Wärmeintegration eines elektrisch beheizten Reaktors
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Herstellung von Reaktionsprodukten und ein Verfahren zur Wärmeintegration bei einer Herstellung von Reaktionsprodukten.
Produktionsanlagen wie Steamcracker sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt, siehe beispielsweise https://de.wikipedia.org/wiki/Steamcracken. In Steamerackern wird beispielsweise Rohbenzin (Naphtha) bei hohen Temperaturen in Gegenwart von Wasserdampf in Ethylen und Propylen aufgespalten. In einer sogenannten Konvektionszone des Steamcrackers wird dazu das Rohbenzin vorgewärmt und heißer Wasserdampf zugegeben. In einer nachfolgenden Strahlungszone wird bei etwa 850 °C das Rohbenzin in Ethylen und Propylen aufgespalten, also gecrackt. Zum Beheizen des Steamcrackers wird konventionell Erdgas verbrannt, welches mit einer Kohlenstoffemission einhergeht. Die bei der Erdgas Verbrennung entstehende Wärme wird in konventionellen Steamerackern nicht nur zum Spalten verwendet, sondern die im Kamin aufsteigende Abwärme wird auch zum Vorheizen des Rohbenzins in der Konvektionszone verwendet. Derartige konventionelle Produktionsanlagen sind beispielsweise aus EP 2 653 524 A1 , US 4,361 ,478 A, EP 0 245 839 A1 oder EP3415587A1 bekannt.
Weiter sind konventionelle Öfen bekannt aus US 2006/116543 A1 , DE 10 2018 132736 A1 , und US 2011/163003 A1.
Weiter sind elektrisch beheizbare Reaktoren bekannt, beispielsweise aus WO 2015/197181 A1 , WO 2020/035575 A1 , WO 2020/035574 A1 , DE 103 17 197 A1 und WO 2017/186437 A.
Elektrisch beheizbare Reaktoren können ein CO2-neutrales Betreiben des Reaktors ermöglichen.
WO 2015/197181 A1 beschreibt eine Einrichtung zum Heizen eines Fluids mit zumindest einer elektrisch leitfähigen Rohrleitung zur Aufnahme des Fluides, und zumindest eine mit der mindestens einen Rohrleitung verbundene Spannungsquelle. Die mindestens eine Spannungsquelle ist dazu ausgebildet, einen elektrischen Wechselstrom in der mindestens einen Rohrleitung zu erzeugen, der die mindestens eine Rohrleitung zum Heizen des Fluides erwärmt.
WO 2020/035575 A1 beschreibt eine Einrichtung zum Erhitzen eines Fluides, welche mindestens eine elektrisch leitfähige Rohrleitung und/oder mindestens ein elektrisch leitfähiges Rohrleitungssegment zur Aufnahme des Fluides, und mindestens eine Gleichstrom-und/oder Gleichspannungsquelle umfasst. Jeder Rohrleitung und/oder jedem Rohrleitungssegment ist je eine Gleichstrom-und/oder Gleichspannungsquelle zugeordnet, welche mit der jeweiligen Rohrleitung und/oder mit dem jeweiligen Rohrleitungssegment verbunden ist, wobei die jeweilige Gleichstrom-und/oder Gleichspannungsquelle dazu ausgebildet ist, einen elektrischen Strom in der jeweiligen Rohrleitung und/oder in dem jeweiligen Rohrleitungssegment zu erzeugen, welcher die jeweilige Rohrleitung und/oder das jeweilige Rohrleitungssegment durch Joulesche
Wärme, welche bei Durchgang des elektrischen Stromes durch leitendes Rohrmaterial entsteht, zum Erhitzendes Fluides erwärmt.
WO 2020/035574 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Erhitzen eines Fluides, welche mindestens eine elektrisch leitfähige Rohrleitung zur Aufnahme des Fluides, mindestens eine elektrisch leitfähige Spule und mindestens eine Wechselspannungsquelle umfasst, welche mit der Spule verbunden ist und eingerichtet ist, die Spule mit einer Wechselspannung zu beaufschlagen. Die Spule ist eingerichtet, durch die Beaufschlagung mit der Wechselspannung mindestens ein elektromagnetisches Feld zu erzeugen. Die Rohrleitung und die Spule sind derart angeordnet, dass das elektromagnetische Feld der Spule einen elektrischen Strom in der Rohrleitung induziert, welcher die Rohrleitung durch Joulesche Wärme, welche bei Durchgang des elektrischen Stromes durch leitendes Rohrmaterial entsteht, zum Erhitzen des Fluides erwärmt.
Eine Integration eines elektrisch beheizbaren Reaktors in einen Steamcracker ist eine noch nicht gelöste Herausforderung. Insbesondere entfällt ohne eine Beheizung mittels Erdgas die Konvektionszone und so auch die Möglichkeit der Vorheizung des Ausgangsmaterials. Das Problem einer Wärmeintegration des elektrisch beheizten Reaktors in die Anlage ist bisher nicht gelöst.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anlage zur Herstellung von Reaktionsprodukten und ein Verfahren zur Wärmeintegration bei einer Herstellung von Reaktionsprodukten bereitzustellen, welche die Nachteile bekannter Vorrichtungen und Verfahren zumindest weitgehend vermeiden. Insbesondere soll eine Wärmeintegration eines elektrisch beheizbaren Reaktors in einer Anlage, wie einer Anlage zur Durchführung von mindestens einer endothermen Reaktion, einer Anlage zur Aufwärmung, einer Anlage zur Vorwärmung, einem Steamcra- cker, einem Steamreformer, einer Vorrichtung zur Alkandehydrierung, einem Reformer, einer Vorrichtung zum Trockenreforming, einer Vorrichtung zur Styrolherstellung, einer Vorrichtung zur Ethylbenzoldehydrierung, einer Vorrichtung zum Spalten von Harnstoffen, Isocyanate, Melamin, einem Cracker, einem katalytischen Cracker, einer Vorrichtung zum Dehydrieren, realisiert werden.
Diese Aufgabe wurde durch eine Anlage und ein Verfahren mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind u. a. in den zugehörigen Unteransprüchen und Unteranspruchsverknüpfungen angegeben.
Im Folgenden werden die Begriffe „haben“, „aufweisen“, „umfassen“ oder „einschließen“ oder beliebige grammatikalische Abweichungen davon in nicht-ausschließlicher Weise verwendet. Dementsprechend können sich diese Begriffe sowohl auf Situationen beziehen, in welchen, neben dem durch diese Begriffe eingeführten Merkmal, keine weiteren Merkmale vorhanden sind, oder auf Situationen, in welchen ein oder mehrere weitere Merkmale vorhanden sind. Beispielsweise kann sich der Ausdruck „A hat B“, „A weist B auf“, „A umfasst B“ oder „A schließt B ein“ sowohl auf die Situation beziehen, in welcher, abgesehen von B, kein weiteres Element in A vorhanden ist (d.h. auf eine Situation, in welcher A ausschließlich aus B besteht), als auch auf
die Situation, in welcher, zusätzlich zu B, ein oder mehrere weitere Elemente in A vorhanden sind, beispielsweise Element e, Elemente C und D oder sogar weitere Elemente.
Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass die Begriffe „mindestens ein“ und „ein oder mehrere“ sowie grammatikalische Abwandlungen dieser Begriffe oder ähnliche Begriffe, wenn diese in Zusammenhang mit einem oder mehreren Elementen oder Merkmalen verwendet werden und ausdrücken sollen, dass das Element oder Merkmal einfach oder mehrfach vorgesehen sein kann, in der Regel lediglich einmalig verwendet werden, beispielsweise bei der erstmaligen Einführung des Merkmals oder Elementes. Bei einer nachfolgenden erneuten Erwähnung des Merkmals oder Elementes wird der entsprechende Begriff „mindestens ein“ oder „ein oder mehrere“ in der Regel nicht mehr verwendet, ohne Einschränkung der Möglichkeit, dass das Merkmal oder Element einfach oder mehrfach vorgesehen sein kann.
Weiterhin werden im Folgenden die Begriffe „vorzugsweise“, „insbesondere“, „beispielsweise“ oder ähnliche Begriffe in Verbindung mit optionalen Merkmalen verwendet, ohne dass alternative Ausführungsformen hierdurch beschränkt werden. So sind Merkmale, welche durch diese Begriffe eingeleitet werden, optionale Merkmale, und es ist nicht beabsichtigt, durch diese Merkmale den Schutzumfang der Ansprüche und insbesondere der unabhängigen Ansprüche einzuschränken. So kann die Erfindung, wie der Fachmann erkennen wird, auch unter Verwendung anderer Ausgestaltungen durchgeführt werden. In ähnlicher Weise werden Merkmale, welche durch „in einer Ausführungsform der Erfindung“ oder durch „in einem Ausführungsbeispiel der Erfindung“ eingeleitet werden, als optionale Merkmale verstanden, ohne dass hierdurch alternative Ausgestaltungen oder der Schutzumfang der unabhängigen Ansprüche eingeschränkt werden soll. Weiterhin sollen durch diese einleitenden Ausdrücke sämtliche Möglichkeiten, die hierdurch eingeleiteten Merkmale mit anderen Merkmalen zu kombinieren, seien es optionale oder nicht-optionale Merkmale, unangetastet bleiben.
In einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Anlage zur Herstellung von Reaktionsprodukten vorgeschlagen.
Unter einer „Anlage“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine chemische Produktionsanlage verstanden werden. Beispielsweise kann die Anlage ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus: einer Anlage zur Durchführung von mindestens einer endothermen Reaktion, einer Anlage zur Aufwärmung, einer Anlage zur Vorwärmung, einem Steamcracker, einem Steam reformer, einer Vorrichtung zur Alkandehydrierung, einem Reformer, einer Vorrichtung zum Trockenreforming, einer Vorrichtung zur Styrolherstellung, einer Vorrichtung zur Ethylben- zoldehydrierung, einer Vorrichtung zum Spalten von Harnstoffen, Isocyanate, Melamin, einem Cracker, einem katalytischen Cracker, einer Vorrichtung zum Dehydrieren. Beispielsweise kann die Anlage eingerichtet sein, mindestens ein Verfahren durchzuführen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: mindestens einer endothermen Reaktion, einer Vorwärmung, Steamcracking, Steamreforming, Alkan Dehydrierung, einem Reforming, Trockenreforming, einer Styrolherstelllung, einer Ethylbenzoldehydrierung, Spalten von Harnstoffen, Isocyanate, Melamin, einem Cracking, einem katalytischen Cracking, einer Dehydrierung.
Die Anlage weist mindestens einen Vorwärmer auf. Die Anlage weist mindestens eine Rohmaterial-Zuführung auf, welche eingerichtet ist, mindestens ein Rohmaterial dem Vorwärmer zuzuführen. Der Vorwärmer ist eingerichtet, das Rohmaterial auf eine vorbestimmte Temperatur vorzuwärmen. Die Anlage weist mindestens einen elektrisch beheizbaren Reaktor auf. Der elektrisch beheizbare Reaktor ist eingerichtet, um das vorgewärmte Rohmaterial zumindest teilweise in Reaktionsprodukte und Nebenprodukte umzusetzen. Die Anlage weist mindestens eine Wärmeintegrationsvorrichtung auf, welche eingerichtet ist, die Nebenprodukte dem Vorwärmer zumindest teilweise zuzuführen. Der Vorwärmer ist eingerichtet, um zum Vorwärmen des Rohmaterials benötigte Energie zumindest teilweise aus den Nebenprodukten zu nutzen.
Unter einem „Vorwärmer“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung mindestens ein Element der Anlage verstanden werden, welches eingerichtet ist, das Rohmaterial auf eine vorbestimmte Temperatur vorzuwärmen. Das Rohmaterial kann bei Zuführung eine erste Temperatur aufweisen. Beispielsweise kann die erste Temperatur 100 °C sein. Der Vorwärmer kann eingerichtet sein, das Rohmaterial auf eine zweite Temperatur aufzuheizen, wobei die zweite Temperatur höher ist als die erste Temperatur. Die vorbestimmte Temperatur kann beispielsweise 500 bis 750 °C sein. Die vorbestimmte Temperatur kann abhängig von dem Rohmaterial, der beabsichtigten chemischen Reaktion und/oder den zu erzeugenden Reaktionsprodukten sein. Der Vorwärmer kann mindestens einen Brenner aufweisen. Der Vorwärmer kann eingerichtet sein, um einen Energiebedarf zum Vorwärmen des Rohmaterials durch Verbrennen von Gasen, beispielsweise von Methan, zu erzeugen. Die Gase können auch als Heizgase bezeichnet werden. Wie unten weiter ausgeführt wird, können zurückgeführte Nebenprodukte in dem Vorwärmer verbrannt werden und die zum Erhitzen benötigte Energie in dem Vorwärmer zumindest teilweise liefern.
Die Anlage kann mindestens eine Prozessdampf-Zuführung aufweisen, welche eingerichtet ist, mindestens einen Prozessdampf dem Vorwärmer zuzuführen. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann eingerichtet sein, um das Rohmaterial in Anwesenheit des Prozessdampfs in ein Spaltgas umzusetzen. Unter einem „Prozessdampf“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung Wasserdampf verstanden werden, in dessen Gegenwart das Rohmaterial in Reaktionsprodukte und Nebenprodukte umgesetzt werden kann. Der Prozessdampf kann ein heißer Prozessdampf sein, beispielsweise mit einer Temperatur von 180 bis 200 °C. Unter einer „Prozessdampf-Zuführung“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Element der Anlage verstanden werden, welches eingerichtet ist, den Prozessdampf dem Vorwärmer bereitzustellen. Die Prozessdampf-Zuführung kann mindestens eine Rohrleitung oder ein Rohrleitungssystem aufweisen.
