2 ' -O-Alkylnukleotide sowie Polymere,die solche Nukleotide enthalten
B E S C H R E I B U N G
Die Erfindung betrifft neue Nukleotidmonomere sowie Oligo- und Polynukleotide, die solche Monomere enthalten, ein Ver¬ fahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung zur Steuerung der Genexpression, als Anti-Sense-Proben und als Arzneimit¬ tel.
Anti-Sense-Oligo- und Polynukleotide sind dem Fachmann be¬ kannt und zusammenfassend z.B. in Spektrum der Wissenschaft (1990), Seiten 70 bis 77 beschrieben. Darunter werden die zum eigentlichen Gen komplementären Nukleotide mit gegenläufiger Sequenz verstanden. Solche Anti-Sense-Moleküle greifen regu¬ lierend in die Genexpression ein und spielen dabei eine we¬ sentliche Rolle, ob eine in einem Gen kodierte Erbseguenz in ein Protein übersetzt wird. Die Trennung der beiden DNA- Stränge wird dabei durch eine kurze RNA-Kette, dem sogenann¬ ten Primer ausgelöst, der zuerst die DNA-Doppelhelix öffnet und der mit dem Replikationsursprung hybridisiert. Es hat sich gezeigt, daß nun die Genexpression nicht nur von der Konzentration dieser Primermoleküle abhängt, sondern von deren Verhältnis zur Anti-Sense-RNA. Auf diese Weise ist es daher möglich, in einer Zelle gezielt vorausbestimmte Gene an- und auszuschalten und so die gesamte Zellfunktion zu steuern. So ist es z.B. bereits gelungen, mittels einem Po- lyoma-Virus maligne transformierte Zellen dadurch wieder gesund erscheinen zu lassen, daß man in diese polyoma-trans- formierte Zellen Expressionsvektoren für eine Anti-Sense-RNA gegen src einschleust. Dadurch verlieren diese Zellen ihre krebsartigen Merkmale. Ähnliche Ergebnisse wurden mit dieser Anti-Sense-Technik bereits an den Onkogenen fos, ras und sys erzielt. Schließlich ist es auch bereits in Gewebekulturen gelungen, mit Anti-Sense-Oligonukleotiden die Infektion von Herpes-Viren, Influenza-Viren und dem HIV-Virus zu hemmen. Mit Hilfe von biotinylierten Anti-Sense-Oligonukleotiden ist
es auch bereits gelungen, die Ausbildung und Wirkung des Splicing-Komplexes näher zu untersuchen (S. Barabino, B. Sproat et al., The EMBO Journal 8., 4171-4178 (1989)).
Die bislang bekannten Anti-Sense-Oligo- und Polynukleotide weisen jedoch den Nachteil auf, daß diese nach dem Einschleu¬ sen in eine intakte Zelle von RNA und DNA spezifischen Nu- kleasen angegriffen und abgebaut werden, wodurch ihre Wirkung verlorengeht. Es ist daher bereits versucht worden, den Abbau von Poly- und Oligoribonukleotiden durch Nukleasen mittels 2'-O-Methylsubstitution zu hemmen (B. Sproat et al., Nucleic Acids Research 11_ (1989), 3373-3386).
Die Erfindung hat daher zum Ziel, neue Oligo- und Polynukleo¬ tide bereitzustellen, die gegenüber einem Angriff von Nuklea¬ sen beständig sind und die mit verbesserter Spezifität an einen komplementären Nukleotidstrang binden.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß sich dieses Ziel dadurch erreichen läßt, daß man die 2'-Position mit einer Alkyloxygruppe mit mindestens 2 Kohlenstoffatomen sub¬ stituiert.
Die Erfindung betrifft daher Nukleopolymere auf der Basis von 2'-O-Alkylnukleotiden der allgemeinen Formel II
B ein beliebiger, dem Fachmann bekannter Abkömmling irgend¬ einer Nukleosidbase und insbesondere eine Adenyl-9-yl- (A) , eine Cytosin-1-yl- (C), eine Guanin-9-yl- (G) , eine Uracil-1- yl- (U) , eine Hypoxanthin-9-yl- (I) oder eine Thymin-1-yl- Gruppe (T) darstellt. Von den Adeninderivaten ist der 2-Ami- noadenin-9-yl-Rest bevorzugt. Zweckmäßigerweise tragen ein oder mehrere der Nukleosidbasen einen Substituenten L, die die Anlagerung an bestimmte Zellteile oder Enzyme oder auch an geeignetes Chromatographiematerial erleichtert. Solche Affinitäts-Substituenten sind dem Fachmann bekannt. A ein O-Atom oder eine CH2 -Gruppe bedeutet, X oder Z ein O-Atom, ein S-Atom, eine NH- oder CH2 -Gruppe darstellen und sowohl gleich als auch verschieden sein kön¬ nen,
V und W für ein 0-, S-, Se-Atom stehen, bzw. eine -OH-, -SH-, -NH2-, Alkyl- oder Alkyloxygruppe bedeuten.
Bevorzugte Alkyl- und Alkyloxygruppen weisen 1 bis 4 Kohlen¬ stoffatome auf und sind insbesondere -CH3 , C2 H5 und/oder OCH3 bzw. 0C2H5. In einer Monomereinheit in den erfindungsgemäßen Oligo- bzw. Polynukleotiden können V und W sowohl gleich als auch verschieden sein. L steht für ein H-Atom oder einen Partner eines Bindepaares.
