Dichtungseinlage für Kronkorken mit verringerter Blechstärke
Die Erfindung betrifft generell Gefäßverschlüsse aus Metall und/oder Kunststoff, insbes. Kronkorken, mit einer Dichtungseinlage auf Polymerbasis für Flaschen und andere Gefäße zur Aufnahme von Getränken und Nahrungsmitteln. Spezieller betrifft die Erfindung solche Gefäßverschlüsse, insbes. Kronkorken, die mit einer Dichtungseinlage versehen sind. Die Gefäßverschlüsse sind frei von halogenhaltigen Stoffen und eignen sich auch für anspruchsvolle Verwendungen, insbesondere bei Kronkorken mit verringerter Blechdicke.
Getränke und Nahrungsmittel werden zum Transport und zur Lagerung bzw. Aufbewahrung in verschiedene Arten von Gefäßen abgefüllt. Oft müssen diese Gefäße verschließbar sein, damit der Inhalt nicht ausläuft und zudem vor dem Zutritt unerwünschter Stoffe geschützt ist, die den Inhalt verunreinigen oder beschädigen würden. In vielen Anwendungsfällen handelt es sich dabei nicht nur um feste oder flüssige Verunreinigungen. Wenn der Inhalt empfindlich gegenüber gasförmigen Stoffen ist, müssen auch diese am Zutritt gehindert werden. Dies wird durch einen entsprechend ausgestalteten Gefäßverschluss bewirkt.
Gefäßverschlüsse aus Metall und/oder Kunststoff sind seit langem bekannt. Sie dienen in Form von beispielsweise Schraubkappen, Drehverschlüssen und Kronkorken zum dichten Verschluss von Gefäßen wie etwa Flaschen, Gläser und dergleichen. Solche Gefäße haben eine Mündung, die vom Gefäßverschluss verschlossen werden muss. Dabei muss ein ausreichend dichter Verschluss des Gefäßes gewährleistet sein, um einerseits das Auslaufen des Gefäßinhalts zu verhindern und andererseits den Gefäßinhalt vor dem Eintritt unerwünschter Stoffe, einschließlich gasförmiger Substanzen wie Sauerstoff, Trichloranisol und anderen, zu schützen.
Die nötige Dichtigkeit wird üblicherweise durch eine Dichtungseinlage erreicht, die aus einem einerseits ausreichend festen, andererseits aber auch elastischen Material besteht und im Gefäßverschluss so angeordnet ist, dass sie die Mündung des Gefäßes kontaktiert,
wenn der Gefäßverschluss am Gefäß angeordnet ist. Meist ist die Dichtungseinlage scheibenförmig oder ringförmig an der Innenseite des Gefäßverschlusses angeordnet. Im verschlossenen Zustand des Gefäßes liegt sie an der Gefäßmündung an und wird vom Gefäßverschluss gegen die Mündung gepresst, wobei ihre Härte zusammen mit ihrer Elastizität die Dichtung bewirkt. Eine gute Dichtungseinlage gleicht dabei die stets vorhandenen Unebenheiten der Gefäßmündung aus. An die Dichtungseinlage werden daher umso höhere Anforderungen gestellt, je unebener die Gefäßmündung ist.
Ein wesentlicher Faktor bei der Erfüllung solcher Anforderungen ist die geeignete Wahl des Materials der Dichtungseinlage. Viele bekannte Materialien eignen sich gut für relativ einfache Anwendungen, aber weniger oder gar nicht für anspruchsvollere Dichtungen.
Die Dichtungseinlage muss dabei auch weiteren Anforderungen genügen, so soll sie für viele Einsatzzwecke pasteurisierbar oder sogar sterilisierbar sein. Sie soll (z. B. bei kohlensäurehaltigen Getränken) einem erheblichen Innendruck standhalten, bei dessen Überschreiten aber kontrolliert nachgeben (Überdruck-Ventilwirkung).