Unter „Rohmaterial“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein grundsätzlich beliebiges Ausgangsmaterial, auch als Feedstock bezeichnet, verstanden werden, aus welchem die Reaktionsprodukte erzeugt und/oder hergestellt werden können, insbesondere durch mindestens eine chemische Reaktion. Das Rohmaterial kann insbesondere ein Edukt sein, mit welchem die chemische Reaktion durchgeführt werden soll. Das Rohmaterial kann ein flüssiges oder ein
gasförmiges Rohmaterial sein. Das Rohmaterial kann mindestens ein Element aufweisen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Methan, Ethan, Propan, Butan, Naphtha, Ethylbenzol, Gasöl, Kondensate, Bioflüssigkeiten, Biogase, Pyrolyseöle, Abfallöle und Flüssigkeiten aus nachwachsenden Rohstoffen. Bioflüssigkeiten können beispielsweise Fette oder Öle oder deren Derivate aus nachwachsenden Rohstoffen sein, beispielsweise Bioöl oder Biodiesel. Unter einer „Rohmaterial-Zuführung“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Element verstanden werden, welches eingerichtet ist, das Rohmaterial dem Vorwärmer bereitzustellen. Die Rohmaterial-Zuführung kann mindestens eine Rohrleitung oder ein Rohrleitungssystem aufweisen.
Das Rohmaterial und der Prozessdampf können jeweils in Rohrleitungen zu und durch den Vorwärmer geführt werden und von diesem erhitzt werden. Der Vorwärmer kann insbesondere eingerichtet sein, um das Rohmaterial zu überhitzen. Die Anlage kann eingerichtet sein, um das vorgewärmte Rohmaterial und den vorgewärmten Prozessdampf zu vermischen. Das mit dem Prozessdampf vermischte Rohmaterial kann, beispielsweise über eine weitere Leitung, in eine dem Brenner nahe Zone des Vorwärmers geführt werden und überhitzt werden. Beispielsweise kann das mit dem Prozessdampf vermischte Rohmaterial auf eine Temperatur etwas unterhalb einer Spalttemperatur überhitzt werden. Das überhitzte Fluid kann anschließend in den elektrisch beheizbaren Reaktor geführt und dort gespalten werden.
Die Anlage kann mindestens eine Zuleitung aufweisen, welche eingerichtet ist, ein von dem Vorwärmer vorgewärmtes, insbesondere überhitztes, Fluid dem elektrisch beheizbaren Reaktor zuzuführen. Insbesondere kann das von dem Vorwärmer vorgewärmte Rohmaterial und/oder das vorgewärmte Gemisch aus Rohmaterial und Prozessdampf über die Zuleitung dem elektrisch beheizbaren Reaktor zugeführt werden. Unter einem „Fluid“ wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein gasförmiges und/oder flüssiges Medium verstanden. Das Fluid kann insbesondere ein durch den Vorwärmer überhitztes Gemisch aus Rohmaterial und Prozessdampf sein. Beispielsweise kann das Fluid ein thermisch zu spaltender Kohlenwasserstoff, insbesondere ein thermisch zu spaltendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen, sein. Beispielsweise kann das Fluid Wasser oder Wasserdampf sein und zusätzlich einen thermisch zu spaltenden Kohlenwasserstoff, insbesondere ein Gemisch aus thermisch zu spaltenden Kohlenwasserstoffen, aufweisen. Das Fluid kann beispielsweise ein vorgewärmtes Gemisch aus thermisch zu spaltenden Kohlenwasserstoffen und Wasserdampf sein.
Unter „Reaktionsprodukt“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein zu erzeugendes Hauptprodukt, auch als Grundprodukt oder als Wertprodukt bezeichnet, verstanden werden. Die Anlage kann eingerichtet sein, mindestens eine chemische Reaktion ablaufen zu lassen, in welcher Hauptprodukte und Nebenprodukte erzeugt werden. Das Reaktio ns produkt kann mindestens ein Element aufweisen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Acetylen, Ethylen, Propylen, Butene, Butadien, Benzol, Styrol, Synthesegas. Unter „Nebenprodukt“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein weiteres Produkt der chemischen Reaktion verstanden werden, welches zusätzlich zu den Reaktionsprodukten anfällt. Beispielsweise kann das Nebenprodukt mindestens ein Element aufweisen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus:
Wasserstoff, Methan, Ethan, Propan. Unter „zumindest teilweise“ in Reaktionsprodukte und Nebenprodukte umzusetzen kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung verstanden werden, dass Ausführungsformen möglich sind, in welchen das Rohmaterial und/oder das Gemisch aus Rohmaterial und Prozessdampf vollständig umgesetzt werden, und Ausführungsformen möglich sind, in welchen das Rohmaterial und/oder das Gemisch aus Rohmaterial und Prozessdampf nicht vollständig umgesetzt werden.
Unter einem „Reaktor“, auch als chemischer Reaktor bezeichnet, kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung verstanden werden, welche eingerichtet ist, dass in ihr mindestens ein chemischer Prozess ablaufen kann und/oder mindestens eine chemische Umsetzung durchgeführt werden kann. Unter einem „elektrisch beheizbaren“ Reaktor kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein elektrisch betriebener Reaktor verstanden werden. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann eingerichtet sein, ein in dem Reaktor befindliches Fluid mittels elektrischem Strom zu erhitzen. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann durch Strom beheizbar sein. Die für die Reaktion im elektrisch beheizbaren Reaktor benötigte Energie kann vollständig durch elektrischen Strom erzeugt werden, insbesondere in Form vom Joulescher Wärme. Grundsätzlich kann Strom aus jeder beliebigen Stromquelle zum Beheizen des Reaktors verwendet werden. Vorteilhafterweise kann Strom aus regenerativen Energien verwendet werden, welches eine Klimaverträglichkeit der Anlage weiter erhöht. Weiter kann durch die Verwendung eines Vorwärmers für die Herstellung der Reaktionsprodukte nur eine anteilige Bestromung für Prozesse in dem elektrisch beheizbaren Reaktor notwendig sein. So kann der Strombedarf limitiert werden. Für den elektrisch beheizbaren Reaktor kann ein von den übrigen Elementen der Anlage unabhängiges Strom- und Transformatorkonzept möglich sein.
Der elektrisch beheizbare Reaktor unterscheidet sich von konventionellen Öfen, also Öfen mit Konvektionszonen, beispielsweise bekannt aus US 2006/116543 A1 , DE 102018 132736 A1 , und US 2011/163003 A1 . Die in dem elektrisch beheizbaren Reaktor ablaufenden Reaktionen sind identisch wie in einem konventionellen Ofen, jedoch wird die Energie für Erwärmung und Endotherme Reaktion aus Strom erzeugt, beispielsweise durch direkte oder indirekte Beheizung. Zu diesem Zweck weist der elektrisch beheizbare Reaktor eine elektrische Stromversorgung auf, insbesondere eines oder mehrere von Transformatoren, leitende Stromverbindungen, Schaltanlagen und weiteres elektrotechnisches Equipment. In konventionellen Öfen hingegen wird Strahlungswärme verwendet. Insbesondere wird in konventionellen Öfen die Energie für Erwärmung und Endotherme Reaktion aus der Verbrennung von Erdgas, Methan, H2 erzeugt. Der elektrisch beheizbare Reaktor bezieht sich also darauf, dass die Reaktion, beispielsweise vorgewärmtes Naphtha und Dampf, zu einem Produkt reagieren, wobei die zur Reaktion benötigte Energie aus Strom erzeugt wird. Der elektrisch beheizbare Reaktor ermöglicht eine CO2 Reduktion bis zu 100%. Der konventionelle Ofen hingegen produziert CO2 durch Verbrennung des Heizgases. Bei einer Implementierung eines elektrisch beheizbaren Reaktors mit Reglern, kann eine weitere Energiereduktion ermöglicht werden durch Optimierung der Reaktion- oder Temperatursteuerung. In einem elektrisch beheizbaren Reaktor können höhere Temperaturen als für die Prozesse benötigt werden erreicht werden, aber nicht so hohe Temperaturen wie durch die Verbrennung im konventionellen Ofen. Zum Erreichen der Temperaturen können im
elektrisch beheizbaren Reaktor große elektrische Ströme verwendet werden. In konventionellen Öfen erfolgt keine Nutzung des elektrischen Stroms, sondern Heizgasverbrennung. Ein Design des Reaktionsraums des elektrisch beheizbaren Reaktors kann durch die elektrische Beheizung beeinflusst sein. Hingegen ist das Design eines Öfenraums eines konventionellen Ofens durch die Gas-Beheizung beeinflusst. Eine Materialauswahl für den elektrisch beheizbaren Reaktor kann auf der Verfahrenstechnik, z.B. Reaktion, Koksbildung, Reaktionstemperatur usw., basieren und der elektrischen Beheizung. Bei direkter Beheizung kann auch der ohmsche Widerstand mitberücksichtigt werden. Bei der indirekten Beheizung kann ein höherer Freiheitsgrad des Materials möglich sein. In konventionellen Öfen basiert die Materialauswahl allein auf der Verfahrenstechnik, z.B. Reaktion, Koksbildung, Reaktionstemperatur usw..
Konventionelle Öfen weisen eine Konvektionszone auf. Die Konvektionszone ist dabei durch die Strahlungszone definiert und die Konvektionszone ist in Bezug auf die Örtlichkeiten zwangsweise oberhalb der Strahlungszone angeordnet. Eine Wärmeintegration in konventionellen Öfen ist dem Fachmann bekannt. Bei einem konventionellen Ofen besteht die Wärmeintegration z.B. aus den Wärmetauschern: Kesselspeisewasservorwärmung, Naphthavorwärmung, Prozeßdampfüberhitzung, Hochdruckdampfüberhitzung, Einsatzstoffüberhitzung. Die Rohre dieser Wärmetauscher sind horizontal in einem konventionellen Spaltofen im Rauchgasstrom der Gasbrenner übereinander angeordnet. Bei einem elektrisch beheizbaren Reaktor kann die Konvektionszone in Bezug auf die Örtlichkeiten nicht zwangsweise oberhalb der E-Ofen Strahlungszone angeordnet sein. Die Anordnung kann flexibler sein, da die Beheizung über unabhängige Gasbrenner erfolgt. Da der elektrisch beheizbare Reaktor und die Wärmeintegration voneinander abgekoppelt sind, gibt es Freiheitsgrade bezüglich des Designs und/oder Ortes und/oder Konzepts.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen H2, Methan, Ethan, wie alle brennbaren Substanzen, die aus dem Spaltgas generiert und in einer Trennsektion aufgereinigt wurden, für die Vorwärmung der Rohmaterialien, auch als Feedströme bezeichnet, und der Dämpfe zu nutzen. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann sich dabei auf die Reaktion nach der Vorwärmung beziehen, in welcher bspw. vorgewärmtes Naphtha und Dampf zu einem Produkt reagieren. Durch eine Verbrennung des wiedergewonnenen Heizgases (H2, Methan, Ethan usw.) kann dieses zur Vorwärmung energetisch genutzt werden. Zusätzliches Erdgas zur Vorwärmung kann, wenn benötigt, auch extern bezogen werden. Es kann die Möglichkeit bestehen die Wärmeintegration nur teilweise auszuführen.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann mindestens eine Vorrichtung aufweisen, welche eingerichtet ist das vorgewärmte Rohmaterial, aufzunehmen. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann mindestens ein Reaktionsrohr, auch als Rohrleitung bezeichnet, aufweisen, in welchem die chemische Reaktion ablaufen kann. Beispielsweise kann das Reaktionsrohr mindestens eine Rohrleitung und/oder mindestens ein Rohrleitungssegment zur Aufnahme des Fluids umfassen. Die Ausdrücke Rohrleitung und Rohrleitungssegment werden im Folgenden als Synonyme verwendet. Das Reaktionsrohr kann weiter eingerichtet sein, das von dem Vorwärmer vorgewärmte Fluid durch den elektrisch beheizbaren Reaktor zu transportieren. Geometrie und/oder Ober-
flächen und/oder Material des Reaktionsrohres können anhängig von einem zu transportierenden Fluid sein. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann eine Mehrzahl an Rohrleitungen aufweisen. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann I Rohrleitungen aufweisen, wobei I eine natürliche Zahl größer oder gleich zwei ist. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor mindestens zwei, drei, vier, fünf oder auch mehr Rohrleitungen aufweisen. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann beispielsweise bis zu hundert Rohrleitungen aufweisen. Die Rohrleitungen können identisch oder verschieden ausgestaltet sein.
