LU88763A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Einblasen von Kohle in einem Schachtofen - Google Patents

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Klaus Schott
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Kuettner Gmbh & Co Kg Dr
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Thyssen Stahl Ag
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    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21BMANUFACTURE OF IRON OR STEEL
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Description

Verfahren und Vorrichtung zum Einblasen von Kohle in einen Schachtofen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einblasen von Kohlenstaub in einen Schachtofen.
Zur Einsparung hochwertiger Reduktionsmittel, wie z.B. Koks, in Schachtofen, läßt sich ein Teil dieser Reduktionsmittel durch Kohlenstaub ersetzen. Der Kohlenstaub wird in einer zentralen Aufbereitungsanlage aus Rohkohle gewonnen. Die Rohkohle wird gemahlen und getrocknet und anschließend in Kohlesi-los zwischengelagert. Zum Einleiten in den Schachtofen wird der zwischenge-lagerte Kohlenstaub aufgelockert, mit Druck beaufschlagt und mittels eines Trägergases pneumatisch über Förderleitungen in den Schachtofen eingebla-sen. Das Einblasen erfolgt dabei im allgemeinen durch Einblaslanzen, die in die Blasformen des Schachtofens münden, so daß der Eintrag gleichzeitig an verschiedenen Stellen des Schachtofens geschieht.
Urn eine möglichst große Reduktionsmitteleinsparung durch das Einblasen von Kohlenstaub zu erreichen, muß eine möglichst vollständige Umsetzung des eingeblasenen Kohlenstaubes in der Wirbelzone in unmittelbarer Nähe der Ausgangsöffnung der Blasform erfolgen. Der Ausdruck "vollständige Umsetzung" bedeutet hier, daß alle Kohlenstoffatome sich mit Sauerstoff verbinden, wobei Kohlenmonoxid und/oder Kohlendioxid entsteht. 1st die Umsetzung in dieser Zone nicht vollständig, was insbesondere bei hohen Einblasraten der Fall sein kann, so kommt es zu einer Anreicherung von Umsetzungsrückständen im Schachtofen, was zu instabilen Ofenzuständen führt.
Die wesentlichen Ursachen für die mangelhafte Kohlenstaubumsetzung in der Wirbelzone liegen zum einen in den kleinen Abmessungen des eigentlichen Reaktionsraumes und zum anderen in der hohen Geschwindigkeit und den Strömungseigenschaften des Heißwindes in der Blasform. Innerhalb der kurzen Zeitspanne, die folglich für die vollständige Umsetzung der Kohlepartikel am
Lanzenausgang zur Verfügung steht, muß sich der aus der Lanze austretende Kohlenstaubstrom mit dem Heißwind vermischen, die einzelnen Kohlenstaub-partikel müssen soweit erwärmt werden, daß Pyrolysegase freigesetzt werden, die Pyrolysegase müssen sich mit dem vorhandenen Sauerstoff vermischen, das Gasgemisch muß sich entzünden und die festen Rückstände der Pyrolyse müssen mit dem noch freien Sauerstoff eine Oxydationsreaktion eingehen.
Urn die Reaktionsbedingungen für die Kohlenstaubumsetzung in der Einblas-zone zu verbessern und so die Reaktionskinetik der Umsetzung zu beschleuni-gen, sind verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen worden, wie z.B.: • die Erhöhung der Sauerstoffkonzentration im Heißwind, • die örtliche Erhöhung der Sauerstoffkonzentration durch gleichzeitiges Einblasen von Sauerstoff über koaxiale Lanzen oder Doppellanzen, • die Minimierung des Kohlenstaubaustrittsimpulses an der Lanzenspitze durch Vergrößerung des Austrittsquerschnittes, • die Intensivierung der Durchmischung der Reaktionspartner Kohlenstaub, Heißwind und gegebenenfalls Sauerstoff durch neu entwickelte Lanzen, oder • der Zusatz von Additiven zum Kohlenstaub.
Diese Maßnahmen, von denen einige bereits zur Anwendung kommen, während sich andere erst in der Erprobungs- oder Optimierungsphase befin-den, bringen eine gewisse Verbesserung der Reaktionsbedingungen mit sich. Die Beschleunigung der Kohlenstaubumsetzung, die durch diese Maßnahmen erreicht wird, erweist sich jedoch als noch nicht ausreichend.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es folglich, ein Verfahren zum Einblasen von Kohle in einen Schachtofen vorzuschlagen, durch das die Reaktionskinetik der Kohlenstaubumsetzung wesentlich beschleunigt wird, so daß die Zündung der Kohlenstaubumsetzung möglichst kurz nach dem Einblasen erfolgt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelost durch ein Verfahren zum Einblasen von Kohlenstaub in einen Schachtofen, bei dem Kohlenstaub mittels eines Trägergases durch eine Förderleitung in den Schachtofen eingeleitet wird und bei dem der Kohlenstaub vor dem Eintritt in die Förderleitung erwärmt wird.