Handelt es sich bei dem Gefäßverschluss um einen Drehverschluß (beispielsweise um einen Dreh-Kronkorken, auch bekannt als „twist crown“), darf die Dichtungseinlage dem Verdrehen des Gefäßverschlusses auf der Mündung beim Öffnen keinen zu großen Widerstand entgegensetzen.
Zudem muss sich die Dichtungseinlage möglichst unaufwändig herstellen und im Gefäßverschluss anbringen lassen. Es ist bekannt, scheibenförmige Dichtungseinlagen aus Bahnen oder Filmen auszuschneiden und dann im Gefäßverschluss zu befestigen ("Out-shell molding") oder, was oft bevorzugt wird, in fließfähiger Form in den Gefäßverschluss einzutragen, dort auszuformen und zu verfestigen ("In-shell molding"). Das In-shell molding gestattet es auch, Dichtungseinlagen zu erzeugen, die nicht scheiben-, sondern ringförmig sind.
Bei Dichtungseinlagen auf Polymerbasis geschieht dies herkömmlich durch Eintrag als Plastisol mit nachfolgender Formung und Trocknung, oder bei thermoplastischen
Materialien durch Eintrag in erwärmtem fließfähigen Zustand, nachfolgende Formung und Abkühlung.
Während früher PVC-haltige Dichtungseinlagen in großem Umfang verwendet wurden, begegnen PVC und andere halogenhaltige Materialien heute erheblichen Bedenken. Sie werden als potenziell gesundheitsschädlich angesehen und sind auch nicht problemlos zu entsorgen. In vielen Ländern ist der Einsatz solcher halogenhaltigen Materialien durch Gesetze oder Vorschriften reglementiert oder sogar verboten.
Es besteht daher ein erheblicher Bedarf an Gefäßverschlüssen, die ohne halogenhaltige Materialien auskommen, ohne dabei auf die Vorteile verzichten zu müssen, die z. B. PVC-haltige Dichtungseinlagen hinsichtlich Verarbeitung, Dichtungseigenschaften, Kosten und dergleichen haben.
Hierfür gibt es im Stand der Technik bereits eine Vielzahl von Vorschlägen.
So ist es seit Jahrzehnten bekannt, Dichtungseinlagen (sowohl für Drehverschlüsse als auch für abzuhebelnde Verschlüsse wie etwa herkömmliche Kronkorken) auf der Basis von Polymeren herzustellen, die keine Halogene enthalten. Bei diesen Dichtungseinlagen handelt es sich durchweg um "Compounds", also Gemische von einem oder (meist) mehreren Polymeren mit Zusatzstoffen, die die Eigenschaften der Dichtungseinlage an den vorgesehenen Einsatzzweck anpassen, ihre Verarbeitung oder Benutzung erleichtern und dergleichen.
Typische Polymere in solchen Compounds sind Thermoplaste, vor allem Polyolefine, thermoplastische Elastomere, elastische Thermoplasten und synthetische Kautschuke. Typische Zusatzstoffe sind Weichmacher, Öle, Gleitmittel, Antioxidantien, Stabilisatoren, Pigmente, Füllstoffe und dgl.
Dichtungseinlagen auf Polymerbasis sind je nach Wahl ihrer Bestandteile unterschiedlich durchlässig für Fremdstoffe. Solche Fremdstoffe können beispielsweise zwischen der Dichtungseinlage und der Gefäßmündung durchtreten, wenn die Dichtungseinlage nicht
optimal an der Mündung anliegt. Sie können auch im Material der Dichtungseinlage lösbar sein und in das Gefäß eindiffundieren. Die Dichtungseinlage muss daher hinsichtlich ihrer mechanischen Eigenschaften (insbesondere Härte und Elastizität) und ihrer chemischen Eigenschaften (Löslichkeit von Fremdstoffen) optimiert sein.
