LU88641A1 - Tuerblaetter in Natursteinausfuehrung - Google Patents
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Description
Türblätter in Natursteinausführung
Die vorliegende Erfindung betrifft Türblätter in Natursteinausführung.
Naturstein wie zum Beispiel Granit oder Marmor hat in den letzten Jahren alsnaturnahes Material im Innenausbau stark an Beliebtheit gewonnen. So sindzum Beispiel massive Arbeitsplatten aus Naturstein für Küchen und Badezim¬mer stark gefragt.
Nun besitzt jedoch Naturstein den Nachteil, daß er als Material verhältnismäßigschwer und bruchempfindlich ist. Aus diesem Umstand ergeben sich für dieHerstellung insbesondere von Türblättern einige Probleme. So stellt sich z.B.das Problem, daß die Scharniere mit denen das Türblatt an seinem Rahmenbefestigt ist der Belastung durch das hohe Gewicht der Tür nicht gewachsensind. Dies gilt sowohl für normale Zimmertüren als auch für Schranktüren.
Um diese Probleme zu umgehen hat man z.B. Türelemente für Badezimmer-und Küchenschränke hergestellt, bei denen relativ dünne Marmorplatten inmassive und relativ breite Holzrahmen gefaßt sind. Bei den so hergestelltenTürblättern läßt sich das Gewicht zwar vergleichsweise niedrig halten, diedünnen Marmorplatten sind jedoch relativ bruchempfindlich und man mußaußerdem Abstriche bei der Gestaltungsfreiheit in Kauf nehmen. Dies giltbesonders für die Auswahl der Materialien, d.h. des Holzes und der Steines,die man aus ästhetischen Gründen nicht beliebig miteinander kombinierenkann. Dies liegt zum einen an den unterschiedlichen Farben der sehr unter¬schiedlichen Materialien, zum anderen spielt hier auch die Maserung desHolzes und das Muster in dem Stein eine entscheidende Rolle.
Da man den einfassenden Holzrahmen aus Gründen der Ästhetik nicht beliebigbreit machen kann um gewisse Flächenverhältnisse von Stein zu Holz nicht zuunterschreiten, steht man darüber hinaus insbesondere bei Zimmertürenwieder vor dem Problem, daß solche Steinplatten Ausmaße erreichen beidenen sich das Gewichtsproblem wieder stellt. Der Impuls den eine solcheschwere Steinplatte zum Beispiel beim Anschlägen an den Türrahmen mit hoher Geschwindigkeit infolge eines Luftzuges aufnimmt, muß dann von derEinfassung aus Holz aufgenommen werden. Ein solcher Impuls kann allerdingseine beträchtliche Größenordnung erreichen, was dazu führen kann, daß dieSteinplatte in dem Holzrahmen bricht oder daß der Holzrahmen aufreißt unddie Steinplatte aus dem Rahmen herausfällt.
Ein weiterer Nachteil sind die unterschiedlichen Eigenschaften von Holz undStein. Während Holz im Laufe der Zeit arbeitet und seine Form geringfügigverändert, ist Naturstein äußerst formbeständig. Hinzu kommt, daß Holz auchauf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen sehr stark reagieren kann. DerSitz der Natursteinplatte in dem Holzrahmen kann sich also mit der Zeitlockern, wodurch die Gefahr daß der Holzrahmen aufreißt noch steigt.
Alles in allem ist die Kompromißlösung, die das Einfassen der Steinplatte durcheinen Holzrahmen zweifellos darstellt, also in vielerlei Hinsicht völlig unzurei¬chend.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es folglich, die Benutzung von Natur¬stein bei der Herstellung von Türblättern ohne wesentliche Einschränkungenzu ermöglichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Türblatt in Naturstein¬ausführung, umfassend: eine erste Natursteinplatte die derart ausgenommen ist, daß sie eine Kasten¬form ausbildet, wobei die Dicke der ersten Natursteinplatte im wesentlichen derDicke des Türblattes entspricht, eine zweite Natursteinplatte welche an der ersten Natursteinplatte derartbefestigt wird, daß die Kastenöffnung in der ersten Natursteinplatte abgedecktist und einen abgeschlossenen Hohlraum ausbildet, undein erstes Füllelement mit einem wesentlich geringeren spezifischen Gewichtals der Naturstein, das den Hohlraum zwischen den beiden Natursteinplattenauffüllt und flächig mit der ersten und der zweiten Natursteinplatte derartverbunden ist, daß es Druck- und Biegebeanspruchungen aufnehmen kann.
