EP4600423B1 - Verfahren und vorrichtung zum erstellen eines gründungselementes im boden aus einem bodenmörtel - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum erstellen eines gründungselementes im boden aus einem bodenmörtelInfo
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- EP4600423B1 EP4600423B1 EP24156360.0A EP24156360A EP4600423B1 EP 4600423 B1 EP4600423 B1 EP 4600423B1 EP 24156360 A EP24156360 A EP 24156360A EP 4600423 B1 EP4600423 B1 EP 4600423B1
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Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden aus einem Bodenmörtel, mit einer Bodenabtragseinrichtung mit mindestens einem drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeug, wobei das mindestens eine Bearbeitungswerkzeug im Wesentlichen vertikal zum Boden bewegt und durch das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug unter Ausbilden eines Lochs im Boden Bodenmaterial abgetragen wird, in das Loch eine abbindbare Suspension zugeführt wird und das abgetragene Bodenmaterial zumindest teilweise in dem Loch verbleibt und in situ durch das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug mit der zugeführten Suspension zum Bilden des Bodenmörtels vermengt wird, wobei der gebildete Bodenmörtel nach dem Rückziehen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges aus dem Loch zu dem Gründungselement im Boden aushärtet, wobei zumindest das vertikale Bewegen des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges, die Drehbewegung des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges, das Zuführen von Suspension und mindestens eine Dimensionierung des Gründungselementes Verfahrensparameter darstellen, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden aus einem Bodenmörtel, mit einer Bodenabtragseinrichtung mit mindestens einem drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeug, wobei die Vorrichtung ausgebildet ist, das mindestens eine Bearbeitungswerkzeug im Wesentlichen vertikal zum Boden zu bewegen und durch das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug unter Ausbilden eines Loches im Boden Bodenmaterial abzutragen, mittels einer Zuführeinrichtung in das Loch eine abbindbare Suspension zuzuführen und in situ in dem Loch durch das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug die zugeführte Suspension mit abgetragenen Bodenmaterial zum Bilden des Bodenmörtels zu vermengen, wobei der gebildete Bodenmörtel nach dem Rückziehen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges aus dem Loch zu dem Gründungselement im Boden aushärtet, wobei zumindest das vertikale Bewegen des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges, die Drehbewegung des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges, das Zuführen von Suspension und mindestens eine Dimensionierung des Gründungselementes Verfahrensparameter darstellen, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 10.
- Gründungselemente aus einem Bodenmörtel sind besonders ökonomisch und ökologisch. Gegenüber einem herkömmlichen Mörtel, bei welchem ein Bindemittel mit einer Flüssigkeit und einer zugeführten Gesteinskörnung, insbesondere Sand oder Kies, vermengt wird, wird bei einem Bodenmörtel als Gesteinskörnung das unmittelbar bei der Bodenbearbeitung anfallende Bodenmaterial verwendet. Hierdurch können Kosten für die Gewinnung der Gesteinskörnung und den Transport der Gesteinskörnung von extern zur Baustelle eingespart werden. Durch die Verwendung des unmittelbar bei der Bodenbearbeitung anfallenden Bodenmaterials für den Bodenmörtel reduzieren sich auch entsprechend die Entsorgungskosten zum Abtransport von Abraum von der Baustelle sowie zum Deponieren von abgetragenem Bodenmaterial.
- Die Erstellung eines Gründungselementes, insbesondere eines Gründungspfahles oder einer Schlitz- oder Dichtwand, im Boden aus einem Bodenmörtel erfordert jedoch einen erhöhten Aufwand beim Bilden des Gründungselementes, um eine hinreichende Ausführungsqualität sicherzustellen und unnötigen Mehrverbrauch an abbindbarer Suspension zu vermeiden. Zudem ist ein Gerätebediener beim Erstellen eines Lochs im Boden, in welchem in situ das Gründungselement aus dem im Loch unmittelbar gebildeten Bodenmörtel erzeugt wird, besonders gefordert. Insbesondere sind ausreichende Drehzahlen des Bearbeitungswerkzeuges und eine angepasste Förderrate zum Zuführen der abbindbaren Suspension für eine hohe Ausführungsqualität des Gründungselementes aus dem Bodenmörtel sicherzustellen. Diese können sich nach den örtlichen Gegebenheiten und auch abhängig von der jeweiligen Bearbeitungstiefe ändern. Dies erfordert eine hohe Konzentration und eine große Erfahrung auf Seiten des Gerätebedieners.
- Aus der
EP 1 452 645 B2 geht ein gattungsbildendes Verfahren zum Erstellen einer Schlitzwand im Boden hervor, bei welchem eine Schlitzwandfräse mit drehend angetriebenen Fräsrädern in den Boden abgesenkt wird, wobei Bodenmaterial abgeräumt und zerkleinert wird. Das abgeräumte Bodenmaterial wird innerhalb des Frässchlitzes mit einer abbindbaren Suspension durchmischt, wobei Bodenmörtel gebildet wird. Vor einem Aushärten des Bodenmörtels wird die Schlitzwandfräse wieder aus dem mit Bodenmörtel gefüllten Frässchlitz rückgezogen. Weiterhin ist es möglich, vor dem Aushärten des Bodenmörtels zu der Schlitzwand Stützträger über einen Kran in den Bodenmörtel einzusetzen. - Ein derartiges Verfahren zum Herstellen einer Stützwand im Boden aus einem Bodenmörtel wird auch als CSM™-Verfahren bezeichnet.