Die Rohrleitungen können symmetrische und/oder unsymmetrische Rohre und/oder Kombinationen davon aufweisen. Bei einer rein symmetrischen Ausgestaltung kann der elektrisch beheizbare Reaktor Rohrleitungen von einem identischen Rohrtyp aufweisen. Unter „unsymmetrische Rohre“ und „Kombinationen von symmetrischen und unsymmetrischen Rohren“ kann verstanden werden, dass der elektrisch beheizbare Reaktor eine beliebige Kombination von Rohrtypen aufweisen kann, welche beispielsweise zudem beliebig parallel oder in Reihe verschaltet sein können. Unter einem „Rohrtyp“ kann eine durch bestimmte Merkmale gekennzeichnete Kategorie oder Art von Rohrleitung verstanden werden. Der Rohrtyp kann mindestens durch ein Merkmal charakterisiert werden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: einer horizontalen Ausgestaltung der Rohrleitung; einer vertikalen Ausgestaltung der Rohrleitung; einer Länge im Eintritt (11 ) und/oder Austritt (I2) und/oder Übergang (I3); einem Durchmesser im Eintritt (d1 ) und Austritt (d2) und/oder Übergang (d3); Anzahl n von Pässen; Länge pro Pass; Durchmesser pro Pass; Geometrie; Oberfläche; und Material. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann eine Kombination von mindestens zwei verschiedenen Rohrtypen aufweisen, welche parallel und/oder in Reihe verschaltet sind. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor Rohrleitungen von unterschiedlichen Längen im Eintritt (11 ) und/oder Austritt (I2) und/oder Übergang (I3) aufweisen. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor Rohrleitungen mit einer Asymmetrie der Durchmesser im Eintritt (d1) und/oder Austritt (d2) und/oder Übergang (d3) aufweisen. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor Rohrleitungen mit einer unterschiedlichen Anzahl von Pässen aufweisen. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor Rohrleitungen mit Pässen mit unterschiedlichen Längen pro Pass und/oder unterschiedlichem Durchmesser pro Pass aufweisen. Grundsätzlich sind beliebige Kombinationen parallel und/oder in Reihe von allen Rohrtypen denkbar.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann eine Mehrzahl von Einlässen und/oder Auslässen und/oder Produktionsströmen aufweisen. Die Rohrleitungen von verschiedenem oder identischem Rohrtyp können parallel und/oder in Reihe mit mehreren Einlässen und/oder Auslässen angeordnet sein. Rohrleitungen können in verschiedenen Rohrtypen in Form eines Baukastens vorliegen und abhängig von einem Verwendungszweck ausgewählt und beliebig kombiniert werden. Durch eine Verwendung von Rohrleitungen von verschiedenen Rohrtypen kann eine genauere Temperaturführung, und/oder eine Anpassung der Reaktion bei schwankendem Feed und/oder eine selektive Ausbeute der Reaktion und/oder eine optimierte Verfahrenstechnik ermöglicht werden. Die Rohrleitungen können identische oder verschiedene Geometrien und/oder Oberflächen und/oder Materialien aufweisen.
Die Rohrleitungen können durchverbunden sein und so ein Rohrsystem zur Aufnahme des Fluids bilden. Unter einem „Rohrsystem“ kann eine Vorrichtung aus mindestens zwei, insbesondere miteinander verbundenen, Rohrleitungen verstanden werden. Das Rohrsystem kann zu- und abführende Rohrleitungen aufweisen. Das Rohrsystem kann mindestens einen Einlass zur Aufnahme des Fluids aufweisen. Das Rohrsystem kann mindestens einen Auslass zur Ausgabe des Fluids aufweisen. Unter „durchverbunden“ kann verstanden werden, dass die Rohrleitungen miteinander in einer Fluidverbindung stehen. So können die Rohrleitungen derart angeordnet und verbunden sein, dass das Fluid die Rohrleitungen nacheinander durchströmt. Die Rohrleitungen können parallel zu einander verschaltet sein, derart, dass das Fluid mindestens zwei Rohrleitungen parallel durchströmen kann. Die Rohrleitungen, insbesondere die parallel geschalteten Rohrleitungen, können derart eingerichtet sein, unterschiedliche Fluide parallel zu transportieren. Insbesondere können für einen Transport von verschiedenen Fluiden die parallel geschalteten Rohrleitungen, zueinander verschiedene Geometrien und/oder Oberflächen und/oder Materialien aufweisen. Insbesondere für den Transport eines Fluids, können mehrere oder sämtliche der Rohrleitungen parallel konfiguriert sein, so dass das Fluid auf jene parallel konfigurierten Rohrleitungen aufteilbar ist. Auch Kombinationen von einer seriellen und parallelen Schaltung sind denkbar.
Beispielsweise kann das Reaktionsrohr mindestens eine elektrisch leitfähige Rohrleitung zur Aufnahme des Fluids umfassen. Unter einer „elektrisch leitfähigen Rohrleitung“ kann verstanden werden, dass die Rohrleitung, insbesondere das Material der Rohrleitung, eingerichtet ist, elektrischen Strom zu leiten. Auch Ausgestaltungen als elektrisch nichtleitende Rohrleitungen oder schlechtleitende Rohrleitungen sind jedoch denkbar.
Die Rohrleitungen und entsprechend zu- und abführenden Rohrleitungen können miteinander fluidleitend verbunden sein. Bei einer Verwendung von elektrisch leitfähigen Rohrleitungen können die zu- und abführenden Rohrleitungen galvanisch voneinander getrennt sein. Unter „galvanisch voneinander getrennt“ kann verstanden werden, dass die Rohrleitungen und die zu- und abführenden Rohrleitungen derart voneinander getrennt sind, dass keine elektrische Leitung und/oder eine tolerierbare elektrische Leitung zwischen den Rohrleitungen und den zu- und abführenden Rohrleitungen erfolgt. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann mindestens einen Isolator, insbesondere eine Mehrzahl von Isolatoren, aufweisen. Die galvanische Trennung zwischen den jeweiligen Rohrleitungen und den zu- und abführenden Rohrleitungen kann durch die Isolatoren gewährleistet sein. Die Isolatoren können einen freien Durchfluss des Fluids sicherstellen.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann durch Verwendung eines mehrphasigen Wechselstroms und/oder eines 1 -phasen Wechselstroms und/oder eines Gleichstroms und/oder Strahlung elektrisch beheizbar sein.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann mindestens eine Wechselstrom- und/oder mindestens eine Wechselspannungsquelle aufweisen. Die Wechselstrom- und/oder eine Wechselspannungsquelle kann 1-phasig oder mehrphasig sein. Unter einer „Wechselstromquelle“ kann eine
Stromquelle verstanden werden, welche eingerichtet ist, einen Wechselstrom bereitzustellen. Unter einer „Wechselstrom“ kann ein elektrischer Strom verstanden werden, dessen Polung sich in zeitlich regelmäßiger Wiederholung ändert. Beispielsweise kann der Wechselstrom ein sinusförmiger Wechselstrom sein. Unter einer „einphasigen“ Wechselstromquelle kann eine Wechselstromquelle verstanden werden, welche einen elektrischen Strom mit einer einzigen Phase bereitstellt. Unter einer „mehrphasigen“ Wechselstromquelle kann eine Wechselstromquelle verstanden werden, welche einen elektrischen Strom mit mehr als einer Phase bereitstellt. Unter einer „Wechselspannungsquelle“ kann eine Spannungsquelle verstanden werden, welche eingerichtet ist, eine Wechselspannung bereitzustellen. Unter einer „Wechselspannung“ kann eine Spannung verstanden werden, deren Höhe und Polarität sich zeitlich regelmäßig wiederholt. Beispielsweise kann die Wechselspannung eine sinusförmige Wechselspannung sein. Die von der Wechselspannungsquelle erzeugte Spannung bewirkt einen Stromfluss, insbesondere ein Fließen eines Wechselstroms. Unter einer „einphasigen“ Wechselspannungsquelle kann eine Wechselspannungsquelle verstanden werden, welche den Wechselstrom mit einer einzigen Phase bereitstellt. Unter einer „mehrphasigen“ Wechselspannungsquelle kann eine Wechselspannungsquelle verstanden werden, welche den Wechselstrom mit mehr als einer Phase bereitstellt.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann eine Mehrzahl von einphasigen oder mehrphasigen Wechselstrom- oder Wechselspannungsquellen aufweisen. Jeder der Rohrleitungen kann je eine Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquelle zugeordnet sein, welche mit der jeweiligen Rohrleitung verbunden ist, insbesondere elektrisch über mindestens eine elektrische Verbindung. Weiter sind Ausführungsformen denkbar, in welchen sich mindestens zwei Rohrleitungen eine Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquelle teilen. Zur Verbindung der Wechselstrom- oder Wechselspannungsquelle und den jeweiligen Rohrleitungen kann der elektrisch beheizbare Reaktor 2 bis N Hinleiter und 2 bis N Rückleiter aufweisen, wobei N eine natürliche Zahl größer oder gleich drei ist. Die jeweilige Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquelle kann dazu eingerichtet sein, einen elektrischen Strom in der jeweiligen Rohrleitung zu erzeugen. Die Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen können entweder geregelt oder ungeregelt sein. Die Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen können mit oder ohne Regelungsmöglichkeit mindestens einer elektrischen Ausgangsgröße ausgestaltet sein. Unter einer „Ausgangsgröße“ kann ein Strom und/oder ein Spannungswert und/oder ein Strom und/oder ein Spannungssignal verstanden werden. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann 2 bis M verschiedene Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen aufweisen, wobei M eine natürliche Zahl größer oder gleich drei ist. Die Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen können unabhängig voneinander elektrisch regelbar sein. So kann beispielsweise ein verschiedener Strom in den jeweiligen Rohrleitungen erzeugt und verschiedene Temperaturen in den Rohrleitungen erreicht werden.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor wie in WO 2015/197181 A1 beschrieben, deren Inhalt in die Beschreibung durch Verweis einbezogen wird, ausgestaltet sein und zumindest eine elektrisch leitfähige Rohrleitung zur Aufnahme des Fluids und zumindest eine mit der mindestens einen Rohrleitung verbundene Spannungsquelle aufweisen. Die mindestens
eine Spannungsquelle ist dazu ausgebildet, einen elektrischen Wechselstrom in der mindestens einen Rohrleitung zu erzeugen, der die mindestens eine Rohrleitung zum Heizen des Fluides erwärmt.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor wie in WO 2020/035574 A1 beschrieben, deren Inhalt in die Beschreibung durch Verweis einbezogen wird, ausgestaltet sein und mindestens eine elektrisch leitfähige Rohrleitung zur Aufnahme des Fluides, mindestens eine elektrisch leitfähige Spule und mindestens eine Wechselspannungsquelle umfassen, welche mit der Spule verbunden ist und eingerichtet ist, die Spule mit einer Wechselspannung zu beaufschlagen. Die Spule kann eingerichtet sein, durch die Beaufschlagung mit der Wechselspannung mindestens ein elektromagnetisches Feld zu erzeugen. Die Rohrleitung und die Spule können derart angeordnet sein, dass das elektromagnetische Feld der Spule einen elektrischen Strom in der Rohrleitung induziert, welcher die Rohrleitung durch Joulesche Wärme, welche bei Durchgang des elektrischen Stromes durch leitendes Rohrmaterial entsteht, zum Erhitzen des Fluides erwärmt.