Ein derart zusammengesetztes Türblatt weist aufgrund des geringen spezifi¬schen Gewichtes des Füllelementes ein wesentlich geringeres Gewicht auf alsein vergleichbares Türblatt aus massiven Naturstein. Je nach Dicke dereinzelnen Steinplatten und Tiefe der Ausnehmung beträgt die Gewichtser¬sparnis bis zu 70 % des Gewichtes eines massiven Türblattes. Diese Ge¬wichtsersparnis bringt natürlich einen großen Vorteil im Hinblick auf dieGestaltungsfreiheit für derart zusammengesetzte Türblätter. So kann mansolche Türblätter in jeder gewünschten Größe herstellen, ohne daß es späterzu einer kritischen Überbelastung der Scharniere kommt. Darüber hinauskönnen z.B. Schränke die mit den vorgeschlagenen Türblättern ausgestattetsind ohne Probleme hängend installiert werden.
Ein wesentlicher Vorteil der vorgeschlagenen Türblätter ist die Tatsache, daßdie Gewichtsersparnis ohne Stabilitätsverlust erreicht wird. In der Tat kann dasFüllelement, das den Hohlraum auffüllt, Druckkräfte aufnehmen die senkrechtauf die Seitenflächen des Türblattes wirken. Es verhindert dadurch, daß eineder Natursteinplatten eingedrückt wird und zerbricht. Da das Füllelement mitden beiden Natursteinplatten flächig verbunden ist, kann es neben den be¬schriebenen Druckkräften ebenfalls eine Biegebeanspruchung aufnehmen. DieBruchgefahr für das Türblatt wird herabgesetzt. Auch die Tatsache, daß dieerste Natursteinplatte derart ausgenommen wird, daß sie eine Kastenformausbildet trägt wesentlich zur Stabilität des Türblattes bei. Die erste Natur¬steinplatte bildet einen durchgehenden Rahmen für das Füllelement, wodurchdas Türblatt z.B. sehr verwindungssteif wird und die Biegebeanspruchung derbeiden Natursteinplatten deutlich reduziert wird. Darüber hinaus ist die Kantezwischen Kastenboden und Kastenwänden, die i.a. später die vordere Kantedes Türblattes darstellt, massiv und daher wesentlich weniger bruchempfindlichals eine Kante an der zwei Steinplatten aufeinanderstoßen. Zudem läßt sichbei der vorgeschlagenen Tür diese Kante sehr leicht bearbeiten, z.B. abrun¬den. Diese Bearbeitung kann schon vor dem Ausnehmen der ersten Natur¬steinplatte erfolgen, wodurch eine Zerstörung bei der Bearbeitung ausge¬schlossen werden kann. Ein weiterer Vorteil einer solchen massiven Kante gegenüber einer Kante an der zwei Steinplatten aufeinanderstoßen ist dieTatsache, daß hier keine Fugen und Ritzen entstehen durch die Feuchtigkeit indas Türblatt eindringen kann.
In einer bevorzugten Ausführung umfaßt das erste Füllelement eine Platte ausvielzelligem Material, deren Ausmaße im wesentlichen den Ausmaßen desHohlraumes zwischen den beiden Natursteinplatten entsprechen. Ein solchesvielzelliges Material besitzt i.a. ein sehr geringes spezifisches Gewicht beigleichzeitig hoher Festigkeit. Darüber hinaus weisen solche Materialien gutethermische Isolationseigenschaften auf. Die Temperatur des Türblattes erreichtschneller die Umgebungstemperatur, wodurch z.B. bei einem Badezimmer¬schrank ein Beschlagen der Tür weitestgehend verhindert wird.