Es ist bereits bekannt, dem Material einer Dichtungseinlage eine oder mehrere Substanzen zuzusetzen, die eindringenden Sauerstoff chemisch binden und so "wegfangen" - daher auch als "Scavenger" bezeichnet. Ein Beispiel hierfür ist Natriumsulfit, das in Form fester Partikel mit geeigneter Teilchengröße in die Dichtungseinlage eingearbeitet wird.
Bedarf besteht aber immer noch an Dichtungseinlagen ohne halogenhaltige Materialien, die eine verbesserte Dichtwirkung gerade bei problematischen und anspruchsvollen Anwendungen ermöglichen, insbesondere bei den nachstehend beispielhaft näher erläuterten Anwendungen:
Ein spezielleres Problem, dass sich mittels der Erfindung lösen lässt, ergibt sich bei abhebelbaren bzw. abdrehbaren Gefäßverschlüssen, insbesondere bei Kronkorken.
Hier sind die üblichen Gefäße, typischerweise Bierflaschen und Flaschen für kohlensäurehaltige Softdrinks und Mineralwasser, Massenprodukte mit schwankender Qualität des Mündungsbereichs hinsichtlich Unebenheiten, Haarrissen und dergleichen. Getränke wie Bier, Softdrinks und Mineralwasser sind empfindlich für Geschmacksveränderungen, die ggf. durch Oxidation nach Sauerstoff-Eintritt, und/oder durch das Eindringen geschmacksverändernder Substanzen wie Trichloranisol bewirkt werden.
Die Lagerungszeiten sind jedoch meist kurz.
Es gibt im Stand der Technik Dichtungseinlagen, die bei herkömmlichen Kronkorken eine ausreichende Dichtung gewährleisten.
Es besteht jedoch zunehmend das Bedürfnis der Hersteller, dünnere Weißbleche für solche Kronenkorken einzusetzen.
Während herkömmliche Kronkorken in Europa eine Blechstärke von 0.20 bis 0.23 mm aufweisen, möchte man mit Blechstärken von 0.19 mm und darunter, bis zu 0.15 mm arbeiten, um Material zu sparen.
Ein Kronkorken aus dünnerem Weißblech mit identischer Streckgrenze kann jedoch die darin eingebrachte Dichtungseinlage nicht zuverlässig mit der gleichen Kraft gegen die Gefäßmündung pressen wie ein herkömmlicher Kronenkorken aus stärkerem Blech.
Eine Weißblechdickenreduzierung führt zu einer Abnahme der Dichtleistung (Innendruckfestigkeit) insgesamt.
Diesem Effekt kann zum Einen durch den Einsatz optimierter Dichtungen hinsichtlich Härte und Elastizität oder mechanisch verbesserter Weißbleche mit einer höheren Streckgrenze entgegengewirkt werden.
Dichtungen mit einem optimierten Verhältnis von Härte und Elastizität sind nur ein wichtiger Baustein, um dünnere Weißbleche für Kronenkorken einsetzen zu können. Zusätzlich sollte ein Weißblech mit einer höheren Streckgrenze zum Einsatz kommen.
Während für Standard Kronenkorken Weißblechlegierungen mit einer Streckgrenze von maximal 415 MPa Verwendung finden, sollte für Kronenkorken mit einer Dicke von 0,18mm Weißbleche mit einer Streckgrenze von 415 bis 620 MPa und für Kronenkorken mit einer Dicke von 0,15mm Weißbleche mit einer Streckgrenze von >620 MPa eingesetzt werden.
Die maximale mögliche Streckgrenze bzw. Steifigkeit eines Weißbleches wird durch den Umformprozess beim Tiefziehen des Kronenkorkens bestimmt.
Um ein optimales Verhältnis von Dehnbarkeit und Festigkeit zu erreichen, sollten die dünneren (<0,20mm) Weißbleche vorzugsweise mit dem so „double reduced“- Verfahren hergestellt werden, ansonsten ist das Risiko für eine Beschädigung beim Umformen des Kronenkorkens (vorzeitiges Reißen) deutlich erhöht.
