LU103132B1 - Verfahren und Vorrichtung zur effizienten Reduktion von Kohlendioxidemissionen - Google Patents

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Claudia Berger
Eike Willms
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Thyssenkrupp Ind Solutions Ag
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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kohlendioxidabtrennungsanlage, wobei die Kohlendioxidabtrennungsanlage eine Altbaustoffzuführung, eine Zerkleinerungsvorrichtung, eine Befeuchtungsvorrichtung 55 und eine Umsetzungsvorrichtung 60 aufweist, wobei die Altbaustoffzuführung mit der Zerkleinerungsvorrichtung zur Überführung von Altbaustoff verbunden ist, wobei die Zerkleinerungsvorrichtung mit der Befeuchtungsvorrichtung 55 zur Überführung von zerkleinertem Altbaustoff verbunden ist, wobei die Befeuchtungsvorrichtung 55 mit der Umsetzungsvorrichtung 60 zur Überführung von befeuchtetem Altbaustoff verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzungsvorrichtung 60 ein Gegenstromreaktor ist, wobei die Umsetzungsvorrichtung 60 an der Unterseite eine Gaszuführung 63 für das zu reinigende Gas aufweist, wobei die Umsetzungsvorrichtung 60 an der Oberseite eine Feststoffzuführung 61 aufweist, wobei die Feststoffzuführung 61 mit der Befeuchtungsvorrichtung 55 zur Überführung von befeuchtetem Altbaustoff verbunden ist, wobei die Umsetzungsvorrichtung 60 an der Unterseite einen Feststoffauslass 62 aufweist.

Description

Verfahren und Vorrichtung zur effizienten Reduktion von Kohlendioxidemissionen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, um mit Altbaustoffen, zum Beispiel Zementstein,
Kohlendioxid sicher zu binden.
In zunehmenden Maße wird es notwendig, natürliche Ressourcen zu schonen und auf recyceltes Material zurückzugreifen. Ebenso sind die Emissionen von Kohlendioxid als
Ursache für die globale Erwärmung kritisch. Daher wird zunehmend auf die Abtrennung von Kohlendioxid aus dem Abgas und dessen dauerhafte Speicherung oder Nutzung gesetzt. Eine mögliche Form ist die Einbringung als verflüssigtes Kohlendioxid zur unterirdischen Speicherung. Dieses Verfahren ist jedoch nicht unumstritten, da ein dauerhafter Verbleib nicht zwangsläufig garantiert ist und bei einem Entweichen damit der Treibhauseffekt wieder verstärkt werden würde, zumal für Abtrennung und Lagerung weitere Energie benötigt wird und damit potentiell wieder Kohlendioxid produziert wird.
Eine der Kohlendioxid-intensiven Industrien ist die Zementindustrie. Zum einen wird für den Prozess viel Energie benötigt, was bei den herkömmlichen fossilen Brennstoffen zu einer Kohlendioxid-Emission führt. Zum anderen wird aus dem Rohmaterial, beispielsweise Kalkstein, Kohlendioxid prozessbedingt freigesetzt.
Auf der anderen Seite fallen bei Abriss von Beton-Bauwerken große Mengen von Altbeton an. Daher wird derzeit diskutiert, Beton wiederaufzubereiten, um beispielsweise neuen
Zement herzustellen. Hierbei ist jedoch problematisch, dass beispielsweise Sand und der abgebundene Zement schwer trennbar miteinander vermischt und verbunden sind. Die sandfreie oder wenigstens sandarme Komponente des Altbetons wird auch als
Altzementstein bezeichnet. Es ist bekannt, dass Beton während der Lebensdauer
Kohlendioxid aufnehmen kann, jedoch nur einen Bruchteil des bei der Herstellung aus dem Kalkstein freigesetzten Kohlendioxids. Nach langer Zeit, beispielsweise bei sehr alten Gebäuden, kann dieser Wert bei etwa 20 % bezogen auf den Calciumgehalt des
Betons liegen, es wird also sehr langsam und damit über lange Zeiträume in etwa 1/5 des ursprünglich freigesetzten Kohlendioxids wieder aufgenommen.
Aus der WO 2020 / 058 247 A1 ist ein Verfahren und eine Anlage zum Aufbereiten von
Material, das Zementstein enthält, bekannt.
Aus der EP 3 656 750 A2 ist die Verwendung von Kohlendioxid aus und für Zement bekannt.
