Technik zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett. Die vorgestellte Technik kann insbesondere im Zusammenhang mit dem selektiven Elektronenstrahlschmelzen, selektiven Laser schmelzen oder dem selektiven Lasersintern eingesetzt werden, um eine definierte Menge an Pulver aus dem Pulverbett zu entnehmen.
Bei generativen Verfahren zum Herstellen dreidimensionaler Werkstücke und insbe sondere bei generativen Schichtbauverfahren ist es bekannt, eine zunächst formlose oder formneutrale Formmasse eines Rohmaterials (zum Beispiel ein Rohstoffpulver) schichtweise auf einen Träger aufzutragen und durch ortsspezifisches Bestrahlen zu verfestigen (z. B. durch Verschmelzen oder Versintern), um letztendlich ein Werk stück einer gewünschten Form zu erhalten. Das Bestrahlen kann mittels elektromag netischer Strahlung erfolgen, beispielsweise in Form von Elektronen- oder Laserstrahlung. In einem Ausgangszustand kann die Formmasse zunächst als Granu¬ lat, als Pulver oder als flüssige Formmasse vorliegen und infolge der Bestrahlung selektiv oder, anders ausgedrückt, ortsspezifisch verfestigt werden. Die Formmasse kann zum Beispiel Keramik-, Metall- oder Kunststoffmaterialien umfassen und auch Materialgemische hieraus. Eine Variante von generativen Schichtbauverfahren betrifft das sogenannte Laserstrahlschmelzen im Pulverbett, bei dem insbesondere metalli¬ sche und/oder keramische Rohstoffpulvermaterialien unter Einstrahlung eines Laser strahls zu dreidimensionalen Werkstücken verfestigt werden.
Zum Herstellen einzelner Werkstückschichten ist es ferner bekannt, Rohstoffpulver material in Form einer Rohstoffpulverschicht auf einen Träger aufzubringen und selektiv sowie nach Maßgabe der Geometrie der aktuell herzustellenden Werkstück schicht zu bestrahlen. Die Laserstrahlung dringt in das Rohstoffpulvermaterial ein und verfestigt dieses, beispielsweise in Folge eines Erhitzens, was ein Schmelzen oder Sintern verursacht. Ist eine Werkstückschicht verfestigt, wird eine neue Schicht von unverarbeitetem Rohstoffpulvermaterial auf die bereits hergestellte Werkstück¬ schicht aufgebracht. Hierzu können bekannte Beschichteranordnungen oder Pulver auftragsvorrichtungen verwendet werden. Anschließend erfolgt eine erneute Bestrahlung der nun obersten und noch unverarbeiteten Rohstoffpulverschicht. Folg lich wird das Werkstück sukzessive Schicht für Schicht aufgebaut, wobei jede Schicht eine Querschnittsfläche und/oder eine Kontur des Werkstücks definiert. In diesem
Zusammenhang ist es ferner bekannt, auf CAD- oder vergleichbare Werkstückdaten zurückzugreifen, um die Werkstücke im Wesentlichen automatisch herzustellen.
Es versteht sich, dass im Rahmen der vorliegenden Erfindung sämtliche der vorste hend erläuterten Aspekte ebenfalls vorgesehen sein können.
Ferner ist bekannt, dass mindestens zwei Materialien in einem Baujob kombiniert werden können, sodass ein Werkstück hergestellt werden kann, welches aus diesen mindestens zwei Materialien besteht. Dies erfolgt insbesondere durch das abwech¬ selnde Aufträgen der Pulverschichten der unterschiedlichen Materialien. Werden die einzelnen Materialien über die gesamte Schicht aufgetragen, muss jeweils vor dem neuen Beschichten der unverfestigte Teil der vorigen Pulverschicht des anderen Materials abgetragen werden. Eine möglichst restlose Entfernung des Pulvers der vorherigen Schicht ist wünschenswert, um eine Kontaminierung des anschließend neu aufgetragenen Pulvers zu vermeiden.
Derzeit ist es bekannt, die vorherige Schicht mit einem Trichter abzusaugen. Dieser Schritt wird jedoch meist Undefiniert und mit Pulververlust vollzogen. Dieser Pulver¬ verlust kann bedeuten, dass man Pulver beispielsweise mit dem Mengenfaktor 100 zuführen muss. Wenn bei jeder 30 pm Schicht 3 mm tief Pulvergemisch abgesaugt wird, entstehen bei einem Bauteil mit Zylindervolumen von 1 I = 100 I Schrottpulver, bzw. Mischpulver, welches anschließend nicht mehr verwendbar ist oder auf aufwän dige Weise wiederaufbereitet werden muss (z. B. gereinigt und in die ursprünglichen mindestens zwei Pulvermaterialien aufgeteilt werden muss).
Somit ist eine Technik wünschenswert, welche einen definierten und zuverlässigen Pulverabtrag ermöglicht.
Ferner ist bekannt, dass auch bei dem herkömmlichen Strahlschmelzen (d. h. mit einem einzigen Material) Partikel auf der Oberfläche des Pulverbetts abgelagert wer¬ den können, beispielsweise bei der Verfestigung des Materials entstehende Schwei߬ spritzer. Da diese Partikel bei der anschließenden Auftragung der neuen Pulverschicht sowie der Verfestigung dieser neuen Pulverschicht zu Beeinträchtigun gen führen können, ist es wünschenswert, diese Partikel vom Pulverbett zu entfer¬ nen.
Somit ist eine Technik wünschenswert, welche eine zuverlässige Entfernung von Partikeln von einem Pulverbett ermöglicht, insbesondere ohne eine große zusätzliche Menge an Material zu entfernen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Technik zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett bereitzustellen, welche zumindest eines der oben geschilderten Probleme oder ein damit zusammenhängendes Problem löst.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum Entfernen von Pulver und/oder Parti keln aus einem Pulverbett mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie ein Ver¬ fahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 15 gelöst.
Die Erfindung betrifft demnach gemäß einem ersten Aspekt eine Vorrichtung zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett. Die Vorrichtung um fasst eine drehbar gelagerte Walze mit poröser Außenwand und eine Mehrzahl von innerhalb der Walze ausgebildeten Kammern. Die Vorrichtung umfasst ferner einen Anschluss zur Unterdruckversorgung, welcher dazu eingerichtet ist, zu einem gege¬ benen Zeitpunkt mindestens eine der Kammern mit einem Unterdrück zu versorgen. Die mindestens eine der Kammern weist eine Öffnung auf, welche dazu geeignet ist, die Kammer mit dem Unterdrück zu versorgen.
Bei dem Pulverbett kann es sich um eine oder mehrere Schichten von Rohmaterial¬ pulver handeln, welche insbesondere zum Zweck des selektiven Laserschmelzens oder selektiven Lasersinterns auf einen Träger aufgetragen wurden. Das Pulver kann beispielsweise ein Metallpulver, ein Keramikpulver und/oder ein Kunststoffpulver umfassen. Insbesondere kann die Vorrichtung dazu eingerichtet sein, unterschiedli¬ che Arten von Pulver und insbesondere Pulver aus unterschiedlichen Materialien zu entfernen. Das Entfernen kann schichtweise erfolgen.
Die Walze kann so drehbar gelagert sein, dass sie sich relativ zu einer Halterung der Walze drehen kann. Die Vorrichtung kann einen Antrieb umfassen, der dazu einge richtet ist, die Drehung (Rotation) der Walze zu bewirken. Insbesondere kann zu diesem Zweck ein elektrisch betriebener Aktor vorgesehen sein, beispielsweise ein Servomotor oder ein Schrittmotor. Alternativ zu einem elektrischen Antrieb kann die Walze über einen Überdruck und/oder Unterdrück in ihre Drehbewegung versetzt werden, wobei die im folgenden beschriebenen Anschlüsse für Unterdrück bzw. Überdruck genutzt werden können. In einer weiteren Alternative kann die Walze mechanisch über das Pulverbett gerollt werden, wobei die Drehbewegung durch die Reibung zwischen Pulverbett und/oder einem sich neben dem Pulverbett erstrecken den Baukammerboden einerseits, und der Walze andererseits zustande kommt.
