EP4699744A2 - Meissel mit langer standzeit - Google Patents

Meissel mit langer standzeit

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EP4699744A2
EP4699744A2 EP25222482.9A EP25222482A EP4699744A2 EP 4699744 A2 EP4699744 A2 EP 4699744A2 EP 25222482 A EP25222482 A EP 25222482A EP 4699744 A2 EP4699744 A2 EP 4699744A2
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EP
European Patent Office
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section
area
chisel
hardness
core
Prior art date
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Pending
Application number
EP25222482.9A
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English (en)
French (fr)
Inventor
Árpád Horváth
Bertalan Kecskés
Gabor Rakonczai
Norbert Tajthi
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Hilti AG
Original Assignee
Hilti AG
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Publication date
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Pending legal-status Critical Current

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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B25HAND TOOLS; PORTABLE POWER-DRIVEN TOOLS; MANIPULATORS
    • B25DPERCUSSIVE TOOLS
    • B25D17/00Details of, or accessories for, portable power-driven percussive tools
    • B25D17/02Percussive tool bits
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B28WORKING CEMENT, CLAY, OR STONE
    • B28DWORKING STONE OR STONE-LIKE MATERIALS
    • B28D1/00Working stone or stone-like materials, e.g. brick, concrete or glass, not provided for elsewhere; Machines, devices, tools therefor
    • B28D1/26Working stone or stone-like materials, e.g. brick, concrete or glass, not provided for elsewhere; Machines, devices, tools therefor by impact tools, e.g. by chisels or other tools having a cutting edge
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B25HAND TOOLS; PORTABLE POWER-DRIVEN TOOLS; MANIPULATORS
    • B25DPERCUSSIVE TOOLS
    • B25D2222/00Materials of the tool or the workpiece
    • B25D2222/21Metals
    • B25D2222/42Steel

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Mining & Mineral Resources (AREA)
  • Heat Treatment Of Articles (AREA)
  • Percussive Tools And Related Accessories (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft einen Meißel (10), der einen Arbeitsabschnitt (12), einen Schaftabschnitt (14), eine Schlagfläche (16) und eine durch den Arbeitsabschnitt (12), den Schaftabschnitt (14) und die Schlagfläche (16) verlaufende Längsachse (L) aufweist. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass in einem quer zur Längsachse (L) verlaufenden Querschnitt des Arbeitsabschnitts (12) ein erster struktureller Kernbereich (KB1) eine erste Kern-Härte (HK1) aufweist, die wesentlich geringer ist als eine erste Außen-Härte (HA1) in einem ersten Außenbereich (AB1) außerhalb des ersten strukturellen Kernbereichs (KB1) des selben Querschnitts. Ferner wird ein Verfahren (1000) zur Herstellung eines solchen Meißels (10) vorgestellt. Der Meißel (10) zeichnet sich durch eine besonders lange Langlebigkeit aus.

Description

  • Die Erfindung geht aus von einem Meißel, der einen Arbeitsabschnitt, einen Schaftabschnitt und eine Schlagfläche und eine durch den Arbeitsabschnitt, den Schaftabschnitt und die Schlagfläche verlaufende Längsachse aufweist.
  • Solche Meißel werden auf Baustellen zur meißelnden Bearbeitung von mineralischem Gestein, beispielsweise Beton, eingesetzt. Während des Einsatzes nutzt sich der Arbeitsabschnitt ab, sodass sich aus der kumulierten Nutzung von einem ersten Einsatz bis zu einem letzten möglichen Einsatz, nachdem der Arbeitsabschnitt maximal abgenutzt ist, eine theoretisch maximal mögliche Nutzungsdauer, also die maximale, theoretische Standzeit, ergibt.