- Etwa aus der
DE10 2004 005 967 A1 ist es bekannt, mittels einer Bohr- und Mischschnecke und insbesondere einer Anordnung von parallel nebeneinander angeordneten Bohr- und Mischschnecken in ähnlicher Weise eine Stütz- oder Bohrwand im Boden aus einem Bodenmörtel zu bilden. Dabei wird das beim Abbohren abgetragene Bodenmaterial noch in der Bohrung mit einer abbindbaren Flüssigkeit zum Bilden eines Bodenmörtels vermengt. Ein derartiges Verfahren ist insbesondere unter der Bezeichnung MIP™ bekannt. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, mit welchen ein Gründungselement im Boden aus einem Bodenmörtel besonders effizient und in hoher Ausführungsqualität hergestellt werden kann.
- Die Aufgabe wird zum einen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und zum anderen durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
- Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren mit einer Steuereinrichtung zumindest abschnittsweise automatisch durchgeführt wird, wobei in die Steuereinrichtung zumindest ein Verfahrensparameter als ein Vorgabewert eingegeben wird und dass abhängig von dem mindestens einen eingegebenen Vorgabewert durch die Steuereinrichtung mindestens ein restlicher Verfahrensparameter eingestellt und gesteuert wird.
- Eine Grundidee der Erfindung liegt darin, das Verfahren zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden aus einem Bodenmörtel nicht allein der Erfahrung eines Gerätebedieners zu überlassen, sondern eine Steuereinrichtung vorzusehen, mit welcher das Verfahren teilweise oder vollständig automatisch durchgeführt werden kann. Die Steuereinrichtung ist dabei so ausgebildet, dass vom Maschinenbediener oder einer Zentrale mindestens ein Vorgabewert als Verfahrensparameter vorgegeben wird, während verbliebene wesentliche Verfahrensparameter dann von der Steuereinrichtung entsprechend eines Steuerprogramms ermittelt und gesteuert werden. Die Steuereinrichtung kann vorzugsweise so ausgelegt sein, dass abhängig von der Baustelle und insbesondere abhängig von Vorgaben des Gerätebedieners oder einer Zentrale frei eingestellt werden kann, welcher oder welche Verfahrensparameter als Vorgabewert dienen und welche Verfahrensparameter durch die Steuereinrichtung abhängig hiervon ermittelt und nachgesteuert werden.
- Eine Steuerlogik oder ein Steuerprogramm der Steuereinrichtung kann durch Hinterlegung von Formeln oder insbesondere von vorab berechneten Tabellen gebildet werden, welche in der Steuereinrichtung hinterlegt sind. So kann etwa bei der Vorgabe einer Vertikalbewegung und/oder einer Drehzahl des Bearbeitungswerkzeuges als Vorgabewert eine Zuführmenge an abbindbarer Suspension gesteuert werden. Alternativ kann auch eine Zuführmenge oder Förderrate an abbindbarer Suspension vorgegeben sein, während durch die Steuereinrichtung eine geeignete Drehzahl und/oder eine geeignete Vertikalbewegung des Bearbeitungswerkzeuges gesteuert wird. Bei einer Vertikalbewegung kann durch die Steuereinrichtung ein Absenken, ein Ziehen oder vorzugsweise beides gesteuert werden.
- Durch das erfindungsgemäße Verfahren können Gründungselemente aus einem Bodenmörtel besonders effizient und mit einer hohen und weitgehend gleichbleibenden Ausführungsqualität erstellt werden. Dabei ist im Sinne der Erfindung der Begriff Gründungselemente allgemein zu verstehen und umfasst nicht allein Fundamentelemente sondern auch Verbau-, Dicht-, Stütz- und Blockelemente sowie sonstige Elemente, welche im Boden erstellt werden. Solche Gründungselemente aus Bodenmörtel können auch als Bodenmischelemente bezeichnet werden.
- Wesentliche allgemeine Verfahrensparameter zum Erstellen eines Gründungselementes aus einem Bodenmörtel können insbesondere das vertikale Bewegen des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges, eine Drehbewegung des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges, das Zuführen von Suspension und mindestens eine Dimensionierung des Gründungselementes sein.
- Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Verfahrensparameter mindestens einen der folgenden Parameter umfassen oder zusätzlich aufweisen: Drehzahl des Bearbeitungswerkzeuges, Drehrichtung des Bearbeitungswerkzeuges, Drehmoment des Bearbeitungswerkzeuges, Anzahl der Drehungen je Tiefenhub des Bearbeitungswerkzeuges, vertikale Bewegungsgeschwindigkeit oder vertikale Vorschubkraft beim Absenken oder Ziehen des Bearbeitungswerkzeuges, Zuführrate an Suspension, Zuführmenge an Suspension oder eine Kombination dieser Parameter. Die Parameter "Drehzahl des Bearbeitungswerkzeuges, Drehrichtung des Bearbeitungswerkzeuges, Drehmoment des Bearbeitungswerkzeuges und Anzahl der Drehungen je Tiefenhub des Bearbeitungswerkzeuges" stellen etwa Konkretisierungen des allgemein gehaltenen Verfahrensparameters "Drehbewegung des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges" dar. Die Parameter "vertikale Bewegungsgeschwindigkeit oder vertikale Vorschubkraft beim Absenken oder Ziehen des Bearbeitungswerkzeuges" sind dem Verfahrensparameter "vertikales Bewegen" zuzuordnen. Die Steuereinrichtung kann dabei mit entsprechenden Sensoren zum unmittelbaren Erfassen oder zum Bestimmen der Verfahrensparameter sowie mit entsprechenden Einstelleinrichtungen an dem Bohrgerät verbunden sein, um insbesondere entsprechende Antriebseinrichtungen, wie etwa einen Vorschubantrieb, einen Drehantrieb, eine Förderpumpe etc. anzusteuern und zu beeinflussen. Die Parameter "Zuführrate an Suspension und Zuführmenge an Suspension" beziehen sich auf den allgemeinen Verfahrensparameter "Zuführen von Suspension". Der Verfahrensparameter "Dimensionierung des Gründungselementes" kann einen Durchmesser des Gründungselementes, dessen axial Länge/Tiefe, besondere Außenkonturen, wie zylindrisch, konisch oder mit tellerförmiger Aufstandsfläche betreffen.
- Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug ein Bohrwerkzeug umfasst, welches um eine im wesentlichen vertikal gerichtete Bohrachse drehend angetrieben wird, wobei das Loch durch Bohren erstellt wird. Bohrachse und Vortriebsrichtung sind insbesondere gleichgerichtet. Das Verfahren kann dabei durch ein hinlänglich bekanntes Erdbohrgerät mit einem oder mehreren parallel nebeneinander gerichteten stangenförmigen Bearbeitungswerkzeugen durchgeführt werden, welche zum Abtragen und Vermischen ausgebildet sind.
- Alternativ hierzu liegt eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung darin, dass das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug ein Fräsrad umfasst, welches um eine im wesentlichen horizontal gerichtete Fräsradachse drehend angetrieben wird, wobei das Loch durch Fräsen erstellt wird. Die horizontale Fräsradachse und die vertikale Vortriebsrichtung sind quergerichtet zueinander. Das mindestens eine Fräsrad kann insbesondere an einer sogenannten Schlitzwandfräse angeordnet sein. Vorzugsweise sind zwei Fräsräder als ein Fräsradpaar an einem gemeinsamen Lagerschild angeordnet, welches zwischen den beiden Fräsrädern liegt. Weiter bevorzugt sind zwei derartige Paare von Fräsrädern an der Unterseite eines Tragrahmens einer Schlitzwandfräse angeordnet, so dass beim Absenken oder Abteufen der Schlitzwandfräse in den Boden ein etwa rechteckiges Fräsloch erstellt wird.
- Die Fräsvorrichtung kann vorzugsweise über ein Tragseil allein aufgrund des Gewichtes der Fräsvorrichtung oder über eine Führungsstange in den Boden abgesenkt werden, mittels welcher bevorzugt eine Vorschubkraft ausgeübt werden kann. Vorzugsweise wird die abbindbare Suspension im Bereich des mindestens einen Fräsrades in den gebildeten Frässchlitz eingeleitet. Durch die Drehung des mindestens einen Fräsrades wird anstehendes Bodenmaterial abgetragen, zerkleinert und durch die Drehbewegung mit der zugeführten Suspension zu einem Bodenmörtel vermengt.
- Eine bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt weiter darin, dass mindestens ein drehend angetriebenes Bearbeitungswerkzeug mindestens ein Abtragselement, durch welches Bodenmaterial abgetragen und zerkleinert wird, und/oder mindestens ein Mischelement aufweist, durch welches abgetragenes Bodenmaterial mit der zugeführten Suspension vermischt wird. Das mindestens eine zusätzliche Mischelement kann ein Mischpaddel oder ein Mischblatt an einer vertikal gerichteten Bohrstange oder am Außenumfang des mindestens einen Fräsrades sein. Die Bohrstange ist vorzugsweise rohrförmig ausgebildet, wobei ein mittiger Zuführkanal zum Zuführen der Suspension gebildet ist. Bei einer Schlitzwandfräse können zudem am Rahmen Abstreifelemente angeordnet sein, welche mit Abtragszähnen am Fräsradumfang in kämmender Verbindung stehen, um so einen besonders guten Mischeffekt zu erzielen.
- Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist es bevorzugt, dass in die Steuereinrichtung als Vorgabewerte eine Zuführung von Suspension in das Loch und eine Bewegung des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges eingegeben werden, und dass abhängig von den eingegebenen Vorgabewerten durch die Steuereinrichtung ein im wesentlichen vertikales Bewegen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges eingestellt werden. Die Drehung des Bearbeitungswerkzeuges kann sich dabei auf eine Drehzahl, ein Drehmoment und/oder ein bestimmtes Verhältnis zwischen Drehzahl und Vortrieb beziehen. Steht etwa lockerer Boden an, so kann bei einer bestimmten Drehbewegung eine größere vertikale Bewegung eingestellt oder erzielt werden. Steht umgekehrt festerer Boden an, ist ein axialer Vortrieb entsprechend zu verringern, um eine gewünschte Drehbewegung, insbesondere eine eingestellte Drehzahl, beizubehalten.
- Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung kann darin gesehen werden, dass durch die Steuereinrichtung ein vertikales Absenken des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges eingestellt wird, sofern dies kein Vorgabewert ist, und/oder ein vertikales Ziehen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges eingestellt wird, sofern dies kein Vorgabewert ist. Abhängig etwa von einer vorgegebenen Drehzahl oder einem vorgegebenen Drehmoment kann durch die Steuereinrichtung ein geeignetes vertikales Absenken des drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges eingestellt werden. Das vertikale Absenken kann sich auf ein Verhältnis zwischen einem Absenken und einer zugeführten Suspensionsmenge beziehen. Entsprechendes gilt für ein vertikales Ziehen des drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges, so dass ein qualitativ hochwertiger Bodenmörtel in gleichbleibender Qualität bei der Durchführung des Verfahrens erzeugt werden kann.
- Insbesondere ist es nach einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt, dass durch die Steuereinrichtung eine Drehung des Bearbeitungswerkzeuges und/oder eine Zuführrate und/oder eine Zuführmenge an Suspension eingestellt wird, sofern diese keine Vorgabewerte sind. Insbesondere durch die Steuerung und Einstellung dieser Parameter durch die Steuereinrichtung kann eine besonders hohe und gleichbleibende Mörtelqualität erzielt werden.
- Zum Steuern und Einstellen der Drehbewegung des Bearbeitungswerkzeuges kann durch die Steuereinrichtung insbesondere ein Drehantrieb gesteuert werden. Hinsichtlich der Vertikalbewegung kann durch die Steuereinrichtung ein Vertikalantrieb, insbesondere ein Stellzylinder oder ein Seilzugmechanismus zum vertikalen Bewegen gesteuert werden.