Wenn ein elektrischer Antrieb vorgesehen ist, kann eine Steuereinheit vorgesehen sein, die den elektrischen Antrieb ansteuert. Die Steuereinheit kann so konfiguriert sein, dass sie die Walze mit einer einstellbaren Drehgeschwindigkeit antreibt. Ferner kann die Vorrichtung eine horizontale Bewegungseinrichtung umfassen, die dazu eingerichtet ist, die Walze horizontal über das Pulverbett zu bewegen (Translations¬ bewegung). Auf diese Weise kann die Walze eine Rotationsbewegung und eine Translationsbewegung durchführen. Die horizontale Bewegungseinrichtung kann beispielsweise einen elektrischen Aktor (z. B. Motor) umfassen. Die horizontale Be wegungseinrichtung kann ebenfalls von der Steuereinheit angesteuert werden.
Die Steuereinheit kann so konfiguriert sein, dass sie die Rotationsbewegung der Walze und die Translationsbewegung der Walze so einstellt, dass die Translations¬ bewegung der Drehbewegung an der Außenwand der Walze entspricht. Auf diese Weise kann die Walze eine so dicke Lage Pulver abtragen, wie durch das Ansaugen an der Walze haften bleibt. Ferner kann die Steuereinheit die Rotation der Walze auch schneller oder langsamer ansteuern, wodurch unterschiedliche Rotationsge schwindigkeiten im Verhältnis zur Translationsgeschwindigkeit möglich sind. Auf diese Weise kann eine Menge von Pulver eingestellt werden, die von der Walze aus dem Pulverbett entnommen wird.
Ferner kann die Vorrichtung eine vertikale Bewegungseinrichtung zum Einstellen einer vertikalen Position der Walze umfassen. Die vertikale Position entspricht hierbei einer Höhe über dem Pulverbett. Die vertikale Bewegungseinrichtung kann bevorzugt ebenfalls von der Steuereinheit angesteuert werden. Die Steuereinheit kann dazu konfiguriert sein, eine vertikale Position der Walze so einzustellen, dass eine Höhe einer Unterseite der Walze einer Höhe des Pulverbetts entspricht. Die Höhe der Wal¬ ze entspricht somit einer Höhe, unter der die Walze über das Pulverbett rollt bzw. rollen würde. Anders ausgedrückt liegt die Walze auf dem Pulverbett auf. Die vertika¬ le Position der Walze kann jedoch auch so eingestellt werden, dass sich während des Betriebs der Walze ein konstanter und vorbestimmter Abstand zwischen Walze und Pulverbett befindet. Die Saugkraft der Walze kann in diesem Fall das Pulver über diesen Abstand hinweg ansaugen. Eine weitere Einstellung der Saugkraft ist über eine Regelung der Unterdruckerzeugung möglich.
Die obigen und die folgenden Ausführungen treffen auch auf das Absaugen von Partikeln (insbesondere Schmelzspritzer) von der Oberseite des Pulverbetts zu. Die Walze kann so konfiguriert sein, dass sie nicht nur Pulver, sondern auch größere Partikel von der Oberfläche des Pulverbetts entfernen kann. Ferner ist es denkbar,
dass eine Höhe der Walze und/oder eine Saugkraft so eingestellt wird, dass die Wal¬ ze vornehmlich oder sogar ausschließlich größere Partikel (d. h. Partikel größer als das verwendete Pulver) von der Oberfläche des Pulverbetts entfernt.
Die poröse Außenwand der Walze ist insofern porös als sie einen gewissen Gasdurch¬ lass ermöglicht, jedoch für Pulver und/oder Partikel (ab einem gewissen Durchmes ser) nicht durchlässig ist. Ein kleinster Durchmesser des Pulvers kann beispielsweise 5 bis 30 pm betragen. Die Außenwand der Walze kann so ausgestaltet sein, dass sie eine Porengröße von weniger als 10 pm oder weniger als 5 pm aufweist. Allgemein gesagt kann die Porengröße der Walze so gewählt sein, dass sie das verwendete Pulver nicht durchlässt. Die Walze kann als poröse Außenwand eine Art Oberflächen¬ filter aufweisen, insbesondere eine Membran oder ein beschichtetes Gewebe. Die Walze kann darüber hinaus mehrere Schichten aufweisen, wie zum Beispiel ein unter der äußersten Schicht liegendes Stützgitter und/oder eine grobporige Struktur, wie eine Schwammstruktur, zur homogenen Druckverteilung an der Außenwand.
In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Mehrzahl der innerhalb der Walze ausge bildeten Kammern fest mit der Walze verbunden. In diesem Fall ist die Mehrzahl der Kammern insofern fest mit der Walze verbunden, als eine Drehbewegung (d. h. Rotationsbewegung) der Walze eine Drehbewegung der darin befindlichen Kammern bewirkt. Anders ausgedrückt kann die Mehrzahl der innerhalb der Walze ausgebilde¬ ten Kammern drehfest mit der Walze verbunden sein. Die Kammern drehen sich somit mit der Walze mit. Die feste Verbindung bedeutet somit nicht, dass innenlie¬ gende Wände der Kammern mit der Außenwand der Walze mechanisch verbunden sein müssen (beispielsweise durch Schweißen, Kleben, etc.). Die feste Verbindung bedeutet vielmehr lediglich, dass eine starre mechanische Kopplung zwischen der Walze und den Kammern vorliegt. Diese kann beispielsweise auch durch eine Befes¬ tigung der Außenwand der Walze und innerer Trennwände der Kammern an ein und derselben drehbar gelagerten Achse erfolgen, oder wenn die Walze selbst aus einem flexiblen Medium besteht, welches auf das durch die Kammern gebildete Gerüst aufgespannt ist.
Alternativ zu drehfest verbundenen Kammern kann die Walze auch unabhängig zu den Kammern beweglich sein, insbesondere können die Kammern in diesem Fall nicht rotierbar ausgestaltet sein. In diesem Fall wird die Walze über den Kammern rotiert. Außerdem kann die Walze auch aus einer Bahn aus einem flexiblen Medium gebildet sein, welche über den Kammern angetrieben wird. Hierzu kann auch eine unterstützende Gitterstruktur vorgesehen sein, über welche die Bahn bewegt wird.
Im Sinne der Anmeldung wird jede Lagerung der Walze, welche die Außenwand auf einer geschlossenen Bewegungsstrecke wieder in ihre Ausgangsstellung verbringt als drehbar gelagert verstanden. Es ist leicht erkennbar, dass eine Walze im Sinne dieser Anmeldung nicht zwingend eine Zylinderform aufweisen muss, sondern bspw. auch einen mehreckigen Querschnitt aufweisen kann, oder im Fall einer Materialbahn auch für sich alleine keine feste Form haben muss, sondern diese durch die Art der Auf¬ spannung erhält.
Die Öffnungen der einen oder mehreren Kammern können beispielsweise in Form von kreisförmigen Löchern vorgesehen sein. Die Öffnungen der Kammern können sich jeweils in einer jeweiligen Wand der Kammer befinden, die nicht von der porö sen Außenwand der Walze gebildet wird. Die Öffnungen der Kammern können sich beispielsweise in einer Wand der jeweiligen Kammer befinden, welche die langgezo gene Kammer an einem Ende begrenzt. Alternativ oder zusätzlich können die Öff nungen an einer nach innen gerichteten Wandung, z. B. einer mittig angeordneten Hohlwelle vorgesehen sein. Jede der Kammer kann eine oder mehrere (beispielswei¬ se zwei) Öffnungen aufweisen.
Die Vorrichtung umfasst ferner einen Anschluss zur Unterdruckversorgung, welcher dazu eingerichtet ist, zu einem gegebenen Zeitpunkt mindestens eine der Kammern mit einem Unterdrück zu versorgen. Die Versorgung mit dem Unterdrück erfolgt hierbei über die Öffnung der jeweiligen Kammer.
