Schraubverschluss mit unverlierbar verbundener Schraubkappe
Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schraubverschluss mit einem Garantieband und einer unverlierbar damit verbundenen Schraubkappe bestehend aus einer Mantelwand mit Innengewinde und einer Deckfläche.
Stand der Technik
Bekannt ist aus dem Dokument DE 10 2018 130 541 Al ein unverlierbarer Flaschenverschluss beziehungsweise Schraubverschluss, wobei der Schraubverschluss ein Garantieband umfasst mit einer unverlierbar damit mittels Haltebändern beziehungsweise Halteelementen verbundenen Schraubkappe.
Die aus dem Dokument DE 10 2018 130 541 Al bekannte Lösung mittels Haltebändern beziehungsweise Halteelementen hat den Nachteil, dass die mechanische Beanspruchung der Haltebänder beziehungsweise Halteelemente nach mehrfacher Benutzung des Schraubverschlusses sehr gross ist und wegen der Kippbewegung der Schaubkappe im abgeschraubten Zustand der Schraubkappe eine Scherkraft auf die Haltebänder ausübt die zu einer Zerstörung derselben führen kann, die zu einer unzulässigen Trennung der Schraubkappe vom Garantieband und vom Behältnis führt.
Darstellung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, einen unverlierbaren Schraubverschluss bereitzustellen, welcher die Nachteile des Standes der Technik überwindet, wobei die mechanische Beanspruchung der Haltebänder wesentlich reduziert ist.
Diese Aufgabe erfüllt ein Schraubverschluss mit den Merkmalen des Patentanspruches 1.
Erfindungsgemäss weist der Schraubverschluss mindestens ein Zugelement auf, welches eine reine, in Richtung der Längsachse des Schraubverschlusses achsiale Längsbewegung der Schraubkappe zum Garantieband zulässt und dass ein Schwenkelement, insbesondere eine Schwenkplatte, entweder mit dem Garantieband fest aber schwenkbar verbunden ist, während das Schwenkelement, insbesondere die Schwenkplatte, mit der Schraubkappe lösbar verbunden ist, oder das Schwenkelement, insbesondere die Schwenkplatte, mit der
Schraubkappe fest aber schwenkbar verbunden ist, während das Schwenkelement, insbesondere die Schwenkplatte, mit dem
Garantieband lösbar verbunden ist, wobei die Schwenkplatte die zur Schwenkbewegung erforderliche Verformung zulässt.
Mit anderen Worten vollzieht sich im Sinne der vorliegenden Erfindung die Entfernung des Schraubverschlusses zunächst in einer reinen achsialen Längsbewegung, während anschliessend mittels der Schwenkplatte in einer Schwenkbewegung die Schraubkappe von einem Ausguss des Behältnisses auf den der Schraubverschluss angebracht ist entfernt werden kann. Hierbei wird eine stabile Endlage erreicht, in der die Schraubkappe ohne Fremdeinwirkung in der stabilen Endlage verbleibt.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung wird unter einer reinen, in Richtung der Längsachse des Schraubverschlusses achsiale Längsbewegung der Schraubkappe zum Garantieband mittels des mindestens einen Zugelements verstanden, dass während der achsialen Längsbewegung die Zugelemente eng am Flaschenhals anliegend verbleiben mit dem Vorteil, dass dadurch die Zugelemente nur sehr wenig mechanisch beansprucht werden.
Hierbei wurde vorteilhaft erkannt, dass die Zugelemente auch während der Schwenkbewegung eng anliegend am Flaschenhals verbleiben und hierdurch während der Schwenkbewegung nur geringfügig mechanisch
beansprucht werden, da die Schwenkbewegung mittels der Schwenkplatte erfolgt und die Zugelemente keiner Scherkraft ausgesetzt sind.
