Verweilkanüle
Die Erfindung betrifft eine Verweilkanüle zum Punktieren eines Hohlkörpers mittels einer Punktionsnadel, wobei die Verweilkanüle wenigstens einen Katheter mit einem rohrförmigen Kathetertubus hat, in der die Punktionsnadel längsverschieblich führbar ist, wobei der Kathe ter dazu eingerichtet ist, nach Durchführung einer Punktion einer Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers über zumindest einen Teil der Länge des Kathetertubus durch die mittels der Punktionsnadel geschaffene Öffnung durch die Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers ge schoben zu werden und dort eine Zeitdauer zu verweilen. Die Erfindung wird anhand ver schiedener Ausführungsformen beschrieben, die beliebig miteinander kombiniert werden können.
1. Ausführunqsform
Verweilkanüle
Die Erfindung betrifft eine Verweilkanüle zum Punktieren eines Hohlkörpers mittels einer Punktionsnadel, wobei die Verweilkanüle wenigstens einen Katheter mit einem rohrförmigen Kathetertubus hat, in der die Punktionsnadel längsverschieblich führbar ist, wobei der Kathe ter dazu eingerichtet ist, nach Durchführung einer Punktion einer Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers über zumindest einen Teil der Länge des Kathetertubus durch die mittels der Punktionsnadel geschaffene Öffnung durch die Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers ge schoben zu werden und dort eine Zeitdauer zu verweilen.
Eine solche Verweilkanüle kann z.B. als Venenverweilkanüle ausgebildet sein. Der zu punk tierende Hohlkörper kann ein Hohlkörper eines Lebewesens oder ein Hohlkörper eines Ge genstands sein. Soweit die Verweilkanüle den medizinischen Bereich betrifft, kann der Hohl körper z.B. ein Blutgefäß wie z.B. eine Vene oder Arterie sein.
Die Begriffe „Punktieren“ und „Punktion“ sind dabei im medizinischen Sinne zu verstehen.
Als „Punktieren“ bezeichnet man das Einstechen einer Punktionsnadel in den Hohlkörper, derart, dass die Punktionsnadel die Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers durchdringt.
Als Hohlkörper-naher Abschnitt von Teilen der Verweilkanüle werden solche Teile angese hen, die aus Sicht des Anwenders am entfernten (distalen) Ende der Verweilkanüle und so mit in der Nähe des punktierten Hohlkörpers angeordnet sind. Dementsprechend sind Hohl körper-ferne Abschnitte am aus Anwendersicht proximalen Ende der Verweilkanüle ange ordnet, d. h weiter vom punktierten Hohlkörper entfernt. Im Zusammenhang mit medizini schen Anwendungen der Verweilkanüle werden synonym zum Begriff „Hohlkörper-nah“ auch die Begriffe „venennah“ oder „patientennah“ oder „anwenderfern“ verwendet, und für den Begriff „Hohlkörper-fern“ auch „venenfern“ und „patientenfern“ und „anwendernah“
Venennahe Komponenten befinden sich tendenziell innerhalb, venenferne Komponenten tendenziell außerhalb des Patienten. Dies muss nicht immer zwingend gelten, soll aber die Begriffe weiter verdeutlichen. Die Ergänzungen sind regelhaft selbsterklärend und der Kon text ist entscheidend.
Eine durchstichsichere Venenverweilkanüle ist aus PCT/EP2019/057097 bekannt.
Es soll ein verbessertes Punktionssystem im Sinne eines allgemeinen Punktionssystems entstehen. Prinzipiell ist es mit der verbesserten Verweilkanüle ebenso möglich, alle Körper höhlen und Körperzwischenräume und alle anatomischen und krankhaften Strukturen, wel che punktiert werden sollen, vorteilhaft zu punktieren und einen Katheter in diese einzulegen.
Auch können Komponenten der verbesserten Verweilkanüle prinzipiell mit allen bekannten Punktions- und Kathetersystemen kombiniert oder auch als eigenständige Produkte verwen det werden.
Der Begriff "Verweilkanüle" soll im Folgenden dennoch beibehalten werden, hat aber eine weitergehende Bedeutung im Sinne eines allgemeinen Punktionssystems, mit dem nicht nur Venen punktiert werden können. Die Begriffe "Vene" und „Venen“ umfassen im Folgenden also prinzipiell alle Blutgefäße und ganz allgemein alle Körperhöhlen und Körperzwischen räume und alle anatomischen und krankhaften Strukturen, welche punktiert und mit einem Katheter versehen werden sollen.
So können mit der Verweilkanüle zusätzlich beispielhaft Luftröhre, Pleuraraum, Bauchraum, Magen, Darm, Nierenbecken, Harnblase, Strukturen des zentralen und peripheren Nerven systems, Liquorraum und Knochen punktiert werden. Zusätzlich können krankhafte Struktu ren wie Abszesse in und auf dem Patienten punktiert werden. Vorteilhaft können zudem arte rielle Blutgefäße punktiert werden.
Der Begriff „Patient“ umfasst im Folgenden alle Lebewesen aller Altersklassen und Ge schlechter. Ebenso sind Anwendungen in technischen Bereichen und in und an allen Ge genständen und Strukturen, z.B. in und an Reservoiren, Behältern, Hohlräumen, ausdehnba ren Materialien und in und an Pumpen-, Schlauch-, Röhren- und Portsystemen, explizit mög lich.
Wenn im Folgenden das Wort „oder“ verwendet wird, so werden mögliche Alternativen auf gezeigt, es sind aber auch Kombinationen aus den mit „oder“ getrennten Merkmalen oder Ausprägungen grundsätzlich explizit möglich.
Alle beschriebenen Komponenten können ein- oder mehrfach an einer Verweilkanüle oder auch unabhängig von einer solchen an/in anderen Produkten oder vollkommen eigenständig zur Anwendung kommen. Verschiedene Merkmale unterschiedlicher Komponenten sind auch frei kombinierbar und Merkmale von bestimmten Komponenten können auch an ande ren Komponenten Verwendung finden, ohne dass dies explizit erwähnt wird. Alle Komponen ten und Merkmale können grundsätzlich innerhalb und außerhalb eines Patienten zur An wendung kommen.
Verweilkanülen und insbesondere Venenverweilkanülen sind insofern spezielle medizinische Vorrichtungen, als dass sie bestimmte Durchmesser- und Längenmaße haben müssen, um bei menschlichen oder tierischen Patienten an den üblichen Zugangsstellen an Venen appli ziert werden zu können. Hierzu ist auch eine gewisse Flexibilität oder Elastizität des Kathe tertubus erforderlich. Solche Verweilkanülen sind daher nicht mit Kathetersystemen für ande re Anwendungen, z.B. Blasenkatheter, vergleichbar, weil dort völlig andere Anforderungen gelten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verweilkanüle anzugeben, die einfacher und sicherer anzuwenden ist.
Diese Aufgabe wird durch eine Verweilkanüle gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiter bildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung hat die Verweilkanüle einen Griffbe reich, der dazu eingerichtet ist, dass die Verweilkanüle beim Hantieren vom Anwender in dem Griffbereich gegriffen wird. Dabei kann der Griffbereich der Verweilkanüle ein Bereich sein, in dem keine sonstigen Funktionen oder Funktionselemente der Verweilkanüle vorhan den sind, sondern der nur für das manuelle Greifen der Verweilkanüle bereitgestellt ist. Dies hat den Vorteil, dass der Anwender die Verweilkanüle intuitiv an der richtigen Stelle anfasst, wodurch unnötige Berührungen an anderen Stellen vermieden werden, z. B. an Stellen der Verweilkanüle, die unbedingt steril bleiben sollen. Auf diese Weise können unnötige Konta minationen bestimmter stellen der Verweilkanüle vermieden werden. Beispielsweise kann der Griffbereich am Gehäuse des Katheters ausgebildet sein, zum Beispiel einstückig mit dem Gehäuse ausgeformt sein. Der Griffbereich kann zum Beispiel durch entsprechende Gestaltung von Bereichen der Außenoberfläche des Gehäuses realisiert sein.
Beispielsweise kann am Griffbereich eine Riffelung, Noppung oder eine andere Oberflächen strukturierung vorhanden sein. Ebenso kann der Griffbereich zumindest teilweise aus einem Material bestehen oder mit mindestens einem solchen beschichtet sein, welches den Rei bungswiderstand erhöht. Dadurch wird ein ungewolltes Abrutschen der Finger des Anwen ders verhindert. Der Griffbereich kann auch z. B. aus einem Elastomer, z. B. Gummi oder Silikon, oder aus irgendeinem anderen Material bestehen, welches weicher ist als das sons tige Material des Gehäuses der Verweilkanüle.
Der Griffbereich kann auch aus mindestens einem antimikrobiell wirksamen Material beste hen oder mit mindestens einem solchen beschichtet sein. Ebenso kann er besonders hydro phobe Eigenschaften aufweisen. Auch Eigenschaften im Sinne eines oder ähnlich einem Lotoseffekt sind denkbar.
Auch kann der Griffbereich mindestens zum Teil in einer anderen Farbe als die anderen Komponenten der Venenverweilkanüle gestaltet sein, z.B. in grüner Farbe. Bereiche der Ve nenverweilkanüle, die keinesfalls berührt werden dürfen, können mindestens zum Teil in ro ter Farbe gestaltet sein. Denkbar ist auch die Farbe „gelb“ mindestens teilweise in Berei chen, die nicht berührt werden sollten, deren Berühren aber dennoch in speziellen Situatio nen möglich ist. Dies soll den Anwender an Farben einer Ampel erinnern. Denkbar sind ins besondere aber auch stark leuchtende oder fluoreszierende Farben.
In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung ist die gesamte Verweilkanüle transparent ausge bildet, damit Fluid-/Blutflüsse direkt erkannt werden können. Auch die Punktionsnadel kann transparent ausgebildet sein, sofern es die Materialeigenschaften erlauben.
Ebenso sind spezielle Muster im Griffbereich möglich, z.B. kreuz- oder pfeilartige Muster. Auch kann dieser Bereich eine Nummerierung oder allgemein eine Beschriftung aufweisen. Denkbar ist auch, dass der Griffbereich zunächst von einer haftenden Struktur, z.B. einer Folie, überdeckt ist, welche nach dem Punktionsvorgang entfernt werden kann.
Die für den Griffbereich erläuterten Merkmale können einzeln oder in Kombination auch an einer oder mehreren der nachfolgend erläuterten Griffflächen realisiert sein.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Verweilka nüle einen manuell betätigbaren Vorschubmechanismus hat, durch den infolge manueller Betätigung eine Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus und der Punktionsnadel er zeugbar ist, durch die eine am patientennahen Ende aus dem Kathetertubus herausragende Punktionsspitze der Punktionsnadel im Kathetertubus aufnehmbar ist. Hierdurch werden gleich mehrere Vorteile bei der Anwendung der Verweilkanüle erreicht. Bei herkömmlichen Verweilkanülen erfolgt das Anlegen am Patienten, z.B. an einer Vene, derart, dass mit über den Kathetertubus hinausstehender Punktionsspitze der Punktionsnadel die Vene zunächst punktiert wird. Nach Punktierung der Vene wird manuell der Kathetertubus über die Punkti-
onsnadel vorgeschoben, welche dabei auch bereits zumindest teilweise in den Kathetertubus zurückgezogen werden kann. Diese Schritte liegen dabei im Ermessen und Geschick des Anwenders. Dabei kann es bei unerfahrenen Personen oder in besonders schwierigen Situa tionen zu Fehlern kommen, beispielsweise durch zu weites Vorschieben des Kathetertubus oder nicht ausreichend weites Vorschieben des Kathetertubus, sodass ein Teil der Punkti onsspitze noch aus dem Kathetertubus hinausragt.
Durch den bei der erfindungsgemäßen Verweilkanüle vorhandenen manuell betätigbaren Vorschubmechanismus wird eine definierte Handhabung durch den Anwender und dement sprechend eine definierte Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus und der Punktions nadel sichergestellt, die durch die Konstruktion der Verweilkanüle vorgegeben ist. Insbeson dere kann durch die Konstruktion des Vorschubmechanismus sichergestellt werden, dass die Punktionsspitze vollständig im Kathetertubus aufgenommen ist und somit nicht mehr zu Ver letzungen beim weiteren Einführen der Verweilkanüle in den Hohlkörper führen kann.
Durch die sich innerhalb des Kathetertubus befindende Punktionsnadel wird zudem der rela tiv elastische bzw. flexible Kathetertubus gestützt, d.h. geschient.
Materialien für die Punktionsnadel können Metallmaterialien sein, insbesondere Edelstahl oder grundsätzlich Metalllegierungen. Die Punktionsnadel kann aber auch aus einem Kunst stoffmaterial bestehen. Sie kann auch in Leichtbauweise oder aus mindestens einem resor bierbaren / in Blut- und Infusionslösungen leicht löslichem Material, z.B. einem Zucker oder einem Salz, ausgebildet sein, z.B. im Bereich der Punktionsspitze. Auch Magnesium kann Verwendung finden. Ebenso kann die Punktionsnadel vorteilhaft mit mindestens einem Sen sor weitergebildet sein, z.B. im Bereich der Punktionsspitze.
Durch die Konstruktion des Vorschubmechanismus kann dabei zugleich sichergestellt wer den, dass die Punktionsnadel nicht zu weit in den Kathetertubus zurückgezogen ist, sodass eine Schienung des Kathetertubus weiterhin im Wesentlichen über seine gesamte Länge erfolgen kann. All dies ist bei herkömmlichen Verweilkanülen aufgrund der Tatsache, dass es im Belieben des Anwenders liegt, wie weit die Punktionsnadel zurückgezogen wird, nicht gegeben.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass durch den Vor schubmechanismus der Kathetertubus über die Punktionsspitze der Punktionsnadel schieb bar und/oder die Punktionsspitze der Punktionsnadel in den Kathetertubus hineinziehbar ist. Dies erlaubt eine große Flexibilität bei der Konstruktion des manuell betätigbaren Vorschub mechanismus. Es kann somit wahlweise der Kathetertubus gegenüber der Punktionsnadel vorschiebbar sein, oder die Punktionsnadel gegenüber dem Kathetertubus hineinziehbar, oder eine Kombination daraus.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass eines, mehrere oder alle Bedienelemente des manuell betätigbaren Vorschubmechanismus im Griffbereich angeordnet sind und/oder Teile des Griffbereichs bilden. Dies hat den Vorteil, dass die Ver weilkanüle vom Anwender besonders einfach zu handhaben ist und sich insbesondere für eine einhändige Bedienung während des gesamten Prozesses des Anlegens der Verweilka nüle am Patienten eignet.
Der manuell betätigbare Vorschubmechanismus kann ganz oder teilweise, zumindest mit seinen überwiegenden Elementen, wie z.B. den manuellen Bedienelementen, Teil der Na delvorrichtung der Verweilkanüle sein. Dies hat den Vorteil, dass die Nadelvorrichtung und damit auch die Punktionsnadel bei erfolgreicher Punktion der Vene, oft erkennbar durch ei nen Blutrückfluss in die Punktionsnadel, vom Anwender in einer stabilen, idealerweise in einer statischen, Position, gehalten werden können, und zunächst das distale Ende des Ka thetertubus präzise über die Punktionsspitze in die Vene vorgeschoben werden kann, bevor dann der durch die Punktionsnadel geschiente Kathetertubus weiter in die Vene vorgescho-
ben wird. In diesem Fall ist die Punktionsnadel zusammen mit den erwähnten Teilen des manuell betätigbaren Vorschubmechanismus als eine Baugruppe ausgebildet, die nach kor rekter Platzierung des Kathetertubus am Patienten, d.h. im zu punktierenden Hohlkörper, insgesamt von der mit dem Kathetertubus verbundenen Baugruppe, insbesondere dem Ge häuse, entfernbar ist.
Der Kathetertubus kann genau über die ortsstabil gehaltene Punktionsnadel appliziert wer den. Dabei kann die Punktionsnadel zu jedem Zeitpunkt weiter nach hinten aus dem Kathe tertubus herausgezogen werden.
Vorteilhaft ist es, wenn der Anwender die Punktionsnadel/Nadelvorrichtung die ganze Zeit mit den Fingern festhält.
Ein individuell durch den Anwender kontrolliertes Zurückziehen der Punktionsnadel wird bei der erfindungsgemäßen Venenverweilkanüle bauartbedingt zu keinem Zeitpunkt verhindert. Dies hat den Vorteil, dass der Anwender immer die Kontrolle über das Herausziehen der Punktionsnadel behält, was eine optimale Kombination aus technischer und anwenderseiti ger Kontrolle ermöglicht.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die durch ma nuelle Betätigung des Vorschubmechanismus erzeugbare Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus und der Punktionsnadel auf einen Maximalwert begrenzt ist. Dies hat den Vor teil, dass die Bedienung für den Anwender besonders einfach gestaltet wird und durch die Konstruktion des Vorschubmechanismus sichergestellt wird, dass Fehler beim Vorschub des Kathetertubus relativ zur Punktionsnadel vermieden werden. Die Begrenzung der Relativbe wegung auf den Maximalwert kann beispielsweise durch die Art der Kraftübertragung von den Bedienelementen des Vorschubmechanismus auf die mit dem Kathetertubus verbunde ne Baugruppe realisiert werden. Beispielsweise kann der Vorschubmechanismus wenigstens einen mechanischen Anschlag haben, durch den die durch manuelle Betätigung erzeugbare Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus und der Punktionsnadel auf den Maximalwert begrenzt ist. Allerdings kann die Begrenzung auf den Maximalwert auch ohne einen solchen mechanischen Anschlag realisiert sein.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Maximal wert der Relativbewegung wenigstens so groß ist wie die Länge der Punktionsspitze. Hier durch wird sichergestellt, dass durch den Vorschubmechanismus eine ausreichende Relativ bewegung zum vollständigen Aufnehmen der scharfkantigen Punktionsspitze im Katheter tubus sichergestellt ist.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Maximal wert der Relativbewegung geringer als das Doppelte der Länge der Punktionsspitze ist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Punktionsnadel nicht unnötig weit in den Katheter tubus zurückgezogen wird und eine ausreichende Stützung im Sinne einer Schienung des Kathetertubus durch die Punktionsnadel beibehalten wird. Gemäß einer weiteren vorteilhaf ten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Maximalwert der Relativbewegung geringer als das Dreifache der Länge der Punktionsspitze ist.
Als Punktionsspitze wird dabei derjenige patientennahe Bereich der Punktionsnadel verstan den, der angespitzt ist, z.B. durch einen schrägen Anschliff oder durch konische Formge bung. Die Länge der Punktionsspitze ist somit die Erstreckung der Punktionsspitze in Längs richtung der Punktionsnadel.
Die Punktionsspitze kann hierbei so ausgebildet sein, dass sie intakte Patientenhaut ohne wesentlichen Vorschub durch den Anwender durchdringen kann. In einer weiteren Ausbil dung durchdringt sie Patientenhaut aufgrund ihrer Formgebung nicht ohne erheblichen Vor schub oder knickt gar vor dem Durchdringen der Haut ab. Die Punktionsspitze ist also weni-
ger spitz / mehr stumpf ausgebildet. Hierdurch kann die Erfindung vorteilhaft direkt in sehr verletzlichen/weichen anatomischen Regionen angewendet werden, zu denen z.B. bereits chirurgisch ein Zugang durch die Haut geschaffen wurde. Beispielhaft kann die Erfindung im Bereich des Zentralnervensystems, insbesondere im Bereich des Gehirns, angewendet wer den.
Wenn die Punktionsspitze den erwähnten schrägen Anschliff hat, sind verschiedene Punkti onstechniken möglich. Bei der Bevel-Up-Technik wird die Punktionsspitze derart durch die Haut eingeführt, dass der schräge Anschliff einschließlich der darin vorhandenen inneren Öffnung der Punktionsnadel nach oben zeigt, d. h. von der Haut des Patienten abgewandt ist. Bei der Bevel-Down-Technik ist die Punktionsspitze im Vergleich dazu um 180° gegen über dem Kathetertubus gedreht, sodass der schräge Anschliff einschließlich der darin vor handenen inneren Öffnung der Punktionsnadel nach unten zeigt, d. h. der Haut des Patien ten zugewandt ist.
Die Verweilkanüle kann zum Beispiel derart gestaltet sein, dass die Punktionsnadel oder zumindest die Punktionsspitze jederzeit gegenüber dem Kathetertubus um die Längsachse gedreht werden kann. Dann kann der Anwender wahlweise die Bevel-Up-Technik oder die Bevel-Down-Technik anwenden. Die Verweilkanüle kann auch derart gestaltet sein, dass die Punktionsnadel oder zumindest die Punktionsspitze in wenigstens einer bestimmten Längs- verschiebeposition, zum Beispiel wenn die Punktionsspitze am patientennahen Ende aus dem Kathetertubus herausragt, nicht oder nur mit erhöhtem Kraftaufwand gegenüber dem Kathetertubus gedreht werden kann. Beispielsweise kann die die Punktionsnadel aufweisen de Baugruppe in dieser Längsverschiebeposition formschlüssig mit der den Kathetertubus aufweisenden Baugruppe gekoppelt sein und auf diese Weise die Drehbarkeit der Punkti onsnadel gegenüber dem Kathetertubus unterbunden sein. Hierbei kann die Verweilkanüle beispielsweise derart gestaltet sein, dass der schräge Anschliff einschließlich der darin vor handenen inneren Öffnung der Punktionsnadel von vornherein nach unten zeigt, d. h. der Haut des Patienten bzw. einer Unterseite der Verweilkanüle zugewandt ist, an der wenigs tens ein Fixierungsflügel der Verweilkanüle angeordnet ist.
Gemäß einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktionsspitze um die eigene Längsachse und/oder die Längsachse der Punktionsnadel gedreht/rotiert und hierbei bevorzugt auf ein Kreismaß von 45°, 90°, 135°, 180°, 225°, 270°, 315° oder 360° stellbar ist (Winkelangaben in Grad bezogen auf ein Kreismaß von 360 Grad (360°)), wobei alle Zwischenstufen bezüglich des Kreismaßes denkbar sind. Der schräge Anschliff der Punktionsspitze zeigt in diesem Fall bereits konstruktionsbedingt vor Benutzung der erfindungsgemäßen Verweilkanüle nicht mehr zwingend nach oben, ist also nicht mehr zwingend von der Haut des Patienten abgewandt. Dies kann vorteilhafte schonendere Punk tionstechniken ermöglichen, da u.a. Punktions-/Einstichwinkel variiert werden können. Die Punktionsnadel oder die die Punktionsnadel aufweisende Baugruppe kann hierbei Halte- L/Vegbegrenzungselemente (im Folgenden nur „Halteelemente“) aufweisen, durch die die Drehbarkeit/Rotierbarkeit der Punktionsspitze/Punktionsnadel zumindest in bestimmten Längsverschiebepositionen der Punktionsspitze und/oder Punktionsnadel und/oder Nadel vorrichtung gegenüber dem Kathetertubus eingeschränkt oder aufgehoben ist. In einer vor teilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die eben beschriebene Drehbarkeit/Rotierbarkeit der Punktionsspitze/Punktionsnadel dann vollständig aufgehoben, wenn die Punktionsspitze den Kathetertubus zumindest teilweise nach distal (in Richtung Patient) überragt. Die Hal teelemente können hierbei z.B. als Rastelemente, Einkerbungen, Rillen oder Vorsprünge ausgebildet sein. Diese können mit Halteelementen, die sich am Kathetertubus oder an wei teren Komponenten der erfindungsgemäßen Verweilkanüle befinden, wechselwirken, bei spielhaft durch Einrasten, Verkeilen oder Verdrehen. Alle Halteelemente können zumindest teilweise aus einem Material bestehen oder mit mindestens einem solchen beschichtet sein, welches den Reibungswiderstand erhöht. Die oben erwähnten Winkelangaben können auf einer Komponente der Verweilkanüle für den Anwender kenntlich gemacht werden, so dass das aktuelle Kreismaß, auf das die Punktionsspitze und/oder Punktionsnadel gestellt ist, ein-
fach abgelesen werden kann. Denkbar sind hier z.B. auch kreis- oder halbkreisförmige Mar kierungen in unterschiedlicher Strichstärke und z.B. auch farbige Markierungen in den Am pelfarben „grün“, „gelb“ und rot“. Denkbar ist auch, dass initiale Punktion und weiteres Vor schieben der Punktionsspitze und/oder Punktionsnadel in das zu punktierende Gewebe der art erfolgen, dass die Punktionsspitze und/oder Punktionsnadel sequentiell auf ein unter schiedliches Kreismaß gestellt, d.h. in der zeitlichen Abfolge des Punktionsvorgangs um die Längsachse der Punktionsspitze/Punktionsnadel gedreht/rotiert wird.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Vorschub mechanismus mittels einer Arretierung in der manuell betätigten Position, in der die Punkti onsspitze im Kathetertubus aufgenommen ist, fixierbar ist. Dies hat den Vorteil, dass durch die Konstruktion des Vorschubmechanismus ein versehentliches Wiederausfahren der Punk tionsspitze aus dem Kathetertubus vermieden wird. Ist der Vorschubmechanismus einmal manuell betätigt und die Punktionsspitze im Kathetertubus aufgenommen, wird durch die Arretierung verhindert, dass sich die Punktionsspitze ungewollt wieder aus dem Katheter tubus heraus bewegt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass in der manuell betätigten Position des Vorschubmechanismus, in der die Punktionsspitze im Kathetertubus aufgenommen ist, wenigstens ein Bedienelement des Vorschubmechanismus mittels der Arretierung fixierbar ist und/oder wenigstens ein Teil des Gehäuses des Katheters an der Nadelvorrichtung fixierbar ist. Dies erlaubt eine einfache Realisierung der Arretierung des Vorschubmechanismus in der manuell betätigten Position. Das Bedienelement des Vor schubmechanismus kann z.B. an einem als Gegenstück zugeordneten weiteren Bedienele ment mittels der Arretierung fixierbar sein, oder an einem anderen Teil der Nadelvorrichtung.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass wenigstens ein Bedienelement des Vorschubmechanismus als schwenkbar gelagerter Hebel mit wenigstens einem Hebelarm ausgebildet ist. Auf diese Weise wird ein zuverlässig arbeitender, robuster Vorschubmechanismus geschaffen, der vom Anwender einfach und intuitiv zu bedienen ist. Der Hebel kann beispielsweise einen Kraftarm und einen Lastarm haben, wobei der Hebel an einer Position zwischen dem Kraftarm und dem Lastarm mittels eines Lagerungselements schwenkbar gelagert ist. Der Lastarm ist dabei der Hebelarm, der eine Kraft auf ein mit dem Kathetertubus verbundenes Bauteil ausübt, z.B. auf das Gehäuse der Verweilkanüle. Der Kraftarm ist der Hebelarm, an dem vom Anwender die Betätigungskraft aufgebracht wird, z.B. an einer Grifffläche des Kraftarms. Dabei können die Längen von Kraftarm und Lastarm gleich oder unterschiedlich sein. Beispielsweise kann der Lastarm länger als der Kraftarm sein.
Als Betätigungselement zur Erzeugung des Vorschubs des Kathetertubus gegenüber der Punktionsnadel kann beispielsweise auch ein drehbar gelagertes Rad vorhanden sein, das eine Vorschubkraft beim Drehen des Rades auf den Kathetertubus oder ein damit verbunde nes Bauteil durch kraftschlüssige Kopplung und/oder Reibung überträgt. Eine kraftschlüssige Kopplung zwischen dem drehbar gelagerten Rad und dem Kathetertubus oder dem damit verbundenen Bauteil kann z.B. durch eine Kulisse-/Zapfen-Führung oder durch eine Verzah nung bereitgestellt sein. Ein solches drehbar gelagertes Rad wird nachfolgend als ein Spezi alfall eines Hebels betrachtet.
Die erforderliche Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus und der Punktionsnadel, durch die letztendlich die Punktionsspitze im Kathetertubus aufgenommen wird, kann allein durch manuell aufgebrachte Betätigungskraft erzeugt werden. Die Relativbewegung kann auch zusätzlich durch Federkraft unterstützt werden, d.h. durch die Kraft einer vorgespann ten Feder, durch die eine vom Anwender manuell ausgelöste Relativbewegung durch die Federkraft vollständig oder teilweise fortgeführt wird. Beispielsweise kann die Verweilkanüle als manuelles Bedienelement lediglich ein Auslöseelement zum Auslösen der Relativbewe-
gung haben, wobei die weitere Durchführung der Relativbewegung dann durch Federkraft erfolgt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Vorschub mechanismus als Bedienelemente wenigstens zwei Griffflächen hat, an denen jeweils we nigstens ein Finger des Anwenders anlegbar ist, wobei die wenigstens zwei Griffflächen voneinander abgewandt angeordnet sind. Dies hat den Vorteil, dass der Anwender die Ver weilkanüle sehr einfach greifen kann und während des gesamten Applikationsprozesses am Patienten an denselben Griffflächen halten und bedienen kann. Auf diese Weise ist eine ein händige Bedienung möglich, ohne dass der Anwender beim Anlegeprozess am Patienten die Griffposition ändern muss (kein Umgreifen erforderlich). Dadurch, dass die wenigstens zwei Griffflächen voneinander abgewandt angeordnet sind, kann der Anwender diese Griffflächen von zwei Seiten umgreifen und hierdurch die Verweilkanüle sicher halten.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass wenigstens eine der Griffflächen an einem Hebelarm eines schwenkbar gelagerten Hebels des Vor schubmechanismus angeordnet ist. Hierdurch wird eine sichere Bedienung des Vorschub mechanismus gewährleistet. Der Anwender kann den für die Bedienung erforderlichen Fin ger intuitiv an der richtigen Stelle platzieren.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Hebel um eine Drehachse drehbar ist, wobei zumindest im unbetätigten Zustand des Vorschubmecha nismus sich die am Hebel angeordnete Grifffläche von einer Position, die weiter als die Drehachse von der Punktionsnadel entfernt ist, bis zu einer Position, die näher an der Punk tionsnadel als die Drehachse ist, erstreckt. Dies hat den Vorteil, dass ungewollte Fehlbetäti gungen des Vorschubmechanismus während des Einführens der Punktionsspitze der Punk tionsnadel in den Hohlkörper vermieden werden. Durch die entsprechende Platzierung der Grifffläche relativ zur Drehachse wird während des Punktionsvorgangs noch kein ausrei chendes Drehmoment auf den Hebel übertragen, sodass nicht ungewollt zu früh der Vor schubmechanismus aktiviert wird. Allgemein kann gesagt werden, dass die Drehachse nicht zu nahe an der Punktionsnadel angeordnet werden sollte, auch um einen ausreichenden Betätigungsweg für den Vorschub des Kathetertubus relativ zur Punktionsnadel zu ermögli chen. Die am Hebel angeordnete Grifffläche kann sich z.B. überwiegend an dem Kraftarm des Hebels befinden, sie kann sich auch zumindest über einen Teilbereich des Lastarms erstrecken.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass eine Vorschub kraft zur Durchführung des Vorschubs des Kathetertubus gegenüber der Punktionsnadel vom Hebel an einer Stelle auf den Kathetertubus oder ein damit verbundenes Bauteil über tragen wird, die näher am distalen Ende des Kathetertubus angeordnet ist als die Drehachse D, um die der Hebel verschwenkbar gelagert ist.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions nadel zusammen mit dem manuell betätigbaren Vorschubmechanismus als eine Baugruppe ausgebildet ist, deren Bauteile fest miteinander verbunden sind, z.B. derart, dass sie nicht ohne Werkzeug voneinander gelöst werden können. Insbesondere kann der schwenkbar gelagerte Hebel als fester Bestandteil dieser Baugruppe, die den Vorschubmechanismus und die Punktionsnadel beinhaltet, ausgebildet sein. Soll nach Durchführung einer Punktion eines Gefäßes die Punktionsnadel entfernt werden, wird auf diese Weise immer die gesamte Baugruppe entfernt, d.h. die Punktionsnadel mit dem Vorschubmechanismus einschließlich des Hebels.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Hebel von einer Anfangsposition, in der die Spitze der Punktionsnadel vollständig aus dem Katheter tubus herausragt, stufenlos bis in eine Endposition verschwenkbar ist, in der die Punktions-
nadel vollständig in dem Kathetertubus aufgenommen ist. Dies erlaubt eine sehr feinfühlige Handhabung der Venenverweilkanüle beim Applizieren an einem Patienten.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Vorschub mechanismus wenigstens ein Sicherungselement hat, durch das eine Betätigung des Vor schubmechanismus bis zum Lösen des Sicherungselements verhindert ist. Beispielsweise kann das Sicherungselement derart gestaltet sein, dass der verschwenkbare Hebel zu nächst, d.h. im gesicherten Zustand, noch nicht verschwenkt werden kann. Erst durch eine gezielte Betätigung eines Entsicherungselements wird die Sicherung aufgehoben und der Hebel kann verschwenkt werden. Hierdurch kann eine Sicherung gegen einen unbeabsich tigten Vorschub des Kathetertubus gegenüber der Punktionsnadel bereitgestellt werden. Beispielsweise kann das Entsichern des Sicherungselements derart erfolgen, dass ein be stimmtes Teil des Vorschubmechanismus erst in eine bestimmte Richtung betätigt werden muss, insbesondere in eine andere Richtung, als der Hebel zum Verschwenken zu betätigen ist. Beispielsweise kann zum Entsichern des Sicherungselements der Hebel erst in Richtung zur Punktionsnadel heruntergedrückt werden müssen, oder Teile des Hebels müssen erst seitlich zusammengedrückt werden, um die Sicherung aufzuheben.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Verweilka nüle, insbesondere deren Kathetertubus, eine oder mehrere Markierungen hat, durch die die infolge der manuellen Betätigung des Vorschubmechanismus erzeugte Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus und der Punktionsnadel anzeigbar ist. Auf diese Weise kann der Anwender auf einfache Weise optisch kontrollieren, ob eine ausreichende Relativbewe gung zwischen dem Kathetertubus und der Punktionsnadel durchgeführt ist. Insbesondere kann die aktuelle Stellung, die durch den Vorschubmechanismus erzeugt wurde, optisch abgelesen werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Vorschub mechanismus zwischen seinen Endstellungen wenigstens eine vom Anwender haptisch er fassbare Zwischenstellung hat, zum Beispiel in Form einer Raststellung. Auf diese Weise können eine oder mehrere Zwischenpositionen der erzeugten Relativbewegung der Punkti onsnadel gegenüber dem Kathetertubus konstruktiv vorgegeben sein und durch den Anwen der aktiv einstellbar sein. Durch die haptische Kontrolle kann der Anwender leicht erkennen, welche Zwischenstellung er erreicht hat, z.B. indem in der jeweiligen Zwischenstellung ein erhöhter Widerstand bei der Betätigung des Vorschubmechanismus auftritt. Auf diese Weise kann die Rigidität des Kathetertubus variiert und an individuelle anatomische Gegebenheiten angepasst werden. So kann es bei fragilen Blutgefäßen vorteilhaft sein, wenn der Katheter tubus bereits beim Einführen in das Blutgefäß insbesondere im patientennahen Bereich fle xibler ausgebildet ist, um ein schonenderes Einführen in das Blutgefäß zu gewährleisten.
Eine Eigenschaft herkömmlicher Venenverweilkanülen ist die konstruktionsbedingt nicht ein geschränkte Längsverschieblichkeit der innenliegenden Punktionsnadel gegenüber dem au ßenliegenden Kathetertubus. Dadurch kann die Punktionsnadel nach erfolgreicher Punktion funktionsgemäß in Richtung Anwender aus dem Kathetertubus zurück-/herausgezogen und somit entfernt werden. Der eher flexible Kathetertubus benötigt allerdings nach erfolgreicher Punktion beim Vorschieben in die Vene oft eine Schienung, damit er stabil in die Vene vor geschoben werden kann. Durch die innenliegende Punktionsnadel erfolgt diese Schienung. Bei herkömmlichen Venenverweilkanülen ist jedoch das Ausmaß des Zurückziehens der Punktionsnadel unsicher. Bei zu geringem Zurückziehen kann die Spitze der Punktionsnadel noch am venennahen Ende des Kathetertubus freiliegen und somit anatomische Strukturen ungewollt beschädigen. Bei zu großem Zurückziehen kann der Kathetertubus beim Vor schieben in die Vene nicht ausreichend geschient werden. Ungewollt kann aber auch die Punktionsnadel nach Zurückziehen wieder in Richtung Vene vorgeschoben werden. Dies kann zu einer Beschädigung des Kathetertubus durch die Spitze der Punktionsnadel und damit auch z.B. zu einem Abscheren von Teilen des Kathetertubus in die Vene führen.
Bei der erfindungsgemäßen Verweilkanüle wird die Punktionsnadel nach erfolgreicher Ve nenpunktion eine definierte Wegstrecke in Längsrichtung in den Kathetertubus zurückgezo gen. Das hat den Vorteil, dass sich der Anwender sicher sein kann, dass die Spitze der Punktionsnadel den Kathetertubus in Richtung Vene in Längsrichtung nicht mehr überragt. In diesem Zustand wird die Spitze durch den außenliegenden Kathetertubus komplett umge ben, eine ungewollte Verletzung von anatomischen Strukturen wird so vermieden.
Bei der erfindungsgemäßen Verweilkanüle wird aber auch vermieden, dass während des Punktionsvorgangs die Punktionsnadel zu weit von der Vene weg in den Kathetertubus zu rückgezogen wird und somit die Schienung des Tubus nicht ausreichend ist. Die Punktions nadel schient also über eine genau definierte Wegstrecke den Kathetertubus und stabilisiert diesen präzise beim Vorschieben in die Vene. Die Wegstrecke kann zudem durch Markie rungen an der Verweilkanüle angezeigt werden. Sie kann auch präzise durch den Anwender variiert werden, indem entsprechende Riffelungen/Vertiefungen an der Verweilkanüle ange bracht sind, in welche z.B. ein Griffstück eingerastet werden kann.
Vorteilhaft kann ein Maximalwert der Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus und der Punktionsnadel vorgegeben sein, der nur mit besonderem Aufwand von dem Anwender überwunden werden kann, um die Punktionsnadel entfernen zu können. Dies verhindert, dass die Punktionsnadel ungewollt komplett aus der Verweilkanüle herausrutscht. Das oben Geschriebene ist insbesondere dann relevant, wenn der Kathetertubus sehr flexibel ausge bildet ist und/oder auch z.B. eine spiral- oder wellenförmige Struktur besitzt, wie dies bei der erfindungsgemäßen Verweilkanüle der Fall sein kann.
Besonders relevant kann dies auch dann sein, wenn die Verweilkanüle nur an der Über gangsstelle zwischen Kathetertubus und/oder nur in einem venenfernen Anteil, z.B. auf Hautniveau, wie eben beschrieben sehr flexibel ausgebildet ist.
Maximale Sicherheit vor einer ungewollten Verletzung anatomischer Strukturen durch die Spitze der Punktionsnadel besteht besonders dann, wenn der Kathetertubus zusätzlich durchstichsicher ausgebildet ist.
Eine ausgeprägte Thermoplastizität des Kathetertubus ist nicht mehr zwingend erforderlich, da dieser sehr flexibel ausgebildet sein kann und die für das Vorschieben in die Vene oft erforderliche Rigidität hauptsächlich durch die Punktionsnadel gewährleistet wird.
Denkbar ist auch, dass die Punktionsnadel zur Punktion erst in eine Position vorgeschoben werden muss, in der die Spitze der Punktionsnadel den Kathetertubus in Richtung Vene überragt.
An der konkaven Ausbuchtung (s. Zeichnungen) kann die Verweilkanüle auch mit einem Faden an der Haut fixiert werden, insbesondere dann, wenn die Ausbuchtung über Riffelun gen/Vertiefungen/Erhebungen, seitliche Aussparungen und/oder über weitere Befestigungs elemente verfügt.
Die erfindungsgemäße Verweilkanüle ist zudem besser als herkömmliche Verweilkanülen einhändig bedienbar. So kann die andere Hand des Anwenders z.B. dafür verwendet wer den, die zu punktierende Körperstelle zu stabilisieren und die Haut zu spannen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Punktion.
Bei der erfindungsgemäßen Verweilkanüle können im Gegensatz zu herkömmlichen Ver weilkanülen zudem definierte und intuitiv bedienbare Griffflächen für die Finger des Anwen ders vorhanden sein. Die Verweilkanüle kann somit nicht mehr ungewollt verunrei nigt/kontaminiert werden, insbesondere nicht mehr im Bereich der Eintrittsstelle in und/oder im Bereich der Auflagefläche auf die Haut. Der Bereich der Eintrittsstelle in die Haut ist zu dem konstruktionsbedingt besonders vor Verunreinigung/Kontamination geschützt. Die Griff-
flächen selbst sind an die Anatomie des Anwenders adaptiert und können auch knet- /verformbar ausgebildet sein.
Zusätzlich ist die Fixierung der erfindungsgemäßen Verweilkanüle erleichtert, da die Fixie rungsflügel nur über einen schmalen Steg mit den sonstigen Komponenten der Verweilkanü le verbunden sind und somit z.B. Pflaster vereinfacht angebracht werden können. Insbeson dere können die Flügel eines Pflasters und/oder Pflasterstreifen vereinfacht unter der Ver weilkanüle hindurchgeführt werden. Denkbar ist auch, dass die Flügel verschwenkbar an der Verweilkanüle angebracht sind. Denkbar ist auch, dass die Flügel knetbar und/oder verform bar ausgebildet sind und sich so auch an Unebenheiten im Hautbereich des Patienten opti mal anpassen können. Möglich ist auch, dass der Steg aus mindestens einem knetbaren und/oder verformbaren und/oder elastischen Material besteht. Vorteilhaft kann er auch mit mindestens einer spiralartigen und/oder federartigen Struktur weitergebildet sein. Dadurch können Kräfte/Bewegungen, die auf belastete Komponenten der Venenverweilkanüle einwir ken, in ihrer Wirkung auf andere Komponenten der Venenverweilkanüle abgemildert, z.B. abgefedert, werden, wenn ein wie eben beschriebener Steg zwischen den belasteten und den anderen Komponenten liegt.
Es kann jeder herkömmliche/handelsübliche, ein- oder mehrlumige, Kathetertubus verwen det werden. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Kathetertubus jedoch wenigstens eine Stützstruktur auf, durch die das Biegewiderstandsmoment und/oder das Radialwiderstandsmoment des Kathetertubus erhöht ist. Die Stützstruktur kann in Form eines oder mehrerer Verstärkungselemente ausgebildet sein.