Der Anschluss kann ein Rohr oder einen Schlauch umfassen. Der Anschluss kann so ausgestaltet sein, dass er zum gegebenen Zeitpunkt die Öffnung der jeweiligen Kammer kontaktiert. Der Begriff des „gegebenen Zeitpunkts" soll hierin so verstan¬ den werden, dass es sich um einen beliebigen Zeitpunkt während einer Drehbewe gung der Walze handelt. Insofern definiert der „gegebene Zeitpunkt" eine Momentaufnahme und es existieren beispielsweise vorherige und darauffolgende Zeitpunkte, in denen eine andere der Mehrzahl von Kammern kontaktiert werden kann. Der Unterdrück kann dazu geeignet sein, Pulver aus dem Pulverbett an die poröse Außenwand der Walze anzusaugen.
Die Kammern können sich entlang einer Drehachse der Walze erstrecken und jede der Kammern kann durch einen Abschnitt der porösen Außenwand begrenzt werden.
Die Kammern sind bevorzugt definiert durch ein Volumen und durch dieses Volumen begrenzende Wände (Kammerwände). Ein Teil dieser Kammerwände wird gemäß der obigen Definition von der porösen Außenwand der Walze gebildet. Anders ausge¬ drückt kann jede der Kammern eine Wand aufweisen, die einen Abschnitt der porö¬ sen Außenwand darstellt. Zusätzlich können eine oder mehrere Trennwände vorgesehen sein, die die Mehrzahl der Kammern untereinander abgrenzen. Die Kammern können somit langgestreckt entlang der Drehachse der Walze verlaufen. Jede der Kammern kann eine poröse Außenwand aufweisen, die entlang der Dreh achse verläuft.
Im Sinne der Anmeldung ist es auch möglich, dass mindestens eine Kammer vorge¬ sehen ist, die nur ein sehr kleines, oder sogar gar kein Volumen aufweist und somit eine Blendenkammer bildet. Die Blendenkammer wird dann durch die poröse Außen wand einerseits, und eine feste Wandung andererseits begrenzt, welche direkt an der porösen Außenwand anliegen kann. Bevorzugt kann die feste Wandung feststehen und die poröse Walze an der festen Wandung vorbeibewegt werden. Die Blenden¬ kammer kann in dieser Ausführung eine Erstreckung entlang des Walzenumfangs von mehr als 0,5 cm, insbesondere mehr als 1 cm, besonders mehr als 3 cm aufweisen. Hierdurch kann bewirkt werden, dass im Mittelpunkt der Blendenkammer ein gerin gerer Unterdrück herrscht als in einer angrenzenden Kammer.
Die Vorrichtung kann ferner eine Absaugvorrichtung zum Absaugen von von der Walze aufgenommenem Pulver umfassen, wobei die Absaugvorrichtung gegenüber einer der Kammern der Walze angeordnet ist, die zum gegebenen Zeitpunkt nicht mit dem Unterdrück versorgt wird.
Die Absaugvorrichtung kann beispielsweise eine Öffnung zum Absaugen des Pulvers von der Walze umfassen. Ferner kann die Absaugvorrichtung an eine Einrichtung zum Erzeugen eines Unterdrucks angeschlossen sein. Hierbei kann es sich beispiels weise um dieselbe Einrichtung handeln, die den Unterdrück für die mindestens eine Kammer der Walze bereitstellt. Die Vorrichtung kann ferner einen Sammelbehälter zum Sammeln des von der Absaugvorrichtung abgesaugten Pulvers umfassen. Weiter kann die Vorrichtung eine Abscheidevorrichtung zum Abscheiden des aufgesaugten Pulvers aus dem Gasstrom umfassen. Das abgeschiedene Pulver kann in den Sam melbehälter geleitet werden. Der Sammelbehälter kann ferner auch durch einen, in der die Absaugvorrichtung enthaltenden Herstellvorrichtung (Anlage) vorgesehenen, Überlaufbehälter zur Aufnahme von währende der Schichtherstellung zu viel aufge tragenem Pulver ausgebildet sein. Zusätzlich zur Absaugvorrichtung kann die Vorrich-
tung eine Bürste oder einen Schaber umfassen. Die Bürste oder der Schaber ist dazu eingerichtet, das an die Walze angesaugte Pulver wieder von dieser zu lösen, damit es von der Absaugvorrichtung abgesaugt werden kann.
Der Anschluss zur Unterdruckversorgung kann fest mit einer Halterung der Walze verbunden sein. Die Kammern können drehfest mit der Walze verbunden sein und jede Kammer kann eine Öffnung aufweisen, welche dazu geeignet ist, die Kammer mit einem Überdruck oder einem Unterdrück zu versorgen. Die Versorgung und die Kammern können so ausgestaltet sein, dass während der Drehung der Walze die Kammern mit dem Unterdrück versorgt werden.
Die Vorrichtung kann ferner einen Anschluss zur Überdruckversorgung umfassen, welcher dazu eingerichtet ist, zu dem gegebenen Zeitpunkt mindestens eine der Kammern, die zum gegebenen Zeitpunkt nicht mit dem Unterdrück versorgt wird, über ihre Öffnung mit einem Überdruck zu versorgen.
Der Anschluss zur Überdruckversorgung kann fest mit der Halterung der Walze ver bunden sein. Die Versorgung und die Kammern können so ausgestaltet sein, dass während der Drehung der Walze die Kammern abwechselnd mit dem Unterdrück und dem Überdruck versorgt werden.
Die Kammer, die zum gegebenen Zeitpunkt mit Überdruck versorgt wird, kann ge¬ genüber der Absaugvorrichtung liegen. Auf diese Weise wird das Pulver sozusagen von der Walze in die Absaugvorrichtung geblasen. Auf die somit vom Pulver befreite Walze kann nun wiederum Mittels des Unterdrucks neues Pulver angesaugt und aufgenommen werden.
Wie oben erwähnt, können der Anschluss zur Überdruckversorgung und der An schluss zur Unterdruckversorgung fest mit einer Halterung der Walze verbunden sein und so ausgestaltet sein, dass während der Drehung der Walze die Kammern ab¬ wechselnd mit dem Überdruck und dem Unterdrück versorgt werden.
Anders ausgedrückt findet die Drehbewegung der Walze relativ zu dem Anschluss zur Unterdruckversorgung und, falls vorhanden, zu dem Anschluss zur Überdruckversor gung statt. Mit der abwechselnden Versorgung mit Überdruck und Unterdrück ist gemeint, dass eine beliebige ausgewählte Kammer zu einem gegebenen Zeitpunkt mit Unterdrück versorgt wird, zu einem späteren Zeitpunkt mit Überdruck und an¬ schließend wieder mit Unterdrück, usw.
Die Vorrichtung kann so ausgestaltet sein, dass während der Drehung der Walze die Öffnung einer Kammer einmal vom Anschluss zur Unterdruckversorgung kontaktiert wird, sodass die jeweilige Kammer mit dem Unterdrück versorgt wird und einmal vom Anschluss der Überdruckversorgung kontaktiert wird, sodass die jeweilige Kam¬ mer mit dem Überdruck versorgt wird.
Die Vorrichtung kann auch so ausgestaltet sein, dass eine Kammer mehrere unter schiedliche Anschlüsse zur Unterdruckversorgung und Überdruckversorgung aufweist.
Die Walze kann in Form eines Zylinders ausgebildet sein und die Öffnung oder Öff¬ nungen kann/können in einer Grundfläche des Zylinders vorgesehen sein.
Die Öffnung kann bzw. die Öffnungen können somit an einem ersten Ende der Walze in der Grundfläche vorgesehen sein. Zusätzlich kann für jede der Kammern eine weitere Öffnung in einer weiteren (gegenüberliegenden) Grundfläche des Zylinders vorgesehen sein.