- Hinsichtlich der Steuerung der Suspensionsmenge ist es nach einer Ausführung der Erfindung vorteilhaft, dass durch die Steuereinrichtung eine Suspensionspumpe gesteuert wird, durch welche Suspension in das Loch zugeführt wird. Die Suspensionspumpe kann dabei eine Verdrängerpumpe, insbesondere eine Schlauch- oder Schneckenpumpe sein. Die Steuereinrichtung steht dabei insbesondere mit dem Pumpenantrieb in Verbindung, so dass abhängig von der Bewegung des Bearbeitungswerkzeuges eine Anpassung der zuzuführenden Suspensionsmenge unmittelbar eingestellt werden kann.
- Die Erfindung umfasst weiterhin eine Vorrichtung zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden aus einem Bodenmörtel, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass eine Steuereinrichtung vorgesehen und ausgebildet ist, mit welcher zumindest abschnittsweise das Erstellen des Gründungselementes automatisch durchführbar ist, wobei in die Steuereinrichtung zumindest ein Verfahrensparameter als Vorgabewert eingegeben ist, und abhängig von den eingegebenen Vorgabewerten durch die Steuereinrichtung ein im wesentlichen vertikales Bewegen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges eingestellt wird.
- Die Vorrichtung ist insbesondere zum Durchführen des zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildet. Mit der Vorrichtung können die zuvor beschriebenen Vorteile erzielt werden.
- Grundsätzlich kann die Vorrichtung zum Erstellen eines Gründungselementes in jeder geeigneten Form ausgebildet sein. Vorteilhaft ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung, dass die Vorrichtung als ein Bohrgerät ausgebildet ist, bei dem das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug ein Bohrwerkzeug umfasst, welches um eine im Wesentlichen vertikal gerichtete Bohrachse drehend angetrieben ist. Das Bohrwerkzeug kann in einem einfachen Fall eine durchgehende Bohrschnecke sein. Vorzugsweise kann das Bohrwerkzeug an seiner Unterseite eine Abtragseinrichtung zum Abtragen von Bodenmaterial und sich daran nach oben anschließend weitere Elemente zum Fördern und/oder Vermischen des abgetragenen Bodenmaterials mit Suspension aufweisen, etwa Mischpaddel. Bevorzugt kann das Bohrwerkzeug einen mittigen Zuführkanal umfassen, durch welchen Suspension von oben zugeführt und über mindestens eine untere Auslassöffnung und/oder mindestens eine seitliche Auslassöffnung entlang des mittigen Bohrstranges in das umgebende Bohrloch eingeleitet werden kann.
- Besonders bevorzugt ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung, dass das Bohrgerät mehrere Bohrwerkzeuge aufweist, welche parallel nebeneinander angeordnet sind. Es können so längliche Bohrlöcher in einer Querrichtung im Boden erstellt werden. Die einzelnen Bohrwerkzeuge können so ausgebildet und aufeinander abgestimmt sein, dass sich die einzelnen Bohrlöcher zumindest teilweise überschneiden, um so einen länglichen Bohrschlitz zu bilden.
- Alternativ ist es nach einer Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung bevorzugt, dass die Vorrichtung als eine Fräse, insbesondere als eine Schlitzwandfräse, ausgebildet ist, bei welcher das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug ein Fräsrad aufweist, welches um eine im Wesentlichen horizontal gerichtete Fräsachse drehend angetrieben ist. Am Außenumfang einer Fräsradnabe sind Fräszähne und vorzugsweise auch Mischelemente angeordnet, so dass durch das Fräsrad Bodenmaterial abgetragen und mit zugeführter abbindbarer Suspension zu dem Bodenmörtel vermischt werden kann. Eine Zuführung der Suspension erfolgt vorzugsweise nahe zu dem mindestens einen Fräsrad.
- Besonders vorteilhaft ist es dabei, dass die Fräse mehrere Fräsräder aufweist, insbesondere zwei Fräsradpaare, welche parallel nebeneinander angeordnet sind. Insbesondere bei zwei derartigen Paaren von Fräsrädern an einer Unterseite eines Tragrahmens einer Fräsvorrichtung kann so bei einem vertikalen Absenken der Fräsvorrichtung im Boden ein etwa rechteckiges Fräsloch erstellt werden, welches sich vertikal nach unten in den Boden erstreckt. Die Fräse oder Fräsvorrichtung ist so als eine sogenannte Schlitzwandfräse ausgebildet. Durch Aneinanderreihung entsprechend hergestellter Fräslöcher kann ein nahezu beliebig langer Frässchlitz im Boden erstellt werden, welcher zum Bilden einer Schlitzwand mit Bodenmörtel verfüllt ist.
- Die Vorrichtung kann stationär oder mobil ausgebildet sein. Bei einer mobilen Ausgestaltung weist die Vorrichtung ein Fahrwerk, insbesondere ein Raupenfahrwerk, auf. Vorzugsweise an einem drehbar gelagerten Oberwagen kann ein Mast angeordnet sein, entlang welchem das Bearbeitungswerkzeug vertikal verschiebbar geführt sein kann.
- Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht weiter darin, dass eine Suspensionspumpe zum Zuführen von Suspension in das Loch angeordnet ist, wobei die Suspensionspumpe durch die Steuereinrichtung gesteuert ist. Mittels der Suspensionspumpe kann abbindbare Suspension von eine Oberfläche des Bodens, etwa aus einer Zubereitungsanlage oder einem Reservoir, an das Bearbeitungswerkzeug im Boden zugeleitet werden. Die Steuereinrichtung kann insbesondere sowohl einen drehenden Antrieb für das Bearbeitungswerkzeug als auch einen Antrieb der Suspensionspumpe aufeinander abgestimmt steuern, so dass stets eine bedarfsgerechte Zuführung von abbindbarer Suspension in das Loch zum Herstellen von Bodenmörtel sichergestellt ist. Grundsätzlich kann die Steuereinrichtung auch mit einer Zubereitungsanlage zum Zubereiten der Suspension, welche der Suspensionspumpe vorgeschaltet ist, in Verbindung stehen. So kann die Steuereinrichtung insgesamt die Vorrichtung zum Erstellen eines Gründungselementes, die Suspensionspumpe und die Zubereitungsanlage aufeinander abgestimmt steuern, so dass bedarfs- und/oder kapazitätsgerechte Zubereitung und Zuführung von Suspension in den Boden zum effizienten Herstellen eines Gründungselementes erzielt wird.
- Zur Verdeutlichung der Erfindung und des erfindungsgemäßen Verfahrens seien beim Erstellen eines Gründungspfahles aus einem Bodenmörtel folgende bevorzugte Ausführungsbeispiele angeführt.
- Zum Erstellen des Gründungselementes und zum Bilden des dafür notwendigen Bodenmörtels ist eine einzubauende Suspensionsmenge von 980 l/m (Liter pro Meter) des Gründungselementes als ein Vorgabewert vorgegeben. Als weiterer Verfahrensparameter ist eine Vortriebs- oder Ziehgeschwindigkeit des Bodenbearbeitungswerkzeuges, insbesondere eines Bohrwerkzeuges, von maximal 0,5 m/min (Meter pro Minute) gegeben. Weiterhin liegt als ein Verfahrensparameter eine maximale Förderleistung einer Suspensionspumpe von 525 l/min (Liter pro Minute) vor. Um die einzubauende Suspensionsmenge von 980 l/m des Gründungselementes sicherzustellen, wird durch die Steuereinrichtung der Vorschub auf 0,43 m/min eingestellt, so dass die maximale Vortriebsgeschwindigkeit nicht ausgeschöpft wird aber die maximale Förderleistung der Suspensionspumpe genutzt wird und die vorgegebene Suspensionsmenge pro Meter sichergestellt ist.
- Beträgt bei einem weiteren Ausführungsbeispiel die einzubauende Suspensionsmenge hingegen nur 450 l/m des Gründungselementes, würde sich bei einer maximalen Förderleistung der Pumpe von 425 l/min zwar eine theoretisch denkbare Vortriebsgeschwindigkeit von 0,94 m/min ergeben, aber durch die Steuereinrichtung wird entsprechend dem Vorgabewert der maximalen Vortriebsgeschwindigkeit von 0,5 m/min bei dem vorhandenen Gerät der Vortrieb bzw. der Vorschub auf 0,5 m/min eingestellt, also dem bei dem Gerät maximal möglichen Vorschub, während die Förderleistung entsprechend angepasst wird, so dass die Sollmenge erreicht wird.
- Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter erläutert, die schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- Eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, welche als ein Fräsgerät ausgebildet ist;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Detailansicht der Fräse der Vorrichtung von
Fig. 1 in teilgeschnittener Seitenansicht; - Fig. 3
- eine schematische Darstellung zum Herstellen eines Gründungselementes im Boden mit der Fräse von
Fig. 2 ; - Fig. 4
- eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung von
Fig. 1 beim Erstellen eines Gründungselements im Boden; - Fig. 5
- eine Seitenansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Vorrichtung, welche als ein Bohrgerät ausgebildet ist;
- Fig. 6
- eine vergrößerte Vorderansicht der Bohrwerkzeuge, welche bei der Vorrichtung von
Fig. 5 eingesetzt sind; und - Fig. 7
- eine schematische Bildschirmdarstellung zu einer Steuereinrichtung für die Erfindung.
- Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 30 zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden, welche konkret als eine Schlitzwandfräse 50 ausgebildet ist, ist in
Fig. 1 gezeigt. Die Vorrichtung 30 kann bevorzugt ein Trägergerät 32 mit einem Fahrwerk 33 aufweisen, welches insbesondere als ein Raupenfahrwerk ausgebildet sein kann. Auf dem Fahrwerk 30 kann vorzugsweise ein Oberwagen 34 angeordnet sein, welcher bevorzugt um eine vertikale Drehachse drehbar gelagert sein kann. An dem Trägergerät 32, insbesondere dem Oberwagen 34, kann ein im Betrieb im Wesentlichen vertikaler Mast 35 angebracht sein. - Bei der als Schlitzwandfräse 50 ausgebildeten Vorrichtung 30 ist entlang des Mastes 35 als eine Bodenabtragseinrichtung 40 eine Fräse 60 mit einer Führungsstange 52 verschiebbar angeordnet. Diese Bearbeitungseinrichtung 40 kann als Bearbeitungswerkzeug 42 zum Abtragen von Bodenmaterial Fräsräder 64 aufweisen, wie nachfolgend näher in Zusammenhang mit
Fig. 2 erläutert wird. - Die Fräse 60 gemäß
Fig. 2 weist einen kompakten Rahmen 61 auf, welcher hinsichtlich seiner Querschnittsdimensionen kleiner als der Querschnitt des Fräsloches ist, welches durch die Fräse 60 erzeugt wird. An der Unterseite des Rahmens 61 sind zwei nebeneinanderliegende plattenförmige Lagerschilder 62 angebracht, an deren Seitenflächen jeweils Fräsräder 64 gelagert sind. - Die Fräsräder 64 an einem Lagerschild 62 sind jeweils koaxial zueinander, so dass an jedem Lagerschild 62 ein Fräsradpaar gebildet ist. Entlang des Außenumfangs jedes Fräsrades 64 sind in grundsätzlich bekannter Weise Abtragselemente zum Abtragen, insbesondre Abfräsen von Bodenmaterial, ausgebildet. Die Fräsräder 64 werden jeweils paarweise über einen zugeordneten Antrieb 63 angetrieben, wobei die beiden vorgesehenen Antriebe 63 vorzugsweise in dem gehäuseartigen Rahmen 61 der Fräse 60 angeordnet sind.
