Verbundscheibe
Die Erfindung betrifft eine Verbundscheibe, die elektrisch beheizbar ist und ein Verfahren zur Herstellung dieser.
Scheiben mit einer elektrischen Heizschicht sind als solche bekannt und bereits vielfach in der Patentliteratur beschrieben worden. Lediglich beispielhaft sei in diesem Zusammenhang auf DE 102008018147 A1 , DE 102008029986 A1 und WO 00/7263 A1 verwiesen. In Kraftfahrzeugen werden sie häufig als Windschutzscheiben eingesetzt, da das zentrale Sichtfeld aufgrund gesetzlicher Vorgaben, mit Ausnahme von Heizdrähten, keinerlei Sichteinschränkungen aufweisen darf. Durch die von der Heizschicht erzeugte Wärme können binnen kurzer Zeit kondensierte Feuchtigkeit, Eis und Schnee entfernt werden. Meist werden solche Scheiben als Verbundscheiben hergestellt, in denen zwei Einzelscheiben durch eine thermoplastische Klebeschicht miteinander verbunden sind. Die Heizschicht kann auf eine der inneren Oberflächen der Einzelscheiben aufgebracht sein, wobei aber auch Aufbauten bekannt sind bei denen sie sich auf einem Träger befindet, der zwischen den beiden Einzelscheiben angeordnet ist. Alternativ kann eine Verbundscheibe auch mittels Heizdrähten beheizt werden. Eine Verbundscheibe mit heizbaren Drähten ist in der DE 103 52 464 A1 offenbart.
Beheizbare Verbundscheiben nach dem Stand der Technik stellen in einem Fahrzeug einen großen elektrischen Verbraucher dar. Bei beheizbaren Verbundscheiben gemäß dem Stand der Technik ist in der Regel das Heizelement, d.h. Heizdrähte oder eine beheizbare Schicht, auf der Außenseite der Innenscheibe angeordnet. Bei Anlegen einer Spannung erwärmt sich das Heizelement und die Wärme wird in die thermoplastische Zwischenschicht der Verbundscheibe, die Außenscheibe und die Innenscheibe durch Wärmeleitung transportiert. Da Glas in der Regel die Wärme besser leitet als die thermoplastische Zwischenschicht, wird die Wärme des auf der Außenseite der Innenscheibe angeordneten Heizelements hauptsächlich zur Innenscheibe geleitet und kaum über die thermoplastische Zwischenschicht zur Außenscheibe geleitet. Standardglass hat eine Emissivität von in etwa 80 % bis 90 %. Somit wird bei beheizbaren Verbundscheiben nach dem Stand der Technik in der Regel die Außenseite der Außenscheibe nicht so heiß wie die Innenseite der Innenscheibe. Zum Entfernen von Eis und Schnee auf der Außenseite der Außenscheibe wird daher viel Energie verbraucht.
In EP 2 718 098 B1 ist eine Verbundscheibe mit einer beheizbaren ersten Beschichtung und einer zweiten Beschichtung, wobei die zweite Beschichtung eine niedrige Emissivität aufweist,
offenbart. In US 2009/0104385 A1 ist eine Verbundscheibe mit einer
Antireflexionsbeschichtung und Beschichtungen mit anderen Funktionalitäten offenbart.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Verbundscheibe bereitzustellen, die elektrisch beheizbar ist und bei der die Heizfunktion verbessert ist.
Diese Aufgabe wird nach dem Vorschlag der Erfindung durch eine Verbundscheibe gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch 15 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung betrifft eine Verbundscheibe, mindestens umfassend eine laminierte Stapelfolge aus einer Außenscheibe mit einer außenseitigen Oberfläche und einer innenraumseitigen Oberfläche, einer Innenscheibe mit einer außenseitigen Oberfläche und einer innenraumseitigen Oberfläche und mindestens einer thermoplastischen Zwischenschicht, welche die innenraumseitige Oberfläche der Außenscheibe mit der außenseitigen Oberfläche der Innenscheibe verbindet.
Erfindungsgemäß ist ein beheizbares Element direkt auf die innenraumseitige Oberfläche der Außenscheibe oder auf die außenseitige Oberfläche der Innenscheibe aufgebracht.
Zudem ist erfindungsgemäß eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung direkt auf die innenraumseitige Oberfläche der Innenscheibe und/oder eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung direkt auf die außenseitige Oberfläche der Außenscheibe aufgebracht.
Die Verbundscheibe ist dafür vorgesehen, in einer Fensteröffnung einen Innenraum, insbesondere den Innenraum eines Fahrzeugs oder eines Gebäudes, gegenüber der äußeren Umgebung abzutrennen. Die Verbundscheibe ist ein Laminat und umfasst eine erste und eine zweite Glasscheibe, die im Sinne der Erfindung als Außenscheibe und Innenscheibe bezeichnet werden und über eine thermoplastische Zwischenschicht miteinander verbunden sind. Mit Innenscheibe wird im Sinne der Erfindung die in Einbaulage dem Innenraum zugewandte Scheibe bezeichnet. Mit Außenscheibe wird die in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandte Scheibe bezeichnet. Unter der innenraumseitigen Oberfläche (innenseitigen Oberfläche oder Innenseite oder Innenfläche) wird im Sinne der Erfindung diejenige Oberfläche der Scheiben verstanden, die in Einbaulage dem Innenraum zugewandt ist. Unter der außenseitigen Oberfläche (oder Außenseite oder Außenfläche) wird im Sinne der Erfindung diejenige Oberfläche der Scheiben verstanden, die in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt ist.