Alternativ zum Vorsehen der Öffnungen in der Grundfläche des von der Walze gebil deten Zylinders können die Öffnungen in der porösen Außenwand des Zylinders vorgesehen sein. Sie weisen somit radial nach außen. Die Anschlüsse können in diesem Fall in der Flalterung der Walze verbaut sein und radial nach innen weisen.
Als weitere Alternative können die Öffnungen der Kammern radial nach innen (zur Drehachse der Walze hin) gerichtet sein. In diesem Fall kann eine innere starr mit der Flalterung verbundene Achse vorgesehen sein, in welcher ein Flohlraum für den Unterdrück verläuft. Der Anschluss für den Unterdrück kann somit radial nach außen weisen. Ferner kann in der Achse ein Flohlraum für den Überdruck verlaufen. Der Anschluss für den Überdruck kann somit radial nach außen weisen. Die Öffnungen für Unterdrück und Überdruck können auch an mehreren der vorstehenden Wandun gen vorgesehen sein. Die Öffnungen für den Unterdrück können in anderen oder denselben Wandungen wie davon verschiedene Öffnungen für den Überdruck vorge sehen sein. Die Öffnungen für den Unterdrück können in der Grundfläche des Wal zenzylinders auf einem ersten Radius vorgesehen sein, davon verschiedene Öffnungen für den Überdruck können in der Grundfläche des Walzenzylinders auf einem zweiten Radius vorgesehen sein.
Mindestens drei Kammern können innerhalb der Walze ausgebildet sein, wobei im¬ mer wenigstens eine Kammer mit Unterdrück versorgt wird und wenigstens zeitweise zwei Kammern mit Unterdrück versorgt werden.
Mindestens drei Kammern können innerhalb der Walze ausgebildet sein, wobei der optionale Anschluss zur Überdruckversorgung so ausgestaltet ist, dass er gleichzeitig mehrere der Kammern mit dem Überdruck versorgt und/oder wobei der Anschluss zur Unterdruckversorgung so ausgestaltet ist, dass er gleichzeitig mehrere der Kam¬ mern mit dem Unterdrück versorgt. Insbesondere können mindestens vier Kammern innerhalb der Walze ausgebildet sein.
Beispielsweise können innerhalb der Walze acht Kammern vorgesehen sein. Zu je¬ dem Zeitpunkt werden mehrere der Kammern (d. h. mindestens zwei) gleichzeitig mit dem Unterdrück versorgt. Ferner können zu jedem Zeitpunkt wenigstens eine der Kammern mit dem Überdruck versorgt werden. Es kann ferner eine oder mehrere Kammern verbleiben, welche nicht mit Unterdrück oder Überdruck versorgt werden und welche somit einen Atmosphärendruck aufweisen oder ihren vorherigen Druck zustand halten. Bei dem Atmosphärendruck kann es sich um einen Druck innerhalb einer Baukammer einer Anlage zum Herstellen eines dreidimensionalen Werkstücks handeln.
Der optionale Anschluss zur Überdruckversorgung kann ein Langloch aufweisen, welches gleichzeitig die Öffnungen von mehreren Kammern freigibt. Der Anschluss zur Unterdruckversorgung kann ein Langloch aufweisen, welches gleichzeitig die Öffnungen von mehreren Kammern freigibt.
Die Öffnungen der Kammern können kreisförmig ausgestaltet sein. Durch Freigeben ist das Gegenteil von Verdecken gemeint. Anders ausgedrückt, können die jeweiligen freigegebenen Öffnungen vom jeweiligen Anschluss kontaktiert werden und somit mit Unterdrück bzw. Überdruck versorgt werden. Das Langloch kann gebogen sein, insbesondere entlang eines Kreisbogens.
Die Vorrichtung kann ferner eine innerhalb der Walze verlaufende Welle umfassen, wobei die Mehrzahl der Kammern durch eine Mehrzahl von in der Welle ausgebilde ten Nuten ausgebildet ist.
Die Kammern können bevorzugt gleich groß sein. Bevorzugt sind die zwischen den Kammern liegenden Wandungen zumindest im Bereich des Übergangs zur porösen Außenwand möglichst dünn, insbesondere weniger als 5 mm, 3 mm, oder 1 mm dick.
Bei einer Vorrichtung mit nicht rotierenden Kammern und sich über den Kammern bewegender Walze können die Kammern unterschiedliche Größen aufweisen. Ferner kann lediglich eine Kammer dauerhaft mit Unterdrück versorgt werden. Weiter kann auch lediglich eine Kammer oder gar keine Kammer mit Überdruck versorgt werden.
Die Vorrichtung kann ferner eine mit dem Anschluss zur Unterdruckversorgung ver bundene Einrichtung zum Erzeugen eines Unterdrucks umfassen, welche dazu einge¬ richtet ist, zumindest während eines Betriebs der Vorrichtung einen Unterdrück zu erzeugen.
Bei der Einrichtung zum Erzeugen des Unterdrucks kann es sich beispielsweise um eine Vakuumpumpe handeln. Die Einrichtung kann ferner mit weiteren Komponenten einer Anlage zum Herstellen eines dreidimensionalen Werkstücks verbunden sein, welche einen Unterdrück benötigen.
Die Vorrichtung kann ferner eine mit dem Anschluss zur Überdruckversorgung ver bundene Einrichtung zum Erzeugen eines Überdrucks umfassen, welche dazu einge¬ richtet ist, zumindest während eines Betriebs der Vorrichtung einen Überdruck zu erzeugen.
Bei der Einrichtung zum Erzeugen des Überdrucks kann es sich beispielsweise um eine Pumpe oder ein Gebläse handeln. Die Einrichtung kann ferner mit weiteren Komponenten einer Anlage zum Herstellen eines dreidimensionalen Werkstücks ver bunden sein, welche einen Überdruck benötigen.
Gemäß einem zweiten Aspekt wird eine Anlage zum Herstellen eines dreidimensiona¬ len Werkstücks bereitgestellt, welche die Vorrichtung zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett gemäß dem ersten Aspekt umfasst. Genauer gesagt umfasst die Anlage einen Träger zum Aufnehmen von Pulver in mehreren Schichten, sodass ein Pulverbett entsteht, mindestens eine Pulverauftragsvorrich¬ tung, zum Aufträgen des Pulvers auf den Träger, und mindestens eine Bestrahlungs¬ einheit zum Bestrahlen einer obersten Pulverschicht des Pulverbetts an vorbestimmten Positionen, und die Vorrichtung zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett gemäß dem ersten Aspekt.
Bei der Anlage zum Herstellen eines dreidimensionalen Werkstücks kann es sich um eine Vorrichtung zum selektiven Laserschmelzen bzw. eine Vorrichtung zum selek tiven Lasersintern handeln, mit den üblichen Elementen und Funktionen einer sol chen Vorrichtung. Die Anlage zum Herstellen eines dreidimensionalen Werkstücks umfasst beispielsweise einen Träger zum Aufbringen des Pulvers in mehreren Schich ten, sodass das Pulverbett entsteht. Ferner können eine oder mehrere Pulverauf¬ tragsvorrichtungen vorgesehen sein, zum Aufträgen des Pulvers und ggf. zum Aufträgen von Pulver unterschiedlicher Materialien. Es kann für jedes Material eine eigene Pulverauftragsvorrichtung vorgesehen sein. Der Träger kann mittels einer vertikalen Bewegungseinrichtung vertikal nach unten bewegt werden, sodass die oberste Pulverschicht immer auf derselben Höhe in Bezug auf eine Baukammer der Anlage bleibt. Ferner kann die Anlage eine oder mehrere Bestrahlungseinheiten um fassen. Die Bestrahlungseinheiten umfassen jeweils eine Strahlquelle (insbesondere eine Laserstrahlquelle) und eine Optik mit einer oder mehreren optischen Komponen ten zum Formen und Ablenken des Strahls (z. B. Strahlaufweiter, Fokussiereinheit, Scannereinrichtung, F-Theta-Linse).