Das Reaktionsrohr kann beispielsweise wie in EP 20 157 516.4, eingereicht am 14. Februar 2020, beschrieben, deren Inhalt in die Beschreibung durch Verweis einbezogen wird, ausgestaltet sein. Das Reaktionsrohr kann mindestens eine elektrisch leitfähige Rohrleitung zur Aufnahme des Fluids umfassen. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann mindestens eine einphasige Wechselstrom- und/oder mindestens eine einphasige Wechselspannungsquelle aufweisen. Jeder Rohrleitung kann je eine einphasige Wechselstrom- und/oder eine einphasige Wechselspannungsquelle zugeordnet sein, welche mit der jeweiligen Rohrleitung verbunden ist. Die jeweilige einphasige Wechselstrom- und/oder einphasige Wechselspannungsquelle kann dazu ausgebildet sein, einen elektrischen Strom in der jeweiligen Rohrleitung zu erzeugen, welcher die jeweilige Rohrleitung durch Joulesche Wärme, welche bei Durchgang des elektrischen Stromes durch leitendes Rohrmaterial entsteht, zum Erhitzen des Fluides erwärmt. Die einphasige Wechselstrom- und/oder die einphasige Wechselspannungsquelle können derart mit der Rohrleitung elektrisch leitend verbunden sein, dass der erzeugte Wechselstrom über einen Hinleiter in die Rohrleitung hereinfließt und über einen Rückleiter zur Wechselstrom und/oder Wechselspannungsquelle zurückfließt. Das Fluid kann die Rohrleitung durchströmen und in dieser erhitzt werden, indem die Rohrleitung durch einen in diese Rohrleitung aus den Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen eingeprägten Wechselstrom erhitzt werden, so dass in den Rohrleitungen Joulesche Wärme erzeugt wird, welche auf das Fluid übertragen wird, so dass dieses beim Durchströmen der Rohrleitung erhitzt wird. Unter einem „Hinleiter“ kann ein beliebiger elektrischer Leiter, insbesondere ein Zuleiter, verstanden werden, wobei der Wortteil „hin“ eine Fließrichtung angibt von der Wechselstromquelle oder Wechselspannungsquelle zu der der Rohrleitung. Unter einem „Rückleiter“ kann ein grundsätzlich beliebiger elektrischer Leiter verstanden werden, welcher eingerichtet ist, den Wechselstrom nach Durchfließen von der Rohrleitung wegzuleiten, insbesondere zu der Wechselstromquelle oder Wechselspannungsquelle. Der Wortteil „rück“ gibt hierbei eine Fließrichtung an von der Rohrleitung zu der Wechselstromquelle oder Wechselspannungsquelle.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann mindestens eine Gleichstrom- und/oder mindestens eine Gleichspannungsquelle aufweisen. Unter einer „Gleichstromquelle“ kann eine Vorrichtung verstanden werden, welche eingerichtet ist, einen Gleichstrom bereitzustellen. Unter einer „Gleichspannungsquelle“ kann eine Vorrichtung verstanden werden, welche eingerichtet ist, eine Gleichspannung bereitzustellen. Die Gleichstromquelle und/oder die Gleichspannungsquelle sind eingerichtet, einen Gleichstrom in der jeweiligen Rohrleitung zu erzeugen. Unter „Gleichstrom“ kann ein in Stärke und Richtung im Wesentlichen konstanter elektrischer Strom verstanden werden. Unter einer „Gleichspannung“ kann eine im Wesentlichen konstante elektrische Spannung verstanden werden. Unter „im Wesentlichen konstant“ kann ein Strom oder eine Spannung verstanden werden, welcher dessen Schwankungen für die beabsichtigte Wirkung unwesentlich ist.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann eine Mehrzahl von Gleichstrom- und/oder Gleichspannungsquellen aufweisen. Jeder Rohrleitung kann je eine Gleichstrom- und/oder Gleichspannungsquelle zugeordnet sein, welche mit der jeweiligen Rohrleitung verbunden ist, insbesondere elektrisch über mindestens eine elektrische Verbindung. Zur Verbindung der Gleichstrom- und/oder Gleichspannungsquellen und der jeweiligen Rohrleitung kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 2 bis N positive Pole und/oder Leiter und 2 bis N negative Pole und/oder Leiter aufweisen, wobei N eine natürliche Zahl größer oder gleich drei ist. Die jeweilige Gleichstrom- und/oder Gleichspannungsquellen kann dazu eingerichtet sein, einen elektrischen Strom in der jeweiligen Rohrleitung zu erzeugen. Der erzeugte Strom kann die jeweilige Rohrleitung durch Joulesche Wärme, die bei Durchgang des elektrischen Stromes durch leitendes Rohrmaterial entsteht, zum Erhitzen des Fluids erwärmen.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor wie in WO 2020/035575 A1 beschrieben, deren Inhalt in die Beschreibung durch Verweis einbezogen wird, ausgestaltet sein und mindestens eine elektrisch leitfähige Rohrleitung und/oder mindestens ein elektrisch leitfähiges Rohrleitungssegment zur Aufnahme des Fluids, und mindestens eine Gleichstrom-und/oder Gleichspannungsquelle aufweisen. Die jeweilige Gleichstrom-und/oder Gleichspannungsquelle kann dazu ausgebildet sein, einen elektrischen Strom in der jeweiligen Rohrleitung und/oder in dem jeweiligen Rohrleitungssegment zu erzeugen, welcher die jeweilige Rohrleitung und/oder das jeweilige Rohrleitungssegment durch Joulesche Wärme, welche bei Durchgang des elektrischen Stromes durch leitendes Rohrmaterial entsteht, zum Erhitzendes Fluides erwärmt.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor durch Verwendung von Strahlung elektrisch beheizbar sein, insbesondere durch Verwendung von Induktion, Infrarotstrahlung, und/oder Mikrowellenstrahlung.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor durch Verwendung mindestens eines stromleitenden Mediums beheizbar sein. Die Strom- oder Spannungsquelle, Wechselstrom, Wechselspannung oder Gleichstrom, Gleichspannung, kann eingerichtet sein einen elektrischen Strom in dem stromleitenden Medium zu erzeugen, welcher den elektrisch beheizbaren Reaktor durch Joulesche Wärme, welche bei Durchgang des elektrischen Stromes durch das
stromleitenden Medium entsteht, erwärmt. Das stromleitende Medium und der elektrisch beheizbare Reaktor können derart zueinander angeordnet sein, dass das stromleitende Medium den elektrisch beheizbaren Reaktor zumindest teilweise umgibt und/oder dass der elektrisch beheizbare Reaktor das stromleitende Medium zumindest teilweise umgibt. Das stromleitende Medium kann einen festen, flüssigen und/oder gasförmigen Aggregatzustand aufweisen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus fest, flüssig und gasförmig und Gemische z.B. Emulsionen und Suspensionen. Das stromleitende Medium kann beispielsweise ein stromleitendes Granulat oder ein stromleitendes Fluid sein. Das stromleitende Medium kann mindestens ein Material aufweisen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Kohlenstoff, Karbide, Silizide, elektrisch leitfähige Öle, Salz-schmelzen, anorganische Salze sowie festflüssige Gemische. Das stromleitende Medium kann einen spezifischer Widerstand p von 0,1 Qmm2/m < p < 1000 Qmm2/m aufweisen, bevorzugt von 10 Qmm2/m < p < 1000 Qmm2/m.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann eingerichtet sein, um das Rohmaterial auf eine Temperatur von 200 °C bis 1700 °C zu erwärmen. Der Reaktor kann insbesondere eingerichtet sein, um das vorgewärmte Fluid durch das Erhitzen bis zu einem vorgegebenen oder vorbestimmten Temperaturwert weiter zu erwärmen. Der Temperaturbereich kann abhängig von einer Anwendung sein. Beispielsweise kann das Fluid auf eine Temperatur im Bereich von 200°C bis 1700°C, bevorzugt von 300 °C bis 1400 °C, besonders bevorzugt von 400 °C bis 875 °C erhitzt werden.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor Teil eines Steamcrackers sein. Unter „Steamcracking“ kann ein Verfahren verstanden werden, bei welchem durch thermisches Cracken längerkettige Kohlenwasserstoffe, beispielsweise Naphtha, Propan, Butan und Ethan sowie Gasöl und Hydrowax, Bioöl, Biodiesel, Flüssigkeit aus nachwachsenden Rohstoffen, Pyrolyseöl, Abfallöl, in Gegenwart von Wasserdampf in kurzkettige Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden. Bei dem Steamcracking kann als Reaktionsprodukt Ethylen, Propylen, Butene und/oder Butadien und Benzol erzeugt werden. Als Nebenprodukte kann beispielsweise Methan, Ethan, Propan und/oder Wasserstoff erzeugt werden. Der elektrisch beheizbare Reaktor kann für eine Verwendung in einem Steamcracker eingerichtet sein, um das vorgewärmte Fluid auf eine Temperatur im Bereich von 550°C bis 1700°C zu erwärmen.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor Teil eines Reformerofens, insbesondere zum Steamreforming, sein. Unter „Steamreforming“ kann ein Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff und Kohlenoxiden aus Wasser und kohlenstoffhaltigen Energieträgern, insbesondere Kohlenwasserstoffen wie Erdgas, Leichtbenzin, Methanol, Biogas oder Biomasse verstanden werden. Beispielsweise kann das Fluid auf eine Temperatur im Bereich von 200 °C bis 875 °C, bevorzugt von 400 °C bis 700 °C, erwärmt werden. Als Rohstoffe, als auch Ausgangsstoffe bezeichnet, kann Bioöl, Biodiesel, nachwachsende Rohstoffe, Pyrolyseöl, Abfallöl verwendet werden. Als Hauptprodukt kann H2 und CO als Nebenprodukte Methan, Ethan, oder Propan entstehen.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor Teil einer Vorrichtung zur Dehydrierung sein. Unter einer „Dehydrierung“ kann ein Verfahren zur Herstellung von Alkenen durch Dehydrierung von Alkanen, beispielsweise Dehydrierung von Butan zu Butenen (BDH) oder Dehydrierung von Propan zu Propen (PDH), verstanden werden. Die Vorrichtung zur Dehydrierung kann eingerichtet sein, das Fluid auf eine Temperatur im Bereich von 400°C bis 700°C zu erwärmen. Als Rohstoff kann Ethylbenzol verwendet werden. Als Hauptprodukte können Styrol und Acetylen bei 1700 °C entstehen.
Auch andere Temperaturen und Temperaturbereiche sind jedoch denkbar.
Die Anlage kann mindestens eine atmosphärenseitige Verbindung aufweisen, welche eingerichtet ist, um einen Atmosphärenaustausch, insbesondere von Reaktionsraumatmosphäre von dem Reaktionsraum des Reaktors in den Vorwärmer, zu ermöglichen. Insbesondere kann so eine Ableitung einer Reaktionsraumatmosphäre mit dem Rauchgasstrom des Vorwärmers erfolgen.
Die Anlage kann mindestens eine Sicherheitseinrichtung aufweisen, welche eingerichtet ist, um einen Rückstrom des Rohmaterials aus dem elektrisch beheizbaren Reaktor zu dem Vorwärmer zu ermöglichen. Unter einer „Sicherheitseinrichtung“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung verstanden werden, welche in einem Störfall eine Evakuierung des elektrisch beheizbaren Reaktors ermöglicht.
Die Anlage kann mindestens eine Belüftungsvorrichtung aufweisen. Unter einer „Belüftungsvorrichtung“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung verstanden werden, welche eingerichtet ist, ein beliebiges Element der Anlage zu kühlen. Die Belüftungsvorrichtung kann eingerichtet sein zur Kühlung einer Stromversorgung zur Beheizung des elektrisch beheizbaren Reaktors. Die Belüftungsvorrichtung kann eingerichtet sein, um ein Betriebstemperatur, insbesondere einen Temperaturbereich, der Stromversorgung zu gewährleisten. So kann ein Überhitzen der Stromversorgung vermieden werden. Die Belüftungsvorrichtung kann eingerichtet sein, die Stromversorgung mittels Luft, insbesondere Umgebungsluft, zu kühlen. Während und/oder durch den Kühlprozess kann die Umgebungsluft aufgeheizt werden. Die Belüftungsvorrichtung kann eingerichtet sein, um die Umgebungsluft, insbesondere die durch die Stromkühlung aufgeheizte Umgebungsluft, dem Vorwärmer zuzuführen. Die aufgeheizte Umgebungsluft kann direkt im Vorwärmer verwendet werden, ohne dass ein zusätzliches Heizen der Umgebungsluft notwendig ist.
Die Anlage kann mindestens einen Wärmeübertrager, auch als Wärmetauscher bezeichnet, aufweisen, welcher eingerichtet ist, um ablaufende chemische Reaktionen von Reaktionsprodukten und/oder Nebenprodukten zu beenden. Der Wärmeübertrager ist in Transportrichtung des Fluids hinter dem elektrisch beheizbaren Reaktor in der Anlage angeordnet. Der Wärmeübertrager kann eingerichtet sein, das heiße, vom elektrisch beheizbaren Reaktor erzeugte, Spaltgas abzukühlen, insbesondere auf eine Temperatur von 350 bis 400 °C. Beispielsweise
kann der Wärmeübertrager ein Wärmekühler aufweisen, insbesondere ein Hochdruck- Speisewasserkühler.
Die Anlage kann mindestens eine Trennsektion aufweisen, welche eingerichtet ist, um Reaktionsprodukte und Nebenprodukte zu trennen. Unter einer „Trennsektion“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung verstanden werden, welche eingerichtet ist, im Spaltgas enthaltene Stoffe voneinander zu trennen. Das Trennen kann ein Aufreinigen umfassen. Die Trennsektion kann eingerichtet sein, mindestens einen Trennschritt durchzuführen, beispielsweise mindestens eine Destillation, insbesondere eine Rektifikation. Die Trennsektion kann darüber hinaus eine Absorbtion und/oder Extraktion und einen Verdichter aufweisen, welcher eingerichtet ist, das Spaltgas zu verdichten. Der Verdichter kann dabei bezüglich einer Anordnung im Prozess vor den trennenden Elementen angeordnet sein. Die Trennsektion kann eingerichtet sein, das Spaltprodukt mittels verschiedener verfahrenstechnischer Trennschritte aufzureinigen. Die Trennschritte können eines oder mehrere von Destillation, Extraktion, Rektifikation, Adsorption, Absorption, Verdichtung, Hydrierung und Phasentrennung umfassen. Die trennenden Elemente zur Durchführung der Trennschritte können nach der Spaltung und Verdichtung im Prozess angeordnet sein. Derartige Trennschritte und Prozesse sind dem Fachmann bekannt. Die Trennsektion kann derart eingerichtet sein, dass die zu erzeugenden Hauptprodukte nach Passieren der Trennsektion rein vorliegen.
Die Anlage kann weiter mindestens ein Dampfsystem aufweisen. Das Dampfsystem kann mindestens einen Dampfabscheider, auch als Dampftrommel bezeichnet, aufweisen. Das Dampfsystem kann eingerichtet sein, um Kesselspeisewasser in dem Vorwärmer vorzuwärmen und in die Dampftrommel einzuspeisen. Das Dampfsystem kann mindestens eine Verbindung zwischen Dampftrommel und Wärmeübertrager aufweisen, derart, dass Kesselspeisewasser aus der Dampftrommel in den Wärmeübertrager eingespeist werden kann. Der Wärmeübertrager kann eingerichtet sein, um das Kesselspeisewasser und den gesättigten Dampf zurück in die Dampftrommel zuleiten. Das Dampfsystem kann weiter mindestens eine Verbindung zwischen Dampftrommel und Vorwärmer aufweisen, derart, dass Sattdampf aus der Dampftrommel in den Vorwärmer geleitet werden kann. Der Vorwärmer kann eingerichtet sein, um den Sattdampf zumindest kurzzeitig zu überhitzen. Der so entstehende überhitzte Hochdruckdampf kann aus dem Vorwärmer geleitet werden und zum Antrieb von Turbinen, beispielsweise zur Stromerzeugung genutzt werden.