Vorzugsweise umfaßt das erste Füllelement weiterhin mindestens eine Ver¬stärkungseinlage. Diese kann zum Beispiel zwei Schichten aus Glasfasernumfassen, welche mit je einer der beiden Seitenflächen der Platte flächigverbunden sind. Eine solche Verstärkungseinlage ist in der Lage, die Biegebe¬anspruchungen, die lokal auf das Türblatt wirken, aufzunehmen und auf einegrößere Fläche gleichmäßig zu verteilen. Hierdurch werden die lokal wirkendenKräfte unterhalb eine kritische Belastung abgesenkt und ein Bruch des Türblat¬tes kann verhindert werden. Die Verwendung von zwei Glasfaserlagen bietetdabei den Vorteil, daß jede der beiden Natursteinplatten direkt flächig mit einersolchen Schicht verklebt werden kann. Die in einer der Natursteinplattenauftretenden Spannungen können somit direkt an die jeweilige Glasfaserlageabgegeben werden. Dies gewährleistet einen optimalen Schutz gegen Durch¬bruch der Platte. Daneben verhindern die beiden Glasfaserlagen, daß einauftretender kleiner Riß in einer der Natursteinplatten sich weiterbildet undsomit zu einer ernsthaften Bruchgefahr für die Natursteinplatte wird.
Die Platte aus vielzelligem Material umfaßt vorteilhaft eine Platte aus Polyuret¬han-Hartschaum. Dieses sehr kostengünstige Material eignet sich hervorra¬gend als Füllelement, da es in verschiedenen Dichten und Festigkeitenerhältlich ist und da es leicht zu bearbeiten ist. Weiterhin bewirkt die geschlos- sene Struktur der Zellen in dem Material, daß keine Feuchtigkeit aufgenommenwird. Dies gewährleistet eine sehr vorteilhafte Unempfindlichkeit des Türblattesgegenüber Feuchtigkeit, was insbesondere bei Badezimmertüren enormwichtig ist.
Alternativ hierzu kann die Platte aus vielzelligem Material eine Wabenstrukturaufweisen. Dieses Material wird bevorzugt dann verwendet, wenn die Stabilitätdes Türblattes höchste Priorität besitzt und die Empfindlichkeit gegen Feuch¬tigkeit eher zweitrangig ist.
In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist das Türblatt weiterhingekennzeichnet durch eine Aussparung in der ersten Natursteinplatte, welche in den Boden derKastenform ausgeführt ist, durch eine dritte Natursteinplatte, welche auf der ersten Natursteinplatte derartbefestigt wird, daß die Aussparung in der ersten Natursteinplatte abgedeckt ist,und durch ein zweites Füllelement, dessen Ausmaße im wesentlichen gleich derAusmaße der Aussparung sind, wobei das zweite Füllelement in der Ausspa¬rung angeordnet ist und flächig mit dem ersten Füllelement und der drittenNatursteinplatte verbunden ist.
Auf diese Weise ist es möglich, die Frontseite des Türblatts mit einer Profilie¬rung zu versehen, ohne dabei einen wesentlichen Gewichtszuwachs desTürblattes in Kauf zu nehmen. Die Form der aufgesetzten dritten Naturstein¬platte kann hierbei beliebig sein. Diese Art der Profilierung kann man gegebe¬nenfalls wiederholen, z.B. eine vierte Natursteinplatte die einen Ausschnitt inder dritten Natursteinplatte abdeckt, und so eine mehrstufige Profilierung desTürblattes erreichen.
Dabei umfassen das erste und das zweite Füllelement vorteilhaft den gleichenWerkstoff.
Zum flächigen Verbinden der verschiedenen Elemente kann zum Beispiel einKitt auf der Basis von Epoxydharz verwendet werden. Diese Kleber zeichnen sich neben ihren ausgezeichneten Klebwerten auch durch eine gute Tempera¬turbeständigkeit aus.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen vonTürblättern aus Naturstein, das folgende Schritte umfaßt:
Ausnehmen einer ersten Natursteinplatte, derart daß die erste Natursteinplatteeine Kastenform ausbildet, wobei die Höhe des Kastens im wesentlichen derDicke der Tür entspricht; flächiges Einkleben eines Füllelementes in die Ausnehmung der erstenNatursteinplatte, wobei die Ausmaße des Füllelementes im wesentlichen denAusmaßen der Ausnehmung entsprechen;
Befestigen einer zweiten Natursteinplatte derart, daß die Kastenöffnung derersten Natursteinplatte mit dem darin eingeklebten Füllelement abgedeckt ist,wobei die zweite Natursteinplatte flächig mit dem Füllelement verklebt wird.
Im folgenden wird nun eine bevorzugte Ausführung der Erfindung anhand derbeiliegen den Figuren beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 :einen Ausschnitt aus einer Explosionszeichnung einer bevorzugtenAusführung eines Türblattes;
Fig.2: einen Ausschnitt eines Schnitts durch ein erfindungsgemäßes Türblatt.