Im Gegensatz zu den aus dem Dokument DE 10 2018 130 541 Al bekannten Haltebändern zum unverlierbaren Halten der Schraubkappe nach dem Abschrauben weist der erfindungsgemässe Schraubverschluss eine zweiteilige Ausgestaltung aus mindestens einem Zugelement und einer daran fest angeformten Schwenkplatte.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsformen sind in den abhängigen Patentansprüchen gegeben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird nachstehend im Zusammenhang mit den anliegenden Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 eine perspektivische Ansicht einer ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses geeignet zur Anbringung auf einer Kunststoffflasche in einer verschlossenen Position;
Figur 2 eine perspektivische Ansicht der ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses in einer offenen Position vor Verschwenken der Schraubkappe;
Figur 3 eine Schnittansicht durch die erste bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses in einer verschlossenen Position;
Figur 4 eine perspektivische Ansicht der ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses, wobei die Schraubkappe um einen Winkel ß = 180° verschwenkt und in einer gesicherten Endlage ist;
Figur 5 eine perspektivische Ansicht der zweiten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses geeignet zur Befestigung auf einem Kartonbehälter oder einem Beutel in einer verschlossenen Position;
Figur 6 eine perspektivische Ansicht der zweiten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses in einer offenen Position vor Verschwenken der Schraubkappe;
Figur 7 eine perspektivische Ansicht der zweiten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses, wobei die Schraubkappe um einen Winkel ß = 180° verschwenkt und in einer gesicherten Endlage ist;
Figur 8 eine Obenansicht der ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses mit um einen Winkel ß = 180° verschwenkter Schraubkappe, wobei die Schwenkplatte als 2-Band-Scharnier ausgestaltet ist;
Figur 9 eine Schnittansicht der ersten bevorzugten Ausführungsform mit verschwenkter Schraubkappe, wobei die Schraubkappe um einen Winkel ß von über 180° verschwenkt ist und die Schraubkappe an den Flaschenhals anliegt.
Beschreibung
Fig.l zeigt eine perspektivische Ansicht einer ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses 1 geeignet zur Anbringung auf einer Kunststoffflasche 13 mit einem Flaschenhals 14 in einer verschlossenen Position. Der hier gezeigte Schraubverschluss 1 ist mit einem Garantieband 6 und einer unverlierbar damit verbundenen Schraubkappe 2 versehen. Der Schraubverschluss 1 umfasst eine Mantelwand 3 mit in Fig.3 erkennbaren Innengewinde 4 und eine Deckfläche 5.
Der hier gezeigte Schraubverschluss 1 weist zwei Zugelemente 7; 7' auf, welche eine reine in Richtung der Längsachse X des Schraubverschlusses 1 achsiale Längsbewegung der Schraubkappe 2 relativ zum Garantieband 6 zulassen. Wie in Fig.l ersichtlich verlaufen hier die beiden Zugelemente 7; 7' in der geschlossenen Position beziehungsweise vor der Erstöffnung von der Trennebene zwischen Garantieband 6 und der Unterkante der Schraubkappe 2 geneigt nach oben und geht über zur Trennlinie zwischen Schraubkappe 2 und Schwenkplatte 8 und in die Schwenkplatte-Oberkante.
Bei der hier gezeigten, bevorzugten Ausführungsform ist im Weiteren eine Schwenkplatte 8 mit dem Garantieband 6 fest aber schwenkbar verbunden, während die Schwenkplatte 8 mit der Schraubkappe 2 über hier gezeigte Sollbruchstellenbrücken 10; 10' lösbar verbunden ist, d.h. bei Drehen der Schraubkappe 2 wird diese lösbare Verbindung getrennt. Weitere Sollbruchstellenbrücken 18; 18' bewirken hier eine lösbare Verbindung zwischen Schraubkappe 2 und Garantieband.
Von hier an und im Folgenden bezeichnen gleiche Referenzzeichen gleiche Komponenten in den Figuren.
Fig.2 zeigt eine perspektivische Ansicht der ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses 1 in einer offenen Position vor Verschwenken der Schraubkappe 2.
Die lösbaren Verbindungen anhand der Sollbruchstellenbrücken 10; 10' zwischen Schwenkplatte 8 und Schraubkappe 2 beziehungsweise anhand der Sollbruchstellenbrücken 18; 18' zwischen Schraubkappe 2 und Garantieband 6 sind hier nach Drehung der Schraubkappe 2 getrennt, so dass in dieser Position die Schraubkappe 2 verschwenkt werden kann.