  • Insbesondere bei intensivem Einsatz solcher Meißel in stark armierten Stahlbeton können die Meißel brechen, sodass sich ihre maximale, tatsächliche Standzeit in diesen Fällen erheblich verkürzt.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, gattungsgemäße Meißel mit einem geringen Bruchrisiko anzubieten. Weiter ist ein Verfahren zur Herstellung solcher Meißel wünschenswert.
  • Gelöst wird die Aufgabe durch einen Meißel, der einen Arbeitsabschnitt, einen Schaftabschnitt, eine Schlagfläche und eine durch den Arbeitsabschnitt, den Schaftabschnitt und die Schlagfläche verlaufende Längsachse aufweist. In einem quer zur Längsachse verlaufenden Querschnitt des Arbeitsabschnitts weist ein erster struktureller Kernbereich eine erste Kern-Härte auf, die wesentlich geringer ist als eine erste Außen-Härte in einem ersten Außenbereich außerhalb des ersten strukturellen Kernbereichs des selben Querschnitts.
  • Somit kann der Meißel im Bereich des Arbeitsabschnitts Material unterschiedlicher Härten aufweisen. Insbesondere kann der Meißel im Bereich des Arbeitsabschnitts im Inneren weicher als an seiner Oberfläche sein.
  • Im Gegenzug kann im Inneren, insbesondere im ersten strukturellen Kernbereich, eine höhere Zähigkeit vorliegen als an der Oberfläche und / oder im ersten Außenbereich.
  • In Untersuchungen der Anmelderin hat sich gezeigt, dass bei solchen Meißeln das Risiko von Brüchen äußerst gering ist.
  • Unter einem "wesentlichen" Unterschied zweier Werte einer Messgröße kann dabei ein Unterschied von wenigstens 10%, insbesondere von wenigstens 20%, verstanden werden.
  • Dementsprechend kann unter einem unwesentlichen Unterschied der zwei Werte eine Abweichung von beispielsweise weniger als 10 Prozent, insbesondere von weniger als 5%, verstanden werden.
  • Als Längsachse kann auch, beispielsweise bei einem nicht rotationssymmetrischen Meißel wie beispielsweise einem Kanalmeißel, eine Längsebene des Meißels angesehen werden.
  • Der Arbeitsabschnitt kann Stege, Vorsprünge und / oder dergleichen aufweisen. Diese können eingerichtet sein, das Risiko eines Festsetzens in einem zu bearbeiteten Untergrund zu verringern.
  • Härteangaben können insbesondere im Verfahren gemäß Vickers bestimmt sein. Alternativ oder ergänzend können Härteangaben auch nach Rockwell, beispielsweise gemäß Skala C, bestimmt sein.
  • In einem Querschnitt des Schaftabschnitts kann ein zweiter struktureller Kernbereich eine zweite Kern-Härte aufweisen.
  • Die zweite Kern-Härte kann wesentlich geringer sein als eine zweite Außen-Härte in einem zweiten Außenbereich außerhalb des zweiten Kernbereichs des selben Querschnitts.
  • Insbesondere kann somit der Schaftabschnitt einen im Verhältnis zu seiner Oberfläche weichen Kern aufweisen.
  • Die erste Kern-Härte kann wesentlich größer sein als die zweite Kern-Härte, sodass der Arbeitsabschnitt insgesamt härter ist als der Schaftabschnitt. Der Arbeitsabschnitt und damit der Meißel kann somit weiterhin eine hohe theoretisch maximal mögliche Standzeit aufweisen.
  • Die erste Kern-Härte kann wesentlich geringer sein als die zweite Außen-Härte.
  • Der erste strukturelle Kernbereich weist Anlassmartensit auf, insbesondere kann der erste strukturelle Kernbereich aus Anlassmartensit bestehen. Die Anlassmartensit-enthaltende Mikrostruktur kann durch wenigstens zweifache Wärmebehandlung, insbesondere unter anderem unter Verwendung von wenigstens einer Schock-Induktionswärmebehandlung, erzeugt sein.