Fig. 1 zeigt in einem Ausschnitt die verschiedenen Hauptteile die zur Herstel¬lung eines erfindungsgemäßen Türblattes nötig sind. Diese umfassen eineerste Natursteinplatte 2, ein Füllelement 4 und eine zweite Natursteinplatte 6.
Die erste Natursteinplatte 2 besitzt im wesentlichen die Ausmaße der herzustel¬lenden Tür. An einer ihrer beiden Hauptflächen, ihrer Rückseite, ist in die ersteNatursteinplatte 2 eine Ausnehmung 8 eingefräst. Die Ausnehmung 8 ist derartausgeführt, daß die Natursteinplatte 2 eine Kastenform ausbildet. Die Wand¬stärke des Kastens liegt dabei bei etwa 3 bis 8 mm.
Die Vorderseite der ersten Natursteinplatte 2 bildet nachher die Frontfläche derfertigen Tür. Sie ist daher im allgemeinen glatt poliert, die Kanten zu denSeitenflächen können gerundet sein und die Fläche kann mit aufgesetzten
Leisten o.ä. aus Stein verziert sein. Solche Verzierungen können allerdingsauch als in die Natursteinplatte gefräste Profile ausgebildet sein.
Die zweite Natursteinplatte 6 dient zum Abdecken der Ausnehmung 8 in derersten Natursteinplatte 2; sie bildet somit auch die Rückseite der Tür. Sie weisteine Dicke von etwa 2 bis 5 mm auf und ist bevorzugt aus dem gleichen Steingeschnitten wie die erste Natursteinplatte 2, so daß die Vorder- und Rückseiteder fertigen Tür die gleiche Farbe und Musterung aufweisen. Dadurch entstehtoptisch der Eindruck einer massiven Steintür. Die zweite Natursteinplatte 6kann die gleiche Fläche aufweisen wie die erste Natursteinplatte 2. In diesemFall wird sie von hinten auf die Ränder 10 der Kastenform in der erstenNatursteinplatte 2 aufgeklebt. In einer alternativen Ausführung weist die zweiteNatursteinplatte 6 die gleiche Fläche auf wie die Ausnehmung 8 in der erstenNatursteinplatte 2. In diesem Fall erfolgt die Befestigung der zweiten Natur¬steinplatte 6 in der Ausnehmung 8 derart, daß die zweite Natursteinplatte 6hinten bündig mit den Rändern 10 der ersten Natursteinplatte 2 abschließt. Inbeiden Fällen kann man die Fuge zwischen den beiden Natursteinplatten 2 und6 mit einem Kitt aus Kleber und Natursteinstaub ausspachteln und nach demAushärten des Klebers durch Polieren derart glätten, daß sie praktisch nichtmehr sichtbar ist.
Durch das Abdecken der Ausnehmung 8 in der ersten Natursteinplatte 2 durchdie zweite Natursteinplatte 6 bildet sich beim Zusammenbau ein Hohlraum aus.In diesem Hohlraum wird das Füllelement 4 angeordnet. Dem Füllelement 4kommt u.a. die Aufgabe zu Druckkräfte aufzunehmen, die senkrecht auf diebeiden Türflächen wirken, und somit zu verhindern, daß die beiden Natur¬steinplatten 2 oder 6 eingedrückt werden. Daneben sollen auch Biegebean¬spruchungen aufgenommen werden, die auf das Türblatt einwirken. Ausdiesem Grund soll das Füllelement 4 möglichst den gesamten Hohlraumoptimal ausfüllen. Aus Gründen der Gewichtsersparnis sollte darüber hinausein möglichst leichtes Material verwendet werden. Das Füllelement 4 umfaßtdeshalb vorteilhaft eine Platte 12 aus vielzelligem Material und mit niedrigemspezifischen Gewicht (Dichte zwischen 45 und 75 kg/m3), die genau auf die
Maße der Ausnehmung 8 in der ersten Natursteinpiatte 2 zugeschnitten ist.Das vielzellige Material kann dabei zum Beispiel ein Polyurethan-Hartschaumsein. Dieses Material besitzt trotz seiner geringen Dichte eine genügend hoheFestigkeit um seitlich wirkende Druckkräfte aufzunehmen und so einer seitli¬chen Verformung der beiden Natursteinplatten 2 und 6 entgegenzuwirken. Umdiese Aufgabe zu erfüllen kann das Füllelement z.B. auch aus einem Materialmit einer Wabenstruktur gefertigt sein.