Fig.3 zeigt eine Schnittansicht durch die erste bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses in einer verschlossenen Position.
Wie in Fig.3 ersichtlich weist die Schwenkplatte 8 ein integriertes Schwenkscharnier 19 auf, wobei das Schwenkscharnier 19 aus zwei bogenförmigen über die gesamte Breite der Schwenkplatte 8 verbundene, gegenläufige Filmscharniere 20; 20' gebildet ist, die sich in der Verlaufsrichtung mittig annähern.
Fig.4 zeigt die erste bevorzugte Ausführungsform des Schraubverschlusses 1 geeignet zur Anbringung auf einer Kunststoffflasche 13. Bei der hier gezeigten Ausführungsform ist die Schwenkplatte 8 mit dem Garantieband fest beziehungsweise unlösbar verbunden.
Die hier gezeigte Kunststoffflasche 13 weist einen Flaschenhals 14 und ein Aussengewinde 15 auf, wobei hier unterhalb des Aussengewindes 15 eine umlaufender Supportring 16 angeordnet ist und ein ringförmiger Halteabsatz 17 unterhalb des umlaufenden Supportrings 16 verläuft.
Wie in Fig.4 ersichtlich ist hier die abgeschraubte Schraubkappe 2 im Wesentlichen um einen Winkel ß = 180° zur Ausgussachse A bezie-
hungsweise Längsachse X verschwenkt, während die Schwenkplatte 8 im Wesentlichen um einen Winkel a = 90° zur Ausgussachse A beziehungsweise Längsachse X verschwenkt ist, wobei die abgeschraubte Schraubkappe 2 in einer gesicherten Endlage ist. In dieser gesicherten Endlage steht der untere Rand der Schraubkappe 2 in direktem Kontakt mit dem Halteabsatz 17 des Supportrings 16.
Wie in Fig.4 ersichtlich verläuft in der gesicherten Endlage die Schwenkplatte 8 im Wesentlichen in derselben Ebene wie der Supportring 16 am Flaschenhals 13. Mit anderen Worten greift hier in der gesicherten Endlage ein Kantenabschnitt 9 der Schraubkappe 2 unter den Halteabsatz 17 des Flaschenhalses 13 ein.
Fig.5 zeigt eine perspektivische Ansicht der zweiten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses 1 geeignet zur Befestigung auf einem Kartonbehälter oder einem flexiblen Beutel aus einer Kunststofffolie oder einem kartonlaminierten Behälter mit einem Ausguss 23 und einen umlaufenden Flansch, in der verschlossenen Position.
Der Schraubverschluss 1 der hier gezeigten, weiteren bevorzugten Ausführungsform dient zur Anbringung auf einen Ausguss 23 mit einem umlaufenden Flansch 21, der zur Befestigung auf einem Kartonbehälter oder einem Beutel dient.
Der Ausguss 23 weist hier mindestens ein Aussengewinde 24 auf zur Befestigung der Schraubkappe 2. Im Weiteren ist hier eine umlaufende Rückhaltewulst 22 vorhanden zur axialen Sicherung der Lage des Garantiebandes 6 auf dem Ausguss 23.
Bei der hier gezeigten, bevorzugten Ausführungsform ist die Schwenkplatte 8 mit der Schraubkappe 2 im geschlossenen Zustand vor der
Erstöffnung fest aber schwenkbar verbunden, während die Schwenkplatte 8 mit dem Garantieband 6 über mindestens eine Sollbruchstellenbrücke 11 lösbar verbunden ist. Dabei ist die Schwenkplatte 8 derart ausgestaltet, um die zur Schwenkbewegung erforderliche Verformung zuzulassen. Im Weiteren sind hier Sollbruchstellenbrücken 18; 18' zwischen Schraubkappe 2 und Garantieband 6 ersichtlich.
Fig.6 zeigt eine perspektivische Ansicht der zweiten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses 1 in einer offenen Position vor Verschwenken der Schraubkappe.
Hierbei sind die lösbaren Verbindungen anhand der Sollbruchstellenbrücken 11; 11' beziehungsweise anhand der Sollbruchstellenbrücken 18; 18' getrennt.