Vor dem Eintritt in die Förderleitung durchläuft der Kohlenstaub die Mahl- und Aufbereitungsanlage, sowie verschiedene Behälter der Einblasanlage, wie z.B. Vorratssilo, Schleusenbehälter oder Einblasgefäß, in denen er jeweils während einer gewissen Zeit verweilt. Während dieser Verweilzeiten kann dem Kohlenstaub kontrolliert Wärme zugeführt werden, so daß die Temperatur des Koh-lenstaubes auf einen Wert eingestellt werden kann, der knapp unterhalb der Zündtemperatur liegt, die für den Einsatz der Kohlenstaubumsetzung in dem Schachtofen notwendig ist. Hierbei ist anzumerken, daß aufgrund der verhält-nismäßig langen Einwirkzeit der Wärme auf den Kohlenstaub nicht nur sicher-gestellt ist, daß der gesamte Kohlenstaub eine einheitliche Temperatur auf-weist, sondern es ist ebenfalls gewährleistet, daß innerhalb der einzelnen Kohlenstaubpartikel eine nahezu homogene Temperaturverteilung herrscht. Der derart vorerwärmte Kohlenstaub muß folglich nach dem Einblasen in den Schachtofen deutlich weniger Wärme von dem Heißwind aufnehmen urn seine Zündtemperatur zu erreichen. Da auch der Temperaturanstieg innerhalb der einzelnen Kohlenstaubpartikel wesentlich schneller voranschreitet, setzt die Kohlenstaubumsetzung deutlich schneller als bei "kalt" eingeblasenem Kohlenstaub, so daß die kurze verfügbare Reaktionszeit für die Umsetzungsreakti-on voll ausgenutzt werden kann.
Darüber hinaus verringert sich durch den geringeren Wärmeübergang des Heißwindes auf den Kohlenstaub die Abkühlung des Reaktionsraumes, wodurch sichergestellt werden kann, daß die Temperatur in dem gesamten Reaktionsraum hoch genug bleibt, urn eine Reduktion des bei der Kohlenstaubumsetzung gebildeten Kohlendioxyds zu Kohlenmonoxid zu ermöglichen. Hierdurch wird einerseits eine weitere Erhöhung des Kohlenstaubumsatzes erreicht, da die vorhandenen Sauerstoffatome wesentlich mehr Kohlenstoffa-tome an sich binden können. Andererseits wirkt sich der erhöhte Kohlenmo-noxidanteil sehr positiv auf die Funktionsweise des Schachtofens aus, da er als Reduktionsmittel für die eigentliche Metallgewinnung dient.
In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird die Erwärmung des Kohlenstaubes mehrstufig in mehreren hintereinandergeschalteten Behältern durchgeführt. Bei einem derartigen Verfahren kann die Wärmezufuhr in den einzelnen Heizstufen nach Bedarf individuel! geregelt werden, so daß eine genauere Temperaturregelung des Kohlenstaubes möglich wird und die Einblastemperatur der Zündtemperatur in der Wirbelzone optimal angenähert werden kann. Auf diese Weise wird die Temperatur des Kohlenstaubes vor-zugsweise auf einen Wert oberhalb von 150°C, bevorzugt 180°C eingestellt, wobei im allgemeinen jedoch eine Temperatur nicht überschritten wird, die etwa 30°C unterhalb der Vorentgasungstemperatur für die jeweilige Kohlenstaubart liegt.
Es ist hierbei anzumerken, daß bedingt durch die unterschiedlichen Sauer-stoffkonzentrationen, die Zündtemperatur des Kohlenstaubes in den verschie-denen Behältern im allgemeinen deutlich höher ist als in der Wirbelzone der Blasform. Da die Temperatur des Kohlenstaubes jedoch auf die Zündtemperatur in der Wirbelzone eingestellt wird, besteht folglich keine Gefahr einer Selbstentzündung des Kohlenstaubes vor dem Austreten aus der Einblaslanze.