Für die Herstellung von Verpackungsstählen, insbesondere Weißblechen, werden bei diesem Verfahren sogenannte Warmbänder mit einer Dicke von ca. 1,5 - 4,0 mm verwendet.
Zunächst wird das Warmband gebeizt und anschließend kaltgewalzt.
Bei der Kaltwalzung erfolgt die erste Dickenreduzierung des Weißbleches.
Damit die hohen Verformungen in Folge der Dickenreduktion realisiert werden können, wird der Walzspalt aus einem Gemisch aus Wasser und Walzöl geschmiert.
Zudem muss das Weißblech mit Wasser gekühlt werden, da durch den Walzprozess Wärme entsteht.
Anschließend müssen die Kaltverfestigungen durch einen Glühprozess aufgehoben werden, da die starke Dickenreduzierung dafür sorgt, dass das Weißblech sehr hart und spröde wird und somit als Verpackungsmaterial ungeeignet wäre.
Bevor das Glühen allerdings durchgeführt werden kann, muss das kaltgewalzte Weißblech entfettet werden.
Das Glühen des Weißbleches sorgt dafür, dass dessen Verformbarkeit wiederhergestellt wird.
Anschließend erfolgt mittels einer trockenen Nachwalzung ganz ohne Schmierung und Kühlung eine weitere Dickenreduzierung des Weißbleches.
Das so hergestellte „double reduced“ Material ermöglicht es die Fertigung von Weißblechen, welche niedrigere Dicken durch höhere Festigkeiten kompensieren.
Anschließend erfolgt die Verzinnung oder Verchromung des Weißbleches zwecks Korrosionsschutz, bis es final in verschiedenen Verpackungsgrößen konditioniert wird.
Weißbleche für Verpackungsstähle und daraus gefertigte Kronenkorken werden gemäß der DIN EN 10202 bzw. ENI 7177 spezifiziert.
Hier besteht also ein Bedürfnis nach verbesserten Gefäßverschlüssen.
Die Erfindung setzt es sich zum Ziel, verbesserte Verschlüsse zu schaffen, die sich nicht nur generell, sondern auch für die hier diskutierten besonders anspruchsvollen Anwendungen einsetzen lassen.
Es ist vor diesem Hintergrund eine wichtige Aufgabe der Erfindung, verbesserte Kronkorken ohne halogenhaltige Materialien mit einer Dichtungseinlage vorzuschlagen, die sowohl als Drehverschlüsse als auch als abhebelbare Verschlüsse ausgeführt werden können und einfacher, damit kostengünstiger herstellbar sind.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Erfindung ist es, solche Kronkorken mit einer verbesserten Dichtigkeit, insbesondere gegenüber Ausläufern, auch bei massenmäßig hergestellten Gefäßen wie Bierflaschen und dgl. zu schaffen.
Dabei soll die gute Barrierewirkung der bekannten Dichtungseinlage erhalten bleiben.
Zu den Aufgaben der Erfindung gehört es, solche Gefäßverschlüsse mit einer Dichtungseinlage zu schaffen, die mittels in-shell molding erzeugt werden kann.
Die Dichtungseinlage soll sehr weich ausgestaltet werden können, um die Flasche auch bei Haarrissen und dgl. Mündungsmängeln zuverlässig abdichten zu können.
Weitere Aufgaben und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der unten folgenden Beschreibung einschließlich der Ausführungsbeispiele.
Die Erfindung löst diese und andere Aufgaben mit den Merkmalskombinationen der unabhängigen Patentansprüche.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen definiert.
In der nun nachfolgenden detaillierten Beschreibung der Erfindung werden zunächst Definitionen und Merkmale behandelt, die unabhängig von einzelnen Ausführungsbeispielen von allgemeiner Bedeutung für die Erfindung und deren optionale Ausgestaltungen sind. Die weiter oben schon gegebenen Definitionen sind zu berücksichtigen und stehen nicht im Widerspruch zu den folgenden Ausführungen. Sofern in der Beschreibung nichts Abweichendes angegeben ist, haben technische Begriffe ihre übliche Bedeutung.