Die Oberflächen der Glasscheiben werden typischerweise wie folgt bezeichnet:
Die außenseitige Oberfläche der Außenscheibe wird als Seite I bezeichnet. Die innenraumseitige Oberfläche der Außenscheibe wird als Seite II bezeichnet. Die außenseitige Oberfläche der Innenscheibe wird als Seite III bezeichnet. Die innenraumseitige Oberfläche der Innenscheibe wird als Seite IV bezeichnet.
Die innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe und die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe sind einander zugewandt und mittels der mindestens einen thermoplastischen Zwischenschicht miteinander verbunden.
Erfindungsgemäß ist direkt auf der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe und/oder direkt auf der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe eine die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung aufgebracht. Solche Beschichtungen sind beispielsweise aus der WO2013/131667A1 bekannt. Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung kann auch als Beschichtung niedriger Emissivität, emissivitätsmindernde Beschichtung, Wärmestrahlen reduzierende Beschichtung, Low-E-Beschichtung oder Low-E-Schicht bezeichnet werden. Sie hat die Aufgabe, Wärmestrahlung zu reflektieren, also insbesondere IR-Strahlung, die längerwellig ist als der I R-Anteil der Sonnenstrahlung.
Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung erstreckt sich bevorzugt über die gesamte innenraumseitige Oberfläche IV der Innenscheibe und/oder über die gesamte außenseitige Oberfläche I der Außenscheibe.
Es ist auch möglich, dass sich die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung nur über einen Teil der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe und/oder über nur einen Teil der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe erstreckt.
In einer Ausführungsform ist auf die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung eine Schutzschicht aufgetragen. Diese optionale Schutzschicht dient dem Schutz vor Korrosion und/oder Beschädigungen.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das beheizbare Element direkt auf die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe aufgebracht und eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung ist direkt auf die innenraumseitige Oberfläche IV der Innenscheibe aufgebracht.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das beheizbare Element direkt auf die innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe aufgebracht und eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung ist direkt auf die innenraumseitige Oberfläche IV der Innenscheibe aufgebracht.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das beheizbare Element direkt auf die innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe aufgebracht und eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung ist direkt auf außenseitige Oberfläche I der Außenscheibe aufgebracht.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das beheizbare Element direkt auf die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe aufgebracht und eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung ist direkt auf außenseitige Oberfläche I der Außenscheibe aufgebracht.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das beheizbare Element direkt auf die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe aufgebracht, eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung ist direkt auf die außenseitige Oberfläche IV der Innenscheibe aufgebracht und eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung ist direkt auf die außenseitige Oberfläche I der Außenscheibe aufgebracht.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das beheizbare Element direkt auf die innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe aufgebracht, eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung ist direkt auf die außenseitige Oberfläche IV der Innenscheibe aufgebracht und eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung ist direkt auf die außenseitige Oberfläche I der Außenscheibe aufgebracht.
Bei Anordnung einer Wärmestrahlen reflektierenden Beschichtung auf der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe verhindert diese die Wärmestrahlung der von dem beheizbaren Element erwärmten Innenscheibe nach innen. Die Abgabe von Wärmestrahlung in den Innenraum wird dadurch reduziert und die Verbundscheibe effizienter beheizt.
Bei Anordnung einer Wärmestrahlen reflektierenden Beschichtung auf der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe verhindert diese die Wärmestrahlung der von dem beheizbaren Element erwärmten Außenscheibe nach außen. Die Abgabe von Wärmestrahlung in die äußere Umgebung wird dadurch reduziert und die Verbundscheibe effizienter beheizt.
Bei Anordnung einer Wärmestrahlen reflektierenden Beschichtung auf der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe und einer Wärmestrahlen reflektierenden Beschichtung auf der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe kann sowohl die Wärmestrahlung der von dem beheizbaren Element erwärmten Innenscheibe nach innen als auch die Wärmestrahlung der von dem beheizbaren Element erwärmten Außenscheibe nach außen verhindert werden, so dass die Verbundscheibe besonders effizient geheizt wird und Abgabe von Wärmestrahlung in die äußere Umgebung oder den Innenraum reduziert wird.
Wie oben beschrieben wird in der erfindungsgemäßen Verbundscheibe durch die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung auf der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe die Abgabe von Wärmestrahlung in den Innenraum reduziert und/oder durch die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung auf der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe die Abgabe von Wärmestrahlung in die äußere Umgebung reduziert, wodurch die Verbundscheibe effizienter beheizt wird als Verbundscheiben gemäß dem Stand der Technik. Die erfindungsgemäßen Verbundscheiben verbrauchen für die gleiche Heizwirkung weniger Strom als Verbundscheiben gemäß dem Stand der Technik. Die gleiche Heizwirkung wird früher erreicht oder es muss weniger Leistung zur Verfügung gestellt werden, um die innerhalb einer bestimmten Zeit die gleiche Heizwirkung zu erzielen.
Durch die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung auf der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe und/oder durch die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung auf der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe wird sowohl die Abgabe von Wärmestrahlung aus dem Fahrzeuginnenraum in die äußere Umgebung bei kalten Außentemperaturen reduziert, als auch die Wärmestrahlung bzw. Kältestrahlung in den Fahrzeuginnenraum reduziert. Der sogenannte cold-wall effect wird dadurch vermindert.