Besonders vorteilhaft ist ein Verfahren, bei dem sich mindestens eine Heizstufe in dem Vorratssilo befindet und das Erwärmen des Kohlenstaubes in dem Vorratssilo erfolgt. Die Verweilzeit des Kohlenstaub in dem Vorratssilo liegt im allgemeinen bei 4 bis 8 Stunden. Während dieser Zeit kann dem Kohlenstaub selbst bei gemäßigter Heizleistung eine große Wärmemenge zugeführt werden, wobei sich im Inneren der einzelnen Kohlepartikel eine homogene Temperatur-verteilung einstellen kann. Da der Kohlenstaub durch Einblasen von Inertgas in den unteren Bereich des Silos in einem aufgelockerten Zustand gehalten wird, wird zudem der konvektive Wärmeübergang durch das zwischen den Kohlen-staubpartikeln verteilte Gas stark begünstigt. Diese konvektive Wärmeübertra-gung ermöglicht einen schnellen Temperaturausgleich zwischen den Bereichen in unmittelbarer Nähe des Heizelementes und den weiter entfernten Bereichen des Vorratssilos, so daß sich eine gleichmäßige Temperatur für sämtliche Kohlenstaubpartikel einstellt. Die erreichte Temperatur des Kohlenstaubes kann z.B. unterhalb der Heizstufe gemessen werden und die Heizleistung kann dem gewünschten Wert entsprechend geregelt werden.
Da der Kohlenstaub in dem Vorratssilo unter Atmosphärendruck zwischengela-gert wird, kann darüber hinaus der bei der Erwärmung freigesetzte Wasser-dampf mit geringem technischen Aufwand aus dem Kohlenstaub entfernt und der Wassergehalt des Kohlenstaubes deutlich reduziert werden. Hierzu geniigt es, den Vorratssilo oberhalb der Schüttgutoberflâche mit trockenem Inertgas zu spülen und das Abgas über einen Filter aus dem Behälter hinauszuleiten.
Dem Vorratssilo ist im allgemeinen ein Druckbehälter nachgeschaltet, in dem der Kohlenstaub vor dem Einleiten in die Förderleitung mit Druck beaufschlagt wird. Dazu wird eine vorgegebene Menge Kohlenstaub unter Atmosphären-druck über ein Schleusensystem an den Druckbehälter übergeben und an-schließend der Druckbehälter mittels Inertgas unter Druck gesetzt. Dabei wird der Kohlenstaub auch hier durch eine Auflockerungseinrichtung ständig in einem aufgelockerten Zustand gehalten. In dem Druckbehälter befindet sich vorteilhaft eine geregelte Heizstufe, so daß das Erwärmen des Kohlenstaubes in diesem dem Vorratssilo nachgeschalteten Druckbehälter erfolgen kann. Da der Druckbehälter bei jedem Zyklus mit einer vorgegebenen Kohlenstaubmen-ge befüllt wird und die Temperatur des Kohlenstaubes beim Eintritt in den Druckbehälter leicht gemessen werden kann, kennt man die genaue Wärme-menge, die dem Kohlenstaub zum Erreichen der Vorgabetemperatur innerhalb seiner Verweilzeit im Druckbehälter zugeführt werden muß. Diese Wärmemen-ge läßt sich dann gezielt durch eine entsprechende Regelung der Heizleistung zuführen.
Dem Kohlenstaub wird an verschiedenen Stellen der Einblasanlage Inertgas zugesetzt, das zur Auflockerung des Kohlenstaubes, zur Druckbeaufschlagung und/oder als Trägergas dient. Beim Einleiten von "kaltem" Inertgas in den vorerwärmten Kohlenstaub kühlt sich dieser ab, da ein Wärmeübergang auf das relativ kältere Inertgas erfolgt. Urn dies zu vermeiden, wird das Inertgas vor dem Zuführen zu dem Kohlenstaub auf eine Temperatur oberhalb der Einblas-temperatur des Kohlenstaubes bevorzugt erwärmt. Ein unerwünschtes Abküh-len des Kohlenstaubes kann hierdurch wirksam verhindert werden. Darüber hinaus kann das Inertgas zur Regelung der Kohlenstaubtemperatur eingesetzt werden. 1st zum Beispiel die Temperatur des Gases beim Einleiten in den Kohlenstaub höher als die Kohlenstaubtemperatur, so erfolgt ein zusätzlicher Wärmeeintrag in den Kohlenstaub, der aufgrund der Verteilung des Gases zwischen den Kohlenstaubpartikeln gleichmäßig auf die Kohlenstaubpartikel übertragen wird.