Die Stützstruktur kann z.B. eine sich über einen gewissen Längsabschnitt des Kathetertubus erstreckende spiralförmige Struktur sein, die an der Innenseite und/oder an der Außenseite des Kathetertubus und/oder teilweise oder vollständig in die Kathetertubus-Wand integriert sein kann. Es können auch mehrere koaxiale derartige Stützstrukturen vorhanden sein. Die spiralförmige Struktur kann auch federähnliche Eigenschaften aufweisen. Statt einer spiral förmigen Struktur können auch einzelne voneinander beabstandete Stützringe vorhanden sein, sowohl an der Innenseite, der Außenseite und/oder ganz oder teilweise in die Katheter- tubus-Wand integriert. Die spiralförmige Struktur und/oder die Ringe können aus Rundmate rial oder Flachmaterial gebildet sein, insbesondere aus einem Metallmaterial. Wenigstens eine Stützstruktur kann auch durch eine dünnwandige Stützhülse oder ein Stützgeflecht aus miteinander verflochtenen Fasern oder zu einem Gewebe oder Gelege gefügten Fasern ge bildet sein. Der Kathetertubus kann in radialer Richtung einlagig oder mehrlagig ausgebildet sein, sowohl aus gleichen als auch aus unterschiedlichen Materialien in den einzelnen radia len Lagen. Beispielsweise kann eine Stützstruktur in eine innere radiale Lage eingebettet sein, die von einer äußeren radialen Lage des Kathetertubus überdeckt ist.
Als Materialien für den Kathetertubus kommen z.B. Polyurethan (PU) oder FEP in Frage. Materialien für die Stützstruktur können Metallmaterialien sein, insbesondere Edelstahl und/oder Metalllegierungen, insbesondere Nitinol. Nitinol hat den Vorteil, dass durch den Memory-Effekt die gewünschte Resistenz des Kathetertubus gegen ein Zusammendrücken oder Abknicken weiter erhöht wird.
Weitere Materialien für die Stützstruktur können Kunststoffmaterialien sein, insbesondere auch faserverstärkte, z.B. kohlenstoff- oder aramidfaserverstärkte, Kunststoffe.
Bei einer spiralförmigen Gestaltung der Stützstruktur kann eine Spirale vorhanden sein oder mehrere ineinander gelegte Spiralen. Die Windungen der Spirale können über die gesamte Länge der Stützstruktur dem gleichen Abstand voreinander haben oder variierende Abstän de. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann im Hohlkörper-fernen Bereich eine spiralförmige Stützstruktur einen geringeren Abstand der Windungen voreinander auf weisen als im Hohlkörper-nahen Bereich.
Zwischen den Windungen können sich weitere Strukturen befinden, die die Stützstruktur sta bilisieren. In einer vorteilhaften Ausbildung spannen sich diese Strukturen auf, wenn sich die Windungen voneinander wegbewegen, werden also rigider. Die Strukturen zwischen den Windungen sorgen auch dafür, dass die Windungen nur begrenzt voneinander beabstandet sein können. Wenn sich die Windungen aufeinander zubewegen, werden die Strukturen zwi schen ihnen weniger rigider. Die Stützstruktur weist in dieser Ausbildung eine Struktur ähn lich einer Ziehharmonika auf.
In einer vorteilhaften Ausbildung können die Strukturen zwischen den Windungen die Stütz struktur zumindest teilweise bei entsprechender Materialwahl fluidundurchlässig ausbilden.
Durch eine solche Stützstruktur kann bei Verwendung eines bei bildgebenden medizinischen Verfahren sichtbaren Materials, insbesondere eines Metallmaterials, die Sichtbarkeit des Katheters in Patienten mittels bildgebender medizinischer Verfahren verbessert werden, z.B. durch Ultraschalluntersuchung. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Stützstruktur oder die in Längsrichtung vorhandene Abfolge mehrerer Stützstrukturen über die Längserstreckung ungleichmäßig gestaltet. Durch die ungleichmäßige Gestaltung wird eine noch genauere Positionsidentifizierung bestimmter Bereiche des Katheters im Patienten mittels bildgebender medizinischer Verfahren ermöglicht.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung hat der Kathetertubus mehrere seitli che Durchgangsöffnungen, die sich von der Innenseite zur Außenseite hin erstrecken. Die Durchgangsöffnungen (Side Holes) können über die gesamte Länge des Kathetertubus vor handen sein oder nur über einen oder mehrere Längsabschnitte, z. B. in einem Hohlkörper- näheren Abschnitt. Die Durchgangsöffnungen können über den Umfang des Kathetertubus verteilt angeordnet sein. Durch die Durchgangsöffnungen in der Kathetertubus-Wand kann der Durchfluss von Flüssigkeiten durch den Kathetertubus verbessert werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind eine, mehrere oder alle der Durchgangsöffnungen im nicht von der Stützstruktur überdeckten Bereich des Kathetertubus angeordnet. Weist die Stützstruktur beispielsweise eine Spiralform auf, so können Durch gangslöcher zwischen den Windungen der Spirale angeordnet sein. Auf diese Weise wird der Durchfluss durch die Durchgangsöffnungen durch die Stützstruktur nicht behindert.
Denkbar ist auch, dass eine spiralförmige Stützstruktur mindestens über eine Teillänge des Kathetertubus nicht von einem fluidundurchlässigen Material umgeben und/oder beschichtet ist. Dadurch kann die Verweilkanüle in diesem Bereich auch ohne Durchgangslöcher für Flüssigkeiten durchlässig sein. In einer vorteilhaften Ausgestaltung weisen die Windungen der spiralförmigen Stützstruktur in diesem Bereich einen größeren Abstand voneinander auf als in den sonstigen Bereichen des Kathetertubus. Dieser Bereich kann wie oben beschrie ben bevorzugt Hohlkörper-nah liegen.
Denkbar ist auch, dass ein die spiralförmige Stützstruktur umgebendes und/oder dieses be schichtendes fluidundurchlässiges Material zumindest über eine Teillänge Lücken und/oder Unterbrechungen aufweist und somit für eine Fluiddurchlässigkeit der Verweilkanüle im Be reich dieser Lücken/Unterbrechungen sorgt. Side Holes sind dann nicht mehr zwingend er forderlich.
Die erfindungsgemäße Verweilkanüle hat den Vorteil, dass die eben genannten für Flüssig keiten durchlässigen Stellen, z.B. Side Holes, nur in einem Bereich des Kathetertubus ange ordnet sein können, welcher während des Punktionsvorgangs von der Punktionsnadel ge schient und somit auch von innen abgedichtet wird. Somit können beim Punktionsvorgang keine Fremdkörper und/oder z.B. auch ausgestanzte Hautbestandteile die Side Holes verle gen und/oder in diesen nicht ungewollt in tiefer gelegene anatomische Strukturen ver schleppt werden.
Allerdings ist es bei der erfindungsgemäßen Verweilkanüle auch vorteilhaft möglich, durch verschiedene Positionen der Punktionsnadel in Längsrichtung für Flüssigkeiten durchlässige Stellen, z.B. Side Holes, präzise und selektiv freizugeben, wenn diese sich an in Längsrich tung unterschiedlichen Positionen an oder in dem Kathetertubus befinden. So können präzi se gesteuert Verdünnungseffekte erzeugt werden, um z.B. venenreizende Substanzen ver träglicher zu injizieren.
In einerweiteren vorteilhaften Ausbildung kann das o.g. Material die spiralförmige Stützstruk tur auch zusammenhängend in Längsrichtung der Verweilkanüle nur teilweise umgeben. So kann eine Art Steg ausgebildet sein, welcher einer Entspiralisierung der Stützstruktur entge genwirkt. Bei sehr dichter Wickelung kann die Stützstruktur fluidundurchlässig, bei weniger dichter Wickelung aber auch fluiddurchlässig ausgebildet sein. Durch die Dichte der Wicke lung kann auch bestimmt werden, ob die Stützstruktur z.B. fluidundurchlässig ausgebildet ist, aber für Gase/Dämpfe dennoch durchlässig ist. Denkbar ist auch, dass die Stützstruktur nur für bestimmte Fluide durchlässig ist. Ebenso denkbar ist, dass die Stützstruktur thermoplasti sche Eigenschaften aufweist und/oder sich durch die Körperwärme ausdehnt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Katheter ein Gehäuse auf, an dem der Kathetertubus angebracht ist. Der Kathetertubus erstreckt sich von einer zum Hohlkörper gerichteten Seite des Gehäuses fort. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Katheter in dem Bereich, in dem der Kathetertubus aus dem Gehäu se abragt, d.h. in einem Tubusaustrittsbereich des Gehäuses, eine den Kathetertubus voll ständig oder zumindest teilweise umfangsseitig umgebende Knickschutzstruktur auf, durch die die Gefahr des Abknickens des Kathetertubus im Bereich der Austrittstelle aus dem Ge häuse reduziert ist. Hierdurch kann eine unerwünschte Knickbildung des Kathetertubus beim Hantieren mit der Verweilkanüle insbesondere im Bereich der Austrittstelle aus dem Gehäu se vermieden werden. Dieser Bereich ist besonders knickgefährdet, da bei bekannten Ve nenverweilkanülen ein abrupter Übergang vom relativ robusten, unflexiblen Gehäuse in den vergleichsweise dünnwandigen und dementsprechend empfindlichen Kathetertubus erfolgt. Durch die erfindungsgemäße Knickschutzstruktur wird in diesem Bereich der bisher abrupte Übergang sanfter gestaltet. Die Knickschutzstruktur kann z.B. eine trompetenförmig abge rundete, den Kathetertubus umfangsseitig umgebende, Oberfläche beinhalten.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Griffbereich derart gestaltet, dass er zwei Griffflächen aufweist, die an voneinander gegenüberliegenden Seiten des Bauteils, an dem der Griffbereich vorhanden ist, angeordnet sind. Dies hat den Vorteil, dass die Verweil kanüle am Griffbereich auf einfache und sichere Weise mit dem Daumen und einem anderen Finger, z. B. dem Mittelfinger oder dem Zeigefinger, gut gegriffen werden kann. Die Griffflä chen können insbesondere überwiegend ebene Griffflächen sein oder einen zumindest überwiegend ebenen Teil haben. In ihren ebenen Bereichen können die Griffflächen parallel zueinander angeordnet sein. Die Griffflächen können auch nach Art einer Mulde mit einer zumindest bereichsweise gekrümmten (konkaven) Oberfläche ausgebildet sein. Die Griffflä chen können eine Strukturierung aufweisen, durch die die Verweilkanüle noch besser gegrif fen werden kann und ein Abrutschen der Finger vermieden wird.
Beispielsweise kann an den Griffflächen eine Riffelung, Noppung oder eine andere Oberflä chenstrukturierung vorhanden sein. Die Griffflächen können insbesondere derart gestaltet sein, dass deren Abmessung in Längsrichtung der Verweilkanüle größer ist, z. B. wenigstens doppelt so groß, wie die Abmessung in Querrichtung. Dabei kann eine jeweilige Grifffläche aus dem Material des Gehäuses der Verweilkanüle ausgebildet sein oder aus einem ande ren Material, insbesondere aus einem Material mit größerer Elastizität oder Flexibilität. Bei spielsweise kann die Grifffläche als Einsatzteil ausgebildet sein, z. B. aus einem Elastomer, z. B. Gummi, oder Silikon, oder irgendeinem anderen weicheren Material als dem Material des Gehäuses der Verweilkanüle. Ein solches Einsatzteil kann dann in einer entsprechenden Vertiefung des Gehäuses der Verweilkanüle befestigt sein.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung hat die Verweilkanüle wenigstens eine Fingerstopvorrichtung am Gehäuse, die am Tubusaustrittsbereich oder nahe dem Tu busaustrittsbereich angeordnet ist. Die Fingerstopvorrichtung ist damit deutlich beabstandet vom proximalen Ende des Gehäuses. Die Fingerstopvorrichtung dient dazu, dass ein verse hentliches Abrutschen der Finger des Anwenders, mit denen der Anwender die Verweilkanü le beim Applizieren am Patienten anfasst, in Längsrichtung der Verweilkanüle vom Gehäuse vermieden wird, d. h. ein Abrutschen zum Patienten hin. Die Fingerstopvorrichtung bildet damit ein Hindernis für die Finger gegenüber einem Abrutschen vom Gehäuse in Richtung des Patienten. Auf diese Weise werden Kontaminationen der Einstichstelle am Patienten und von Teilen der Verweilkanüle im Bereich der Einstichstelle vermieden. Die Fingerstopvorrich tung kann z. B. als Umfangsvergrößerung gegenüber benachbarten Umfangsbereichen des Gehäuses ausgebildet sein, beispielsweise in Form einer Schürze, eines Wulstes oder einer sonstigen Verdickung. Die Fingerstopvorrichtung kann das Gehäuse umfangsseitig vollstän dig umgeben oder nur in Teilabschnitten, beispielsweise nur seitlich rechts und links vom Kathetertubus.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Verwendung von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine Verweilkanüle nach Art einer Explosionszeichnung, Figur 2 eine Verweilkanüle in perspektivischer Ansicht, Figuren 3, 4 die Verweilkanüle gemäß Figur 2 in teilweise geschnittener Seitenansicht, Figur 5 die Verweilkanüle gemäß Figur 2 in einer Ansicht auf die Unterseite, Figuren 6 - 8 die Verweilkanüle gemäß Figur 2 in verschiedenen Benutzungszuständen, Figur 9 eine Verweilkanüle in einer weiteren Ausführungsform in perspektivischer Ansicht,
Figur 10 die Verweilkanüle gemäß Figur 9 in Seitenansicht, Figuren 11, 12 die Verweilkanüle gemäß Figur 9 in teilweise geschnittener Seitenansicht, Figuren 13 die Verweilkanüle gemäß Figur 9 in Benutzung, Figur 14 eine Verweilkanüle in einer weiteren Ausführungsform in perspektivischer Ansicht,
Figuren 15, 16 die Verweilkanüle gemäß Figur 14 in Draufsicht in verschiedenen Benut zungszuständen,
Figur 17 eine Verweilkanüle in einer weiteren Ausführungsform in perspektivischer Ansicht,
Figuren 18, 19 die Verweilkanüle gemäß Figur 17 in Seitenansicht in verschiedenen Be nutzungszuständen.
Die in Figur 1 nach Art einer Explosionszeichnung dargestellte Verweilkanüle 1 weist einen Katheter 2 und eine Nadelvorrichtung 3 auf. Der Katheter 2 weist ein Gehäuse 20 auf, an dem an einer zum Patienten gewandten Seite ein Tubusaustrittsbereich 21 vorhanden ist, an dem ein Kathetertubus 22 aus dem Gehäuse 20 heraustritt und davon abragt. Der Katheter tubus 22 ist vergleichsweise flexibel ausgebildet und dient als Applikationsmöglichkeit für die intravenöse Einleitung von Flüssigkeiten, insbesondere Infusionslösungen, Blutprodukten und Medikamenten. Der Kathetertubus 22 befindet sich dann mit seinem distalen Teil in ei nem Hohlkörper, z.B. in der Vene eines Patienten. Die Nadelvorrichtung 3 weist eine Punkti onsnadel 30 auf, die sich im Grundzustand der Verweilkanüle 1 weitgehend in dem Gehäuse 20 und dem Kathetertubus 22 befindet, wobei aus dem distalen Ende des Kathetertubus 22 die Spitze 31 der Punktionsnadel 30 herausragt. Die Nadelvorrichtung 3 ist gegenüber dem Katheter 2 in Längsrichtung L verschiebbar.
Am Gehäuse 20 sind Fixierflügel 23 angeordnet, die zur manuellen Handhabung und zur Sicherung des Katheters 2 am Patienten dienen. Auf der vom Tubusaustrittsbereich 21 ab gewandten Seite hat das Gehäuse 20 eine Nadelöffnung 25, durch die die Punktionsnadel 30 im Gehäuse 20 und im Kathetertubus 22 platzierbar ist. Nach Anlegen der Verweilkanüle am Patienten wird die Nadelvorrichtung 3 entfernt. Die Nadelöffnung 25 dient dann als
Konnektierungsmöglichkeit für z.B. eine Infusionsleitung oder ein Aspirationselement, z.B. eine Spritze.
Am Gehäuse 20 kann auch ein Injektionsport vorhanden sein, der beispielsweise auf der von den Fixierflügeln 23 abgewandten Seite vom Gehäuse 20 abragt. Der Injektionsport dient zur Injektion von Medikamenten. Er ist ansonsten mittels einer Verschlusskappe verschlossen.
Die Nadelvorrichtung 3 hat außerdem ein Verschlusselement 33 mit Stopfen und ein Hand habungselement 32 am proximalen Ende der Punktionsnadel 30. Im Grundzustand ist die Nadelöffnung 25 durch das Verschlusselement 33 verschlossen. Das Handhabungselement 32 dient zum Handhaben der Nadelvorrichtung 3 durch den Anwender, d.h. im Wesentlichen zum Zurückziehen der Punktionsnadel 30 nach erfolgter Punktion. Die Nadelvorrichtung 3 wird, wie erwähnt, nach dem Anlegen des Katheters 2 am Patienten entfernt.
Die Nadelvorrichtung 3 kann am proximalen Ende, d.h. im Bereich des Handhabungsele ments 32, einen Anschlussport 34 zum Anschließen einer Spritze oder einer Infusionsleitung haben, z. B. für die Blutaspiration. Der Anschlussport 34 ist durch eine Verschlusskappe 4 verschlossen. Die Verschlusskappe 4 kann beispielsweise aufgeschraubt oder aufgesteckt sein.
Die Figuren 2 bis 5 zeigen eine Verweilkanüle 1 mit einem manuell betätigbaren Vorschub mechanismus 5 zur Erzeugung einer Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus 22 und der Punktionsnadel 30. Der Vorschubmechanismus 5 hat in dieser Ausführungsform einen Basiskörper 51, der an einem Gehäuse oder einem anderen Teil der Nadelvorrichtung 3 be festigt ist, z.B. am Verschlusselement 33 oder in der Nähe davon. Mit dem Basiskörper 51 ist über ein Gelenk 52 ein schwenkbar gelagerter Hebel 53 verbunden, der ein Bedienelement des manuell betätigbaren Vorschubmechanismus 5 bildet. Der Hebel 53 ist über das Gelenk 52 verschwenkbar mit dem Basiskörper 51 verbunden. Das Gelenk 52 kann z.B. als Materi albrücke, d.h. in Form einer stoffschlüssigen Verbindung, zwischen dem Hebel 53 und dem Basiskörper 51 ausgebildet sein. Auf diese Weise kann die Baugruppe aus dem Basiskörper 51, dem Gelenk 52 und dem Hebel 53 als einstückige Baugruppe hergestellt werden. Dabei kann das Gelenk 52 eine Drehachse ausbilden, um die der Hebel 53 schwenkbar bzw. dreh bar gelagert ist.
Am Basiskörper 51 ist eine Grifffläche 50 zum Anlegen eines Fingers des Anwenders vor handen. Am Hebel 53 ist eine Grifffläche 54 vorhanden, z.B. in Form einer konkaven Mulde mit einer Riffelung. Die Griffflächen 50, 54 sind an voneinander abgewandten Seiten der je weiligen Bauteile angeordnet, sodass sie beispielsweise zwischen dem Daumen und dem Zeigefinder des Anwenders gegriffen werden können. Dabei kann z.B. der Mittelfinder des Anwenders stützend an der Unterseite des Basiskörpers 51 angelegt werden, wie nachfol gend noch anhand der Figuren 6 und 7 gezeigt wird. Die Griffflächen 50, 54 können z. B. eine Riffelung in Querrichtung aufweisen. Um einen vergrößerten Aufnahmeraum für den Finger des Anwenders im Bereich der vorderen Grifffläche 54 bereitzustellen, kann das Ge häuse 20 vor der Grifffläche 54 eine Verjüngung oder auf andere Weise gestaltete Mulde 70 haben, in die sich der Finger des Anwenders beim Betätigen des Hebels 53 zumindest teil weise erstrecken kann.
Am Gehäuse 20 des Katheters 2 oder einem damit verbundenen Teil ist eine Gehäusekante oder ein sonstiges Element, z.B. wie in den Zeichnungen dargestellt ein seitlich abragender Zapfen 57, angeordnet, über den mit dem Hebel 53 eine an der Grifffläche 54 aufgebrachte Betätigungskraft auf den Katheter 2 übertragen werden kann, um die Relativbewegung zwi schen dem Kathetertubus 22 und der Punktionsnadel 30 zu erzeugen. Der Zapfen 57 oder die sonstige Kante kann beispielsweise einstückig an dem Gehäuse 20 angeformt sein. Am Hebel 53 kann eine entsprechende Zapfenaufnahme zur Aufnahme des Zapfens 57 ange ordnet sein, z.B. angeformt sein, die im unbetätigten Zustand des Vorschubmechanismus 5 den Zapfen 57 so weit umschließt, dass hierdurch ein manuelles Vorschieben des Katheter-
tubus 22 über die Punktionsnadel 30 blockiert ist. Erst nach Betätigung des Hebels 53, wie in Figur 4 dargestellt, wird der Zapfen 57 so weit freigegeben, dass der gewünschte Vorschub des Kathetertubus 22 relativ zur Punktionsnadel 30 möglich ist.
In der Figur 3 ist die Verweilkanüle 1 mit noch unbetätigtem Vorschubmechanismus 5 darge stellt. Dementsprechend ragt die Punktionsspitze 31 aus dem Kathetertubus 22 heraus. In der Figur 4 ist die Verweilkanüle 1 mit betätigtem Vorschubmechanismus 5 dargestellt. Dementsprechend ist die Punktionsspitze 31 in dem Kathetertubus 22 aufgenommen.
Zur Arretierung des Vorschubmechanismus 5 in der manuell betätigten Position können eine oder mehrere Arretierungen vorhanden sein. Beispielhaft ist dargestellt, dass an dem Basis körper 51 eine Rastkante 56 ausgebildet ist, z.B. eine Kante in einer Nut, die mit einem am Hebel 53 angeordneten Rasthaken 55 zusammenwirkt. In der manuell betätigten Position, wie in Figur 4 dargestellt, verrastet der Rasthaken 55 hinter der Rastkante 56, sodass diese manuell betätigte Position, in der die Punktionsspitze 31 im Kathetertubus 22 aufgenommen ist, nicht ungewollt wieder verändert wird.
Wie insbesondere die teilweise geschnittenen Darstellungen der Figuren 3 und 4 verdeutli chen, kann eine zusätzliche Arretierung zwischen dem Basiskörper 51 und der Katheter- Baugruppe 2 vorhanden sein. So kann am Basiskörper 51 ein erstes Rastelement 58, z.B. in Form einer U-förmig freigestellten Rastzunge, ausgebildet sein, die mit einer Rastkante 29, die an der patientenfernen Seite des Gehäuses 20 ausgebildet sein kann, in der manuell betätigten Position verrasten kann. Hierdurch wird zusätzlich ein ungewolltes Zurückbewe gen des Kathetertubus 22 gegenüber der Punktionsnadel 30 vermieden.
Wenigstens eine der Arretierungen kann derart ausgestaltet sein, dass sich bei manueller Betätigung des Vorschubmechanismus 5 und dem entsprechenden Einrasten ein akusti sches Signal, zum Beispiel ein Klick-Geräusch, erzeugt wird. Auf diese Weise kann dem Anwender eine akustische Rückmeldung über die vollständige Betätigung des Vorschubme chanismus 5 gegeben werden.
Zudem hat das Gehäuse 20 zwei sich links und rechts von dem Kathetertubus 22 in distaler Richtung fort erstreckende Schutzvorsprünge 42. Die Schutzvorsprünge 42 ragen an dem Tubusaustrittsbereich 21 vom Gehäuse 20 ab. Zwischen den Schutzvorsprüngen 42 sind jeweils oberhalb und unterhalb des Kathetertubus 22 Führungsschlitze 43 angeordnet. Ins besondere der untere Führungsschlitz 43 ermöglicht es, dass der Kathetertubus 22 im am Patienten angelegten Zustand sich in einer sanften Biegung zum Patienten hin erstrecken kann, d. h. der Führungsschlitz 43 stellt einen Raum für eine definierte Biegung des Kathe tertubus 22 bereit und verhindert ein Abknicken oder Abbrechen des Kathetertubus 22.
Durch die Schutzvorsprünge 42 ist der Kathetertubus 22 in diesem Bereich zusätzlich seitlich geschützt. An den Schutzvorsprüngen 42 kann eine Schutzkappenaufnahme ausgebildet sein, z. B. in Form einer sich in die Schutzvorsprünge 42 hinein erstreckenden Aussparung. Auf diese Weise kann eine Schutzkappe über die Punktionsnadelspitze 31 und den Katheter tubus 22 gesteckt und am Gehäuse 20 befestigt werden.
Zusätzliche Griffflächen am Gehäuse 20 können sich zum distalen Ende hin bis in den Be reich der Schutzvorsprünge 42 erstrecken. Vorteilhafterweise ist am distalen Ende des Ge häuses 20 bzw. der Schutzvorsprünge 42 eine Fingerstopvorrichtung angeordnet, z. b. in Form einer Verdickung, z. B. eines Wulstes oder einer Schürze. Hierdurch wird verhindert, dass z. B. beim Anlegen der Verweilkanüle am Patienten der Anwender mit seinen Fingern nach vorne hin zum Patienten 5 vom Gehäuse 20 bzw. von den Griffflächen abrutscht.
Weitere Griffflächen können auch jeweils seitlich an dem Basiskörper 51 ausgebildet sein. Diese Griffflächen können jeweils seitlich so angebracht sein, dass man von der Seite aus nicht mehr durch den Basiskörper 51 „durchgucken“ kann. Intuitiv können diese Griffflächen z.B. mit dem rechten Daumen (links) und dem rechten Mittelfinger (rechts) gegriffen werden,
wobei der rechte Zeigefinger dann den Hebel 53 bedienen kann. Ein entsprechendes Aus führungsbeispiel wird nachfolgend noch anhand der Figuren 9 bis 13 erläutert.
Im Übrigen kann die Verweilkanüle 1 gemäß den Figuren 2 bis 5 wie die Verweilkanüle 1 gemäß Figur 1 ausgebildet sein.
Die Figuren 6 bis 8 zeigen die praktische Anwendung der Verweilkanüle 1 durch einen An wender, von dem lediglich eine Hand 6 dargestellt ist. In der Figur 6 befindet sich die Ver weilkanüle 1 im Ausgangszustand, in dem die Punktionsspitze 31 aus dem Kathetertubus 22 herausragt. In diesem Zustand wird, wie bei herkömmlichen Verweilkanülen, die Punktion des zu punktierenden Hohlkörpers durchgeführt. Ist die Punktion durchgeführt, d.h. befindet sich die Punktionsspitze 31 zusammen mit dem patientennahen Ende des Kathetertubus 22 innerhalb des Hohlkörpers, kann die in Figur 7 dargestellte manuelle Betätigung des Vor schubmechanismus 5 durchgeführt werden. Hierfür wird eine Kraft auf den Hebel 53 über die Grifffläche 54 übertragen, wobei sich die Hand 6 z.B. über den Daumen an der gegenüber liegenden Grifffläche 50 abstützen kann. Man erkennt in der Figur 7, dass nun die Punkti onsspitze 31 im Kathetertubus 22 aufgenommen ist. Die Punktionsnadel 30 bleibt dabei orts stabil, wenn der Vorschubmechanismus 5 betätigt wird.
Dabei kann vorteilhaft die Verweilkanüle 1 einhändig gegriffen und bedient werden, z.B. in dem der Daumen der Hand 6 an der Grifffläche 50 angelegt wird, der Zeigefinder an der Grifffläche 54 und optional zusätzlich zur Abstützung ein weiterer Finger, z.B. der Mittelfin ger, an der Unterseite des Basiskörpers 51 angelegt wird.
Nach Durchführung der durch den Vorschubmechanismus 5 erzeugten Relativbewegung kann nun der Kathetertubus 22, der zumindest im Wesentlichen über seine gesamte Länge durch die innenliegende Punktionsnadel 30 geschient ist, weiter in den Hohlkörper gescho ben werden, bis eine gewünschte Position erreicht ist. Danach wird, wie bei herkömmlichen Verweilkanülen, die Nadelvorrichtung 3 vom Katheter 2 entfernt, wobei man in der Figur 8 erkennt, dass hierdurch zugleich auch der Vorschubmechanismus 5 entfernt wird.
Bei der bisher beschriebenen Ausführungsform ist der Vorschubmechanismus 5 im Bereich der Grifffläche 50 seitlich relativ offen gestaltet. Dieser Teil kann aber auch seitlich geschlos sen gestaltet sein, zum Beispiel verschlossen durch Seitenwände. Im Bereich der Seiten wände können zusätzliche seitliche Griffflächen vorhanden sein.
Anhand der Ausführungsform der Verweilkanüle gemäß den Figuren 9 bis 13 wird eine Vari ante des Vorschubmechanismus 5 beschrieben, die ähnlich wie bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform einen verschwenkbaren Hebel 53 hat. Dieser ist aber in einem zumindest seitlich weitgehend geschlossenen Basiskörper 51 angeordnet und an einer Drehachse D gelagert. Der Basiskörper 51 umgibt den Hebel 53 zumindest seitlich und zum Teil auch rückwärtig, sodass der Hebel 53 weitgehend gegenüber der Umgebung abgedeckt ist und hauptsächlich die Grifffläche 54 für die manuelle Betätigung außen liegend ist. Insbesondere kann der Arretierungsmechanismus mit dem Rasthaken 55 und der Rastkante 56 innerhalb des vom Basisteil 51 umgebenen Bereichs angeordnet sein. Auf diese Weise sind die Teile des Vorschubmechanismus 5 und die Nadelöffnung 25 noch besser vor Kontaminierung ge schützt. Zudem wird vermieden, dass zum Beispiel sich Teil des Handschuhs des Anwen ders im Bereich der Arretierungselemente 55, 56 verfangen können.
Wie man in der Figur 9 erkennt, erstreckt sich die Grifffläche 54 von der Punktionsnadel 30 aus gesehen von einer Position unterhalb der Drehachse D, d. h. einer näher an der Punkti onsnadel 30 angeordneten Position als die Drehachse D, hin zu einer oberhalb der Drehach se D angeordneten Position.
Die Bedienung der Verweilkanüle 1 und ihres Vorschubmechanismus 5 beim Applizieren am Patienten kann bei der gezeigten Variante noch dadurch verbessert werden, dass am Basis-
teil 51 seitliche Griffflächen 71 an beiden Seiten angeordnet sind. Zusätzlich kann sich an der Unterseite des Basiskörpers 51, d. h. der zum Patienten gewandten Seite, noch eine untere Grifffläche 72 befinden, Die seitlichen Griffflächen in 71 und/oder die untere Griffflä che 72 können ebenfalls eine entsprechende Strukturierung aufweisen, wie bereits für die Griffflächen 50, 54 erläutert.
Der Basiskörper 51, an dem der Hebel 53 befestigt ist, kann mit einem Gehäuse der Nadel vorrichtung 3 oder dem Verschlusselement 33 als einstückige Baueinheit ausgebildet sein, z.B. als Kunststoffspitzguss-Bauteil.
Der Basiskörper 51 kann z.B. als weitgehend geschlossenes Gehäuse ausgebildet sein, das den Hebel 53 aufnimmt. Beispielsweise kann der Basiskörper 51 wenigstens zwei gegen überliegende Seitenwände, eine untere Wand sowie eine zum proximalen Ende gewandte Rückwand haben. Eine zum distalen Ende geöffnete Seite des Basiskörpers 51 kann dann weitgehend durch den Hebel 53 verschlossen sein.
Der Hebel 53 kann an einer zum Basiskörper 51 gewandten Seite eine Rückwand haben, die zumindest an der Außenseite eine kreisförmig gebogene Kontur hat. Eine zu der kreisförmig gebogenen Kontur des Hebels 53 gewandte Rückwand des Basiskörpers 51, z.B. eine Rückwand, die die Grifffläche 50 aufweist, kann zumindest an der zur gekrümmten Kontur des Hebels 53 gewandten Innenfläche eine hierzu komplementäre Kontur haben, d.h. eine ebenfalls kreisförmig gekrümmte Kontur. Die kreisförmig gekrümmten Konturen können da bei konzentrisch zur Drehachse des Hebels 53 angeordnet sein. Auf diese Weise ist der He bel 53 sozusagen verschachtelt mit dem als Gehäuse ausgebildeten Basiskörper 51 ausge bildet, was einen besonders guten Schutz vor Kontamination bewirkt. Zusätzlich kann der Hebel 53 Seitenwände haben, die parallel zu Seitenwänden des Basiskörpers 51 angeordnet sind und die zumindest teilweise mit den Seitenwänden des Basiskörpers 51 überlappen. Auf diese Weise bildet die Anordnung aus dem Basiskörper 51 und dem Hebel 53 auch in seitli cher Richtung einen guten Kontaminationsschutz.
Dabei kann der Hebel 53 über seine Drehachse D am Basiskörper 51 drehgelagert sein. Zur Gestaltung der Drehlagerung kann z.B. an einem der Teile Hebel 53 und Basiskörper 51 ein jeweiliger Zapfen ausgebildet sein, der in eine Vertiefung am jeweiligen anderen Bauteil ein greift.
Die Figur 9 zeigt den Vorschubmechanismus 5 in der unbetätigten Position. Die Figur 10 zeigt den Vorschubmechanismus 5 in der betätigten Position.
Analog dazu zeigt die Figur 11 den Vorschubmechanismus 5 in der unbetätigten Position, die Figur 12 in der betätigten Position. Man erkennt, dass die Arretierungselemente 55, 56 in dem vom Basiskörper 51 umschlossenen Bereich angeordnet sind, sodass sie vor Umge bungseinflüssen geschützt und manipulationssicher sind. In der Figur 12 ist der Rasthaken 55 mit der Rastkante 56 verrastet.
Aufgrund der diversen Griffflächen gibt es für den Anwender eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Verweilkanüle 1 zu halten und zu bedienen. Die Figur 13 zeigt eine vorteilhafte Variante der Bedienung, bei der die Verweilkanüle 1 mit drei Fingern bedient wird, zum Beispiel der art, dass der Anwender die Verweilkanüle 1 an den gegenüberliegenden seitlichen Griffflä chen 71 mit Daumen und Mittelfinger greift und den Zeigefinger an der Grifffläche 54 des Hebels 53 platziert. Auf diese Weise kann zunächst die Punktion des Hohlkörpers mit der Punktionsspitze 31 durchgeführt werden und dann, ohne dass die Position der Hand 6 ver ändert werden muss, mit dem Zeigefinger über die Grifffläche 54 der Vorschubmechanismus 5 betätigt werden.
Die Figuren 14 bis 16 zeigen eine Verweilkanüle 1 mit einer alternativen Gestaltung des ma nuell betätigbaren Vorschubmechanismus 5. In dieser Ausführungsform ist der Vorschubme-
chanismus 5 in einer zangenartigen Form gestaltet, mit zwei einander gegenüberliegenden Zangenarmen 59, zwischen denen sich ein Teil des Gehäuses 20 des Katheters 2 erstreckt. Auch hierbei sind wieder voneinander abgewandte Griffflächen 50, 54 vorhanden, die in die sem Fall an den Außenseiten der Zangenarme 59 ausgebildet sind. Die Zangenarme 59 sind an einer Seite fest mit der Nadelvorrichtung 3 verbunden, an ihrer anderen Seite, d.h. am gegenüberliegenden freien Ende greifen die Zangenarme in entsprechende Vertiefungen im Gehäuse 20 ein, wobei sie sich an Gehäusekanten 28 abstützen und über diese Gehäuse kanten 28 bei manueller Betätigung, wie in Figur 14 dargestellt, für einen Vorschub des Ka theters 2 und damit des Kathetertubus 22 gegenüber der Nadelvorrichtung 3 sorgen.
In der Figur 15 ist die Verweilkanüle 1 mit noch unbetätigtem Vorschubmechanismus 5 dar gestellt. Dementsprechend ragt die Punktionsspitze 31 aus dem Kathetertubus 22 heraus. In der Figur 16 ist die Verweilkanüle 1 mit betätigtem Vorschubmechanismus 5 dargestellt. Dementsprechend ist die Punktionsspitze 31 in dem Kathetertubus 22 aufgenommen. Die Betätigung erfolgt durch Aufbringung einander zugewandter Betätigungskräfte F an den Griffflächen 50, 54, z.B. mittels Daumen und Zeigefinger einer Hand.
Zur Arretierung des Vorschubmechanismus 5 in der manuell betätigten Position, in der die Punktionsspitze 31 im Kathetertubus 22 aufgenommen ist, kann z.B. an der Nadelvorrich tung 3, z.B. im Bereich, an dem die Zangenarme 59 mit dem Gehäuse der Nadelvorrichtung 3 verbunden sind, ein Rastarm 58 vorhanden sein, der rastend mit einer Rastkante 29 zu sammenwirkt, die am Gehäuse 20 ausgebildet ist.
Die Figuren 17 bis 19 zeigen eine Verweilkanüle 1 mit einer alternativen Ausgestaltung des Vorschubmechanismus 5. Der Vorschubmechanismus 5 hat in diesem Fall einen Basiskör per 51, der ähnlich wie bei den vorher beschriebenen Ausführungsformen an einem Bauteil der Nadelvorrichtung 3 befestigt ist. Der Basiskörper 51 erstreckt sich hin zu einem Drücker arm 60, über den eine Druckkraft auf das Gehäuse 20 des Katheters 2 ausgeübt werden kann. Für die manuelle Bedienung befindet sich an der Unterseite des Basiskörpers 51 eine Grifffläche 50 und davon abgewandt an dem Drückerarm 60 eine Grifffläche 54. Der Anwen der greift die Verweilkanüle 1 dann mit zwei Fingern, z.B. Daumen und Zeigefinger, zwischen den Griffflächen 50, 54.
Soll durch den Vorschubmechanismus 5 die gewünschte Relativbewegung zwischen dem Kathetertubus 22 und der Punktionsnadel 30 erzeugt werden, wird von oben über die Griff fläche 54 auf den Drückerarm 60 mit einer Kraft F gedrückt. Dieser überträgt dann eine Kraft auf eine als schiefe Ebene ausgebildete Vorschubfläche 27, die am Gehäuse 20 ausgebildet ist. Die Vorschubfläche 27 muss nicht unbedingt als Ebene ausgebildet sein, sie kann auch gekrümmt sein. Durch die von oben über den Drückerarm 60 auf die Vorschubfläche 27 aus geübte Kraft F wird, wie die Figur 19 zeigt, der Kathetertubus 22 relativ zur Punktionsnadel 30 vorgeschoben, sodass die Punktionsspitze 31 im Kathetertubus 22 aufgenommen wird.
In der Figur 18 ist die Verweilkanüle 1 mit noch unbetätigtem Vorschubmechanismus 5 dar gestellt. Dementsprechend ragt die Punktionsspitze 31 aus dem Kathetertubus 22 heraus. In der Figur 19 ist die Verweilkanüle 1 mit betätigtem Vorschubmechanismus 5 dargestellt. Dementsprechend ist die Punktionsspitze 31 in dem Kathetertubus 22 aufgenommen.
Zur Arretierung des Vorschubmechanismus 5 in der manuell betätigten Position befindet sich am Basiskörper 51 wiederum ein Rastarm 58, der in der manuell betätigten Stellung hinter einer Rastkante 29, die am Gehäuse 20 angeordnet ist, verrastet.
2. Ausführunasform
Verweilkanüle
Die Erfindung betrifft eine Verweilkanüle zum Punktieren eines Hohlkörpers mittels einer Punktionsnadel, wobei die Verweilkanüle wenigstens einen Katheter mit einem rohrförmigen Kathetertubus hat, in der die Punktionsnadel längsverschieblich führbar ist, wobei der Kathe ter dazu eingerichtet ist, nach Durchführung einer Punktion einer Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers über zumindest einen Teil der Länge des Kathetertubus durch die mittels der Punktionsnadel geschaffene Öffnung durch die Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers ge schoben zu werden und dort eine Zeitdauer zu verweilen.
Eine solche Verweilkanüle kann z.B. als Venenverweilkanüle ausgebildet sein. Der zu punk tierende Hohlkörper kann ein Hohlkörper eines Lebewesens oder ein Hohlkörper eines Ge genstands sein. Soweit die Verweilkanüle den medizinischen Bereich betrifft, kann der Hohl körper z.B. ein Blutgefäß wie z.B. eine Vene oder Arterie sein.
Die Begriffe „Punktieren“ und „Punktion“ sind dabei im medizinischen Sinne zu verstehen.
Als „Punktieren“ bezeichnet man das Einstechen einer Punktionsnadel in den Hohlkörper, derart, dass die Punktionsnadel die Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers durchdringt.
Als Hohlkörper-naher Abschnitt von Teilen der Verweilkanüle werden solche Teile angese hen, die aus Sicht des Anwenders am entfernten (distalen) Ende der Verweilkanüle und so mit in der Nähe des punktierten Hohlkörpers angeordnet sind. Dementsprechend sind Hohl körper-ferne Abschnitte am aus Anwendersicht proximalen Ende der Verweilkanüle ange ordnet, d. h weiter vom punktierten Hohlkörper entfernt. Im Zusammenhang mit medizini schen Anwendungen der Verweilkanüle werden synonym zum Begriff „Hohlkörper-nah“ auch die Begriffe „venennah“ oder „patientennah“ oder „anwenderfern“ verwendet, und für den Begriff „Hohlkörper-fern“ auch „venenfern“ und „patientenfern“ und „anwendernah“
Venennahe Komponenten befinden sich tendenziell innerhalb, venenferne Komponenten tendenziell außerhalb des Patienten. Dies muss nicht immer zwingend gelten, soll aber die Begriffe weiter verdeutlichen. Die Ergänzungen sind regelhaft selbsterklärend und der Kon text ist entscheidend.
Eine durchstichsichere Venenverweilkanüle ist aus PCT/EP2019/057097 bekannt.
Es soll ein verbessertes Punktionssystem im Sinne eines allgemeinen Punktionssystems entstehen. Prinzipiell ist es mit der verbesserten Verweilkanüle ebenso möglich, alle Körper höhlen und Körperzwischenräume und alle anatomischen und krankhaften Strukturen, wel che punktiert werden sollen, vorteilhaft zu punktieren und einen Katheter in diese einzulegen.
Auch können Komponenten der verbesserten Verweilkanüle prinzipiell mit allen bekannten Punktions- und Kathetersystemen kombiniert oder auch als eigenständige Produkte verwen det werden.
Der Begriff "Verweilkanüle" soll im Folgenden dennoch beibehalten werden, hat aber eine weitergehende Bedeutung im Sinne eines allgemeinen Punktionssystems, mit dem nicht nur Venen punktiert werden können. Die Begriffe "Vene" und „Venen“ umfassen im Folgenden also prinzipiell alle Blutgefäße und ganz allgemein alle Körperhöhlen und Körperzwischen räume und alle anatomischen und krankhaften Strukturen, welche punktiert und mit einem Katheter versehen werden sollen.
So können mit der Verweilkanüle zusätzlich beispielhaft Luftröhre, Pleuraraum, Bauchraum, Magen, Darm, Nierenbecken, Harnblase, Liquorraum und Knochen punktiert werden. Zu-
sätzlich können krankhafte Strukturen wie Abszesse in und auf dem Patienten punktiert wer den. Vorteilhaft können zudem arterielle Blutgefäße punktiert werden.
Der Begriff „Patient“ umfasst im Folgenden alle Lebewesen aller Altersklassen und Ge schlechter. Ebenso sind Anwendungen in technischen Bereichen und in und an allen Ge genständen und Strukturen, z.B. in und an Reservoiren, Behältern, Hohlräumen, ausdehnba ren Materialien und in und an Pumpen-, Schlauch-, Röhren- und Portsystemen, explizit mög lich.
Wenn im Folgenden das Wort „oder“ verwendet wird, so werden mögliche Alternativen auf gezeigt, es sind aber auch Kombinationen aus den mit „oder“ getrennten Merkmalen oder Ausprägungen grundsätzlich explizit möglich.
Alle beschriebenen Komponenten können ein- oder mehrfach an einer Verweilkanüle oder auch unabhängig von einer solchen an/in anderen Produkten oder vollkommen eigenständig zur Anwendung kommen. Verschiedene Merkmale unterschiedlicher Komponenten sind auch frei kombinierbar und Merkmale von bestimmten Komponenten können auch an ande ren Komponenten Verwendung finden, ohne dass dies explizit erwähnt wird. Alle Komponen ten und Merkmale können grundsätzlich innerhalb und außerhalb eines Patienten zur An wendung kommen.
Verweilkanülen und insbesondere Venenverweilkanülen sind insofern spezielle medizinische Vorrichtungen, als dass sie bestimmte Durchmesser- und Längenmaße haben müssen, um bei menschlichen oder tierischen Patienten an den üblichen Zugangsstellen an Venen appli ziert werden zu können. Hierzu ist auch eine gewisse Flexibilität oder Elastizität des Kathe tertubus erforderlich. Solche Verweilkanülen sind daher nicht mit Kathetersystemen für ande re Anwendungen, z.B. Blasenkatheter, vergleichbar, weil dort völlig andere Anforderungen gelten.
Die nachfolgende Tabelle 1 gibt einen Überblick über die derzeit gebräuchlichen Varianten von Venenverweilkanülen, hauptsächlich für den Bereich der Humanmedizin.
Die Abmessungen Außendurchmesser, Innendurchmesser, Wandstärke und Länge bezie hen sich auf den Kathetertubus. In der Zeile „Bandbreite“ ist angegeben, welcher Toleranz bereich bei den jeweiligen Angaben möglich ist.
Wie man erkennt, hat der Kathetertubus relativ geringe Durchmesser-Abmessungen und dem entsprechend auch eine sehr geringe Wandstärke. Übliche Kathetertuben sind aus ho mogenen extrudierten Kunststoffmaterialien hergestellt. Bei den genannten Abmessungen ergibt sich aufgrund des verwendeten Kunststoffmaterials die gewünschte Flexibilität. Aller dings weisen solche Kathetertuben nur eine begrenzte Widerstandsfähigkeit gegenüber Querkräften auf, d.h. die Stabilität gegenüber einer Kompression des Kathetertubus mit dem
Effekt einer ungewünschten Verringerung der wirksamen inneren Querschnittsfläche und damit der möglichen Durchflussrate von Flüssigkeiten ist relativ gering. In bestimmten An wendungssituationen kann es auch zum Abknicken des Kathetertubus kommen, wodurch an der Abknickstelle der Durchfluss vollständig abgesperrt oder zumindest nahezu vollständig unterbunden sein kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verweilkanüle anzugeben, die unempfindli cher gegenüber Querkräften und/oder einem Abknicken ist.
Diese Aufgabe wird durch eine Verweilkanüle gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiter bildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Kathetertubus wenigstens eine Stützstruktur auf, durch die das Biegewiderstandsmoment und/oder das Radialwider standsmoment des Kathetertubus erhöht ist. Die Stützstruktur kann in Form eines oder meh rerer Verstärkungselemente ausgebildet sein.
Die Stützstruktur kann z.B. eine sich über einen gewissen Längsabschnitt des Kathetertubus erstreckende spiralförmige Struktur sein, die an der Innenseite und/oder an der Außenseite des Kathetertubus und/oder teilweise oder vollständig in die Kathetertubus-Wand integriert sein kann. Es können auch mehrere koaxiale derartige Stützstrukturen vorhanden sein. Die spiralförmige Struktur kann auch federähnliche Eigenschaften aufweisen. Statt einer spiral förmigen Struktur können auch einzelne voneinander beabstandete Stützringe vorhanden sein, sowohl an der Innenseite, der Außenseite und/oder ganz oder teilweise in die Katheter- tubus-Wand integriert. Die spiralförmige Struktur und/oder die Ringe können aus Rundmate rial oder Flachmaterial gebildet sein, insbesondere aus einem Metallmaterial. Wenigstens eine Stützstruktur kann auch durch eine dünnwandige Stützhülse oder ein Stützgeflecht aus miteinander verflochtenen Fasern oder zu einem Gewebe oder Gelege gefügten Fasern ge bildet sein. Der Kathetertubus kann in radialer Richtung einlagig oder mehrlagig ausgebildet sein, sowohl aus gleichen als auch aus unterschiedlichen Materialien in den einzelnen radia len Lagen. Beispielsweise kann eine Stützstruktur in eine innere radiale Lage eingebettet sein, die von einer äußeren radialen Lage des Kathetertubus überdeckt ist.
Als Materialien für den Kathetertubus kommen z.B. Polyurethan (PU) oder FEP in Frage. Materialien für die Stützstruktur können Metallmaterialien sein, insbesondere Edelstahl und/oder Metalllegierungen, insbesondere Nitinol. Nitinol hat den Vorteil, dass durch den Memory-Effekt die gewünschte Resistenz des Kathetertubus gegen ein Zusammendrücken oder Abknicken weiter erhöht wird.
Weitere Materialien für die Stützstruktur können Kunststoffmaterialien sein, insbesondere auch faserverstärkte, z.B. kohlenstoff- oder aramidfaserverstärkte, Kunststoffe.
Bei einer spiralförmigen Gestaltung der Stützstruktur kann eine Spirale vorhanden sein oder mehrere ineinander gelegte Spiralen. Die Windungen der Spirale können über die gesamte Länge der Stützstruktur dem gleichen Abstand voreinander haben oder variierende Abstän de. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann im Hohlkörper-fernen Bereich eine spiralförmige Stützstruktur einen geringeren Abstand der Windungen voreinander auf weisen als im Hohlkörper-nahen Bereich.
Zwischen den Windungen können sich weitere Strukturen befinden, die die Stützstruktur sta bilisieren. In einer vorteilhaften Ausbildung spannen sich diese Strukturen auf, wenn sich die Windungen voneinander wegbewegen, werden also rigider. Die Strukturen zwischen den Windungen sorgen auch dafür, dass die Windungen nur begrenzt voneinander beabstandet sein können. Wenn sich die Windungen aufeinander zubewegen, werden die Strukturen zwi schen ihnen weniger rigider. Die Stützstruktur weist in dieser Ausbildung eine Struktur ähn lich einer Ziehharmonika auf.
In einer vorteilhaften Ausbildung können die Strukturen zwischen den Windungen die Stütz struktur zumindest teilweise bei entsprechender Materialwahl fluidundurchlässig ausbilden.
Durch eine solche Stützstruktur kann bei Verwendung eines bei bildgebenden medizinischen Verfahren sichtbaren Materials, insbesondere eines Metallmaterials, die Sichtbarkeit des Katheters in Patienten mittels bildgebender medizinischer Verfahren verbessert werden, z.B. durch Ultraschalluntersuchung. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Stützstruktur oder die in Längsrichtung vorhandene Abfolge mehrerer Stützstrukturen über die Längserstreckung ungleichmäßig gestaltet. Durch die ungleichmäßige Gestaltung wird eine noch genauere Positionsidentifizierung bestimmter Bereiche des Katheters im Patienten mittels bildgebender medizinischer Verfahren ermöglicht.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung hat der Kathetertubus mehrere seitli che Durchgangsöffnungen, die sich von der Innenseite zur Außenseite hin erstrecken. Die Durchgangsöffnungen (Side Holes) können über die gesamte Länge des Kathetertubus vor handen sein oder nur über einen oder mehrere Längsabschnitte, z. B. in einem Hohlkörper- näheren Abschnitt. Die Durchgangsöffnungen können über den Umfang des Kathetertubus verteilt angeordnet sein. Durch die Durchgangsöffnungen in der Kathetertubus-Wand kann der Durchfluss von Flüssigkeiten durch den Kathetertubus verbessert werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind eine, mehrere oder alle der Durchgangsöffnungen im nicht von der Stützstruktur überdeckten Bereich des Kathetertubus angeordnet. Weist die Stützstruktur beispielsweise eine Spiralform auf, so können Durch gangslöcher zwischen den Windungen der Spirale angeordnet sein. Auf diese Weise wird der Durchfluss durch die Durchgangsöffnungen durch die Stützstruktur nicht behindert.
Denkbar ist auch, dass eine spiralförmige Stützstruktur mindestens über eine Teillänge des Kathetertubus nicht von einem fluidundurchlässigen Material umgeben und/oder beschichtet ist. Dadurch kann die Verweilkanüle in diesem Bereich auch ohne Durchgangslöcher für Flüssigkeiten durchlässig sein. In einer vorteilhaften Ausgestaltung weisen die Windungen der spiralförmigen Stützstruktur in diesem Bereich einen größeren Abstand voneinander auf als in den sonstigen Bereichen des Kathetertubus. Dieser Bereich kann wie oben beschrie ben bevorzugt Hohlkörper-nah liegen.
Denkbar ist auch, dass ein die spiralförmige Stützstruktur umgebendes und/oder dieses be schichtendes fluidundurchlässiges Material zumindest über eine Teillänge Lücken und/oder Unterbrechungen aufweist und somit für eine Fluiddurchlässigkeit der Verweilkanüle im Be reich dieser Lücken/Unterbrechungen sorgt. Side Holes sind dann nicht mehr zwingend er forderlich.
In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung kann das o.g. Material die spiralförmige Stützstruk tur auch zusammenhängend in Längsrichtung der Verweilkanüle nur teilweise umgeben. So kann eine Art Steg ausgebildet sein, welcher einer Entspiralisierung der Stützstruktur entge genwirkt. Bei sehr dichter Wickelung kann die Stützstruktur fluidundurchlässig, bei weniger dichter Wickelung aber auch fluiddurchlässig ausgebildet sein. Durch die Dichte der Wicke lung kann auch bestimmt werden, ob die Stützstruktur z.B. fluidundurchlässig ausgebildet ist, aber für Gase/Dämpfe dennoch durchlässig ist. Denkbar ist auch, dass die Stützstruktur nur für bestimmte Fluide durchlässig ist. Ebenso denkbar ist, dass die Stützstruktur thermoplasti sche Eigenschaften aufweist und/oder sich durch die Körperwärme ausdehnt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Katheter ein Gehäuse auf, an dem der Kathetertubus angebracht ist. Der Kathetertubus erstreckt sich von einer zum Hohlkörper gerichteten Seite des Gehäuses fort. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Katheter in dem Bereich, in dem der Kathetertubus aus dem Gehäu se abragt, d.h. in einem Tubusaustrittsbereich des Gehäuses, eine den Kathetertubus voll-
ständig oder zumindest teilweise umfangsseitig umgebende Knickschutzstruktur auf, durch die die Gefahr des Abknickens des Kathetertubus im Bereich der Austrittstelle aus dem Ge häuse reduziert ist. Hierdurch kann eine unerwünschte Knickbildung des Kathetertubus beim Hantieren mit der Verweilkanüle insbesondere im Bereich der Austrittstelle aus dem Gehäu se vermieden werden. Dieser Bereich ist besonders knickgefährdet, da bei bekannten Ve nenverweilkanülen ein abrupter Übergang vom relativ robusten, unflexiblen Gehäuse in den vergleichsweise dünnwandigen und dementsprechend empfindlichen Kathetertubus erfolgt. Durch die erfindungsgemäße Knickschutzstruktur wird in diesem Bereich der bisher abrupte Übergang sanfter gestaltet. Die Knickschutzstruktur kann z.B. eine trompetenförmig abge rundete, den Kathetertubus umfangsseitig umgebende, Oberfläche beinhalten.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Gehäuse Schutzvorsprünge zum Schutz des Kathetertubus aufweist, die sich von dem Tubusaustritts bereich des Gehäuses in distaler Richtung erstrecken, wobei zwischen den Schutzvorsprün- gen wenigstens ein in Längsrichtung verlaufender Schlitz zumindest auf der Patientenappli kationsseite der Verweilkanüle vorhanden ist, der wenigstens so breit wie der Durchmesser des Kathetertubus ist, sodass der Kathetertubus bei am Patienten angelegter Verweilkanüle sich in einem gleichmäßigen Bogen durch den Schlitz erstrecken kann. Auf diese Weise wird ein Knickschutz und zugleich ein Bruchschutz für den Kathetertubus im Bereich der Aus trittsstelle aus dem Gehäuse realisiert. Durch die sich zumindest ein Stück in Längsrichtung erstreckenden Schutzvorsprünge ist der Kathetertubus auch seitlich geschützt. Es kann zu sätzlich ein Schlitz auf der von der Patientenapplikationsseite abgewandten Seite des Ge häuses vorhanden sein, durch den sich der Kathetertubus ebenfalls hindurch erstrecken kann. Als Patientenapplikationsseite der Verweilkanüle ist diejenige Seite anzusehen, mit der die Verweilkanüle aufgrund ihrer Konstruktion am Patienten zu befestigen ist, z. B. die Un terseite von Fixierflügeln.
Die Länge der Schutzvorsprünge und/oder des Schlitzes kann wenigstens das Zehnfache des Durchmessers des Kathetertubus betragen. Auf diese Weise wird eine relativ große Füh rungslänge für den Kathetertubus in Längsrichtung zwischen den Schutzvorsprüngen ge schaffen. Zudem kann ein Schutz des Kathetertubus vor Umgebungseinflüssen im empfindli chen Übergangsbereich vom Gehäuse der Verweilkanüle in den Patienten bereitgestellt werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung hat die Verweilkanüle einen Griffbe reich, der dazu eingerichtet ist, dass die Verweilkanüle beim Hantieren vom Anwender in dem Griffbereich gegriffen wird. Dabei kann der Griffbereich der Verweilkanüle ein Bereich sein, in dem keine sonstigen Funktionen oder Funktionselemente der Verweilkanüle vorhan den sind, sondern der nur für das manuelle Greifen der Verweilkanüle bereitgestellt ist. Dies hat den Vorteil, dass der Anwender die Verweilkanüle intuitiv an der richtigen Stelle anfasst, wodurch unnötige Berührungen an anderen Stellen vermieden werden, z. B. an Stellen der Verweilkanüle, die unbedingt steril bleiben sollen. Auf diese Weise können unnötige Konta minationen bestimmter stellen der Verweilkanüle vermieden werden. Beispielsweise kann der Griffbereich am Gehäuse des Katheters ausgebildet sein, zum Beispiel einstückig mit dem Gehäuse ausgeformt sein. Der Griffbereich kann zum Beispiel durch entsprechende Gestaltung von Bereichen der Außenoberfläche des Gehäuses realisiert sein.
Die Verweilkanüle kann auch mit einem separaten Bauteil, d. h. einem Griffstück, bestückt sein, das nach Anlegen der Verweilkanüle am Patienten entfernt werden kann. Ist ein sol ches Griffstück vorhanden, so befindet sich der Griffbereich an diesem Griffstück. Ein sol ches Griffstück kann dergestalt ausgebildet sein, dass es die Strukturen der Verweilkanüle zumindest teilweise oder überwiegend umgibt, die nach Anlage der Verweilkanüle außerhalb des Patienten zu liegen kommen. Das Griffstück kann diese Strukturen aber auch vollständig umgeben. In einer vorteilhaften Ausgestaltung umgibt das Griffstück auch den Kathetertubus über eine Teillänge im Hohlkörper-fernen Bereich, insbesondere dort, wo der Kathetertubus
aus dem Gehäuse abragt, d.h. in einem Tubusaustrittsbereich des Gehäuses. Somit wird dieser Bereich vor einer Kontamination mit Keimen geschützt.
Das Griffstück kann entfernt werden, indem es nach oben (vom Patienten weg) von der Ver weilkanüle abgezogen wird. In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das Griffstück aber auch nach hinten in Richtung Anwender weggezogen und damit entfernt werden. Das Griff stück kann ein- oder mehrteilig ausgebildet sein. In einer mehrteiligen Ausbildung können selektiv einzelne Teile des Griffstücks entfernt, belassen oder wieder an die Verweilkanüle gefügt werden. So können spezielle Situationen berücksichtigt werden, in welchen nur defi nierte Teilbereiche der Verweilkanüle besonders geschützt werden müssen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Griffbereich derart gestaltet, dass er zwei Griffflächen aufweist, die an voneinander gegenüberliegenden Seiten des Bauteils, an dem der Griffbereich vorhanden ist, angeordnet sind. Dies hat den Vorteil, dass die Verweil kanüle am Griffbereich auf einfache und sichere Weise mit dem Daumen und einem anderen Finger, z. B. dem Mittelfinger oder dem Zeigefinger, gut gegriffen werden kann. Die Griffflä chen können insbesondere überwiegend ebene Griffflächen sein oder einen zumindest überwiegend ebenen Teil haben. In ihren ebenen Bereichen können die Griffflächen parallel zueinander angeordnet sein. Die Griffflächen können auch nach Art einer Mulde mit einer zumindest bereichsweise gekrümmten (konkaven) Oberfläche ausgebildet sein. Die Griffflä chen können eine Strukturierung aufweisen, durch die die Verweilkanüle noch besser gegrif fen werden kann und ein Abrutschen der Finger vermieden wird.
Beispielsweise kann an den Griffflächen eine Riffelung, Noppung oder eine andere Oberflä chenstrukturierung vorhanden sein. Die Griffflächen können insbesondere derart gestaltet sein, dass deren Abmessung in Längsrichtung der Verweilkanüle größer ist, z. B. wenigstens doppelt so groß, wie die Abmessung in Querrichtung. Dabei kann eine jeweilige Grifffläche aus dem Material des Gehäuses der Verweilkanüle ausgebildet sein oder aus einem ande ren Material, insbesondere aus einem Material mit größerer Elastizität oder Flexibilität. Bei spielsweise kann die Grifffläche als Einsatzteil ausgebildet sein, z. B. aus einem Elastomer, z. B. Gummi, oder Silikon, oder irgendeinem anderen weicheren Material als dem Material des Gehäuses der Verweilkanüle. Ein solches Einsatzteil kann dann in einer entsprechenden Vertiefung des Gehäuses der Verweilkanüle befestigt sein.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung hat die Verweilkanüle wenigstens eine Fingerstopvorrichtung am Gehäuse, die am Tubusaustrittsbereich oder nahe dem Tu busaustrittsbereich angeordnet ist. Die Fingerstopvorrichtung ist damit deutlich beabstandet vom proximalen Ende des Gehäuses. Die Fingerstopvorrichtung dient dazu, dass ein verse hentliches Abrutschen der Finger des Anwenders, mit denen der Anwender die Verweilkanü le beim Applizieren am Patienten anfasst, in Längsrichtung der Verweilkanüle vom Gehäuse vermieden wird, d. h. ein Abrutschen zum Patienten hin. Die Fingerstopvorrichtung bildet damit ein Hindernis für die Finger gegenüber einem Abrutschen vom Gehäuse in Richtung des Patienten. Auf diese Weise werden Kontaminationen der Einstichstelle am Patienten und von Teilen der Verweilkanüle im Bereich der Einstichstelle vermieden. Die Fingerstopvorrich tung kann z. B. als Umfangsvergrößerung gegenüber benachbarten Umfangsbereichen des Gehäuses ausgebildet sein, beispielsweise in Form einer Schürze, eines Wulstes oder einer sonstigen Verdickung. Die Fingerstopvorrichtung kann das Gehäuse umfangsseitig vollstän dig umgeben oder nur in Teilabschnitten, beispielsweise nur seitlich rechts und links vom Kathetertubus.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung hat die Verweilkanüle wenigstens ein Klebebefestigungselement zum selbstklebenden Befestigen der Verweilkanüle am Patienten. Das Klebebefestigungselement kann im Auslieferungszustand der Verweilkanüle durch eine Schutzfolie an der Klebeseite abgedeckt sein. Soll die Verweilkanüle am Patienten fixiert werden, kann die Schutzfolie auf einfache Weise abgezogen werden und dann die Verweil kanüle mit dem Klebebefestigungselement direkt am Patienten befestigt werden. Die Schutz-
folie kann mit Strukturen weitergebildet sein, welche diese überragen, insbesondere seitlich überragen. Diese Strukturen können z.B. als Laschen ausgebildet sein, die selbst keine kle benden Eigenschaften haben. Die Schutzfolie kann dann an den Laschen nach außen weg von der Verweilkanüle abgezogen werden, ohne dass diese für den Abziehvorgang angeho ben werden muss. Dies kann den Patientenkomfort verbessern und auch dazu dienlich sein, anatomische Strukturen nicht durch unnötige Bewegungen der Verweilkanüle zu traumatisie- ren. Die Verwendung einer Schutzfolie hat den Vorteil, dass der Anwender nicht separate Klebe-Befestigungsmittel bereitstellen muss, um die Verweilkanüle am Patienten zu befesti gen, z. B. Pflaster oder Ähnliches.
Das Klebebefestigungselement kann beispielsweise als klebende Beschichtung auf der Pati entenapplikationsseite von Fixierflügeln der Verweilkanüle angeordnet sein oder als separa ter Klebestreifen, der auf der von der Patientenapplikationsseite abgewandten Seite der Fi xierflügel angebracht ist.
Alternativ oder zusätzlich zu einem Klebebefestigungselement kann mindestens eine nadel- oder spiralförmige Struktur vorhanden sein, mit denen die Verweilkanüle an der Haut befes tigt werden kann. Diese kann von einer Schutzkappe umgeben sein, die aktiv vom Anwender entfernt werden kann, um eine Verletzung von Patient und Anwender zu vermeiden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind am Gehäuse Fixierflügel zum Fixieren der Verweilkanüle am Patienten angeordnet. Die Fixierflügel sind über eine Materi albrücke mit dem Gehäuse verbunden. Dabei erstreckt sich die Materialbrücke nicht über die volle Erstreckungslänge des Fixierflügels in Längsrichtung, sondern weist eine Aussparung oder Unterbrechung auf, durch die ein Klebestreifen geführt werden kann, mit dem die Ver weilkanüle am Patienten befestigt werden kann. Beispielsweise kann die Aussparung an dem zum proximalen Ende der Verweilkanüle gerichteten Abschnitt der Fixierflügel angeord net sein, d. h. die Materialbrücke befindet sich dann auf der zum distalen Ende gerichteten Seite der Fixierflügel.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Verweilkanüle wenigstens einen Fixierflügel oder eine Anordnung von Fixierflügeln auf, die über einen Bewegungsme chanismus mit dem Gehäuse gekoppelt ist, durch den die Lage des gesamten Fixierflügels oder der gesamten Anordnung von Fixierflügeln gegenüber dem Gehäuse verstellbar ist.
Dies hat den Vorteil, dass der Fixierflügel oder die Anordnung von Fixierflügeln zunächst beim Anlegen der Verweilkanüle am Patienten an einer für das Anlegen besonders geeigne ten Position angeordnet sein kann und nach Anlegen am Patienten in eine für Befestigungs zwecke besonders geeignete Position verstellt werden kann. Beispielsweise kann der Fixier flügel oder die Anordnung von Fixierflügeln längsverschiebbar am Gehäuse befestigt sein, sodass der Fixierflügel oder die Anordnung von Fixierflügeln nach Anlegen am Patienten gegenüber dem Gehäuse nach vorne geschoben werden kann, d. h. zum Patienten hin. Der Fixierflügel oder die Anordnung von Fixierflügeln kann beispielsweise auch über einen Klappmechanismus mit dem Gehäuse verbunden sein, über den der Fixierflügel oder die Anordnung von Fixierflügeln in eine für die Befestigung am Patienten geeignete Lage ver schwend werden kann. Insbesondere kann der Fixierflügel oder die Anordnung von Fixier flügeln um eine Verschwenkachse verschwenkbar sein, die quer zur Längsrichtung der Ver weilkanüle verläuft.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Verwendung von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 21 eine Verweilkanüle nach Art einer Explosionszeichnung,
Figur 22 eine Verweilkanüle in perspektivischer Ansicht,
Figur 23 die Verweilkanüle gemäß Figur 22 in geschnittener Darstellung,
Figur 24 die Verweilkanüle gemäß Figur 22 in seitlicher Schnittansicht,
Figuren 25 bis 27 seitliche Schnittansichten von Abschnitten des Kathetertubus,
Figuren 28 bis 50 weitere Ausführungsformen von Verweilkanülen.
Die in Figur 21 nach Art einer Explosionszeichnung dargestellte Verweilkanüle 201 weist einen Katheter 202 und eine Nadelvorrichtung 203 auf. Der Katheter 202 weist ein Gehäuse
2020 auf, an dem an einer zum Patienten gewandten Seite ein Tubusaustrittsbereich 2021 vorhanden ist, an dem ein Kathetertubus 2022 aus dem Gehäuse 2020 heraustritt und davon abragt. Der Kathetertubus 2022 ist vergleichsweise flexibel ausgebildet und dient als Appli kationsmöglichkeit für die intravenöse Infusionseinleitung von Flüssigkeiten, insbesondere Medikamenten. Der Kathetertubus 2022 befindet sich dann mit seinem distalen Teil in einem Hohlkörper, z.B. in der Vene eines Patienten. Die Nadelvorrichtung 203 weist eine Punkti onsnadel 2030 auf, die im Grundzustand der Verweilkanüle 201 sich weitgehend in dem Ge häuse 2020 und dem Kathetertubus 2022 befindet, wobei aus dem distalen Ende des Kathe tertubus 2022 die Spitze 2031 der Punktionsnadel 2030 herausragt. Die Nadelvorrichtung 203 ist gegenüber dem Katheter 202 in Längsrichtung L verschiebbar.
Am Gehäuse 2020 sind Fixierflügel 2023 angeordnet, die zur manuellen Handhabung und zur Sicherung des Katheters 202 am Patienten dienen. Auf der vom Tubusaustrittsbereich
2021 abgewandten Seite hat das Gehäuse 2020 eine Nadelöffnung 2025, durch die die Punktionsnadel 2030 im Gehäuse 2020 und im Kathetertubus 2022 platzierbar ist. Nach An legen der Verweilkanüle am Patienten wird die Nadelvorrichtung 203 entfernt. Die Nadelöff nung 2025 dient dann als Konnektierungsmöglichkeit für z.B. eine Infusionsleitung oder ein Aspirationselement, z.B. eine Spritze.
Am Gehäuse 2020 kann auch ein Injektionsport vorhanden sein, der beispielsweise auf der von den Fixierflügeln 2023 abgewandten Seite vom Gehäuse 2020 abragt. Der Injektionsport dient zur Injektion von Medikamenten. Er ist ansonsten mittels einer Luer-Lock- Verschlusskappe verschlossen.
Die Nadelvorrichtung 203 hat außerdem einen Verschlusstopfen 2033 und ein Handha bungselement 2032 am proximalen Ende der Punktionsnadel 2030. Im Grundzustand ist die Nadelöffnung 2025 durch den Verschlusstopfen 2033 verschlossen. Das Handhabungsele ment 2032 dient zum Handhaben der Nadelvorrichtung 203 durch den Anwender, d.h. im Wesentlichen zum Zurückziehen der Punktionsnadel 2030 nach erfolgter Punktion. Die Na delvorrichtung 203 wird, wie erwähnt, nach dem Anlegen des Katheters 202 am Patienten entfernt.
Figuren 22 bis 24 zeigen eine vorteilhafte Ausführungsform eines Katheters 202 in verschie denen Ansichten. Bei dem dargestellten Katheter 202 ist der Kathetertubus 2022 durch eine Stützstruktur 2027 in radialer Richtung gestützt. Die Stützstruktur 2027 kann z.B. als spiral förmiger Draht ausgebildet sein, der innen oder außen an der Wand 2012 des Kathetertubus
2022 angeordnet ist oder in die Wand 2012 integriert ist. Der spiralförmige Draht ist in einem Längsabschnitt a enger gewickelt als in einem Längsabschnitt b, d.h. im Längsabschnitt b sind größere Abstände zwischen den einzelnen Windungen der Spirale als im Längsab schnitt a. Beispielsweise kann sich der Längsabschnitt a von einem Bereich innerhalb des Gehäuses 2020 bis z.B. 60 bis 90% der Länge des Kathetertubus 2022 hin zum distalen Ende erstrecken. Der Längsabschnitt b beginnt am Ende des Längsabschnitts a und endet nahe dem distalen Ende des Kathetertubus 2022. Im Längsabschnitt b können zusätzlich in der Wand des Kathetertubus 2022 Durchgangsöffnungen 2026 angeordnet sein, d.h. seitli che Durchtrittsöffnungen (Side Holes), durch die Flüssigkeit auch schon vor Erreichen des distalen Endes des Kathetertubus 2022 seitlich austreten kann.
Die gewünschte Flüssigkeitsdurchlässigkeit des Kathetertubus 2022 kann auch durch eine größere Beabstandung der Wicklungen des spiralförmigen Drahts erreicht werden, wenn in diesem Bereich keine Beschichtung vorhanden ist. In diesem Fall kann die Flüssigkeits durchlässigkeit auch ohne die seitlichen Durchtrittsöffnungen erreicht werden.
Figur 25 zeigt eine vorteilhafte Ausführungsform des Aufbaus des Kathetertubus 2022 im Bereich des Übergangs vom Längsabschnitt a in den Längsabschnitt b. In der dargestellten Ausführungsform ist die Wand 2012 des Kathetertubus 2022 mehrschichtig aufgebaut. Es ist eine Innenschicht 2014 vorhanden, die zugleich die Innenseite 2011 der Wand 2012 bildet. Ferner ist eine Außenschicht 2013 vorhanden, die außerhalb der Innenschicht 2014 ange ordnet ist und die Außenseite 2010 der Wand 2012 bildet. Zwischen der Innenschicht 2014 und der Außenschicht 2013 kann ein Zwischenraum 2015 vorhanden sein, in der die Stütz struktur 2027 angeordnet ist. Die Bereiche des Zwischenraums 2015, die nicht durch die Stützstruktur 2027 ausgefüllt sind, können mit einem anderen Material ausgefüllt sein. Die spiralförmige Stützstruktur 2027 kann eine Runddraht- oder eine Flachdraht-Spirale sein, oder eine Kombination daraus. Im Längsabschnitt a kann der Abstand P zwischen den ein zelnen Windungen der Spirale z.B. im Bereich von 0 bis 2 Millimeter liegen. Die Spirale kann auch variierende Steigungen oder mehrere Spiralen mit unterschiedlichen Steigungen ha ben.
Figur 26 zeigt eine Ausführungsform des Kathetertubus 2022 mit einer Stützstruktur 2027, die direkt in die Wand 2012 des Kathetertubus 2022 integriert ist. Dies kann z.B. durch ein gemeinsames Extrusionsverfahren hergestellt werden, bei dem der Kathetertubus zusam men mit dem die Spirale bildenden Draht co-extrudiert wird.
Die einzelnen Windungen 2028 der Spirale müssen dabei nicht unbedingt, wie in der Figur 26 dargestellt ist, genau mittig innerhalb der Wand 2012 angeordnet sein, sondern können auch mehr zur Außenseite 2010 oder zur Innenseite 2011 hin angeordnet sein. Die Windun gen 2028 können auch etwas aus der Außenseite 2010 oder der Innenseite 2011 hinausra gen, sodass sich eine entsprechend unebene (wellige) Oberfläche ergibt. In einer vorteilhaf ten Ausgestaltung ist der Außendurchmesser D2 der Windungen 2028 geringer als der Au ßendurchmesser des Kathetertubus 2022, und/oder der Innendurchmesser D1 der Windun gen 2028 größer als der Innendurchmesser des Kathetertubus 2022.
Figur 27 zeigt einen Ausschnitt des Kathetertubus 2022 im Übergangsbereich des Längsab schnitts a in den Längsabschnitt b. Man erkennt, wie die spiralförmige Stützstruktur 2027 von einem geringen Abstand der Windungen 2028 in einen größeren Abstand der Windungen im Längsabschnitt b übergeht. Im Längsabschnitt b befinden sich außerdem die Durchgangs öffnungen 2026, wobei man erkennt, dass die Durchgangsöffnungen 2026 zwischen den Windungen 2028 angeordnet sind.
Figur 28 zeigt eine Verweilkanüle 201 , bei der am Gehäuse 2020 im T ubusaustrittsbereich
2021 eine Knickschutzstruktur 2016 ausgebildet ist. Figur 28 zeigt die Verweilkanüle 201 in perspektivischer Ansicht, Figur 29 in seitlicher Schnittansicht und Figur 30 eine vergrößerte Darstellung des in Figur 29 markierten Bereichs A. Die Knickschutzstruktur 2016 kann z. B. in einer den Kathetertubus 2022 radial umgebenden Vertiefung 2018 mit einer zum Katheter tubus 2022 hin gewölbten Wand mit konvexer Krümmung ausgebildet sein, ähnlich wie eine Schallaustrittsseite einer Trompete. Die Knickschutzstruktur 2016 kann eine rotationssym metrische Form haben. Die Vertiefung 2018 kann sich konzentrisch um den Kathetertubus
2022 herum erstrecken. Wird der Kathetertubus 2022 nun im Bereich des Tubusaustrittsbe reichs 2021 zur Seite gebogen, legt sich der flexible Kathetertubus 2022 an die gekrümmte Wand der Knickschutzstruktur 2016 an und wird so zumindest bei maßvollen Belastungen vor dem Abknicken geschützt.
Figuren 28 und 29 zeigen zudem, dass die Nadelvorrichtung 203 am proximalen Ende, d.h. im Bereich des Handhabungselements 2032, einen Anschlussport 2034 zum Anschließen einer Spritze oder einer Infusionsleitung haben kann, z. B. für die Blutaspiration. Der An schlussport 2034 ist durch eine Verschlusskappe 204 verschlossen. Die Verschlusskappe 204 kann beispielsweise aufgeschraubt oder aufgesteckt sein.
Figuren 31 bis 33 zeigen eine Ausführungsform einer Verweilkanüle 201, bei der die Knick schutzstruktur 2016 vom Grunde her ähnlich geformt ist wie bei der Ausführungsform der Figuren 28 bis 30, wobei die nachfolgend erläuterten Unterschiede vorhanden sind. Figur 31 zeigt die Verweilkanüle in perspektivischer Ansicht, Figur 32 in seitlicher Schnittdarstellung und Figur 33 eine vergrößerte Darstellung des Bereichs B, der in Figur 32 markiert ist.
Zunächst ist erkennbar, dass die Vertiefung 2018 mit einer zum Kathetertubus 2022 hin ge wölbten Wand mit konvexer Krümmung ausgebildet, bei der die Krümmung geringer ist als bei den Figuren 28 bis 30. Die Vertiefung 2018 ist mit einem spitzeren Öffnungswinkel als bei der Ausführungsform der Figuren 28 bis 30 ausgebildet. Zusätzlich sind mehrere, z. B. drei, sich in Längsrichtung L erstreckende schlitzförmige Aussparungen 2017 in das Gehäuse 2020 eingeformt. Die schlitzförmigen Aussparungen 2017 beginnen am Tubus- Austrittsbereich 2021 des Gehäuses 2020 und erstrecken sich um ein bestimmtes Maß, z. B. entlang der Länge der Vertiefung 2018, in das Gehäuse 2020 hinein. Durch die schlitzförmi gen Aussparungen 2017 ist die Bewegbarkeit des Kathetertubus 2022 gegenüber dem Ge häuse 2020 in bestimmten, durch die schlitzförmigen Aussparungen 2017 definierten Rich tungen, in erweitertem Umfang möglich.
Im Übergangsbereich vom Gehäuse 2020 zu dem jeweiligen Fixierflügel 2023 kann auch ein Scharnier angeordnet sein, sodass der jeweilige Fixierflügel 2023 um das Scharnier ver- schwenkbar ist, d. h. kippbar mit dem Gehäuse 2020 verbunden ist. Dies gilt für sämtliche Ausführungsbeispiele der Erfindung.
Figuren 34 bis 36 zeigen eine Ausführungsform einer Verweilkanüle 201 , bei der die Knick schutzstruktur 2016 selbst eine erhöhte Flexibilität oder Elastizität gegenüber dem Gehäuse 2020 hat. Figur 34 zeigt die Verweilkanüle 201 in perspektivischer Ansicht, Figur 35 in seitli cher Schnittansicht und Figur 36 eine vergrößerte Darstellung des in Figur 35 markierten Bereichs C.
Beispielsweise kann die Knickschutzstruktur 2016 ähnlich wie bei einem Knickschutz für elektrische Leitungen, die aus einem Gehäuse eines elektrischen Geräts austreten, ausge bildet sein. Beispielsweise kann die flexible Knickschutzstruktur 2016 aus mehreren in Längsrichtung hintereinander um den Kathetertubus 2022 angeordneten Ringen 2019 gebil det sein, die durch Verbindungsstege 2040 miteinander und mit dem Gehäuse 2020 verbun den sind. Beispielsweise kann das Gehäuse 2020 über zwei an gegenüberliegenden Seiten angeordnete Verbindungsstege 2040 mit dem ersten Ring 2019 verbunden sein. Der erste Ring 2019 kann über zwei an gegenüberliegenden Seiten angeordnete Verbindungsstege 2040 mit dem zweiten Ring 2019 verbunden sein, wobei die Verbindungsstege 2040 zwi schen dem ersten und dem zweiten Ring 2019 um ein bestimmtes Winkelmaß, z. B. 90 Grad, in Umfangsrichtung versetzt zu den Verbindungsstegen 2040 zwischen dem Gehäuse 2020 und dem ersten Ring 2019 angeordnet sein können. Auf gleiche Weise können die weiteren Ringe 2019 mit dem jeweils benachbarten Ring 2019 über jeweils zwei Verbin dungsstege 2040 verbunden sein, wobei wiederum abwechselnd die Verbindungsstege um ein bestimmtes Winkelmaß, z. B. 90 Grad, in Umfangsrichtung versetzt sein können. Die auf diese Weise gebildete Knickschutzstruktur 2016 kann relativ flexibel ausgebildet sein, z.B. aus einem Elastomermaterial wie z.B. Gummi.
Wie die Figuren 35 und 36 zudem zeigen, kann auch innerhalb der durch die Ringe 2019 mit den Verbindungsstegen 2040 gebildeten Knickschutzstruktur 2016 eine Vertiefung 2018 der zuvor beschriebenen Art, z. B. in Trompetenform, ausgebildet sein.
Figuren 37 bis 39 zeigen eine Ausführungsform einer Verweilkanüle 201, bei der die Knick schutzstruktur 2016 durch eine Vielzahl vom Gehäuse 2020 in Längsrichtung zum distalen Ende der Verweilkanüle 201 hin abragenden Zapfen 2041 gebildet ist. Figur 37 zeigt die Verweilkanüle 201 in perspektivischer Ansicht, Figur 38 in seitlicher Schnittansicht und Figur 39 eine vergrößerte Darstellung des in Figur 38 markierten Bereichs D.
Die Zapfen 2041 sind jeweils mit einem gewissen Abstand voneinander angeordnet, der so groß ist, dass sich der Kathetertubus 2022 bei einer Biegebelastung in einen solchen Zwi schenraum erstrecken kann. Zudem können die Zapfen 2041 in radialer Richtung vom Ka thetertubus 2022 beabstandet sein, d.h. einen gewissen Freiraum um den Kathetertubus 2022 bilden, um eine freiere Beweglichkeit des Kathetertubus 2022 bei Biegebelastungen zu ermöglichen.
Allgemein hat die Knickschutzstruktur 2016 in allen beschriebenen Ausführungsformen den Vorteil, dass ein vergrößerter Biegeradius des Kathetertubus 2022 im Tubusaustrittsbereich 2021 sichergestellt wird und hierdurch einem möglichen Abknicken des Kathetertubus 2022 in diesem Bereich entgegengewirkt wird.
Die Knickschutzstruktur kann auch dann, wenn sie beispielsweise nicht die schlitzförmigen Aussparungen 2017 oder die Zapfen 2041 hat, sondern vergleichsweise massiv ausgebildet ist, eine erhöhte Elastizität gegenüber der Elastizität des Gehäuses 2020 haben. Auch hier durch wird einem Abknicken des Kathetertubus 2022 im Tubusaustrittsbereich 2021 entge gengewirkt. Figuren 40 bis 42 zeigen eine Ausführungsform einer Verweilkanüle 201 , bei der eine solche Knickschutzstruktur 2016 zum Einsatz kommt. Figur 40 zeigt die Verweilkanüle 201 in perspektivischer Ansicht, Figur 41 in seitlicher Schnittansicht und Figur 42 eine ver größerte Darstellung des in Figur 41 markierten Bereichs E.
Die Knickschutzstruktur 2016 kann als gegenüber dem Gehäuse 2020 separates Bauteil ausgebildet sein und vorteilhafterweise aus einem Material mit einer höheren Elastizität als das Material des Gehäuses 2020 bestehen, z. B. aus einem Elastomermaterial oder einem Silikonmaterial. Figuren 40 bis 42 zeigen eine Ausführungsform einer solchen Knickschutz struktur 2016, die massiv ausgebildet ist. Es ist auch möglich, dass eine solche Knickschutz struktur 2016 aus elastischerem Material eine oder mehrere der zuvor genannten Merkmale der Knickschutzstruktur 2016 hat, z. B. die Vertiefung 2018.
Figuren 43 bis 46 zeigen eine Ausführungsform einer Verweilkanüle 201 , bei der zur Ausbil dung eines Griffbereichs am Gehäuse 2020 jeweils links und rechts Griffflächen 2044 zum manuellen Greifen und Hantieren der Verweilkanüle 201 vorhanden sind. Figur 43 zeigt eine perspektivische Ansicht der Verweilkanüle 201 , Figur 44 den proximalen Teil der Verweilka nüle 201 in Draufsicht, Figur 45 die Verweilkanüle 201 im am Patienten applizierten Zustand und Figur 46 eine teilweise geschnittene Darstellung der Verweilkanüle 201 im am Patienten applizierten Zustand.
Die Griffflächen 2044 können z. B. eine Riffelung in Querrichtung aufweisen. Zudem hat das Gehäuse 2020 zwei sich links und rechts von dem Kathetertubus 2022 in distaler Richtung fort erstreckende Schutzvorsprünge 2042. Die Schutzvorsprünge 2042 ragen, wie die Figur 46 verdeutlicht, an dem Tubusaustrittsbereich 2021 vom Gehäuse 2020 ab. Zwischen den Schutzvorsprüngen 2042 sind jeweils oberhalb und unterhalb des Kathetertubus 2022 Füh rungsschlitze 2043 angeordnet. Insbesondere der untere Führungsschlitz 2043 ermöglicht es, dass der Kathetertubus 2022 im am Patienten 205 angelegten Zustand sich in einer sanf ten Biegung zum Patienten 205 hin erstrecken kann, d. h. der Führungsschlitz 2043 stellt einen Raum für eine definierte Biegung des Kathetertubus 2022 bereit und verhindert ein Abknicken oder Abbrechen des Kathetertubus 2022. Durch die Schutzvorsprünge 2042 ist der Kathetertubus 2022 in diesem Bereich zusätzlich seitlich geschützt. An den Schutzvor sprüngen 2042 kann eine Schutzkappenaufnahme 2046 ausgebildet sein, z. B. in Form einer sich in die Schutzvorsprünge 2042 hinein erstreckenden Aussparung. Auf diese Weise kann eine Schutzkappe über die Punktionsnadelspitze 2031 und den Kathetertubus 2022 gesteckt und am Gehäuse 2020 befestigt werden.
Die Griffflächen 2044 können sich zum distalen Ende hin bis in den Bereich der Schutzvor sprünge 2042 erstrecken. Vorteilhafterweise ist am distalen Ende des Gehäuses 2020 bzw.
der Schutzvorsprünge 2042 eine Fingerstopvorrichtung 2045 angeordnet, z. b. in Form einer Verdickung, z. B. eines Wulstes oder einer Schürze. Hierdurch wird verhindert, dass z. B. beim Anlegen der Verweilkanüle am Patienten 205 der Anwender mit seinen Fingern nach vorne hin zum Patienten 205 vom Gehäuse 2020 bzw. von den Griffflächen 2044 abrutscht.
Erkennbar ist zudem, dass bei der Ausführungsform der Figuren 43 bis 46 die Fixierflügel 2023 nur mit einer relativ schmalen Materialbrücke 2029 mit dem Gehäuse 2020 verbunden sind. Dementsprechend erstrecken sich die Fixierflügel 2023 über einen gewissen Längsbe reich frei vom Gehäuse 2020, sodass dort ein Zwischenraum zum Gehäuse 2020 gebildet ist, durch den beispielsweise ein Klebestreifen geführt werden kann, um die Fixierflügel 2023 am Patienten 205 zu befestigen.
Figuren 47 und 48 zeigen eine Ausführungsform eines Katheters, bei dem die Fixierflügel 2023 in Längsrichtung L gegenüber dem Gehäuse 2020 beweglich, d. h. linear verschieblich, angeordnet sind. Figur 47 zeigt die Verweilkanüle im Grundzustand, d. h. im Auslieferungs zustand. Figur 48 zeigt die Verweilkanüle 201 ohne die Nadelvorrichtung 203 nach Anlegen am Patienten 205. In beiden Figuren 47 und 48 sind jeweils perspektivische Ansichten dar gestellt.
Die Fixierflügel 2023 befinden sich einerseits an einem hinteren Flügelträger 2051, der sich im in Figur 47 dargestellten Grundzustand nahe des proximalen Endes der Verweilkanüle 201 befindet, und einem vorderen Flügelträger 2051 , der in Längsrichtung L beabstandet vom hinteren Flügelträger 2051 ist und dementsprechend näher am distalen Ende der Ver weilkanüle 201 angeordnet ist. Der hintere Flügelträger 2051 ist über eine Gelenkverbindung 2050 mit einer Schiebehülse 2048 verbunden. Die Schiebehülse 2048 ist über einen Längs verbinder 2049 mit dem vorderen Flügelträger 2051 verbunden. Auf diese Weise sind sämtli che Fixierflügel 2023 miteinander zu einer Einheit verbunden.
Das Gehäuse 2020 hat einen Schiebeabschnitt 2047, der zum Längsverschieben der Schie behülse 2048 auf diesem Schiebeabschnitt 2047 dient. Der Schiebeabschnitt 2047 hat daher über seine Längserstreckung eine gleichbleibende Querschnittskontur und Querschnittsgrö ße. Die Figuren 47 und 48 zeigen einen Schiebeabschnitt in zylindrischer Form, der Schie beabschnitt kann aber auch andere Formen haben, z. B. eine mehreckige Form.
Die Verweilkanüle 201 wird in dem in Figur 47 dargestellten Grundzustand in der üblichen Weise am Patienten 205 angelegt. Soll dann die Verweilkanüle 201 am Patienten 205 fixiert werden, wird die mittels der Schiebehülse 2048 verschiebbare Einheit, an der sich sämtliche Fixierflügel 2023 befinden, entlang des Schiebeabschnitts 2047 vom proximalen Ende fort geschoben, bis die in Figur 48 dargestellte Position erreicht ist. In dieser Position kann die Verweilkanüle 201 am Patienten 205 befestigt werden, indem die Fixierflügel am vorderen Flügelträger und hinteren Flügelträger 2051 jeweils mit einem Klebestreifen daran befestigt werden.
Der vordere Flügelträger 2051 ist im Grundzustand oberhalb des Gehäuses 2022 angeord net, der hintere Flügelträger 2051 unterhalb des Gehäuses 2022, jeweils von der Patienten applikationsseite gesehen. Im am Patienten 205 applizierten Zustand befinden sich beide Flügelträger 2051 direkt am Patienten 205, d.h. auf gleichem Höhenniveau. Hierdurch wird der Katheter 202 in eine passende Schräglage gestellt, durch die der Kathetertubus 2022 vor unnötiger Biegung im Tubusaustrittsbereich 2021 geschützt wird. Man erkennt zudem, dass in dieser Position der Längsverbinder 2049 eine vorteilhafte Schutzabdeckung für den au ßerhalb des Patienten 205 befindlichen Abschnitt des Kathetertubus 2022 bildet.
Figuren 49 und 50 zeigen in vergleichbaren Ansichten wie Figuren 47 und 48 eine Verweil kanüle 201 mit einer alternativ gestalteten beweglichen Vorrichtung zum Verstellen der Posi tion der Fixierflügel 2023. In dieser Ausführungsform ist ein Flügelträger 2051 vorhanden, der sich in Form von zwei seitlich entlang des Gehäuses 2020 erstreckenden Körpern gebil-
det ist, an denen jeweils am vorderen und hinteren Ende zwei Fixierflügel 2023 angeordnet sind. Der Flügelträger 2051 ist über eine Schwenkachse 2052 verschwenkbar am Gehäuse 2020 befestigt. Figur 49 zeigt die Verweilkanüle 201 im Grundzustand. In diesem Zustand kann die freie Verschwenkbarkeit des Flügelträgers 2051 durch ein Halteelement verhindert sein, damit der Flügelträger 2051 während des Applizierens der Verweilkanüle 201 am Pati enten nicht unerwünschterweise seine Position verändert. Als Haltelement kann z. B. das Handhabungselement 2032 verwendet werden, das über einen flexiblen Steg mit dem Ge häuse 2020 verbunden sein kann und auf diese Weise manuell ausgelenkt werden kann, um die Fixierung des Flügelträgers 2051 freizugeben.
Wird der Flügelträger 2051 dann, wenn die Verweilkanüle 201 am Patienten 205 angelegt ist und daran befestigt werden soll, in die in Figur 2050 dargestellte Position verschwenkt, so liegen die Fixierflügel 2023 am Patienten 205 an und können mittels Klebestreifen daran befestigt werden. In dieser Verschwenkposition kann der Flügelträger 2051 mittels einer Ver- rastung über wenigstens einen in eine Aussparung eingreifenden Fixierzapfen 2053 fixiert werden. Hierdurch wird das Gehäuse 2020 in einer bestimmten Verschwenkposition relativ zum Flügelträger 2051 arretiert.
In allen Ausführungsbeispielen der Erfindung kann das Handhabungselement 2032 an der zum Patienten gerichteten Seite und/oder an der vom Patienten fortgewandten Seite eine Strukturierung, z.B. in Form einer Riffelung, haben. Die Fixierflügel 2023 können derart aus gebildet sein, dass sie knetbar oder anmodellierbar sind, sodass sie vom Anwender auf ein fache Weise an die entsprechende Oberfläche des Körperbereichs des Patienten angepasst werden können, an dem die Verweilkanüle 201 angeordnet ist.
3. Ausführunqsform
Punktionsvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Punktionsvorrichtung zum Punktieren eines Hohlkörpers mittels einer Punktionsnadel, wobei die Punktionsvorrichtung wenigstens eine rohrförmige Außen hülle hat, in der die Punktionsnadel längsverschieblich führbar ist, wobei die Außenhülle da zu eingerichtet ist, nach Durchführung einer Punktion einer Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers über zumindest einen Teil ihrer Länge durch die mittels der Punktionsnadel ge schaffene Öffnung durch die Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers geschoben zu werden und dort eine Zeitdauer zu verweilen.
Eine solche Punktionsvorrichtung wird im Folgenden auch als Punktionssystem oder, insbe sondere wenn es den medizinischen Bereich betrifft, als Venenverweilkanüle bezeichnet. Die rohrförmige Außenhülle oder kurz „Außenhülle“ wird nachfolgend auch als Venenkatheter bezeichnet. Der zu punktierende Hohlkörper kann ein Hohlkörper eines Lebewesens oder ein Hohlkörper eines Gegenstands sein. Soweit die Punktionsvorrichtung den medizinischen Bereich betrifft, kann der Hohlkörper z.B. ein Blutgefäß wie z.B. eine Vene oder Arterie sein.
Die Begriffe „punktieren“ und „Punktion“ sind dabei im medizinischen Sinne zu verstehen. Als punktieren bezeichnet man das Einstechen einer Punktionsnadel in den Hohlkörper, derart, dass die Punktionsnadel die Hülle des zu punktierenden Hohlkörpers durchdringt.
Als Hohlkörper-naher Abschnitt von Teilen der Punktionsvorrichtung werden solche Teile angesehen, die aus Sicht des Anwenders am entfernten (distalen) Ende der Punktionsvor richtung und somit in der Nähe des punktierten Hohlkörpers angeordnet sind. Dementspre chend sind Hohlkörper-ferne Abschnitte am aus Anwendersicht proximalen Ende der Punkti onsvorrichtung angeordnet, d. h weiter vom punktierten Hohlkörper entfernt. Im Zusammen hang mit medizinischen Anwendungen der Punktionsvorrichtung werden synonym zum Be-
griff Hohlkörper-nah auch die Begriffe venennah oder patientennah verwendet, und für den Begriff Hohlkörper-fern auch venenfern und patientenfern.
Eine durchstichsichere Venenverweilkanüle ist aus PCT/EP2019/057097 bekannt.
Es soll ein verbessertes Punktionssystem im Sinne eines allgemeinen Punktionssystems entstehen. Prinzipiell ist es mit der verbesserten Venenverweilkanüle ebenso möglich, alle Körperhöhlen und Körperzwischenräume und alle anatomischen und krankhaften Strukturen, welche punktiert werden sollen, vorteilhaft zu punktieren und einen Katheter in diese einzu legen.
Auch können Komponenten der verbesserten Venenverweilkanüle prinzipiell mit allen be kannten Punktions- und Kathetersystemen kombiniert oder auch als eigenständige Produkte verwendet werden.
Der Begriff "Venenverweilkanüle" soll im Folgenden dennoch beibehalten werden, hat aber eine weitergehende Bedeutung im Sinne eines allgemeinen Punktionssystems, mit dem nicht nur Venen punktiert werden können. Die Begriffe "Vene" und „Venen“ umfassen im Folgen den also prinzipiell alle Blutgefäße und ganz allgemein alle Körperhöhlen und Körperzwi schenräume und alle anatomischen und krankhaften Strukturen, welche punktiert und mit einem Katheter versehen werden sollen.
So können mit der Venenverweilkanüle zusätzlich beispielhaft Luftröhre, Pleuraraum, Bauch raum, Magen, Darm, Nierenbecken, Harnblase, Liquorraum und Knochen punktiert werden. Zusätzlich können krankhafte Strukturen wie Abszesse in und auf dem Patienten punktiert werden. Vorteilhaft können zudem arterielle Blutgefäße punktiert werden.
Der Begriff „Patient“ umfasst im Folgenden alle Lebewesen aller Altersklassen und Ge schlechter. Ebenso sind Anwendungen in technischen Bereichen und in und an allen Ge genständen und Strukturen, z.B. in und an Reservoiren, Behältern, Hohlräumen, ausdehnba ren Materialien und in und an Pumpen-, Schlauch-, Röhren- und Portsystemen, explizit mög lich.
Wenn im Folgenden das Wort „oder“ verwendet wird, so werden mögliche Alternativen auf gezeigt, es sind aber auch Kombinationen aus den mit „oder“ getrennten Merkmalen oder Ausprägungen grundsätzlich explizit möglich.
„Venennah“ kann im Folgenden meist mit „patientennah“ und „venenfern“ meist mit „anwen dernah“ gleichgesetzt werden. Venennahe Komponenten befinden sich tendenziell innerhalb, venenferne Komponenten tendenziell außerhalb des Patienten. Dies muss nicht immer zwingend gelten, soll aber die Begriffe weiter verdeutlichen. Die Ergänzungen sind regelhaft selbsterklärend und der Kontext ist entscheidend.
Alle beschriebenen Komponenten können ein- oder mehrfach an einer Venenverweilkanüle oder auch unabhängig von einer solchen an/in anderen Produkten oder vollkommen eigen ständig zur Anwendung kommen. Verschiedene Merkmale unterschiedlicher Komponenten sind auch frei kombinierbar und Merkmale von bestimmten Komponenten können auch an anderen Komponenten Verwendung finden, ohne dass dies explizit erwähnt wird. Alle Kom ponenten und Merkmale können grundsätzlich innerhalb und außerhalb eines Patienten zur Anwendung kommen.
Spezielle Querschnittsflächen des Venenkatheters
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle und/oder ein sonstiges Teil der Punktionsvorrichtung einen oder mehrere überwiegend oder vollständig in Längsrichtung der Punktionsvorrichtung verlaufende Strömungskanäle hat,
durch die ein durch den punktierten Hohlkörper strömendes Fluid entlang der Außenhülle und/oder des sonstigen Teils der Punktionsvorrichtung vorbeiströmen kann. Ein solcher Strömungskanal kann z.B. durch eine rinnen- oder rillenförmige Vertiefung, z.B. eine Nut, an der Außenseite der Außenhülle oder einen Kanal in der Wand der Außenhülle gebildet sein. Der Strömungskanal kann auch über seine Länge variierend teilweise als Vertiefung und teilweise als Kanal in der Wand der Außenhülle ausgestaltet sein. Der Strömungskanal muss nicht über die gesamte Länge der Außenhülle vorhanden sein. Beispielsweise kann der Strömungskanal ausschließlich oder überwiegend in dem zum Verweilen in dem Hohlkörper eingerichteten Abschnitt der Außenhülle angeordnet sein. Dies gilt für einen, mehrere oder alle Strömungskanäle. Die Strömungskanäle der Außenhülle können insbesondere überwie gend oder vollständig in Längsrichtung der Außenhülle verlaufen.
Die Querschnittsfläche des Venenkatheters kann ein Kreis oder eine Ellipse sein. Eine Seite dieses Kreises oder dieser Ellipse kann mindestens eine Abflachung, Vertiefung oder eine Ausstülpung aufweisen. Dadurch kann sich der Venenkatheter optimal auch an solche Ve nen anpassen, welche keine reine kreisförmige Querschnittsfläche aufweisen. Der Venenka theter kann über eine Teillänge, seine überwiegende oder gesamte Länge insgesamt oder teilweise aus einem thermoplastischen Material, z.B. einem Kunststoffmaterial, bestehen, welches die Eigenschaft aufweist, dass es bei Körpertemperatur keine spezielle Form des Venenkatheters mehr aufrechterhält, sich der Venenkatheter somit optimal an die Form der Vene anpassen kann. Die Wand des Venenkatheters kann sich somit an die Venenwand anlegen. Der Venenkatheter kann somit das Lumen der Vene für einen Fluidfluss über den Venenkatheter offenhalten, wenn ein solcher über den Venenkatheter appliziert wird. Wird ein solcher nicht mehr über den Venenkatheter appliziert, so kollabiert der Venenkatheter aufgrund der ausgeprägten thermoplastischen Eigenschaften und verschließt sich somit selbst. Dies hat den Vorteil, dass dann kein Fluid, z.B. Blut, mehr ungewollt über den Venen katheter aus dem Patienten austreten kann.
Ebenso kann der Venenkatheter mindestens eine rinnen-/rillenförmige Vertiefung an seiner Außenseite aufweisen. Diese Vertiefung kann z.B. eine längsverlaufende Vertiefung sein. Dadurch kann auch bei in der Vene liegendem Venenkatheter ein Fluidfluss neben dem Ve nenkatheter erreicht werden. Hierdurch können bei einliegendem Venenkatheter z.B. Ab flussstörungen in der Vene verhindert werden. Im Bereich der arteriellen Gefäßpunktion kann dies zur Verhinderung von Durchblutungsstörungen von besonderer Relevanz sein. Ebenso dann, wenn das eigentliche Lumen des Venenkatheters verlegt oder verstopft sein sollte, z.B. durch geronnenes Blut. Im Bereich der Vertiefung kann der Venenkatheter insgesamt oder teilweise aus mindestens einem Material bestehen oder mit einem solchen beschichtet sein, welches antimikrobielle und/oder blutgerinnungshemmende Eigenschaften aufweist. Somit wird in diesem Bereich die Anlagerung von Keimen und/oder Blutgerinnseln verhin dert. Ebenso kann in diesem Bereich mindestens ein Material verwendet werden, welches besonders günstige fluidleitende Eigenschaften aufweist und bei Blutkontakt die korpuskulä- ren Bestandteile des Blutes wenig schädigt.
Die Vertiefung muss nicht über die gesamte Länge des Venenkatheters bestehen. So kann die Vertiefung vorteilhaft venenfern im Bereich des Übergangs vom Venenkatheter in die sonstigen Komponenten der Venenverweilkanüle und/oder auch dort, wo der Venenkatheter durch die Haut und das Unterhautgewebe des Patienten führt, nicht ausgebildet sein. Somit besteht in diesem Bereich keine Eintrittspforte für Keime, da sich Haut und Unterhautgewebe komplett um den Venenkatheter legen können. Ebenso kann die Vertiefung bereits vor der venennahen Spitze des Venenkatheters enden, damit diese ohne Kanten ausgebildet sein kann (Figuren 52, 53). Die Vertiefung kann auch dadurch entstehen, dass der Venenkatheter mindestens teilweise, z.B. an seiner Außenseite, aus mindestens einem resorbierbarem Ma terial besteht, welches die komplementäre Form der Vertiefung hat und die Vertiefung zu- ächst zumindest teilweise ausfüllt. Wird nun dieses Material im Patienten resorbiert, z.B. bei Blutkontakt oder bei Kontakt mit anderen Fluiden, so wird die Vertiefung ausgebildet. Dieses resorbierbare Material kann ein Kohlenhydrat, aber auch ein anderes Biomolekül oder ein
Salz sein. Dieses Material kann auch Magnesium sein oder enthalten. Ebenso können re sorbierbare Polymere, Komposite, Biokeramik-Materialien oder biodegradierbare Metalle Verwendung finden. Das Material kann auch eine Kombination aus mehreren resorbierbaren Materialien sein.
Denkbar ist auch, dass sich statt der Vertiefung mindestens ein längsverlaufender Kanal in der Wand des Venenkatheters befindet, welcher von dem eigentlichen Lumen des Venenka theters abgegrenzt ist. Dieser Kanal kann venenfern über eine Ausnehmung in der Wand des Venenkatheters beginnen und venennah über eine Ausnehmung enden, welche sich direkt im Bereich der Spitze des Venenkatheters oder etwas entfernt von ihr in der Wand des Venenkatheters befindet (Figuren 54 bis 56). Dadurch wird mindestens ein zusätzlicher Flu idfluss in dem Venenkatheter ermöglicht.
Kombinationen aus den o.g. rinnen-/rillenförmigen Vertiefungen und Kanälen sind möglich.
An dem Venenkatheter der Venenverweilkanüle kann ein Expansionskörper zur Lagefixie rung des Venenkatheters in dem punktierten Körperteil angeordnet sein. Ein derartiger Expansionskörper kann z.B. als eine aufblasbare Manschette, als sogenannter Cuff, ausgebildet sein, der z.B. an der Außenseite des Venenkatheters angeordnet ist. In einer vorteilhaften Weiterbildung kann dieser Expansionskörper nun ebenfalls mindestens eine rinnen-/rillenförmige Vertiefung wie oben beschrieben aufweisen, welche auch im ex pandierten Zustand erhalten bleibt, um einen Fluidstrom um den Expansionskörper zu er möglichen. Denkbar ist auch, dass der Expansionskörper auch im expandierten Zustand mindestens einen Kanal wie oben beschrieben enthält, damit ein Fluidstrom durch den Ex pansionskörper möglich wird. Dieser Kanal kann durch eine ihn zumindest teilweise umge bende und die Wand ausbildende zirkuläre Struktur offengehalten werden.
Ein wie oben beschriebener Venenkatheter kann auch unabhängig von einer Venenverweil kanüle verwendet werden, z.B. in längerer Ausführung mit größerem Durchmesser als Schlauch einer Vorrichtung zur Durchführung einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO).
Die Querschnittsfläche des Venenkatheters kann auch ähnlich wie bei einem außenverzahn ten Zahnrad mit mindestens einem Zahn ausgebildet sein. Das Zahnrad kann hierbei 2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,15,16,17,18,19,20,21 ,22,23,24,25,26,27,28,29,30 oder mehr als 30 Zähne aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann die Querschnittsfläche des Venen katheters aber auch ein innenverzahntes Zahnrad mit der eben genannten Anzahl von Zäh nen aufweisen. Denkbar ist auch, dass mindestens ein sich in dem Venenkatheter befindli ches weiteres Lumen eine Außenverzahnung und der Venenkatheter selbst eine Innenver zahnung aufweist.
Die Ausbildung der Querschnittsfläche des Venenkatheters als Halbkreis, Halbellipse, Bogen oder Ring ist ebenso möglich, ebenso mindestens eine Abflachung, Vertiefung oder eine Ausstülpung an jeder Seite dieser geometrischen Figuren/Formen (im Folgenden nur „For men“ genannt). Auch rinnen-/rillenförmige Formen können vorliegen.
Ebenso möglich ist die Ausbildung der inneren und/oder äußeren Querschnittsfläche als Rechteck, Quadrat, Kreuz, Parallelogramm, Raute, Dreieck, Fünfeck, Sechseck, Achteck oder ganz allgemein Vieleck. Auch rahmenartige, kleeblatt- oder halbmondartige Formen sind denkbar.
Der Venenkatheter kann die Form eines Zylinders, Kegels, Quaders oder auch prismaartige Formen aufweisen. Auch eine pyramidenartige Ausbildung ist möglich. Ebenso kann der Ve nenkatheter ein Flügelprofil aufweisen, präziser auch ein Tragflügelprofil.
Möglich ist, dass sowohl Innen- als auch Außenseite des Venenkatheters jeweils mindestens eine der oben genannten Formen aufweisen oder mit Strukturen weitergebildet sind, die mindestens eine der oben genannten Formen besitzen. Außen- und Innenseite des Venen katheters können sich in diesen Eigenschaften auch unterscheiden. So ist z.B. denkbar, dass sich die Außenseite des Venenkatheters flexibel an die Form der Vene anpasst, die Innenseite des Venenkatheters aber eher rigide Eigenschaften hat, die das Lumen des Ve nenkatheters auch z.B. gegen Druckeinwirkung von außen offenhalten. Diese rigiden Eigen schaften können durch eine spezielle Form der Innenseite des Venenkatheters erreicht wer den, z.B. durch eine ovale Form, aber auch durch eine Verwendung spezieller Materialien, insbesondere Metallen, Metalllegierungen und harten Kunststoffmaterialien. Diese rigiden Eigenschaften können auch durch eine spiral-, wellen- oder netzförmige Oberfläche der In nenseite des Venenkatheters geschaffen werden. Eine Kombination mit quer-, längs- oder diagonalverlaufenden Strukturen ist denkbar, diese können auch alleine für die gewünschte Rigidität sorgen.
Alle genannten und weitere geometrische Formen können frei kombiniert werden. Es können auch unterschiedliche Abschnitte des Venenkatheters unterschiedliche Querschnittsflächen oder Formen aufweisen.
Diese können sich durch spezielle Eigenschaften, z.B. thermoplastische Eigenschaften, än dern, wenn der Venenkatheter anderen Umgebungsbedingungen, z.B. der Körpertempera tur, ausgesetzt wird. Diese können sich auch ändern, wenn der Venenkatheter einem gewis sen Druck von innen oder außen ausgesetzt wird. Denkbar ist daher z.B., dass ein Univer salblutgefäßkatheter entsteht, welcher sowohl unter Bedingungen niedriger Blutdrücke, z.B. in Venen, aber auch Bedingungen hoher Blutdrücke, z.B. in Arterien und in Herznähe, einge setzt werden kann.
Die Kombination unterschiedlicher Formen kann auch dazu genutzt werden, um mehrere Lumen innerhalb des Venenkatheters voneinander abzugrenzen. So kann z.B. der Venenka theter mindestens ein Lumen aufweisen, welches eine kreisförmige Querschnittsfläche auf weist und ein anderes, welches eine ellipsoide oder rechteckige Querschnittsfläche hat. Die Querschnittsfläche kann jeweils für spezielle Eigenschaften unterschiedlicher Fluide optimiert sein.
Widerhaken-artige Strukturen
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass an der Außen seite der Außenhülle Widerhaken-artige Strukturen vorhanden sind, die ein Herausziehen der in den Hohlkörper eingeführten Punktionsvorrichtung erschweren oder verhindern. Hier durch ist die Punktionsvorrichtung gegen ein unbeabsichtigtes Herausgleiten aus dem punk tierten Hohlkörper gesichert.
An der Außenseite des Venenkatheters können auch Strukturen angebracht sein, die Wider haken darstellen oder solchen ähneln. Diese können z.B. ausklappbar oder ausfahrbar aus gebildet und sein. Beispielhaft können diese auch durch einen Fluid-, Gas- oder Dampfstrom aktivierbar sein. Beispielhaft können diese auch durch einen Blutstrom aktivierbar sein, wel cher pulsatil oder nicht-pulsatil/kontinuierlich sein kann.
Diese Strukturen können somit ein Herausziehen oder Herausrutschen des Venenkatheters aus der Vene erschweren oder verhindern. Der Venenkatheter kann auch ähnlich wie ein Dübel ausgebildet sein. Es ist denkbar, dass sich an der Außenseite befindliche Strukturen, z.B. längliche Strukturen, bei Erwärmung auf Körpertemperatur von der Außenseite des Ve nenkatheters wegbewegen, z.B. vom Venenkatheter abstehend aufrichten. Diese Strukturen können bei Erwärmung auf Körpertemperatur auch eine Volumenzunahme erfahren. Ebenso können diese Strukturen auch fluidaufnehmend ausgebildet sein und dadurch bei Kontakt mit
Fluiden, z.B. Blut, Dämpfen- oder Gasen, eine Volumenzunahme erfahren. Dadurch kann der Venenkatheter selbst seine Lage in der Vene stabilisieren.
Der Venenkatheter kann auch wie ein Teleskop-Rohr, z.B. ein Teleskop-Rundrohr, ausgebil det und in der Länge verstellbar sein. Dieses kann hierbei aus 2,3,4,5,6,7,8,9,10 oder mehr als 10 ineinander verschiebbaren Elementen, z.B. Ringen, mit unterschiedlichen Innen- und Außendurchmesser bestehen.
Das in diesem Absatz Geschriebene kann ebenso für Punktionsnadeln und für Katheter und Schläuche allgemein gelten. Diese können die o.g. Eigenschaften aufweisen und wie eben beschrieben vorteilhaft weitergebildet werden.
Spezieller Aufbau des Venenkatheters mit einem innenlieqenden Kapillarsvstem
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle eine Anordnung einer Vielzahl langgestreckter Hohlräume aufweist, die sich zumindest überwiegend in Längsrichtung der Außenhülle erstrecken, wobei die Hohlräume insbesonde re in Form von Kapillaren ausgebildet sein können.
Der Venenkatheter kann auch aus einem System langgestreckter Hohlräume, z.B. Kapilla ren, bestehen, die sehr dünnwandig ausgebildet sein können. Die Kapillaren können auch als Glaskapillaren ausgebildet sein. Diese können z.B. einen Außendurchmesser zwischen 0,01 und 2,5 Millimeter, bevorzugt zwischen 0,05 und 0,5 Millimeter, haben. Denkbar sind aber auch kleinere oder größere Außendurchmesser. Die Wanddicke/Wandstärke (im Fol genden nur „Wanddicke“) kann z.B. zwischen 0,002 und 0,25 Millimeter, bevorzugt zwischen 0,01 und 0,05 Millimeter liegen. Denkbar sind aber auch kleinere oder größere Wanddicken.
Bei einem so ausgebildeten Venenkatheter können Kapillarkräfte vorteilhaft wirken. Vorteil haft kann z.B. ein so ausgebildeter Venenkatheter auch mit weiteren Fluiden oder Substan zen, z.B. gerinnungshemmenden oder antimikrobiellen Substanzen, benetzt werden.
Die oben beschriebenen langgesteckten Hohlräume können auch aus anderen Materialien, z.B. Kunststoffmaterialien oder Metallen oder Metalllegierungen, ausgebildet sein. Sie kön nen elektrisch leitend sein und z.B. auch als Sensoren wirken. Eine Erwärmung oder Küh lung eines durchströmenden Fluids ist denkbar, Gleichstrom- und Gegenstromprinzip können zur Anwendung kommen. Die Wände der langgestreckten Hohlräume können über ihre Teil länge, überwiegende oder gesamte Länge nur für bestimmte Stoffe durchlässig sein. So können sie z.B. semipermeabel sein oder andere Diffusionsprozesse ermöglichen. Denkbar ist auch, dass in dem Venenkatheter strömende Fluide von schädigenden Substanzen befreit werden und somit z.B. eine Entgiftung stattfindet.
Mindestens dreischichtiger Aufbau der Venenverweilkanüle
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung eine weitere rohrförmige Struktur hat, die zwischen der Außenhülle und der Punktionsnadel angeordnet ist.
Es ist somit ein mindestens dreischichtiger Aufbau der Venenverweilkanüle möglich. Zwi schen der innenliegenden Punktionsnadel und dem außenliegenden Venenkatheter kann sich mindestens eine weitere rohrförmige/zylindrische Struktur befinden, die auch als Schlauch oder Katheter ausgebildet sein kann. Diese mittlere Struktur kann auch eine ande re Form aufweisen und z.B. die oben genannten Querschnittsflächen besitzen. Die mittlere Struktur ist gegenüber einer innenliegenden Punktionsnadel und/oder gegenüber dem au ßenliegenden Venenkatheter längsverschieblich und/oder um die eigene Längsachse dreh bar angeordnet.
Die Wand dieser mittleren Struktur kann aus mindestens einer Schicht ausgebildet sein und die innenliegende Punktionsnadel oder einen noch weiteren innenliegenden Katheter teilwei se, überwiegend oder ganz umgeben. Die Wand der mittleren Struktur kann bevorzugt aus mindestens zwei oder drei Schichten ausgebildet sein, wovon mindestens eine mindestens teilweise durchstichsichere Eigenschaften aufweist. Die Schicht mit diesen Eigenschaften kann z.B. zumindest zum Teil aus einem Metall, einer Metalllegierung oder aus Ara- mid/Aramidfasern bestehen. So kann die mittlere Struktur für mindestens einen außenlie genden Katheter einen Stichschutz gegenüber der Spitze der Punktionsnadel bereitstellen.
Ebenso kann die mittlere Struktur auch halbkreis- oder wannenförmig ausgebildet sein. In einer solchen Ausbildung umgibt sie die innenliegenden Punktionsnadel nur teilweise. In einer bevorzugten Ausbildung umgibt sie die Oberfläche der Punktionsnadel über einen Teil oder ihre gesamte Länge halbkreis- oder wannenförmig zu mindestens 5% oder 10%, in wei teren bevorzugten Ausbildungen zu mindestens 20%, 30%, 40%, 50%, 60%, 70%, 80% oder 90%.
Neben einer Ausführung mit einer glatten oder genoppten Oberfläche kann die mittlere Struktur auch spiralförmig ausgebildet sein und eine wellenförmige Oberfläche bereitstellen. Sie kann auch mit einer abdichtenden Beschichtung, insbesondere einer PTFE- Beschichtung versehen sein, und zusätzlich mit weiteren Strukturen bzw. Elementen ver stärkt werden, so z.B. durch quer-, längs- oder diagonalverlaufende Strukturen.
Die mittlere Struktur kann im Vergleich zu einem außenliegenden Venenkatheter eine deut lich reduzierte Wanddicke aufweisen. So kann die Wanddicke weniger als 90%, in vorteilhaf ten Ausbildungen sogar weniger als 80%, 70%, 60%, 50%, 40%, 30%, 20%, 10% oder 5% betragen.
Die mittlere Struktur kann auch als herkömmlicher Führungsdraht ausgebildet sein, z.B. ohne Kern, durch den innenliegend die Punktionsnadel längsverschieblich hindurchgeführt ist. In einem solchen Fall kann auch auf den außenliegenden Venenkatheter verzichtet werden. Somit entsteht ein System aus innenliegender Punktionsnadel und außenliegendem Füh rungsdraht, welches dazu dient, einen Führungsdraht in einer Zielstruktur, z.B. in einer Vene, zu platzieren.
Lotoseffekt
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenseite der Punktionsnadel und/oder die Innenseite der Außenhülle eine Oberflächenschicht auf weist, die aus einem Material mit erhöhter Gleitfähigkeit im Vergleich zum übrigen Material der Punktionsnadel und/oder der Außenhülle gebildet ist. Beispielsweise kann hierdurch eine Art Lotoseffekt an der Außenseite der Punktionsnadel und/oder der Innenseite der Außenhül le bereitgestellt werden.
Die Außenseite der Punktionsnadel kann aus einem besonders gleitfähigen Material beste hen oder mit einem solchen beschichtet sein. Alternativ oder zusätzlich kann die Innenseite des Venenkatheters aus einem solchen Material bestehen oder mit einem solchen beschich tet sein. Es kann sich hierbei insbesondere auch um ein Material, eine Beschichtung und/oder um Oberflächenstrukturen handeln, welche allein oder in Kombination miteinander einen Lotoseffekt verursachen. Hierdurch können hydrophobe Eigenschaften bis hin zur Su perhydrophobie erreicht werden. Entsprechende Oberflächenstrukturen können insbesonde re eine Noppung aufweisen, zudem kann vorteilhaft mindestens eine Wachsschicht verwen det werden. Die entsprechenden Oberflächen der Punktionsnadel und des Venenkatheters können dadurch selbstreinigende Eigenschaften erlagen. Auch alle anderen Komponenten und Oberflächen des Venenkatheters können auf die eben genannte Art ausgebildet sein. Vorteilhafte Auswirkungen auf den Strömungswiderstand im Innern des Venenkatheters sind denkbar.
Reibunqsmindernde Eigenschaften zwischen Punktionsnadel und Venenkatheter
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass sich an der Außenseite der Punktionsnadel und/oder der Innenseite der Außenhülle eine reibungsmin dernde Zusatzsubstanz befindet, insbesondere eine öl- oder fetthaltige Substanz.
Möglich ist auch, dass sich mindestens eine öl- oder fetthaltige oder -ähnliche Substanz zwi schen Punktionsnadel und Venenkatheter befindet, die den Reibungswiderstand zwischen beiden herabsetzt. Diese kann zudem antimikrobielle oder blutgerinnungshemmende Eigen schaften aufweisen. Damit diese Substanz im Raum zwischen Punktionsnadel und Venenka theter verbleibt, kann dieser Raum jeweils venennah und venenfern vorteilhaft mit einem Abschlusselement weitergebildet sein. Dieses Abschlusselement kann beispielhaft so aus gebildet sein, dass es die Punktionsnadel teilweise oder vollständig, z.B. kreisförmig, um fasst und diese durch eine Ausnehmung des Abschlusselements längsverschieblich und/oder um die Längsachse drehbar hindurchgeführt ist.
Denkbar ist auch, dass mindestens ein Abschlusselement längsverschieblich in dem Venen katheter gelagert ist. Dieses kann mit einem Betätigungselement verbunden sein, durch wel ches die Lage des Abschlusselements von einem Anwender eingestellt werden kann. Ver fügt nun die Punktionsnadel über eine Struktur oder eine Form, welche den Außendurch messer der Punktionsnadel zumindest über eine Teillänge derselben erhöht, so kann die Punktionsnadel das Abschlusselement über diese Teillänge nicht mehr passieren. So kann die Länge, über welche die Punktionsnadelspitze venennah den Venenkatheter überragt, innerhalb bestimmter Grenzen variabel eingestellt werden.
Ein oben beschriebenes Abschlusselement kann eine wellenförmige Oberfläche ausbilden und/oder auch in Form einer Feder und/oder Spirale ausgebildet sein. Ein oben beschriebe nes Abschlusselement kann aus einem Kunststoff, aber auch aus einem Metall oder einer Metalllegierung bestehen. Damit das Abschlusselement gas, dampf- und/oder fluidundurch lässig ausgebildet ist, kann es auch mit mindestens einem weiteren Material beschichtet o- der ummantelt werden. Denkbar ist hier eine Verwendung von PTFE.
Hohler Führungsdraht als Venenkatheter
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass wenigstens der Teil der Außenhülle, der zum Verweilen in dem Hohlkörper eingerichtet ist, über seine ge samte Länge oder den überwiegenden Teil seiner Länge, in der die Punktionsnadel längs verschieblich führbar ist, einen spiralförmig gewickelten, innen hohlen Führungsdraht auf weist. Innerhalb der spiralförmigen Struktur ist somit ein Hohlraum vorhanden, durch den beispielsweise eine Punktionsnadel hindurchführbar ist.
Es wird ferner vorgeschlagen, dass wenigstens der Teil des Venenkatheters, der zum Ver weilen im Patienten eingerichtet ist, über seine gesamte Länge oder den überwiegenden Teil seiner Länge, in der die Punktionsnadel längsverschieblich führbar ist, aus einem Führungs draht besteht, aus dem der innere Kern entfernt worden ist. Er ist somit innen hohl ausgebil det und besteht aus einer spiralförmigen Struktur. Diese kann auch als Flachdraht ausgebil det sein. Diese spiralförmige Struktur kann innen, außen oder sie umgehend von einer gas-, dampf- und/oder fluidundurchlässigen Schicht überzogen sein. Diese Schicht kann z.B. eine PTFE-Schicht sein oder ein anderes Material.
Punktionsnadel(spitze) aus resorbierbarem Material und mit anderen Eigenschaften
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Hohlkörper nahe Abschnitt der Punktionsnadel stumpf ausgebildet ist und/oder aus einem bioresorbier- baren Material besteht und/oder irgendein Bereich der Punktionsnadel aus einem bioresor-
bierbaren Material besteht oder damit beschichtet ist und/oder zumindest ein Teil der Au ßenhülle aus einem bioresorbierbaren Material besteht oder damit beschichtet ist. Ein sol ches bioresorbierbares Material hat den Vorteil, dass es sich im Körper eines Lebewesens durch die dort vorhandenen Substanzen nach einer gewissen Zeit auflöst. Soweit nachfol gend von resorbierbaren Materialien die Rede ist, schließt dies auch bioresorbierbare Mate rialien ein.
Es ist somit möglich, dass der venennahe Abschnitt der Punktionsnadel nicht spitz, sondern stumpf ausgebildet ist. So kann er beispielhaft auch stempelförmig ausgebildet sein. Wenn er stumpf ausgebildet ist, können sich weitere Anwendungen in soliden oder auch weicheren Geweben wie z.B. dem Gehirn, erschließen, wo eine spitze Punktionsnadel unnötig für das Durchdringen des Gewebes ist und zu Verletzungen desselben führen könnte.
Die Punktionsnadel kann grundsätzlich innen hohl oder nicht hohl ausgebildet sein. Wenn sie nicht hohl ausgebildet ist, können Ausstanzungen des Gewebes und somit ein mögliches Verschleppen von Gewebe in tiefere anatomische Strukturen vermieden werden. Die Punkti onsnadel kann hierbei auch mit einem innenliegenden Kern oder weiteren verstärkenden, aber auch flexiblen Strukturen oder Materialien, ausgebildet sein. Sie kann auch einen innen liegenden Mandrin enthalten, welcher selbst innen hohl oder nicht hohl ausgebildet ist. Bevorzugt kann auch die venennahe Spitze der Punktionsnadel aus einem resorbierba ren/auflösbaren (im Folgenden nur „resorbierbarem“) Material bestehen oder mit einem sol chen beschichtet sein.
Dieses resorbierbare Material kann ein Kohlenhydrat, aber auch ein anderes Biomolekül o- der ein Salz sein. Dieses Material kann auch Magnesium sein oder enthalten. Ebenso kön nen resorbierbare Polymere, Komposite, Biokeramik-Materialien oder biodegradierbare Me talle Verwendung finden. Das Material kann auch eine Kombination aus mehreren resorbier baren Materialien sein und auch mindestens eine antimikrobielle oder gerinnungshemmende oder anderweitig wirksame oder biologisch aktive Substanz enthalten oder mit mindestens einer solchen beschichtet sein.