Die Anlage weist die mindestens eine Wärmeintegrationsvorrichtung auf. Unter ein „Wärmeintegrationsvorrichtung“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung verstanden werden, welche eingerichtet ist, erzeugte Nebenprodukte zur Wärmegewinnung zur Herstellung von Reaktionsprodukten zu verwenden, insbesondere wieder- bzw. weiterzuverwenden. Fraktionen des Spaltgases, welche nicht als Reaktionsprodukt gewünscht werden, insbesondere Methan und Wasserstoff, Ethan und Propan, können zum Vorwärmer zurückgeführt werden. Insbesondere können Überschuss-Mengen der, von dem elektrisch beheizbaren Reaktor erzeugten, Methanfraktion zum Vorwärmer zurückgeführt werden. Die Wärmeintegrationsvorrichtung ist eingerichtet, um die Nebenprodukte dem Vorwärmer zumindest teilweise zuzu-
führen. Die Wärmeintegrationsvorrichtung kann mindestens eine Leitung aufweisen, welche eingerichtet ist, die Nebenprodukte von dem elektrisch beheizbaren Reaktor, insbesondere von der Trennsektion, zu dem Vorwärmer zumindest teilweise zu leiten und/oder zu transportieren. Unter „zumindest teilweise“ zuzuführen kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung verstanden werden, dass Ausführungsformen denkbar sind, in welchen die erzeugten Nebenprodukte vollständig dem Vorwärmer zugeführt werden, und dass Ausführungsformen denkbar sind, in welchen ein Anteil der erzeugten Nebenprodukte dem Vorwärmer zugeführt wird. Der Vorwärmer ist eingerichtet, um zum Vorwärmen des Rohmaterials benötigte Energie zumindest teilweise aus den Nebenprodukten zu nutzen. Der Vorwärmer kann eingerichtet sein, um zum Erwärmen des Rohmaterials und des Prozessdampfs benötigte Energie zumindest teilweise aus den Nebenprodukten zu nutzen. Die zurückgeführten Nebenprodukte können in dem Vorwärmer verbrannt werden und einen Energiebedarf des Verfahrens in dem Vorwärmer zumindest teilweise decken. Überschuß-Mengen der Methanfraktion aus dem Spaltgas können zur Befeuerung des Vorwärmers und Überhitzung genutzt werden. Unter „zumindest teilweise erzeugen“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung verstanden werden, dass die Energie vollständig aus den Nebenprodukten erzeugt wird und/oder Ausführungsformen denkbare sind, in welchen dem Vorwärmer weitere Gase zum Verbrennen zugeführt werden, beispielsweise aus einer anderen Anlage, einem konventionellen Reaktor auf Basis von Verbrennungsöfen und/oder einem weiteren elektrisch beheizbaren Reaktor. Nicht zugeführte Nebenprodukte können, beispielsweise zur Herstellung von weiteren Produkten oder als Halbfabrikat, abgeführt werden, beispielsweise in eine weitere Anlage oder einen weiteren Bereich der Anlage. Nebenprodukte können Ethan und/oder Propan sein.
Die Anlage kann mindestens eine Rohstoffintegrationsvorrichtung aufweisen, welche eingerichtet ist, um von dem elektrisch beheizbaren Reaktor nicht umgesetztes Rohmaterial dem Vorwärmer zuzuführen. Unter einer „Rohstoffintegrationsvorrichtung“ kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung verstanden werden, welche eingerichtet ist nicht umgesetztes Rohmaterial als Rohmaterial zur Herstellung von Reaktionsprodukten zu verwenden, insbesondere wieder- bzw. weiterzuverwenden. Die Rohstoffintegrationsvorrichtung kann mindestens eine Leitung aufweisen, welche eingerichtet ist, das nicht umgesetzte Rohmaterial von dem elektrisch beheizbaren Reaktor, insbesondere von der Trennsektion, zu dem Vorwärmer zumindest teilweise zu leiten und/oder zu transportieren.
Der elektrisch beheizbare Reaktor kann vollständige in bestehende Anlagen, wie konventionelle Steamcracker, integriert werden, obwohl der elektrisch beheizbare Reaktor keine Konvektionszone besitzt. Die vollständige Integration ist insbesondere möglich durch Nutzung von Überschuss-Mengen Methanfraktion und vorhandenem Trennteil. So kann konventionelle Technologie in bekannten Dimensionen außerhalb des Reaktorraumes verwendet werden.
Eine Vervielfältigung (Upnumbering) des elektrischen beheizbaren Reaktors kann möglich sein, analog wie in bestehenden Öfen auf Basis von Gasverbrennung. Die Anlage kann eine Mehrzahl von elektrisch beheizbaren Reaktoren aufweisen. Die Anlage kann zusätzlich mindestens einen Reaktor mit integrierter Konvektionszone aufweisen. Unter einem Reaktor mit integrierter
Konvektionszone kann ein Reaktor verstanden werden, welcher eingerichtet ist, die zum Erhitzen des Fluids benötigte Energie aus der Verbrennung von Heizgas, insbesondere Erdgas, Methan, H2 zu erzeugen. Die integrierte Konvektionszone des Reaktors kann dabei durch die Strahlungszone definiert sein.
Eine Hochskalierung (Upscaling) des elektrischen beheizbaren Reaktors kann möglich sein, analog wie in bestehenden Öfen auf Basis von Gasverbrennung. Eine Vergrößerung eines Durchmessers und/oder einer Länge des elektrischen beheizbaren Reaktors kann ein erzeugen von größeren Mengen von Reaktionsprodukten ermöglichen.
In einem weiteren Aspekt wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Wärmeintegration bei einer Herstellung von Reaktionsprodukten unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Anlage vorgeschlagen. Die Verfahrensschritte können in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden, wobei einer oder mehrere der Schritte zumindest teilweise auch gleichzeitig durchgeführt werden können und wobei einer oder mehrere der Schritte mehrfach wiederholt werden können. Darüber hinaus können weitere Schritte unabhängig davon, ob sie in der vorliegenden Beschreibung erwähnt werden oder nicht, zusätzlich ausgeführt werden.
Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
Bereitstellen mindestens eines Rohmaterials einem Vorwärmer über mindestens eine Rohmaterial-Zuführung;
Vorwärmen des Rohmaterials auf eine vorbestimmte Temperatur mit dem Vorwärmer;
Zumindest teilweise Umsetzen des vorgewärmten Rohmaterials in Reaktionsprodukte und Nebenprodukte mit mindestens einem elektrisch beheizbaren Reaktor;
Zumindest teilweise Zuführen der Nebenprodukte zu dem Vorwärmer mit mindestens einer Wärmeintegrationsvorrichtung;
Erzeugen von benötigter Energie zum Vorwärmen des Rohmaterials mit dem Vorwärmer zumindest teilweise aus den Nebenprodukten.
Hinschlich Ausführungsformen und Definitionen kann auf obige Beschreibung der Anlage verwiesen werden.
Die erfindungsgemäße Anlage und das erfindungsgemäße Verfahren weisen zahlreiche Vorteile gegenüber bekannten Vorrichtungen und Verfahren auf. Die erfindungsgemäße Anlage und das erfindungsgemäße Verfahren erlauben eine Integration von elektrisch beheizbaren Reaktoren, insbesondere eine Wärmeintegration, in chemische Produktionsanlagen. Für ein Vorwärmen benötigte Energie kann durch bei der Herstellung von Reaktionsprodukten ebenfalls anfallende Nebenprodukte gedeckt werden. Eine weitere Zuführung von Brennstoffen zum Vorwärmen und für den Spaltprozess kann, durch die Verwendung eines elektrisch beheizbaren Reaktors, vermieden werden. Strom zum Betreiben des elektrisch beheizbaren Reaktors kann aus regenerativen Energien verwendet werden und/oder durch das vorgeschlagene Dampfsystem selbst erzeugt werden. Die erfindungsgemäße Anlage ermöglicht eine gegenüber Anlagen ba-
sierend auf Verbrennungsöfen verbesserte Energiebilanz und verminderte Emissionen wie z.B.
CO2.
Zusammenfassend sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung folgende Ausführungsformen besonders bevorzugt:
Ausführungsform 1 : Anlage zur Herstellung von Reaktionsprodukten, wobei die Anlage mindestens einen Vorwärmer aufweist, wobei die Anlage mindestens eine Rohmaterial-Zuführung aufweist, welche eingerichtet ist, mindestens ein Rohmaterial dem Vorwärmer zuzuführen, wobei der Vorwärmer eingerichtet ist, das Rohmaterial auf eine vorbestimmte Temperatur vorzuwärmen, wobei die Anlage mindestens einen elektrisch beheizbaren Reaktor aufweist, wobei der elektrisch beheizbare Reaktor eingerichtet ist, um das vorgewärmte Rohmaterial zumindest teilweise in Reaktionsprodukte und Nebenprodukte umzusetzen, wobei die Anlage mindestens eine Wärmeintegrationsvorrichtung aufweist, welche eingerichtet ist, die Nebenprodukte dem Vorwärmer zumindest teilweise zuzuführen, wobei der Vorwärmer eingerichtet ist, um zum Vorwärmen des Rohmaterials benötigte Energie zumindest teilweise aus den Nebenprodukten zu nutzen.
Ausführungsform 2: Anlage nach der vorhergehenden Ausführungsform, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage mindestens eine Rohstoffintegrationsvorrichtung aufweist, welche eingerichtet ist, um von dem elektrisch beheizbaren Reaktor nicht umgesetztes Rohmaterial dem Vorwärmer zuzuführen.
Ausführungsform 3: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage mindestens eine Belüftungsvorrichtung aufweist, wobei die Belüftungsvorrichtung eingerichtet ist, um Umgebungsluft dem Vorwärmer zuzuführen, wobei die Belüftungsvorrichtung weiter eingerichtet ist, zur Kühlung einer Stromversorgung zur Beheizung des elektrisch beheizbaren Reaktors.
Ausführungsform 4: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrisch beheizbare Reaktor durch Strom beheizbar ist.
Ausführungsform 5: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrisch beheizbare Reaktor durch Verwendung eines mehrphasigen Wechselstroms und/oder eines 1 -phasen Wechselstroms und/oder eines Gleichstroms und/oder Strahlung und/oder Induktion elektrisch beheizbar ist.
Ausführungsform 6: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrisch beheizbare Reaktor eingerichtet ist, um das Rohmaterial auf eine Temperatur im Bereich von 200°C bis 1700°C zu erwärmen, bevorzugt auf eine Temperatur im Bereich von 300 °C bis 1400 °C, besonders bevorzugt auf eine Temperatur im Bereich von 400 °C bis 875 °C.
Ausführungsform 7: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, wobei die Anlage mindestens einen Wärmeübertrager aufweist, welcher eingerichtet ist, um ablaufende chemische Reaktionen von Reaktionsprodukten und/oder Nebenprodukten zu beenden.
Ausführungsform 8: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage mindestens eine Trennsektion aufweist, welche eingerichtet ist, um Reaktio ns produkte und Nebenprodukte zu trennen.
Ausführungsform 9: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage mindestens eine atmosphärenseitige Verbindung aufweist, welche eingerichtet ist, um einen Atmosphärenaustausch aus dem elektrisch beheizbaren Reaktor zu dem Vorwärmer zu ermöglichen.
Ausführungsform 10: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage mindestens eine Sicherheitseinrichtung aufweist, welche eingerichtet ist, um einen Rückstrom des Rohmaterials aus dem elektrisch beheizbaren Reaktor zu dem Vorwärmer zu ermöglichen.
Ausführungsform 11 : Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage mindestens eine Prozessdampf-Zuführung aufweist, welche eingerichtet ist, mindestens einen Prozessdampf dem Vorwärmer zuzuführen, wobei der elektrisch beheizbare Reaktor eingerichtet ist, um das Rohmaterial in Anwesenheit des Prozessdampfs in ein Spaltgas umzusetzen, wobei der Vorwärmer eingerichtet ist, um zum Erwärmen des Rohmaterials und des Prozessdampfs benötigte Energie zumindest teilweise aus den Nebenprodukten zu nutzen.
Ausführungsform 12: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohmaterial mindestens ein Element aufweist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Methan, Ethan, Propan, Butan, Naphtha, Ethylbenzol, Gasöl, Kondensate Bioflüssigkeiten, Biogase, Pyrolyseöle, Abfallöle und Flüssigkeiten aus nachwachsenden Rohstoffen.
Ausführungsform 13: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass das Reaktionsprodukt mindestens ein Element aufweist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Acetylen, Ethylen, Propylen, Butene, Butadien, Benzol, Styrol, Synthesegas.
Ausführungsform 14: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass das Nebenprodukt mindestens ein Element aufweist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Wasserstoff, Methan, Ethan, Propan
Ausführungsform 15: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus: einer Anlage zur
Durchführung von mindestens einer endothermen Reaktion, einer Anlage zur Aufwärmung, einer Anlage zur Vorwärmung, einem Steamcracker, einem Steamreformer, einer Vorrichtung zur Alkandehydrierung, einem Reformer, einer Vorrichtung zum Trockenreforming, einer Vorrichtung zur Styrolherstellung, einer Vorrichtung zur Ethylbenzoldehydrierung, einer Vorrichtung zum Spalten von Harnstoffen, Isocyanate, Melamin, einem Cracker, einem katalytischen Cracker, einer Vorrichtung zum Dehydrieren.