Ferner kann die Anlage eine Steuereinheit umfassen, welche konfiguriert ist zum Steuern der Komponenten der Anlage. Insbesondere kann die Steuereinheit konfigu¬ riert sein zum Steuern der Vorrichtung zum Entfernen von Pulver (beispielsweise zum Ansteuern einer Rotationsbewegung und/oder einer Translationsbewegung der Wal ze).
Die Vorrichtung zum Entfernen von Pulver kann in einer Baukammer der Anlage angeordnet sein. Insbesondere kann die Vorrichtung mit einer Pulverauftragsvorrich tung gekoppelt sein. Die Kopplung kann auf diese Weise ausgestaltet sein, dass die Vorrichtung zum Entfernen von Pulver gemeinsam mit der Pulverauftragsvorrichtung bewegt werden kann (horizontal und/oder vertikal).
Anders ausgedrückt kann die Vorrichtung an die Pulverauftragsvorrichtung gekoppelt sin, und die Anlage kann eine Bewegungsvorrichtung umfassen, welche dazu einge richtet ist, die Vorrichtung und die Pulverauftragsvorrichtung gemeinsam miteinander zu bewegen.
Insbesondere kann die Anlage eine Reinigungsstation zum Reinigen der Vorrichtung zum Entfernen von Pulver umfassen. Die Reinigungsstation kann so positioniert sein, dass die Vorrichtung zum Entfernen von Pulver zur Reinigungsstation hinbewegt
werden kann und dort gereinigt werden kann. Hierfür kann die Reinigungsstation beispielsweise eine oder mehrere Düsen umfassen, mittels derer die Walze der Vor¬ richtung zum Entfernen von Pulver abgeblasen und von Pulver befreit werden kann. Alternativ oder zusätzlich kann die Reinigungsvorrichtung auch eine Saugvorrichtung zum Absaugen der Walze sowie Abstreifer, Bürsten o. ä. mechanische Reinigungsvor richtungen aufweisen.
Die Kammer, die mit einem Unterdrück versorgt wird, kann sich auf einer dem Pul verbett zugewandten Seite der Walze befinden.
Insbesondere kann die Kammer, die mit einem Unterdrück versorgt wird, während des Betriebs der Vorrichtung das Pulverbett berühren oder zumindest dem Pulverbett unmittelbar gegenüberliegen und somit Pulver ansaugen, sodass es an der porösen Außenwand der Walze haften bleibt. Die Vorrichtung kann so ausgestaltet sein, dass zum gegebenen Zeitpunkt mehrere als eine Kammer mit dem Unterdrück versorgt werden.
Die Erfindung betrifft gemäß einem dritten Aspekt ein Verfahren zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett. Das Verfahren umfasst ein Drehen einer drehbar gelagerten Walze mit poröser Außenwand. Die Walze weist eine Mehr¬ zahl von innerhalb der Walze ausgebildeten Kammern auf. Mindestens eine der Kammern weist eine Öffnung auf, welche dazu geeignet ist, die Kammer mit einem Unterdrück zu versorgen. Das Verfahren umfasst ferner ein Versorgen der mindes tens einen Kammer über ihre Öffnung mit einem Unterdrück. Insbesondere kann jede der Kammern eine Öffnung aufweisen.
Sämtliche Aspekte, die in Verbindung mit der oben geschilderten Vorrichtung bzw. der oben geschilderten Anlage diskutiert werden, können ebenfalls auf das Verfahren des dritten Aspekts angewendet werden. Anders ausgedrückt kann die Vorrichtung des ersten Aspekts und/oder die Anlage des zweiten Aspekts dazu eingerichtet sein, das Verfahren des dritten Aspekts durchzuführen.
Bezüglich der Entfernung des Pulvers kann das Verfahren zusätzlich einen oder meh reren der folgenden Aspekte aufweisen. Pulver wird aus dem Pulverbett durch den Unterdrück der mit dem Unterdrück versorgten Kammer angesaugt. Das angesaugte Pulver bleibt an der porösen Außenwand der Walze haften, zumindest so lange, wie der Unterdrück aufrechterhalten wird. Während der Unterdrück aufrechterhalten wird, wird das Pulver an den Abschnitt der porösen Außenwand der Walze gesaugt,
welcher eine Wand der Kammer bildet. Das angesaugte Pulver dringt aufgrund der gewählten Porengröße nicht ins Innere der Walze ein. Während der Drehbewegung der Walze wird das Pulver weiterhin angesaugt, bis zu einem Zeitpunkt (d. h. bis zu einer Stellung der Walze), wo die jeweilige Kammer nicht mehr mit Unterdrück ver sorgt wird. Das nun nicht mehr angesaugte Pulver wird durch eine Absaugvorrich¬ tung abgesaugt und gegebenenfalls zusätzlich von der Walze abgebürstet oder abgeschabt. Zusätzlich kann an die Öffnung der jeweiligen Kammer, welche zuvor mit einem Unterdrück versorgt wurde, ein Überdruck angelegt werden, welcher das Absaugen durch die Absaugvorrichtung erleichtert. Das aufgesammelte Pulver wird somit in die Absaugvorrichtung geblasen. Der jeweilige Abschnitt der Walze ist nun wieder vom Pulver befreit und bereit, neues Pulver aus dem Pulverbett aufzuneh¬ men. Je nachdem, wie schnell die Drehung der Walze im Verhältnis zu ihrer Transla¬ tion gesteuert wird, kann die Menge des aufgenommenen Pulvers eingestellt werden. Zusätzlich oder alternativ zu Pulver können Partikel (z. B. Schweißspritzer) aus dem Pulverbett entfernt werden.
Die Kammern können sich entlang einer Drehachse der Walze erstrecken und jede der Kammern kann durch einen Abschnitt der porösen Außenwand begrenzt sein.
Das Versorgen mindestens einer der Kammern über ihre Öffnung mit dem Unter drück kann zu einem gegebenen Zeitpunkt über einen Anschluss zur Unterdruckver sorgung geschehen.
Die Kammer, die mit einem Unterdrück versorgt wird, kann sich auf einer dem Pul verbett zugewandten Seite der Walze befinden.
Das Verfahren kann ferner ein Absaugen von von der Walze aufgenommenen Pulver durch eine Absaugvorrichtung umfassen, wobei die Absaugvorrichtung gegenüber einer der Kammern der Walze angeordnet ist, die zum gegebenen Zeitpunkt nicht mit dem Unterdrück versorgt wird.
Das Verfahren kann ferner ein Versorgen mindestens einer der Kammern, die zum gegebenen Zeitpunkt nicht mit dem Unterdrück versorgt wird, über ihre Öffnung mit einem Überdruck zu dem gegebenen Zeitpunkt umfassen.
Der Anschluss zur Überdruckversorgung und der Anschluss zur Unterdruckversorgung können fest mit einer Halterung der Walze verbunden sein und das Verfahren
kann ferner ein abwechselndes Versorgen der Kammern mit dem Überdruck und dem Unterdrück während der Drehung der Walze umfassen.
Das Verfahren kann ferner umfassen ein Drehen der Walze, sodass während der Drehung der Walze die Öffnung einer Kammer einmal vom Anschluss zur Unter druckversorgung kontaktiert wird, sodass die jeweilige Kammer mit dem Unterdrück versorgt wird und einmal vom Anschluss der Überdruckversorgung kontaktiert wird, sodass die jeweilige Kammer mit dem Überdruck versorgt wird.
Die Walze kann in Form eines Zylinders ausgebildet sein und die Öffnungen können in einer Grundfläche des Zylinders vorgesehen sein.
Es können mindestens drei Kammern innerhalb der Walze ausgebildet sein. Das Verfahren kann umfassen ein gleichzeitiges Versorgen mehrerer der Kammern mit dem Überdruck über den Anschluss zur Überdruckversorgung. Das Verfahren kann umfassen ein gleichzeitiges Versorgen mehrerer der Kammern mit dem Unterdrück über den Anschluss zur Unterdruckversorgung.