Das beheizbare Element kann als eine beheizbare Beschichtung ausgebildet sein.
Bevorzugt umfasst die beheizbare Beschichtung ein Schichtsystem mit mindestens einer zwischen dielektrischen Oxid- oder Nitridschichten eingebetteten Metallschicht, insbesondere mindestens einer metallischen Silberschicht.
Alternativ kann das beheizbare Element als mindestens ein beheizbarer Draht ausgebildet sein, wobei ein Wolframdraht bevorzugt ist.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das beheizbare Element als mindestens ein Wolframdraht ausgebildet. Das heißt, besonders bevorzugt ist das beheizbare Element als ein Wolframdraht oder eine Anordnung von Wolframdrähten ausgebildet.
Das beheizbare Element kann beispielsweise auch in Form aufgedruckter Silberdrähte ausgebildet sein.
Bevorzugt erstreckt sich das als beheizbare Beschichtung ausgebildete beheizbare Element über die gesamte innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe abzüglich eines umlaufenden rahmenförmigen beschichtungsfreien Bereichs mit einer Breite von 1 mm bis 50 cm, bevorzugt von 2 mm bis 20 cm und besonders bevorzugt von 1 cm bis 20 cm, oder über die gesamte außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe abzüglich eines umlaufenden rahmenförmigen beschichtungsfreien Bereichs mit einer Breite von 1 mm bis 50 cm, bevorzugt von 2 mm bis 20 cm und besonders bevorzugt von 1 cm bis 20 cm. Der beschichtungsfreie Randbereich ist durch Verkleben mit der thermoplastischen Zwischenschicht hermetisch versiegelt. Die beheizbare Beschichtung ist dadurch vorteilhaft vor Beschädigungen und Korrosion, die insbesondere vom Rand der Verbundscheibe ausgeht, geschützt.
Die beheizbare Beschichtung kann sich alternativ auch über die gesamte innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe oder über die gesamte außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe erstrecken.
Optional sind lokale Bereiche, die als Kommunikations-, Sensor- oder Kamerafenster, die Transmission von elektromagnetischer Strahlung durch die Verbundscheibe gewährleisten sollen, nicht mit der beheizbaren Beschichtung und/oder nicht mit der Wärmestrahlen reflektierenden Beschichtung versehen.
Die beheizbare Beschichtung und die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung sind jeweils eine transparente funktionelle Beschichtung, welche dafür vorgesehen ist, die Scheibenoberfläche mit veränderten Eigenschaften zu versehen. Eine Beschichtung gilt im Sinne der Erfindung als transparent, wenn sie eine mittlere Transmission im sichtbaren Spektral bereich von mindestens 70 %, bevorzugt mindestens 80 % aufweist und dadurch die Durchsicht durch die Fahrzeugscheibe nicht wesentlich einschränkt. Die beheizbare Beschichtung und die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung sind jeweils insbesondere eine Dünnschicht-Beschichtung, also als Dünnschicht oder Dünnschichtstapel ausgebildet.
Eine beheizbare Beschichtung ist eine elektrisch leitfähige Beschichtung, durch die Strom fließt, wenn sie elektrisch kontaktiert wird. Die elektrische Leitfähigkeit wird insbesondere dadurch bereitgestellt, dass eine oder mehrere Einzelschichten der Beschichtung als elektrisch leitfähige Schichten ausgebildet sind, beispielsweise auf Basis eines Metalls, insbesondere auf Basis von Silber, alternativ beispielsweise auf Basis von Gold, Aluminium oder Kupfer. Neben der mindestens einen elektrisch leitfähigen Schicht sind üblicherweise dielektrische Schichten vorhanden, die beispielsweise als Entspiegelungsschichten die Lichttransmission erhöhen sollen, als Anpassungsschichten die Kristallinität der elektrisch leitfähigen Schicht verbessern sollen oder als Glättungsschichten die Oberflächenstruktur für die darüberliegenden Schichten verbessern sollen. Übliche Materialien für die dielektrischen Schichten umfassen Siliziumnitrid, Titanoxid, Aluminiumnitrid, Zinnoxid, Zinkoxid, Zinn-Zink- Mischoxid und Siliziumoxid.
Die Dicke einer elektrisch leitfähigen Schicht der beheizbaren Beschichtung beträgt bevorzugt von 5 nm bis 50 nm, besonders bevorzugt von 8 nm bis 25 nm. In diesem Bereich für die Dicke der elektrisch leitfähigen Schicht wird eine vorteilhaft hohe Transmission im sichtbaren Spektralbereich und eine besonders vorteilhafte elektrische Leitfähigkeit erreicht.
Typischerweise ist jeweils zwischen zwei benachbarten elektrisch leitfähigen Schichten der beheizbaren Beschichtung zumindest eine dielektrische Schicht angeordnet. Bevorzugt ist unterhalb der ersten und/oder oberhalb der letzten elektrisch leitfähigen Schicht eine weitere dielektrische Schicht angeordnet. Eine dielektrische Schicht enthält zumindest eine Einzelschicht aus einem dielektrischen Material, beispielsweise ein Nitrid wie Siliziumnitrid oder ein Oxid wie Aluminiumoxid. Die dielektrische Schicht kann aber auch mehrere Einzelschichten umfassen, beispielsweise Einzelschichten eines dielektrischen Materials, Glättungsschichten, Anpassungsschichten, Blockerschichten und/oder Antireflexionsschichten. Die Dicke einer dielektrischen Schicht beträgt beispielsweise von 10 nm bis 200 nm.