- Der Rahmen 61 ist an einer Führungsstange 52 angebracht, in welcher zur Zuführung einer abbindbaren Suspension eine Suspensionszuführung 54 verläuft. Die rohrförmige Suspensionszuführung 54 mündet unterhalb des Rahmens 61 zwischen den beiden Paaren von Fräsrädern 64. In einem Fräsbetrieb kann so das von den Fräsrädern 64 abgetragene Bodenmaterial unmittelbar im Bereich der Fräsräder mit aus der Suspensionszuführung 54 ausströmenden abbindbaren Suspension durch die Bewegung der Fräsräder vermengt und in situ ein Bodenmörtel gebildet werden. Die radial vorstehenden Abtragselemente 66 können dabei unmittelbar auch als Mischelemente zum Vermischen des Fräskleins mit der Suspension dienen. Bevorzugt können auch zusätzliche paddelartige Mischelemente an den Fräsrädern 64 angeordnet sein.
- Ein Vermischen kann zudem durch plattenartige Abstreifer 68 unterstützt werden, welche an der Unterseite des Rahmens 61 angebracht sind und in den Bereich der reihenartig angeordneten Abtragselemente 66 zum Abstreifen von anhaftendem Bodenmaterial hineinreichen können. Durch die Drehbewegung der Fräsräder 64 und die Anordnung der Abstreifer 68 kann insbesondere ein Fördern der Mischung aus dem Fräsklein und der Suspension nach oben am Rahmen 61 vorbei in einen rückwärtigen Bereich des Frässchlitzes unterstützt werden.
- Der Vorgang und das Verfahren zum Bilden eines Gründungselementes 8 im Boden 1 ist schematisch in den
Figuren 3 und 4 weiter verdeutlicht. Die Fräse 60 mit den drehend angetriebenen Fräsrädern 64 wird über die Führungsstange 52 im Wesentlichen vertikal in den Boden 1 abgeteuft, wobei durch die drehenden Fräsräder 64 ein Loch 3 im Boden 1 erstellt wird. Das beim Fräsen abgetragene Bodenmaterial wird mit über die Suspensionszuführung 54 zugeleiteter abbindbarer Suspension in situ im Loch 3 durch die Fräsräder 64 zu einem Bodenmörtel 5 vermengt, welcher am Rahmen 61 der Fräse 60 vorbeiströmt und so das Loch 3 im Boden 1 ausfüllen und stützen kann, wie anschaulich inFig. 3 verdeutlicht ist. - Nach Erreichen einer Endtiefe kann nötigenfalls durch weiteres vertikales Auf- und-Abfahren der Fräse 60 im Loch 3 eine weitere Homogenisierung des Bodenmörtels 5 im Loch 3 durchgeführt werden. Nach Abschluss der Bearbeitung wird die Fräse 60 aus dem Loch 3 rückgezogen, wie in
Fig. 4 gezeigt ist. Der Bodenmörtel 5 im Loch 3 kann zu dem Gründungselement 8 abbinden. - Wie weiter
Fig. 4 zu entnehmen ist, kann die Fräse 60 mit der Führungsstange 52 entlang des Mastes 35 am Trägergerät 32 der Vorrichtung 30 geführt sein. - Über eine Zuführeinrichtung 20, welche insbesondere eine Suspensionspumpe 22 umfassen kann, wird über eine nur teilweise in
Fig. 4 dargestellte Zuführleitung 24 abbindbare Suspension, etwa eine Zementsuspension, aus einem nicht gezeigten Reservoir oder einer Misch- und Zubereitungsanlage zum oberen Ende der Führungsstange 52 in die rohrförmige Suspensionszuführung 54 gefördert. Über eine nicht dargestellte Steuereinrichtung können eine vertikale Verfahrbewegung der Fräse 60, eine Drehbewegung der Fräsräder 64 sowie eine Förderleistung der Zuführeinrichtung 20 aufeinander abgestimmt und bedarfsgerecht gesteuert werden. - In Zusammenhang mit den
Figuren 5 und 6 wird eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 50 erläutert, welche als ein Bohrgerät 70 ausgebildet ist. Das Bohrgerät 70 kann ebenfalls bevorzugt ein Trägergerät 32 mit einem Fahrwerk 30 aufweisen, welches insbesondere als ein Raupenfahrwerk ausgebildet sein kann. Auf dem Fahrwerk 30 kann vorzugsweise ein Oberwagen 34 angeordnet sein, welcher bevorzugt um eine vertikale Drehachse drehbar gelagert sein kann. An dem Trägergerät 32, insbesondere dem Oberwagen 34, kann ein im Betrieb im Wesentlichen vertikaler Mast 35 angebracht sein. - Entlang des Mastes 35 kann ein Bohrschlitten 72 linear verschiebbar gelagert und geführt sein. An dem Bohrschlitten 72 kann eine Bodenabtragseinrichtung 40 angeordnet sein, welche in dem dargestellten Ausführungsbeispiel etwa als eine Bohreinrichtung 80 mit drei nebeneinander angeordneten Bohrwerkzeugen 82 ausgebildet ist. Die Bohrwerkzeuge 82 können jeweils stangenförmig mit einem unteren Bohrkopf zum Abtragen von Bodenmaterial und einer sich daran anschließenden Förder- und Mischschnecke ausgebildet sein. Andere Ausgestaltungen des mindestens einen Bohrwerkzeuges 82 sind möglich, etwa mit getrennten Förder- und Mischsegmenten. Durch die vorzugsweise drei nebeneinander angeordneten Bohrwerkzeuge 82 kann im Boden 1 ein längliches Bohrloch 3 erstellt werden.