Der Anschluss zur Überdruckversorgung kann ein Langloch aufweisen, welches gleichzeitig die Öffnungen von mehreren Kammern freigibt. Der Anschluss zur Unter druckversorgung kann ein Langloch aufweisen, welches gleichzeitig die Öffnungen von mehreren Kammern freigibt.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beigefügten Figuren erläutert. Es stel len dar:
Figur 1: eine perspektivische Seitenansicht einer Anlage zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts mit einer Vorrichtung zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus dem Pulverbett der Anlage, gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Offenbarung;
Figur 2: eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung zum Entfernen von
Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett, welche das Prinzip der Technik der vorliegenden Offenbarung erläutert;
Figur 3(a): einen Querschnitt einer Vorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Offenbarung;
Figur 3(b): eine perspektivische Schnittansicht der Vorrichtung der Fig. 3(a);
Figur 3(c): eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung der Fig. 3(a) mit einer Steuerscheibe, die Langlöcher zum Anschluss von Unterdrück bzw. Überdruck umfasst;
Figur 3(d): eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung der Fig. 3(a) mit Rohrver¬ bindern zum Anschluss des Unterdrucks und des Überdrucks;
Figur 4(a): eine perspektivische Schnittansicht der Vorrichtung der Fig. 3(a) mit Welle mit Nuten, Lochscheibe mit Öffnungen und Steuerscheibe mit Langlöchern;
Figur 4(b): eine perspektivische Schnittansicht der Vorrichtung der Fig. 3(a) ähnlich zur Ansicht der Fig. 4(a), wobei die Welle mit Nuten entfernt wurde;
Figur 4(c): eine perspektivische Schnittansicht der Vorrichtung der Fig. 3(a) ähnlich zur Ansicht der Fig. 4(b), wobei die Lochscheibe mit Öffnungen entfernt wurde; und
Figur 5: einen Schnitt durch die Vorrichtung der Fig. 3(a) entlang einer Dreh achse der Walze.
In Figur 1 wird eine Anlage 1 zum Herstellen eines dreidimensionalen Objekts 2 ge zeigt, wobei die Anlage 1 eine Vorrichtung 51 zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus dem Pulverbett 3 der Anlage 1 umfasst. Abgesehen von der Vorrichtung 51 handelt es sich bei der Anlage 1 um eine übliche Anlage zum selektiven Laser¬ schmelzen mit den bekannten Komponenten. Die von der Anlage 1 verwendete Technik des selektiven Laserschmelzens ist dem Fachmann wohlbekannt und wird an dieser Stelle anhand des selektiven Laserschmelzens im Pulverbett 3 lediglich kurz erläutert.
Zunächst wird eine erste Schicht Rohstoffpulver auf einen Träger 5 der Anlage 1 aufgetragen und ortsspezifisch so von einem oder mehreren Laserstrahlen 7a, 7b beleuchtet, dass gewünschte Bereiche des Pulvers verfestigt werden. Das vorliegen¬ de Beispiel zeigt eine Anlage 1 mit zwei Bestrahlungseinheiten, welche jeweils einen Laser 9a, 9b und eine Optik 11a, 11b umfassen. Somit ist die Bestrahlungseinheit, welche den Laser 9a und die Optik 11a umfasst, dazu eingerichtet, den Laserstrahl
7a auszusenden und an eine gewünschte Stelle einer obersten Pulverschicht des Pulverbetts 3 zu lenken. Ferner ist die Bestrahlungseinheit, welche den Laser 9b und die Optik 11b umfasst, dazu eingerichtet, den Laserstrahl 7b auszusenden und an eine gewünschte Stelle der obersten Pulverschicht des Pulverbetts 3 zu lenken. Die Optiken 11a, 11b umfassen jeweils Komponenten zur Strahlformung und Strahl ablenkung, wie beispielsweise Linsen, Umlenkspiegel, Scannerspiegel, etc.
Sämtliche Komponenten der Anlage 1 werden von einer Steuereinheit 13 gesteuert, insbesondere die Laser 9a, 9b, die Scannerspiegel der Optiken 11a, 11b, die Bewe¬ gung des Trägers 5 und die Funktionen der weiter unten beschriebenen Pulverauf tragsvorrichtungen 15a, 15b und der Vorrichtung 51.
Nachdem die erste Schicht Pulver wie gewünscht verfestigt wurde, wird eine weitere Schicht Pulver auf die vorherige Pulverschicht aufgetragen und es erfolgt wiederum eine Beleuchtung und Verfestigung dieser obersten Schicht.
Um einen Abstand zwischen der obersten Schicht und den optischen Einheiten stets konstant zu halten, ist es möglich, im laufenden Bauprozess den Träger 5 abzusen ken und/oder die optischen Einheiten anzuheben (entlang einer hierin als z-Richtung definierten vertikalen Richtung). Auf diese Weise wird Schicht für Schicht das herzu¬ stellende dreidimensionale Werkstück 2 aufgebaut. Anschließend kann das nicht verfestigte Pulver entfernt und gegebenenfalls wiederverwendet werden.
Eine Besonderheit der in Fig. 1 dargestellten Anlage 1 besteht darin, dass das Werk¬ stück 2 aus zwei Komponenten 2a, 2b aufgebaut wird, wofür zwei unterschiedliche Pulvermaterialien verwendet werden. Die Pulvermaterialien können sich beispielswei se durch das verwendete Pulvermaterial, aber auch durch die verwendete Korngröße des jeweiligen Pulvers unterscheiden.
Um das aus zwei Komponenten 2a und 2b bestehende Werkstück aufzubauen wird pro Werkstückschicht zunächst eine Schicht eines ersten Pulvermaterials aufgetra¬ gen, wofür eine erste Pulverauftragsvorrichtung 15a verwendet wird. Anschließend werden die Bereiche der jeweiligen Schicht des Werkstücks 2, welche aus dem ersten Pulver gebildet werden sollen, mit den Laserstrahlen 7a, 7b verfestigt. In einem nächsten Schritt wird das erste Pulvermaterial wieder aus dem Pulverbett 3 entfernt. Hierzu wird die Vorrichtung 51 verwendet. Anschließend wird das zweite Pulver mit¬ hilfe einer zweiten Pulverauftragsvorrichtung 15b aufgetragen und es werden die Bereiche der zuvor für das erste Pulver belichteten Schicht des Werkstücks 2 verfes-
tigt, die aus dem zweiten Pulvermaterial bestehen sollen. In einem darauffolgenden Schritt wird der Träger 5 abgesenkt und es folgt die erneute Auftragung einer Schicht des ersten Pulvers durch die erste Pulverauftragsvorrichtung 15a.
Wie durch die Doppelpfeile in Fig. 1 angedeutet, sind die beiden Pulverauftragsvor¬ richtungen 15a und 15b horizontal über das Pulverbett 3 bewegbar, um das jeweilige Pulver aufzutragen. Die Vorrichtung 51 ist im dargestellten Beispiel fest mit der ers ten Pulverauftragsvorrichtung 15a verbunden und wird gemeinsam mit dieser be wegt. Dies hat einerseits den Vorteil, dass die Vorrichtung 51 nicht eine zusätzliche Bewegungseinrichtung benötigt, da sie mit der Bewegungseinrichtung bzw. den Bewegungseinrichtungen der ersten Pulverauftragsvorrichtung 15a (horizontale Be wegungseinrichtung und, optional, vertikale Bewegungsvorrichtung) bewegt werden kann. Ein weiterer Vorteil kann darin bestehen, dass eine Höhenkalibrierung (d. h. Kalibrierung entlang der z-Achse) zwischen Pulverauftragsvorrichtung 15a und Vor richtung 51 entfallen kann. Ferner kann, falls im Prozess erforderlich, gleichzeitig Pulver durch die Vorrichtung 51 entfernt werden und Pulver durch die Pulverauf tragsvorrichtung 15a aufgetragen werden (wenn die Vorrichtungen 15a und 51 in der Darstellung der Fig. 1 nach rechts entlang der positiven x-Richtung bewegt und gleichzeitig betrieben werden).