Dieser Schichtaufbau wird im Allgemeinen durch eine Folge von Abscheidevorgängen erhalten, die durch ein Vakuumverfahren wie die magnetfeldgestützte Kathodenzerstäubung durchgeführt werden.
Beheizbare Beschichtungen sind beispielsweise bekannt aus WO2013/104438 A1 , WO20 13/104439 A 1 oder WO 2016/020113 A1 .
Die beheizbare Beschichtung kann beispielsweise auch eine der in der WO 2019/179683 A1 oder der WO 2020/094422 A1 beschriebenen leitfähigen Beschichtungen sein.
Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung umfasst bevorzugt eine funktionelle Schicht, welche ein transparentes leitfähiges Oxid (TCO), enthält, bevorzugt Indiumzinnoxid (ITO, indium tin oxide), mit Antimon oder Fluor dotiertes Zinnoxid und/oder mit Gallium und/oder Aluminium dotiertem Zinkoxid (ZnO: Ga, bzw. ZnO: AI), wobei Indiumzinnoxid bevorzugt ist. Die funktionelle Schicht kann aber auch andere, elektrisch leitfähige Oxide enthalten, beispielsweise Fluor-dotiertes Zinnoxid (SnÜ2:F), Antimon-dotiertes Zinnoxid (SnO2:Sb), Indium-Zink-Mischoxid (IZO), Gallium-dotiertes oder Aluminium-dotiertes Zinkoxid, Niobiumdotiertes Titanoxid, Cadmiumstannat und/oder Zinkstannat. Damit werden besonders gute Ergebnisse hinsichtlich der Emissivität und der Biegbarkeit der erfindungsgemäßen Beschichtung erreicht. Der Brechungsindex des Materials der funktionellen Schicht beträgt bevorzugt 1 ,7 bis 2,5.
Das Indiumzinnoxid wird bevorzugt mittels magnetfeldunterstützter Kathodenzerstäubung mit einem Target aus Indium-Zinn-Oxid abgeschieden. Das Target enthält bevorzugt von 75 Gew.- % bis 95 Gew.-% Indiumoxid und von 5 Gew.-% bis 25 Gew.-% Zinnoxid sowie herstellungsbedingte Beimengungen. Die Abscheidung des Zinn-dotierten Indiumoxids erfolgt bevorzugt unter einer Schutzgasatmosphäre, beispielsweise Argon. Dem Schutzgas kann auch ein geringer Anteil an Sauerstoff zugesetzt werden, beispielsweise um die Homogenität der funktionellen Schicht zu verbessern.
Das Target kann alternativ bevorzugt zumindest von 75 Gew.-% bis 95 Gew.-% Indium und von 5 Gew.-% bis 25 Gew.-% Zinn enthalten. Die Abscheidung des Indiumozinnxids erfolgt dann bevorzugt unter Zugabe von Sauerstoff als Reaktionsgas während der Kathodenzerstäubung.
Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung umfasst außerdem typischerweise dielektrische Schichten, insbesondere aus dielektrischen Oxiden oder Nitriden gebildet, wie ZnO, SnZnO, AIN, TiÜ2, SiÜ2 oder SisN^ Die Schicht aus reflektierendem leitfähigen Oxid wird durch Verwendung zusätzlicher dielektrischer Schichten oberhalb und unterhalb entspiegelt, um eine ausreichend niedrige Reflexion von der Innenseite zu gewährleisten.
Die Emissivität der erfindungsgemäßen Scheibe kann durch die Dicke der funktionellen Schicht der Wärmestrahlen reflektierenden Beschichtung beeinflusst werden. Die Dicke funktionellen Schicht beträgt bevorzugt 40 nm bis 200 nm, besonders bevorzugt 60 nm bis
150 nm und ganz besonders bevorzugt 65 nm bis 85 nm, beispielsweise etwa 75 nm. In diesem Bereich für die Dicke werden besonders vorteilhafte Werte für die Emissivität und eine besonders vorteilhafte Fähigkeit der Wärmestrahlen reflektierenden Beschichtung, eine mechanische Transformation wie Biegen oder Vorspannen ohne Beschädigung zu überstehen, erreicht.
Die innenraumseitige Emissivität der erfindungsgemäßen Verbundscheibe beträgt bevorzugt kleiner oder gleich 50%, besonders bevorzugt von 10% bis 50%, ganz besonders bevorzugt von 10% bis 35%. Mit innenraumseitiger Emissivität wird dabei das Maß bezeichnet, welches angibt, wie viel Wärmestrahlung die Scheibe in Einbaulage im Vergleich zu einem idealen Wärmestrahler (einem schwarzen Körper) in einen Innenraum, beispielsweise eines Gebäudes oder eines Fahrzeugs abgibt. Unter Emissivität wird im Sinne der Erfindung der normale Emissionsgrad bei 283 K nach der Norm EN 12898 verstanden.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist das beheizbare Element, das wie oben beschrieben als eine beheizbare Beschichtung oder als beheizbare Drähte ausgebildet sein kann, an eine Spannungsquelle angeschlossen, um einen elektrischen Strom durch das beheizbare Element zu leiten, welches sich dadurch erwärmt. Als Spannungen kommen insbesondere im Fahrzeugbereich übliche Bordspannungen in Betracht, beispielsweise 12 V bis 14 V oder bei Elektrofahrzeugen typische Bordspannungen von bis zu 500 V. Zum Anschluss an die Spannungsquelle ist das beheizbare Element bevorzugt mit Stromsammelschienen (Busbars) versehen, welche mit den Polen der Spannungsquelle verbindbar sind. Die Stromsammelschienen können beispielsweise als aufgedruckte und eingebrannte Leiter ausgebildet sein, typischerweise in Form einer gebrannten Siebdruckpaste mit Glasfritten und Silberpartikeln. Alternativ können aber auch Streifen einer elektrisch leitfähigen Folie als Sammelleiter verwendet werden, die auf die beheizbare Beschichtung bzw. die Enden der beheizbaren Drähte aufgelegt oder aufgeklebt werden, beispielsweise Kupferfolie oder Aluminiumfolie. Typischerweise sind die beiden Sammelleiter in der Nähe zweier einander gegenüberliegender Kanten der Verbundscheibe positioniert, beispielsweise der Ober- und Unterkante.
Die thermoplastische Zwischenschicht ist durch eine oder mehrere thermoplastische Polymerfolien ausgebildet. Die thermoplastischen Folien enthalten bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA), Polyurethan (PU) und/oder Gemische davon und/oder Copolymere davon, besonders bevorzugt Polyvinylbutyral. Die Folien sind bevorzugt auf Basis der genannten Materialien ausgebildet, können aber weitere Bestandteile enthalten,
beispielsweise Weichmacher, Farbmittel, IR- oder UV-Absorber, bevorzugt mit einem Anteil von kleiner 50%.
Die einzelnen Polymerfolien, insbesondere die PVB-Folien, haben vorzugsweise eine Dicke von etwa 0,025 mm (25 pm) bis 1 mm, insbesondere von 25 pm bis 125 pm und von 0,3 mm bis 1 mm, beispielsweise 50 pm, 100 pm, 0,38 mm oder 0,76 mm. Über die Dicke der Folien können weitere Eigenschaften der Verbundglasscheibe beeinflusst werden. So bewirken etwa dickere PVB-Folien eine verbesserte Schalldämpfung, insbesondere, wenn sie einen akustisch wirksamen Kern enthalten, einen erhöhten Einbruchswiderstand der Verbundglasscheibe und auch einen erhöhten Schutz gegen ultraviolette Strahlung (UV- Schutz).
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die thermoplastische Zwischenschicht aus einer oder mehreren Polyvinylbutyral-Folien ausgebildet.
Des Weiteren kann die thermoplastische Zwischenschicht eine funktionale Zwischenschicht sein, insbesondere eine Zwischenschicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften, eine zumindest abschnittsweise getönte Zwischenschicht und/oder eine zumindest abschnittsweise gefärbte Zwischenschicht.
Die Außenscheibe und/oder die Innenscheibe kann aus Glas und/oder Polymeren, bevorzugt Kalk-Natron-Glas, Alkalialuminosilikatglas, Polycarbonat und/oder Polymethylmethacrylat, gebildet sein. In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung bestehen die Außenscheibe und die Innenscheibe aus Glas.
Geeignete Glasscheiben umfassen Glasscheiben, die unter den Handelsnamen Planiclear und Planilux (jeweils Klarglas), VG10, VG20, VG40 oder TSANx, TSA3+, TSA4+ von Saint- Gobain bekannt sind, wobei es sich bei den Gläsern der VG-Serie um graugefärbte Gläser und bei denen der TSA-Serie um grüngefärbte Gläser handelt.
Bevorzugt weisen die Außenscheibe und/oder die Innenscheibe eine Dicke von 0,5 mm bis 4 mm auf, besonders bevorzugt eine Dicke von 1 ,6 mm bis 2,1 mm. Die Außenscheibe und/oder die Innenscheibe können eine konstante Dicke aufweisen oder auch leicht keilförmig ausgebildet sein.
Die Außenscheibe, die Innenscheibe und die mindestens eine thermoplastische Zwischenschicht können klar und farblos, aber auch getönt oder gefärbt sein. Die
Gesamttransmission durch das Verbundglas beträgt in einer bevorzugten Ausgestaltung größer 70%. Der Begriff Gesamttransmission bezieht sich auf das durch ECE-R 43, Anhang 3, § 9.1 festgelegte Verfahren zur Prüfung der Lichtdurchlässigkeit von Kraftfahrzeugscheiben. Die Außenscheibe und die Innenscheibe können unabhängig voneinander nicht vorgespannt, teilvorgespannt oder vorgespannt sein. Soll mindestens eine der Scheiben eine Vorspannung aufweisen, so kann dies eine thermische oder chemische Vorspannung sein.
Die Verbundscheibe ist bevorzugt in einer oder in mehreren Richtungen des Raumes gebogen, wie es für Kraftfahrzeugscheiben üblich ist, wobei typische Krümmungsradien im Bereich von etwa 10 cm bis etwa 40 m liegen. Die Verbundscheibe kann aber auch plan sein, beispielsweise wenn sie als Scheibe für Busse, Züge oder Traktoren vorgesehen ist.