Bei Blutkontakt oder bei Kontakt mit anderen Fluiden kann sich somit die Form der Punkti onsnadelspitze verändern, z.B. die venennahe Spitze der Punktionsnadel teilweise oder ganz resorbiert werden. Je nach verwendetem Material kann dieser Prozess sehr schnell ablaufen, z.B. innerhalb von 1 Sekunde, innerhalb von 30 Sekunden oder innerhalb 1 Minute oder 2 oder 5 Minuten. Dieser Prozess kann aber auch langsamer ablaufen, z.B. mindestens 1 Stunde, mindestens 1 Tag, mindestens 1 Woche, mindestens 1 Monat, mindestens 3 oder 6 Monate oder mindestens 1 Jahr benötigen.
Denkbar ist auch, dass die venennahe Spitze der Punktionsnadel nur teilweise aus mindes tens einem resorbierbaren Material besteht oder mit einem solchen beschichtet ist. Dadurch kann die Spitze bei Blutkontakt oder bei Kontakt mit anderen Fluiden eine gewünschte Form annehmen und z.B. auch die Art des Schliffs eine Veränderung erfahren. Dies kann dadurch geschehen, dass das resorbierbare Material ein darunter und benachbart liegendes Material freigibt, welches eine andere Form aufweist als das resorbierbare Material. Das auf diese Art freigegebene Material kann ebenso resorbierbar, z.B. auch langsamer resorbierbar, oder nicht resorbierbar sein.
Denkbar ist konkret, dass die Punktionsnadelspitze durch mindestens ein resorbierbares Material mit einem scharfen Schliff ausgebildet ist. Wird nun dieses Material im Patienten resorbiert, z.B. bei Blutkontakt oder bei Kontakt mit anderen Fluiden, so kann die Punktions nadelspitze dadurch stumpf werden, wenn nun eine Struktur freigelegt wird, welche z.B. oh ne scharfen Schliff ausgebildet und gerade angeschnitten ist und aus mindestens einem nicht-resorbierbaren Material besteht. Dadurch kann eine Punktionsnadel entstehen, deren venennahe Spitze sich z.B. bei Blutkontakt selbst entschärft und somit z.B. die Venenhinter- wand nicht mehr ungewollt durchstechen kann. Vorteilhaft ist auch, dass Patient und An-
wender beim Entfernen der nun stumpfen Punktionsnadel aus dem Körper nicht mehr ge fährdet werden können und eine weitere Sicherungseinrichtung, z.B. ein Stichschutz, nicht mehr benötigt wird.
Denkbar ist auch, dass ein Material verwendet wird, welches durch einen Gas-, Dampf- oder Fluidstrom eine Veränderung, z.B. eine Formänderung, erfährt. So kann die Formänderung durch einen solchen Strom beispielhaft so bewirkt werden, dass durch den Strom z.B. min destens eine Molekülschicht abgetragen, vorteilhaft auch direkt mit dem Strom abtranspor tiert wird.
Denkbar ist in diesem Zusammenhang, dass sich an dem venenfernen Ende des Venenka theters und/oder an einer weiteren Komponente der Venenverweilkanüle, z.B. einem Verlän gerungselement, welches zumindest teilweise hohl ausgebildet sein kann, ein Element be findet, welches intermittierend oder kontinuierlich zumindest über einen bestimmten Zeitraum einen Gas-, Dampf- oder Fluidstrom erzeugt. Dieser Strom kann vorteilhaft in Richtung Vene gerichtet sein. Denkbar ist aber auch ein Element, welches einen Unterdrück und somit ei nen Strom von der Vene weg, also in Richtung Anwender, erzeugt. Dadurch können Form und/oder Schliff der Punktionsnadel beim Vorschieben in die Vene modifiziert werden.
Denkbar ist auch, dass eine durch Resorption eines anderen Materials freigelegte Struktur gleich oder ähnlich ausgebildet ist wie eine Knopfkanüle. Das venennahe Ende dieser Kanü le kann hierbei z.B. abgerundet oder verbreitert sein.
Denkbar ist auch, dass durch mindestens ein resorbierbares Material die Öffnung an der Punktionsnadelspitze und/oder das Lumen der Punktionsnadel teilweise oder vollständig offengehalten werden. Wird nun dieses Material z.B. durch Blutkontakt oder durch Kontakt mit anderen Fluiden resorbiert, so wird die Öffnung der Punktionsnadelspitze oder das Lu men der Punktionsnadel verschlossen. Dies kann z.B. dann relevant sein, wenn eine Gabe von Fluiden oder Medikamenten in ein Blutgefäß nicht erwünscht ist, ein Erreichen eines Blutgefäßes mit der Punktionsnadel aber nicht ausgeschlossen werden kann.
Der eben beschriebene Effekt kann z.B. dadurch erreicht werden, dass durch mindestens ein resorbierbares Material Verstrebungen ausgebildet werden, welche die Öffnung an der Punk tionsnadelspitze und/oder das Lumen der Punktionsnadel teilweise oder vollständig offenhal ten, im Falle einer Resorption aber nicht mehr.
Denkbar ist auch, dass die Punktionsnadel an der Innen- und/oder Außenseite ihrer Wand mit einem resorbierbaren Material verstärkt ist, welches die Wand in einer Position hält, in der die Öffnung an der Punktionsnadelspitze und/oder das Lumen der Punktionsnadel teil weise oder vollständig offen sind.
In einer vorteilhaften Ausbildung besteht zumindest ein Teil der Punktionsnadel aus elasti schem Material.
Denkbar ist aber auch, dass die Öffnung der Punktionsnadelspitze und/oder das Lumen der Punktionsnadel durch mindestens ein resorbierbares Material in ihrem Durchmesser einge engt werden/wird und Öffnung und/oder Lumen durch die Resorption des Materials eine Zu nahme ihres Innendurchmessers erfahren/erfährt. Dies kann dann besonders relevant wer den, wenn Ausstanzeffekte vermieden werden sollen. So kann durch das Ausfüllen des Lu mens des Venenkatheters mit einem resorbierbaren Material bei der Punktion ein Ver schleppen von Bestandteilen, die sich im Stichkanal befinden, in die Vene oder in tiefere Gewebeschichten, verhindert werden. Ist ein solcher Effekt gewünscht, so ist es vorteilhaft, wenn mindestens ein resorbierbares Material das Lumen der Punktionsnadel im originären Zustand überwiegend einengt oder komplett verschließt. Bei Resorption des Materials durch Fluidkontakt, z.B. durch Kontakt mit Blut und/oder auch mit Kontakt mit von außen einge-
brachten Fluiden, kann dann beispielhaft ein ungestörter Strom von Fluiden durch die Punk tionsnadel erfolgen.
Dies kann auch bei anderen Anwendungen, z.B. bei Anwendungen im Spinal- und Epidural raum relevant sein. Vorgeschlagen wird daher, dass Punktionsnadeln, die bei diesen An wendungen verwendet werden, auf die eben beschriebene Art vorteilhaft weitergebildet sind. Das verwendete resorbierbare Material kann beispielhaft auch bei Liquorkontakt aufgelöst werden.
Besonders vorteilhaft kann auch ein Material verwendet werden, welches sich nur bei Li quorkontakt auflöst, nicht aber bei Blutkontakt. So kann eine ungewollte intravasale Ga be/Injektion von Fluiden und auch z.B. Medikamenten vermieden werden, da das Lumen der Punktionsnadel bei Blutkontakt und somit bei einer Lage in einem Blutgefäß, z.B. in einer Vene, verschlossen bleibt. Auch ein Katheter, der ggf. durch das Innere der Punktionsnadel eingeführt werden soll, kann dann nicht versehentlich in ein Blutgefäß eingeführt werden. Somit kann z.B. auch eine ungewollte Katheterlage in einem Blutgefäß vermieden werden.
Die Punktionsnadel kann zudem aus einer gitter-, netz-, waben-, labyrinth- oder porenartigen Struktur bestehen, welche mindestens ein nicht-resorbierbares Material und/oder mindestens ein resorbierbares Material enthalten kann. Kombinationen aller genannten Strukturen sind denkbar.
Die Punktionsnadel kann zusätzlich mit weiteren Strukturen/Elementen verstärkt werden, so z.B. durch quer-, längs- oder diagonalverlaufende Strukturen, welche mindestens ein nicht- resorbierbares Material und/oder mindestens ein resorbierbares Material enthalten können. Kombinationen aller genannten Strukturen sind denkbar.
In die Lücken dieser Strukturen kann mindestens ein resorbierbares Material eingelassen sein. Eine solche Struktur kann auch das Innere einer hohlen Punktionsnadel ausfüllen. Als nicht-resorbierbares Material kann ein Metall verwendet werden, auch in Form einer Metall legierung, oder ein Kunststoff- oder Naturmaterial. Als Kunststoffmaterialien kommen bei spielsweise kohlefaserverstärkte Laminatmaterialien, Polymere oder Teflon in Frage, auch in Kombination miteinander. Auch Aramide können verwendet werden. Das resorbierbare Ma terial kann ein Kohlenhydrat, aber auch ein anderes Biomolekül oder ein Salz sein. Dieses Material kann auch Magnesium sein oder enthalten. Ebenso können resorbierbare Polymere, Komposite, Biokeramik-Materialien oder biodegradierbare Metalle Verwendung finden. Das Material kann auch eine Kombination aus mehreren resorbierbaren Materialien sein und auch mindestens eine antimikrobielle oder gerinnungshemmende oder anderweitig wirksame oder biologisch aktive Substanz enthalten oder mit mindestens einer solchen beschichtet sein.
Durch Blutkontakt oder durch Kontakt mit anderen Fluiden kann sich das resorbierbare Mate rial auflösen und es können Strukturen Zurückbleiben, die aus mindestens einem nicht- resorbierbaren Material bestehen. Dadurch können/kann die Punktionsnadel und/oder das Innere der Punktionsnadel andere Eigenschaften entwickeln, z.B. auch filterähnliche Eigen schaften. Dadurch, dass sich durch das Auflösen des resorbierbaren Materials Änderungen der Durchflusseigenschaften ergeben, entsteht eine filterähnliche Struktur, die sich den Um gebungsbedingungen (z.B. Änderung der Feuchtigkeit) durch Änderungen der Permeabilität anpassen kann.
Es können auch herkömmliche Filtersysteme direkt in das Innere der Punktionsnadel inte griert werden. Dies gilt ebenso für quellbare Materialien, z.B. für Elastomere oder für Mate rialien, die zu einem gewissen Teil oder überwiegend aus Fasern pflanzlicher Herkunft be stehen und eine unterschiedliche Festigkeit aufweisen können.
Vorteilhaft kann die Punktionsnadel in Leichtbauweise konstruiert sein. Leichtbauwerkstoffe können verwendet werden. Insbesondere können auch metallische Leichtbauwerkstoffe wie Titan, hochfeste Stähle, Aluminium und Magnesium verwendet werden. Ebenso können Kunststoffe und Faser-Kunststoff-Verbunde eingesetzt werden.
Die Punktionsnadel kann teilweise, überwiegend oder vollständig aus mindestens einem Material bestehen oder mit einem solchen beschichtet sein, welches mit Hilfe von Ultraschall besonders gut sichtbar ist. Denkbar ist auch, dass die Punktionsnadel in ihrer Wand mindes tens einen Kanal enthält, welcher mit einem Fluid, Gas oder Dampf befüllt ist. Eine beson ders gut mit Ultraschall sichtbare Substanz kann hierfür verwendet werden, aber auch z.B. Luft. Dieser Kanal kann ein über eine Teillänge, die überwiegende oder gesamte Länge der Punktionsnadel längsverlaufender Kanal sein, welcher zu seiner Umgebung hin fluid, gas- und dampfundurchlässig ausgebildet ist. Der Kanal kann aber auch quer- oder diagonalver laufend ausgebildet sein und den Umfang der Punktionsnadel teilweise, überwiegend oder im Sinne einer ringförmigen Struktur ganz umgeben. Diese Struktur kann mehrfach an der Punktionsnadel angeordnet sein. In diesem Fall können die Strukturen mit gleichen oder unterschiedlichen Abständen voneinander beabstandet sein. So können sich die Abstände zwischen diesen Strukturen insbesondere zur Punktionsnadelspitze hin verändern. In einer vorteilhaften Ausbildung verringern sich die Abstände zur Punktionsnadelspitze hin, die Strukturen liegen also dichter beieinander. Damit ist insbesondere die Lage der Punktions nadelspitze mit Hilfe von Ultraschall gut bestimmbar.
Alle weiteren Abschnitte der Punktionsnadel können die eben genannten Eigenschaften teil weise, überwiegend oder vollständig aufweisen.
Eine wie oben beschriebene Punktionsnadel kann auch unabhängig von Venenverweilkanü len verwendet werden.
Auch ein Venenkatheter oder ein anderer Katheter oder Schlauch kann wie oben beschrie ben ausgebildet sein und die oben beschriebenen Eigenschaften aufweisen.
Weitere Aspekte des resorbierbaren Venenkatheters
Venenkatheter und/oder Punktionsnadel können über die gesamte Länge oder eine Teillän ge auch mindestens aus einem im Patienten, z.B. durch Kontakt mit Blut oder anderen Flui den, Gasen oder Dämpfen, resorbierbaren/auflösbaren Material, bestehen oder mit mindes tens einem solchen beschichtet sein. Das resorbierbare Material kann ein Kohlenhydrat, aber auch ein anderes Biomolekül oder ein Salz sein. Dieses Material kann auch Magnesium sein oder enthalten. Ebenso können resorbierbare Polymere, Komposite, Biokeramik- Materialien oder biodegradierbare Metalle Verwendung finden. Das Material kann auch eine Kombination aus mehreren resorbierbaren Materialien sein und auch mindestens eine anti mikrobielle oder gerinnungshemmende oder anderweitig wirksame oder biologisch aktive Substanz enthalten oder mit mindestens einer solchen beschichtet sein. Es ist denkbar, dass alle Komponenten der Venenverweilkanüle aus einem auflösbaren Material bestehen oder mit einem solchen beschichtet sind.
Ein zunächst vorhandenes resorbierbares Material kann Venenkatheter und/oder Punktions nadel eine gewisse Härte verleihen, ebenso kann durch ein solches Material die venennahe Spitze hart ausgebildet sein, damit sie gut in die Vene vorschiebbar ist. Bei Kontakt mit Blut wird das Material resorbiert, also im Blut aufgelöst. Dadurch können weniger harte oder auch weniger spitze Strukturen freigegeben werden. So kann ein Venenkatheter vor Einführen in den Patienten und insbesondere vor Einführen in die Vene hart ausgebildet sein und dann weich werden. So kann eine Punktionsnadel beim Einführen in den Patienten und die Vene spitz ausgebildet sein und dann stumpf werden.
Punktionsnadel mit resorbierbarem Außengewinde
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions nadel ein Außengewinde hat und/oder die Außenhülle ein Innengewinde hat. Dabei können das Außengewinde und das Innengewinde hinsichtlich der Größe und der Steigung aufei nander abgestimmt sein, sodass das Bauteil mit dem Innengewinde im Bauteil mit dem Au ßengewinde schraubenartig gedreht werden kann.
Ebenso möglich ist, dass die Punktionsnadel mit einem Außengewinde aus mindestens ei nem resorbierbaren Material weitergebildet ist. Der Venenkatheter kann dann mit einem da zu passenden Innengewinde aus mindestens einem resorbierbaren Material versehen sein. Möglich ist auch, dass lediglich nicht-resorbierbare Materialien verwendet werden. Die Punk tionsnadel und/oder der Venenkatheter können/kann dann präzise in die Vene ge dreht/geschraubt werden.
Das resorbierbare Material kann ein Kohlenhydrat, aber auch ein anderes Biomolekül oder ein Salz sein. Dieses Material kann auch Magnesium sein oder enthalten. Ebenso können resorbierbare Polymere, Komposite, Biokeramik-Materialien oder biodegradierbare Metalle Verwendung finden. Das Material kann auch eine Kombination aus mehreren resorbierbaren Materialien sein und auch mindestens eine antimikrobielle oder gerinnungshemmende oder anderweitig wirksame oder biologisch aktive Substanz enthalten oder mit mindestens einer solchen beschichtet sein.
Nach erfolgtem Eindrehen/Einschrauben der Punktionsnadel allein oder zusammen mit dem Venenkatheter in die Vene werden resorbierbare Materialien durch Blutkontakt oder durch Kontakt mit anderen Fluiden resorbiert. Somit entstehen wieder eine glattwandige Punkti onsnadel und ein glattwandiger Venenkatheter.
Eine wie oben beschriebene Punktionsnadel kann auch unabhängig von Venenverweilkanü len verwendet werden.
Resorbierbarer Führungsdraht
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung einen Führungsdraht hat, der durch die Außenhülle oder durch die Punktionsna del führbar ist, wobei der Führungsdraht teilweise, überwiegend oder vollständig aus mindes tens einem bioresorbierbaren Material ausgebildet ist.
In die Punktionsnadel oder den Venenkatheter kann ein herkömmlicher Führungsdraht ein gelegt werden. Dieser kann teilweise, überwiegend oder vollständig aus mindestens einem resorbierbaren Material ausgebildet sein. Beispielhaft können die oben genannten Materialien verwendet werden. Der erfindungsgemäße Führungsdraht wird dann zumindest teilweise resorbiert und kann damit unter Umständen im Körper belassen werden. Auch ein Vergessen des Führungsdrahts oder ein Abscheren von Bestandteilen desselben kann bei entspre chender Materialwahl keine schweren Komplikationen mehr verursachen.
Drehbarkeit der Punktionsnadel um die eigene Längsachse mit Federmechanismus
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions nadel gegenüber der Außenhülle um die Längsachse drehbar ist, wobei die Punktionsvor richtung Halteelemente hat, durch die die Drehbarkeit der Punktionsnadel zumindest in be stimmten Längsverschiebepositionen der Punktionsnadel gegenüber der Außenhülle einge schränkt oder aufgehoben ist.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung wenigstens eine Rückstellfeder hat, durch die die Punktionsnadel durch Feder-
kraft in einer Längsverschiebepositionen gehalten wird, in der die Drehbarkeit der Punktions nadel eingeschränkt oder aufgehoben ist.
Es ist denkbar, dass sich an dem venenfernen Ende der Venenverweilkanüle eine Feder befindet, welche in einem entspannten (längeren) Zustand die Punktionsnadel in einer sol chen Längsposition hält, dass die Punktionsnadel durch Halte- oder Wegbegrenzungsele mente, welche an der Punktionsnadel selbst und an mindestens einerweiteren Komponente der Venenverweilkanüle angebracht sind, an einer Drehung um die Längsachse gehindert wird. Die Halte- oder Wegbegrenzungselemente können hierbei z.B. als Einkerbungen, Ril len oder Vorsprünge ausgebildet sein. Wird die Punktionsnadel nun aktiv mit Druck gegen mindestens eine andere Komponente der Venenverweilkanüle in Längsrichtung in Richtung Vene verschoben, so wird die Feder gestaucht. Die Halte- oder Wegbegrenzungselemente der Punktionsnadel und die mindestens einerweiteren Komponente der Venenverweilkanüle blockieren dann die Drehbewegung der Punktionsnadel um die Längsachse nicht mehr, da sie z.B. nicht mehr ineinander einrasten oder sich ineinander verkeilen. Die Punktionsnadel kann nun um die eigene Achse in Längsrichtung gedreht werden. Wird nun der Druck auf die Punktionsnadel aufgehoben, so entspannt sich die Feder, die Punktionsnadel verschiebt sich passiv in Richtung Anwender (von der Vene weg). Die Halte- oder Wegbegrenzungselemen te verhindern nun erneut auf die oben beschriebene Weise eine Drehbewegung der Punkti onsnadel um die eigene Längsachse. Hierdurch kann z.B. eine Art „Kindersicherung“ ge schaffen werden.
Ebenso wie eben beschrieben drehbar sein kann der Venenkatheter der Venenverweilkanü le. Dies kann den Vorteil haben, dass z.B. durch anatomische Strukturen verlegte/blockierte Komponenten des Venenkatheters, z.B. Ein- oder Austrittslöcher, von den verlegen den/blockierenden Strukturen weggedreht/wegbewegt werden können, ohne die gesamte Venenverweilkanüle bewegen oder entfernen zu müssen.
Der Venenkatheter kann hierfür um die eigene Längsachse drehbar in oder an der Venen verweilkanüle gelagert sein. Ebenso kann der Venenkatheter an seinem venenfernen Anteil in eine Struktur mit einem größeren Innen- oder Außendurchmesser übergehen.
Diese kann gegenüber mindestens einer Komponente der Venenverweilkanüle ebenso um die eigene Längsachse drehbar gelagert sein. Eine Längsverschieblichkeit dieser Struktur kann gegeben sein. Denkbar ist auch, dass sich eine weitere von dem Venenkatheter unab hängige Struktur, die einen größeren Innen- und Außendurchmesser besitzt, in dem Bereich befindet, in welchem der Venenkatheter venenfern in den Körper der Venenverweilkanüle übergeht. Dies entspricht dem Bereich der Befestigungselemente 5 und der Halteelemente 8. Diese Struktur kann die Drehbarkeit des Venenkatheters um die Längsachse vermindern oder ganz verhindern.
Durch die Bereitstellung eines Klemmelementes können die einzelnen Schichten des Punkti onssystems gegeneinander teilweise oder komplett fixiert werden, um eine sichere Lage des Punktionssystems gewährleisten zu können. Das Klemmelement kann dabei als eine Art Spannzange mit einer kegelförmig geschlitzten Hülse und einer Überwurfmutter ausgebildet sein, wobei durch Anziehen der Überwurfmutter die einzelnen Schichten in den Innenkegel der Hülse gedrückt und damit gespannt werden. Denkbar sind aber auch folgende Alternati ven:
Ein Expansionskörper, der zur Fixierung der einzelnen Schichten in das Punktionssys tem eingebracht wird, wobei durch Expansion des Expansionskörpers die innenliegen den Schichten gegen die außenliegenden Schichten gedrückt und damit fixiert werden. Ein Bügelsystem, wobei durch Umklappen eines außerhalb des Punktionssystems be findlichen Bügels durch Druck die einzelnen Schichten gegeneinander fixiert werden.
Eine Schraube, die über eine entsprechende Bohrung in das Punktionssystem einge bracht ist, wobei die Schraube durch Drehen die unterschiedlichen Lagen durch Druck gegeneinander fixiert.
Eine Beschichtung der einzelnen Schichten des Punktionssystems kann dafür einge richtet sein, dass die Längsverschieblichkeit im Gegensatz zum herkömmlichen Sys tem eingeschränkt ist.
Es ist auch möglich, dass die einzelnen Schichten z.B. durch Einkerbungen ineinander einrastbar sind.
Die einzelnen Schichten können dadurch ineinander verkeilbar sein, dass sie einen nicht kreisrunden oder an einzelnen Stellen erhöhten Durchmesser besitzen und somit durch Drehung oder Vor- und Zurückziehen der einzelnen Schichten gegeneinander zumindest eine teilweise Fixierung erfolgt.
Das Klemmelement kann derartig ausgebildet sein, dass es in einer unberührten Posi tion, z.B. durch einen Federmechanismus, alle Schichten gegeneinander fixiert. Durch Druck oder Zug am Klemmelement wird die Fixierung der Schichten aufgehoben und die Feder gespannt. Erfährt das Klemmelement keinen Druck oder Zug, so kehrt es aufgrund des Federmechanismus in seine Ausgangsposition zurück und fixiert alle Schichten gegeneinander. Diese Ausführung des Klemmelements hat den Vorteil, dass das Klemmelement z.B. mit nur einem Finger bedienbar ist.
Die beschriebenen Funktionen des Fixierelementes sind regel- und wiederholbar, sodass eine große Flexibilität des Fixierelementes gewährleistet ist. Insbesondere soll das Fixie relement auch dafür sorgen, dass das Punktionssystem auf einzelne Lebewesen und deren individuelle Anatomie bzw. auf die Anatomie verschiedener Körperregionen angepasst wer den kann. Es kann die vermutete Unterhauttiefe der Struktur, welche punktiert werden soll, bereits vor Beginn des Punktionsvorgangs berücksichtigt werden, indem der aus dem inne ren tubusförmigen Körper herausragende spitze Anteil der Punktionsnadel in seiner freien Länge zum zu punktierenden Lebewesen hin limitiert werden kann. Dadurch wird zudem die Gefahr reduziert, dass anatomisch tieferliegende Strukturen versehentlich punktiert werden, insbesondere von einem unerfahrenen Anwender. Dies stellt einen wesentlichen Sicher heitsaspekt des neuen Punktionssystems dar.
Punktionsnadel und Venenkatheter können auch so miteinander verbunden sein, dass sie nur zusammen/kombiniert drehbar sind. Denkbar ist, dass sich an der Außenseite der Punk tionsnadel und/oder an der Innenseite des Venenkatheters mindestens ein reibungserhö hendes Material befindet, um diesen Effekt zu erzielen.
Punktionsnadel und/oder Venenkatheter können bevorzugt auf ein Kreismaß von 45°, 90°, 135°, 180°, 225°, 270°, 315° oder 360° stellbar sein (Winkelangaben in Grad bezogen auf ein Kreismaß von 360 Grad (360°)).
Die Winkelangaben können auf einer Komponente der Venenverweilkanüle für den Anwen der kenntlich gemacht werden, so dass z.B. der aktuelle Winkel der Punktionsnadel oder des Venenkatheters abgelesen werden kann. Denkbar sind hier z.B. kreis- oder halbkreisförmige Markierungen in unterschiedlicher Strichstärke und z.B. auch farbige Markierungen in den Ampelfarben „grün“, „gelb“ und rot“.
Mit einem bildgebenden Untersuchungsgerät erfassbarer Marker
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass wenigstens ein Bauteil der Punktionsvorrichtung, insbesondere die Außenhülle, wenigstens einen mit einem bildgebenden Untersuchungsgerät erfassbaren Marker hat. Es können auch mehrere Marker vorhanden sein, sowohl an demselben Bauteil oder an verschiedenen Bauteilen der Punkti onsvorrichtung. Die Marker können gleichartige oder unterschiedliche Marker sein, die von unterschiedlichen Arten von bildgebenden Untersuchungsgeräten erfassbar sind. Beispiels weise kann wenigstens ein Marker vorhanden sein, der durch ein Ultraschall-
Untersuchungsgerät erfassbar ist, und/oder wenigstens ein Marker, der durch Computerto mografie erfassbar ist, und/oder wenigstens ein Marker, der durch Magnetresonanztomogra fie erfassbar ist. In einer vorteilhaften Ausgestaltung befindet sich der wenigstens eine Mar ker in einem Bereich der Punktionsvorrichtung, der zum Einführen in den zu punktierenden Hohlkörper eingerichtet ist, d. h. im Hohlkörper-nahen Bereich.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass wenigstens ein Bauteil der Punktionsvorrichtung, insbesondere die Außenhülle, wenigstens einen mit Luft oder einer anderen mit einem bildgebenden Untersuchungsgerät erfassbaren Substanz ge füllten oder füllbaren Hohlraum hat. Ein solcher Hohlraum kann zum Beispiel als wenigstens ein Marker im zuvor beschriebenen Sinne fungieren. Der wenigstens eine Hohlraum kann gegenüber der Außenumgebung vollständig hermetisch geschlossen sein oder wenigstens eine Öffnung zur Umgebung aufweisen, zum Beispiel zur Außenseite der Außenhülle. In ei ner vorteilhaften Ausgestaltung befindet sich die wenigstens eine Öffnung in einem Bereich der Punktionsvorrichtung, der nicht zum Einführen in den zu punktierenden Hohlkörper ein gerichtet ist, d. h. im Hohlkörper-fernen Bereich.
Ergänzung zur Durchstichsicherheit
Es wird vorgeschlagen, dass wenigstens der Teil des Venenkatheters, der zum Verweilen im Patienten eingerichtet ist, über eine Teillänge, seine gesamte Länge oder den überwiegen den Teil seiner Länge, in der die Punktionsnadel längsverschieblich führbar ist, aus einem durchstichsicheren Material ausgebildet ist oder mit einem solchen durchstichsicheren Mate rial beschichtet ist.
Ergänzender Aspekt zum durchstichsicheren hohlen Seldinqer-Draht
Durch einen deutlich verlängerten Venenkatheter, der im Sinne eines hohlen durchstichsi cheren Seldinger-Drahts ausgebildet ist, kann eine Punktionsnadel prinzipiell an jeden Ort des Körpers gebracht werden, ohne dass eine Verletzungsgefahr für die anatomischen Strukturen besteht, die auf dem Weg zur Zielstruktur passiert werden. Ein solcher deutlich verlängerter Venenkatheter kann auch unabhängig von einer Venenverweilkanüle verwendet werden. Er kann z.B. eine Länge von wenigstens 200 mm, 300 mm, 400 mm, 500 mm, 600 mm, 700 mm, 800 mm, 900 mm, 1000 mm aber auch bis zu 2000 mm aufweisen. Alle Län gen zwischen diesen Maßen sind denkbar.
Ist dieser Venenkatheter oder hohle Draht fluidundurchlässig ausgebildet, z.B. mit einer ent sprechenden Beschichtung oder Ummantelung, die z.B. aus PTFE bestehen kann, so kann er auch als Aspirationselement verwendet werden. Mit diesem Aspirationselement können beispielhaft Blutgerinnsel oder andere Fremdkörper aus beliebigen mit dem Aspirationsele ment erreichbaren anatomischen Strukturen angesaugt und aus den anatomischen Struktu ren entfernt werden. Beispielhaft können Blutgerinnsel aus gehirn-, herz- und extremitäten nahen Blutgefäßen geborgen werden. An dem venenfernen Anteil des so ausgebildeten hoh len Seldinger-Drahts kann ein weiteres Aspirationselement, z.B. eine Spritze, angeschlossen werden, z.B. über einen entsprechend ausgebildeten Konnektor. Denkbar ist auch der An schluss an ein präzise regelbares Aspirationselement.
Ein Aspekt der Erfindung betrifft daher auch die Ausbildung der Punktionsvorrichtung in Form eines hohlen spiralförmigen Drahts mit einer fluidundurchlässigen Beschichtung, der extra lang ausgebildet ist, beispielsweise wenigstens 1000 mm. Dieser hohle spiralförmige Draht kann am patientenfernen Ende ein Anschlusselement zum Anschließen einer Absau gungsvorrichtung haben, zum Beispiel einer Spritze, eines motorbetriebenen Saugers oder eines ähnlichen Elements. Hierdurch kann zum Beispiel ein Koronarsauger geschaffen wer den. Dieser relativ lange hohle spiralförmige Draht kann beispielsweise in einem zu einer
Rolle aufgewickelten Zustand und/oder mit einer Ummantelung aus einer sterilen Hülle be reitgestellt werden.
Eigenverschließbarkeit des Venenkatheters
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle eine fluiddurchlässige gitter-, netz- oder porenartige Struktur mit feinen Öffnungen hat, die durch hindurchfließende Blutbestandteile im Betrieb der Punktionsvorrichtung verschließbar sind. Eine solche Außenhülle mit feinen Öffnungen erlaubt zunächst, d.h. im Herstellzustand, ein Durchfließen von Fluiden, insbesondere von Blut. Durch bestimmte Blutbestandteile, die sich in den Lücken der Struktur einlagern, erfolgt dann selbsttätig ein Verschließen der Öff nungen, sodass die Außenhülle dann fluidundurchlässig wird.
Damit einhergehen kann auch eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Druck.
Der Venenkatheter kann im originalen Zustand auch aus einer fluiddurchlässigen gitter-, netz- oder porenartigen Struktur bestehen, die auch durch weitere Strukturen, z.B. horizon tal, diagonal oder senkrecht verlaufende Strukturen, weitergebildet sein kann. Nach dem Einführen des Katheters können sich nun in die Lücken dieser Strukturen Blutbestandteile einlagern, wodurch der Venenkatheter fluidundurchlässig ausgebildet wird. Dadurch entsteht ein Venenkatheter, welcher biologische Eigenschaften ausbildet und länger oder permanent in der Vene belassen werden kann.
Elektrisch isolierende Elemente an der Venenverweilkanüle
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass zumindest Teile der Punktionsvorrichtung elektrisch isolierende Elemente und/oder elektrisch leitfähige Ele mente aufweisen, durch die elektrisch leitende Verbindungen von einem Teil der Punktions vorrichtung zu einem anderen Teil der Punktionsvorrichtung gebildet sind.
Denkbar ist auch, dass die Venenverweilkanüle isolierende, z.B. elektrisch isolierende Ele mente oder Materialien, enthält, die z.B. eine Wärmeentwicklung, die aufgrund äußerer Ein flüsse an der Venenverweilkanüle entsteht, unterbinden können. Diese Elemente oder Mate rialien können z.B. einen Sensor umgeben, der am Venenkatheter angebracht sein kann. Diese Elemente oder Materialien können z.B. auch eine spiral- oder wellenförmige Struktur umgeben und mit dieser in den Venenkatheter eingelassen sein oder mit dieser den Venen katheter ausbilden.
Elektrisch leitfähige Elemente an der Venenverweilkanüle
Die gesamte Venenverweilkanüle kann teilweise oder vollständig aus mindestens einem elektrisch leitfähigen Material ausgebildet oder mit einem solchen beschichtet sein. Denkbar ist auch, dass eine längsverlaufende Struktur, z.B. in Form eines Streifens ausgebildet, auf oder in dem Venenkatheter verlaufen kann, welche elektrisch leitfähig ist.
Das elektrisch leitfähige Material kann z.B. ein Metall oder eine Metalllegierung sein. Folgen de Materialien können beispielhaft verwendet werden: Gold, Silber, Kupfer, Messing, Wolf ram, Aluminium, Blei, Edelstahl, Eisen, Zink, Chrom, Edelstahl, Beryllium, Platin, Nickel, Titan. Auch Kohlenstoff/Graphit kann Verwendung finden.
Andere Ausführungen des venennahen Endes des Venenkatheters
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle im Hohlkörper-nahen Bereich einen größeren Außendurchmesser aufweist als im Hohlkör per-fernen Bereich.
Der Venenkatheter kann über eine Teillänge, seine überwiegende oder gesamte Länge von einer stempel-/zylinderförmigen Struktur umgeben sein, gegen die er auch längsverschieb lich sein kann. Diese Struktur kann in Richtung Vene eine deutliche Zunahme in ihrem Au ßendurchmesser erfahren und somit Punktionsnadel und Venenkatheter beim Einführen durch die Haut und in die Vene stabilisieren. Diese Struktur kann sich beim Einführen der Punktionsnadel und des Venenkatheters auf dem Venenkatheter in Richtung Anwender ver schieben, da sie die Haut nicht passieren kann. Ebenso kann sie teleskopartige Eigenschaf ten haben. Ebenso können Punktionsnadel und Venenkatheter gegenüber dieser Struktur in verschiedene Richtungen verschieblich, kipp- und/oder drehbar gelagert sein.
Der Venenkatheter kann in der stempel-/zylinderförmigen Struktur von einer weiteren Struk tur halbkreis- der kreisförmig umgeben sein, gegen die er längsverschieblich und/oder dreh bar gelagert sein kann. Ebenso kann er von einer tütenartigen Struktur umgeben sein. Diese den Venenkatheter umgebenden Struktur können den Venenkatheter steril halten und z.B. auch eine antimikrobielle, gerinnungshemmende und/oder reibungsmindernde Substanz enthalten.
Volumenzunahme des Venenkatheters
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass zumindest ein Bereich der Außenhülle ein durch Kontakt mit einem Fluid anschwellendes Material aufweist. Ein solches anschwellendes Material kann z.B. auf aufquellendes Material sein, z.B. ein Hyd rogel. Soweit in dieser Anmeldung ein Fluid genannt ist, schließt dies sowohl flüssige als auch gas- und dampfförmige Medien ein.
Ebenso kann der Venenkatheter teilweise aus mindestens einem Material bestehen oder mit einem solchen beschichtet sein, welches durch Blutkontakt oder ganz allgemein durch Kon takt mit Fluiden, Gasen oder Dämpfen oder durch mindestens eine chemische Reaktion, eine Volumenzunahme erfährt. Beispielhaft können Polymere, Schichtsilikate, Bentonit oder Verbundwerkstoffe verwendet werden, welche natürliche Fasern enthalten. Ebenso können Proteine, Fette oder Superabsorber verwendet werden.
Es ist ebenso möglich, dass der Venenkatheter über eine Teillänge, seine überwiegende oder seine gesamte Länge mindestens teilweise aus einem Material besteht oder mit einem solchen beschichtet ist, welches durch Blutkontakt oder ganz allgemein durch Kontakt mit Fluiden eine Volumenzunahme erfährt.
Befindet sich dieses Material auf der Außenseite des Venenkatheters, so fixiert der Venenka theter durch eine Zunahme seines Außendurchmesser seine Position selbst in der Vene, insbesondere dann, wenn ein weiteres festes Material auf der Innenseite des Venenkathe ters nur eine Volumenzunahme des Venenkatheters nach außen zulässt. Befindet sich das volumenzunehmende Material hingegen auf der Innenseite des Venenkatheters und ist au ßen ein festes Material vorhanden, welches die Volumenzunahme nach außen verhindert, so verringert sich der Innendurchmesser des Venenkatheters, dieser verschließt sich also selbst.
Vergrößerung des Innendurchmessers des Venenkatheters durch Blutkontakt
Auch können Teile oder Schichten des Katheters aus einem Material bestehen, welches re sorbierbar, z.B. in Blut löslich, ist. Dieses Material kann ein Kohlenhydrat, aber auch ein an deres Biomolekül oder ein Salz sein. Dieses Material kann auch Magnesium sein oder ent halten. Dieses lösliche Material kann jede beliebige Schicht des Venenkatheters bilden. Wenn es z.B. die innere Schicht des Venenkatheters bildet, so nimmt der Innendurchmesser des Venenkatheters durch Blutkontakt zu.
Eingeschränkte Längsverschiebbarkeit der Punktionsnadel
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung einen automatischen Blockiermechanismus hat, durch den das Vorschieben der Punktionsnadel zum Hohlkörper-nahen Ende verhindert ist, wenn die Punktionsnadel über ein vorbestimmtes Maß vom Hohlkörper-nahen Ende zurückgezogen wurde.
Um bei bereits erfolgtem Zurückziehen der Punktionsnadel aus der Vene ein erneutes Vor schieben der Punktionsnadel in die Vene zu verhindern, kann an der Punktionsnadel ein Mechanismus ausgebildet sein, der dies verhindert. Dieser Mechanismus kann sich an einer beliebigen Stelle der Punktionsnadel befinden, in einer vorteilhaften Weiterbildung aber an einer Stelle, welche sich an dem der dem Anwender zugewandten (venenfernen) Hälfte der Punktionsnadel, bezogen auf die Längsausdehnung derselben, befindet. In einerweiteren vorteilhaften Weiterbildung ist diese Stelle im anwendernahen letzten Drittel, letzten Viertel oder letzten Fünftel der Punktionsnadel ausgebildet.
Ein solcher Mechanismus ist wichtig, da es durch ein erneutes Vorschieben der Punktions nadel in Richtung Vene auch zu einem Abscheren von Bestandteilen des Venenkatheters durch die Spitze der Punktionsnadel kommen kann.
Der Mechanismus kann so ausgebildet sein, dass sich mindestens eine rampenförmige Struktur an der Punktionsnadel befindet. Diese Struktur kann sich auf der Oberfläche der Punktionsnadel befinden oder in einer Ausnehmung der Punktionsnadel eingelassen sein. Die rampenförmige Struktur kann mindestens eine feder- und/oder spiralförmige Struktur enthalten und/oder mit einer solchen verbunden sein.
Befindet sich die Punktionsnadel vor und während des Punktionsvorgangs in ihrer originalen maximal venennahen Position, so wird die eben beschrieben Struktur von dem Venenkathe ter oder weiteren hohlen Elementen/Komponenten der Venenverweilkanüle umgeben, wel che den Venenkatheter in Richtung Anwender in Längsrichtung verlängern. Die Struktur kann sich daher nicht über das Niveau der Oberfläche der Punktionsnadel erheben. Die mit der Struktur verbundene Feder bleibt gestaucht.
Verlässt die Struktur hingegen den Venenkatheter oder die weiteren hohlen Elemen te/Komponenten der Venenverweilkanüle, so wird durch eine Entspannung der Feder be wirkt, dass sich die Struktur über das Niveau der Punktionsnadel erhebt. Dies geschieht in einem Ausmaß, dass die Punktionsnadel nun nicht ohne weiteres Zutun mehr in Richtung Vene vorgeschoben werden kann, da die Struktur nicht mehr in den Venenkatheter oder die weiteren hohlen Elemente/Komponenten der Venenverweilkanüle hineinpasst.
Anstelle der rampenförmigen Struktur kann auch eine knöpf- oder stempelförmige Struktur verwendet werden.
Denkbar ist auch, dass eine gebogene Struktur ohne einen Federmechanismus verwendet wird. Diese kann auch Eigenschaften eines Bimetalls haben und sich z.B. durch die Körper wärme von der Oberfläche der Punktionsnadel abheben, indem sie ihre Krümmung verstärkt.