Eine Gaszufuhr 17 versorgt eine Baukammer 19 der Anlage 1 mit Inertgas, sodass innerhalb der Baukammer 19 eine Inertgasatmosphäre herrscht. Ferner kann eine Gasabsaugung (nicht dargestellt) vorgesehen sein, die das Inertgas wieder aus der Baukammer 19 saugt, sodass ein Gasstrom durch die Baukammer 19 (insbesondere über das Pulverbett 3) erzeugt wird.
Zusätzlich oder alternativ zu der oben geschilderten Möglichkeit der Entfernung einer Pulverschicht beim Aufbau mittels zweier Pulvermaterialien kann die Vorrichtung 51 dazu verwendet werden, Partikel von der Oberfläche des Pulverbetts 3 zu entfernen. Hierbei kann es sich insbesondere um Schweißspritzer handeln, die während der Verfestigung des Pulvers durch die Laserstrahlen 7a, 7b entstehen.
Im Folgenden wird die Vorrichtung 51 zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett 3 im Detail erläutert.
Fig. 2 zeigt eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung 51 zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett 3. Anhand der Fig. 2 kann das Prinzip der Technik der vorliegenden Offenbarung erläutert werden.
Das Grundprinzip der Vorrichtung 51 (im Folgenden auch „Saugwalze") besteht da rin, dass ein poröses (insbesondere mikroporöses) Rohr (z. B. bestehend aus Sinter¬ material oder Gewebe wie Filz oder ein Rohr mit feinen Bohrungen) mit Hilfe innerer Druckunterschiede definiert Pulver aufnimmt und wieder abgibt. Das poröse Rohr stellt eine poröse Außenwand 53 einer Walze 54 dar.
Im Betrieb walzt die Walze 54 in sehr geringe Entfernung über das Pulverbett 3, vollführt dabei eine kombinierte Rotationsbewegung und Translationsbewegung und erzeugt dabei eine „Schnitt"-Geschwindigkeit wie bei der Zerspanung (z. B. Fräsen). Anders ausgedrückt, sind die Rotationsgeschwindigkeit und die Translationsge¬ schwindigkeit der Walze 54 durch die Steuereinheit 13 beliebig einstellbar. Beispiels¬ weise können diese Geschwindigkeiten so eingestellt werden, dass die Translationsgeschwindigkeit der Rotationsgeschwindigkeit entspricht, mit der die Außenwand 53 der Walze 54 über das Pulverbett walzt. Auf diese Weise kann exakt eine Lage Pulver abgetragen werden. Die Walze 54 kann jedoch im Verhältnis zur Translation auch schneller oder langsamer rotieren, was beispielsweise ein Steuern der Menge des abgetragenen bzw. entfernten Pulvers ermöglicht.
Aufgenommen wird das Pulver indem innerhalb der Walze 54 im unteren Bereich ein Unterdrück herrscht („-p"), welcher die Pulverpartikel aus dem Pulverbett 3 ansaugt. Dabei verfangen sich die Partikel im porösen Rohr 53 und beschränken somit die lokale Aufnahmefähigkeit der Walze 54, sodass nur eine definierte Schichttiefe auf¬ genommen wird. Im oberen Bereich herrscht innerhalb der Walze 54 ein optionaler Überdruckbereich („+p"), welcher dafür sorgt, dass die aufgenommenen Pulverparti¬ kel aus der Walze 54 abgestoßen werden. Zusätzlich befindet sich über der Walze 54 ein Absaugtrichter (im Folgenden auch: Absaugvorrichtung 69) mit einer Unterdruck strömung („-p"), welcher das abgestoßene Pulver abführt.
Der Unterdruckbereich und Überdruckbereich sind durch eine feststehende Wandung 52 in zwei etwa gleich große Kammern getrennt. Die Walze 54 ist durch eine rotie¬ rende poröse Außenwand 53 gebildet.
Alternativ zum oben geschilderten Prinzip mit Überdruckbereich („+p") kann der Überdruckbereich auch weggelassen werden und beispielsweise ersetzt werden durch einen Bereich, in dem Atmosphärendruck herrscht. Mit Atmosphärendruck ist hierbei ein Druck innerhalb der Baukammer 19 der Anlage 1 gemeint. Ferner kann
ein zusätzliches Mittel zum Entfernen des Pulvers im Bereich der Absaugvorrichtung 69 vorgesehen sein, beispielsweise eine Bürste oder ein Schaber.
Die Figuren 3(a) bis (d) zeigen unterschiedliche Ansichten einer Vorrichtung 51 zum Entfernen von Pulver und/oder Partikeln aus einem Pulverbett 3.
Fig. 3(a) zeigt einen Querschnitt durch die Walze 54 senkrecht zu ihrer Rotationsach¬ se. Fig. 3(b) zeigt eine perspektivische Schnittansicht und die Figuren 3(c) und 3(d) zeigen perspektivische Ansichten, auf denen weitere Komponenten der Vorrichtung 51 dargestellt sind.
Erreicht werden die in Fig. 2 dargestellten Druckbereiche innerhalb der Walze 54 durch einen Mehrkammeraufbau. Der Kern der Walze 54 besteht aus einer längs genuteten Welle 55, auf welcher das poröse Rohr als poröse Außenwand 53 der Walze 54 sitzt. Die Welle 55 dreht sich gemeinsam mit der Walze 54 und somit ge¬ meinsam mit der porösen Außenwand 53. Anders ausgedrückt behalten die innerhalb der Walze 54 gebildeten Kammern 59 „ihren" Abschnitt der porösen Außenwand 53 der Walze 54 bei. Die Position der Kammern 59 im Verhältnis zur Außenwand 53 der Walze 54 bleibt somit unverändert.
Die Wandungen zwischen den Kammern 59 sind an ihrem Übergang zur porösen Außenwand 53 möglichst schmal. Flierdurch wird auch im Bereich der Wandungen an der Außenwand ein ausreichender Unterdrück erzeugt.
Ein unterer Bereich der Walze 54 ist dem Pulverbett 3 zugewendet und Kammern 59, welche sich in diesem unteren Bereich befinden, werden mit dem Unterdrück ver sorgt. Angrenzend an einen oberen Bereich der Walze 54 befindet sich eine Absaug¬ vorrichtung 69, mittels der das an die Außenwand 53 der Walze 54 angesaugte Pulver wieder abgesaugt und einem Sammelbehälter (nicht dargestellt) zugeführt werden kann. Die Kammern 59, welche der Absaugvorrichtung 69 gegenüberliegen, werden im vorliegenden Ausführungsbeispiel mit einem Überdruck versorgt. Alterna¬ tiv kann in ihnen Atmosphärendruck herrschen.
Am Ende der Walze 54 sitzt eine Platte (Lochplatte) mit Öffnungen 57 (z. B. Bohrun¬ gen, siehe Fig. 3(c)) an den Stellen, wo die Nuten der Welle 55 enden. Diese Platte ist mit der Walze 54 verbunden und dreht sich mit der Walze 54 mit. Im Gehäuse, welches eine Halterung 61 für die Walze 54 darstellt, schließt an die Lochplatte eine sogenannte Steuerscheibe 63 an. Die Steuerscheibe 63 bildet Teil eines Anschlusses
für einen Überdruck und eines Anschlusses für einen Unterdrück. Innerhalb der Steuerscheibe 63 befinden sich zwei gebogene Langlöcher 65. Die Langlöcher 65 sind entlang eines Kreisbogens gebogen, wobei ein Mittelpunkt des Kreisbogens einem Schnittpunkt der Drehachse der Walze 54 mit der Steuerscheibe 63 bildet. Die Langlöcher 65 sind jeweils so ausgebildet, dass zu einem gegebenen Zeitpunkt gleichzeitig mehrere der Öffnungen 57 freigegeben sind. Somit können zum gegebe¬ nen Zeitpunkt mehrere der Kammern 59 mit einem Unterdrück versorgt werden. Ebenso können gleichzeitig mehre der Kammern 59 mit einem Überdruck versorgt werden.