Danach wird die Erfindung anhand einzelner Ausführungsbeispiele veranschaulicht.
Definitionen und Messmethoden:
Ein Gefäßverschluss im Sinne dieser Anmeldung ist ein Kronkorken, der vorzugsweise als herkömmlicher abzuhebelnder Kronkorken oder als Dreh-Kronkorken („twist crown“) üblicher Abmessungen ausgeführt ist. Er besteht aus einem Körper aus Metall und/oder Kunststoff und einer darin angeordneten Dichtungseinlage. Der Gefäßverschluss kann ein Drehverschluss (mit Gewinde-Elementen einschließlich Nocken und dgl.) oder ein (ohne Verdrehung des Gefäßverschlusses) abnehmbarer, dann meist abhebelbarer Verschluß ("pry-off'-Verschluss) einschließlich Kronkorken, Schnappdeckel und dgl. sein. Ein Stopfen ist kein Gefäßverschluss in diesem Sinne.
Eine Dichtungseinlage im Sinne der Erfindung ist ein prinzipiell scheiben- oder ringförmiges (ggf. mit einer Profilierung versehenes) Formteil, das entweder insgesamt aus einem homogenen Polymercompound besteht, oder mindestens zwei verschiedene,
jeweils homogene Materialien umfasst, von denen wenigstens eines ein homogenes Polymercompound ist.
Unter "in-shell molding" werden nicht nur die bekannten Verfahren verstanden, bei denen ein thermisch fließfähig gemachtes Polymercompound in den Verschlusskörper eingetragen und dort zu einer scheibenförmigen Dichtungseinlage gestempelt wird (SACMI- bzw. Zapata-Verfahren), sondern auch solche Verfahren, bei denen das Polymercompound durch Injektion, ggf. nur im Randbereich der Dichtungsfläche, eingetragen und zu einer ringförmigen Dichtungseinlage geformt wird.
Polymercompounds im Sinne der Erfindung sind Gemische von einem oder (meist) mehreren Polymeren mit Zusatzstoffen (z. B. Weichmachern, anti-blocking agents, Gleitmitteln, Antioxidantien, Stabilisierungsmitteln, Füllstoffen, Pigmenten...), die die Eigenschaften des Compounds an den vorgesehenen Einsatzzweck anpassen, seine Verarbeitung oder Benutzung erleichtern und dgl.
Ein thermoplastisches Elastomer ist ein industriell hergestelltes Polymer mit elastischen Eigenschaften, die auf der Molekül arstruktur beruhen. Typische thermoplastische Elastomere sind (Block-) Copolymerisate von Styrol und Butadien, auch mit Zusätzen anderer Monomere (Ethylen, Isopren, ...).
Prozentangaben in dieser Beschreibung sind Gewichtsprozente bezogen auf Gesamtgewicht, sofern sie Anteile von Komponenten an einem Produkt aus mehreren Komponenten betreffen.
Die Schmelzflussrate ("Melt flow rate", MFR) gibt die Fließfähigkeit eines Stoffes oder Stoffgemisches bei 190 °C und 5 kg Gewichtsbelastung an. Sie wird bestimmt nach DIN EN ISO 1133-1, und in g/10 min angegeben und wird mit üblichen kommerziellen Schmelzindex-Prüfgeräten bestimmt, z.B. von ZwickRoell.
Die Shore D-Härte gibt die Härte eines Stoffes oder Stoffgemisches an. Sie wird in Anlehnung an die ASTM D 2240 an mindestens 6 mm dicken Pressplatten bestimmt. Die Messzeit beträgt 5 s. Die entsprechenden Probekörper wurden bei 180 °C durch Aufschmelzen unter Druck und nachfolgendes Abkühlen auf 23°C (Haltezeit 30 min.) hergestellt.
Die Shore A - Härte wird analog der Shore D - Härte in Anlehnung an ASTM D 2240 bestimmt. Auch hier beträgt die Messzeit 5 s.