Allgemeine Materialeiqenschaften
Die Venenverweilkanüle kann beispielhaft durch folgende Werkstoffe oder Werkstoffklassen, Stoffe, Materialien, Elemente usw. (im Folgenden „Materialien“ genannt) einzeln oder in Kombination vorteilhaft weitergebildet werden. Die aufgeführten Materialien sind hierbei nicht systematisch geordnet und beschreiben sowohl Material- als auch funktionelle Eigenschaf ten. Überlappungen, insbesondere auch zwischen Material- und Funktionsbeschreibung, aber auch in den Begrifflichkeiten selbst, sind möglich. Ebenso ist es explizit möglich, dass alle Komponenten der Venenverweilkanüle aus den folgenden Materialien ausgebildet sind oder diese enthalten, einzeln oder in Kombination miteinander:
Biokompatible Metalle und Polymere, Biopolymere Biokompatible Kunststoffe, explizit für die medizinische Anwendung Formgedächtnis-Legierungen, z.B. Nitinol (Nickel-Titan-Legierung)
Kupfer, Zink, Aluminium, Eisen, Wolfram, Mangan, Silizium, Magnesium, Cobalt,
Gold, Silber, Bronze, Platinum, Palladium
Messing
Edelstahl, Stahllegierung, insbesondere auch rostfrei Ungebrannte Steine
Funktionspolymere oder intelligente Polymere, z.B. Formgedächtnispolymere und thermoresponsive Polymere
Keramische Werkstoffe, auch Biokeramiken, textile Faserkeramiken
Silikon oder Silikonelastomere
Chrom
Thermoplaste
Duroplaste
Elastomere, thermoplastische Elastomere (TPE), TPE-A
Polyimide
Polyolefine
Harze und Kunstharze
Kautschuk, auch Spezialkautschuk, auch EDPM
Gummi
Latex
- Aramide, Aramidfasern, Para- und Meta-Aramidfasern Pappe
Natürliche Fasern Mineralische Fasern
Faserverbundwerkstoffe, faser- und textilverstärkte Verbünde Kohlenstofffasern, die auch Verbundwerkstoffe verstärken können T echnische T extilien
Urethane, Polyurethane, auch thermoplastische Polyurethane (TPU)
Polyester (PES)
Polyvinylchlorid (PVC)- und latexfreie Materialien
Sand, z.B. Quarzsand
Holz
Basalt
Fluorpolymere Polyurethanelastomere Thermoplastische Hochleistungskunststoffe Polystyrol (PS), auch expandiertes PS Polyamid (PA)
Polycarbonate (PC)
Perfluoralkoxy-Polymere (PFA)
- Polysulfon (PSU)
Polyetherblockamid (PEBA)
Polyetheretherketon (PEEK)
Polyoxymethylene (POM)
Polyphenylensulfon (PPSU)
Polypropylen (PP)
- Polyethylen (PE), auch LDPE, HDPE Polyetherimid (PEI)
Polyethylenterephthalat (PET), Dacron Polyvinylidenfluorid, Polyvinylidendifluorid (PVDF)
Fluorethylenpropylen (FEP)
Polyphenylensulfid (PPS)
Polyphthalamide (PPA)
- Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS)
Methylmethacrylat-Acrylnitrilbutadienstyrol (MABS)
Ethylenvinylacetat (EVA), EVAC Elastan
Melamin-Formaldehyd-Harz (MF)
Polyesterharz
Phosphorylcholin
Nylon
Teflon
Bentonit
Glas, Fiberglas, glasfaserverstärkter Kunststoff
- UV- Klebstoff
PTFE, expandiertes PTFE, poröses PTFE, Polytetraflon®-PTFE
- ETFE Parylene
- Aminoplaste Kohlenhydrate, Zucker Proteine
Fette
Carbon
- Wolle
- Mylar®, Kapton®, Nomex®, Kevlar®
Vlies, Vliesstoff
Chitin
Der Venenkatheter kann mindestens eine spiral- und/oder wellenförmige Struktur enthalten, welche aus mindestens einem der eben genannten Materialien besteht und/oder mit mindes tens einem solchen beschichtet und/oder von mindestens einem solchen teilweise, überwie gend oder vollständig umgeben ist.
Die Verwendung von Verbundwerkstoffen und Schichtverbunden ist explizit möglich, eine Hämokompatibilität und ein antiadhäsives Verhalten ist bei allen verwendeten Materialien vorteilhaft. Ebenso sind eine Sterilisationsbeständigkeit und Bruchsicherheit vorteilhaft. Vor teilhaft können Materialien mit thermoplastischen Eigenschaften verwendet werden und auch solche, die im Röntgen sichtbar sind. Eine UV-Beständigkeit und große Resistenz gegenüber Einflüssen von Chemikalien sind anzustreben.
Die Materialien können vorteilhaft so kombiniert werden, dass die gesamte Venenverweilka nüle oder der Venenkatheter stich-, knick- und schnittfest ausgebildet ist wie in PCT/EP2019/057097 vorbeschrieben. Auch Gewebeeinlagen können Verwendung finden.
Ebenso möglich ist die Verwendung von Fasern und biologisch abbaubaren Materialien.
Auch können Folien und Laminate verwendet werden.
Ebenso können resorbierbare/auflösbare oder medikamenten- oder stoff- /substanzenabgebende Materialien verwendet werden. So ist es z.B. möglich, dass Materia lien antimikrobielle, entzündungshemmende, chemotherapeutisch oder lokalanästhetisch wirksame Substanzen freisetzen, diese enthalten oder mit diesen beschichtet sind. Dies gilt z.B. auch für antithrombogen wirksame Substanzen, wie z.B. Heparin, die die Bildung von Blutgerinnseln am und in der Nähe des Venenkatheters verhindern können.
Oberflächenstruktur und Chemie der Oberfläche können optimiert werden. Eine hydrophile oder hydrophobe Beschichtung kann vorteilhaft sein. Vorteilhaft kann auch eine super- oder ultrahydrophobe Oberfläche Verwendung finden. Das Verfahren der Plasmabeschichtung kann zur Produktion verwendet werden. Denkbar ist auch, dass die Oberfläche von Kompo nenten der Venenverweilkanüle, z.B. die Oberfläche der Punktionsnadel oder des Venenka theters teilweise, überwiegend oder vollständig mit Polymerbürsten versehen wird.
Die o.g. Materialien können auch örtlich variierend an dem Venenkatheter Verwendung fin den. So ist es z.B. denkbar, dass am unmittelbaren venennahen Ende des Venenkatheters ein anderes Material verwendet wird als am venenferneren Bereich. So kann beispielhaft die Spitze des Venenkatheters aus einem weicheren Material mit thermoplastischen Eigenschaf ten ausgebildet sein. Die Spitze des Venenkatheters kann aber auch bewusst aus einem härteren Material gestaltet sein, um das Vorschieben in die Vene zu erleichtern.
An einer oder mehreren Stellen der Venenverweilkanüle können zudem Materialien durch technische Vorgänge verbunden werden oder ineinander übergehen. So kann es z.B. mög lich sein, eine Spiralfeder am unmittelbaren venennahen Ende des Venenkatheters mit ei nem sie umgebenden, innen oder außenliegenden Material zu verbinden oder zu verschmel zen. Ein solches Verbinden oder Verschmelzen kann im Bereich des gesamten Venenkathe ters erfolgen. Dadurch kann ein Brechen der Spiralfeder verhindert werden. Vorteilhaft kön nen hierbei Materialien mit einer geeigneten Zähigkeit verwendet werden.
Vorteilhaft können auch Materialien Verwendung finden, die sich bei Körpertemperatur aus dehnen oder in der Umgebung eines Fluids aufquellen, sich also im Volumen vergrößern. So kann z.B. Bentonit Verwendung finden. Ein solcher Effekt kann z.B. am venennahen Ende des Venenkatheters genutzt werden: Beim Einbringen des Venenkatheters ist dieser am venennahen Ende relativ scharfkantig und liegt der Punktionsnadel eng an. Beim bestim mungsgemäßen Einliegen des Venenkatheters in der Vene quillt dieser nun am venennahen Ende auf und kann so die Venenverwand weniger schädigen. Möglich ist auch, dass der Venenkatheter über einen weiteren Teil oder über die gesamte Länge aufquellen kann. Mög lich ist auch, dass die Punktionsnadel wie eben beschrieben aufquellen kann und somit ihre Eigenschaften ändert, z.B. sich selbst entschärft und am venennahen Ende nicht mehr spitz ist. Hydrogele können verwendet werden.
Auch ist das Anbringen von weiteren Strukturen, z.B. spulenartigen Strukturen, möglich.
Auch die Verwendung mehrerer Schichten von verschiedenen Materialien, die z.B. die Wand des Venenkatheters bilden, ist explizit möglich. Diese Schichten können fest miteinander verbunden oder gegeneinander verschiebbar sein. Unterschiedliche Aggregationszustände von Materialien können in der Wand des Venenkatheters vorhanden sein.
Bei Verwendung geeigneter Materialien können die Venenverweilkanüle oder Komponenten von ihr vor Einführen in einen Patienten durch den Anwender an den individuellen Verlauf oder die individuelle anatomische Ausprägung der Vene, z.B. durch Verbiegen, angepasst werden.
Eine Veredelung der im letzten Absatz genannten Schichten oder der Oberflächen ist explizit möglich.
Materialien oder Oberflächenbeschichtungen können fluoreszierende Eigenschaften haben. Materialien oder Oberflächenbeschichtungen können sich auch durch Stoffwechselaktivitäten verfärben oder ganz allgemein verändern, so z.B. durch die Stoffwechselaktivitäten von Kei men, z.B. Bakterien. Denkbar ist aber auch eine Verfärbung oder Veränderung durch patien teneigene Stoffwechselaktivitäten. So kann sich z.B. die Liegedauer einer Venenverweilka nüle oder eines Venenkatheters festgestellt und überwacht werden.
Auch die Intaktheit kann auf diese Art überprüft werden. Denkbar ist, dass sich bei längerer Liegedauer oder bei Materialfehlern, z.B. Brüchen oder Rissen im Venenkatheter, die Mate rialeigenschaften des Venenkatheters ändern. So kann sich z.B. die elektrische Leitfähigkeit verändern. Wird nun ein Strom über einen leitfähigen Venenkatheter appliziert, so kann fest gestellt werden, ob der Venenkatheter Beschädigungen aufweist. Denkbar ist auch, dass der Venenkatheter Eigenschaften ändert, die ihn in einem Ultraschall- oder Röntgenbild weniger, mehr oder anders sichtbar machen. Dies inkludiert im vorliegenden Text grundsätzlich immer
auch die Darstellung in anderen bildgebenden Verfahren wie der Computer- und der Mag netresonanztomographie.
So kann insbesondere bei länger im Patienten einliegenden Venenkathe tern/Venenverweilkanülen eine regelmäßige Materialkontrolle erfolgen. Auch kann so die Liegedauer kontrolliert werden. Besonders relevant kann auch sein, wenn der Venenkatheter Eigenschaften aufweist, die ihn bei einem Keimbefall in einer Röntgen- oder Ultraschallkon trolle weniger, mehr oder anders sichtbar machen. So kann z.B. festgestellt werden, ob ein Venenkatheter als Herd einer Blutvergiftung (Sepsis) in Frage kommt. So können potentiell auch unnötige Katheterwechsel vermieden werden.
Vorteilhaft können auch elektrisch geladene Materialien verwendet werden. So ist denkbar, dass der Venenkatheter durch spezielle Materialeigenschaften seiner Außenseite elektrisch geladen, z.B. positiv geladen, ist und sich somit von der eher negativ geladenen Venenin nenwand (Intima) automatisch abstößt oder wegbewegt. Durch eine verringerte mechani sche Reizung können nun potentielle Verletzungen der Venenwand vermieden werden. Auch kann der Venenkatheter von außen mit einem geringen Strom oder einer geringen Spannung versehen werden, so dass dieser Effekt noch verstärkt oder aber erst in ausreichender In tensität ermöglicht wird.
Ebenso können Nanopartikel verwendet werden.
Die o.g. Materialien können alle auch an allen Abschnitten, Teilen und Komponenten der Venenverweilkanüle Verwendung finden, die zum Verweilen außerhalb des Patienten einge richtet sind.
Die gesamte Venenverweilkanüle oder Komponenten von ihr können in Leichtbauweise kon struiert sein.
Spezifische Verwendung als Pleurakatheter
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung als Pleurakatheter ausgebildet ist. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Punktions vorrichtung oder zumindest die Außenhülle durchstichsicher und/oder abknicksicher ausge bildet ist. Die Durchstichsicherheit kann zum Beispiel durch eine entsprechende durchstich sichere Beschichtung oder durch die Gestaltung als spiralförmiger Hohldraht erreicht wer den. Der spiralförmige Hohldraht kann hierbei sehr dicht gewickelt sein. In einer vorteilhaften Ausgestaltung liegen die Wicklungen des spiralförmige Hohldrahts ohne Abstand direkt an einander. In einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind die Wicklungen maximal 0,1 Mil limeter, maximal 0,5 Millimeter, maximal 1 Millimeter oder maximal 2 Millimeter voneinander beabstandet, wobei der Abstand zwischen den Wicklungen variieren kann. Um den spiral förmigen Hohldraht weiterhin durchstichsicher auszubilden, kann sich mindestens ein weite res durchstichsicheres Material zwischen den Wicklungen befinden. Die Durchstichsicherheit des Materials bezieht sich dabei auf ein mögliches Durchstechen des Pleurakatheters durch die Punktionsnadel, was durch das durchstichsichere Material verhindert werden soll. Das durchstichsichere Material kann ein Metall sein, auch in Form einer Metalllegierung, oder ein entsprechend durchstichsicheres Kunststoffmaterial oder Naturmaterial. Als Kunststoffmate rialien kommen beispielsweise kohlefaserverstärkte Laminatmaterialien, Polymere und/oder Teflon in Frage, auch in Kombination miteinander. Ebenso können Aramide verwendet wer den.
Durch die Durchstichsicherheit wird sichergestellt, dass nicht Teile der Punktionsvorrichtung durch das Hindurchführen einer üblichen Punktionsnadel durchstochen oder abgeschert werden können. Durch die Abknicksicherheit wird sichergestellt, dass ein versehentliches Abknicken der Punktionsvorrichtung bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht auftritt.
Bei der Ausgestaltung als Pleurakatheter ist das Kathetersystem so ausgebildet, dass es zur Punktion des Pleuraspalts verwendet werden kann, z.B. im Falle von krankhaften Ansamm-
lungen von Gasen, Dämpfen oder Fluiden im Pleuraspalt (z.B. Pneumothorax, Hämatotho- rax, Pleuraerguss). Diese können dann mit Hilfe des Kathetersystems aus dem Pleuraspalt evakuiert werden. Auch bei dieser Anwendung wird eine Punktionsnadel (in dieser Anwen dung eine Pleurapunktionsnadel) durch einen sie umgebenden Katheter (in dieser Anwen dung Pleurakatheter) geführt. Der Katheter kann hierbei wie in dieser Patentanmeldung und wie in PCT/EP2019/057097 beschrieben ausgebildet sein.
Vorteilhaft ist es, wenn der Pleurakatheter eine Stichlänge von wenigstens 50 mm, z.B. 80 mm, 85 mm, 90 mm und maximal 140 mm hat. Der Pleurakatheter kann aber auch Stichlän gen von bis zu 160, 180, 200 oder 600 mm haben. Dabei sind Pleurapunktionsnadel und Pleurakatheter und das gesamte Kathetersystem insgesamt deutlich verlängert. Die Stich länge des Pleurakatheters ist dabei die Länge, die der Länge des im Patienten liegenden Pleurakatheters entspricht. Diese kann für die Anwendung bei speziellen Patientengruppen, z.-B. bei Kindern, auch unter 50 mm betragen. Alle Längen sind denkbar. Der Außendurch messer des Pleurakatheters kann 2-5 Millimeter betragen, in einer vorteilhaften Ausbildung 3-4 Millimeter. Der Innendurchmesser des Pleurakatheters kann 1-4 Millimeter betragen, in einer vorteilhaften Ausbildung 1 ,5-3 Millimeter. Alle Größen sind denkbar.
Alle eben genannten Ausbildungen/Eigenschaften können auch in und an einem allgemeinen Punktionssystem, z.B. auch einer Venenverweilkanüle, Verwendung finden.
Weitere Anwendungen
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Kathetersystem zur invasiven Messung des arteriellen Blutdrucks.
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Universal- Blutgefäßkathetersystem, welches für alle Blutgefäße verwendet werden kann. In diesem Fall kann das Kathetersystem mit einem Markierungssystem versehen sein, welches die Elemente/Farben „blau“ und „rot“ alternativ einstellbar umfasst. „Blau“ steht hierbei für eine venöse Lage, „rot“ für eine arterielle Lage des in dem entsprechenden Gefäß liegenden Ka theters.
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Kathetersystem zur Punktion der Luftröhre.
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Kathetersystem zur Punktion der Harnblase.
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Kathetersystem zur Punktion des Magen- Darm-Trakts und/oder der Bauchhöhle.
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Kathetersystem zur Punktion von Reservoiren, Pumpen-, Schlauch-, Röhren- und Portsystemen.
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Kathetersystem zur Verwendung im Bereich der interventioneilen Radiologie.
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Kathetersystem zur Verwendung im Bereich der interventioneilen Kardiologie.
In einer vorteilhaften Aus-/Weiterbildung ist die Venenverweilkanüle ein Kathetersystem zur Verwendung im Bereich der Notfall-, Katastrophen-, taktischen und militärischen Medizin.
Daumenstück
Die Venenverweilkanüle kann wenigstens ein Halte- und/oder Anschlusselement (im Folgen den nur „Halteelement“) zur erleichterten Applikation an einem Patienten haben, wobei das Halteelement eine komplementäre Form oder eine Negativkontur eines menschlichen Dau mens oder einer menschlichen Fingerkuppe hat. Dadurch kann die Venenverweilkanüle für den Anwender ergonomisch vorteilhaft weitergebildet sein.
Das Halteelement kann insbesondere auch gebogen/gekrümmt ausgebildet sein. Es kann z.B. in Richtung Vene konvex und in Richtung Anwender konkav ausgebildet sein. Es ist aber auch möglich, dass es in Richtung Vene konkav und in Richtung Anwender konvex ausgebildet ist. Denkbar ist auch, dass nur die dem Anwender zugewandte Seite gebo gen/gekrümmt ausgebildet ist und die dem Anwender abgewandte Seite gerade. Ebenso kann die dem Anwender zugewandte Seite mit mindestens einer Einkerbung, Abflachung und/oder Rille versehen sein, um einen Finger, die Fingerkuppe und/oder den Fingernagel des Anwenders aufzunehmen.
In einem solchen Fall kann die einhändige Bedienbarkeit der Venenverweilkanüle erleichtert sein, da ein Finger, z.B. der Zeigefinger, des Anwenders den Anschlusselement und den damit verbundenen Venenkatheter sicher in Richtung Vene schieben kann. Das Halteele ment kann, muss aber nicht, so ausgebildet sein, dass ein Aspirationselement wie z.B. eine Spritze angeschlossen werden kann. Beispielhaft kann es auch Zylinder-, Stempel- oder plat tenförmig oder auch in Form eines Vielecks ausgebildet sein und nur die dem Anwender zu gewandte Seite wie oben beschrieben.
Das Halteelement kann auch teilweise oder vollständig drehbar an den sonstigen Kompo nenten der Venenverweilkanüle angebracht sein.
Das Anschlusselement kann auch teilweise oder vollständig nach einer, zwei oder mehreren Seiten kippbar an den sonstigen Komponenten der Venenverweilkanüle angebracht sein.
Das Anschlusselement kann auch teilweise oder vollständig in Längsrichtung verschiebbar an den sonstigen Komponenten der Venenverweilkanüle angebracht sein.
Das Anschlusselement kann auf seiner Oberseite aus mindestens einem Material bestehen oder mit einem solchen beschichtet sein, welches sich durch einen erhöhten Reibungswider stand auszeichnet. Beispielhaft kann die Oberflächenstruktur eine Riffelung aufweisen oder genoppt sein. Ebenso kann sie haftende oder klebende Eigenschaften aufweisen und/oder mit einer abziehbaren Schutzfolie versehen sein.
Ebenso kann eine plastische Verformbarkeit des Halteelements gegeben sein. Das verform bare Material kann zudem teilweise oder vollständig von den sonstigen Komponenten der Venenverweilkanüle lösbar sein.
Ebenso kann das Anschlusselement ein Koppelungselement enthalten. Über dieses kann es mit den sonstigen Komponenten der Venenverweilkanüle trennbar verbunden sein. Dieses Koppelungselement kann auch in Form einer Steckverbindung ausgebildet sein. Ebenso kann das Anschlusselement mit einem 2. Anschlusselement trenn- oder untrennbar verbun den sein. Denkbar ist auch, dass das Anschlusselement auch nur teilweise, insbesondere in Richtung Anwender, in der eben genannten Art ausgebildet ist.
Die oben genannten Weiterbildungen haben den Vorteil, dass die Venenverweilkanüle nicht mehr in der Nähe des Venenkatheters angefasst werden muss, die Gefahr einer Kontamina tion mit Keimen wird dadurch verringert.
Denkbar ist auch, dass das Anschlusselement einen flach laufenden inneren Kanal aufweist, welcher in einem flachen Winkel den Anschluss zu dem Venenkatheter findet. Dadurch kann die Höhe des Anschlusselements reduziert werden. Es ist dann möglich, ein Aspirationsele-
ment in einem spitzen Winkel, bezogen auf die Längsachse des Venenkatheters, über das Anschlusselement auf die Venenverweilkanüle aufzusetzen. Ebenso kann z.B. eine Infusi onsleitung in dem eben beschriebenen spitzen Winkel an der Venenverweilkanüle befestigt werden. Es kann dann auf ein weiteres hohles Verlängerungselement, welches von einem Fluid durchströmbar ist, verzichtet werden. Der spitze Winkel hat z.B. den Vorteil, dass kein Halte- und/oder Aspirationselement steil nach oben von der Venenverweilkanüle absteht.
Der spitze Winkel hat zudem z.B. den weiteren Vorteil, dass ein Aspirationselement und/oder eine Infusionsleitung nicht direkt in der Nähe der Haut an der Venenverweilkanüle konnek- tiert werden müssen, was eine Kontamination der Konnektionsstelle mit Keimen bewirken kann.
Das Anschlusselement kann ein Innen- und/oder Außengewinde aufweisen und z.B. mit den Anschlusselementen von Aspirationselementen und/oder Infusionsleitungen kompatibel sein, welche ebenso gewindeartige Strukturen enthalten können.
Entfernbare Schichten des Venenkatheters/hohle Struktur
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle mehrschichtig mit einer oder mehreren entfernbaren Schichten ausgebildet ist.
Der Venenkatheter kann auch mit einer oder mehreren entfernbaren Schichten ausgebildet sein. Werden diese entfernt, vergrößert sich der Innendurchmesser oder das Lumen des Venenkatheters. Auf diese Art können mit Keimen besiedelte oder mit Blutgerinnseln verse hene Schichten des Venenkatheters einfach entfernt werden. Möglich ist aber auch, dass auf diese Art Schichten von außen eingeführt und somit der Venenkatheter mit weiteren Schich ten ergänzt werden kann. Es kann auch eine hohle Struktur verwendet werden, die in den Venenkatheter einführbar ist und regelmäßig gewechselt werden kann. Diese kann dem je weiligen Innendurchmesser und der geometrischen Form des Venenkatheters angepasst sein oder sich diesem anpassen. Die hohle Struktur kann aber auch eine geometrische Struktur ausbilden, welche unterschiedlich zu der des Venenkatheters ist. Die hohle Struktur kann aus mindestens einer Schicht bestehen. Diese mindestens eine Schicht kann anti- thrombogene, antimikrobielle und/oder durchstichsichere Eigenschaften aufweisen. Die hoh le Struktur kann auch eine spiral- oder wellenförmige Oberfläche aufweisen und mit einer abdichtenden Beschichtung, z.B. einer PTFE-Beschichtung, weitergebildet sein.
Weitere Ausbildungen des Venenkatheters
Denkbar ist auch, dass der Venenkatheter fischschuppenähnliche oder dachziegelartige Strukturen enthält, die z.B. überlappend oder sich überlagernd angeordnet sind.
Der Venenkatheter kann hierbei auch ähnlich wie ein handelsüblicher Duschschlauch aus gebildet sein, ebenso als Geflechtschlauch. Der Venenkatheter kann durch verschiedene Geflechtarten vorteilhaft weitergebildet werden. Denkbar sind hier z.B. verschiedene Spiral geflechte, die z.B. aus Edelstahl oder einem anderen Metall oder einer Metalllegierung be stehen können. Auch Flachgeflechte, Kern-Mantel- oder Packungsgeflechte sind, ggf. in mo difizierten Formen, vorstellbar. Die Geflechte können aber auch aus jedem anderen Material, insbesondere aus einem durchstichsicheren und schnittfesten Material, bestehen oder mit einem solchen beschichtet sein. Denkbar ist auch die Ausbildung des Venenkatheters mit einem Metallgewebe, einem Streckgitter oder Streckmetallen.
Der Venenkatheter kann auch eine waben, gitter- oder porenartige Struktur aufweisen. Ebenso kann er mit mehrdimensionalen Gewebestrukturen ausgebildet sein.
Der Venenkatheter kann auch zusätzlich mit längsverlaufenden Strukturen verstärkt sein. Diese können über eine Teillänge, die überwiegende oder die gesamte Länge des Venenka theters angeordnet sein oder nur im Bereich des venennahen Anteils des Venenkatheters.
Diese längsverlaufenden Strukturen können z.B. beim Einführvorgang den Vorschub des Venenkatheters in die Vene begünstigen und den einliegenden eher flexiblen Venenkatheter z.B. so stabilisieren, dass er durch den Blutstrom nicht gegen die Venenwand gedrückt wird. Der Venenkatheter kann auch als Schrumpfschlauch ausgebildet oder mit einem solchen überzogen sein. Dieser kann ein PTFE-Schlauch sein. Der Venenkatheter kann auch als Mehrschichtschlauch ausgebildet sein.
Der Venenkatheter kann ein Gummischlauch oder ein Gummirohr sein.
Dreiweqehahn/Filter
Die Venenverweilkanüle kann bereits mindestens einen integrierten Dreiwegehahn oder ein Mehrwegehahnsystem enthalten, welches jeweils trennbar oder untrennbar mit der Venen verweilkanüle verbunden sein kann. Insbesondere kann es untrennbar mit einem sich in Richtung Anwender an den Venenkatheter anschließendes hohlen Verlängerungselement verbunden sein. Der Dreiwegehahn kann auch als Dreiwegehahn mit Schlauch ausgebildet sein. Mindestens ein Filterelement kann trennbar oder untrennbar mit mindestens einer Komponente der Venenverweilkanüle verbunden sein, insbesondere auch mit dem hohlen Verlängerungselement.
Weitere Ausbildungen der spiral-Zwellenförmigen Struktur
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Wand der Außenhülle wenigstens zwei spiral- oder wellenförmige Strukturen aufweist, insbesondere eine zur Innenseite der Außenhülle gerichtete spiral- oder wellenförmige Struktur und eine zur Außenseite der Außenhülle gerichtete spiral- oder wellenförmige Struktur.
Die Wand des Venenkatheters kann auch durch eine mindestens doppelte spiral- oder wel lenförmige Struktur gebildet werden bzw. in der Wand des Venenkatheters können sich min destens zwei spiral- oder wellenförmige Strukturen befinden.
Diese können untrennbar miteinander verbunden sein, aber konstruktionsbedingt auch keine Verbindung miteinander besitzen. In letzterem Fall können sie gegeneinander bewegbar, z.B. in Längsrichtung verschiebbar oder gegeneinander dreh-/rotierbar sein. Dies hat den Vorteil, dass der Venenkatheter seine Flexibilität behält und sich somit an den Venenverlauf anpassen kann, er dennoch aber robuster/steifer ausgebildet ist.
Denkbar ist insbesondere auch, dass eine zweite spiral- oder wellenförmige Struktur in die Vertiefungen einer ersten eingelassen ist und/oder in diese greift. Die Strukturen können hierbei gegeneinander beweglich, aber auch in ihrer Beweglichkeit gegeneinander durch mindestens ein Material und/oder eine Beschichtung, welche den Reibungswiderstand er höht, eingeschränkt sein. Eine Einschränkung der Beweglichkeit gegeneinander kann auch dergestalt erfolgen, dass sich zwischen den beiden spiral- oder wellenförmigen Strukturen weitere Verbindungen oder Strukturen befinden, z.B. Mikro- oder Nanostrukturen.
Denkbar ist auch eine Kombination aus mindestens einer spiral- oder wellenartigen und min destens einer geflechtartigen Struktur. Eine wellenförmige Oberfläche ist zumindest im Querschnitt entlang der Längsachse des Venenkatheters durch alternierende Durchmesser des Venenkatheters geprägt. Eine Wellenform kann dabei zum Beispiel aus einer Sinus-, Rechteck-, Dreieck und/oder Sägezahnschwingung bestehen.
Der Außendurchmesser mindestens einer spiralförmigen Struktur kann über die Länge des Venenkatheters variieren. Insbesondere kann der Außendurchmesser in Richtung Vene ab nehmen. Denkbar ist aber auch, dass der Außendurchmesser in mechanisch besonders be lasteten Bereichen des Venenkatheters, z.B. dort, wo der Venenkatheter mit weiteren Kom ponenten der Venenverweilkanüle verbunden und/oder nach Anlage durch die Haut des Pa-
tienten geführt ist, größer ist als in anderen Bereichen. Hier kann eine entsprechende Aus bildung der spiralförmigen Struktur über eine Länge von 1-20 Millimeter, insbesondere auch 2-10 Millimeter, vorteilhaft sein. Der Außendurchmesser kann hierbei mindestens 1,5fach vergrößert, aber auch mindestens verdoppelt sein.
In Kombination mit einer Variation der Dichte der Wicklungen kann so ein flexibler, aber gleichzeitig auch robuster und an verschiedene Gegebenheiten, z.B. anatomische Gegeben heiten, angepasster Venenkatheter geschaffen werden.
Die spiral- oder wellenförmige Struktur kann über ihre Teillänge, überwiegende Länge- oder Gesamtlänge aus Nitinol (Nickel-Titan-Legierung), Edelstahl, Aramiden und/oder mindestens einem harten Kunststoffmaterial bestehen oder eine entsprechende Beschichtung aufweisen.
Die spiral- oder wellenförmige Struktur kann über ihre Teillänge, überwiegende Länge oder Gesamtlänge aus Magnesiumwerkstoffen bestehen oder eine entsprechende magnesium haltige Beschichtung aufweisen. Dadurch kann die Struktur resorbierbare Eigenschaften erhalten. Insbesondere können auch längs-, quer- oder diagonal verlaufende Strukturen, die während des Einführens des Venenkatheters in die Vene diesen stabilisieren, Magnesium enthalten. Diese können dann nach dem Einführen des Venenkatheters in den Patienten z.B. durch den Blutstrom resorbiert werden.
Somit entsteht ein Venenkatheter, welcher beim Einführen in die Vene steif ausgebildet ist und dann zunehmend weicher wird. Alternativ oder zusätzlich kann der Venenkatheter an der Innen- und/oder Außenseite mit einem entsprechenden Material beschichtet sein, zu sätzlich zur, aber auch unabhängig von der Verwendung einer spiral- oder wellenförmigen Struktur. Wird aber eine solche verwendet, so kann diese auch vollständig von mindestens einem Material umgeben sein, welches Magnesium enthält.
Denkbar ist aber auch, dass alle anderen Komponenten des Venenkatheters und der Ve nenverweilkanüle zumindest teilweise aus Magnesiumwerkstoffen bestehen oder eine ent sprechende Beschichtung aufweisen, die Magnesium enthält.
Eine spiralförmige Struktur kann aus mindestens einem Material bestehen, welches sich bei Körpertemperatur im Vergleich zur Raumtemperatur ausdehnt. Dadurch kann eine dichtere Wickelung und somit eine Änderung der Flexibilität der spiralförmigen Struktur bei Erwär mung auf Körpertemperatur, z.B. beim Einliegen des Venenkatheters in der Vene, erreicht werden. Ein Venenkatheter, welcher die spiralförmige Struktur enthält, kann dann z.B. nach dem Einführen in die Vene steifer werden. Das Material kann z.B. ein Metall, auch in Form einer Metalllegierung, sein. Spezifisch kann das Material Aluminium sein. Allgemein gesagt kommen alle Materialien infrage, die im obigen Abschnitt „Allgemeine Materialeigenschaften“ aufgeführt sind.
Der gleiche Effekt kann erreicht werden, wenn mindestens ein Material verwendet wird, wel ches quellende und/oder hygroskopische Eigenschaften aufweist. Das Material kann z.B. Bentonit, Hydrogel oder Stärke sein oder enthalten.
Denkbar ist auch, dass die Wicklungen der spiralförmigen Struktur über eine Teillänge, die überwiegende oder gesamte Länge der spiralförmigen Struktur innen hohl ausgebildet sind.
In diesem Hohlraum kann sich ein Fluid oder ein Gas/Dampf befinden, welches sich bei stei genden Umgebungstemperaturen, z.B. wiederum bei einem Anstieg von Raum- auf Körper temperatur, ausdehnt. Der Hohlraum kann mit mindestens einem Kanal verbunden sein, an den wiederum selektiv über z.B. einen Konnektor ein Aspirationselement angeschlossen werden kann. Der Hohlraum der spiralförmigen Struktur kann somit durch einen Anwender, z.B. mit Hilfe eines Aspirationselements, mit einem Fluid, Gas oder Dampf befüllt werden. Ebenso kann dieses wiederum aus dem Hohlraum evakuiert werden. Vorteilhaft kann zu sätzlich ein ventilartiges Element verwendet werden, welches verhindert, dass ohne Aufset-
zen des Aspirationselements auf den Konnektor das Fluid, Gas oder Dampf über den Kanal aus dem Hohlraum abströmen kann.
Es ist aber auch denkbar, dass die Wicklungen der spiralförmigen Struktur mit mehreren Hohlräumen weitergebildet sind, die durch Strukturen voneinander abgetrennt sind und dadurch nicht miteinander kommunizieren. In so einem Fall können diese nicht kommunizierenden Hohlräume mit verschiedenen Kanälen verbunden sein, an die wiederum selektiv über z.B. einen Konnektor ein Aspirationselement angeschlossen werden kann. Ven tilartige Elemente können wie eben beschrieben vorteilhaft zur Anwendung kommen.
Die spiralförmige Struktur kann aus mindestens einem Material bestehen, welches elastische Eigenschaften aufweist. Somit kann die spiralförmige Struktur sich ausdehnen oder zusam menziehen, sich also in ihrem Volumen auch unabhängig von der bestehenden Umgebungs temperatur verändern, je nachdem, ob sie wie eben beschrieben mit einem Fluid, Gas oder Dampf befüllt ist oder nicht.
Je nach Füllmenge kann so das Volumen der spiralförmigen Struktur genau gesteuert wer den. Dies kann sich unmittelbar auf die Eigenschaften des Venenkatheters auswirken.
Eine so ausgebildete spiralförmige Struktur kann sich in der Wand eines Venenkatheters befinden und durch eine nicht-elastische Schicht nach innen von dem Lumen des Venenka theters abgegrenzt werden. So wird sich bei der Zufuhr eines Fluids, Gases oder Dampfes der Außendurchmesser des Venenkatheters vergrößern, ohne dass sich der Durchmesser des Lumens verändert.
Eine so ausgebildete spiralförmige Struktur kann sich in der Wand eines Venenkatheters befinden und auch durch eine nicht-elastische Schicht nach außen von weiteren Strukturen des Venenkatheters oder der Vene selbst abgegrenzt werden. So wird sich bei der Zufuhr eines Fluids, Gases oder Dampfes der Durchmesser des Lumens verringern, ohne dass sich der Außendurchmesser des Venenkatheters vergrößert.
Hierdurch entsteht ein Venenkatheter, der sich dem individuellen Venenverlauf und einem sich auch z.B. in Richtung Herzen vergrößernden Venendurchmesser optimal anpassen kann.
Ein wie oben beschriebener weitergebildeter Venenkatheter kann auch unabhängig von ei ner Venenverweilkanüle als Schlauch für andere Anwendungen verwendet werden. So kann er z.B. als Schlauch für andere Kathetersysteme oder als Beatmungsschlauch, z.B. auch als Endotrachealtubus, verwendet werden. Auch eine Punktionsnadel kann die eben genannten Eigenschaften haben.
Besondere Ausbildung des Venenkatheters im mechanisch belasteten Hautbereich
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle in einem oder mehreren Bereichen, die erhöhter mechanischer Belastung ausgesetzt sind, jeweils ein oder mehrere Verstärkungselemente aufweist. Solche Verstärkungselemente können z.B. als Stützstrukturen ausgebildet sein.
Denkbar ist auch eine ziehharmonikaförmige, spiral- oder wellenförmige Ausbildung des Ve nenkatheters nur an den Stellen besonderer mechanischer Belastung, z.B. dort, wo der Ve nenkatheter sich auf Hautniveau befindet und venenfern in weitere Komponenten der Ve nenverweilkanüle übergeht. Hier kann eine besondere Ausbildung des Venenkatheters über eine Strecke von 1-20 Millimeter, insbesondere über 2-10 Millimeter, vorteilhaft sein. Er kann auch nur über diese Länge mit weiteren Strukturen oder Elementen verstärkt werden. Über diese Länge kann der Venenkatheter z.B. auch in durch weitere Schichten oder eine Schutz hülse verstärkt sein. Diese kann den Venenkatheter über eine Teillänge wannen-, halbkreis-
oder kreisförmig umgeben. Mit dieser Schutzhülse kann der Venenkatheter untrennbar ver bunden sein. Denkbar ist aber auch, dass der Venenkatheter längsverschieblich und/oder dreh-/rotierbar in dieser geführt ist. Durch die Schutzhülse können potentielle Materialschä den am Venenkatheter, z.B. ein Brechen, verhindert werden.
Möglich ist auch die Ausbildung einer sehr flexiblen Verbindung in dem eben genannten Be reich. So kann ein zusätzlicher Konnektor Verwendung finden. Ebenso kann ein fluidleiten des Element verwendet werden, welches sich in Richtung Vene in den Venenkatheter fort setzt und dreh- oder abwinkelbar ist. Es kann hierbei frei in alle Richtungen dreh- oder ab winkelbar sein. Ein solches fluidleitendes Element kann auch gelenkartig, z.B. kugel- oder schnarniergelenkartig, ausgebildet sein.
Der Venenkatheter kann in dem eben genannten Bereich auch durch eine ihn teilweise oder ganz umgebende gelenkartige, z.B. kugel- oder scharniergelenkartige, Struktur hindurchge führt sein. Der Venenkatheter kann hierbei durch diese Struktur innenliegend hindurchgeführt und von der Struktur teilweise oder vollständig umgeben sein.
Der Venenkatheter kann auch durch eine an ihm außen anliegende Struktur, welche an ihm teilweise, überwiegend oder vollständig anliegen kann, geschient werden, damit er nicht ab knickt. Die außenliegende Struktur kann insbesondere wannen-, halbkreis- oder kreisförmig ausgebildet sein und auch Teil einer gelenkartigen Struktur wie oben beschrieben sein oder mit einer solchen kombiniert werden.
Auch Anschlusselemente können über die oben beschriebenen gelenkartigen Strukturen mit den sonstigen Komponenten der Venenverweilkanüle verbunden sein. Eine fluidleitende Struktur kann innenliegend durch diese Strukturen hindurchgeführt sein.
Einstellbare Flexibilität des Venenkatheters
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung wenigstens ein Stellelement aufweist, mit dem die Flexibilität zumindest eines Bereiches der Außenhülle durch den Anwender verstellbar ist.
In die Wand des Venenkatheters, d.h. der Außnhülle, kann in einem Hohlraum eine rohrför mige Struktur eingelassen sein, welche gegenüber den sonstigen Wandbestandteilen längs verschieblich und um die Längsachse des Venenkatheters dreh-/rotierbar gelagert sein kann. Der Hohlraum kann hierbei in Richtung Vene verschlossen, in Richtung Anwender offen sein. Die rohrförmige Struktur, die auch nicht vollständig kreisförmig, sondern z.B. auch halbkreis förmig ausgebildet sein kann, kann den Venenkatheter in Längsrichtung überragen. Insbe sondere kann sie den Venenkatheter und ein sich in Richtung Anwender befindliches Ver längerungselement, in dem oder dessen Wand sie sich ebenso wie eben beschrieben befin den kann, in Längsrichtung überragen. Damit kann die Struktur von einem Anwender in ihrer Position gesteuert werden.
Flexibilität und Steifigkeit des sich im Blutgefäß befindlichen Venenkatheters können dadurch individuell durch den Anwender variiert werden. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn der Venenkatheter seine endgültige Position in der Vene noch nicht erreicht hat. Dadurch entsteht eine neue Gruppe von Kathetersystemen.
Ist die rohrförmige Struktur zudem durchstichsicher ausgebildet, sind Bewegungen des Ve nenkatheters gegenüber der Punktionsnadel in alle Richtungen auch mehrfach gegeneinan der möglich sind, ohne dass der Venenkatheter hierbei beschädigt werden kann. Die rohr förmige Struktur kann aus mindestens einem durchstichsicheren Material ausgebildet sein oder mit mindestens einem solchen durchstichsicheren Material beschichtet sein. Die Durch stichsicherheit des Materials bezieht sich dabei auf ein mögliches Durchstechen des Venen katheters durch die Punktionsnadel, was durch das durchstichsichere Material verhindert werden soll. Das durchstichsichere Material kann ein Metall sein, auch in Form einer Metall legierung, oder ein entsprechend durchstichsicheres Kunststoffmaterial oder Naturmaterial. Als Kunststoffmaterialien kommen beispielsweise kohlefaserverstärkte Laminatmaterialien,
Polymere und/oder Teflon in Frage, auch in Kombination miteinander. Ebenso können Ara- mide verwendet werden.
Aufgrund der o.g. Eigenschaften der Venenverweilkanüle kann es aber auch möglich sein, eine in den Venenkatheter zurückgezogene Punktionsnadel zunächst im Venenkatheter zu belassen, um zu einem späteren Zeitpunkt erneut eine Punktion z.B. tiefer liegender Struktu ren vorzunehmen. Eine in den Venenkatheter ausreichend weit zurückgezogene Punktions nadel wird hierbei durch den außenliegenden durchstichsicheren Venenkatheter umgeben und kann umliegende Strukturen nicht schädigen.
Applikator am venennahen Anteil des Venenkatheters
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung am Hohlkörper-nahen Ende einen Applikator für die Applikation einer Substanz im Bereich der Einstichstelle der Punktionsnadel an dem Hohlkörper hat. Der Applikator kann zum Beispiel als flüssigkeitsdichter Hohlkörper, z.B. als Beutel, ausgebildet sein, der mit ei ner antimikrobiellen Flüssigkeit oder einem sonstigen Fluid gefüllt ist. Die antimikrobielle Flüssigkeit kann zum Beispiel eine alkoholische, jodhaltige oder sonstige desinfizierende Flüssigkeit sein. Das Fluid kann beispielhaft reibungsmindernde, antimikrobielle, lokalanäs thetische und/oder gerinnungshemmende Eigenschaften haben. Beispielsweise kann im Applikator auch ein kühlendes Medium, zum Beispiel Kühlflüssigkeit und/oder Eis, enthalten sein, um den Bereich der Einstichstelle der Punktionsnadel zu kühlen. Hierdurch kann die Anwendung der Punktionsvorrichtung bei Lebewesen schmerzarm gestaltet werden. Der Applikator kann insbesondere derart gestaltet sein, dass nicht die Hülle des zu punktieren den Hohlkörpers durchdringen kann, d.h. er sollte im Hohlkörper-nahen Bereich nicht zu spitz gestaltet sein, sondern eher stumpf.
Es kann eine weitere Struktur, d.h. der Applikator, vorhanden sein, die den Venenkatheter und/oder die Punktionsnadel, vor dem Einführen in den Patienten teilweise oder vollständig umgibt. Diese Struktur kann ein abgeschlossener Hohlkörper sein, der gegenüber dem Ve nenkatheter längsverschieblich ist. Sie kann z.B. zylinderförmig mit runder oder ellipsoider Querschnittsfläche sein, auch in Form eines Stabs, einer Düse oder einer Röhre. Sie kann auch quaderförmig ausgebildet sein. Ebenso kann sie z.B. in Form eines Applikators, Schwammes, Schaumstoff- oder Gelrings, einer Tüte oder einer Kapsel weitergebildet sein. Sie kann auch scheiben-, krempen- oder rampenartig ausgebildet sein.
Die Struktur kann auch so ausgebildet sein, dass sich zumindest ein Teil des Hohlkörpers in Längsrichtung vor der Punktionsnadelspitze befindet. Es ist dann vorteilhaft, wenn der Hohl körper von einer Wand umschlossen ist, welche durch die Punktionsnadelspitze durchsto chen werden kann. Diese Wand kann auch eine Membran sein. Befindet sich in dem Hohl körper nun ein Fluid, so werden Punktionsnadel und Venenkatheter vor dem Einführen in die Vene mit diesem benetzt. Das Fluid kann beispielhaft reibungsmindernde, antimikrobielle, lokalanästhetische und/oder gerinnungshemmende Eigenschaften haben.
Eine Struktur, die sich vor Anwendung der Venenverweilkanüle vor der Punktionsnadelspitze befindet, hat zudem den Vorteil, dass sie bis zum Aufsetzen auf die Haut des Patienten ei nen Stichschutz für Patient und Anwender bereitstellt.
In einer vorteilhaften Weiterbildung ist der Außendurchmesser einer den Venenkatheter um gebenden Struktur mindestens 1,5-mal so groß wie der Außendurchmesser des Venenka theters. In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist der Außendurchmesser mindestens 2-mal so groß wie der Außendurchmesser der Venenverweilkanüle. In weiteren vorteilhaften Weiterbildungen ist der Außendurchmesser der Struktur mindestens 3-mal, mindestens 4- mal, mindestens 5-mal und mindestens 6-mal so groß wie der Außendurchmesser der Ve nenverweilkanüle.
Die den Venenkatheter umgebende Struktur kann zum Hohlkörper-nahe Ende hin konisch zulaufen, z.B. in einem Winkel von mindestens 30 Grad, 45 Grad, 60 Grad, 75 Grad oder 90 Grad zulaufen, ausgehend von einem 360-Grad-System. Der Winkel bezieht sich auf das Winkelmaß zwischen zwei außenliegenden schrägen Dilatationsflächen der Struktur und nicht auf die Mittelachse der Struktur.
So kann die Struktur beim Einführen der Punktionsnadel und des Venenkatheters durch die Haut nicht durch diese eindringen. Durch ihre Längsverschieblichkeit wird der Venenkatheter über seine überwiegende oder gesamte Länge mit dem o.g. Fluid benetzt. Nach dem Benet zungsvorgang kann die Struktur entweder am Venenkatheter verbleiben und diesen z.B. im Bereich des venenfernen Übergangs in weitere Komponenten der Venenverweilkanüle min destens teilweise schützend umgeben. Die Struktur kann eine Art „Hülse“ sein, die sich zu erst „vorne“ am Venenkatheter befindet, dann beim Einführen des Venenkatheters an die sem „zurückrutscht“ (und diesen dabei benetzt) und dann den Eintrittsbereich des Venenka theters in die Haut schützend umgibt (Minimierung des Infektionsrisikos).
Denkbar ist aber auch, dass die Struktur vom Venenkatheter entfernbar ist und z.B. spaltbar- oder abreißbar ausgebildet ist.
Die Struktur kann zusätzlich mit einer haftenden oder klebenden Oberfläche versehen sein, um die Venenverweilkanüle bei der Punktion auf der Haut zu stabilisieren.
Denkbar ist auch, dass Punktionsnadel und/oder Venenkatheter bereits durch die o.g. Struk tur hindurchgeführt sind, noch bevor der Punktionsvorgang begonnen hat. Die Struktur kann also Punktionsnadel und/oder Venenkatheter teilweise oder vollständig umschließen. Die Wand des Hohlraums der Struktur kann längsverschieblich und fluiddicht abschließend an der Punktionsnadel und/oder dem Venenkatheter angebracht sein.
Denkbar ist auch, dass der Hohlraum der Struktur zumindest teilweise von mindestens ei nem weiteren Hohlraum umgeben ist, welcher durch eine zusätzliche Wand von dem ersten Hohlraum abgegrenzt wird. Ebenso kann mindestens ein weiterer Hohlraum dem ersten be nachbart sein und ebenso durch eine Wand von diesem abgegrenzt sein. So kann der Ve nenkatheter durch unterschiedliche Fluide benetzt werden, welche zwar auf dem Venenka theter kompatibel verwendet werden können, aber vor Benutzung getrennt voneinander ge lagert werden müssen.
Denkbar ist auch, dass sich in dem einen Hohlraum Harnstoff befindet, in dem anderen Hohl raum Wasser. Es können auch andere Substanzen verwendet werden, welche in handelsüb lichen Sofort- Kältepacks verwendet werden. Auf diese Weise können die Punktionsnadel und/oder der Venenkatheter vor und bei Einbringen in den Patienten gekühlt werden, Punkti onsnadel und/oder Venenkatheter können so schmerzarm in die anatomischen Strukturen eingeführt werden.
In den Hohlräumen kann sich jeweils auch eine kapillar-, poren- und/oder wabenartige Struk tur, z.B. auch in Form eines Schwamms, befinden, welche direkten Kontakt mit dem Venen katheter hat und sowohl für eine Benetzung des Venenkatheters mit einem Fluid als auch für eine mechanische Reinigung und/oder Trocknung des Venenkatheters sorgen kann. Denk bar ist auch, dass mindestens ein Hohlraum des Applikators von außen, z.B. auch durch einen Bakterienfilter, mit einem Fluid befüllbar ist. Die o.g. Struktur kann dann für ein gleich mäßiges Befüllen des Hohlraums mit einem Fluid sorgen, ebenso für eine kontinuierliche Freisetzung des Fluids auf den Venenkatheter .
Ausbildung des Venenkatheters als Pigtail-Katheter
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung einen Mechanismus aufweist, durch den die Außenhülle durch eine Relativbe wegung gegenüber der Punktionsnadel in eine spiralförmige Gestalt überführbar ist. Dabei
kann die Außenhülle zunächst eine nicht-spiralförmige Gestalt haben, z.B. eine längliche, geradlinige Gestalt. Dabei kann die Punktionsnadel durch eine derart gestaltete Außenhülle geführt sein. Durch Zurückziehen der Punktionsnadel gegenüber der Außenhülle und/oder Vorschieben der Außenhülle gegenüber der Punktionsnadel kann die Außenhülle in die spi ralförmige Gestalt überführt werden.
Der Venenkatheter kann am unmittelbaren venennahen Ende auch gekringelt ausgebildet sein. Im Unterschied zu in der Medizin verwendeten Pigtail-Kathetern wird der Katheter aber nicht zunächst durch einen einliegenden Führungsdraht gestreckt, sondern durch die einlie gende Punktionsnadel. Sobald der Venenkatheter über die Spitze der Punktionsnadel in Richtung Vene vorgeschoben oder die Punktionsnadel aus dem Venenkatheter zurückgezo gen wird, geht er aus einem geraden Verlauf in einen gekringelten oder zumindest geboge nen über. Der Venenkatheter kann beispielhaft aus Silikon oder Polyurethan bestehen, aber auch mindestens eine Formgedächtnislegierung beinhalten, z.B. Nickel-Titan oder Nickel- Titan-Kupfer. Auch Kombinationen aus Kupfer, Aluminium, Nickel und Zink sind denkbar. Die Ausbildung mit mindestens einer Formgedächtnislegierung kann auch nur in dem Bereich des Venenkatheters bestehen, welcher in einen gekringelten oder zumindest gebogenen Verlauf übergehen soll. Dieser Bereich des Venenkatheters kann auch eine spiral- oder wel lenförmige Struktur beinhalten. Möglich ist aber auch, dass eine spiral- oder wellenförmige Struktur in diesem Bereich des Venenkatheters nicht mehr vorhanden ist, aber den gerade bleibenden Bereich des Venenkatheters ausbildet.
Ausnehmungen/Öffnungen können über die gesamte Länge des Venenkatheters, aber be vorzugt auch an der Stelle angeordnet sein, an der die Abwinkelung oder Biegung des Ve nenkatheters maximal ist. Dadurch folgen z.B. zu infundierende Flüssigkeiten weiterhin der Flussrichtung weg vom Venenkatheter in das Blutgefäß.
Eine so weitergebildete Venenverweilkanüle kann insbesondere im Bereich der Urologie, aber auch zur Pneumothorax-Drainage, insbesondere auch bei Früh-/Neugeborenen ver wendet werden.
Kommunikation von Lumen innerhalb des Venenkatheters
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle mehrlumig ausgebildet ist, wobei zwei oder mehrere Lumen über eine oder mehrere Öffnun gen miteinander verbindbar sind. Solche unterschiedlichen Lumen sind normalerweise von einander getrennt. Durch solche Öffnungen kann aber stellenweise eine Fluid- Kommunikation zwischen zwei oder mehr Lumen zugelassen werden.
Bei mindestens zweilumiger Ausbildung der Venenverweilkanüle kann insbesondere inner halb des Venenkatheters die Trennung zwischen den Lumen teilweise oder überwiegend aufgehoben sein. Dies kann durch Ausnehmungen erfolgen, welche in die Strukturen einge lassen sind, welche die Lumen voneinander trennen. Diese Ausnehmungen können z.B. eine kreisförmige oder ellipsoide Struktur aufweisen und auch mit klappenartigen Strukturen ver sehen sein, welchen den Fluidstrom nur in eine Richtung zulassen. Außerdem können sich in den Ausnehmungen Elemente befinden, welche die Funktion von Überlaufventilen ausü ben.
Ebenso können die Ausnehmungen mit filterartigen Strukturen sein, welche nur bestimmte Fluidbestandteile durch die Ausnehmungen passieren lassen. Zudem ist es denkbar, dass mindestens ein Lumen innerhalb des Venenkatheter teilweise oder vollständig in ein anderes übergeht. Ein Lumen kann auch blind enden und eine Art Sackgasse oder Reservoir darstel len, z.B. für ein Medikament. Ebenso kann das blind endende Lumen mindestens einen Sensor enthalten.
Denkbar ist auch, dass die Strukturen, welche die Lumen innerhalb des Venenkatheters voneinander trennen, von außen stellbare Elemente enthalten, über welche beeinflusst wer-
den kann, ob die Fluide in den zunächst getrennten Lumen miteinander kommunizieren kön nen. Dies kann auch dergestalt erfolgen, dass mindestens zwei Lumen innerhalb des Ve nenkatheters um die Längsachse drehbar oder in Längsrichtung verschiebbar sind und zuei nander komplementäre Ausnehmungen enthalten. Werden diese Ausnehmungen nun durch entsprechende Bewegungen übereinander gebracht, so können die Fluide zwischen den verschiedenen Lumen kommunizieren; ansonsten sind die Fluide streng voneinander ge trennt.
So ist es auch jederzeit möglich, zu einem Lumen mindestens ein weiteres Lumen innerhalb des Venenkatheters zuzuschalten und somit im Bedarfsfall die Flussrate zu steigern, wenn diese entscheidend ist und nicht etwas das Vorhandensein eines mindestens zweiten ge trennten Lumens.
Die getrennten Lumen können durch mindestens eine Wand voneinander getrennt sein, wel che eine spiral-/wellenförmige oder netz-, geflecht- oder gitterartige Oberfläche aufweist und mit einer abdichtenden Beschichtung, z.B. einer PTFE-Beschichtung, weitergebildet ist. Eine Kombination mit quer-, längs- oder diagonalverlaufenden Strukturen ist denkbar, diese kön nen auch alleine für eine gewünschte Stabilität der Lumenwand sorgen. In einer vorteilhaften Weiterbildung sind die o.g. Ausnehmungen von Strukturen, z.B. ringförmigen Strukturen, die auch als Drahtstrukturen ausgebildet sein können, umgeben, welche die Form der Ausneh mungen stabilisieren und diese offenhalten.
Ein so ausgebildeter Venenkatheter kann auch unabhängig von einer Venenverweilkanüle verwendet werden, z.B. als Midline-Katheter, Zentralvenöser Katheter (ZVK) oder Dialyseka theter
Automatischer Vorschubmechanismus des Venenkatheters
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung einen automatischen Vorschubmechanismus aufweist, durch den, gegebenen falls abhängig von wenigstens einer äußeren Bedingung, ein automatischer Vorschub der Außenhülle in den punktierten Hohlkörper durch die mittels der Punktionsnadel geschaffene Öffnung erzeugt wird.
Hierbei kann ein Mechanismus bestehen, der dafür sorgt, dass beim retrograden Durchströ men der Punktionsnadel oder des Venenkatheters mit dem Blut des Patienten während des Punktionsvorgangs der Venenkatheter automatisch in Richtung Vene über die Punktionsna del vorgeschoben wird. Der Mechanismus kann z.B. ein Federmechanismus sein oder einen solchen beinhalten.
Denkbar ist, dass der Federmechanismus durch die Wärme eines in Richtung Anwender durch den Venenkatheter zurückströmenden Fluids, z.B. des Bluts, aber auch durch die Wärme eines Gases oder Dampfes, ausgelöst wird. Eine fluidleitende Komponente der Ve- nenweilkanüle, z.B. der Venenkatheter selbst oder ein sich in Richtung Anwender an den Venenkatheter anschließendes hohles Verlängerungselement oder die Kammer 7 kann aus einem Bimetall ausgebildet sein oder ein solches enthalten.
Dieses Bimetall kann mit einem Wegbegrenzungselement gekoppelt sein, welches mit einem Wegbegrenzungselement des Venenkatheters in Kontakt ist und im nicht erwärmten Ruhe zustand einen Vorschub des Venenkatheters in Richtung Vene verhindert.
Strömt nun ein erwärmtes Fluid, z.B. Blut, in die Nähe des Bimetalls, so verbiegt sich dieses. Es kann sich hierbei dergestalt verbiegen, dass das Wegbegrenzungselement des Bimetalls von dem Wegbegrenzungselement des Venenkatheters wegbewegt wird.
Hat nun der Venenkatheter aufgrund einer mit ihm gekoppelten Feder die natürliche Ten denz, in Richtung Vene vorgeschoben zu werden, so tritt nun genau dieser Effekt ein. Je nach Vorspannung der Feder erfolgt der Vorschub langsamer oder schneller. Der Vorschub kann auch durch ein weiteres manuelles Betätigungselement in seiner Geschwindigkeit ver ändert oder vollständig verhindert werden.
Bei langsamem Vorschub können z.B. fragile Venen schonend punktiert werden. Der Vorteil liegt ferner darin, dass eine mit den eben beschriebenen Mechanismen ausgebildete Venen verweilkanüle einhändig bedienbar ist. Zudem werden ungewollte Bewegungen der Venen verweilkanüle durch den Anwender weitgehend unterdrückt. Dieser kann sich vollständig auf die Stabilisierung der Venenverweilkanüle auf dem Patienten konzentrieren. Dies minimiert die Gefahr, dass die notwendigen Komponenten der Venenverweilkanüle, insbesondere die Punktionsnadelspitze und der Venenkatheter, während des Punktionsvorgangs wieder aus der Vene dislozieren, da in dieser kritischen Phase nun weniger Manipulationen an der Ve nenverweilkanüle vorgenommen werden müssen.
Statt dem o.g. Bimetall kann auch mindestens ein Material, welches bei Fluid-/Blutkontakt eine Volumenänderung, z.B. eine Volumenzunahme z.B. durch Aufquellen, erfährt, die eben beschriebenen Effekte auslösen.
Auch ist denkbar, dass eine gespannte Feder von mindestens einer Struktur, welche aus mindestens einem resorbierbaren Material besteht, unter Spannung und damit in ihrer Posi tion gehalten wird. Diese Feder kann sich beispielhaft zwischen Punktionsnadel und Venen katheter befinden und diese miteinander verbinden. Diese Feder kann aber auch nur mit der Punktionsnadel oder nur mit dem Venenkatheter verbunden sein. Denkbar ist aber auch, dass sich die Feder nicht fest verbunden mit der Punktionsnadel oder dem Venenkatheter in einem venenferneren Abschnitt der Venenverweilkanüle befindet und entweder die Punkti onsnadel oder den Venenkatheter bei einer Zustandsänderung in Richtung Vene schieben kann.
Strömt nun Blut oder ein anderes Fluid in den Venenkatheter ein, wird die resorbierbare Struktur aufgelöst und die Feder erfährt eine Zustandsänderung, z.B. eine Zunahme ihrer Länge. Die Feder sorgt nun für einen Vorschub des Venenkatheters in Richtung Vene.
Beim Zurückströmen von Blut durch Komponenten der Venenverweilkanüle kann auch ein Klappen-, Ventil oder Bügelmechanismus aktiviert werden, der dafür sorgt, dass die Kraft so umgelenkt oder gesteuert wird, dass daraus ein Vorschub des Venenkatheters in Längsrich tung über die Punktionsnadel in Richtung Vene erfolgt. Dies kann z.B. auch bei der Punktion von Arterien relevant sein, in denen ein höherer Druck herrscht als in Venen.
Möglich ist aber auch, dass die Punktionsnadel selbst durch ein Zurückströmen von Blut in die Punktionsnadel und/oder den Venenkatheter in Längsrichtung von der Vene weg in Rich tung Anwender geschoben wird. Hierfür kann die Punktionsnadel innen, wo sie hohl ist, das heißt ihr Lumen aufweist, vorteilhaft mit klappen-, flügel- oder ventilartigen oder sonstigen Elementen weitergebildet sein, die den Strömungswiderstand erhöhen. Diese können auch in dem Sinne stellbar sein, dass sie durch das in die Punktionsnadel zurückströmende Blut in das Lumen vorragend gestellt werden, d.h. von der Wand des Lumens wegbewegt werden. Normalerweise wird der außenliegende Venenkatheter über die innenliegende Punktionsna del in die Vene vorgeschoben. Hierbei wird die Venenverweilkanüle oft mit 2 Händen bedient und es kommt zu einem unvermeidbaren „Ruckein“ der Venenverweilkanüle. Diese „Ru ckein“ kann ein Herausrutschen des Venenkatheters aus der Vene bewirken und vor allem bei kleinen Venen bereits den Punktionserfolg gefährden. Dies kann durch die zuvor be schriebene Ausgestaltung der Punktionsvorrichtung vermieden werden.
Trifft nun ein Blutstrom aus der Vene auf diese Strukturen, so wird die Punktionsnadel von der Vene weg in Richtung Anwender geschoben, wenn dieser diese nicht festhält. Damit er
dies beim Einführen der Venenverweilkanüle in den Patienten nicht tun muss, können vor teilhaft weitere Befestigungs- und Halteelemente auf oder an der Venenverweilkanüle ange bracht sein.
Prinzipiell können sich diese Elemente auch auf der Außenseite der Punktionsnadel befinden oder an der Innenseite des die Punktionsnadel umgebenden Venenkatheters. In letzterem Fall kann es vorteilhaft sein, wenn sie mit weiteren Elementen auf der Außenseite der Punk tionsnadel wechselwirken.
Venenkatheter oder Punktionsnadel können auch passiv durch den Blutstrom in die Vene eingeschwemmt werden. Hierbei kann es vorteilhaft sein, wenn diese dann nicht mit weiteren Komponenten der Venenverweilkanüle verbunden sind. Denkbar ist auch, dass ein in man chen Venen potentiell vorhandener negativer venöser Druck dazu führt, dass auch der Ve nenkatheter in Längsrichtung in die Vene gezogen wird. Der Vorteil liegt darin, dass bei in tendierter venöser Lage des Venenkatheters dann ein ungewolltes Einbringen desselben in eine Arterie nicht mehr möglich ist, da dort ein höherer Druck herrscht.
Ein Einschwemmen kann auch dann ausgelöst werden, wenn das in PCT/EP2019/057097 beschriebene hohle Verlängerungselement von dem Blut des Patienten durchströmt wird. Hierbei ist es ist möglich, dass dieser Blutfluss durch ein Unterdruckelement beschleunigt wird. Hierfür kann ein Vakuumeffekt genutzt werden.
Verhinderung der Kontamination der Venenverweilkanüle beim Anschließen einer Spritze oder Infusionsleitung
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Punktions vorrichtung eine Kontaminationsschutzvorrichtung zum Schutz des Hohlkörper-fernen Endes der Punktionsvorrichtung vor Kontaminationen aufweist. Hierdurch können insbesondere Anschlüsse zum Anschließen weiterer Elemente, z.B. Schläuche, an die Punktionsvorrich tung vor Kontaminationen geschützt werden. Die Kontaminationsschutzvorrichtung kann z.B. eine äußere schützende Struktur haben.
Beim Anschließen eines Aspirationselements oder weiterer Elemente, über die Fluide oder Medikamente gegeben werden können, muss in jedem Fall eine Kontamination der Venen verweilkanüle mit Keimen, z.B. durch die Hand des Anwenders oder die Haut des Patienten, im Bereich der fluidleitenden Elemente (im Folgenden nur „Element“) an der Kammer 7 und/oder des Anschlusselements 9 verhindert werden.
Dies kann dergestalt gelöst werden, dass ein venenfernes fluidleitendes, z.B. zylinderförmi ges, Element, welche sich außerhalb des Patienten befindet, mit mindestens jeweils einer weiteren schützenden Struktur teilweise oder vollständig umgeben ist. Diese äußere schüt zende Struktur überragt in Längsrichtung das fluidleitende Element in Richtung Aspirations element. In einer vorteilhaften Ausgestaltung überragt die äußere schützende Struktur das fluidleitende Element in Längsrichtung um 1-5 Millimeter, sie kann das fluidleitende Elemente aber auch um 6-10 Millimeter oder auch um mehr als 10 mm in Längsrichtung überragen.
Das fluidleitende Element kann z.B. auch in Form eines Dreiwegehahns ausgebildet sein.
Das fluidleitende Element kann durch die äußere schützende Struktur längsverschieblich hindurchgeführt sein. Ebenso kann nur die äußere schützende Struktur längsverschieblich auf dem fluidleitenden Element aufgebracht sein oder dieses teilweise oder vollständig um schließen.
Das fluidleitende Element kann durch die äußere schützende Struktur um die Längsachse drehbar hindurchgeführt sein. Ebenso kann nur die äußere schützende Struktur um die Längsachse drehbar auf dem fluidleitenden Element aufgebracht sein oder dieses teilweise oder vollständig umschließen.
Denkbar ist aber auch eine andersartig ausgebildete Doppelstruktur aus fluidleitendem Ele ment und äußerer schützender Struktur. So können verschiedene geometrische Formen be züglich der jeweiligen Innen- oder Außendurchmesser oder der Querschnittsflächen kombi niert werden. Denkbar sind auch jeweils rampenförmige Strukturen oder auch Strukturen, die für eine gezielte und reversible Verkeilung des fluidleitenden Elements mit der äußeren schützenden Struktur sorgen. Auch ein Einrasten einander oder ein Click-Clip-Mechanismus ist denkbar.
Auch können auf der Außenseite des fluidleitenden Elements und/oder der Innenseite der äußeren schützenden Struktur gewindeartige Strukturen ausgebildet sein, welche ineinan- dergreifen oder grundsätzlich aufeinander einwirken können. Auf der Außenseite der äuße ren schützenden Struktur können reibungserhöhende, klebrige oder geriffelte Strukturen vor handen sein, damit ein Anwender die äußere schützende Struktur sicher ohne Abrutschen bedienen kann.
Ebenso kann eine Drehbarkeit des fluidleitenden Elements gegen die äußere schützende Struktur um die Längsachsen ohne eine wesentliche Längsverschiebung dadurch realisiert werden, dass zur Querachse gerade rillenförmige Aussparungen auf der Außenseite des fluidleitenden Elements ausgebildet sind, in die Erhebungen auf der Innenseite der äußeren schützenden Struktur greifen. Alternativ können diese geraden rillenförmigen Aussparungen auch auf der Innenseite der schützenden äußeren Struktur und die eben beschriebene Erhe bungen auch auf der Außenseite des fluidleitenden Elements ausgebildet sein.
Es kann mindestens ein Wegbegrenzungselement auf dem fluidleitenden Element oder der äußeren schützenden Struktur oder auf beiden angebracht sein. Die Wegbegrenzungsele mente können hierbei ineinandergreifen oder auch in einer anderen Art aufeinander einwir ken. Diese Wegbegrenzungselemente können sowohl die Verschiebung des fluidleitenden Elements oder der äußeren schützenden Struktur einzeln oder gegeneinander in Längsrich tung beeinflussen, insbesondere vermindern, bis zu einem gewissen Punkt ermöglichen oder unmöglich machen. Ebenso können sie so ausgebildet sein, dass sie eine Drehbewegung um die Längsachse beeinflussen, insbesondere vermindern, bis zu einem gewissen Punkt ermöglichen oder unmöglich machen.
Zwischen dem fluidleitenden Element und der äußeren schützenden Struktur kann sich eine Feder befinden. Diese kann in einem längeren (weniger dichten) Zustand dafür sorgen, dass die äußere schützende Struktur das fluidleitende Element in Richtung Anwender in Längs richtung überragt. Wird nun die Feder durch aktives Einwirken gestaucht, so verschiebt sich auch die äußere schützende Struktur in Richtung Vene und überragt somit das venenferne Ende des fluidleitenden Elements nicht mehr. Dadurch kann ein anderes passendes Element an das fluidleitende Element konnektiert werden. Wird dieses nun entfernt, so besteht wiede rum ein Schutz des venenfernen Endes des fluidleitenden Elements, da es erneut von der äußeren schützenden Struktur in Längsrichtung überragt wird. Die Feder kann sich auch zwischen der äußeren schützenden Struktur und dem venenfernen Ende der Kammer der Venenverweilkanüle befinden.
Denkbar ist auch, dass die Stelle z.B. eines Aspirationselements, einer Infusionsleitung, ei nes Dreiwegehahns oder eines sonstigen Elements einer Hahnbank, welches in Kontakt mit dem venenfernen Ende tritt, ähnlich oder gleich wie eben ausgeführt ausgebildet ist. Um eine Verbindung mit dem so ausgestalteten venenfernen Ende des fluidleitenden Elements der Venenverweilkanüle mitsamt der äußeren schützenden Struktur zu ermöglichen, kann die äußere schützende Struktur des Aspirationselements einen größeren Durchmesser besitzen als die äußere schützende Struktur des fluidleitenden Elements der Venenverweilkanüle. Sie schiebt sich also bei der Verbindung von Venenverweilkanüle und Aspirationselement über die äußere schützende Struktur der Venenverweilkanüle. Denkbar ist auch, dass die äußere schützende Struktur des Aspirationselements einen kleineren Durchmesser besitzt als die
äußere schützende Struktur des fluidleitenden Elements der Venenverweilkanüle. In einem solchen Fall kann die äußere schützende Struktur des Aspirationselements sich bei der Ver bindung von Venenverweilkanüle und Aspirationselement unter die äußere schützende Struktur der Venenverweilkanüle schieben. In einer vorteilhaften Ausbildung kann die äußere schützende Struktur des Aspirationselements sich in einen Hohlraum schieben, welcher an der Venenverweilkanüle zwischen der Außenseite des fluidleitenden Elements und der In nenseite der äußeren schützenden Struktur der Venenverweilkanüle ausgebildet ist.
Auch Verbindungsstellen von Infusionsleitungen oder anderen Schlauchsystemen, z.B. Be atmungsschlauchsystemen, können in der beschriebenen Art ausgebildet sein, unabhängig von einer Venenverweilkanüle, ebenso Verbindungsstellen von und zu medizinischen Filter systemen, z.B. Bakterienfiltersystemen. Auch bekannte Luer- Lock- Elemente können in der beschriebenen Weise vorteilhaft weitergebildet werden. Allgemein kann eine Verwendung unabhängig von einer Venenverweilkanüle erfolgen.
Ebenso kann an dem venenfernen Ende der Kammer 7 und/oder des Anschlusselements 9 eine halbkreis- oder wannenförmige Struktur angebracht sein, welche nach oben hin offen ist und den venenfernen Anschluss der Kammer vor einer Kontamination durch Hautkeime schützt. Diese Struktur kann so ausgebildet sein, dass sie knet- oder verformbar ist und so wohl durch den Anwender oder den Patienten geformt werden als sich auch den individuel len anatomischen Besonderheiten anpassen kann. Ebenso kann die Struktur thermoplasti sche oder antimikrobielle Eigenschaften haben und mit einer reibungserhöhenden oder kleb rigen Oberfläche versehen sein, um die Gefahr des Herausrutschens der Venenverweilkanü le aus dem Patienten zu verringern.
Feder-Rückhaltemechanismus als Stichschutz
Die Venenverweilkanüle kann vorteilhaft mit einem Feder-Rückhaltemechanismus zum Zu rückhalten der Punktionsnadel in dem Venenkatheter weitergebildet sein.
Dieser Feder-Rückhaltemechanismus kann so ausgebildet sein, dass eine feder- oder spiral förmige Struktur (im Folgenden „Feder“) im Ausgangs-/Ruhezustand dafür sorgt, dass die gesamte Punktionsnadel von dem Venenkatheter umgeben ist, insbesondere auch das ve nennahe Ende der Punktionsnadel und die Punktionsnadelspitze. So werden Patient und Anwender vor Nadelstichverletzungen geschützt. Die Feder befindet sich hierbei in ihrem entspannten, deaktivierten Ruhe- oder Ausgangszustand und ist hierbei im Falle einer Druckfeder länger ausgebildet als im aktivierten Zustand, oder im Falle einer Zugfeder kürzer als im aktivierten Zustand. Beim Übergang in den aktivierten Zustand, d.h. wenn die Punkti onsnadel aus dem Venenkatheter am venennahen Ende herausgeschoben werden soll, ist vom Anwender dann die Federkraft zu überwinden.
Die Feder kann hierbei so ausgebildet sein, dass sie die Punktionsnadel über deren Teillän ge, überwiegende oder gesamte Länge umgibt, die Punktionsnadel also durch die Feder zumindest teilweise längsverschieblich und/oder drehbar hindurchgeführt ist.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann der Außendurchmesser der Punktionsnadel über mindestens eine Teillänge, über die die Feder die Punktionsnadel umgibt, unterschiedlich, z.B. geringer, sein als der sonstige Außendurchmesser der Punktionsnadel.
Die Längsverschieblichkeit der Feder kann durch mindestens ein Wegbegrenzungselement, welches sich auf der Punktionsnadel befinden kann, vermindert oder aufgehoben sein. Das Wegbegrenzungselement kann so ausgebildet sein, dass die Punktionsnadel einen wech selnden Durchmesser aufweist, z.B. auch in Form von Erhebungen, Kanten, Vorsprüngen, Flügeln oder Vorwölbungen, die die Punktionsnadel umgebende Feder in einer bestimmten Position fixieren. Diese können an einem oder an beiden Enden der Feder oder auch zwi schen den vorhandenen Spiralfeder-Windungen ausgebildet sein. Möglich ist auch, dass der Durchmesser der Punktionsnadel rampenförmig oder stufenweise ansteigt.
Dadurch, dass die Längsverschieblichkeit der Feder gegenüber der Punktionsnadel durch mindestens ein Wegbegrenzungselement wie oben beschrieben vermindert oder aufgeho ben ist, verhindert die Feder ein spontanes Verschieben der Punktionsnadel gegenüber dem Venenkatheter in Längsrichtung. Die Feder muss durch einen Einfluss von außen aktiviert, z.B. gestaucht/zusammengedrückt werden, um insbesondere eine Längsverschiebung der Punktionsnadel in Richtung Vene, welche erforderlich ist, damit die Punktionsnadelspitze den Venenkatheter in Richtung Vene in Längsrichtung überragt, zu erreichen. Nur so kann eine Punktion durchgeführt werden.
Die Feder kann auch direkt in die Punktionsnadel integriert oder mit der Punktionsnadel ver bunden sein. Die Feder kann beispielhaft dergestalt mit der Punktionsnadel verbunden sein, dass sie sich venenfern an die Punktionsnadel anschließt. Die Feder kann auch venenfern aus der Punktionsnadel hervorgehen, also untrennbar mit der Punktionsnadel verbunden sein. In einerweiteren vorteilhaften Weiterbildung kann sich die Feder in einem hohlen Ver längerungselement befinden, welches in Richtung Anwender die Fortsetzung des Venenka theters darstellt und an welches z.B. ein Aspirationselement oder ein Infusionsschlauch an geschlossen werden kann. In einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann die Feder die Punktionsnadel in dem Bereich umgeben, wo die Punktionsnadel venenfern mit weiteren Komponenten der Venenverweilkanüle verbunden ist und/oder in diese übergeht.
Die Spiralfeder-Windungen der Feder können an den beiden Enden in Richtung der Längs achse der Feder geringer voneinander beabstandet sein als zwischen den Enden. Eine wechselnde Beabstandung über die gesamte Länge der Feder ist möglich.
Ebenso kann die Punktionsnadel mit einem Element gekoppelt, verbunden oder von einem solchen umgeben sein, welches mit einer Feder Kontakt hat. Dieses Element kann z.B. in Form einer scheibenartigen Struktur mit zentraler Öffnung ausgebildet sein, in welcher die Punktionsnadel verschieblich und/oder auch drehbar hindurchgeführt ist. Denkbar ist aber auch, dass dieses Element fest mit der Punktionsnadel verbunden und somit eine Längsver schieblichkeit des Elements gegenüber der Punktionsnadel nicht gegeben ist.
Wird nun mit dem Punktionsvorgang begonnen, so kann der Anwender den Feder- Rückhaltemechanismus aktivieren und somit die Punktionsnadel entlang ihrer Längsachse in Richtung Vene verschieben. Das venennahe Ende der Punktionsnadel, insbesondere die Punktionsnadelspitze, überragt nun in Längsrichtung in Richtung Vene den Venenkatheter. Somit wird die Punktion der Vene ermöglicht.
Es muss also von außen immer eine Kraft durch den Anwender in Längsrichtung auf die Fe der einwirken, damit diese aktiviert und die Spitze der Punktionsnadel in Längsrichtung in Richtung Vene über den Venenkatheter geschoben wird. Wirkt nun von außen keine Kraft ein, wird die Punktionsnadel automatisch durch die Feder in den Venenkatheter zurückgezo gen und damit deaktiviert und es ist ein Stichschutz gegeben, da die gesamte Punktionsna del von dem Venenkatheter umgeben ist. Wirkt nur temporär eine Kraft ein, so ist nur wäh rend dieser Zeit der Stichschutz aufgehoben.
Der Feder-Rückhaltemechanismus kann z.B. auch über ein anwendernahes Betätigungs element, z.B. einen Knopf oder Stempel (im Folgenden „Knopf“), aktiviert werden, welcher heruntergedrückt werden kann und die Verschiebebewegung der Punktionsnadel auslöst, z.B. nach Art eines Kugelschreibermechanismus.
In einer vorteilhaften Weiterbildung kann die Punktionsnadel beim ersten Herunterdrücken des Knopfes in Längsrichtung in Richtung Vene verschoben werden und dann zunächst in dieser Position verbleiben, z.B. durch Einrasten oder eine sonstige Wechselwirkung mit ei nem Wegbegrenzungselement. Auch der Knopf kann in der heruntergedrückten Position verbleiben, z.B. durch Einrasten oder eine sonstige Wechselwirkung mit einem Wegbegren-
zungselement. Mindestens ein Wegbegrenzungselement kann also jeweils dafür sorgen, dass Punktionsnadel und/oder Knopf in der gewünschten Position verbleiben.
Beim zweiten Herunterdrücken des Knopfes gelangen Punktionsnadel und Knopf wieder in ihre jeweilige Ausgangsposition, die Punktionsnadel wird nun also von der Vene weg ver schoben. Hierbei kann temporär ein Zustand erreicht werden, in welchem Punktionsnadel und Knopf sogar in Längsrichtung mehr in Richtung Vene verschoben werden als vorher.
Der Knopf kann mit der Punktionsnadel direkt verbunden sein, diese z.B. am venenfernen Ende der Venenverweilkanüle fortsetzen oder sie z.B. auch umgeben. Denkbar ist auch, dass der Knopf nur indirekt über eine weitere Komponente, z.B. eine weitere Feder, mit der Punktionsnadel verbunden ist.
Wird bei Punktion die Vene erreicht, was sich durch einen Blutrückfluss in Komponenten der Venenverweilkanüle zeigt, wird der zunächst für die Punktion aktivierte Feder- Rückhaltemechanismus durch den Anwender wieder deaktiviert, die Punktionsnadel wird in Längsrichtung von der Vene weg verschoben. Der Venenkatheter kann nun, ohne dass die Spitze der Punktionsnadel den Venenkatheter in Längsrichtung in Richtung Vene überragt, in diese vorgeschoben werden. Da sich die Punktionsnadel aber weiterhin im Venenkatheter befindet, kann sie diesen für den Vorschub in die Vene schienen und dadurch stabilisieren.
Der Feder-Rückhaltemechanismus kann grundsätzlich durch Druck oder Zug an einem An schluss- oder Halteelement, welches sich venenfern an der Venenverweilkanüle befindet, aktiviert oder deaktiviert werden. Möglich sind insbesondere sowohl eine Aktivierung als auch eine Deaktivierung durch Druck. Es kann insbesondere vorteilhaft sein, wenn die Feder im aktivierten Zustand verbleiben kann, ohne dass kontinuierlich eine von außen einwirkende Kraft hierfür erforderlich ist. Es kann ein Mechanismus eingesetzt werden, der für ein Einras ten der Feder im aktivierten Zustand sorgt.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann auch ein sich auf der Oberseite der Venenverweil kanüle befindliches Anschlusselement, an welches z.B. ein Aspirationselement angeschlos sen werden kann, über eine Feder mit der Punktionsnadel verbunden sein. Das Anschlus selement kann hierbei direkt oder über ein weiteres Element mit einer Feder verbunden sein. Es ist dann möglich, dass der Anwender z.B. mit einem Finger der punktierenden Hand die Lage der Punktionsnadel in Längsrichtung variieren kann. Dieses Halteelement kann eine komplementäre Form oder eine Negativkontur eines menschlichen Daumens oder einer menschlichen Fingerkuppe haben. Die Oberfläche kann aus mindestens einem reibungser höhenden Material bestehen oder mit mindestens einem solchen beschichtet sein.
Hierbei ist es denkbar, dass aufgrund spezieller Eigenschaften, z.B. aufgrund unterschiedli cher Anzahl und/oder Beabstandung der Wickelungen und/oder elastischer Eigenschaften der Feder, vor dem Punktionsvorgang die Strecke eingestellt werden kann, die die Spitze der Punktionsnadel, also das venennahe Ende der Punktionsnadel, den Venenkatheter in Längs richtung überragt. Durch die eben genannten Eigenschaften kann auch die maximale Be weglichkeit der Punktionsnadel in Längsrichtung vorgegeben sein, insbesondere auch der maximale Vorschub in Richtung Vene.
Durch die eben genannten Eigenschaften kann auch vorgegeben sein, welcher maximale Druck auf die Punktionsnadel oder den Venenkatheter ausgeübt werden kann, so dass es insbesondere auch beim Vorschieben des Venenkatheters in die Vene nicht mehr zu einer ungewollten Traumatisierung und ggf. zweiten Perforation der Venenwand kommen kann.
Denkbar ist hier ein Ampelsystem mit den Farben „grün“, „gelb“ und „rot“. Denkbar ist auch, dass im roten Bereich der Vorschub der vorzuschiebenden Komponenten in Richtung Vene automatisch abgebrochen oder unmöglich gemacht wird.
In einer vorteilhaften Weiterbildung kann ein Stichschutz auch so ausgebildet sein, dass sich eine umstülpbare Struktur oder ein umstülpbares Element (im Folgenden „umstülpbares Element“) an der Innenseite des Venenkatheters oder an der Innenseite einer Komponente, die mit dem Venenkatheter in Längsrichtung in Richtung Vene verbunden ist, befindet.
Dieses umstülpbare Element kann z.B. in Form eines sich im Durchmesser verjüngenden oder aufweitenden Schlauches, in Trompetenform oder auch in hutähnlicher Form mit Krem pe ausgebildet sein. Wenn sich die venennahe Spitze der Punktionsnadel nun von der Vene wegbewegt, so klappt dieses Element bei Passage der Spitze um und umschließt diese schützend und permanent.
Die Innenseite des umstülpbaren Elements kann vorteilhaft aus einem reibungserhöhenden Material bestehen oder mit einem solchen beschichtet sein. Das umstülpbare Element kann aus mindestens einem durchstichsicheren Material ausgebildet sein. Es kann auch spiral-, wellenförmige und/oder geflechtartige Strukturen aufweisen.
Das durchstichsichere Material kann ein Metall sein, auch in Form einer Metalllegierung, o- der ein entsprechend durchstichsicheres Kunststoffmaterial oder Naturmaterial. Als Kunst stoffmaterialien kommen beispielsweise kohlefaserverstärkte Laminatmaterialien, Polymere und/oder Teflon in Frage, auch in Kombination miteinander. Auch Aramide können vorteilhaft verwendet werden. Das umstülpbare Element kann auch aus Nitinol ausgebildet sein. Alle in diesem Dokument erwähnten Materialien können verwendet werden, einzeln oder in beliebi ger Kombination miteinander.
Denkbar ist auch, dass sich das eben beschriebene Element nicht umstülpt, sondern bei einer Relativbewegung der Punktionsnadel gegen den Venenkatheter über die Punktionsna delspitze gestreift/geschoben wird. Ist das Element mindestens zweilagig ausgebildet, so kann mindestens eine Schicht des Elements auch durch eine Abrollbewegung über die Punktionsnadelspitze gestreift/geschoben werden.