  • Der erste Außenbereich weist Martensit auf, insbesondere besteht der erste Außenbereich aus Martensit. Die Mikrostruktur kann durch wenigstens eine Induktionswärmebehandlung erzeugt sein.
  • Der den ersten Außenbereich und den ersten strukturellen Kernbereich umfassende Querschnitt des Meißels kann einen geometrischen Kernbereich aufweisen, der durch die flächengrößte, in den Querschnitt einbeschriebene Ellipse definiert ist.
  • Besonders bruchfeste Meißel können dann ein Flächenverhältnis des ersten strukturellen Kernbereichs zum geometrischen Kernbereich im Bereich von 40 bis 80 % aufweisen.
  • In den Rahmen der Erfindung fällt des Weiteren ein Verfahren zur Herstellung eines Meißels mit dem vorangehend und / oder nachfolgend beschriebenen Merkmalen, wobei ein Meißelrohling, der einen Arbeitsabschnitt, einen Schaftabschnitt und eine Schlagfläche und eine durch den Arbeitsabschnitt, den Schaftabschnitt und die Schlagfläche verlaufende Längsachse aufweist, bearbeitet wird.
  • Der Meißelrohling kann noch nicht wärmebehandelt sein.
  • Das Verfahren umfasst eine Induktionswärme-Behandlung des Arbeitsabschnitts, wobei sowohl der erste Außenbereich als auch der erste Kernbereich gehärtet werden, und eine Induktionswärme-Schockbehandlung des Arbeitsabschnitts, sodass der erste Außenbereich eine wesentlich größere Härte aufweist als der erste Kernbereich.
  • Vorzugsweise wird dabei zunächst die Induktionswärme-Behandlung und anschließend die Induktionswärme-Schockbehandlung durchgeführt.
  • Die Induktionswärme-Schockbehandlung kann sich über den gesamten Meißel, insbesondere über den Arbeitsabschnitt und den Schaftabschnitt, erstrecken.
  • Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die dort gezeigten Merkmale sind nicht notwendig maßstäblich zu verstehen und derart dargestellt, dass die erfindungsgemäßen Besonderheiten deutlich sichtbar gemacht werden können. Die verschiedenen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten der Erfindung verwirklicht sein.
  • In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
  • Es zeigen:
  • Fig. 1
    einen Meißel,
    Fig. 2
    ein Härtediagramm eines Meißels,
    Fig. 3
    einen schematischen Längsschnitt durch einen Meißel,
    Fig. 4a und 4b
    schematische Querschnitte verschiedener Meißel mit Markierungen von geometrischen und strukturellen Kernbereichen,
    Fig. 5
    ein Flussdiagramm eines Verfahrens, und
    Fig. 6a und 6b
    Diagramme experimentell ermittelter Standzeiten von Meißeln.
  • In der nachfolgenden Beschreibung der Figuren werden zur Erleichterung des Verständnisses der Erfindung für gleiche oder sich funktional entsprechende Elemente jeweils die gleichen Bezugszeichen verwendet.
  • Fig. 1 zeigt einen Meißel 10. Der Meißel 10 ist als Spitzmeißel ausgebildet. Er weist einen Arbeitsabschnitt 12, einen Schaftabschnitt 14 und eine Schlagfläche 16 auf. An dem freien Ende seines Arbeitsabschnitts 12 weist der Meißel 10 eine Spitze 18 auf.
  • Durch den Arbeitsabschnitt 12, den Schaftabschnitt 14 und die Schlagfläche 16 verläuft eine Längsachse L.
  • Der Meißel 10 kann durch Schläge auf seine Schlagfläche 16, beispielsweise mithilfe einer im Bereich der Schlagfläche 16 montierten Werkzeugmaschine (in Fig. 1 nicht dargestellt), in einen Untergrund 20 getrieben werden. Der Untergrund 20 ist im Beispiel gemäß Fig. 1 ein mineralischer Untergrund, beispielsweise Stahlbeton.