Besonders vorteilhaft ist eine Vorerwärmung des Trägergases. Zwischen dem Einblasgefäß und der Spitze der Einblaslanze erleidet das Trägergas einen Druckverlust von bis zu 6 bar. Durch diese Entspannung des Trägergases sinkt die Temperatur des Gases natürlich stark ab, was zu einer unerwünschten Abkühlung des Kohlenstaubes führt. Eine derartige Abkühlung des Kohlen-staubes kann wirksam verhindert werden, wenn die Temperatur des Trägerga-ses höher als die Temperatur des Kohlenstaubes eingestellt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich selbstverständlich mit den in der Beschreibungseinleitung beschriebenen Maßnahmen zur Verbesserung der Reaktionskinetik kombinieren. So kann z.B. Sauerstoff in den Schachtofen eingeblasen werden, wobei der Eintrittsort des Sauerstoffs in den Schachtofen in unmittelbarer Nähe des Eintrittsortes des Kohlenstaubes liegt. Es bildet sich in dem Reaktionsraum eine mit Sauerstoff angereicherte Zone aus, in der die Zündtemperatur des Kohlenstaubes niedriger ist und in der folglich die Kohlen-staubumsetzung schneller einsetzt als in nicht angereichertem Heißwind. Der Sauerstoff wird dabei bevorzugt vor dem Einblasen in den Schachtofen er-wärmt. Hierdurch wird eine Abkühlung des Kohlenstaubes in der Einblaszone durch Wärmeübergang auf den kalten Sauerstoff verhindert. Darüber hinaus nimmt der geheizte Sauerstoff ein größeres Volumen ein, so daß sich die mit Sauerstoff angereicherte Zone vor der Einblaslanze vergrößert.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zum Einblasen von Kohlenstaub in einen Schachtofen, mit einer Förderleitung und einem der Förderlei-tung vorgeschalteten Behälter, wobei in dem Behälter Auflockerungseinrichtun-gen vorhanden sind urn den Kohlenstaub in einem aufgelockertem Zustand zu halten, die gekennzeichnet ist durch ein in dem Behälter angeordnetes Heiz-element zum Erwärmen des Kohlenstaubes.
In einer bevorzugten Ausführung umfaßt das Heizelement einen Wärmetau-scher, durch den ein Heizmedium zirkuliert.
Im folgenden wird nun eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand der beiliegenden Figur beschrieben, die schematisch den Aufbau einer Anlage zum Einblasen von Kohlenstaub darstellt. Es ist anzumerken, daß obwohl das erfindungsgemäße Verfahren anhand der Anwendung in einer Doppelstockanlage beschrieben wird, das Verfahren selbstverständlich auch in Zwillings- und Drillingsdruckgefäßanlagen Oder ähnlichen Einblasanlagen angewendet werden kann.
Nach dem Aufbereiten des Kohlenstaubes in einer (nicht dargestellten) Aufbe-reitungsanlage, in der die nötige Mahlfeinheit eingestellt und der Kohlenstaub getrocknet wird, gelangt der Kohlenstaub über eine Transportleitung 2 in einen Vorratssilo 4. In diesem Silo 4 wird der Kohlenstaub zunächst bei Atmosphä-rendruck zwischengelagert, wobei in dem unteren Bereich des Silos 4 ständig Inertgas über Einblasöffnungen 6 eingeblasen wird, urn den Kohlenstaub in einem aufgelockerten Zustand zu halten. Bei dem Inertgas kann es sich urn jedes für Kohlenstaub taugliches Inertgas, wie z.B. Stickstoff, handeln.
Der Kohlenstaub gelangt nun über ein Schleusensystem 8 in einen Schleusen-behälter 10. In diesem Schleusenbehälter 10 wird der Kohlenstaub, der unter Atmosphärendruck von dem Vorratssilo 4 übernommen wird, durch Einleiten von Inertgas mit Systemdruck beaufschlagt bevor er über ein weiteres Schleusensystem 12 in das Einblasgefäß 14 gelangt. Dabei wird in dem unteren Bereich des Schleusenbehälter 10 ständig Inertgas über Einblasöffnungen 16 eingeblasen, urn den Kohlenstaub in einem aufgelockerten Zustand zu halten.
In dem Einblasgefäß 14 wird der Kohlenstaub schließlich auf verschiedene Auflockerungsgefäße 18 aufgeteilt, in denen der Kohlenstaub durch eingebla-senes Inertgas fluidisiert und an die einzelnen Förderleitungen 20 übergeben wird. Über die Förderleitungen 20 gelangt der Kohlenstaub dann pneumatisch zu den Einblaslanzen 22 in den Blasformen 24, wobei eine Einzelmengenrege-lung 26 in der Förderleitung vorgesehen sein kann.