Mehrschichtige Punktionsnadel als Stichschutz
Ein Stichschutz kann auch dergestalt ausgebildet sein, dass die Punktionsnadel zwei Hohl körper aufweist oder daraus besteht, die gegeneinander längsverschieblich gelagert sind. Diese Hohlkörper können z.B. aus einem Metall oder einer Metalllegierung ausgebildet sein, aber auch aus jedem anderen durchstichsicheren Material wie oben beschrieben.
Der äußere Hohlkörper kann zylinderförmig und an beiden Enden stempelförmig ausgebildet sein. Der innere Hohlkörper, der in dem äußeren Hohlkörper geführt ist, kann ebenso zylin derförmig ausgebildet sein, aber einen geringeren Außendurchmesser gegenüber dem äu ßeren Hohlkörper aufweisen.
Der innere Hohlkörper kann an seinem venennahen Ende mit einer spitzen Struktur und/oder mit einem zur Punktion geeigneten Schliff versehen sein und so die Punktionsnadelspitze ausbilden.
Der zuvor in Bezug auf das Zusammenwirken zwischen der Punktionsnadel und dem Ve nenkatheter erläuterte Feder-Rückhaltemechanismus mit Druck- oder Zugfeder kann alterna tiv oder zusätzlich auch in Bezug auf das Zusammenwirken zwischen dem inneren und dem äußeren Hohlkörper der Punktionsnadel vorhanden sein. Der Feder-Rückhaltemechanismus dient dann zum Zurückhalten des inneren Hohlkörpers im äußeren Hohlkörper der Punkti onsnadel. Dieser Feder-Rückhaltemechanismus kann so ausgebildet sein, dass eine feder- oder spiralförmige Struktur (im Folgenden „Feder“) im Ausgangs-/Ruhezustand mittels Fe derkraft dafür sorgt, dass die venennahe spitze Struktur des inneren Hohlkörpers eine solche Position einnimmt, dass der äußere Hohlkörper den inneren Hohlkörper mitsamt spitzer Struktur überragt oder zumindest in sich aufnimmt und insbesondere dafür, dass sich diese
Position nicht ohne Druck von außen ändert. An dem venenfernen Ende kann der innere Hohlkörper z.B. mit einer Feder versehen oder von einer solchen umgeben sein. An dem venenfernen Ende des inneren Hohlkörpers kann ein Halteelement oder ein Konnektor für ein Aspirationselement ausgebildet sein.
Wird nun der innere Hohlkörper manuell aktiv in Richtung Vene gedrückt, überragt seine ve nennahe Spitze den äußeren Hohlkörper in Richtung Vene und kann zur Venenpunktion ge nutzt werden. Die venenferne Feder ist dabei aktiv gespannt (gestaucht/verkürzt). Wird nun der manuelle Druck aufgehoben, so sorgt die Feder dafür, dass sich der innere Hohlkörper wieder von der Vene wegbewegt, die Spitze desselben also wieder von dem äußeren Hohl körper umgeben wird. Auf diese Art wird außerhalb des direkten Punktionsvorgangs immer ein Stichschutz bereitgestellt.
Innerer und äußerer Hohlkörper können sowohl längsverschieblich als auch um die Längs achse drehbar, auch jeweils gegeneinander, in einem Venenkatheter gelagert sein. Die Be wegungen, auch gegeneinander, können hierbei durch mindestens ein Wegbegrenzungs element verringert oder aufgehoben sein.
Zwischen dem inneren und dem äußeren Hohlkörper kann sich mindestens ein Material oder eine Substanz befinden, welche den Reibungswiderstand zwischen diesen beiden Körpern herabsetzt. Dies können z.B. keimfreie fett- oder ölähnliche Substanzen oder auch Nanopar- tikel sein. Dasselbe kann für den Raum zwischen dem äußeren Hohlköper und dem Venen katheter gelten. Abschlusselemente können dafür sorgen, dass diese Substanzen den jewei ligen Raum nicht verlassen können, dieser also fluidundurchlässig zu allen Seiten hin abge dichtet wird. Der Raum zwischen dem inneren und dem äußeren Hohlkörper oder der Raum zwischen dem äußeren Hohlkörper und dem Venenkatheter kann auch als Kugellager oder sonstiges Wälzlager ausgebildet sein.
Nicht-lineare Ausbildung der Punktionsnadel und/oder des Venenkatheters
Aufgrund der speziellen Beschaffenheit des Venenkatheters ist die Gefahr einer Beschädi gung desselben auch durch eine nicht gerade Punktionsnadel minimiert. So kann neben der Punktionsnadel auch der Venenkatheter vor, bei oder nach Anwendung am Patienten in der Ausgangsposition gebogen, abgewinkelt oder spiralfeder-/schraubenförmig ausgebildet sein.
Ebenso möglich ist, dass Punktionsnadel und/oder Venenkatheter zwischen gebogenen, abgewinkelten oder spiralfeder-/schraubenförmigen Abschnitten gerade Abschnitte enthal ten. Ebenso möglich ist, dass gebogene, abgewinkelte oder spiralfeder-/schraubenförmige Abschnitte beliebig miteinander kombiniert werden. In einer vorteilhaften Weiterbildung besteht der Venenkatheter aus mindestens einem Material, welches dafür sorgt, dass der Ve nenkatheter über eine Teillänge, seine überwiegende oder gesamte Länge auch ohne die einliegende Punktionsnadel seine ursprüngliche Form beibehält.
Bei einer dafür geeigneten Ausbildung können die in den Patienten einzubringenden Teile des Punktionssystems mittels einer Drehbewegung in den Patienten eingebracht werden, ähnlich wie beim Einschrauben einer Schraube. Die Drehachse verläuft hierbei orthogonal zur Hautoberfläche.
Bei herkömmlichen Blutzuckermessgeräten, die einen Sensor unter der Haut haben, wird eine gerade Nadel verwendet, die unter die Haut geht. Dann kann der Sensor aber leicht aus der Haut herausrutschen. Zudem kann ein Schaden gesetzt werden, wenn sich die gerade Nadel durch zu heftigen Druck von außen zu tief in weitere anatomische Strukturen bohrt. Eine z.B. spiralförmige Nadel kann solche Probleme leicht beheben.
Ebenso kann die gesamte Venenverweilkanüle gebogen, abgewinkelt oder spiralfeder- /schraubenförmig ausgebildet sein. Es ist aber auch möglich, dass insbesondere die venen fernen Komponenten der Venenverweilkanüle weiterhin gerade ausgebildet sind.
An seinem venennahen Ende können eine wie oben beschrieben ausgebildete Punktionsna del und/oder ein Venenkatheter einen Sensor enthalten, welcher Parameter im Blut oder unter der Haut, z.B. im Unterhautfettgewebe, misst. Beispielhaft kann der Glukosewert ge messen werden. Beispielhaft kann auch der Sauerstoffpartialdruck gemessen werden. Die ser Sensor kann so ausgebildet sein, dass er eine Datenübertragung an ein Empfangsgerät außerhalb des Patienten, z.B. ein Smartphone oder ein anderes elektronisches Gerät, er möglicht. Der Sensor kann sowohl einen Teil der Punktionsnadel und/oder des Venenkathe ters darstellen als sich auch auf der inneren oder äußeren Oberfläche der Punktionsnadel und/oder des Venenkatheters befinden. Der Sensor kann z.B. spiralförmig oder folienartig ausgebildet sein, andere Ausgestaltungen sind möglich. Die eben beschriebene Konstruktion kann auch zur verlängerten oder dauerhaften Implantation, z.B. direkt unter die Haut, ausge legt sein. Die eben beschriebene Konstruktion kann beispielhaft auch als Messeinrichtung zur Messung des Glukosewerts bei Diabetespatienten dienen. Punktionsnadel und/oder Ve nenkatheter können hierbei hohl, teilweise massiv oder vollständig massiv ausgebildet und zusätzlich mit einer Pumpe, z.B. einer Insulinpumpe, auch über weitere Verbindungselemen te, z.B. Schläuche, verbunden sein. Die eben beschriebene Konstruktion muss hierbei kei nen Venenkatheter mehr enthalten, eine Punktionsnadel kann bezüglich Länge und/oder Außendurchmesser reduzierte Maße aufweisen und eher im Sinne herkömmlicher Subkut annadeln ausgebildet sein.
Abwinkelungen der Punktionsnadel und/oder des Venenkatheters im Bereich der Hautein- trittsstelle
Punktionsnadel und/oder Venenkatheter können insbesondere im Bereich des venenfernen Übergangs in weitere Komponenten der Venenverweilkanüle gebogen und/oder abgewinkelt sein. Die Biege- oder Abwinklungsstelle entspricht bei im Patienten liegenden Venenkatheter dem Bereich des Hautniveaus. Dort kann der Venenkatheter nutzungsbedingt besonderen mechanischen Belastungen ausgesetzt sein. Er kann im Gegensatz zu einem gerade aus der Venenverweilkanüle in Richtung Vene herauslaufenden Venenkatheter mindestens 1° von seiner Geraden abstehen, bevorzugt aber in einem Winkelmaß von 2 bis 5°, 6 bis 10°,
11 bis 25°, 26 bis 45° oder mehr als 45°. Der Venenkatheter bildet somit einen Knick aus, der nach oben oder unten gerichtet sein kann. Der Venenkatheter kann in dem genannten Bereich auch mit mindestens einer spiral-/wellenförmigen oder netz-, geflecht- oder gitterar tigen Struktur und mit einer abdichtenden Beschichtung, z.B. einer PTFE-Beschichtung, wei tergebildet sein. Eine Kombination mit quer-, längs- oder diagonalverlaufenden Strukturen ist denkbar, diese können auch alleine für eine gewünschte Stabilität der Wand des Venenka theters in diesem Bereich sorgen. Der Venenkatheter kann aber in dem genannten Bereich auch als herkömmlicher Venenkatheter ausgebildet sein und die eben genannten Elemente zusätzlich enthalten. Diese können insbesondere auch in die Wand eines herkömmlichen Venenkatheters eingelassen sein.
Die im Venenkatheter geführte Punktionsnadel kann in gleicherweise weitergebildet sein. Einstellbare Rigidität der Außenhülle
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle zwei Hohlkörper aufweist, die gegeneinander längsverschieblich gelagert sind. Die zwei Hohlkörper können zum Beispiel als ein innerer Tubus und ein äußerer Tubus ausgebildet sein, in dem der innere Tubus zumindest teilweise angeordnet ist und in dem er verschiebbar ist. Beispielsweise kann ein Verschiebemechanismus vorhanden sein, durch den einstellbar ist, um welches Maß der innere Tubus gegenüber dem äußeren Tubus verschoben ist. Hier durch kann insbesondere das Maß der Überlappung zwischen dem inneren Tubus und dem
äußeren Tubus eingestellt werden, zum Beispiel durch manuelle Verstellung. Wird das Maß der Überlappung auf einer geringen Wert eingestellt, ist die Rigidität verringert und die Au ßenhülle somit elastischer. Wird das Maß der Überlappung auf einen hohen Wert eingestellt, ist die Rigidität vergrößert und die Außenhülle somit weniger elastisch. Diese Funktionalität kann zum Beispiel vorteilhaft beim Applizieren einer Venenverweilkanüle an einem Patienten genutzt werden. Während des Applikationsvorgangs, d. h. beim Vorschieben in die Vene, ist es vorteilhaft, wenn die Rigidität der Außenhülle auf ein höheres Maß eingestellt ist, d. h. die Außenhülle rigider ist. Im eingeführten Zustand der Venenverweilkanüle, d. h. beim Verwei len im Patienten, ist wiederum eine geringere Rigidität von Vorteil, weil sich der Venenkathe ter dann besser an das Blutgefäß und eventuelle Bewegungen des Patienten anpassen kann.
Sideholes
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Außenhülle seitliche Durchgangsöffnungen (Sideholes) aufweist, durch die Flüssigkeit von der Innenseite zur Außenseite der Außenhülle und umgekehrt strömen kann. Hierdurch kann in bestimmten Fällen eine bessere Medikamentengabe erzielt werden, insbesondere eine bessere Vertei lung des Medikaments. Zudem ist es möglich, dass einige oder alle Durchgangsöffnungen zunächst, d. h. im Lieferzustand der Venenverweilkanüle, geschlossen sind und sich erst im am Patienten applizierten Zustand öffnen. Beispielsweise können einige oder alle Durch gangsöffnungen durch ein bioresorbierbares Material zunächst verschlossen sein. Löst sich das bioresorbierbare Material dann auf, werden die Durchgangsöffnungen freigegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Verwendung von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Figur 51 eine schematische Darstellung einer Venenverweilkanüle in einer ersten Ausführungsform im Längsschnitt,
Figur 52 eine schematische Darstellung einer Venenverweilkanüle in einer zweiten Ausführungsform im Querschnitt,
Figur 53 eine schematische Darstellung der Venenverweilkanüle gemäß Figur 52 im Längsschnitt,
Figur 54 eine schematische Darstellung einer Venenverweilkanüle in einer dritten Ausführungsform im Querschnitt,
Figur 55, 56 schematische Darstellungen eines Ausschnitts der Wand einer Venenver weilkanüle gemäß Figur 54 im Längsschnitt
Fig. 57-59 eine Venenverweilkanüle in einer vierten Ausführungsform, Fig. 60-62 eine Venenverweilkanüle in einer fünften Ausführungsform, Fig. 63-65 eine Venenverweilkanüle in einer sechsten Ausführungsform, Fig. 66, 67 eine Venenverweilkanüle in einer siebten Ausführungsform, Fig. 68-70 eine Venenverweilkanüle in einer achten Ausführungsform, Fig. 71-74 eine Venenverweilkanüle in einer neunten Ausführungsform, Fig. 75-79 eine Venenverweilkanüle in einer zehnten Ausführungsform, Fig. 80-85 eine Venenverweilkanüle in einer elften Ausführungsform, Fig. 86, 87 eine Venenverweilkanüle in einer zwölften Ausführungsform, Fig. 88, 89 eine Venenverweilkanüle in einer dreizehnten Ausführungsform, Fig. 90-92 eine Venenverweilkanüle in einer vierzehnten Ausführungsform.
Die Figur 51 zeigt eine schematische Darstellung einer Venenverweilkanüle 301 im Längs schnitt. Die Venenverweilkanüle 301 hat einen Venenkatheter 302, wobei eine Punktionsna del 303 längsverschieblich in dem Venenkatheter 302 geführt werden kann.
Die Venenverweilkanüle 301 ist dabei als periphere Venenverweilkanüle 301 ausgebildet. Es wird deutlich, dass der Venenkatheter 302 wie eine eng gewickelte Spiralfeder aus einem durchstichsicheren Material gebildet wurde, so dass eine wellenförmige Oberfläche entsteht. Der Venenkatheter 302 besteht dabei über seine gesamte Länge aus einem durchstichsiche-
ren Material. Durch die spiralförmige Struktur wird die Flexibilität des Venenkatheters 302 gewährleistet. Eine solche Ausbildung des Venenkatheters 302 stellt einen Stich- und Schnittschutz bereit, der den Venenkatheter 302 zum Beispiel vor einer Durchstechung durch eine patientennahe Spitze 306 der Punktionsnadel 303 bei der Applikation der Venen verweilkanüle 301 schützt. Somit wird die Gefahr eines beschädigten Venenkatheters 302 minimiert. Dieser kann auch durch wiederholtes Verschieben der Punktionsnadel 303 ge genüber dem Venenkatheter 302 nicht mehr durch die patientennahe Spitze 306 der Punkti onsnadel 303 abgeschert werden. Der Ausschuss durch beschädigte Venenkatheter kann damit deutlich verringert werden. Zudem wird eine wiederholte Anwendung der Venenver weilkanüle 301 im Rahmen eines Punktionsprozesses unter permanenten sterilen Kautelen an einem Lebewesen möglich. Dies ist insbesondere von Bedeutung, wenn initial eine Fehl punktion erfolgte, das heißt, das Blutgefäß bei der ersten Punktion versehentlich verfehlt wurde oder der Venenkatheter 302 zunächst nicht weit genug in das Blutgefäß vorgescho ben werden konnte.
Für eine verbesserte Aspiration ist der Venenkatheter 302 mit einer abdichtenden Beschich tung 304 versehen. Durch die wellenförmige Oberfläche können minimale Öffnungen entste hen, die eine Aspiration erschweren, da durch diese Öffnungen zum Beispiel unerwünscht Luft gezogen werden kann. Eine abdichtende Beschichtung 304 kann die unerwünschte As piration von Luft minimieren bzw. verhindern. Vorteilhafterweise ist die abdichtende Be schichtung 304 eine PTFE-Beschichtung, die zugleich das Einführen des Venenkatheters 302 in den punktierten Körperteil erleichtert. Durch ein zusätzliches Dilatationselement 3010 am patientennahen Ende des Venenkatheters 302 wird eine gleichmäßige Aufweitung beim Vorschieben des Venenkatheters 302 in dem punktierten Körperteil erreicht.
Die Applikation der Venenverweilkanüle 301 an einem Lebewesen kann zum Beispiel in fol genden Schritten ablaufen:
1. Punktion einer Vene mit der Punktionsnadel 303
2. Vorschieben des spiralförmigen Venenkatheters 302 mit der abdichtenden Beschich tung 304 über die patientennahe Spitze 306 der Punktionsnadel 303 hinweg in die Vene an die gewünschte Position
3. Entfernen/Zurückschieben der Punktionsnadel 303
4. Verschließen des spiralförmigen Venenkatheters 302 an einem patientenfernen En de.
Die Venenverweilkanüle 301 hat zwei Halteelemente 305. Diese Halteelemente 305 ermögli chen dem Anwender eine Bedienung der Venenverweilkanüle 301 mit einer Hand, wobei die zweite Hand zum Beispiel zur Stabilisierung des zu punktierenden Körperteils genutzt wer den kann. Die Punktionsnadel 303 ist als Hohlnadel ausgebildet. Nach erfolgter Punktion durch die patientennahe Spitze 306 der Punktionsnadel 303 kann der Anwender unmittelbar erkennen, ob die Vene korrekt punktiert wurde, indem die hohle Punktionsnadel 303 sich mit venösem Blut füllt und in die Kammer 307 gelangt, wodurch das Blut durch den Anwender unmittelbar wahrgenommen werden kann.
Nach erfolgter Punktion kann der Venenkatheter 302 in das punktierte Körperteil eingescho ben und sogleich die Punktionsnadel 303 samt der Kammer 307 aus den im Körperteil ver bleibenden Komponenten der Venenverweilkanüle 301 herausgezogen werden. Ein Siche rungsmechanismus kann dazu ausgebildet sein, dass die patientennahe Spitze 306 der Punktionsnadel 303 nach dem Herausziehen aus der Venenverweilkanüle 301 abgeschirmt wird und damit den Anwender sowie das Lebewesen vor möglichen Stichverletzungen schützt.
Der Venenkatheter 302 kann in seiner Endlage in dem punktierten Körperteil über Befesti gungselemente 308 an dem Lebewesen fixiert gehalten werden. Die Fixierung kann dabei durch einen selbstklebenden Wundverband erfolgen, der die Venenverweilkanüle 301 über
die Befestigungselemente 308 an dem Lebewesen fixiert. Die beschriebenen Befestigungs elemente 308, die z.B. als Flügel ausgebildet sein können, sind optionale Elemente der Ve nenverweilkanüle 1.
Hierbei kann die Punktionsnadel im Wesentlichen in der Mitte zwischen den Halteelementen 305 und/oder den Befestigungselementen 308 verlaufen.
Es wird deutlich, dass die Funktion des Halteelementes 305 und des Befestigungselementes 308 in einem Element vereinigt sein können. Dies ermöglicht eine einfache Herstellung der Venenverweilkanüle 301 , wobei gleichzeitig der Aufbau der Venenverweilkanüle 301 für den Anwender einfach gehalten wird.
Über ein Anschlusselement 309 kann ein Aspirationselement wie zum Beispiel eine Spritze angeschlossen werden. Das Anschlusselement 309 kann dabei als Ventil ausgebildet sein, das eine einfache Medikamentengabe oder eine Aspiration von Blut ermöglicht. Das Ventil verhindert hierbei im unberührten Zustand ein retrogrades Herauslaufen von Flüssigkeiten, wie z.B. Blut, aus dem Anschlusselement 309. Zudem verhindert das Ventil im unberührten Zustand ein Eindringen von Luft von außen in das Anschlusselement 309. Das Anschlus selement 309 kann zudem einen Filter beinhalten, welcher ein Eindringen von groben Parti keln, Bakterien und Luft in das Innere des Anschlusselementes 309 und somit in das Innere der Venenverweilkanüle verhindert.
An die Kammer 307 kann ein Aspirationselement wie zum Beispiel eine Spritze angeschlos sen werden. Die Venenverweilkanüle kann hierdurch unter stetiger Aspiration mit der Spritze in eine Vene eingeführt werden. Somit kann der Punktionserfolg unmittelbar und sehr genau festgestellt werden. Kammer 307 kann hierbei auch als ein weiteres Ventil ausgebildet sein, welches den Fluss von Fluiden in nur eine definierte Richtung zulässt. Zudem kann Kammer 307 alternativ oder zusätzlich auch in der Weise ausgebildet sein, dass sie das Eindringen von Luft verhindert bzw. Luft und andere Gase und Dämpfe nur in eine definierte Richtung durchlässt. Die Kammer 307 kann zum Beispiel in der Weise wie das Anschlusselement 309 ausgebildet sein.
Die Kammer 307 und das Anschlusselement 309 können durch eine Schutzkappe abgedeckt sein, so dass es nicht zu unerwünschten Kontaminationen kommt, wenn die Kammer 307 und das Anschlusselement 309 nicht verwendet werden. Die Schutzkappe kann dabei über eine Lasche jeweils mit der Kammer 307 und/oder mit dem Anschlusselement 309 verbun den sein.
Denkbar ist auch, dass beim Herunterdrücken einer Schutzkappe, die über eine Lasche mit dem Anschlusselement 309 oder mit der Kammer 307 verbunden sein kann, der Fluidstrom in der Venenverweilkanüle unterbrochen oder verlangsamt wird.
Der Venenkatheter 302 hat am patientennahen Ende über den Umfang verteilt angeordnete Ausnehmungen 3011. Durch die Ausnehmungen 3011 kann eine homogene Abgabe zum Beispiel eines Medikamentes in das Lebewesen erreicht werden. Es wird somit eine uner wünschte örtlich hochkonzentrierte Abgabe des Medikamentes in das Lebewesen vermie den. Durch die Anordnung mehrerer Ausnehmungen 3011 können zudem die Durchflussra ten der applizierten Infusionslösungen und Medikamente erhöht werden. Zudem kann dadurch eine Aspiration von Flüssigkeiten, wie z.B. eine Blutabnahme, über den liegenden Venenkatheter bzw. über die liegende Venenverweilkanüle aus dem Lebewesen erleichtert sein. Bei entsprechendem Aufbau anderer Komponenten der Venenverweilkanüle kann dadurch auch ein gewünschter retrograder Spontanaustritt von Fluiden, Dämpfen und/oder Gasen aus der Venenverweilkanüle möglich sein, wenn diese z.B. zum Drainieren von Flui den, Dämpfen und/oder Gasen, z.B. im Rahmen einer Punktion des Pleuraraums, anderer Hohlräume oder der oben beschriebenen Körperzwischenräume verwendet werden soll.
Wie die Figuren 52 und 53 zeigen, hat der Venenkatheter 302 eine Wand 3043. Die Wand hat eine Innenseite 3041 und eine Außenseite 3040. Der Venenkatheter 302 bzw. die Wand 3043 kann an der Außenseite 3040 eine kreisrunde oder elliptische Kontur haben, oder wie in Figur 52 dargestellt, eine mehreckige Kontur, z.B. eine sechseckige Kontur. Zusätzlich können in die Außenseite 3040 der Wand 3043 Strömungskanäle in Form von Vertiefungen 3042 eingeformt oder eingesetzt sein. Die Vertiefungen 3042 können beispielsweise als längliche Nuten ausgebildet sein und sich über eine mehr oder weniger große Längserstre ckung L1, L2, L3 entlang des Venenkatheters 302 erstrecken.
Die Figur 54 zeigt eine Ausführungsform des Venenkatheters 302, bei dem in Längsrichtung verlaufende Strömungskanäle in Form von innerhalb der Wand 3043 verlaufenden Hohlka nälen 3044 vorhanden sind. Dabei können die Hohlkanäle 3044 jeweils eine Eintrittsöffnung 3045 zum Einströmen des Fluids an der Außenseite 3040 haben, wie die Figuren 55 und 56 zeigen. Die Austrittsöffnung 3046, an der das durch den Hohlkanal 3044 strömende Fluid wieder aus dem jeweiligen Hohlkanal 3044 ausströmen kann, kann wahlweise ebenfalls an der Außenseite 3040 sein, wie die Figur 55 zeigt, oder an der Innenseite 3041 der Wand 3043, d.h. zum Innenlumen des Venenkatheters 302 hin.
Die Strömungskanäle müssen nicht genau in Längsrichtung bzw. parallel zur Längsrichtung des Venenkatheters 302 verlaufen, sie können auch ganz oder abschnittsweise schräg dazu verlaufen, z.B. in Spiralform.
Die Figuren 57 bis 59 zeigen eine weitere Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301, bei der der Venenkatheter 302 an der Außenseite 3040 der Wand 3043 in Längsrichtung verlaufende Strömungskanäle in Form von Vertiefungen 3042 hat. Die Figur 57 zeigt die vollständige Venenverweilkanüle 301 in perspektivischer Ansicht. Der in der Figur 57 mar kierte Bereich A ist in der Figur 58 ausschnittsweise vergrößert dargestellt. Die Figur 59 zeigt eine Querschnittansicht durch die Venenverweilkanüle 301 im Bereich der Vertiefungen 3042. Wie erkennbar ist, hat der Venenkatheter 302 an der Außenseite eine kreisrunde Kon tur. Die Vertiefungen 3042 erstrecken sich über eine Länge L in Längsrichtung des Venenka theters 302.
Die Figuren 60 bis 62 zeigen eine weitere Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301, bei der der Venenkatheter 302 in Längsrichtung verlaufende Strömungskanäle in Form von innerhalb der Wand 3043 verlaufenden Hohlkanälen 3044 hat. Dabei zeigt die Figur 60 die vollständige Venenverweilkanüle 301 in perspektivischer Ansicht, die Figur 61 den in Figur 60 markierten Bereich B in vergrößerter Darstellung und die Figur 62 eine Querschnittansicht durch den Venenkatheter 301 im Bereich der Hohlkanäle 3044. Man erkennt, dass die Hohl kanäle 3044 nicht unbedingt eine kreisrunde Querschnittsform haben müssen, sondern bei spielsweise eine abgeflachte Querschnittsform haben können, z.B. eine elliptische Kontur oder eine der Bogenform der Wand 3043 folgende gekrümmte Kontur.
Die Figuren 63 bis 65 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301 , bei der der Venenkatheter 302 über einen bestimmten begrenzten Längsabschnitt an der Außensei te eine mehreckige Außenkontur 3025 hat. Die Figur 63 zeigt die vollständige Venenverweil kanüle in perspektivischer Ansicht, die Figur 64 den in Figur 63 markierten Bereich C in ver größerter Ausschnittsdarstellung und die Figur 65 eine Querschnittsansicht durch den Be reich der mehreckigen Außenkontur 3025. Man erkennt, dass der Venenkatheter 302 über einen in der Länge L begrenzten Längsabschnitt die mehreckige Außenkontur 3025 haben und im Übrigen wie ein üblicher Venenkatheter ausgebildet sein kann, z.B. mit kreisförmiger Außenkontur. Beispielsweise kann der mehreckige Bereich 3025 am patientennahen Ende des Venenkatheters 302 angeordnet sein. Beispielhaft ist eine sechseckige Außenkontur dargestellt, es sind aber auch andere mehreckige Gestaltungen möglich.
Die Figuren 66 und 67 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301, bei der die Punktionsnadel 303 an der Spitze 306 stumpf ausgebildet ist und zumindest ein Teil der
Punktionsnadel 303 aus einem bioresorbierbaren Material 3026 besteht. Die Figur 66 zeigt die vollständige Venenverweilkanüle 301 in perspektivischer Ansicht, die Figur 67 den in Figur 66 markierten Bereich D in vergrößerter Ausschnittdarstellung. Wie erkennbar ist, ist die Punktionsnadel 303 im Hohlkörper-nahen Abschnitt mit einem Bereich aus bioresorbier baren Material 3026 ausgebildet, der beim Kontakt mit dem Patienten sich nach einer gewis sen Zeit selbst resorbiert. Zudem ist die Punktionsnadel 303 an der Spitze 306 vergleichs weise stumpf ausgebildet. Beispielsweise kann die Punktionsnadel 303 über einen Bereich der Länge L aus dem bioresorbierbaren Material 3026 bestehen. Es ist zudem möglich, dass auch Teile des Venenkatheters 302, insbesondere im Hohlkörper-nahen Bereich, aus biore sorbierbaren Material bestehen.
Die Figuren 68 bis 70 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301 , die einen Feder-Rückhaltemechanismus 3020 zum Zurückhalten der Punktionsnadel 303 in der Au ßenhülle (d.h. im Venenkatheter 302) aufweist. Der Feder-Rückhaltemechanismus 3020 dient als Stichschutz im Ausgangs- oder Ruhezustand der Venenverweilkanüle 301. In die sem Zustand ist die Punktionsnadel 303 mit ihrer Spitze 306 vollständig in den Venenkathe ter 302 zurückgezogen.
Die Figur 68 zeigt die Venenverweilkanüle 301 in perspektivischer Ansicht, die Figuren 69 und 70 zeigen die Venenverweilkanüle 301 in Draufsicht. In den Figuren 68 und 69 befindet sich der Feder-Rückhaltemechanismus im Ausgangszustand, in der Figur 70 im aktivierten Zustand.
Der Feder-Rückhaltemechanismus 3020 kann eine Druckfeder 3021 aufweisen, die eine Druckkraft zwischen einem mit der Punktionsnadel 303 verbundenen Bauteil, z.B. der Kam mer 307, und einem mit dem Venenkatheter 302 verbundenen Bauteil, wie z.B. einem Grundkörper 3080, an dem z.B. die Halteelemente 308 befestigt sind, erzeugt oder zumin dest in bestimmten Betriebszuständen erzeugen kann. Der Feder-Rückhaltemechanismus 3020 weist zudem erste Rastelemente 3022 auf, die mit dem mit der Punktionsnadel 303 verbundenen Bauteil gekoppelt sind, und zweite Rastelemente 3023, die mit dem Grundkör per 3080 gekoppelt sind. Wird die Venenverweilkanüle 301 nun in den aktivierten Zustand überführt, nämlich durch Herausschieben der Punktionsnadel 303 aus dem Venenkatheter 302, wie die Figur 57 zeigt, was durch Aufbringen einer Druckkraft am Halteelement 305 er folgen kann, dann wird die Druckfeder 3021 komprimiert. Ab einer bestimmten Stellung ver- rasten die ersten Rastelemente 3022 an den zweiten Rastelementen 3023. Hierdurch wird der aktivierte Zustand der Venenverweilkanüle 301 eingenommen und beibehalten.
Zum Lösen der Verrastung kann einfach manuell auf die ersten Rastelemente 3022 gedrückt werden, d. h. diese werden in Richtung des Grundkörpers 3080 zusammengedrückt. Die Verrastung kann hierdurch gelöst werden, indem zum Beispiel die zweiten Rastelemente 3023 ein T-förmiges Profil haben. Durch das Zusammendrücken der ersten Rastelemente 3022 können diese dann, unterstützt durch die Druckfeder 3021, an den zweiten Rastele menten 3023 vorbei gleiten. Nach einem Lösen der Verrastung zwischen den ersten Ras telementen 3022 und den zweiten Rastelementen 3023 wird die Punktionsnadel 303 auto matisch durch die Kraft der Druckfeder 3021 wieder in den Venenkatheter 302 zurückgezo gen.
Die Figuren 71 bis 74 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301 , bei der an der Außenseite der Punktionsnadel 303 und/oder der Innenseite der Außenhülle 302 über zumindest einen Längsabschnitt ein Material 3047 mit erhöhter Gleitfähigkeit vorhanden ist. Die Figur 71 zeigt die Venenverweilkanüle 301 in perspektivischer Ansicht, die Figur 72 im Längsschnitt, die Figur 73 den in Figur 72 markierten Bereich E in vergrößerter Ausschnitts darstellung und die Figur 74 einen Querschnitt durch die Venenverweilkanüle 301. Durch das zwischen der Außenseite der Punktionsnadel und der Innenseite der Außenhülle 302 wirk same Material 3047 wird eine erhöhte Gleitfähigkeit zwischen der Punktionsnadel 303 und der Außenhülle 302 geschaffen, insbesondere in Längsverschieberichtung der Punktionsna-
del 303. Das Material 3047 kann in Form einer reibungsmindernden Zusatzsubstanz vorhan den sein oder in Form von einzelnen Rollkörpern, ähnlich wie bei einem Wälzlager.
Die Figuren 75, 76, 77, 78, 79 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301, bei der die Außenhülle zwei Hohlkörper aufweist, nämlich einen inneren Tubus 3027 und einen äußeren Tubus 3028. Die Figur 75 zeigt die Venenverweilkanüle in einer perspektivi schen Ansicht, die Figur 76 in einer Seitenansicht, die Figur 77 im Längsschnitt, die Figur 78 in Seitenansicht und die Figur 79 im Längsschnitt. In den Figuren 75 bis 77 befindet sich die Venenverweilkanüle 301 im eingefahrenen Zustand, in den Figuren 78 und 79 im ausgefah renen Zustand.
Der innere Tubus 3027 ist in dem äußeren Tubus 3028 geführt und in diesem längsver schieblich gelagert. Der äußere Tubus 3028 ist fest mit dem Grundkörper 3080 verbunden. Der innere Tubus 3027 ist mit einem Verschiebemechanismus 3029 fest verbunden. Der Verschiebemechanismus 3029 hat ein manuelles Bedienelement 3030. Das manuelle Be dienelement 3030 kann in einem bestimmten Bereich des Grundkörpers 3080 vor und zurück bewegt werden. Die jeweilige Stellung kann zum Beispiel durch eine Rastung fixiert sein.
Wird das manuelle Bedienelement 3030 beispielsweise von der in Figur 77 dargestellten Stellung in die in Figur 79 dargestellte Stellung bewegt, wird der innere Tubus 3027 mit be wegt und somit weiter den äußeren Tubus 3028 hineingeschoben. Im eingefahrenen Zu stand, wie zum Beispiel in Figur 77 dargestellt, ist die Überlappung zwischen dem inneren Tubus 3027 und dem äußeren Tubus 3028 relativ gering, während im ausgefahrenen Zu stand in Figur 79 die Überlappung wesentlich größer ist. Im eingefahrenen Zustand ist somit die Rigidität der Außenhülle 302 geringer als im ausgefahrenen Zustand, da im ausgefahre nen Zustand der äußere Tubus 3028 zusätzlich durch den darin befindlichen inneren Tubus
3027 versteift ist. Hierdurch kann die Steifigkeit der Außenhülle 302 in bestimmten Stufen oder auch stufenlos eingestellt werden.
Die Figuren 80 bis 85 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301 , bei der die Außenhülle zwei Hohlkörper aufweist, nämlich einen inneren Tubus 3027 und einen äu ßeren Tubus 3028. Die Figuren 80 und 81 zeigen perspektivische Ansichten, die Figuren 82 und 84 Seitenansichten und die Figuren 83 und 85 Längsschnitte. In den Figuren 80, 82 und 83 befindet sich die Venenverweilkanüle im eingefahrenen Zustand, in den Figuren 81, 84 und 85 im ausgefahrenen Zustand.
Im Unterschied zur Ausführungsform der Figuren 75 bis 79 ist bei dieser Ausführungsform der innere Tubus 3027 wesentlich länger gestaltet, insbesondere länger als der äußere Tu bus 3028. Im eingefahrenen Zustand befindet sich der innere Tubus 3027 vollständig oder zumindest überwiegend innerhalb des äußeren Tubus 3028. Im ausgefahrenen Zustand ragt der innere Tubus 3027 um ein bestimmtes Maß aus dem äußeren Tubus 3028 hinaus. Bei spielsweise kann das Applizieren der Venenverweilkanüle am Patienten im eingefahrenen Zustand durchgeführt werden. Im späteren Betrieb der Venenverweilkanüle am Patienten wird dann in den ausgefahrenen Zustand übergegangen. Über den aus dem äußeren Tubus
3028 herausragenden Teil des inneren Tubus 3027 können dann beispielsweise Medika mente abgegeben oder Blut abgenommen werden. Dabei kann der innere Tubus 3027 zu mindest in dem Bereich, der aus dem äußeren Tubus 3028 herausragen kann, die erwähn ten seitlichen Durchgangsöffnungen haben (Sideholes).
Die Figuren 86 und 87 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301, bei der an der Innenseite des Venenkatheters 2 spiral- oder wellenförmige Strukturen 3048, z.B. spiralförmig umlaufende, überwiegend in Längsrichtung verlaufende Strömungskanäle in Form von Nuten, eingeformt sind. Allgemein kann die Wand 3043 des Venenkatheters 302 mehrere spiral- oder wellenförmige Strukturen 3048 aufweisen, z.B. die zur Innenseite 3041 gerichtete in der Figur 87 erkennbare Struktur 3048, sowie alternativ oder zusätzlich zur Au ßenseite 3040 gerichtete spiral- oder wellenförmige Strukturen. Hierdurch kann beispielswei se die Gleitfähigkeit der Punktionsnadel 303 in dem Venenkatheter 302 verbessert werden.
Zudem werden zusätzliche Strömungskanäle geschaffen. Dabei zeigt die Figur 86 die Ve nenverweilkanüle 301 in perspektivischer Darstellung und die Figur 87 den in Figur 86 mar kierten Bereich F in vergrößerter Ausschnittsdarstellung. Durch die spiralförmige Gestaltung der Strukturen 3048 kann ein Verwirbelungseffekt von durch die Außenhülle 302 geführten Flüssigkeiten erreicht werden. Beispielsweise kann eine Infusionsflüssigkeit verwirbelt wer den und auf diese Weise besser verteilt an den Patienten abgegeben werden.
Die Figuren 88 und 89 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301, bei der an der Innenseite des Venenkatheters 302 spiral- oder wellenförmige Strukturen 3048, z.B. spiralförmig umlaufende, überwiegend in Längsrichtung verlaufende Strömungskanäle in Form von Nuten, eingeformt sind, ähnlich wie bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform. Dabei zeigt die Figur 88 die Venenverweilkanüle 301 in perspektivischer Darstellung und die Figur 89 den in Figur 88 markierten Bereich G in vergrößerter Ausschnittsdarstellung. Zu sätzlich hat der Venenkatheter 302 im Patienten-nahen Bereich mehrere seitliche Durch gangsöffnungen 3031, durch die Flüssigkeiten hindurchströmen können.
Die Figuren 90 bis 92 zeigen eine Ausführungsform einer Venenverweilkanüle 301 , bei der der Venenkatheter 302 im Patienten-nahen Bereich mehrere seitliche Durchgangsöffnungen 3031 hat, durch die Flüssigkeiten hindurchströmen können, ähnlich wie bei der zuvor be schriebenen Ausführungsform. Dabei zeigt die Figur 90 die Venenverweilkanüle 301 in Längsschnittdarstellung, die Figur 91 die Venenverweilkanüle 301 in perspektivischer Dar stellung und die Figur 92 den in Figur 91 markierten Bereich H in vergrößerter Ausschnitts darstellung. Zusätzlich hat der Venenkatheter 302 im Patienten-nahen Bereich mehrere in Längsrichtung verlaufende Hohlkanäle 3044 innerhalb der Wand 3043. Dabei können die Hohlkanäle 3044 jeweils eine Eintrittsöffnung 3045 haben, sind aber ohne die zuvor be schriebene Austrittsöffnung 3046 gestaltet, d.h. zumindest an einer Seite geschlossen aus gebildet. Vorteilhafterweise befindet sich die Eintrittsöffnung 3045 im nicht in den Patienten eingeführten Bereich des Venenkatheters 302, d. h. vom Patienten-nahen Bereich entfernt. Die Hohlkanäle 3044 erstrecken sich dann in den patientennahen Bereich hinein. Diese Hohlkanäle 3044 können zum Beispiel mit Luft oder einem anderen Medium gefüllt sein, das in einer bildgebenden Untersuchung identifiziert werden kann. Sind die Hohlkanäle mit Luft gefüllt, ist zum Beispiel eine Sichtbarkeit des patientennahen Endes des Venenkatheters 302 einer Ultraschalluntersuchung ermöglicht.
Bei den vorliegenden Darstellungen handelt es sich lediglich um schematische Darstellun gen, die eine gute Übersicht der Komponenten der erfindungsgemäßen Venenverweilkanüle wiedergeben. Die Längen und Größenverhältnisse können in der Realität aber abweichen.
Die Figuren verstehen sich als mögliches Ausführungsbeispiel. Andere Formen der erfin dungsgemäßen Lehre sind weiterhin denkbar. Des Weiteren sind die Ausgestaltungen des Ausführungsbeispiels nicht untrennbar miteinander verknüpft, sodass z.B. die Ausführung der Erfindung nicht abhängig von den speziell beschriebenen Ausgestaltungen des Ausfüh rungsbeispiels ist. So ist eine Variabilität zum Beispiel von der Anzahl, Länge oder Größe der einzelnen Elemente jederzeit denkbar.
Bezugszeichenliste
301 Venenverweilkanüle
302 Venenkatheter/Außenhülle
303 Punktionsnadel
304 abdichtende Beschichtung
305 Halteelement
306 patientennahe Spitze der Punktionsnadel
307 Kammer
308 Befestigungselement/Halteelement
309 Anschlusselement
3010 Dilatationselement
3011 Ausnehmung
3020 Feder-Rückhaltemechanismus
3021 Druckfeder
3022 erste Rastelemente
3023 zweite Rastelemente
3025 mehreckige Außenkontur
3026 bioresorbierbares Material
3027 innerer Tubus
3028 äußerer Tubus
3029 Verschiebemechanismus
3030 manuelles Bedienelement
3031 seitliche Durchgangsöffnungen
3040 Außenseite
3041 Innenseite
3042 Vertiefungen
3043 Wand
3044 Hohlkanäle
3045 Eintrittsöffnung
3046 Austrittsöffnung
3047 Material mit erhöhter Gleitfähigkeit
3048 spiral- oder wellenförmige Struktur
3080 Grundkörper