Die Außenscheibe, die Innenscheibe und die mindestens eine thermoplastische Zwischenschicht können geeignete, an sich bekannte Beschichtungen aufweisen, beispielsweise Antireflexbeschichtungen, Antihaftbeschichtungen, Antikratzbeschichtungen oder photokatalytische Beschichtungen.
Das beheizbare Element kann wie oben beschrieben an eine Spannungsquelle angeschlossen sein. Erfindungsgemäß ist somit auch eine Verbundscheibe wie zuvor beschrieben, bei der das beheizbare Element an eine Spannungsquelle angeschlossen ist.
Eine erfindungsgemäße Verbundscheibe kann zusätzlich einen Abdeckdruck, insbesondere aus einer dunklen, bevorzugt schwarzen, Emaille umfassen. Bei dem Abdeckdruck handelt es sich insbesondere um einen peripheren, d.h. rahmenartigen, Abdeckdruck. Der periphere Abdeckdruck dient in erster Linie als UV-Schutz für den Montagekleber der Verbundscheibe. Der Abdeckdruck kann opak und vollflächig ausgebildet sein. Der Abdeckdruck kann zumindest abschnittsweise auch semitransparent, beispielsweise als Punktraster, Streifenraster oder kariertes Raster ausgebildet sein. Alternativ kann der Abdeckdruck auch einen Gradienten aufweisen, beispielsweise von einer opaken Bedeckung zu einer semitransparenten Bedeckung. Der Abdeckdruck ist üblicherweise auf der innenraumseitigen Oberfläche der Außenscheibe oder auf der innenraumseitigen Oberfläche der Innenscheibe aufgebracht, wobei der Abdeckdruck bevorzugt auf einer Scheibenoberfläche aufgebracht ist, auf der in der erfindungsgemäßen Verbundscheibe weder eine beheizbare Beschichtung noch eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung angeordnet ist.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Verbundscheibe, mindestens umfassend die nachfolgenden Schritte: a) Bereitstellung einer Außenscheibe mit einer außenseitigen Oberfläche I und einer innenraumseitigen Oberfläche II, einer Innenscheibe mit einer außenseitigen Oberfläche III und einer innenraumseitigen Oberfläche IV, und mindestens einer thermoplastischen Zwischenschicht, wobei ein beheizbares Element direkt auf die innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe oder auf die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe aufgebracht ist und eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung direkt auf die innenraumseitige Oberfläche IV der Innenscheibe und/oder eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung direkt auf die außenseitige Oberfläche I der Außenscheibe aufgebracht ist; b) Bilden einer Stapelfolge aus der Außenscheibe, der mindestens einen thermoplastischen Zwischenschicht und der Innenscheibe, derart, dass die innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe und die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe einander zugewandt sind und die mindestens eine thermoplastische Zwischenschicht zwischen der Außenscheibe und der Innenscheibe angeordnet ist; c) Verbinden der Außenscheibe und der Innenscheibe über die mindestens eine thermoplastische Zwischenschicht zu einer Verbundscheibe in einem Laminationsverfahren.
Das Laminieren erfolgt bevorzugt unter Einwirkung von Hitze, Vakuum und/oder Druck. Es können an sich bekannte Verfahren zur Lamination verwendet werden, beispielsweise Autoklavverfahren, Vakuumsackverfahren, Vakuumringverfahren, Kalanderverfahren, Vakuumlaminatoren oder Kombinationen davon.
Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung wird bevorzugt durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD) auf die innenraumseitige Oberfläche IV der Innenscheibe und/oder auf die außenseitige Oberfläche I der Außenscheibe aufgebracht, besonders bevorzugt durch Kathodenzerstäubung („Sputtern“), ganz besonders bevorzugt durch magnetfeldunterstütze Kathodenzerstäubung.
Ist das beheizbare Element als beheizbare Beschichtung ausgebildet, so wird diese bevorzugt durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD) auf innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe oder auf die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe aufgebracht, besonders bevorzugt durch Kathodenzerstäubung („Sputtern“), ganz besonders bevorzugt durch magnetfeldunterstütze Kathodenzerstäubung.
Es versteht sich, dass zum Anschluss des beheizbaren Elements an eine Spannungsquelle notwendige Stromsammelschienen (Busbars) vor dem Laminationsschritt aufgebracht werden.
Soll die Verbundscheibe gebogen sein, so werden die Außenscheibe und die Innenscheibe bevorzugt vor der Lamination und bevorzugt nach etwaigen Beschichtungsprozessen einem Biegeprozess unterzogen. Bevorzugt werden die Außenscheibe und die Innenscheibe gemeinsam (d.h. zeitgleich und durch dasselbe Werkzeug) kongruent gebogen, weil dadurch die Form der Scheiben für die später erfolgende Laminierung optimal aufeinander abgestimmt sind. Typische Temperaturen für Glasbiegeprozesse betragen beispielsweise 500°C bis 700°C.
In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung erst nach dem Laminationsprozess auf die innenraumseitige Oberfläche (IV) der Innenscheibe und/oder die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung erst nach dem Laminationsprozess auf die außenseitige Oberfläche (I) der Außenscheibe aufgebracht.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe kann in einem Fahrzeug zu Wasser, zu Lande oder in der Luft, bevorzugt als Windschutzscheibe eines Fahrzeugs, besonders bevorzugt als Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs, insbesondere Personenkraftwagens, verwendet werden. Alternativ kann die erfindungsgemäße Verbundscheibe auch in einer Gebäudeverglasung oder in einer sonstigen Architekturverglasung eingesetzt werden.