  • Im in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel des Meißels 10 weist der Arbeitsabschnitt 12 mehrere Rippen 22 auf. Zur Vereinfachung der Darstellung ist in Fig. 1 lediglich eine der Rippen 22 mit einem Bezugszeichen versehen. Die Rippen 22 können eingerichtet sein, ein Festsetzen des Meißels im Untergrund 20 zu verhindern oder zumindest das Risiko eines solchen Festsetzens zu reduzieren.
  • Über die Lebensdauer des Meißels 10 hinweg nutzt sich üblicherweise der Arbeitsabschnitt 12, aber nicht oder allenfalls in unwesentlichem Maße der Schaftabschnitt 14 ab. Der Meißel 10 erreicht sein maximales Nutzungsende, wenn der Arbeitsabschnitt 12 vollständig oder zumindest bis zu einem bestimmten Minimum verkürzt, ist, sofern es nicht zuvor zu einem Bruch oder einer ähnlich schweren Beschädigung des Meißels 10 kommt.
  • Am Schaftabschnitt 14 ist ein Einsteckende 24 ausgebildet. Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel kann das Einsteckende 24 als Sechskant ausgebildet sein und / oder einen solchen umfasst. Denkbar ist alternativ auch, dass das Einsteckende 24 einem anderen Standard, beispielsweise einem gewöhnlich als "SDS-Plus" oder "SDS-Max" bezeichneten Standard, entspricht.
  • Fig. 2 zeigt ein Härtediagramm zu lokalen Härten des Meißels 10 entlang seiner Längsachse L. Im Diagramm entspricht die Abszisse der jeweiligen Position entlang der Längsachse L.
  • In Fig. 2 ist dabei jeweils ein Verlauf von Härten in Außenbereichen so wie in Kernbereichen entsprechend der jeweiligen Position x bzw. dem jeweiligen Querschnitt an der Position x entlang der Längsachse L abgebildet.
  • Fig. 3 zeigt eine schematische Längsschnittansicht des Meißels 10 entlang der Längsachse L, sodass zu erkennen ist, auf welche Abschnitte sich die Härten gemäß Fig. 2 jeweils beziehen.
  • In Fig. 3 sind ein erster struktureller Kernbereich KB1, ein erster, radial um den ersten strukturellen Kernbereich KB1 umlaufender, erster Außenbereich AB1 sowie ein zweiter struktureller Kernbereich KB2 mit einem um diesen radial umlaufenden zweiten Außenbereich AB2 abgebildet.
  • Der Meißel 10 weist im Bereich seines Arbeitsabschnitts 12 in dem ersten strukturellen Kernbereich KB1 als Härte eine erste Kernhärte HK1 auf. Die erste Kernhärte HK1 ist wesentlich geringer als eine Härte in dem ersten Außenbereich AB1, im Folgenden als erste Außenhärte HA1 bezeichnet, außerhalb des ersten strukturellen Kernbereichs KB1 innerhalb des selben Querschnitts des Arbeitsabschnitts 12. Die erste Kernhärte HK1 beträgt zwischen 50 und 80 Prozent, beispielsweise zwischen 60 und 70 Prozent, der ersten Außenhärte HA1. Beispielsweise kann die erste Kernhärte HK1 im Bereich von 400 und 450 HV sein. Die erste Außenhärte HA1 kann im Bereich von 600 bis 650 HV sein.
  • Ein zweiter struktureller Kernbereich KB2, der entlang des Schaftabschnitts 14 ausgebildet ist, weist zumindest in einem Querschnitt eine Härte, im Folgenden als zweite Kernhärte HK2 bezeichnet, auf. Diese ist wesentlich geringer als eine zweite Außenhärte HA2 in einem zweiten Außenbereich AB2 außerhalb des zweiten strukturellen Kernbereichs KB2 des selben Querschnitts des Schaftabschnitts 14.