Die Kontaktierung der Langlöcher 65 geschieht über Rohrverbinder 67a, 67b (siehe Fig. 3(d)).
In den Figuren sind aus Gründen der Anschaulichkeit nicht sämtliche der oben ge¬ nannten Elemente mit einem eigenen Bezugszeichen versehen, sondern teilweise jeweils nur eines der Elemente (z. B. ist nur eine der Kammern 59 mit einem eigenen Bezugszeichen versehen).
Ferner kann gemäß einem Ausführungsbeispiel der Anschluss zur Überdruckversor gung weggelassen werden und stattdessen ein Anschluss zur Atmosphäre hin vor handen sein. Hierfür kann beispielsweise der obere Rohrverbinder 67b zur Atmosphäre hin geöffnet bleiben.
Diesbezüglich sei darauf hingewiesen, dass der Rohrverbinder 67a des Anschlusses zur Unterdruckversorgung mit einer Einrichtung zum Erzeugen eines Unterdrucks (nicht dargestellt) verbunden ist, beispielsweise mittels eines Rohrs oder Schlauchs. Diese Einrichtung kann als Teil der Vorrichtung 51 verstanden werden. Bei der Ein richtung zum Erzeugen eines Unterdrucks kann es sich beispielsweise um eine Vaku¬ umpumpe handeln. Hierbei kann es sich um eine Vakuumpumpe handeln, die auch noch andere Elemente der Anlage 1 mit einem Unterdrück versorgt. Auf ähnliche Weise ist der Rohrverbinder 76b des Anschlusses zur Überdruckversorgung mit einer Einrichtung zum Erzeugen eines Überdrucks (nicht dargestellt) verbunden, beispiels¬ weise mittels eines Rohrs oder Schlauchs. Diese Einrichtung kann als Teil der Vorrich¬ tung 51 verstanden werden. Bei der Einrichtung zum Erzeugen eines Überdrucks kann es sich beispielsweise um eine Pumpe oder ein Gebläse handeln. Hierbei kann es sich um eine Pumpe handeln, die auch noch andere Elemente der Anlage 1 mit einem Überdruck versorgt.
Die gesamte Vorrichtung 51 mit Gehäuse (Halterung 61) und Absaugvorrichtung 69 ist an die Pulverauftragsvorrichtung 15a montiert und wird gemeinsam mit dieser über das Pulverbett 3 bewegt.
Die Figuren 4(a) bis (c) zeigen weitere Schnittansichten der Vorrichtung 51 der Figu ren 3(a) bis (d). Zur verbesserten Anschaulichkeit wurde in der Fig. 4(b) die Welle 55 entfernt und in Fig. 4(c) wurde zusätzlich die Lochplatte mit den Öffnungen 57 der Kammern 59 weggelassen. Zwischen der Lochplatte mit den Öffnungen 57 und der Steuerscheibe 63 kann sich eine Dichtung (z. B. in Form eines Teflonrings) befinden, welche verhindert, dass Pulver aus dem Pulverbett ins Innere der Walze und/oder der Unterdruckleitung eindringt.
Die Fig. 5 zeigt einen Schnitt durch die Vorrichtung 51 der Figuren 3(a) bis (d) ent¬ lang einer Drehachse der Walze 54. In Fig. 5 ist erkennbar, dass die Absaugvorrich tung 69 einen trichterförmigen Abschnitt aufweist.
Ferner ist erkennbar, dass die Anschlüsse für Unterdrück und Überdruck an einem Ende 71 der Walze 54 angeordnet sind. Am anderen, gegenüberliegenden Ende 73 der Walze 54 ist ein Aktor (z. B. Servomotor oder Schrittmotor, nicht dargestellt) vorgesehen, der die Rotation der Walze 54 antreibt. Der Aktor wird von der Steuer einheit 13 angesteuert.
Alternativ zu einem elektrisch betriebenen Aktor kann die Walze 54 durch die von den jeweiligen Anschlüssen für Unterdrück und Überdruck bereitgestellten Druckun terschiede angetrieben werden. Ferner kann die Walze 54 über das Pulver gerollt werden und mittels der dadurch entstehenden Reibung in Rotation versetzt werden.
Im Betrieb trägt die Vorrichtung 51 eine definierte Menge von Pulver aus dem Pul¬ verbett 3 auf die folgende Weise ab.
Die Kammern 59, welche sich im unteren, dem Pulverbett 3 zugewandten Bereich der Walze 54 befinden, werden mithilfe der Steuerscheibe 63 (genauer gesagt, über die Langlöcher 65 der Steuerscheibe 63) mit einem Unterdrück versorgt. Wie in Fig. 3(c) ersichtlich ist, können beispielsweise drei Kammern 59 gleichzeitig kontaktiert werden und mit Unterdrück versorgt werden. An den porösen Außenwänden 53 dieser Kammern 59 (d. h. an den Bereichen der porösen Außenwand 53, welche die Außenwände dieser Kammern 59 bildet), wird Pulver aus dem Pulverbett 3 ange¬ saugt. Auf der Walze 54 bildet sich eine Pulverschicht einer definierten Dicke. Das so
angesaugte Pulver wird durch die Rotation der Walze 54 ins Innere der Vorrichtung 51 transportiert und in Richtung der Absaugvorrichtung 69 transportiert. Auf diesem Weg verlieren die Kammern 59 ihren Unterdrück und werden anschließend durch das obere Langloch 65 der Steuerscheibe 63 mit Überdruck versorgt. Das aufgesaugte Pulver wird somit von der Walze 54 gepustet. Dies geschieht in einem (oberen) Be¬ reich der Vorrichtung 51, wo sich die Absaugvorrichtung 69 befindet. Dort wird das Pulver abgesaugt und einem Sammelbehälter (nicht dargestellt) zugeführt.
Die somit wieder vom Pulver befreite Walze 54 dreht sich weiter und kann neues Pulver aus dem Pulverbett 3 aufnehmen.
Wie oben geschildert, sind die beiden Langlöcher 65 der Steuerscheibe 63 so ausge¬ staltet, dass sie gleichzeitig mehrere der Kammern 59 mit Unterdrück bzw. mit Über¬ druck versorgen können. In einem alternativen Ausführungsbeispiel wird zu einem gegebenen Zeitpunkt immer nur eine Kammer 59 mit Unterdrück und immer nur eine Kammer 59 mit Überdruck versorgt.
Ferner sind beliebige Möglichkeiten der Kontaktierung der Kammern 59 mit Unter drück bzw. mit Überdruck möglich. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Walze 54 über eine Grundfläche des von der Walze 54 gebildeten Zylinders kontak¬ tiert.
Alternativ kann eine Kontaktierung in der Halterung 61 durch nach innen (zur Walze 54 hin) gerichtete Anschlüsse erreicht werden. Als weitere Alternative kann die Walze 54 auf einer Achse gedreht werden, welche fest mit der Halterung 61 verbunden ist. Die Achse weist einen Hohlraum zum Kontaktieren einer oder mehrerer der Kammern 59 mit einem Unterdrück auf. Hierfür weist der Hohlraum eine oder mehrere radial nach außen gerichtete Öffnungen auf. Auf ähnliche Weise kann sich ein Hohlraum in der Achse zum Kontaktieren einer oder mehrerer der Kammern 59 mit dem Über druck befinden. Auch dieser Hohlraum weist einen oder mehrere radial nach außen gerichtete Öffnungen auf.
Mit der oben geschilderten Technik kann es ermöglicht werden, eine definierte Men ge an Pulver auf zuverlässige Weise aus einem Pulverbett zu entnehmen. Alternativ oder zusätzlich können Partikel wie z. B. Schweißspritzer entfernt werden.