Hochspannungsdurchführung
Die Erfindung betrifft eine Hochspannungsdurchführung umfas send einen Isolierkörper, einen Innenleiter, der durch den Isolierkörper hindurchgeführt ist, sowie einen außen am Iso lierkörper angeordneten Befestigungsflansch.
Eine solche Hochspannungsdurchführung hat üblicherweise die Aufgabe, den im Betrieb der Hochspannungsdurchführung auf ei nem Hochspannungspotential liegenden Innenleiter von einer auf Erdpotential befindlichen Umgebung, beispielsweise einer Wandung einer Hochspannungsanlage oder einer Kesselwand eines Transformators, elektrisch zu isolieren. Des Weiteren werden Hochspannungsdurchführungen auch als Kabelendverschlüsse zur Verbindung eines Kabels mit einer Freileitung eingesetzt.
Im Betrieb ist die Hochspannungsdurchführung mittels des Be festigungsflansches meist fest an der Wandung oder einem ent sprechend ortsfest angeordneten anderen Bauteil befestigt.
Die Beiden axialen Enden des Innenleiters der Hochspannungs durchführung sind entsprechend mit elektrischen Leitungen (z.B. einer Freileitung, einer Transformatorwicklung oder ei nem Kabel) verbunden.
Wichtig für die Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Hochspannungsdurchführung sind in diesem Zusammenhang insbe sondere eine geeignete mechanische Verbindung mit der ange schlossenen Leitung und ein elektrisch und feldtechnisch ab gestimmter Übergang zwischen den beiden mittels der Hochspan nungsdurchführung miteinander verbundenen Leitungen.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine artgemäße Hochspan nungsdurchführung anzugeben, die möglichst zuverlässig im Be trieb ist.
Die Aufgabe wird bei einer artgemäßen Hochspannungsdurchfüh rung erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Hochspannungs durchführung ferner einen Haltering umfasst, der mit dem Be-
festigungsflansch, geeigneterweise lösbar, beispielsweise mittels einer Schraubenverbindung, verbunden ist, und der Isolierkörper einen außenumfänglichen Außenvorsprung auf weist, der mit einem Innenvorsprung des Halteringes form schlussweise zusammenwirkt, um einer axialen Kraft auf die im Betrieb befestigte Hochspannungsdurchführung entgegenzuwir ken. Im Betrieb der Hochspannungsdurchführung können hohe Druck- und Zugkräfte auf die Hochspannungsdurchführung wir ken. Diese Kräfte können teilweise durch einen Reibschluss zwischen den einzelnen Bauteilen der Hochspannungsdurchfüh rung abgefangen werden, beispielsweise zwischen dem Isolier körper und dem Befestigungsflansch, wobei der Befestigungs flansch direkt mit dem Isolierkörper oder mit einem äußeren Verbundisolator, in dem der Isolierkörper angeordnet ist, reibschlussverbunden sein kann. In manchen Anwendungen können jedoch Kräfte von bis zu 100 kN auf die Hochspannungsdurch führung wirken, die zu einem Verrutschen des Isolierkörpers bezüglich des Befestigungsflansches, in einem besonders uner wünschten Fall gar einem Herausrutschen des Isolierkörpers aus dem Verbundisolator, führen können.
Der Außenvorsprung des Isolierkörpers wirkt mit dem Innenvor sprung des Ringes zusammen und stellt vorteilhaft eine Halte kraft zur Verfügung, die einer axialen Zug- oder Druckkraft entgegenwirkt und eine Verlagerung des Isolierkörpers gegen über dem Befestigungsflansch verhindert oder diese Gefahr zu mindest minimiert. Für die meisten Anwendungen ist es ausrei chend, wenn eine radiale Höhe des Außenvorsprungs zwischen 3 mm und 30 mm liegt.