Ausführungsform 16: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage eine Mehrzahl von elektrisch beheizbaren Reaktoren aufweist.
Ausführungsform 17: Anlage nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage zusätzlich mindestens einen Reaktor mit integrierter Konvektionszone aufweist.
Ausführungsform 18: Verfahren zur Wärmeintegration bei einer Herstellung von Reaktionsprodukten unter Verwendung einer Anlage gemäß einer der vorhergehenden, eine Anlage betreffenden Ausführungsformen, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
Bereitstellen mindestens eines Rohmaterials einem Vorwärmer über mindestens eine Rohmaterial-Zuführung;
Vorwärmen des Rohmaterials auf eine vorbestimmte Temperatur mit dem Vorwärmer;
Zumindest teilweise Umsetzen des vorgewärmten Rohmaterials in Reaktionsprodukte und Nebenprodukte mit mindestens einem elektrisch beheizbaren Reaktor;
Zumindest teilweise Zuführen der Nebenprodukte zu dem Vorwärmer mit mindestens einer Wärmeintegrationsvorrichtung;
Erzeugen von benötigter Energie zum Vorwärmen des Rohmaterials mit dem Vorwärmer zumindest teilweise aus den Nebenprodukten.
Kurze Beschreibung der Figuren
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen, insbesondere in Verbindung mit den Unteransprüchen. Hierbei können die jeweiligen Merkmale für sich alleine oder zu mehreren in Kombination miteinander verwirklicht sein. Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt. Die Ausführungsbeispiele sind in den Figuren schematisch dargestellt. Gleiche Bezugsziffern in den einzelnen Figuren bezeichnen dabei gleiche oder funktionsgleiche bzw. hinsichtlich ihrer Funktionen einander entsprechende Elemente.
Im Einzelnen zeigen:
Figuren 1 bis 4 schematische Darstellungen von Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemäßen Anlage; und
Figur 5 eine schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Anlage in Form eines Steamcrackers.
Ausführungsbeispiele
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Anlage 110 zur Herstellung von Reaktionsprodukten, welche in Figur 1 schematisch durch Pfeil 112 dargestellt sind. Die Anlage 110 kann eine chemische Produktionsanlage sein. Beispielsweise kann die Anlage 110 ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus: einer Anlage zur Durchführung von mindestens einer endothermen Reaktion, einer Anlage zur Aufwärmung, einer Anlage zur Vorwärmung, einem Steamcracker, einem Steam reformer, einer Vorrichtung zur Alkandehydrierung, einem Reformer, einer Vorrichtung zum Trockenreforming, einer Vorrichtung zur Styrolherstellung, einer Vorrichtung zur Ethylbenzoldehydrierung, einer Vorrichtung zum Spalten von Harnstoffen, Isocyanate, Melamin, einem Cracker, einem katalytischen Cracker, einer Vorrichtung zum Dehydrieren. Beispielsweise kann die Anlage 110 eingerichtet sein, mindestens ein Verfahren durchzuführen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: mindestens einer endothermen Reaktion, einer Vorwärmung, Steamcracking, Steamreforming, Dehydrierung, einem Reforming, Trockenreforming, einer Styrolherstelllung, einer Ethylbenzoldehydrierung, Spalten von Harnstoffen, Isocyanate, Melamin, einem Cracking, einem katalytischen Cracking, einer Dehydrierung.
Die Anlage 110 weist mindestens einen Vorwärmer 114 auf. Der Vorwärmer 114 ist eingerichtet, das Rohmaterial auf eine vorbestimmte Temperatur vorzuwärmen. Das Rohmaterial kann bei Zuführung eine erste Temperatur aufweisen. Beispielsweise kann die erste Temperatur 100 °C sein. Der Vorwärmer 114 kann eingerichtet sein, das Rohmaterial auf eine zweite Temperatur aufzuheizen, wobei die zweite Temperatur höher ist als die erste Temperatur. Die vorbestimmte Temperatur kann beispielsweise 500 bis 750 °C sein. Die vorbestimmte Temperatur kann abhängig von dem Rohmaterial, der beabsichtigten chemischen Reaktion und/oder den zu erzeugenden Reaktio ns Produkten sein. Der Vorwärmer 114 kann mindestens einen Brenner 116 aufweisen, welcher in Figur 5 dargestellt ist. Der Vorwärmer 114 kann eingerichtet sein, um einen Energiebedarf zum Vorwärmen des Rohmaterials durch Verbrennen von Gasen, beispielsweise von Methan, zu erzeugen. Bei der Herstellung der Reaktionsprodukte ebenfalls anfallende und zurückgeführte Nebenprodukte können in dem Vorwärmer 114 verbrannt werden und die zum Erhitzen benötigte Energie in dem Vorwärmer 114 zumindest teilweise liefern.
Das Rohmaterial kann insbesondere ein Edukt sein, mit welchem die chemische Reaktion durchgeführt werden soll. Das Rohmaterial kann ein flüssiges oder ein gasförmiges Rohmaterial sein. Das Rohmaterial kann mindestens ein Element aufweisen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Methan, Ethan, Propan, Butan, Naphtha, Ethylbenzol, Gasöl, Kondensate, Bui- flüssigkeit, Pyrolyseöle, Abfallöle und Flüssigkeiten aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Anlage 110 weist mindestens eine Rohmaterial-Zuführung 118 auf, welche in Figur 1 schematisch als Pfeil dargestellt ist. Die Rohmaterial-Zuführung 118 ist eingerichtet, um mindestens ein
Rohmaterial dem Vorwärmer 114 zuzuführen. Die Rohmaterial-Zuführung 118 kann mindestens eine Rohrleitung oder ein Rohrleitungssystem aufweisen.
Die Anlage 110 kann mindestens eine Prozessdampf-Zuführung 120 aufweisen, welche eingerichtet ist, mindestens einen Prozessdampf dem Vorwärmer 114 zuzuführen. Die Prozessdampf-Zuführung 120 ist in Figur 1 ebenfalls als Pfeil dargestellt. Der Prozessdampf kann insbesondere Wasserdampf sein, in dessen Gegenwart das Rohmaterial in Reaktionsprodukte und Nebenprodukte umgesetzt werden kann. Der Prozessdampf kann ein heißer Prozessdampf sein, beispielsweise mit einer Temperatur von 180 bis 200 °C. Die Prozessdampf-Zuführung 120 kann eingerichtet sein, den Prozessdampf dem Vorwärmer 114 bereitzustellen. Die Prozessdampf-Zuführung 120 kann mindestens eine Rohrleitung oder ein Rohrleitungssystem aufweisen.
Die Anlage 110 weist den mindestens einen elektrisch beheizbaren Reaktor 122 auf. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 ist eingerichtet, um das vorgewärmte Rohmaterial zumindest teilweise in Reaktionsprodukte und Nebenprodukte umzusetzen. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eingerichtet sein, um das Rohmaterial in Anwesenheit des Prozessdampfs in ein Spaltgas umzusetzen.
Die Anlagel 10 kann mindestens eine Zuleitung 124, siehe beispielsweise Figuren 4 und 5, aufweisen, welche eingerichtet ist, ein von dem Vorwärmer 114 vorgewärmtes, insbesondere überhitztes, Fluid dem elektrisch beheizbaren Reaktor 122 zu zuführen. Insbesondere kann das von dem Vorwärmer 114 vorgewärmte Rohmaterial und/oder das vorgewärmte Gemisch aus Rohmaterial und Prozessdampf über die Zuleitung 124 dem elektrisch beheizbaren Reaktor 122 zugeführt werden. Das Fluid kann ein gasförmiges und/oder flüssiges Medium sein. Das Fluid kann insbesondere ein durch den Vorwärmer 114 überhitztes Gemisch aus Rohmaterial und Prozessdampf sein. Beispielsweise kann das Fluid ein thermisch zu spaltender Kohlenwasserstoff, insbesondere ein thermisch zu spaltendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen, sein. Beispielsweise kann das Fluid Wasser oder Wasserdampf sein und zusätzlich einen thermisch zu spaltenden Kohlenwasserstoff, insbesondere ein Gemisch aus thermisch zu spaltenden Kohlenwasserstoffen, aufweisen. Das Fluid kann beispielsweise ein vorgewärmtes Gemisch aus thermisch zu spaltenden Kohlenwasserstoffen und Wasserdampf sein.
Die Anlage 110 kann eingerichtet sein, mindestens eine chemische Reaktion ablaufen zu lassen, in welcher Hauptprodukte und Nebenprodukte erzeugt werden. Das Reaktio ns produkt kann mindestens ein Element aufweisen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Acetylen, Ethylen, Propylen, Butene, Butadien, Benzol, Styrol, Synthesegas. Das Nebenprodukt kann ein weiteres Produkt der chemischen Reaktion sein, welches zusätzlich zu den Reaktionsprodukten anfällt. Beispielsweise kann das Nebenprodukt mindestens ein Element aufweisen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Wasserstoff, Methan, Ethan, Propan.
Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eingerichtet sein, dass in ihm mindestens ein chemischer Prozess ablaufen kann und/oder mindestens eine chemische Umsetzung durchgeführt
werden kann. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann ein elektrisch betriebener Reaktor sein. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eingerichtet sein, ein in dem Reaktor befindliches Fluid mittels elektrischem Strom zu erhitzen. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann durch Strom beheizbar sein. Die Beaufschlagung mit Strom ist in Figur 1 mit Pfeil 130 dargestellt. Grundsätzlich kann Strom aus jeder beliebigen Stromquelle zum Beheizen des Reaktors 122 verwendet werden. Vorteilhafterweise kann Strom aus regenerativen Energien verwendet werden, welches eine Klimaverträglichkeit der Anlage 110 weiter erhöht. Weiter kann durch die Verwendung eines Vorwärmers 114 für die Herstellung der Reaktio ns produkte nur eine anteilige Bestromung für Prozesse in dem elektrisch beheizbaren Reaktor notwendig sein. So kann der Strombedarf limitiert werden. Für den elektrisch beheizbaren Reaktor 122 kann ein von den übrigen Elementen der Anlage 110 unabhängiges Strom- und Transformatorkonzept möglich sein.
Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann mindestens eine Vorrichtung aufweisen, welche eingerichtet ist, das vorgewärmte Rohmaterial aufzunehmen. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann mindestens ein Reaktionsrohr 126, siehe Figur 5, auch als Rohrleitung bezeichnet, aufweisen, in welchem die chemische Reaktion ablaufen kann. Beispielsweise kann das Reaktionsrohr 126 mindestens eine Rohrleitung 128 und/oder mindestens ein Rohrleitungssegment zur Aufnahme des Fluids umfassen. Das Reaktionsrohr 126 kann weiter eingerichtet sein, das von dem Vorwärmer 114 vorgewärmte Fluid durch den elektrisch beheizbaren Reaktor 122 zu transportieren. Geometrie und/oder Oberflächen und/oder Material des Reaktionsrohres 126 können anhängig von einem zu transportierenden Fluid sein. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eine Mehrzahl an Rohrleitungen 128 aufweisen. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann L Rohrleitungen 128 aufweisen, wobei L eine natürliche Zahl größer oder gleich zwei ist. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 mindestens zwei, drei, vier, fünf oder auch mehr Rohrleitungen 128 aufweisen. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann beispielsweise bis zu hundert Rohrleitungen 128 aufweisen. Die Rohrleitungen 128 können identisch oder verschieden ausgestaltet sein.
Die Rohrleitungen 128 können symmetrische und/oder unsymmetrische Rohre und/oder Kombinationen davon aufweisen. Bei einer rein symmetrischen Ausgestaltung kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 Rohrleitungen 128 von einem identischen Rohrtyp aufweisen. Der Rohrtyp kann mindestens durch ein Merkmal charakterisiert werden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: einer horizontalen Ausgestaltung der Rohrleitung 128; einer vertikalen Ausgestaltung der Rohrleitung 128; einer Länge im Eintritt (11 ) und/oder Austritt (I2) und/oder Übergang (I3); einem Durchmesser im Eintritt (d1 ) und Austritt (d2) und/oder Übergang (d3); Anzahl n von Pässen; Länge pro Pass; Durchmesser pro Pass; Geometrie; Oberfläche; und Material. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eine Kombination von mindestens zwei verschiedenen Rohrtypen aufweisen, welche parallel und/oder in Reihe verschaltet sind. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 Rohrleitungen 128 von unterschiedlichen Längen im Eintritt (11 ) und/oder Austritt (I2) und/oder Übergang (I3) aufweisen. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor Rohrleitungen mit einer Asymmetrie der Durchmesser im Eintritt (d1) und/oder Austritt (d2) und/oder Übergang (d3) aufweisen. Beispielsweise kann der
elektrisch beheizbare Reaktor Rohrleitungen 128 mit einer unterschiedlichen Anzahl von Pässen aufweisen. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 Rohrleitungen 128 mit Pässen mit unterschiedlichen Längen pro Pass und/oder unterschiedlichem Durchmesser pro Pass aufweisen. Grundsätzlich sind beliebige Kombinationen parallel und/oder in Reihe von allen Rohrtypen denkbar.
Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eine Mehrzahl von Einlässen und/oder Auslässen und/oder Produktionsströmen aufweisen. Die Rohrleitungen 128 von verschiedenem oder identischem Rohrtyp können parallel und/oder in Reihe mit mehreren Einlässen und/oder Auslässen angeordnet sein. Rohrleitungen 128 können in verschiedenen Rohrtypen in Form eines Baukastens vorliegen und abhängig von einem Verwendungszweck ausgewählt und beliebig kombiniert werden. Durch eine Verwendung von Rohrleitungen 128 von verschiedenen Rohrtypen kann eine genauere Temperaturführung, und/oder eine Anpassung der Reaktion bei schwankendem Feed und/oder eine selektive Ausbeute der Reaktion und/oder eine optimierte Verfahrenstechnik ermöglicht werden. Die Rohrleitungen 128 können identische oder verschiedene Geometrien und/oder Oberflächen und/oder Materialien aufweisen.
Die Rohrleitungen 128 können durchverbunden sein und so ein Rohrsystem zur Aufnahme des Fluides bilden. Das Rohrsystem kann zu- und abführende Rohrleitungen aufweisen. Das Rohrsystem kann mindestens einen Einlass zur Aufnahme des Fluides aufweisen. Das Rohrsystem kann mindestens einen Auslass zur Ausgabe des Fluides aufweisen. Die Rohrleitungen 128 können derart angeordnet und verbunden sein, dass das Fluid die Rohrleitungen 128 nacheinander durchströmt. Die Rohrleitungen 128 können parallel zueinander verschaltet sein, derart, dass das Fluid mindestens zwei Rohrleitungen 128 parallel durchströmen kann. Die Rohrleitungen 128, insbesondere die parallel geschalteten Rohrleitungen 128, können derart eingerichtet sein, unterschiedliche Fluide parallel zu transportieren. Insbesondere können für einen Transport von verschiedenen Fluiden die parallel geschalteten Rohrleitungen 128, zueinander verschiedene Geometrien und/oder Oberflächen und/oder Materialien aufweisen. Insbesondere für den Transport eines Fluids, können mehrere oder sämtliche der Rohrleitungen 128 parallel konfiguriert sein, so dass das Fluid auf jene parallel konfigurierten Rohrleitungen 128 aufteilbar ist. Auch Kombinationen von einer seriellen und parallelen Schaltung sind denkbar.
Beispielsweise kann das Reaktionsrohr 126 mindestens eine elektrisch leitfähige Rohrleitung 128 zur Aufnahme des Fluids umfassen. Auch Ausgestaltungen als elektrisch nichtleitende Rohrleitungen 128 oder schlechtleitende Rohrleitungen 128 sind jedoch denkbar.
Die Rohrleitungen 128 und entsprechend zu- und abführenden Rohrleitungen 128 können miteinander fluidleitend verbunden sein. Bei einer Verwendung von elektrisch leitfähigen Rohrleitungen 28 können die zu- und abführenden Rohrleitungen 128 galvanisch voneinander getrennt sein. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann mindestens einen Isolator, in den Figuren nicht dargestellt, insbesondere eine Mehrzahl von Isolatoren, aufweisen. Die galvanische Trennung zwischen den jeweiligen Rohrleitungen 128 und den zu- und abführenden Rohrleitungen
128 kann durch die Isolatoren gewährleistet sein. Die Isolatoren können einen freien Durchfluss des Fluids sicherstellen.
Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann durch Verwendung eines mehrphasigen Wechselstroms und/oder eines 1 -phasen Wechselstroms und/oder eines Gleichstroms und/oder Strahlung elektrisch beheizbar sein.
Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann mindestens eine Wechselstrom- und/oder mindestens eine Wechselspannungsquelle aufweisen. Die Wechselstrom- und/oder eine Wechselspannungsquelle kann 1-phasig oder mehrphasig sein. Beispielsweise kann der Wechselstrom ein sinusförmiger Wechselstrom sein. Beispielsweise kann die Wechselspannung eine sinusförmige Wechselspannung sein. Die von der Wechselspannungsquelle erzeugte Spannung bewirkt einen Stromfluss, insbesondere ein Fließen eines Wechselstroms. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eine Mehrzahl von einphasigen oder mehrphasigen Wechselstrom- oder Wechselspannungsquellen aufweisen. Jeder der Rohrleitungen 128 kann je eine Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquelle zugeordnet sein, welche mit der jeweiligen Rohrleitung 128 verbunden ist, insbesondere elektrisch über mindestens eine elektrische Verbindung. Weiter sind Ausführungsformen denkbar, in welchen sich mindestens zwei Rohrleitungen 128 eine Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquelle teilen. Zur Verbindung der Wechselstrom- oder Wechselspannungsquelle und den jeweiligen Rohrleitungen 128 kann der elektrisch beheizbare Reaktor 1222 bis N Hinleiter und 2 bis N Rückleiter aufweisen, wobei N eine natürliche Zahl größer oder gleich drei ist. Die jeweilige Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquelle kann dazu eingerichtet sein, einen elektrischen Strom in der jeweiligen Rohrleitung 128 zu erzeugen. Die Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen können entweder geregelt oder ungeregelt sein. Die Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen können mit oder ohne Regelungsmöglichkeit mindestens einer elektrischen Ausgangsgröße ausgestaltet sein. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann 2 bis M verschiedene Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen aufweisen, wobei M eine natürliche Zahl größer oder gleich drei ist. Die Wechselstrom- und/oder Wechselspannungsquellen können unabhängig voneinander elektrisch regelbar sein. So kann beispielsweise ein verschiedener Strom in den jeweiligen Rohrleitungen 128 erzeugt und verschiedene Temperaturen in den Rohrleitungen 128 erreicht werden. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 wie in WO 2015/197181 A1 , WO 2020/035574 A1 oder wie in EP 20 157 516.4, eingereicht am 14. Februar 2020, beschrieben, deren Inhalt in die Beschreibung durch Verweis einbezogen wird, ausgestaltet sein.
Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann mindestens eine Gleichstrom- und/oder mindestens eine Gleichspannungsquelle aufweisen. Die Gleichstromquelle und/oder die Gleichspannungsquelle sind eingerichtet, einen Gleichstrom in der jeweiligen Rohrleitung 128 zu erzeugen. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eine Mehrzahl von Gleichstrom- und/oder Gleichspannungsquellen aufweisen. Jeder Rohrleitung 128 kann je eine Gleichstrom- und/oder Gleichspannungsquelle zugeordnet sein, welche mit der jeweiligen Rohrleitung 128 verbunden ist, insbesondere elektrisch über mindestens eine elektrische Verbindung. Zur Verbindung der
Gleichstrom- und/oder Gleichspannungsquellen und der jeweiligen Rohrleitung 128 kann der elektrisch beheizbare Reaktor 1222 bis N positive Pole und/oder Leiter und 2 bis N negative Pole und/oder Leiter aufweisen, wobei N eine natürliche Zahl größer oder gleich drei ist. Die jeweilige Gleichstrom- und/oder Gleichspannungsquelle kann dazu eingerichtet sein, einen elektrischen Strom in der jeweiligen Rohrleitung 128 zu erzeugen. Der erzeugte Strom kann die jeweilige Rohrleitung 128 durch Joulesche Wärme, die bei Durchgang des elektrischen Stromes durch leitendes Rohrmaterial entsteht, zum Erhitzen des Fluides erwärmen. Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 wie in WO 2020/035575 A1 beschrieben, deren Inhalt in die Beschreibung durch Verweis einbezogen wird, ausgestaltet sein.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 durch Verwendung von Strahlung elektrisch beheizbar sein, insbesondere durch Verwendung von Induktion, Infrarotstrahlung, und/oder Mikrowellenstrahlung.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 durch Verwendung mindestens eines stromleitenden Mediums beheizbar sein. Die Strom- oder Spannungsquelle, Wechselstrom, Wechselspannung oder Gleichstrom, Gleichspannung, kann eingerichtet sein einen elektrischen Strom in dem stromleitenden Medium zu erzeugen, welcher den elektrisch beheizbaren Reaktor 122 durch Joulesche Wärme, welche bei Durchgang des elektrischen Stromes durch das stromleitenden Medium entsteht, erwärmt. Das stromleitende Medium und der elektrisch beheizbare Reaktor 122 können derart zueinander angeordnet sein, dass das stromleitende Medium den elektrisch beheizbaren Reaktor 122 zumindest teilweise umgibt und/oder dass der elektrisch beheizbare Reaktor 122 das stromleitende Medium zumindest teilweise umgibt. Das stromleitende Medium kann einen festen, flüssigen und/oder gasförmigen Aggregatzustand aufweisen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus fest, flüssig und gasförmig und Gemische z.B. Emulsionen und Suspensionen. Das stromleitende Medium kann beispielsweise ein ström leitendes Granulat oder ein stromleitendes Fluid sein. Das stromleitende Medium kann mindestens ein Material aufweisen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Kohlenstoff, Karbide, Silizide, elektrisch leitfähige Öle, Salz-schmelzen, anorganische Salze sowie festflüssige Gemische. Das stromleitende Medium kann einen spezifischer Widerstand p von 0,1 Qmm2/m < p < 1000 Qmm2/m aufweisen, bevorzugt von 10 Qmm2/m < p < 1000 Qmm2/m.
Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann eingerichtet sein, um das Rohmaterial auf eine Temperatur von 200 °C bis 1700 °C zu erwärmen. Der Reaktor 122 kann insbesondere eingerichtet sein, um das vorgewärmte Fluid durch das Erhitzen bis zu einem vorgegebenen oder vorbestimmten Temperaturwert weiter zu erwärmen. Der Temperaturbereich kann abhängig von einer Anwendung sein. Beispielsweise kann das Fluid auf eine Temperatur im Bereich von 200°C bis 1700°C bevorzugt von 300 °C bis 1400 °C, besonders bevorzugt von 400 °C bis 875 °C, erhitzt werden.
Beispielsweise kann der elektrisch beheizbare Reaktor 122 Teil eines Steamcrackers sein, wie in Figur 5 gezeigt. Beim Steamcracking können durch thermisches Cracken längerkettige Kohlenwasserstoffe, beispielsweise Naphtha, Propan, Butan und Ethan sowie Gasöl und Hydrowax,
Bioöl, Biodiesel, Flüssigkeit aus nachwachsenden Rohstoffen, Pyrolyseöl, Abfallöl, in Gegenwart von Wasserdampf in kurzkettige Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden. Bei dem Steamcracking kann als Reaktionsprodukt Ethylen, Propylen, Butene und/oder Butadien und Benzol erzeugt werden. Als Nebenprodukte kann beispielsweise Methan, Ethan, Propan und/oder Wasserstoff erzeugt werden. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann für eine Verwendung in einem Steamcracker eingerichtet sein, um das vorgewärmte Fluid auf eine Temperatur im Bereich von 550°C bis 1700°C zu erwärmen. Als Rohstoffe, als auch Ausgangsstoffe bezeichnet, kann Bioöl, Biodiesel, Flüssigkeit aus nachwachsenden Rohstoffen, Pyrolyseöl, Abfallöl verwendet werden. Als Hauptprodukt können Butene und als Nebenprodukte Ethan, oder Propan entstehen.
Die Anlage 110 weist mindestens eine Wärmeintegrationsvorrichtung 132 auf, welche eingerichtet ist, die Nebenprodukte dem Vorwärmer 114 zumindest teilweise zuzuführen. Der Vorwärmer ist eingerichtet, um zum Vorwärmen des Rohmaterials benötigte Energie zumindest teilweise aus den Nebenprodukten zu nutzen. Die Wärmeintegrationsvorrichtung 132 kann eingerichtet sein, um erzeugte Nebenprodukte zur Wärmegewinnung zur Herstellung von Reaktionsprodukten zu verwenden, insbesondere wieder- bzw. weiterzuverwenden. Fraktionen des Spaltgases, welche nicht als Reaktionsprodukt gewünscht werden, insbesondere Methan und Wasserstoff, Ethan und Propan können zum Vorwärmer 114 zurückgeführt werden. Insbesondere können Überschuss-Mengen der, von dem elektrisch beheizbaren Reaktor 122 erzeugten, Methanfraktion zum Vorwärmer zurückgeführt werden. Die Wärmeintegrationsvorrichtung 132 ist eingerichtet, um die Nebenprodukte dem Vorwärmer 114 zumindest teilweise zuzuführen. Die Wärmeintegrationsvorrichtung 132 kann mindestens eine Leitung aufweisen, welche eingerichtet ist, die Nebenprodukte von dem elektrisch beheizbaren Reaktor zu dem Vorwärmer 114 zumindest teilweise zu leiten und/oder zu transportieren. Die erzeugten Nebenprodukte können vollständig dem Vorwärmer 114 zugeführt werden oder es kann ein Anteil der erzeugten Nebenprodukte dem Vorwärmer 114 zugeführt werden. Der Vorwärmer 114 ist eingerichtet, um zum Vorwärmen des Rohmaterials benötigte Energie zumindest teilweise aus den Nebenprodukten zu nutzen. Der Vorwärmer 114 kann eingerichtet sein, um zum Erwärmen des Rohmaterials und des Prozessdampfs benötigte Energie zumindest teilweise aus den Nebenprodukten zu nutzen. Die zurückgeführten Nebenprodukte können in dem Vorwärmer 144 verbrannt werden und einen Energiebedarf des Verfahrens in dem Vorwärmer zumindest teilweise decken. Überschuß-Mengen der Methanfraktion aus dem Spaltgas können zur Befeuerung des Vorwärmers 114 und Überhitzung genutzt werden. Dem Vorwärmer können weitere Gase zum Verbrennen zugeführt werden, beispielsweise aus einer anderen Anlage, einem konventionellen Rektor auf Basis von Verbrennungsöfen und/oder einem weiteren elektrisch beheizbaren Reaktor. Das Zuführen von weiteren Gasen ist in Figur 5 durch Pfeil 134 gekennzeichnet. Nicht zugeführte Nebenprodukte können, beispielsweise zur Herstellung von weiteren Produkten oder als Halbfabrikat, abgeführt werden, beispielsweise in eine weitere Anlage oder einen weiteren Bereich der Anlage 110.