Aus der nachverôffentlichten DE 10 2022 132 073 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur effizienten Reduktion von Kohlendioxidemissionen bekannt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein sicheres und dauerhaftes Verfahren zur Abtrennung und Speicherung von Kohlendioxid bereitzustellen ohne dabei einen aufwändigen, insbesondere energieaufwändigen Prozess zu benötigen, der selbst eine neue
Emissionsquelle darstellt.
Gelôst wird diese Aufgabe durch Kohlendioxidabtrennungsanlage mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie durch das Verfahren mit den in Anspruch 7 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den Zeichnungen.
Die erfindungsgemäße Kohlendioxidabtrennungsanlage weist eine Altbaustoffzuführung, eine Zerkleinerungsvorrichtung, eine Befeuchtungsvorrichtung und eine
Umsetzungsvorrichtung auf. Die Altbaustoffzuführung ist mit der
Zerkleinerungsvorrichtung zur Überführung von Altbaustoff verbunden. Die
Zerkleinerungsvorrichtung ist mit der Befeuchtungsvorrichtung zur Überführung von zerkleinertem Altbaustoff verbunden. Die Befeuchtungsvorrichtung ist mit der
Umsetzungsvorrichtung zur Überführung von befeuchtetem Altbaustoff verbunden. Der
Feststoffstrom fließt also von der Zerkleinerungsvorrichtung Über die
Befeuchtungsvorrichtung zur Umsetzungsvorrichtung. Derartige oder ähnliche Anlagen sind aus dem Stand der Technik bekannt, beispielsweise aus der nachveröffentlichten
DE 10 2022 132 073. Die Umsetzung zwischen dem Altbaustoff und dem Kohlendioxid erfolgt dabei entweder in einem Schlammreaktor, einem Wirbelbettreaktor, einem
Steigrohrreaktor oder einem Mischer. Alle diese Verfahren haben ihre Vorteile und
Nachteile. Zum einen läuft die Reaktion nur in Gegenwart von Wasser ab, sodass aufgrund der notwendigen Feuchte beispielsweise Wirbelschichten oder pneumatische
Förderung problematisch werden können und gleichzeitig durch die vergleichsweise starke Austrocknung auch weitere Probleme aufwerfen können. Daher wird erfindungsgemäß eine Umsetzungsvorrichtung verwendet, die die Nachteile aus dem
Stand der Technik vermeidet.
Erfindungsgemäß ist die Umsetzungsvorrichtung ein Gegenstromreaktor. Der
Feststoffstrom des Altbaustoffes wird also im Gegenstrom zum zu reinigenden
Kohlendioxid-haltigen Gas geführt. Im Gegensatz dazu ist bei einem Steigrohrreaktor ein
Gleichstrom gegeben, bei einem Wirbelbett eine Strömung in erster Näherung senkrecht zueinander. Daher weist die Umsetzungsvorrichtung an der Unterseite eine
Gaszuführung für das zu reinigende Kohlendioxid-haltige Gas auf. Die
Umsetzungsvorrichtung weist an der Oberseite eine Feststoffzuführung auf. Die
Feststoffzuführung ist mit der Befeuchtungsvorrichtung zur Überführung von befeuchtetem Altbaustoff verbunden. Die Umsetzungsvorrichtung weist an der Unterseite einen Feststoffauslass auf. Der Gasstrom wird durch diesen Aufbau in der
Umsetzungsvorrichtung in erster Näherung von unten nach oben und der Feststoffstrom von oben nach unten geführt. Hierbei ist nicht nur eine senkrechte Anordnung, sondern auch eine schräge Anordnung möglich, wesentlich ist, dass die Schwerkraft die
Förderung des Feststoffstromes sicherstellt. Durch diesen Aufbau wird in einfacher
Weise eine einfache Prozessführung möglich, insbesondere können so sehr leicht größere Verweilzeiten ermöglicht werden. Beispielsweise und insbesondere weist die
Umsetzungsvorrichtung ein Schüttbett auf. Der Altbaustoff füllt also den Innenraum der
Umsetzungsvorrichtung größtenteils aus und liegt als eine Schüttung vor, welche durch den Auftrag von oben und die Entnahme von unten, vergleichsweise langsam durch die
Umsetzungsvorrichtung wandert. Das Kohlendioxid-haltige Gas strömt in Gegenrichtung durch die Schüttung und hat dadurch Zeit zur Reaktion. Gleichzeitig wird dadurch eine schnellere Sättigung des Gasstromes mit Feuchtigkeit erreicht, sodass ein zu starkes
Austrocknen, wie beispielsweise in einer Wirbelschicht, verhindert wird. Alternativ zu einem Schüttbett kann der Effekt auch durch ein langsames Durchrieseln des
Feststoffstromes erreicht werden, was wiederum durch geeignete Einbauten innerhalb der Umsetzungsvorrichtung erreicht werden kann.