Zweckmäßigerweise wirkt der Außenvorsprung an einer Form schlussfläche bzw. Stützfläche mit dem Innenvorsprung zusam men, wobei die Formschlussfläche gegenüber einer Längsachse der Hochspannungsdurchführung um weniger als 90 Grad geneigt ist. Demgemäß ist der Außenvorsprung nicht in einer typischen Stufenform, sondern in Form einer Abschrägung ausgebildet. Eine schräge Ausführung der Stützfläche ist besonders vor teilhaft, da dies zu einer Krafteinleitung in die Bauteile
führt, die nicht gleichzeitig eine Brucheinleitstelle erzeugt wie z.B. ein rechter Winkel es tun könnte.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Haltering mehrteilig, insbesondere zweiteilig ausgebildet. In manchen Anwendungen kann es von Vorteil sein, wenn der Haltering auf den Isolierkörper nicht aufgeschoben werden muss, sondern aus den zwei oder mehr Teilen zusammengesetzt werden kann. Insbe sondere, wenn die Geometrie der Hochspannungsdurchführung bzw. des Isolierkörpers ein Aufschieben des Halteringes nicht erlaubt, kann die Montage durch ein Zusammensetzen des zwei teiligen Halteringes erreicht werden.
Bevorzugt ist zwischen dem Außenvorsprung und dem Innenvor sprung ein Runddichtring angeordnet, vorzugsweise aus einem elastischen Material. Der Runddichtring dient zu einer Kom pensation etwaiger konstruktiver Ungenauigkeiten der beiden Vorsprünge. Der Runddichtring kann zum Beispiel aus Nitril kautschuk oder einem elastischen Gummi-Material bestehen.
Bei manchen Anwendungen kann es von Vorteil sein, wenn der Isolierkörper an einem sich konusartig verjüngen Ende einen Gegenvorsprung aufweist. Der Gegenvorsprung kann es vorteil haft erlauben, die Geometrie des Isolierkörpers, insbesondere einen Konuswinkel des sich verjüngenden Endes, an eine Geo metrie eines Anschlussbauteils anzupassen, bzw. die die lektrischen Eigenschaften der Hochspannungsdurchführung in diesem Bereich zu optimieren.
Zur Anpassung des Innenleiters an eine Anschlussleitung kann die Hochspannungsdurchführung eine Hülse umfassen. Die Hülse ist passgenau auf einen ausgearbeiteten Sitz des Wickelträ gers aufgeschoben. Sie hat im Wesentlichen keine stromleiten de Funktion. Je genauer die Hochspannungsdurchführung an ih rem axialen Ende an ein Anschlussteil zur Verbindung mit ei ner elektrischen Leitung angepasst ist, desto besser kann auch der Reibschluss zwischen diesen beiden Elementen ausge staltet werden, wodurch in manchen Anwendungen Zugkräfte bes-
ser gehalten werden können. Zudem können gute dielektrische Eigenschaften an der Verbindungsstelle zwischen der Hochspan nungsdurchführung und dem jeweiligen Anschlussbauteil gewähr leistet werden.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung umfasst der Iso lierkörper harzimprägnierte Isolierlagen. Ein solcher Iso lierkörper ist nach der Imprägnierung mit dem Harz (bsp. ei nem Epoxidharz) formfest und bildet einen relativ harten Block, der sich besonders gut zum Ausprägen des Außenvor sprunges eignet. Die Isolierlagen können Papier oder Vlies umfassen und konzentrisch oder spiralförmig um den Innenlei ter unter Ausbildung eines Wickelkörpers gewickelt sein. Auf diese Weise kann die Herstellung der Hochspannungsdurchfüh rung besonders einfach und kostengünstig erfolgen. Darüber hinaus kann eine besonders gleichmäßige Anordnung der Iso lierlagen im Isolierkörper gewährleistet werden.
Vorzugsweise umfasst der Isolierkörper einen Steuerbereich mit leitenden Steuereinlagen zur Feldsteuerung. Eine axiale Ausdehnung des Steuerbereiches wird dabei durch axiale Aus dehnung der Steuereinlagen bestimmt. Die Steuereinlagen die nen dabei zur kapazitiven Feldsteuerung des elektrischen Fel des der Hochspannungsdurchführung bei deren Betrieb. Damit ergibt sich also eine weitere Verbesserung der elektrischen Eigenschaften der Hochspannungsdurchführung. Die Steuereinla gen sind um den Innenleiter im Wesentlichen konzentrisch zu einander angeordnet. Sie können beispielsweise als Folien aus Aluminium hergestellt sein. Der Außenvorsprung befindet sich geeigneterweise außerhalb des Steuerbereiches des Isolierkör pers.
Im Hinblick auf eine weitere Verbesserung der dielektrischen Eigenschaften der Hochspannungsdurchführung umfasst der Iso lierkörper eine elektrisch (galvanisch) mit dem Innenleiter verbundene Elektrode, die außerhalb einer axialen Ausdehnung des Steuerbereiches angeordnet ist. Die Elektrode ist geeig neterweise eine separate metallische Einlage (z.B. aus Alumi-
nium). Die Einlage ist bevorzugt im Wesentlichen konzentrisch zum Innenleiter angeordnet, beispielsweise in einer radialen Entfernung von einem Außenumfang des Innenleiters zwischen 5 mm und 20 mm. Sie kann eine axiale Länge zwischen 10 mm und 50 mm aufweisen. Die Verbindung mit dem Innenleiter, wodurch die Elektrode zugleich mit einer ersten Steuereinlage verbun den sein kann, wird zweckmäßigerweise mittels eines metalli schen Bandes ausgeführt (z.B. aus Kupfer). Durch die Verwen dung der Elektrode kann eine möglichst niedrige feldstärkemä ßige Belastung erreicht werden, wobei dies auch zu einer mög lichst reduzierten Abmessung der Hochspannungsdurchführung führen kann, wodurch auch die mechanischen Belastungen bzgl. der Druck- bzw. Zugkräfte reduziert werden können.
Eine besonders geeignete Anwendung der Hochspannungsdurchfüh rung ergibt sich bei einem Kabelendverschluss, wobei die Hochspannungsdurchführung an einer Leiterseite bzw. einem Leiterende mit einem elektrischen Leiter, insbesondere einem Leiter einer Freileitung, und an einer Kabelseite bzw. einem Kabelende mit einem Kabelanschluss verbunden wird. Die Vor teile ergeben sich hier insbesondere durch die zuvor be schriebenen Maßnahmen in Bezug auf die feldtechnische Ausle gung und eine Abstimmung des Feldlinienverlaufs ausgehend von den Einlagenenden sowie der Elektrode im Aktivteil bzw. dem Isolierkörper der Hochspannungsdurchführung bis hinüber zu den feldsteuernden Elementen im Kabelende. Weitere Vorteile ergeben sich aus den oben beschriebenen Maßnahmen, die eine Minimierung des Risikos erlauben, dass die Leitung aus der Hochspannungsdurchführung aufgrund hoher auftretender Zug kräfte unbeabsichtigt herausgezogen wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren 1 und 2 weiter erläutert.
Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Hochspannungsdurchführung in einer schematischen Darstellung;
Figur 2 zeigt einen Teilausschnitt der Hochspannungsdurchfüh rung der Figur 1 in einer schematischen Darstellung.
In Figur 1 ist eine Hochspannungsdurchführung 1 dargestellt. Die Hochspannungsdurchführung 1 umfasst einen Isolierkörper 2 sowie einen Innenleiter 3, der durch den Isolierkörper 2 hin durchgeführt ist. Im dargestellten Beispiel weist die Hoch spannungsdurchführung 1 ein Freileiterende la zum Verbinden mit einer Freileitung sowie ein Kabelende lb zum Verbinden mit einem Kabelanschluss bzw. mittels des Kabelanschlusses mit einem Kabel auf. Eine strichpunktierte Linie M kennzeich net eine Mittel- bzw. Symmetrieachse der Hochspannungsdurch führung 1.
Der Isolierkörper 2 weist Isolierlagen aus Papier, Vlies oder einem anderen isolierenden Material, die auf den Innenleiter 3 aufgewickelt sind. Alternativ können die Isolierlagen auch auf einen Wickelträger gewickelt sein, in dem ein Innenleiter angeordnet ist. Innerhalb des Isolierkörpers 2 befinden sich in radialen Abständen voneinander leitende Steuereinlagen 4,
5 (z.B. aus Aluminiumfolien), die zur Steuerung des elektri schen Feldes dienen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind in Figur 1 lediglich zwei der Steuereinlagen grafisch darge stellt, deren Anzahl jedoch je nach Anwendung höher sein kann. Der räumliche Bereich, in dem sich die Steuereinlagen 4, 5 innerhalb des Isolierkörpers 2 erstrecken, ist in Figur 1 mittels einer strichpunktierten Linie 6 angedeutet. Der Isolierkörper 2 ist mit einem Epoxidharz imprägniert und bil det einen kompakten Block. Der Isolierkörper 2 verjüngt sich konusartig zum Kabelende lb hin. An dem Kabelende lb kann zur besseren Verbindung mit dem Kabelanschluss eine ein elasti sches Material umfassende Isolierschicht 11 angeordnet sein (bsp. Silikon, Gummi, etc.).