  • Wie in Fig. 2 zu erkennen, ist die Kernhärte HK1 ist wesentlich grösser als die zweite Kernhärte HK2.
  • In den Außenbereichen AB1 und AB2 können die Härten entlang der Längsachse L konstant oder zumindest im Wesentlichen konstant sein. Insbesondere können die erste Außenhärte HA1 und die zweite Außenhärte HA2 gleich oder zumindest im Wesentlichen gleich sein.
  • Fig. 2 zeigt ferner, dass die erste Kernhärte HK1 wesentlich geringer ist als die erste Außenhärte HA1. Sie ist zudem, insbesondere dann, wenn die erste und die zweite Außenhärte HA1 und HA2 gleich oder zumindest im Wesentlichen gleich sind, wesentlich geringer als die zweite Außenhärte HA2.
  • Aus Fig. 3 ist ferner entnehmbar, dass sich die Mikrostruktur des ersten Außenbereichs AB1 von der des ersten strukturellen Kernbereichs KB1 unterscheidet.
  • Der erste Außenbereich AB1 ist aus Martensit ausgebildet. Er kann vollständig gehärtet sein. Dagegen ist der erste strukturelle Kernbereich KB1 aus Anlassmartensit ausgebildet.
  • Die Spitze 18 kann ebenfalls aus Martensit ausgebildet sein. Denkbar ist jedoch auch, insbesondere nach einer gewissen Abnutzung des Meißels 10 und insbesondere der Spitze 18, wenn der erste strukturelle Kernbereich KB1 bis in die Spitze 18 reicht, dass die Spitze 18 alternativ oder ergänzend Anlassmartensit aufweist.
  • Im Inneren des Schaftabschnitts 14, insbesondere im zweiten strukturellen Kernbereich KB2, können andere Mikrostrukturen, insbesondere Perlit und / oder Ferrit, vorliegen.
  • Fig. 4a und Fig. 4b zeigen beispielhaft Querschnitte verschiedener Meißel 10. Die Querschnitte stammen jeweils aus jeweiligen Arbeitsabschnitten 12 (siehe Fig. 1). Fig. 4a zeigt Querschnitte von Spitzmeißeln, wohingegen Fig. 4b Querschnitte von Flachmeißeln zeigt.
  • In den einzelnen Beispielquerschnitten sind jeweils die jeweiligen ersten Kernbereiche KB1 markiert sowie zugehörige geometrische Kernbereiche KG. Die geometrischen Kernbereiche KG sind dabei definiert als flächengrößte, in den jeweiligen Querschnitt des Arbeitsabschnitts 12 eingeschriebene Ellipsen.
  • Die Flächenverhältnisse der jeweils ersten strukturellen Kernbereiche KB1 zu den jeweils zu diesen zugehörigen geometrischen Kernbereichen KG liegt im Bereich von 30 bis 90 Prozent, insbesondere im Bereich 40 bis 80 Prozent. Beispielsweise ist das Verhältnis des Durchmessers dKB1 des im Querschnitt kreisförmigen ersten strukturellen Kernbereichs KB1 zum Durchmesser dAB1 des zugehörigen Außenbereichs AB1 bei dem ersten Spitzmeißel von links in Fig. 4a ca. 63%, sodass sich ein Flächenverhältnis von 0,4, entsprechend also 4 * 101 Prozent, ergibt.
  • Fig. 5 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens 1000 zur Herstellung eines Meißels 10.
  • In einer Vorbereitungsphase 1010 wird zunächst ein Meißelrohling hergestellt, der einen Arbeitsabschnitt 12, einen Schaftabschnitt 14 und eine Schlagfläche 16 aufweist.
  • Der herzustellende Meißelrohling weist eine längliche Form auf, so dass durch dessen Arbeitsabschnitt 12, den Schaftabschnitt 14 und die Schlagfläche 16 eine Längsachse L verläuft.
