Verfahren zur Herstellung von wässrigen
Dispersionen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von wassrigen Dispersionen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man aus einem gegebenenfalls mehrphasigen Flussigkeitsgenusch Flüssigkeiten mittels Membrandestillation entfernt.
Das erfmdungsgemaße Verfahren eignet sich zur Herstellung von wassngen Suspensionen, Emulsionen, Kolloiden oder von Lipnsomen oder Micellen enthaltenden wassrige Phasen. Flüssigkeiten, die mittels des erflndungsge- mäßen Verfahrens abgetrennt werden können sind vorzugsweise solche, deren Siedepunkt bei maximal 300° C liegt. Derartige Flüssigkeiten sind beispielsweise Wasser, Alkohole, wie Methanol, Ethanol, Propanol oder Isopropanol, Ketone wie Aceton, Ester wie Ethylacetat, Ether wie Diethylether, Dusopropylether, Dioxan oder Tetrahydrofuran, halogenierte Kohlenwasserstoffe wie Dichlormethan, Trichlorfluormethan, Kohlenwasserstoffe wie Pentan, Hexan, Heptan, Oktan, Neopentan, Isopentan, Cyclopentan oder polare aprotische Lόsungsmitel wie Acetonitril, Dimethylsulfoxid oder Dirnethylformamid.
Das erfmdungsgemaße Verfahren ist selbstverständlich auch dazu geeignet, Gemische der obengenannten Flusslgkeiten abzutrennen. Das eifindungsgemaße Verfahren wird vorzugsweise in der Weise durchgeführt, daß man die
Flüssigkeiten mittels transmembraner Destillation oder Pervaporation entfernt.
Bekanntlich stellt, man wassrige Suspensionen organischer Verbindungen oft in der Weise her, daß man die zu suspendierende Substanz in einem organischen Lösungsmittel lost, dann die erhaltene Losung unter starken Turbulenzen eine wassrige Phase eintropft und das Lösungsmittel durch Vakuumdestillation entfernt.
Grundsätzlich ähnlich konnte man auch bei der Herstellung von Kolloiden oder Emulsionen verfahren. Dieses Verfahren scheint aber weniger angewer
det zu werden, da man befurchten muß. daß die Kolloide und Emulsionen während der Entfernung der Lösungsmittel mittels Destillation koagulieren.
Liposomen oder Micellen enthaltende, wassrige Phasen werden häufig in der Weise so hergestellt, daß man die Liposomen- oder Micellen bildenden S ubs ta nzen und gegebenenfall s a u ch die Wirks toffe i n einem L ös ungsmittel löst, die Losung in die gegebenenfalls arzneimittelhaltige wassrige Phase einträgt, und gegebenenfalls nach Homogenisierung das Lösungsmittel destillativ entfernt (Pharmazie in unserer Zeit, 11, 1982, 97-108; Pure and Appl. Chem., 53, 1981, 2241-2254; DE-A 27 30 570).
Bei der Herstellung derartiger wassriger Dispersionen erzielt man überraschenderweise in der Regel Dispersionen mit in weiten Grenzen frei einstellbaren Teilchengrößen und signifikant gleichmäßigerer Partikelgrößen- Verteilung wenn man die zu entfernende Flüssigkeit nicht einfach destillativ, sondern mittels Membrandestillation entfernt. Darüberhinaus hat das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere bei der Herstellung von Liposomen oder Micellen enthaltenden Phasengemischen den Vorzug, daß es im technischen Maßstabe wesentlich einfacher durchführbar ist als beispielsweise das REV-Verfahren, welches bekanntlich zur technischen Herstellung derartiger Dispersionen wenig geeignet ist.
Unter dem Begriff Membrandestillation sollen erfindungsgemäß insbesondere die bekannten Verfahren der transmembranen Destillation (Chem. Ing. Techn. 56, 1984, 514-521; J . of Membrane Sei., 39, 1988. 25-42; DE-A 33 12 359) und Pervaporation (Swiss Chem. 10, 1988, 45-51; ACS Symposium 281, 1985. 467-478; Chem. Ing. Tech. 60, 1988, 590-603) verstanden werden.
Bei der transmembranen Destillation (TMD), welche technisch bereits bei der Aufreinigung von Wasser und in der Lebensmittelindustrie Anwendung findet wird die zu entfernende Flüssigkeit bekanntlich über eine hydrophobe, symmetrische mikroporöse Membran entfernt. Geeignete Membrane sind beispielsweise solche aus Polyolefinen wie Polypropylen und Polyfluor kohlenwasserstoffen wie Polytetrafluorethylen und Polyvinylidenfluorid mit
einer Porengröße von 0,1-0,5μm, die zu Kapillaren von ca. 1-2 mm Durch messer und etwa 0,5 bis 1 mm Wandstarke geformt sind. Die transmembr ane
Destillation wird in der Regel mit Filtratioπsmodulen durchgeführt, weichte die entsprechenden Membrane in Rohr- oder Kapillarform enthalten. Zur Ei zielung eines ausreichenden Permeatflusses sollte die Temperaturdifferenz zwischen der im Innenraum der Kapillaren befindlichen wassrigen Dispersion und dem außerhalb der Kapillaren befindlichen Permeat auf einem Bereich von ca. 1° C bis 100° C und vorzugsweise 10° bis 60° C eingestellt werden.
Des weiteren ist zur Erzielung eines ausreichenden Membranflusses das
Anlegen eines Druckgradienten geeignet. Die Größe des Druckes richtet sich nach der Druckfestigkeit der verwendeten Membrane und betragt in der Regel maximal 106 PA. Die transmembrane Destillation eignet sich sowohl zum
Entfernen flüchtiger organischer Lösungsmittel mit einem höheren Dampfdruck als Wasser aus den Flüssigkeitsgemischen, als auch zur Konzentrierung der erhaltenen Dispersionen.
Bei der Pervaporation, welche technisch bereits zur Entfernung von Ethanol aus Fermentationsbrühen Anwendung findet, wird die zu entfernende Flüssigkeit bekanntlich über eine asymmetrische Membran entfernt, die keine Poren hat. Geeignete Membranen sind beispielsweise solche aus Polydimethylsiloxan oder Polyvinylalkohol von etwa 0,1 bis 2 μm Starke die auf einer schwammartigen oder gewebsartigen Stützschicht aufgebracht sind. Geeignete Membranmodule sind ebenfalls Kapillar- und Rohrmodule oder auch Plattenmodule oder Spiralwickelmodule. Bezüglich der Entwicklung lόsungsmittel- selektiver Membranen und ihrer Wirkungsweise sei auf die bereits erwähnte Publikation in der Zeitschrift Chem. Ing. Techn. 60, 1988, 590 ff verwiesen.
Das Pervaporationsverfahren kann nicht nur dazu verwendet werden, solche Lösungsmittel aus wässrigen Dispersionen zu entfernen, die einen höheren Dampfdruck als Wasser haben, sondern eignet sich auch zur Entfernung von Lösungsmitteln mit einem niedrigeren Dampfdruck als Wasser, wie beispielsweise Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid oder Acetonitril.
In Wasser schwer lösliche oder unlösliche pharmazeutische Wirkstoffe folgender Wirkstoffgruppen eignen sich beispielsweise zur Herstellung wassriger Suspensionen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
Gestagen wirksame Steroidhormone wie beispielsweise das 13-Ethyl-17ß-hydroxyl 8 ,19-dinor-17α-pregn-4-en-20yl-3-on ( =Levonorgestrel), das 13-Ethyl- -17ß-hydroxy-18,19-dιnor-17α-pregna-4,15-dιen-20yn-3-on (=Gestoden) oder das 13-Ethyl17ß-hydroxy-11-methylen-18,19-dinor-17α-pregn-4-en-20yn (Desorgestrel), Estrogen wirksame Steroidhormone wie 3-Hydroxy-1,3,5(10)- estratrien-17-on (=0stron) oder 1,9-Nor-17α-pregna-1,3,5(10)-trien-20-yn- 3,17ß-dιol (Ethinylöstradiol).
Androgen wirksame Steroidhormone wie 17ß-Hydroxy-4-androsten-3-on (=Testosteron) und dessen Ester oder 17ß-Hydroκy-1α-methyl-5α-androsten-3-on (=Mesterolon).
Antiandrogen wirksame Steroidhormone wie das 17α-Acetoxy-6-chlor-1ß,2ß- dihydro-3 H-cyclopropa [1,2]-pregna-1,4,6-trien-3,20-dion ( Cypoteronacetat).
Kortikoide wie das 11ß ,17α,21-Trihydroxy-4-pregnen-3,20-dιon (=Hydro- cortison), das 11ß,17α,21-Trihydroxy-1,4-pregnadien-3,20-dion (=Prednisolon), das 11ß,17α-21-Trihydroxy-6α-methyl-1,4-pregnatrien-3,20-doön - (=Methylprednisolon) und das 6α-Fluor-11ß,21-dihydroxy-16α-methyl-1,4- pregnadιen-3,20-dion (=Difluocortolon) und deren Esser.
Ergoline wie der 3-(9,10-Dιhydro-6-methyl-8α-ergolιnyl)-1,1-diethylharnstoff (=Ergolιn), der 3-(2-Brom-9,10-dihydro-6-methyl-8α-ergolinyl)-1,1- diethylharnstoff (=Bromergolin) oder der 3-(6-Methyl-8u-ergolinyl)-1,1- diethylharnstoff (=Tergurid).
Antihypertonika wie das 7α-Acetylthio-17α-hydroxy-3-oxo-4-pregnen-21-car- bonsäure-γ-lacton ( =Spironolacton ) oder das 7α-Acetylthιo-15ß,16ß-methylen-3-oxo-17α-pregna-1,4-dιen-21,17-carbolacton (=Mespιrenon).
Antikoagulantia wie die 5-[Hexahydro-5-hydroxy-4-(3-hydroxy-4-rnethyl-1- oeten-6-ynyl)-2(1H)-pentalenylιden)]-pentan säure (=Iloprost).
Psychopharmaka wie das 4-(3-Cyclopentyloxy-4-methoxy-phenyl-2-pyrrolidon (=Rolipram) und das 7-Chlor-1,3-dihydro-1-methyl-5-phenyl-2H-1,4-benzodiazepin -2-on (=Diazepam).
Carotinoide wie das α-Carotin und das ß-Carotin.
Fettlösliche Vitamine, wie Vitamine der Vitamin A- , Vitamin D-, Vitamin E- und Vitamin K-Gruppe.
Eine weitere Gruppe sind ß-Carboline, wie sie beispielsweise in den Europäischen Patentanmeldungen 234,173 und 239,667 beschrieben sind. Als ß-Carboline seien beispielsweise genannte der 6-Benzoyloxy-4-methoxy- methyl-ßcarbolιn-3-carbonsäure-ιsopropylester (=Becarnil) und der 5-(4- Chlorphenoxy)-4-methoxymethyl-ß-carbolin-3-carbonsäure-isopropylester (=Cl-PHOCIP) .
Erwähnenswert sind auch schwerlösliche Kontrastmittel, wie das Rontgenkontrastmittel lodipamidethylester oder NMR-Kontrastmittel wie die Eisenoder Manganporphyrinchelate.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten wässrigen Suspensionen können gegebenenfalls noch die üblichen Dispersionsmittel, wie zum Beispiel Polyvinylpyrrollidon, Lecithine oder Pluronics®, Konservierungsstoffe und zusätzlich isotonische Zusätze enthalten, um deren osmotischen Druck auf 5-1000 mosm zu erhöhen. Sie können beispielsweise als Injektionssuspension Anwnndung finden.
In gleicher Weise wie bei Suspensionen kann man mittels des erfindungsge- mäßen Verfahrens auch Flüssigkeiten aus Kolloiden und Emulsionen entfernen. Dies kann beispielsweise von Nutzen sein um wirkstoffhaltige Gele, Salben oder Lotionen zu bereiten. Wirkstoffe die sich zur Herstellung derartiger galenischer Formulierungen eignen sind beispielsweise dip bereit:. erwähnten Kortikoide und die antiandrogen wirksamen Substanzen.
Besondere Vorteile bietet das erfindungsgemäße Verfahren bei der Herstellung von Liposomen oder Micellen enthaltenden Phasengemischen im technischen Maßstab, da sich diese mittels der vorbekannten Methoden nur schwierig in größeren Mengen herstellen lassen, wie bereits erwähnt wurde.
Liposomen oder Micellen enthaltende Phasengemische sind bekanntlich unter anderem zur Verkapselung oder Solubilisierung von Wirkstoffen von Bedeutung. Erfindungsgemäß werden sie in der Weise hergestellt, daß man die Liposomen und/oder Micellen bildenden Substanzen und gegebenenfalls auch die Wirkstoffe in einem flüchtigen organischen Lösungsmittel (wie zum Beispiel Ethanol, Ethylacetat, Diethylether) löst, die Lösung in die gegebenenfalls wirkstoffhaltige wassrige Phase einträgt und das Lösungsmittel durch transmembrane Destillation oder Pervaporation entfernt.
Geeignete Micellen bildende Substanzen sind insbesondere Salze von Gallensäuren, welche in Kombination mit Lipiden zur Herstellung wässriger Mischmicellenlόsungen verwendet werden. (DE-A 27 30 570).
Als geeignete Gallensauren seien beispielsweise genannt: Die Cholsaure, die Glycocholsaure, die Taurocholsäure, die Deoxycholsäure, die Glycodeoxycholsaure, die Taurodeoxycholsäure, die Chenodeoxycholsäure, die Glycochenodeoxycholsaure und die Taurochenodeoxycholsäure.
Zur Herstellung der wassrigen Mischmicellosungen können bei dem erfindungsgemaßen Verfahren die gleichen Lipide verwendet werden, wie bei den vorbekannten Verfahren.
Geeignete Lipide sind beispielsweise, Monoglyceride, Sulfatide, und insbesondere Phospholipide, wie die Sphingomyeline, die Plasmalogene, die Phosphatidylcholine, die Phosphatidylethanolamine, die Phosphatidylserine, die Phosphatidylinosite und die Cardiolipine auch auch Gemische dieser Lipide (Dr. Otto-Albert Neumüller: Römpps Chemie-Lexikon; Franck sche Verlagshandlung, Stuttgaxt(DE) 2665, 3159, 3920 und 4045).
Zur Herstellung der wassrigen Mischmicellosungen werden vorzugsweise 3 bis 40 % und insbesondere 5 bis 20 % Lipid pro 100 g der gegebenenfalls isotonisierende Zusätze und/oder wasserlösliche Wirkstoffe enthaltenden wassrigen Lösung verwendet. Das Gewichtsverhältnis zwischen Lipid und Gallensaure beträgt vorzugsweise 0,1:1 bis 2:1 und insbesondere 0,8:1 bis 2:1.
Als Basen zur Herstellung der Salze der Gallensäuren eignen sich beispielsweise Alkalihydroxide, wie Lithiumhydroxid, Kaliumhydroxid und insbesondere auch Natriumhydroxid.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten wassrigen Mischmicelllösungen können gewünschtenfalls isotonische Zusätze enthalten, um deren osmotischen Druck zu erhöhen. Geeignete Zusätze sind beispielsweise anorganische oder organische Salze oder Puffersubstanzen, wie Natriumchlorid, Phosphat-Puffer, Citrat-Puffer. Glycin-Puffer, Citrat-Phosphat- Puffer, Maleat-Puffer, etc. Mono- oder Disaccharide, wie Glucose, Lactose, Saccharose, Zuckeralkohole, wie Mannit, Sorbit, Xylit oder Glycerin oder wasserlösliche Polymere, wie Dextran oder Polyethylenglykol.
Diese isotonisierenden Substanzen werden üblicherweise in solchen Konzen trationen zugesetzt, daß die entstehende wassrige Mischmicellosung einen osmotischen Druck von 5 - 1000 mosm - bej Injektionslosungen optimalerwerse 300 mosm - aufweist.
Die Herstellung der wasserlöslichen Mischmicellosungen erfolgt - abgesehen von der Membrandestillation mittels konventioneller Methoden.
Da die Lipide und auch einige Wirkstoffe oxidationsempfindlich sind, wird das Verfahren zweckmaßigerweise unter einer Inertgasatmosphäre, wie Stickstoff oder Argon durchgeführt und die erhaltenen wassrigen Mischmicellosungen durch Zugabe von Antioxidantien, wie Natriumascorbat, Tocopherol oder Natriumhydrogensulfit stabilisiert.
Diese Mischmicellosungen können beispielsweise zur Solubilisierung der bereits erwähnten schwer löslichen Wirkstoffe verwendet werden.
Ferner können die wassrigen Mischmicellosungen noch zusätzliche wasserlösliche Wirkstoffe enthalten, um Kombinationspräparate herzustellen. Beispiele solcher Kombinationspräparate sind Mischungen aus wasserlöslichen und fettloslichen Vitaminen oder Präparate die neben Kortikoiden noch wasserlösliche Antibiotika enthalten.
Zur Herstellung liposomenhaltiger, wässriger Phasengemische verwendet man vorzugsweise die bereits erwähnten Phospholipide und Gemische dieser Phospholipide mit Cholesterin und/oder Ladungsträgern wie zum Beispiel Stearylamin, Stearinsäure oder Dicetylphosphat. Hierbei werden vorzugsweise 0,1 bis 40 Gewichtsprozent und insbesondere 1 bis 20 Gewichtsprozent Phospholipid oder Gemisch bezogen auf die die wassrige Phase verwendet. Geeignete Gemische enthalten etwa bis zu 60 Gewichtsprozent Cholesterin und bis zu 15 Gewichtsprozent Ladungsträger. Als Losungsmittel für die Phospholipide oder Gemische verwendet man vorzugsweise Methanol, Ethanol, Isopropanol, Diethylether, Dioxan, Aceton, Chloroform, Acetomtril, Dimethylsulfoxid und Gemische dieser Lösungsmittel.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird abgesehen von der Membrandestillation unter den gleichen Bedingungen durchgeführt, wie die vorbekannten Vei fahren (Pharmazie an unserer Zeit 11, 1982, 97-108, Pure Appi. Chem., 53 , 1981, 2241-2254). Es eignet sich sowohl zur Herstellung multilamellarer Liposomen als auch zur Herstellung unilamellarer Liposomen und ist besonders zur Herstellung großer unilamellarer Liposomen mittels de r reverse-phase-evaporation geeignet.
Die liposomenhaltigen, wassrigen Phasengemische können die gleichen Zusätze enthalten, wie die Mischmicellosungen und können beispielsweise zur Verkapselung wasserlöslicher Wirkstoffe dienen.
Solche wasserlöslichen Wirkstoffe sind beispielsweise Diagnostika, wie die Rontgenkontrastmittel Iotrolan, Iohexpl, Iosimid, Metrizamid, Salze von Amidoessigsaure und insbesondere lopromid oder NMR-Kontrastmittel, wie das Gadolinium-DTPA.
Geeignete Arzneimittelwirkstoffe sind untpr anderen Antibiotika, wie Gentamycin oder Kanamycin, Cytostatica, wie Doxorubicin-Hydrochlorid oder Cyclophosphamid und Virustatica, wie Vidarabin.
Darüberhinaus können die liposomenhaltigen, wassrigen Phasen auch zur Verkapselung der bereits erwähnten in Wasser schwer löslichen Wirkstoffe verwendet werden.
Die nachfolgenden Ausfύhrungsbeispiele dienen zur näheren Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Beis piel 1
12 g Phosphatidylcholin werden in 500 ml Diethylether gelost, und diese Losung in einen Kolben überfuhrt, der mit 500 ml einer Wirkstofflόsung beschickt ist, die 400 mg lotrolan pro ml enthält. Dieses Gemisch wird mit einem Hochdruckhomogenisator homogenisiert, wobei eine Art Wasser in 01 Emulsion entsteht, in der die Wasserphase in Form von "inversen Micellen" dispergiert vorliegt. Diese Emulsion wird anschließend mittels einer Zahnradpumpe im Kreislauf durch zwei in Serie geschaltete Filtrationsmodule gefördert, welche aus jeweils drei Polypropylen-Rohrmembranen aufgebaut sind ("Labormodul" der Firma Enka AG, DE-5G00 Wuppertal). An die Außenseite der Membran wird hierbei ein Druck von 8000 Pa mittels einer Evakuierungseinrichtung angelegt. Während der Entfernung des Losungsmittels wird das Vorratsgefäß, welches einen temperierbaren Mantel aufweist, bei Temperaturen zwischen 30 und 35° C gehalten.