- Das von den jeweiligen Bohrköpfen abgetragene Bodenmaterial wird durch die Förderschnecken nach oben in einen rückwärtigen Bereich des Lochs 3 gefördert. Die Bohrwerkzeuge 82 können mit einem hohlen Seelenrohr ausgebildet sein, durch welches abbindbare Suspension bis in einen unteren Bereich der Bohrwerkzeuge 82 strömen und über nicht dargestellte Auslassöffnungen in das Loch 3 ausströmen kann. Die Suspension wird über eine schlauchartige Zuführleitung 24 von dem Trägergerät 32 an das obere Ende der Bohrwerkzeuge 82 im Bereich der Bohrantriebe 83 zugeleitet. Entlang den stangenförmigen Bohrwerkzeugen 82 können auch weitere Austrittsöffnungen für die Suspension zum Austritt im Bereich der Förderschnecken ausgebildet sein.
- Das abgetragene Bodenmaterial, welches durch die Bohrwerkzeuge 82 zumindest teilweise nach oben gefördert wird, kann so durch die Drehbewegung der Bohrwerkzeuge 82 und insbesondere der Förderschnecken mit der zugeleiteten abbindbaren Suspension zu dem Bodenmörtel 5 vermengt werden. Der so in situ erzeugte Bodenmörtel 5 kann in dem erzeugten Bohrloch zu einem gewünschten Gründungselement 8 aushärten.
- Gemäß
Fig. 7 ist eine mögliche Darstellung 90 auf einem Bildschirm oder ein möglicher Protokollgraph beispielhaft gezeigt. Dieser kann durch die Steuereinrichtung der Vorrichtung 50 beim Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens einem Gerätebediener auf einem Bildschirm der Maschine angezeigt und/oder ausgedruckt werden. In einem linken ersten Abschnitt 91 der Darstellung 90 kann ein Tiefenverlauf des Bearbeitungswerkzeuges 42 über die Zeit dargestellt sein. Der Darstellung 90 nachFig. 7 ist konkret zu entnehmen, dass das Bearbeitungswerkzeug 42 innerhalb von etwa 50 Minuten weitgehend gleichmäßig von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von etwa 12 Metern abgeteuft und anschließend in den nachfolgenden etwa 20 Minuten wieder von der Endtiefe zur Oberfläche rückgezogen wird. - In dem sich daran anschließenden zweiten Abschnitt 92 kann über die jeweilige Tiefe angezeigt werden, welche Menge an Suspension in welchem Tiefenabschnitt in das Loch 3 eingeleitet und eingearbeitet worden ist. Die jeweils eingearbeitete Suspensionsmenge wird als Balken 95 in Tiefenabschnitten von je 0,5 Metern dargestellt, wobei sich der zweite Abschnitt 92 auf das Einbringen von Suspension beim Abteufen des Bearbeitungswerkzeuges bezieht.
- Dem gegenüber kann in dem sich anschließenden dritten Abschnitt 93 die in jedem Tiefenabschnitt, welcher ebenso jeweils 0,5 Meter beträgt, die beim Ziehen des Bearbeitungswerkzeuges eingearbeitete Suspensionsmenge als Balken 95 angezeigt sein.
- Weiterhin kann in dem anschließenden rechten vierten Abschnitt 94 die über jeden Tiefenabschnitt eingearbeitete Gesamtmenge an Suspension beim Abteufen und beim Ziehen des Bearbeitungswerkzeuges 42 dargestellt sein. Es ist dabei darauf hinzuweisen, dass in der
Fig. 7 der Mengenmaßstab bezüglich der X-Achse in den Abschnitten 92, 93 und 94 unterschiedlich ist, während die Tiefenabschnitte betreffend die Y-Achse in den Abschnitten 91, 92, 93 und 94 gleich sein kann. - Durch die Steuereinrichtung kann angestrebt werden, dass in jedem Tiefenabschnitt möglichst die gleiche Menge an Suspension oder eine vorgegebene, für jeden Tiefenabschnitt unterschiedliche Menge an Suspension nach dem Abteufen und Ziehen eingebracht ist. Mit Hilfe der Auswertsoftware können vergleichbare Graphen auch für die ausgeführten Werkzeugumdrehungen je m Elementtiefe erzeugt werden. Während der Ausführung bekommt der Gerätefahrer vergleichbare Diagramme für die Suspensionsmenge und - je nach Verfahren - zusätzlich auch Werkzeugumdrehungen auf dem Arbeitsbildschirm in der Maschine angezeigt.
Claims (15)
- Verfahren zum Erstellen eines Gründungselementes (8) im Boden (1) aus einem Bodenmörtel (5), mit einer Bodenabtragseinrichtung (40) mit mindestens einem drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeug (42), wobei- das mindestens eine Bearbeitungswerkzeug (42) im Wesentlichen vertikal zum Boden (1) bewegt und durch das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug (42) unter Ausbilden eines Loches (3) im Boden (1) Bodenmaterial abgetragen wird,- in das Loch (3) eine abbindbare Suspension zugeführt wird und- das abgetragene Bodenmaterial zumindest teilweise in dem Loch (3) verbleibt und in situ durch das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug (42) mit der zugeführten Suspension zum Bilden des Bodenmörtels (5) vermengt wird,- wobei der gebildete Bodenmörtel (5) nach dem Rückziehen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges (42) aus dem Loch (3) zu dem Gründungselement (8) im Boden (1) aushärtet,- wobei zumindest das vertikale Bewegen des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges (42), die Drehbewegung des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges (42), das Zuführen von Suspension und mindestens eine Dimensionierung des Gründungselementes (8) Verfahrensparameter darstellen,dadurch gekennzeichnet,dass das Verfahren mit einer Steuereinrichtung zumindest abschnittsweise automatisch durchgeführt wird, wobei in die Steuereinrichtung zumindest ein Verfahrensparameter als ein Vorgabewert eingegeben wird, unddass abhängig von dem mindestens einen eingegebenen Vorgabewert durch die Steuereinrichtung mindestens ein restlicher Verfahrensparameter eingestellt und gesteuert wird.
- Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verfahrensparameter mindestens einen der folgenden Parameter umfassen oder zusätzlich aufweisen: Drehzahl des Bearbeitungswerkzeuges (42), Drehrichtung des Bearbeitungswerkzeuges (42), Drehmoment des Bearbeitungswerkzeuges (42), Anzahl der Drehungen je Tiefenvorschub des Bearbeitungswerkzeuges (42), vertikale Bewegungsgeschwindigkeit oder vertikale Vorschubkraft beim Absenken oder Ziehen des Bearbeitungswerkzeuges (42), Zuführrate an Suspension, Zuführmenge an Suspension, oder eine Kombination hiervon. - Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug (42) ein Bohrwerkzeug (82) umfasst, welches um eine im Wesentlichen vertikal gerichtete Bohrachse drehend angetrieben wird, wobei das Loch (3) durch Bohren erstellt wird. - Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug (42) ein Fräsrad (64) umfasst, welches um eine im Wesentlichen horizontal gerichtete Fräsradachse drehend angetrieben wird, wobei das Loch (3) durch Fräsen erstellt wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein drehend angetriebenes Bearbeitungswerkzeug (42) mindestens ein Abtragselement (66), durch welches Bodenmaterial abgetragen und zerkleinert wird, und/oder mindestens ein Mischelement aufweist, durch welches abgetragenes Bodenmaterial mit der zugeführten Suspension vermischt wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass in die Steuereinrichtung als Vorgabewerte eine Zuführung von Suspension in das Loch (3) und eine Bewegung des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges (42), insbesondere eine Drehung des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges (42), eingegeben werden, und dass abhängig von den eingegebenen Vorgabewerten durch die Steuereinrichtung ein im Wesentlichen vertikales Bewegen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges (42) eingestellt wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Steuereinrichtung ein vertikales Absenken des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges (42) eingestellt wird, sofern dies kein Vorgabewert ist, und/oder ein vertikales Ziehen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges (42) eingestellt wird, sofern dies kein Vorgabewert ist. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Steuereinrichtung eine Drehung des Bearbeitungswerkzeuges (42) und/oder eine Zuführrate und/oder eine Zuführmenge an Suspension eingestellt wird, sofern diese keine Vorgabewerte sind. - Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Steuereinrichtung die Zuführeinrichtung (20), insbesondere eine Suspensionspumpe (22), gesteuert wird, durch welche Suspension in das Loch (3) zugeführt wird. - Vorrichtung zum Erstellen eines Gründungselementes im Boden (1) aus einem Bodenmörtel (5), insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit einer Bodenabtragseinrichtung (40) mit mindestens einem drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeug (42), wobei die Vorrichtung (30) ausgebildet ist,- das mindestens eine Bearbeitungswerkzeug (42) im Wesentlichen vertikal zum Boden (1) zu bewegen und durch das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug (42) unter Ausbilden eines Loches (3) im Boden (1) Bodenmaterial abzutragen,- mittels einer Zuführeinrichtung (20) in das Loch (3) eine abbindbare Suspension zuzuführen und- in situ in dem Loch (3) durch das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug (42) die zugeführte Suspension mit abgetragenen Bodenmaterial zum Bilden des Bodenmörtels (5) zu vermengen,- wobei der gebildete Bodenmörtel (5) nach dem Rückziehen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges (42) aus dem Loch (3) zu dem Gründungselement (8) im Boden (1) aushärtet,- wobei zumindest das vertikale Bewegen des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges (42), die Drehbewegung des mindestens einen Bearbeitungswerkzeuges (42), das Zuführen von Suspension und mindestens eine Dimensionierung des Gründungselementes (8) Verfahrensparameter darstellen,dadurch gekennzeichnet,dass eine Steuereinrichtung vorgesehen und ausgebildet ist, mit welcher zumindest abschnittsweise das Erstellen des Gründungselementes (8) automatisch durchführbar ist, wobei in die Steuereinrichtung zumindest ein Verfahrensparameter als ein Vorgabewert eingegeben ist, undabhängig von den eingegebenen Vorgabewerten durch die Steuereinrichtung ein im Wesentlichen vertikales Bewegen des mindestens einen drehend angetriebenen Bearbeitungswerkzeuges (42) eingestellt wird.
- Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (30) als ein Bohrgerät (70) ausgebildet ist, bei dem das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug (42) ein Bohrwerkzeug (82) umfasst, welches um eine im Wesentlichen vertikal gerichtete Bohrachse drehend angetrieben ist. - Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bohrgerät (70) mehrere Bohrwerkzeuge (82) aufweist, welche parallel nebeneinander angeordnet sind. - Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (30) als eine Fräse, insbesondere Schlitzwandfräse (50), ausgebildet ist, bei welcher das mindestens eine drehend angetriebene Bearbeitungswerkzeug (42) ein Fräsrad (64) aufweist, welches um eine im Wesentlichen horizontal gerichtete Fräsradachse drehend angetrieben ist. - Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fräse mehrere Fräsräder (64) aufweist, insbesondere zwei Fräsradpaare, welche parallel nebeneinander angeordnet sind. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Suspensionspumpe (22) zum Zuführen von Suspension in das Loch (3) angeordnet ist, wobei die Suspensionspumpe (22) durch die Steuereinrichtung gesteuert ist.
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