Die Vorerwärmung des Kohlenstaubes wird in Doppelstockanlagen bevorzugt dreistufig und in Mehrfachdruckgefäßsystemen zweistufig ausgeführt. Die erste Vorwarmstufe wird dabei in dem Vorratssilo 4 durchgeführt. Dazu ist in dem Vorratssilo 4 ein erstes Heizelement 28 oberhalb der Auflockerungseinrichtun-gen 6 angeordnet. Bei dem Heizelement 28 kann es sich zum Beispiel um eine Heizvorrichtung handeln, in dem elektrische Energie in Warme umgewandelt wird. In einer bevorzugten Ausgestaltung umfaßt das Heizelement jedoch einen Wârmetauscher 28, in dem ein Heizmedium zirkuliert und der wie in der Figur dargestellt mehrstufig ausgeführt sein kann. Der Wârmetauscher 28 gibt die Wârme des Heizmediums an das die Kohlenstaubpartikel umgebende Inertgas ab, das einen konvektiven Warmeaustausch in dem Vorratssilo 4 ermôglicht und somit für eine gleichmäßige Temperaturverteilung in dem Silo 4 sorgt.
Die zum Vorwarmen notwendige Energie stammt vorzugsweise aus industriel-len Abwârmen oder aus einer Feuerung mit Kohle oder ÖI. Die Ab- oder Rauchgase heizen dabei in einem Rauchgaswârmetauscher das Heizmedium auf eine geregelte Temperatur, die oberhalb der maximalen Vorwârmtempera-tur des Kohlenstaubes liegt. Das Heizmedium kann Wasser, Wasserdampf oder aber bevorzugt ein Thermoôl umfassen, das in dem Wârmetauscher 28 zirkuliert.
Unterhalb der Vorwarmstufe 28 im Vorratssilo 4 wird die erreichte Temperatur des Kohlenstaubes gemessen. Sie kann dem gewûnschten Wert entsprechend durch eine Regelung 30 angepaßt werden, wobei über eine Regelstrecke 32 kâlteres Thermoôl aus dem Rücklauf 34 des Thermoôlkreislaufs dem Vorlauf 36 wieder zugeführt wird.
Es ist anzumerken, daß durch das Erwarmen des Kohlenstaubes in dem Vorratssilo vorteilhaft auch dessen Restfeuchtegehalt weiter gesenkt werden kann. Der beim Erwarmen des Kohlenstaubes freigesetzte Wasserdampf wird von dem durch die Auflockerungseinrichtungen 6 eingeblasenen inertgas aus dem Kohlenstaub an die Schüttgutoberflâche gespült. In dem oberen Bereich des Silos 4 leitet man nun über eine Einblasvorrichtung 38 trockenes Inertgas ein, mit dem der Raum oberhalb der Schüttgutoberflâche gespült wird, und das
Abgas wird anschließend ûber einen Filter 40 aus dem Behälter hinausgeführt. Besonders gute Werte für die Restfeuchte des Kohlenstaubes kénnen erreicht werden, wenn der Kohlenstaub während des Transportes zu dem Vorratssilo 4 bereits leicht vorerwärmt wird, so daß ein großer Teil der Oberflächenfeuchte schon auf der Transportstrecke verdunstet.
Nachdem dem Kohlenstaub in dem Vorratssilo 4 auf diese Weise etwa 90% der benötigten Warme zugeführt worden ist, erfolgt die weitere Erwärmung auf die gewünschte Einblastemperatur in dem Schleusenbehälter 10 und dem Einblas-gefäß 14. Dazu ist in diesen Behältern ebenfalls jeweils ein Wärmetauscher 42, 44 angeordnet, die wie der Wärmetauscher 28 mit Thermoöl betrieben und temperaturgeregelt werden. Es ist anzumerken, daß dabei die Thermoöltempe-raturen in den verschiedenen Heizstufen 28, 42 und 44 völlig unabhängig voneinander durch individuelle Regelungen 30, 46 und 48 erfolgt, so daß eine exakte Steuerung der Erwärmung des Kohlenstaubes möglich wird.