  • In einer Wärmephase 1020 wird der Arbeitsabschnitt 12 wärmebehandelt mittels Induktionswärme. Bei diesem ersten Aufheizen erreichen sowohl der erste Außenbereich AB1 als auch der erste strukturelle Kernbereich KB1 eine homogene Austenitisationstemperatur. Infolge hinreichend schneller Abkühlung wird der volle Querschnitt des Arbeitsabschnitts 12 gehärtet. Dabei wird somit sowohl der erste Außenbereich AB1 als auch der erste strukturelle Kernbereich KB1 zu Martensit umgewandelt und entsprechend gehärtet.
  • In einer nachfolgenden Schockwärmephase 1030 wird nun der Arbeitsabschnitt 12 Schock-wärmebehandelt mit Hilfe einer Induktionswärme-Schockbehandlung. Dadurch wird der erste Außenbereich AB1 weiter gehärtet. Dadurch erhält der erste Außenbereich AB1 eine wesentlich größere Härte als der ersten strukturellen Kernbereich KB1. Im ersten strukturellen Kernbereich KB1 hingegen kommt es durch die Schock-Wärmebehandlung allenfalls zu einem geringeren Temperaturanstieg als im ersten Außenbereich AB1. Insbesondere kann ein Erreichen einer Austenitisierungstemperatur vermieden werden, sodass zumindest im Wesentlichen keine weitere allotrope Umwandlung mehr stattfindet. Im ersten strukturellen Kernbereich KB1 kann sich eine Phase umfassend α + Fe3C ausbilden.
  • Der Schaftabschnitt 14 kann vor der Schock-Wärmebehandlung wärmebehandelt werden.
  • Die Anmelderin hat Vergleichsuntersuchungen zur Lebensdauer von Meißeln 10, insbesondere hergestellt gemäß dem Verfahren 1000, im Vergleich zu bereits bekannten Vergleichsmeißeln angestellt.
  • Dazu sind in einer ersten Versuchsreihe mit einem handelsüblichen Meißelhammer mit einer Schlagenergie im Bereich von 25 bis 30 J pro Schlag zu prüfende Meißel über bis zu sechs Stunden in stark armiertem, Stahlbeton, insbesondere mit dreilagigen Stahlarmierungen mit Durchmesser 16 mm und Teilungen von 150 x 150 mm, und Beton der Klasse C25/30 GK32, getestet worden.
  • Bei insgesamt 10 Vergleichsmeißeln ergab sich eine Ausfallrate von ca. 50 % innerhalb der Testdauer von höchstens sechs Stunden. Dagegen ergab sich unter 40 Meißeln 10 kein einziger Ausfall über die jeweilige Höchstdauer der Testungen von sechs Stunden.
  • Im Rahmen einer zweiten Versuchsreihe wurden Rotationsbiegetests durchgeführt und die Anzahlen der Zyklen erfasst, die der jeweils getestete Meißel Stand hält. Ein Zyklus entspricht dabei einer vollständigen Umdrehung.
  • Wie dem Diagramm gemäß Fig. 6a zu entnehmen ist, erreichten von den Vergleichsmeißeln BM1, BM2, BM3, BM4 und BM5 lediglich zwei Meißel eine Lebensdauer von wenigstens 100.000 Zyklen. Keiner der Vergleichsmeißel überstand mehr als 150.000 Zyklen. Zwei der fünf Vergleichsmeißel erreichten nicht einmal 100.000 Zyklen.
  • Hingegen überstanden alle getesteten Meißel 10 wie im Diagramm gemäß Fig. 6b dargestellt, 150.000 Zyklen. Einzelne der Meißel 10 erreichten sogar Lebensdauern bis knapp unter 500.000 Zyklen.
  • Somit ist das Bruchrisiko der getesteten Meißel 10 gegenüber den getesteten Vergleichsmeißeln erheblich gesenkt.