Die Umsetzungsvorrichtung kann zur kontinuierlichen Förderung des Feststoffstromes oder für ein zyklisches Befüllen und Entleeren (Batch-Betrieb) ausgelegt sein.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Umsetzungsvorrichtung eine mechanische Ausbringvorrichtung auf. Die mechanische Ausbringvorrichtung kann beispielsweise eine Schnecke oder ein Räumgerät sein. Es kann sich aber auch um eine in den Boden integrierte mechanische Ausbringvorrichtung handeln, welche zum Beispiel auch bei der Einbringung und Förderung von Ersatzbrennstoffen in Brennöfen bekannt sind. Hierdurch wird eine seitliche Ausbringung am unteren Ende möglich und dennoch eine flächige Zuführung des Kohlendioxid-haltigen Gases nicht blockiert.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Zerkleinerungsvorrichtung eine Mahlkörpermühle und einen Sichter auf. Alternativ kann die
Zerkleinerungsvorrichtung auch eine Rollenmühle, eine Walzenmühle oder eine
Schwingmühle aufweisen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist zwischen der
Zerkleinerungsvorrichtung und der Befeuchtungsvorrichtung eine Speichervorrichtung angeordnet. Dieses kann ein einfacher Bunker sein und dient dazu,
Stoffstromschwankungen auszugleichen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Umsetzungsvorrichtung einen
Feuchtigkeitssensor und eine weitere Befeuchtungsvorrichtung auf. Beispielsweise auf halber Höhe kann der Feuchtigkeitssensor angeordnet sein, um den Feuchtegehalt des
Feststoffstromes zu erfassen. Die Befeuchtungsvorrichtung kann hierbei ober- oder unterhalb des Feuchtigkeitssensors angeordnet sein. Hierdurch kann die Feuchte im
Feststoffstrom innerhalb des Korridors von vorzugsweise 5 bis 25 Gew.-% gehalten werden. Natürlich können auch weitere Feuchtigkeitssensoren und
Befeuchtungsvorrichtungen vorgesehen sein.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die
Kohlendioxidabtrennungsanlage eine erste Umsetzungsvorrichtung und eine zweite
Umsetzungsvorrichtung auf. Die Umsetzungsvorrichtung und die zweite
Umsetzungsvorrichtung sind an der Unterseite gasführend verbunden. Die erste
Umsetzungsvorrichtung und die zweite Umsetzungsvorrichtung werden alternierend zyklisch gefüllt und betrieben analog einem Gegenstrom-Regenerativ-Schachtofens (GGR-Schachtofen). Beide Umsetzungsvorrichtungen sind mit einer Schüttung aus
Altbaustoff gefüllt. Beispielsweise wird die zweite Umsetzungsvorrichtung von oben nach unten mit Kohlendioxid-haltigem Gas durchstrômt. In der zweiten Umsetzungsvorrichtung befindet sich Altbaustoff, welcher in einem vorhergehenden Zyklus bereits Kohlendioxid gebunden hat. In dieser Phase wird durch das Durchstrômen der Altbaustoff getrocknet und gleichzeitig das Kohlendioxid-haltige Gas befeuchtet. Dadurch wird zum einen eine
Trocknung des Altbaustoffs in der ersten Umsetzungsvorrichtung stark reduziert und gleichzeitig das Produkt getrocknet, sodass auf eine getrennte Trocknung verzichtet werden kann. Die erste Umsetzungsvorrichtung wird entsprechend von unten nach oben vom Kohlendioxid-haltigen Gas durchstrômt und es findet so die Reaktion zwischen dem
Altbaustoff und dem Kohlendioxid statt. Nach Abschluss des Zyklus wird die zweite
Umsetzungsvorrichtung entleert durch Entnahme des Altbaustoffs an der Unterseite und gleichzeitig oder anschließend von oben erneut befüllt. Zusätzlich wird die
Strömungsrichtung des Kohlendioxid-haltigen Gases umgedreht. Dieses strömt nun oben in die erste Umsetzungsvorrichtung und trocknet nun den in dem ersten Zyklus bereits mit Kohlendioxid umgesetzten Altbaustoff und strömt dann in der zweiten
Umsetzungsvorrichtung von unten nach oben durch den frischen Altbaustoff und setzt diesen um. Somit wird immer eine Umsetzungsvorrichtung zum Trocknen des Produkts und Befeuchten des Gasstromes verwendet und die andere Umsetzungsvorrichtung zur eigentlichen Umsetzung.