Urn ein Abkühlen des Kohlenstaubes durch die Zufuhr von "kaltem" Inertgas zu vermeiden, wird dieses bevorzugt vor dem Einblasen in den Kohlenstaub vorerwärmt. Zum Erwärmen des Inertgases wird dieses zum Beispiel vor dem Einleiten in die verschiedenen Behälter durch eine weiteren Wärmetauscher (nicht dargestellt) geleitet. Die Auflockerungsvorrichtungen in dem Vorratssilo 4, dem Schleusenbehälter 10 und dem Einblasgefäß 14 weisen dann jeweils bevorzugt zwei verschiedene Gaseinlässe 50 und 52 auf, wobei ein erster Gaseinlaß 50 zum Einleiten des erwärmten Inertgases dient, während durch den zweiten Gaseinlaß 52 bei Bedarf kaltes Inertgas zugegeben werden kann.
In einer bevorzugten Ausführung weist die Anlage zum Einblasen einen zusätzlichen Wärmetauscher 54 auf, in dem Sauerstoff vorerwärmt wird, der gleichzeitig mit dem Kohlenstaub in den Schachtofen eingeblasen wird. Urn Entspannungsverluste zu kompensieren erfolgt die Mengenregelung des zugesetzten Sauerstoffs dabei vorzugsweise in einer Regelstrecke 56 die dem Wärmetauscher 54 vorgeschaltet ist. Nach der Erwärmung in dem Wärmetau-scher 54 wird der Sauerstoff über eine eigene Förderleitung 58 der Einblaslan-ze 22 zugeführt und in den Reaktionsraum in der Blasform eingeblasen. Da die Zündtemperatur des Kohlenstaubes in der sauerstoffreichen Zone deutlich niedriger ist als in einer normalen Umgebung wird die Temperatur des Kohlenstaubes in diesem Fall vorzugsweise auf einen Wert zwischen 180 und 250°C eingestellt.
Es bleibt nachzutragen, daß die Temperaturregelungen für den Kohlenstaub, für das Inertgas und für den Sauerstoff völlig unabhängig voneinander arbeiten, so daß für die verschiedenen Medien je nach Bedarf unterschiedliche Temperaturen eingestellt werden können.
Durch das vorbeschriebene Verfahren lassen sich die Reaktionsbedingungen für die vollständige Kohlenstaubumsetzung derart verbessern, daß eine Erhöhung der Einblasrate um bis zu 20% gegenüber herkömmlichen Einblas-verfahren erreicht wird. Die Koksersparnis, z.B. bei der Roheisenherstellung in einem Hochofen, beträgt bei diesem Verfahren etwa 5kg/tRE.

Claims (11)

1. Verfahren zum Einblasen von Kohlenstaub in einen Schachtofen, bei dem Kohlenstaub mittels eines Trägergases durch eine Förderleitung (20) in den Schachtofen eingeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Kohlenstaub vor dem Eintritt in die Förderleitung (20) erwärmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Erwärmung des Kohlenstaubes mehrstufig in mehreren hintereinandergeschalteten Be-hältern (4,10,14) durchgeführt wird
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Erwärmen des Kohlenstaubes in einem Vorratssilo (4) erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Erwärmen des Kohlenstaubes in einem dem Vorratssilo nachgeschalte-ten Druckbehälter (10,12) erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Erwärmung des Kohlenstaubes in einer der Einblasanlage vorgeschalte-ten Mahl- und Aufbereitungsanlage durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägergas vor dem Zuführen zu dem Kohlenstaub auf eine Temperatur oberhalb der Einblastemperatur des Kohlenstaubes erwärmt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Sauerstoff in den Schachtofen eingeblasen wird, wobei der Eintrittsort des Sauerstoffs in den Schachtofen in unmittelbarer Nähe des Eintrittsortes des Kohlenstaubes liegt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Sauerstoff vor dem Einblasen in den Schachtofen erwärmt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des Kohlenstaubes auf einen Wert oberhalb 150°C, vorzugsweise oberhalb 180°C eingestellt wird.
10. Vorrichtung zum Einblasen von Kohlenstaub in einen Schachtofen, mit einer Förderleitung (20) und einem der Förderleitung (20) vorgeschalteten Behälter (4, 10, 14), wobei in dem Behälter (4, 10, 14) Auflockerungsein-richtungen (6, 16) vorhanden sind um den Kohlenstaub in einem aufgelok-kertem Zustand zu halten, gekennzeichnet durch ein in dem Behälter (4,10, 14) angeordnetes Heizelement (28, 42, 44) zum Erwärmen des Kohlen-staubes.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizelement (4, 10, 14) einen Wärmetauscher umfaßt, durch den ein Heizmedium zirkuliert.
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