In der hier in Fig.6 gezeigten, abgeschraubten Zustand der Schraubkappe 2 ist diese zur Ausgussachse X beziehungsweise zur Schwenkplatte 8 verschwenkbar.
Fig.7 zeigt eine perspektivische Ansicht der zweiten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses 1, wobei die Schraubkappe 2 um einen Winkel ß = 180° verschwenkt und in einer gesicherten Endlage ist.
Wie in Fig.7 ersichtlich ist im abgeschraubten Zustand der Schraubkappe 2 diese um einen Winkel ß = 180° zur Ausgussachse X und die Schwenkplatte 8 um einen Winkel a = 90° in gleicher Drehrichtung schwenkbar.
Hierbei gelangt die Schraubkappe 2 mit seiner Deckfläche in eine Ebene mindestens annähernd parallel zur Ebene, in der der umlaufende Flansch 21 verläuft.
In dem hier in Fig.7 gezeigten, vollständig geöffneten und geschwenktem Zustand der Schraubkappe 2 ist die Schwenkplatte 8 in einer stabilen Endlage, bei dem die freie Kante der Schwenkplatte 8 an der Ausgusswand anliegt.
Wie im Weiteren in Fig.7 ersichtlich liegt die Schwenkplatte 8 in der vollständig geöffneten und geschwenkten Position der Schraubkappe 2 an einen am Ausguss 23 angeordneten Nocken 26 an.
Im Weiteren ist in Fig.7 ein am Ausguss 23 angeformtes Schneidelement 27 ersichtlich, welches sich für Kartonbehälter mit aseptischem Inhalt eignet und erst bei Drehung der Schraubkappe den Kartonbehälter öffnet. Alternativ kann bei der hier gezeigten, zweiten bevorzugten Ausführungsform auf ein solches Schneidelement 27 verzichtet werden, falls beispielsweise ein Frischprodukt als Inhalt des Kartonbehälters gewählt wird.
Fig.8 zeigt eine Obenansicht der ersten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schraubverschlusses mit um einen Winkel ß = 180° verschwenkter Schraubkappe, wobei die Schwenkplatte als 2- Band-Scharnier ausgestaltet ist.
Die Schwenkplatte 8 ist hier als Mehrfach-Band-Scharnier, hier insbesondere als 2-Band-Scharnier, ausgestaltet, welches beidseitig jeweils zwei Bänder 25 zur mechanischen Verstärkung aufweist.
Fig.9 zeigt eine Schnittansicht der ersten bevorzugten Ausführungsform mit verschwenkter Schraubkappe 2, wobei hier die Schraubkappe 2 um einen Winkel ß von über 180° verschwenkt beziehungsweise verschwenkbar ist und die Schraubkappe 2 an den Flaschenhals 14 anliegt. Dabei liegt hier der untere Rand der Schraubkappe 2 in direktem Kontakt mit dem Halteabsatz 17 des Supportrings 16.
Bezugszeichenliste
1 Schraubverschluss
2 Schraubkappe
3 Mantelwand (der Schraubkappe)
4 Innengewinde (der Mantelwand)
5 Deckfläche (der Schraubkappe)
6 Garantieband
7; 7' Zugelement
8 Schwenkplatte
9 Kantenabschnitt (der Schraubkappe)
10 Erste Sollbruchstellenbrücke
Zweite Sollbruchstellenbrücke
13 Kunststoffflasche
14 Flaschenhals
15 Aussengewinde
16 Supportring
17 Halteabsatz
18 Dritte Sollbruchstellenbrücken (zwischen Schraubkappe und Garantieband)
19 Schwenkscharnier (der Schwenkplatte)
20;20' Filmscharniere (des Schwenkscharniers)
21 Flansch (zur Befestigung auf einem Kartonbehälter oder Beutel)
22 Rückhaltewulst
23 Ausguss
24 Aussengewinde (des Ausgusses)
25 Band (des Mehrfachbandscharnier)
26 Nocken
27 Schneidelement a Schwenkbarkeit Schwenkplatte ß Schwenkbarkeit Schraubkappe
X Längsachse beziehungsweise Ausgussachse (des Schraubverschlusses)