In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Bindung von
Kohlendioxid an einen Altbaustoff. Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf: a) Bereitstellen eines Altbaustoffes, b) Zerkleinern des Altbaustoffes auf eine maximale Partikelgröße von 1 mm, c) Befeuchten des Altbaustoffes auf eine Feuchte von 5 bis 25 Gew.-%, d) Einbringen des Altbaustoffes in eine Schüttung in einer Umsetzungsvorrichtung an der Oberseite der Umsetzungsvorrichtung, e) Durchströmen der Umsetzungsvorrichtung mit einem Kohlendioxid-haltigem Gas von unten nach oben, f) Entnehmen des carbonatisierten Altbaustoffes an der Unterseite der
Umsetzungsvorrichtung.
Für das Verfahren wird bevorzugt die erfindungsgemäße
Kohlendioxidabtrennungsanlage verwendet und die erfindungsgemäße
Kohlendioxidabtrennungsanlage ist besonders gut für das erfindungsgemäße Verfahren geeignet.
Die Schritte a), b) und c) betreffen Vorbereitungsschritte.
Die Schritte d), e) und f) betreffen den eigentlichen und wesentlichen
Umsetzungsprozess und dessen erfindungsgemäße Umsetzung. Die Schritte d), e) und f) können hierbei kontinuierlich oder diskontinuierlich durchgeführt werden.
Bevorzugt erfolgt eine kontinuierliche Durchführung, es wird also konstant Altbaustoff gemäß Schritt d) in die Umsetzungsvorrichtung eingebracht, in der
Umsetzungsvorrichtung von Kohlendioxid-haltigem Gas gemäß Schritt e)von unten nach oben durchstrômt und gemäß Schritt f) an der Unterseite wieder entnommen. Es liegt also beispielsweise eine kontinuierliche wandernde Schüttung vor.
Alternativ kann das Verfahren diskontinuierlich durchgeführt werden, wobei zunächst ein
Befüllen der Umsetzungsvorrichtung in Schritt d) erfolgt, und nach einer Umsetzung in
Schritt e) die Entnahme in Schritt f). Selbst in diesem Fall können die Schritte d) und f) zeitgleich durchgeführt werden.
Erfindungswesentlich ist eben, dass eine Einbringung des Feststoffstromes von oben und damit ein schwerkraftgetriebener Feststofftransport erfolgt und die Gasströmung im
Gegenstrom erfolgt. Durch diese Anordnung lassen sich zum ersten die Verweilzeit in sehr guter und einfacher Weise leicht geeignet einstellen, zum zweiten stellt die
Feuchtigkeit des Feststoffstromes kein Problem für den Stofftransport dar und zum dritten kann das Problem der Austrocknung minimiert werden.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die Umsetzung im Schritt e) bei 20 °C bis 80 °C durchgeführt. Bevorzugt wird die Umsetzung im Schritt e) bei 60 °C bis 80 °C durchgeführt.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die Verweilzeit zwischen Schritt d) und Schritt f) in der Umsetzungsvorrichtung für den Altbaustoff zwischen 30 s und
20 min gewählt. Bevorzugt wird die Verweilzeit zwischen Schritt d) und Schritt f) in der
Umsetzungsvorrichtung für den Altbaustoff zwischen 2 min und 7 min gewählt.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird zwischen Schritt d) und Schritt f) an wenigstens einer Position in der Umsetzungsvorrichtung der Feuchtigkeitsgehalt des
Altbaustoffes bestimmt. Hierdurch kann ermittelt werden, ob der Altbaustoff noch die ausreichende Feuchte aufweist, insbesondere ob diese noch über 5 Gew.-%, bevorzugt über 10 Gew.-%, liegt.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt zwischen Schritt d) und Schritt f) an wenigstens einer Position in der Umsetzungsvorrichtung eine Befeuchtung des
Altbaustoffes. Hierdurch kann eine Austrocknung durch den Gasstrom effizient kompensiert werden und auf eine zu hohe Anfangsfeuchte verzichtet werden, wodurch die Verklumpungsneigung reduziert werden kann.