Die verschiedenen Ausgestaltungen der Erfindung können einzeln oder in beliebigen Kombinationen realisiert sein. Insbesondere sind die vorstehend genannten und nachstehend erläuterten Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung einsetzbar, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Bezug auf die beigefügten Figuren genommen wird. Die Figuren schränken die Erfindung in keiner Weise ein. Es zeigen in vereinfachter, nicht maßstäblicher Darstellung:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe, Fig. 2 den Querschnitt durch die in der Fig. 1 gezeigte Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe,
Fig. 3 den Querschnitt durch eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Verbundscheibe,
Fig. 4 den Querschnitt durch eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Verbundscheibe,
Fig. 5 den Querschnitt durch eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Verbundscheibe,
Fig. 6 den Querschnitt durch eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe,
Fig. 7 den Querschnitt durch eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe, und
Fig. 8 den Querschnitt durch eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Verbundscheibe.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1 und Fig. 2 zeigt den Querschnitt durch die in der Fig. 1 gezeigte Verbundscheibe entlang der Schnittlinie X-X‘. Wie in den Fig. 1 und 2 zu sehen ist, weist die Verbundscheibe 1 eine Oberkante O und eine Unterkante U und zwei Seitenkanten S auf. Die Verbundscheibe 1 umfasst eine Außenscheibe 2 und eine Innenscheibe 3, die über eine thermoplastische Zwischenschicht 4 miteinander laminiert und dadurch dauerhaft verbunden sind. Die Verbundscheibe 1 ist beispielsweise als Windschutzscheibe eines Personenkraftwagens vorgesehen, wobei die Außenscheibe 2 dafür vorgesehen ist, der äußeren Umgebung zugewandt zu sein, und die Innenscheibe 3 dafür vorgesehen ist, dem Fahrzeuginnenraum zugewandt zu sein. Die Außenscheibe 2 weist eine außenseitige Oberfläche I und eine innenraumseitige Oberfläche II auf. Die Innenscheibe 3 weist eine außenseitige Oberfläche III und eine innenraumseitige Oberfläche IV auf. Die außenseitigen Oberflächen I und III sind in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt, die innenraumseitigen Oberflächen II und IV sind in Einbaulage dem Fahrzeuginnenraum zugewandt. Die innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe 2 und die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe 3 sind einander zugewandt. Die Außenscheibe 2 enthält beispielsweise Kalk-Natron-Glas und weist beispielsweise eine Dicke von 2,1 mm auf. Die Innenscheibe 3 enthält beispielsweise Kalk- Natron-Glas und weist beispielsweise eine Dicke von 1 ,6 mm auf. Die thermoplastische Zwischenschicht 4 enthält oder besteht aus Polyvinylbutyral (PVB) und weist beispielsweise eine Dicke von 0,76 mm auf. Es versteht sich, dass erfindungsgemäße Verbundscheiben 1 auch andere an den jeweiligen Einzelfall angepasste Dimensionen und insbesondere andere Schichtdicken für Außenscheibe 2, Innenscheibe 3 und thermoplastische Zwischenschicht 4 aufweisen können.
Auf der außenseitigen Oberfläche III der Innenscheibe 3 ist ein beheizbares Element s in Form einer beheizbaren Beschichtung angeordnet. Die beheizbare Beschichtung ist beispielweise wie in derWO 2020/094422 A 1 beschrieben aufgebaut und umfasst mindestens vier elektrisch leitfähige Silberschichten, welche jeweils zwischen zwei dielektrischen Schichten oder Schichtenfolgen angeordnet sind, wobei die Summe der Dicken aller elektrisch leitfähigen Silberschichten höchstens 30 nm beträgt und wobei mindestens eine der elektrisch leitfähigen Silberschichten eine Dicke von höchstens 5 nm aufweist.
Auf der innenraumseitigen Oberfläche IV der Innenscheibe 3 ist eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 angeordnet. Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 umfasst beispielsweise eine funktionelle ITO-Schicht mit einer Dicke von 60 nm bis 150 nm und außerdem weitere dielektrische Schichten ober- und unterhalb der funktionellen Schicht, insbesondere aus Al-dotiertem SiÜ2 und Sisl^ .
Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 verringert zum einen die Abstrahlung der von dem als beheizbare Beschichtung ausgebildeten beheizbaren Element 5 abgegebenen Wärmestrahlung durch die Verbundscheibe in den Fahrzeuginnenraum. Zum anderen verringert die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 auch die Abstrahlung von Wärmestrahlung aus dem Fahrzeuginnenraum bei niedrigen Außentemperaturen.
Das beheizbare Elements 5 kann über Stromsammelschienen (Busbars) an eine Spannungsquelle angeschlossen werden (in den Fig. 1 und 2 nicht eingezeichnet).
In der Fig. 3 ist der Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1 dargestellt. Die in der Fig. 3 im Querschnitt dargestellte Verbundscheibe 1 unterscheidet sich von der in der Fig. 2 im Querschnitt dargestellten Verbundscheibe 1 nur dahingehend, dass das als beheizbare Beschichtung ausgebildete beheizbare Element 5 nicht auf der außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe 3, sondern auf der innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe 2 aufgebracht ist.