Da Naturstein ein sehr unelastisches Material ist, kann eine Natursteinplattebei Biegebeanspruchung sehr leicht brechen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll,das Füllelement 4 mit mindestens einer Verstärkungseinlage zu versehen. Ineiner bevorzugten Ausführungsart umfaßt die Verstärkungseinlage je eineGlasfaserlage 14 mit einer Dicke zwischen 1 und 2 mm, die auf jede der beidenFlächen der Platte 12 aus vielzelligem Material aufgeklebt wird. Eine solcheGlasfaserlage nimmt lokal auftretende Spannungen auf und verteilt sie gleich¬mäßig auf eine große Fläche, so daß die lokal erreichten Spitzenwerte derSpannungen unterhalb der Bruchgrenze der Natursteinplatten bleiben. Damitdie in den Steinplatten 2, 6 auftretenden Spannungen von der Verstärkungsein¬lage optimal aufgenommen werden können, wird die Platte 12 mit den aufge¬klebten Glasfaserlagen 14 bevorzugt flächig mit den beiden Natursteinplatten2, 6 verklebt. Als Kleber verwendet man dazu einen Kitt auf der Basis vonEpoxydharz. Diese Kleber zeichnen sich neben ihren ausgezeichneten Kleb¬werten auch durch eine gute Temperaturbeständigkeit aus. Um eine möglichstoptimale Haftung zu erreichen, geschieht das Zusammenkleben der einzelnenElemente bevorzugt unter Druck. Dazu wird die ausgenommene erste Natur¬steinplatte 2 auf ihre Frontfläche gelegt, die Ausnehmung wird mit demEpoxydharz bestrichen, das vorher an die Ausnehmung angepaßte Füllelement4 wird in der Ausnehmung angeordnet und an der Oberseite mit Epoxydharzbestrichen und die zweite Natursteinplatte 6 wird aufgelegt. In einer Pressewird dann ein Druck von 200 bis 300 kg/m2 auf die zweite Natursteinplatte 6ausgeübt. Der Stempel der bei den Zusammenpressen auf die zweite Natur¬steinplatte 6 wirkt weist dabei bevorzugt die Form und die Ausmasse der zweiten Natursteinplatte 6 auf, wodurch eine möglichst gleichmäßige Druckver¬teilung erreicht werden kann.
Bei dem in Fig. 1 ausschnittsweise dargestellten Türblatt handelt es sich umein Blatt für eine Schranktür, das mit den allgemein bekannten Scharnieren andem dazugehörigen Schrank befestigt wird. Zur Aufnahme der benötigtenScharniere sind in der Tür mindestens zwei Aufnahmebohrungen 16 vorgese¬hen, von denen nur eine in dem Ausschnitt der Fig. 1 sichtbar ist. Eine solcheAufnahmebohrung 16 ist als Sackbohrung ausgeführt, die von der Rückseiteder Tür in diese hineinführt. An der Frontseite des Türblattes ist die Aufnahme¬bohrung 16 nicht sichtbar.
Da an den Stellen der Aufnahmebohrungen 16 das Gewicht des Türblattesgetragen wird, muß hier eine genügend hohe Materialstabilität vorhanden sein.Aus diesem Grund ist in der Ausnehmung 8 in der ersten Natursteinplatte 2 anden Stellen der Aufnahmebohrungen 16 jeweils ein Aufnahmeblock 18 ange¬ordnet. Dieser Aufnahmeblock 18 kann zum Beispiel aus Naturstein sein undbeim Einfräsen der Ausnehmung 8 mitberücksichtigt werden, derart daß einBlock der gewünschten Größe an der entsprechenden Stelle stehen bleibt undfolglich einstückig mit der ersten Natursteinplatte 2 ist. Alternativ dazu kann derAufnahmeblock 18 als eigenes Element hergestellt und nach dem Einfräsender Ausnehmung 8 in diese eingeklebt werden. Die Dicke der Aufnahmeblöcke18 ist in beiden Fällen dabei im wesentlichen gleich der Dicke des Füllelemen¬tes 4. Um die Anordnung von Aufnahmeblock 18 und Füllelement 4 nebenein¬ander zu ermöglichen, weist letzeres an den Stellen der Aufnahmeblöcke 18Aussparungen 20 auf, die der Form der Aufnahmeblöcke 18 möglichst genauangepaßt sind. Dadurch schließen sich die rückseitigen Oberflächen derAufnahmeblöcke 18 und des Füllelementes 4 nach dem Einkleben des Fülle¬lementes 4 in die Ausnehmung 8 bündig aneinander an, und die zweiteNatursteinplatte 6 kann ebenfalls flächig mit dem Aufnahmeblock 18 verklebtwerden.