Nachfolgend ist die erfindungsgemäße Kohlendioxidabtrennungsanlage anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1 Kohlendioxidabtrennungsanlage
Fig. 2 Umsetzungsvorrichtung
In Fig. 1 ist eine beispielhafte Kohlendioxidabtrennungsanlage gezeigt. In einem
Altbaustofflager 10 wird Altbaustoff bereitgestellt. Insbesondere handelt es sich bei dem
Altbaustoff um aufgearbeiteten Beton, welcher insbesondere auf eine maximale
Partikelgröße von 60 mm gebrochen wird. Für dieses Verfahren wird dann nur die
Fraktion mit einer Partikelgröße von weniger als 150 um verwendet, da aufgrund der
Brucheigenschaften des Betons in dieser Fraktion der Anteil an Zementstein besonders hoch und der Anteil an Siliziumdioxid besonders gering ist. Diese Fraktion des aufbereiteten Betons wird beispielsweise in dem Altbaustofflager 10 zur Verfügung gestellt.
Als Zerkleinerungsvorrichtung wird eine Mahlkörpermühle 20 mit anschließendem Sichter eingesetzt. Die im Sichter 40 abgetrennte Grobfraktion wird der Mahlkörpermühle 20 wieder zugeführt. Die Feinfraktion des Sichters 40 wird in einem Staubabscheider 30 abgetrennt und in eine Speichervorrichtung 50 überführt. Das aus der Mahlkôrpermühle 20 kommende Gas wird über einen Staubabscheider 30 geführt und der abgeschiedene
Staub dem Stoffstrom des gemahlenen Altbaustoffes wieder zugeführt.
Aus der Speichervorrichtung 50 wird der Altbaustoff über eine Befeuchtungsvorrichtung 55 geführt und beispielsweise auf 15 Gew.-% Feuchte befeuchtet und anschlieBend über die Feststoffzuführung 61 in die Umsetzungsvorrichtung 60 eingebracht. Von unten wird in die Umsetzungsvorrichtung 60 über die Gaszuführung 63 Kohlendioxid-haltiges Gas zugeführt und durch den Altbaustoff im Gegenstrom geführt und anschließend durch den
Gasauslass wieder abgegeben, welcher sich an der Oberseite der
Umsetzungsvorrichtung 60 befindet. Um mitgeschleppten Altbaustoff abzuscheiden wird dieses Gas durch einen Staubabscheider geführt und das abgeschiedene Material dem
Produkt zugeführt. Der Altbaustoff reagiert in der Umsetzungsvorrichtung 60 mit dem
Kohlendioxid und wird entsprechend umgesetzt dann Uber den Feststoffauslass 62 an der Unterseite der Umsetzungsvorrichtung 60 entnommen und in das Produktlager 70 überführt. Um Das Produkt aus der Umsetzungsvorrichtung 60 zu entnehmen, weist die
Umsetzungsvorrichtung 60 beispielsweise eine Schnecke als Ausbringvorrichtung auf.
Fig. 2 zeigt eine alternative Bauweise einer aus zwei Umsetzungsvorrichtungen 60 bestehenden Baugruppe. Beide Umsetzungsvorrichtungen 60 werden diskontinuierlich und wechselweise betrieben. Uber die Feststoffzuführungen 61 werden die
Umsetzungsvorrichtungen 60 mit Altbaustoff gefüllt. In einem ersten Zyklus wird beispielsweise das zu reinigende Kohlendioxidhaltige Gas zunächst oben in die rechte
Umsetzungsvorrichtung 60 geleitet, nach unten geführt und Uber die Verbindung an der
Unterseite in die linke Umsetzungsvorrichtung 60 geführt. Dort steigt das Gas im
Gegenstrom zum Altbaustoff auf und wird über den an der Oberseite angeordneten
Gasauslass 64 wieder abgegeben. Nach dem Ende des Zyklus wird die rechte
Umsetzungsvorrichtung 60 über den Feststoffauslass 62 entleert und über die
Feststoffzuführung 61 wieder neu befüllt. Im folgenden nächsten Zyklusschritt wird dann die Gasrichtung umgedreht und das Gas zunächst in die linke Umsetzungsvorrichtung 60 eingeleitet, durchstrômt diese von oben nach unten, wird an der Unterseite in die linke
Umsetzungsvorrichtung 60 überführt und strömt dann nach oben und wird über den
Gasauslass 64 abgegeben. Am Ende des zweiten Zyklusschritts wird dann die rechte
Umsetzungsvorrichtung 60 über den Feststoffauslass 62 entleert und die
Feststoffzuführung 61 neu befüllt. Danach beginnt wieder der erste Zyklusschritt.