Der Druckverformungsrest ("compression set", DVR) ist ein Maß für das Rückstellverhalten (bleibende Verformung) eines Stoffes oder Stoffgemisches. Die Prüfkörper werden analog denen für die Shore-Härte-Messung bei Temperaturen zwischen 170 - 230 °C hergestellt. Die Prüfkörper haben einen Durchmesser von 13 mm und eine Dicke von 6,3 mm. Die Bemessungstoleranzen entsprechen DIN ISO 815-1. Die betreffenden Prüfkörper werden nach der gleichen Norm konditioniert und silikonisiert. Beim DVR wird bei einer jeweils angegebenen Temperatur der jeweilige Prüfkörper einer Kompression von 25% für 22 h unterworfen. Nach einer Belastungsdauer von 22 h wird der Prüfkörper entspannt und nach 30 min erneut die Dicke des Prüfkörpers gemessen bzw. die bleibende Verformung bestimmt. Sie wird ebenfalls nach DIN ISO 815-1 bei der jeweils angegebenen Temperatur nach einer Belastung über 22 Stunden gemessen und in Prozenten der bleibenden Kompression, bezogen auf das Probestück vor der Kompression angegeben.
Ein DVR von 25% entspricht also einer bleibenden "Stauchung" des Probestücks um ein Viertel der ursprünglichen Höhe (Dicke).
Ein Compound ist im Sinne der Erfindung verarbeitbar, wenn es in herkömmlicher Weise auf einer üblichen Anlage für die Herstellung von Gefäßverschlüssen mit Polymerbasierten Dichtungseinlagen verarbeitbar ist.
Pasteurisierbar ist ein Material gemäß der Erfindung, wenn es in einer industriellen Pasteurisierung bei 60 °C bis 85 °C einen gasdichten Verschluss erlaubt und seine Gebrauchseigenschaften für die vorgesehene Anwendung nicht verliert.
Für Verschließversuche mit, auch erfindungsgemäßen, Kronkorken wurden die folgenden Parameter gewählt:
Die Flaschenmündungen bestehen aus Glas entsprechend DIN EN ISO 12821 CC 26 H180.
Der Verschließring hatte einen entsprechenden Innendurchmesser von 28.25 mm und 28,3 mm (falls Stahlmündungen berücksichtigt werden).
Die Verschließkraft lag bei 300 kg. Die Verschließgeschwindigkeit lag bei 15 mm/s. Pasteurisation erfolgte bei 68 °C für 20 min (Haltezeit) im Spray -Pasteuri sator.
Die Figuren geben eine Übersicht der durchgeführten Versuche und ihrer Ergebnisse:
Fig. 1 ist eine Zusammenstellung von Parametern der verwendeten Dichtungscompounds und Kronkorkenrohlinge.
Fig. 2 zeigt schematisch die verwendete Verschließtechnik.
Fig. 3 zeigt die verwendete Druckprüfvorrichtung.
Fig. 4 zeigt die Ergebnisse von Verschließversuchen mit verschiedenen Dichtungscompounds.
Fig. 5 zeigt Ergebnisse analog Fig. 4.
Fig. 6 zeigt Ergebnisse von Versuchen zur Seitenschlagfestigkeit.
Fig. 7 zeigt Ergebnisse zur Dichtigkeit verschiedener Kronkorken, nur Material C ist erfindungsgemäß.
Fig. 8 zeigt Ergebnisse analog Fig. 7, im Detail.
Fig. 9 ist eine Übersicht von Untersuchungsergebnissen.
Fig. 10 zeigt Ergebnisse zur Innendruckfestigkeit bei verschiedenen Materialien.
Es zeigt sich, dass erfindungsgemäße Kronkorken in ihren technischen Eigenschaften besser sind im Vergleich mit Kronkorken, die einen geringeren SEBS - Gehalt aufweisen.
Die verwendeten Rezepturen finden sich in der Tabelle I:
Tabelle I: