Verfahren zur Steuerung einer Brennkraftmaschine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer Bren kraftmaschine gemäß Oberbegriff von Anspruch 1.
Bei einem solchen in der US-PS 39 64 443 beschriebenen Verfah ren werden die einem Basiskennfeld entnommenen Kraftstoffbasi werte zwar abhängig von der Temperatur des Kühlwassers bei Start und Warmlauf korrigiert; auch eine Korrektur der Kraft¬ stoffbasiswerte abhängig von der Temperatur der Ansaugluft ist bekannt.
Im praktischen Betrieb solcher Druck-Drehzahl-Steuerungen tre¬ ten jedoch Abweichungen von dem gewünschten Verhältnis von Kraftstoff zur Luftmasse je Hub und Zylinder auf, die bisher häufig durch - entsprechend aufwendige - Regeleinrichtungen korrigiert wurden. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu¬ grunde, die Vorsteuerung der Kraftstoffwerte ohne Einsatz eine geschlossenen Regelkreises zu verbessern. Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist in Anspruch 1 gekennzeichnet.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß eine der Hauptur¬ sachen der Abweichung der tatsächlich eingespritzten Kraftstof masse von dem Optimalwert auf die betriebspunktabhängig unter¬ schiedliche Aufheizung der angesaugten Luftmasse im Ansaugtrak zurückzuführen ist. Dementsprechend wird bei der Erfindung der aus dem Basiskennfeld entnommene Kraftstoffbasiswert mit einem Quotienten korrigiert, dessen Nenner einen Temperaturwert ent¬ hält, der aus einem Temperaturkennfeld abhängig von einer vom Luftmassenstrom abhängigen Variablen und von einer Heiztempera tur ausgelesen wird. Die Heiztemperatur ist dabei ein Tempera- turwert der den jeweiligen thermischen Zustand der Brennkraft¬ maschine und insbesondere ihres Ansaugtraktes beschreibt und der für die Aufheizung der Ansaugluft im Ansaugtrakt maßgebend ist. Hierzu kann beispielsweise die Temperatur an einem repre-
sentativen Punkt des Ansaugtraktes abgefragt werden. Besonders einfach erweist es sich jedoch, als Heiztemperatur die Diffe¬ renz zwischen der ohnehin erfaßten Kühlwassertemperatur und der Ansauglufttemperatur zu verwenden.
Besonders zweckmäßig ist es als Maß für den Luftmassenstrom das Produkt aus der jeweiligen Drehzahl der Brennkraftmaschine und dem jeweiligen Kraftstoffbasiswert zu verwenden, da letztere ja voraussetzungsgemäß (stöchiometrisches Mischungsverhältnis) dem Luftmassenstrom proportional ist.
Zur Ermittlung des Temperaturkennfeldes wird je Stützstelle der Heiztemperatur und je Stützstelle des Luftmassenstromes ein Rechenwert einer korrigierten Ansauglufttemperatur gemäß Formel
TALK - PxVZ IHL* ~ LMxR
berechnet; von diesem Wert wird dann die jeweilige Temperatur der Ansaugluft TAL abgezogen und das Ergebnis als Korrekturtem- peratur TK in der Stützstelle des Temperaturkennfeldes eingetra¬ gen.
Das Basiskennfeld für eine bestimmte Brennkraftmaschine wird am Prüfstand ermittelt, wobei diese Brennkraftmaschine mit einer Steuereinrichtung betrieben wird, die die je Zylinder und Takt zugeführte Kraftstoffmasse erfindungsgemäß unter Benützung des zuvor ermittelten Temperaturkennfeldes berechnet. Bei Auslegungs¬ bedingungen (eine gewählte Kühlwassertemperatur und Ansaugluft¬ temperatur) werden die Variablen Drehzahl und Ansaugdruck für die einzelnen Stützstellen des Basiskennfeldes eingestellt und der zugehörige Kraftstoffbasiswert so lange verändert, bis sich der gewünschte -Wert, in der Regel entsprechend dem stöchio- etrischen Mischungsverhältnis zwischen Kraftstoff und Luft, ergibt: Der so erhaltene Kraftstoffbasiswert wird dann in das Basiskennfeld eingetragen. Die tatsächlich eingespritzte Kraft¬ stoffmasse weicht von diesem Kraftstoffbasiswert entsprechend der erfindungsgemäßen Korrektur ab. Daher enthält das Basis-
kennfeld "bereinigte" Werte, die für die gewählte Kühlwasser¬ temperatur und Ansauglufttemperatur gelten, aus denen also Ein¬ flüsse unterschiedlicher Heiztemperaturen eliminiert sind. Da das Basiskennfeld bei konstanter Heiztemperatur, also konstan- ter Temperatur des Kühlwassers und der Ansaugluft ermittelt wird, genügt hierfür eine einzige Kennlinie des Temperaturkenn¬ feldes.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der Figuren näher erläutert; es zeigen:
Figur 1 ein Blockschaltbild für das Einspritzsystem einer
Brennkraftmaschine, bei dem das erfindungsgemäße Ver¬ fahren angewandt wird und Figur 2 ein Flußdiagramm zur Durchführung des Verfahrens.
In Figur 1 ist eine Brennkraftmaschine 1 mit einem Drehzahl¬ sensor 11, einem Drucksensor 12 für den Saugrohrdruck, einem Kühlwassertemperatursensor 13 und einem Ansauglufttemperatur- sensor 14 versehen. Die Ausgangsgrößen dieser Sensoren, die Drehzahl n, der Saugrohrdruck p, die Kühlwassertemperatur TKW sowie die Ansauglufttemperatur TAL werden als Eingangsgrößen einem Steuergerät 2 zugeführt. Dieses Steuergerät 2 bestimmt daraus eine Einspritzzeit t für Einspritzventile 10 der Brenn- kraftmaschine 1, durch die die eingespritzte Kraftstoffmasse bestimmt ist.
Das Steuergerät 2 ist ein Mikrocomputer mit der üblichen Ein- und Ausgangsbeschaltung. Seine Arbeitsweise zur Bestimmung der Einspritzzeit t wird anhand eir.es Flußdiagramms gemäß der Figur 2 erläutert.
Der Programmablauf gemäß diesem Flußdiagramm wird für jedes Einspritzventil der Brennkraftmaschine 1 bei jedem Arbeitszyklus einmal durchgeführt. Im Schritt Sl werden die aktuellen Werte für die Drehzahl n, den Saugrohrdruck p, die Kühlwassertempera¬ tur TKW und die Ansauglufttemperatur TAL in einen Arbeitsspei¬ cher des Mikrocomputers eingelesen.
Im nächsten Schritt S2 wird eine Temperaturdifferenz TD aus der Kühlwassertemperatur TKW und der Ansauglufttemperatur TAL ge¬ bildet.
Im Schritt S3 wird dann aus dem in einem Festwertspeicher des Steuergeräts 2 abgelegten Basiskennfeld eine Basiseinspritzzeit tB ausgelesen. Als Eingangsparameter dienen dazu der Saugrohr¬ druck und die Drehzahl n.
Die Werte für diese Basiseinspritzzeiten tB sind experimentell ermittelt bei einer gewählten Ansauglufttemperatur TALa und Kühlwassertemperatur TKWa. Unter diesen Auslegungsbedingungen werden für die verschiedenen Last- und Drehzahlpunkte Einspritz¬ zeiten t ermittelt, so daß sich eine Luftzahl = 1 ergibt. Die so ermittelten Einspritzzeiten t gelten dann für die Auslegungs¬ bedingungen.
Die Basiseinspritzzeiten tB errechnet man dann aus der Ein¬ spritzzeit t multipliziert mit dem Quotienten aus einer jewei- ligen lastabhängig zugehörigen korrigierten Ansauglufttempera¬ tur TALK, und der für die Auslegungsbedingungen gewählten An¬ sauglufttemperatur TALa. Die dabei benötigten Rechenwerte für die korrigierte Ansauglufttemperatur TALK werden experimentell und durch Rechnung bestimmt. Hierzu werden ebenfalls unter den genannten Auslegungsbedingungen die verschiedenen Last und
Drehzahlpunkte angefahren und eine Luftzahl von = 1 einge¬ stellt. Dabei werden jeweils der Saugrohrdruck p und die ange¬ saugte Luftmasse LM gemessen. Aus der thermodynamischen Zu- standsgleichung ergibt sich dann der Wert der jeweiligen kor- rigierten Ansauglufttemperatur TALK zu
TA K = bπr wobei
VZ das Zylindervolumen und R die Gaskonstante ist.
Im Schritt S4 gemäß Figur 2 wird dann die angesaugte Luftmasse LM aus der Basiseinspritzzeit tB multipliziert mit der Drehzahl n berechnet.
Im Schritt S5 wird aus dem ebenfalls in einem Festwertspeicher des Steuergeräts 2 abgelegten Korrekturkennfeld eine Korrektur¬ temperatur TK ausgelesen. Als Eingangssgrößen dienen dazu die in den Schritten S2, 3 und 4 ermittelten Werte für die Luftmasse LM und die Temperaturdifferenz TD.
Diese Korrekturtemperaturen TK werden ebenfalls experimentell ermittelt. Hierzu werden ähnlich dem zuvor für die Auslegungs¬ bedingungen beschriebenen Verfahren die Werte für die korrigier¬ te Ansauglufttemperatur TALK bei verschiedenen Temperaturdiffe- renzen TD ermittelt. Die jeweilige Korrekturtemperatur TK ergibt sich dann nach Subtraktion der jeweiligen zugrunde gelegten An¬ sauglufttemperatur TAL.
Mit der Korrekturtemperatur TK aus dem Schritt S5 kann nun durch Adition mit der gemessenen Ansauglufttemperatur TAL die zugehörige korrigierte Ansauglufttemperatur TALK ermittelt werden, die in guter Näherung der Temperatur der Ansaugluft im Zylinder entspricht.
Im Schritt S7 wird schließlich die Einspritzzeit t berechnet, gemäß der dann die Einspritzventile 10 angesteuert werden. Dabei wird die Basiseinspritzzeit tB entsprechend der korrigierten Ansauglufttemperatur TALK korrigiert, indem sie mit dem Quoti¬ enten aus der für die Auslegungsbedingungen gewählten Ansaug- lufttemperaturwert TALa und dieser korrigierten Ansauglufttem¬ peratur TALK multipliziert wird.