Neben der Aufnahmebohrung 16 für das eigentliche Scharnier können in einenAufnahmeblock 18 und in die zweite Natursteinplatte 6 weitere Bohrungen 22ausgeführt werden, in die Dübel zum Festschrauben der Scharniere eingesetztwerden. Auch diese Bohrungen 22 werden, ebenso wie die Aufnahmebohrun¬gen 16, von der Rückseite der Tür aus als Sackbohrungen ausgeführt.
Je nach Ausführung umfaßt ein solches Türblatt weiterhin eine Verriegelungs¬vorrichtung (in den Figuren nicht dargestellt), mit der die fertige Tür späterabgeschlossen werden kann. Eine solche Verriegelungsvorrichtung kann zumBeispiel ein Schloß umfassen, das z.B. in eine Stirnwand der ersten Natur¬steinplatte eingesetzt werden kann.
In Fig. 2 ist ein Ausschnitt eines Schnitts durch ein erfindungsgemäßes Türblattdargestellt. Man erkennt, daß die zweite Natursteinplatte 6 innerhalb derAusnehmung 8 derart befestigt ist, daß ihre Rückseite bündig mit den Rändern10 der ersten Natursteinplatte 2 abschließt. Weiterhin ist deutlich zu erkennen,daß das Füllelement 4 mit der Platte 12 aus vielzelligem Material und denbeiden Glasfaserlagen 14 den Raum zwischen den beiden Natursteinplatten 2und 6 vollständig ausfüllt.
Eine Besonderheit der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsart der Erfindungliegt in der Art der Profilierung der Frontseite des Türblatts. In der Tat wird hiereine Möglichkeit aufgezeigt, wie eine solches Türblatt ohne wesentlichenGewichtszuwachs profiliert werden kann. Das Profil entsteht durch Aufsetzeneiner dritten Natursteinplatte 24 auf die erste Natursteinplatte 2, wobei diedritte Natursteinplatte 24 eine beliebige Form aufweisen kann. Um den Ge¬wichtszuwachs durch die zusätzliche Steinplatte 24 in Grenzen zu halten, istaus der ersten Natursteinplatte 2 ein Teilstück ausgeschnitten, dessen Form imwesentlichen der Form der dritten Natursteinplatte 24 entspricht, jedoch mitetwas kleineren Ausmaßen. Die dritte Natursteinplatte 24 kann also denausgeschnittenen Bereich in der ersten Natursteinplatte 2 überdecken, wobeisich die beiden Steinplatten 2, 24 in einer um den ausgeschnittenen Bereichherumlaufenden Randzone 26 überlappen. In dieser Randzone 26 können die beiden Natursteinplatten ebenfalls miteinander verklebt werden. Der Raum dersich in dem ausgeschnittenen Bereich zwischen dem Füllelement 4 und derdritten Natursteinplatte 24 ausbildet ist mit einem zweiten Füllelement 28ausgefüllt, das den gleichen Aufbau aufweist wie das Füllelement 4. Weiterhinist das zweite Füllelement 28 im Hinblick auf eine optimale Aufnahme derauftretenden Kräfte und Spannungen flächig mit dem Füllelement 4 und derdritten Natursteinplatte 24 verklebt, wobei die einzelnen Elemente beimVerkleben unter Druck zusammengepreßt werden.
Auf diese Art können fast beliebige Profile hergestellt werden, ohne daß einewesentliche Zunahme des Gesamtgewichtes des Türblattes erfolgt.