Bezugszeichen
Altbaustofflager 20 Mahlkörpermühle 30 Staubabscheider 40 Sichter 50 Speichervorrichtung 10 55 Befeuchtungsvorrichtung 60 Umsetzungsvorrichtung 61 Feststoffzuführung 62 Feststoffauslass 63 Gaszuführung 64 Gasauslass 70 Produktlager

Claims (11)

Patentansprüche
1. Kohlendioxidabtrennungsanlage, wobei die Kohlendioxidabtrennungsanlage eine Altbaustoffzuführung, eine Zerkleinerungsvorrichtung, eine Befeuchtungsvorrichtung (55) und eine Umsetzungsvorrichtung (60) aufweist, wobei die Altbaustoffzuführung mit der Zerkleinerungsvorrichtung zur Überführung von Altbaustoff verbunden ist, wobei die Zerkleinerungsvorrichtung mit der Befeuchtungsvorrichtung (55) zur Überführung von zerkleinertem Altbaustoff verbunden ist, wobei die Befeuchtungsvorrichtung (55) mit der Umsetzungsvorrichtung (60) zur Überführung von befeuchtetem Altbaustoff verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzungsvorrichtung (60) ein Gegenstromreaktor ist, wobei die Umsetzungsvorrichtung (60) an der Unterseite eine Gaszuführung (63) für das zu reinigende Gas aufweist, wobei die Umsetzungsvorrichtung (60) an der Oberseite eine Feststoffzuführung (61) aufweist, wobei die Feststoffzuführung (61) mit der Befeuchtungsvorrichtung (55) zur Überführung von befeuchtetem Altbaustoff verbunden ist, wobei die Umsetzungsvorrichtung (60) an der Unterseite einen Feststoffauslass (62) aufweist.
2. Kohlendioxidabtrennungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzungsvorrichtung (60) ein Schüttbett aufweist.
3. Kohlendioxidabtrennungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzungsvorrichtung (60) eine mechanische Ausbringvorrichtung aufweist.
4. Kohlendioxidabtrennungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zerkleinerungsvorrichtung eine Mahlkörpermühle (20) und einen Sichter (40) aufweist.
5. Kohlendioxidabtrennungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Zerkleinerungsvorrichtung und der Befeuchtungsvorrichtung (55) eine Speichervorrichtung (50) angeordnet ist.
6. Kohlendioxidabtrennungsanlage nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzungsvorrichtung (60) einen Feuchtigkeitssensor und eine weitere Befeuchtungsvorrichtung aufweist.
7. Verfahren zur Bindung von Kohlendioxid an einen Altbaustoff, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist: a) Bereitstellen eines Altbaustoffes, b) Zerkleinern des Altbaustoffes auf eine maximale Partikelgröße von 1 mm, c) Befeuchten des Altbaustoffes auf eine Feuchte von 5 bis 25 Gew.-%, d) Einbringen des Altbaustoffes in eine Schüttung in einer Umsetzungsvorrichtung (60) an der Oberseite der Umsetzungsvorrichtung (60), e) Durchströmen der Umsetzungsvorrichtung (60) mit einem Kohlendioxid- haltigem Gas von unten nach oben, f) Entnehmen des carbonatisierten Altbaustoffes an der Unterseite der Umsetzungsvorrichtung (60).
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung im Schritt e) bei 20 °C bis 80 °C durchgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verweilzeit zwischen Schritt d) und Schritt f) in der Umsetzungsvorrichtung (60) für den Altbaustoff zwischen 30 s und 20 min gewählt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Schritt d) und Schritt f) an wenigstens einer Position in der Umsetzungsvorrichtung (60) der Feuchtigkeitsgehalt des Altbaustoffes bestimmt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Schritt d) und Schritt f) an wenigstens einer Position in der Umsetzungsvorrichtung (60) eine Befeuchtung des Altbaustoffes erfolgt.
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