Die Anfangsdurchflußgeschwindigkeit liegt bei 6 1/mιn und der daraus resultierende Moduleingangsdruck bei 70 000 Pa. Mittels eines Manometers und eines Durchflußmessers werden diese beiden Parameter während der Lösungsmittelentfernung beobachtet. Nach bereits 15 Minuten bilden sich erste Gel-Strukturen, die während der Abtrennung mehrmals von den Wanden des Vorratsgefäßes abgestreift werden. Die Durchflußgeschwindigkeit nimmt im Laufe der weiteren Abtrennung ab, wobei ein Anstieg des Moduleingangsdruckes zu verzeichnen ist. Nach 50 Minuten bildet sich ein viskoses Gel, wodurch der laut Herstellerangaben maximal zulässige Moduleingangsdruck von 150 000 Pa überschritten wird. Der Ethergehalt liegt an diesem Punkt bei 5-10%. Portionsweise Zugabe von 150 ml Pufferlösung (0,015 M Tris-HCl Puffer pH-Wert 7,4) ) führt dazu, daß das Gel bricht und eine wassrige Liposomensuspension entsteht. Durch weitere Membrandestillation im Kreislauf läßt sich die Etherkonzentration auf unter 2 % absenken.
Beispiel 2
12 g Phosphatidylcholin werden in 125 ml Ethanol gelost und diese Losung in einen Kolben überfuhrt der mit 500 ml einer wassrigen Wirkstofflosung beschickt ist, die 400 mg lotrolan pro ml enthalt. Anschließend wird die Mischung durch Schütteln vermischt.
Dieses Gemisch wird danach mittels einer Zahnradpumpe im Kreislauf durch zwei in Serie geschaltete Filtrationsmodule gefordert, welche aus jeweils drei Polypropylen-Rohrmembranen aufgebaut sind ("Labormodul" der Firma Enka AG, DE-5600 Wuppertal).
An der Außenseite der Membran wird hier bei im Gegenstrom 1000 ml destilliertes Wasser, welches mittels einer Methariol-Trockeneismischung gekühlt wird (5-10° C) entlanggeführt. Wahrend der Entfernung des Lösungsmittels wird das Vorratsgefäß, welches einen temperierbaren Mantel aufweist, bei Temperaturen um 35° C gehalten.
Die Anfangsdurchflußgeschwindigkeit liegt bei 5 1/mιn und der daraus resultierende Moduleingangsdruck bei 50 000 Pa. Mittels eines Manometers und eines Durchflußmengenmessexs werden diese beiden Parameter wahrend der Lösungsmittelentfernung beobachtet. Nach ca. 2 Stunden erhalt man eine weißliche Liposomensuspension. Dei mittlere Durchmesser der hierin enthaltenen Liposomen liegt bei 261,7 + 5 nm. Der Iotrolaneinschluß betragt 25 mg Iotrolan/ml und der Restethanolgehalt liegt bei unter 1 % .
Beispiel 3
32,4 g eines Gemisches aus Phosphatidylcholin, Cholesterin und
Stearinsaure (4:5:1) werden bei erhöhter Temperatur in 350 ml Ethanol gelost. Diese Losung wird unter Ruhren in einen Kolben überfuhrt der 700 ml einer wassrigen Losung von 32,4 g lopromid in 0,020 Tris HCl Puffer (pH Wert 7,5) enthalt. Die Abtrennung des Ethanols erfolgt anschließend wie in Beispiel 2 beschrieben. Abweichend von dem vorgenannten Beispipl wird das Vorratsgefäß jedoch auf 55 Grad Celsius termperiert.
Nach ca. 5 Stunden erhalt man auch hier weißliche Liposomensuspensionen. Der mittlere Durchmessei der darin enthaltenen Liposomen liegt bei 370 nm und der lopromideinschluß bei 36 % bezogen auf die Gesamte Kontrastmittel- konzentration. Der Restbethanolgehalt betragt weniger als 0,1 % .