Figur 2 zeigt eine weitere Ausführungsform der Anlage 110 in schematischer Darstellung. Hinsichtlich der Beschreibung der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform kann auf die Beschreibung
von Figur 1 verwiesen werden. In der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform weist die Anlage 110 mindestens einen Wärmeübertrager 136 auf, welcher eingerichtet ist, um ablaufende chemische Reaktionen von Reaktionsprodukten und/oder Nebenprodukten zu beenden. Der Wärmeübertrager 136 ist in Transportrichtung des Fluids hinter dem elektrisch beheizbaren Reaktor 122 in der Anlage 110 angeordnet. Die Anlage 110 kann mindestens eine Leitung 138 aufweisen, welche eingerichtet ist, das Spaltgas von dem Reaktor 122 zu dem Wärmeübertrager 136 zu leiten. Der Wärmeübertrager 136 kann eingerichtet sein, das heiße, vom elektrisch beheizbaren Reaktor 122 erzeugte, Spaltgas abzukühlen, insbesondere auf eine Temperatur von 350 bis 400 °C. Beispielsweise kann der Wärmeübertrager 136 einen Wärmekühler aufweisen, einen Hochdruck-Speisewasserkühler.
Die Anlage 110 kann mindestens eine Trennsektion 140 aufweisen, welche eingerichtet ist, um Reaktionsprodukte und Nebenprodukte zu trennen. Die Trennsektion 140 kann eingerichtet sein, im Spaltgas enthaltene Stoffe voneinander zu trennen. Das Spaltgas kann über eine weitere Leitung 142 der Trennsektion 140 zugeführt werden. Die Trennsektion 140 kann eingerichtet sein, mindestens einen Trennschritt durchzuführen, beispielsweise mindestens eine Destillation, insbesondere eine Rektifikation. Die Trennsektion 140 kann darüber hinaus eine Absorbtion und/oder Extraktion und einen Verdichter aufweisen, welcher eingerichtet ist, das Spaltgas zu verdichten. Derartige Trennschritte und Prozesse sind dem Fachmann bekannt. Die Trennsektion 140 kann derart eingerichtet sein, dass die zu erzeugenden Hauptprodukte nach Passieren der Trennsektion 140 rein vorliegen.
Die Anlage 110 kann mindestens eine Rohstoffintegrationsvorrichtung 144, schematisch dargestellt als Pfeil in Figur 2, aufweisen, welche eingerichtet ist, um von dem elektrisch beheizbaren Reaktor 122 nicht umgesetztes Rohmaterial dem Vorwärmer 114 zuzuführen. Die Rohstoffintegrationsvorrichtung 144 kann eingerichtet sein, nicht umgesetztes Rohmaterial als Rohmaterial zur Herstellung von Reaktionsprodukten zu verwenden, insbesondere wieder- bzw. weiterzuverwenden. Die Rohstoffintegrationsvorrichtung 144 kann mindestens eine Leitung aufweisen, beispielsweise dargestellt in Figur 3, welche eingerichtet ist, das nicht umgesetzte Rohmaterial von dem elektrisch beheizbaren Reaktor 122, insbesondere von der Trennsektion 140, zu dem Vorwärmer 114 zumindest teilweise zu leiten und/oder zu transportieren.
Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der Anlage 110 in schematischer Darstellung. Hinsichtlich der Beschreibung der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform kann auf die Beschreibung von Figuren 1 und 2 verwiesen werden. Wie oben ausgeführt, können das Rohmaterial und der Prozessdampf jeweils in Rohrleitungen zu und durch den Vorwärmer 114 geführt werden und von diesem erhitzt werden. Der Vorwärmer 114 kann insbesondere eingerichtet sein, um das Rohmaterial zu überhitzen, dargestellt mit Bezugsziffer 146 in Figur 3. Die Anlage 110 kann eingerichtet sein, um das vorgewärmte Rohmaterial und den vorgewärmten Prozessdampf zu vermischen. Das mit dem Prozessdampf vermischte Rohmaterial kann, beispielsweise über eine weitere Leitung, in eine dem Brenner 116 nahe Zone des Vorwärmers 114 geführt werden und überhitzt werden. Beispielsweise kann das mit dem Prozessdampf vermischte Rohmaterial auf eine Temperatur etwas unterhalb einer Spalttemperatur überhitzt werden. Das überhitzte
Fluid kann anschließend in einen elektrisch beheizbaren Reaktor 122 geführt und dort gespalten werden.
Die Anlage 110 kann weiter mindestens ein Dampfsystem 148 aufweisen. Das Dampfsystem 148 kann mindestens einen Dampfabscheider, auch als Dampftrommel 150 bezeichnet, aufweisen, dargestellt beispielsweise in Figuren 4 und 5. Das Dampfsystem 148 kann eingerichtet sein, um Kesselspeisewasser 152 in dem Vorwärmer 114 vorzuwärmen und in die Dampftrommel 150 einzuspeisen. Das Dampfsystem 148 kann mindestens eine Verbindung 154 zwischen Dampftrommel 150 und Wärmeübertrager 136 aufweisen, derart, dass Kesselspeisewasser aus der Dampftrommel 150 in den Wärmeübertrager 136 eingespeist werden kann. Der Wärmeübertrager 136 kann eingerichtet sein, um das Kesselspeisewasser und den gesättigten Dampf zurück in die Dampftrommel 150 zuleiten, beispielsweise über mindestens eine Leitung 156. Das Dampfsystem 148 kann weiter mindestens eine Verbindung 158 zwischen Dampftrommel 150 und Vorwärmer 114 aufweisen, derart, dass Sattdampf aus der Dampftrommel 150 in den Vorwärmer 114 geleitet werden kann. Der Vorwärmer 114 kann eingerichtet sein, um den Sattdampf zumindest kurzzeitig zu überhitzen. Der so entstehende überhitzte Hochdruckdampf kann aus dem Vorwärmer 114 geleitet werden und zum Antrieb von T urbinen, beispielsweise zur Stromerzeugung genutzt werden, dargestellt mit Pfeil 160.
Weiter kann wie in Figur 3 dargestellt die Anlage 110 mindestens einen Kühlkreislauf 162 aufweisen. Ein Kühlkreislauf 162, auch als Kältekreislauf bezeichnet, kann ein offener oder geschlossener Kreislauf mit einem oder mehreren geeigneten Kältemitteln sein. Außerdem kann der Kältekreislauf einen oder mehrere Kondensations- und Verdampfungsschritten umfassen. Einzelne unterschiedliche Prozessstufen können nach Kondensation des Kältemittels bei Enddruck eines Verdichters mit flüssigem Kältemittel versorgt werden. Das Kältemittel kann in einzelnen Prozessstufen verdampft werden und liefert durch Verdampfung auf unterschiedlichen Druckstufen in den Prozessstufen benötigte Kälteleistung. Das in den Kälteverbrauchern verdampfte Kältemittel kann von einem mehrstufigen Verdichter wieder auf den erforderlichen Enddruck verdichtet werden.
Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform der Anlage 110 in schematischer Darstellung. Hinsichtlich der Beschreibung der in Figur 4 gezeigten Ausführungsform kann auf die Beschreibung von Figuren 1 bis 3 verwiesen werden. Figur 4 zeigt verschiedene Zonen des Vorwärmers 114 mit abnehmender Temperatur von unten nach oben. Im einem dem Brenner 116 entferntesten Bereich 164 kann ein Erwärmen des Kesselspeisewassers 152 erfolgen. In einem darunterliegenden Bereich 166 kann der Einlass des Rohmaterials und ein Vorwärmen des Rohmaterials erfolgen. Der Bereich 168 kennzeichnet den Einlass des von der Dampftrommel 150 eingespeisten Sattdampfes, welcher im Bereich 170 überhitzt werden kann. In einem dem Brenner 116 nächsten Bereich 172 kann das mit dem Prozessdampf vermischte Rohmaterial auf eine Temperatur etwas unterhalb einer Spalttemperatur überhitzt werden. Der Vorwärmer 114 kann einen Kamin aufweisen, durch welchen Abgas 174 aus dem Vorwärmer 114 abgeleitet werden kann.
Beispielsweise kann für ein Cracking von Naphtha als Rohmaterial eine Energienutzung der Methanfraktion folgendermaßen sein: Aus dem Herstellungsprozess steht Energie der Methanfraktion zur Verfügung. Diese kann z.B. 20 % oder bis zu 20% anteilig zum Erwärmen des Kesselspeisewassers 152 und zum Erzeugen des überhitzen Dampfes in den Bereichen 168 und 170 genutzt werden. Für das Vorwärmen und Überhitzen des Rohmaterials können z.B. 80 % oder bis zu 80% Anteile der Energie der Methanfraktion genutzt werden.
Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Anlage in Form eines Steamcrackers. Hinsichtlich der Beschreibung der in Figur 5 gezeigten Ausführungsform kann auf die Beschreibung von Figuren 1 bis 4 verwiesen werden. Der elektrisch beheizbare Reaktor 122 kann vollständig in bestehende Anlagen, wie konventionelle Steamcracker, integriert werden, obwohl der elektrisch beheizbare Reaktor 122 keine Konvektionszone besitzt. Die vollständige Integration ist insbesondere möglich durch Nutzung von Überschuss-Mengen Methanfraktion und vorhandenem Trennteil 140. So kann konventionelle Technologie in bekannten Dimensionen außerhalb des Reaktorraumes verwendet werden.
In der in Figur 5 gezeigten Ausführungsform kann in dem elektrisch beheizbare Reaktor 122 die Rohrleitung 128 beispielsweise durch Wechselstrom beheizt werden. Es werden drei Leiter L1 , L2, L3 gezeigt, welche mit der Rohrleitung 128 verbunden sind. Die Anlage 110 kann mindestens eine Belüftungsvorrichtung 176 aufweisen. Die Belüftungsvorrichtung 176 kann eingerichtet sein, ein beliebiges Element der Anlage 110 zu kühlen. Die Belüftungsvorrichtung 176 kann eingerichtet sein zur Kühlung einer Stromversorgung zur Beheizung des elektrisch beheizbaren Reaktors 122. Die Belüftungsvorrichtung 176 kann eingerichtet sein, um eine Betriebstemperatur, insbesondere einen Temperaturbereich, der Stromversorgung zu gewährleisten. So kann ein Überhitzen der Stromversorgung vermieden werden. Die Belüftungsvorrichtung 176 kann eingerichtet sein, die Stromversorgung mittels Luft, insbesondere Umgebungsluft 178, zu kühlen. Während und/oder durch den Kühlprozess kann die Umgebungsluft aufgeheizt werden. Die Belüftungsvorrichtung 176 kann eingerichtet sein, um die Umgebungsluft, insbesondere die durch die Stromkühlung aufgeheizte Umgebungsluft, dem Vorwärmer 114 zuzuführen, beispielsweise mittels Leitung 180. Die aufgeheizte Umgebungsluft kann direkt im Vorwärmer 114 verwendet werden, ohne dass ein zusätzliches Heizen der Umgebungsluft notwendig ist.
Die Anlage 110 kann mindestens eine atmosphärenseitige Verbindung aufweisen, welche eingerichtet ist, um einen Atmosphärenaustausch, insbesondere von Reaktionsraumatmosphäre von dem Reaktionsraum des Reaktors 122 in den Vorwärmer 114, zu ermöglichen. Insbesondere kann so eine Ableitung einer Reaktionsraumatmosphäre mit dem Rauchgasstrom des Vorwärmers 114 erfolgen. Die Anlage 110 kann mindestens eine Sicherheitseinrichtung 182 aufweisen, welche eingerichtet ist, um einen Rückstrom des Rohmaterials aus dem elektrisch beheizbaren Reaktor 122 zu dem Vorwärmer 114 zu ermöglichen. Die Sicherheitseinrichtung 182 kann eingerichtet sein, um in einem Störfall eine Evakuierung des elektrisch beheizbaren Reaktors 122 zu ermöglichen.
Bezugszeichenliste
110 Anlage
112 Reaktionsprodukt
114 Vorwärmer
116 Brenner
118 Rohmaterial-Zuführung
120 Prozessdampf-Zuführung
122 elektrisch beheizbarer Reaktor
124 Zuleitung
126 Reaktionsrohr
128 Rohrleitung
130 Beaufschlagung mit Strom
132 Wärmeintegrationsvorrichtung
134 Zuführen von weiteren Gasen
136 Wärmeübertrager
138 Leitung
140 Trennsektion
142 Leitung
144 Rohstoffintegrationsvorrichtung
146 Rohmaterial überhitzen
148 Dampfsystem
150 Dampftrommel
152 Kesselspeisewasser
154 Verbindung
156 Leitung
158 Verbindung
160 Hochdruckdampf
162 Kühlkreislauf
164 Bereich
166 Bereich
168 Bereich
170 Bereich
172 Bereich
174 Abgas
176 Belüftungsvorrichtung
178 Umgebungsluft
180 Leitung
182 Sicherheitseinrichtung