die zeitlich ersten Kathodensubpulse 62 kürzer als die späteren Kathodensubpulse 62, während im achten Beispiel (Fig. 11b) die früheren Kathodensubpulse 62 länger sind als die späteren Kathodensubpulse 62. Die beiden Beispiele sind gekennzeichnet durch die folgenden Parameter:
Die Biasspannung VB ist in Fig. 8a, 8b jeweils periodisch mit gleicher Frequenz und Pulsfolge zeitlich synchron zu den Kathodensubpulsen 62 mit gleicher Dauer und ohne Verzöge- rungszeit (TD = o ps).
Im Beispiel von Fig. na stellt sich während der ersten beiden Kathodensubpulse 62 zunächst nur geringe Spitzenleistungen von 27 kW und 68 kW ein. Während der nachfolgenden längeren Kathodensubpulse 62 steigen die Spitzenleistungen dann aber stark auf 179 kW und 190 kW an, worauf beim letzten Kathodensubpuls 62 nur noch 86 kW erreicht werden.
Im Beispiel von Fig. 11b ergibt sich ein Anstieg der Spitzenleistung nur während der ersten drei Kathodensubpulse 62 mit Werten von 64 kW und 156 kW, während die Spitzenleistung
in nachfolgenden Kathodensubpulsen geringer ist. Insgesamt werden somit geringere Werte der Spitzenleistung erreicht als im Beispiel von Fig. 11a.
Somit erweisen sich Sequenzen mit zunächst kürzeren Kathodensubpulsen 62 und nachfol- gend längeren Kathodensubpulsen 62 als günstig.