Die Fig. 4 zeigt einen Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1. Die in der Fig. 4 im Querschnitt dargestellte Verbundscheibe 1 umfasst eine Außenscheibe 2 und eine Innenscheibe 3, die über eine thermoplastische Zwischenschicht 4 miteinander laminiert und dadurch dauerhaft verbunden sind. Die Verbundscheibe 1 ist beispielsweise als Windschutzscheibe eines Personenkraftwagens vorgesehen, wobei die Außenscheibe 2 dafür vorgesehen ist, der äußeren Umgebung zugewandt zu sein, und die Innenscheibe 3 dafür vorgesehen ist, dem Fahrzeuginnenraum
zugewandt zu sein. Die Außenscheibe 2 weist eine außenseitige Oberfläche I und eine innenraumseitige Oberfläche II auf. Die Innenscheibe 3 weist eine außenseitige Oberfläche III und eine innenraumseitige Oberfläche IV auf. Die außenseitigen Oberflächen I und III sind in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt, die innenraumseitigen Oberflächen II und IV sind in Einbaulage dem Fahrzeuginnenraum zugewandt. Die innenraumseitige Oberfläche II der Außenscheibe 2 und die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe 3 sind einander zugewandt. Die Außenscheibe 2 enthält beispielsweise Kalk-Natron-Glas und weist beispielsweise eine Dicke von 2,1 mm auf. Die Innenscheibe 3 enthält beispielsweise Kalk- Natron-Glas und weist beispielsweise eine Dicke von 1 ,6 mm auf. Die thermoplastische Zwischenschicht 4 enthält oder besteht aus Polyvinylbutyral (PVB) und weist beispielsweise eine Dicke von 0,76 mm auf. Es versteht sich, dass erfindungsgemäße Verbundscheiben 1 auch andere an den jeweiligen Einzelfall angepasste Dimensionen und insbesondere andere Schichtdicken für Außenscheibe 2, Innenscheibe 3 und thermoplastische Zwischenschicht 4 aufweisen können.
Auf der innenseitigen Oberfläche II der Außenscheibe 2 ist ein beheizbares Element 5 in Form einer beheizbaren Beschichtung angeordnet.
Die beheizbare Beschichtung ist beispielweise wie in der WO 2020/094422 A1 beschrieben aufgebaut und umfasst mindestens vier elektrisch leitfähige Silberschichten, welche jeweils zwischen zwei dielektrischen Schichten oder Schichtenfolgen angeordnet sind, wobei die Summe der Dicken aller elektrisch leitfähigen Silberschichten höchstens 30 nm beträgt und wobei mindestens eine der elektrisch leitfähigen Silberschichten eine Dicke von höchstens 5 nm aufweist.
Auf der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe 2 ist eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 angeordnet. Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 umfasst beispielsweise eine funktionelle ITO-Schicht mit einer Dicke von 60 nm bis 150 nm und außerdem weitere dielektrische Schichten ober- und unterhalb der funktionellen Schicht, insbesondere aus Al-dotiertem SiÜ2 und SisN^
Die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 verringert zum einen die Abstrahlung der von dem als beheizbare Beschichtung ausgebildeten beheizbaren Element 5 abgegebenen Wärmestrahlung durch die Verbundscheibe nach außen. Zum anderen verringert die Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 auch die Abstrahlung von Wärmestrahlung aus dem Fahrzeuginnenraum bei niedrigen Außentemperaturen.
Fig. 5 zeigt den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1. Die in der Fig. 5 im Querschnitt gezeigte Verbundscheibe 1 unterscheidet sich von der in der Fig. 4 im Querschnitt gezeigten nur dahingehend, dass das als beheizbare Beschichtung ausgebildete beheizbare Element 5 nicht auf der innenraumseitigen Oberfläche II der Außenscheibe 2, sondern auf der außenseitigen Oberfläche III der Innenscheibe 3 angeordnet ist.
Fig. 6 zeigt den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1. Die in der Fig. 6 im Querschnitt gezeigte Verbundscheibe 1 unterscheidet sich von der in der Fig. 2 im Querschnitt gezeigten nur dahingehend, dass zusätzlich auf der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe 2 eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 aufgebracht ist.
Fig. 7 zeigt den Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1. Die in der Fig. 7 im Querschnitt gezeigte Verbundscheibe 1 unterscheidet sich von der in der Fig. 3 im Querschnitt gezeigten nur dahingehend, dass zusätzlich auf der außenseitigen Oberfläche I der Außenscheibe 2 eine Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung 6 aufgebracht ist.
In der Fig. 8 ist der Querschnitt einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1 dargestellt. Die in der Fig. 8 im Querschnitt dargestellte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 1 unterscheidet sich von der in der Fig. 2 dargestellten nur dahingehend, dass das beheizbare Element 5 als eine Anordnung von beheizbaren Drähten ausgebildet ist. Bei den beheizbaren Drähten handelt es sich beispielsweise um Wolframdrähte mit einem Durchmesser zwischen 10 pm und 33 pm. Es kann sich dabei beispielsweise um mehrere parallel zueinander angeordnete Drähte oder um einen einzelnen Draht, der sich schlangenlinienförmig über die außenseitige Oberfläche III der Innenscheibe 3 erstreckt, handeln.
Bezugszeichenliste
1 Verbundscheibe
2 Außenscheibe
3 Innenscheibe 4 thermoplastische Zwischenschicht
5 beheizbares Element
6 Wärmestrahlen reflektierende Beschichtung
X-X‘ Schnittlinie
O Oberkante U Unterkante
S Seitenkante