  • Bezugszeichenliste
  • 10
    Meißel
    12
    Arbeitsabschnitt
    14
    Schaftabschnitt
    16
    Schlagfläche
    18
    Spitze
    20
    Untergrund
    22
    Rippe
    24
    Einsteckende
    1000
    Verfahren
    1010
    Vorbereitungsphase
    1020
    Wärmephase
    1030
    Schockwärmephase
    AB1
    Außenbereich
    AB2
    Außenbereich
    HA1
    Außenhärte
    HA2
    Außenhärte
    HK1
    Kernhärte
    HK2
    Kernhärte
    KB1
    struktureller Kernbereich
    KB2
    struktureller Kernbereich
    KB2
    struktureller Kernbereich
    KG
    geometrischer Kernbereich
    L
    Längsachse
    dAB1
    Durchmesser
    dKB1
    Durchmesser
    x
    Position

Claims (8)

  1. Meißel (10), der einen Arbeitsabschnitt (12), einen Schaftabschnitt (14), eine Schlagfläche (16) und eine durch den Arbeitsabschnitt (12), den Schaftabschnitt (14) und die Schlagfläche (16) verlaufende Längsachse (L) aufweist, wobei in einem quer zur Längsachse (L) verlaufenden Querschnitt des Arbeitsabschnitts (12) ein erster struktureller Kernbereich (KB1) eine erste Kern-Härte (HK1) aufweist, die wesentlich geringer ist als eine erste Außen-Härte (HA1) in einem ersten Außenbereich (AB1) außerhalb des ersten strukturellen Kernbereichs (KB1) des selben Querschnitts
    dadurch gekennzeichnet,.
    dass der erste strukturelle Kernbereich (KB1) Anlassmartensit aufweist und er erste Außenbereich (AB1) Martensit aufweist.
  2. Meißel nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Querschnitt des Schaftabschnitts (14) ein zweiter struktureller Kernbereich (KB2) eine zweite Kern-Härte (HK1) aufweist, die wesentlich geringer ist als eine zweite Außen-Härte (HA2) in einem zweiten Außenbereich (AB2) außerhalb des zweiten strukturellen Kernbereichs (KB2) des selben Querschnitts.
  3. Meißel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kern-Härte (HK1) wesentlich größer ist als die zweite Kern-Härte (HK2).
  4. Meißel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kern-Härte (HK1) wesentlich geringer ist als die zweite Außen-Härte (HA2).
  5. Meißel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste strukturelle Kernbereich (KB1) aus Anlassmartensit besteht.
  6. Meißel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Außenbereich (AB1) aus Martensit besteht.
  7. Meißel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der den ersten Außenbereich (AB1) und den ersten strukturellen Kernbereich (KB1) umfassende Querschnitt des Meißels (10) einen geometrischen Kernbereich (KG) aufweist, der durch die flächengrößte, in den Querschnitt einbeschriebene Ellipse definiert ist, wobei das Flächenverhältnis des ersten strukturellen Kernbereichs (KB1) zum geometrischen Kernbereich (KG) im Bereich von 40 bis 80 % beträgt.
  8. Verfahren (1000) zur Herstellung eines Meißels (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Meißelrohling, der einen Arbeitsabschnitt (12), einen Schaftabschnitt (14) und eine Schlagfläche (16) und eine durch die den Arbeitsabschnitt (12), den Schaftabschnitt (14) und die Schlagfläche (16) verlaufende Längsachse (L) aufweist, bearbeitet wird, umfassend
    - eine Induktionswärme-Behandlung des Arbeitsabschnitts (12), wobei sowohl der erste Außenbereich (AB1) als auch der erste Kernbereich (KB1) gehärtet werden, und
    - eine Induktionswärme-Schockbehandlung des Arbeitsabschnitts (12), sodass der erste Außenbereich (AB1) eine wesentlich größere Härte aufweist als der erste Kernbereich (KB1).
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