Claims (12)
1. Türblatt in Natursteinausführung, gekennzeichnet durch eine erste Natursteinplatte (2) die derart ausgenommen ist, daß sieeine Kastenform ausbildet, wobei die Dicke der ersten Natursteinplatte (2)im wesentlichen der Dicke des Türblattes entspricht,durch eine zweite Natursteinplatte (6) welche an der ersten Natursteinplatte(2) derart befestigt wird, daß die Kastenöffnung in der ersten Natursteinplat¬te (2) abgedeckt ist und einen abgeschlossenen Hohlraum ausbildet, unddurch ein erstes Füllelement (4) mit einem wesentlich geringeren spezifi¬schen Gewicht als der Naturstein, das den Hohlraum zwischen den beidenNatursteinplatten (2, 6) auffüllt und flächig mit der ersten und der zweitenNatursteinplatte (2, 6) derart verbunden ist, daß es Druck- und Biegebean¬spruchungen aufnehmen kann.
2. Türblatt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Füllele¬ment (4) eine Platte (12) aus vielzelligem Material umfaßt, deren Ausmaßeim wesentlichen den Ausmaßen des Hohlraumes zwischen den beidenNatursteinplatten (2, 6) entsprechen.
3. Türblatt nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das ersteFüllelement (4) weiterhin mindestens eine Verstärkungseinlage umfaßt.
4. Türblatt nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungs¬einlage zwei Schichten (14) aus Glasfasern umfaßt, die mit je einer derbeiden Seitenflächen der Platte (12) flächig verbunden sind.
5. Türblatt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (12) ausvielzelligem Material eine Platte aus Polyurethan-Hartschaum umfaßt.
6. Türblatt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (12) ausvielzelligem Material eine Wabenstruktur aufweist.
7. Türblatt nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Aussparung in der ersten Natursteinplatte (2), welche in denBoden der Kastenform ausgeführt ist, durch eine dritte Natursteinplatte (24), welche auf der ersten Natursteinplat¬te (2) derart befestigt wird, daß die Aussparung in der ersten Natursteinplat¬te (2) abgedeckt ist, und durch ein zweites Füllelement (28), dessen Ausmaße im wesentlichengleich der Ausmaße der Aussparung sind, wobei das zweite Füllelement(28) in der Aussparung angeordnet ist und flächig mit dem ersten Füllele¬ment (4) und der dritten Natursteinplatte (24) verbunden ist.
8. Türblatt nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das erste und daszweite Füllelement den gleichen Werkstoff umfassen.
9. Türblatt nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daßzum flächigen Verbinden der verschiedenen Elemente ein Epoxydharz ver¬wendet wird.
10. Türblatt nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daßdie Wandstärke der ausgebildeten Kastenform in einem Bereich zwischen 3und 8 mm liegt.
11. Türblatt nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daßdie Dicke der zweiten Natursteinplatte (6) in einem Bereich zwischen 2 und5 mm liegt.
12. Verfahren zum Herstellen von Türblättern in Natursteinausführung, ge¬kennzeichnet durch die Schritte a) Ausnehmen einer ersten Natursteinplatte (2), derart daß die erste Na¬tursteinplatte (2) eine Kastenform ausbildet, wobei die Dicke der erstenNatursteinplatte (2) im wesentlichen der Dicke des Türblattes ent¬spricht; b) flächiges Einkleben eines Füllelementes (4) mit einem wesentlich ge¬ringeren spezifischen Gewicht als der Naturstein in die Ausnehmungder ersten Natursteinplatte (2), wobei die Ausmaße des Füllelementes(4) im wesentlichen den Ausmaßen der Ausnehmung entsprechen; c) Befestigen einer zweiten Natursteinplatte (6) an der ersten Naturstein-platte (2) derart, daß die Kastenöffnung der ersten Natursteinplatte (2) mit dem darin eingeklebten Füllelement (4) abgedeckt ist, wobei diezweite Natursteinplatte (6) flächig mit dem Füllelement (4) verklebt wird.
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Cited By (2)
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1995
- 1995-07-19 LU LU88641A patent/LU88641A1/de unknown
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1277908A1 (de) * | 2001-07-19 | 2003-01-22 | Bebstone S.r.l. | Steintür |
| WO2003040509A1 (de) * | 2001-11-02 | 2003-05-15 | Eduard Tasch | Türblatt mit mindestens einer deckplatte aus stein, vorzugsweise für eine zimmertür und verfahren zu seiner herstellung |
| EP1446547A1 (de) | 2001-11-02 | 2004-08-18 | TASCH, Eduard | Türblatt mit mindestens einer deckplatte aus stein, vorzugsweise für eine zimmertür und verfahren zu seiner herstellung |
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