Die Hochspannungsdurchführung 1 umfasst ferner einen Befesti gungsflansch 7, im dargestellten Beispiel in Form einer Flanschscheibe, der außen, direkt am Isolierkörper 2 angeord net ist. Mittels des Befestigungsflansches 7 wird die Hoch-
Spannungsdurchführung 1 gegebenenfalls auf einem Gestell (der vorzugsweise Isolatorbeine umfasst) befestigt. Im Betrieb ist die Hochspannungsdurchführung 1 der Figur 1 demnach vertikal positioniert, wobei sich das Kabelende lb unten befindet. Des Weiteren weist die Hochspannungsdurchführung 1 ein äußeres Gehäuse 9 mit Isolierschirmen 10 auf.
Weitere Details der Hochspannungsdurchführung 1 werden nach folgend im Zusammenhang mit Figur 2 erläutert. Dabei sind in Figuren 1 und 2 gleiche und gleichartige Elemente mit glei chen Bezugszeichen versehen.
Zur verbesserten Anpassung an den Kabelanschluss umfasst die Hochspannungsdurchführung 1 am Kabelende lb eine Hülse 12 zur Anpassung eines Innenleiterdurchmessers.
Zu einer Verbesserung der Feldsteuerung am Kabelende lb weist die Hochspannungsdurchführung 1 eine mit dem Innenleiter 3 verbundene Elektrode 13 (die somit auf dem elektrischen Ni veau des Innenleiters liegt) auf, die außerhalb einer axialen Ausdehnung des Steuerbereiches angeordnet ist, insbesondere axial.
Die Hochspannungsdurchführung 1 umfasst ferner einen Halte ring 14, der mit dem Befestigungsflansch 7 mittels einer Schraubverbindung verbunden ist. Der Haltering 14 ist zwei teilig ausgebildet und wird bei der Herstellung der Hochspan nungsdurchführung 1 um den Isolierkörper 2 zusammengefügt.
Der Isolierkörper 2 weist einen außenumfänglichen Außenvor sprung 15 auf, der mit einem Innenvorsprung 16 des Halterin ges 14 formschlussweise zusammenwirkt. Auf diese Weise kann einer axial wirkenden Kraft entgegengewirkt werden. Gemäß ei nem Beispiel kann der Befestigungsflansch 7 ortsfest angeord net sein, wobei eine Zugkraft auf ein mit der Hochspannungs durchführung 1 verbundenes Kabel in Richtung eines Pfeiles 17 wirkt, um einer axialen Kraft auf die Hochspannungsdurchfüh rung entgegenzuwirken. Der Außenvorsprung 15 wirkt mit dem Innenvorsprung 16 entlang einer Formschlussfläche 18, die
durch die entsprechende dem Innenvorsprung 16 zugewandte Flä chen des Außenvorsprungs 15 gebildet ist. Die Formschlussflä che 18 ist gegenüber einer Längsachse der Hochspannungsdurch führung um weniger als 90 Grad geneigt. Im hier dargestellten Beispiel liegt die Formschlussfläche 18 nicht direkt an dem Innenvorsprung 16 an, zwischen dem Innenvorsprung 16 und dem Außenvorsprung 15 ist vielmehr ein Runddichtring 19 angeord net. An dem sich konusartig verjüngenden Kabelende lb der Hoch spannungsdurchführung 1 weist der Isolierkörper einen Gegen vorsprung 20 auf. Die Wahl der Höhe des Gegenvorsprungs 20 erlaubt eine optimale Anpassung des Konuswinkels an einen an zuschließenden Kabelanschluss.