C bedeutet eine Gruppe der allgemeinen Formel -O-R, worin R eine gegebenenfalls modifizierte Alkylgruppe mit mindestens 1 C-Atom, oder eine gegebenenfalls modifizierte Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit mindestens 2 C-Atomen bedeutet, wobei die Modifikation in einer Substitution durch einen oder mehrere Halogen-, Cyano-, Carboxy-, Hydroxy-, Nitro- oder/und Mercap- to-Reste besteht. Vorzugsweise weist die Alkylgruppe 3 bis 6 und im besonderen 3 oder 4 Kohlenstoffatome auf. Beispiele für besonders geeignete Alkylgruppen sind Propyl, Butyl, jedoch sind auch modifizierte Alkylgruppen, wie Cyanomethyl, bevorzugt. Besonders bevorzugt sind Alkenylketten und im
besonderen Alk-2-enylreste, wovon wiederum ein Allylrest bevorzugt ist. Beispielhaft für Alkinylgruppen kann der Pro- pargylrest genannt werden.
Bevorzugte erfindungsgemäße Polymere weisen ein oder mehrere der zuvor geschilderten monomeren Einheiten auf, gegebenen¬ falls in Kombination mit anderen monomeren Einheiten, in denen -O-R gleich -O-Allyl, A gleich 0, X gleich 0, Z gleich 0, W gleich 0 und V gleich OH ist und das Cl-Kohlenstoffatom des Zuckers die ß-Konfiguration aufweist. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die erfindungsgemäßen Oligo- und Polynukleotide an ihrem 3'-Ende ein 3'-Deoxyribo- nukleosid auf, wodurch der Angriff von 3'-Exonukleasen inhi¬ biert und ein Abbau durch diese Enzyme zusätzlich erschwert wird.
Durch den Einbau eines Partners eines Bindepaares, z.B. aus den Paaren Antikörper/Antigen oder Biotin/Avidin bzw. Strept- avidin, vorzugsweise von Biotin oder einem Dinitrophenylrest in das erfindungsgemäße Polymer ist es möglich, das erfin¬ dungsgemäße Nukleotidpoly er zu immobilisieren und eine Affi¬ nitäts-Chromatographie von Proteinen, Nukleinsäuren und/oder Protein/Nukleinsäure-Komplexen durchzuführen, die an das immobilisierte Nukleotidpolymer binden.
Die erfindungsgemäßen Oligonukleotide zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Hybridisierung mit Nukleinsäuren aus, die eine dazu entsprechend komplementäre Zielsequenz aufweisen und sind besonders inert gegen den Abbau mittels Nukleasen, weshalb sie in lebenden Zellen eine hohe biologische Halb¬ wertszeit aufweisen. Darüberhinaus weisen sie gegenüber dem Stand der Technik eine verringerte, nicht spezifische Bindung mit Nukleinsäure-Bindungsproteinen auf.
Die Erfindung betrifft jedoch auch Nukleotid-Monomere, die zur Synthese der erfindungsgemäßen Oligo- bzw. Polynukleotide
geeignet sind und die in der 2 '-Position des Zuckerteils einen gegebenenfalls durch einen oder mehrere Halogen-, Cyano-, Carboxy-, Hydroxy-, Nitro- oder/und Mercapto-Reste modifizierten Alkyloxy-, Alkenyloxy- oder Alkinyloxyrest mit mindestens 1 Kohlenstoffatomen aufweisen.
Besonders bevorzugte Reste sind O-Alk-2-enyl-Reste und im besonderen O-Allylreste. Üblicherweise weist ein solches Monomer die allgemeine Formel I
auf, worin A, B und C die zuvor definierte Bedeutung aufwei¬ sen und D und E zur Ausbildung von 3'-5'-Internukleotid-Bin- dungen fähige reaktive Gruppen oder die -P04 H2 -, -P207H3 - oder -P3010H4 -Gruppe bedeuten. Solche Gruppen sind dem Fach¬ mann bekannt und z.B. in B. Sproat et al., Nucleic Acids Research .18 (1990), 41-49 sowie zusammenfassend in E.L. Win- nacker, Gene und Klone, VCH Verlagsgesellschaft mbH, Weinheim (Deutschland) (1985), insbesondere Seiten 44 bis 49 und in Froehler/Matteucci, Tetrahedron Lett. (1986), p. 469-472, beschrieben. Besonders bevorzugt als reaktive Gruppe ist die OH-Gruppe. Ebenso bevorzugt als D und/oder E sind die P04H2-, -P207H3- und die -P30** 0 H4 -Gruppe. Diese Mono-, Di- oder Tri- phosphate bzw. Salze der Verbindungen der allgemeinen Formel I können bevorzugt als 5 '-Triphosphate, beispielsweise enzy- matisch mit DNA/RNA-Polymerasen in wachsende Nucleinsäureket- ten eingebaut werden (vgl. z.B. Random pri ing, Anal.Biochem. 132 (1983) 6-13, Nick translation, J.Mol.Biol. 113 (1977) 237-251). Mit den erfindungsgemäßen reaktiven Mononukleotiden lassen sich auf an sich bekannte Weise, insbesondere an einer festen Phase die ebenfalls erfindungsgemäßen Oligo- und Poly-
nukleotide herstellen. Die Herstellung solcher Polynukleotide aus den entsprechenden Mononukleotiden ist dem Fachmann be¬ kannt und beispielsweise ebenfalls in den zuvor genannten Literaturstellen näher beschrieben. Die Erfindung betrifft daher auch ein Verfahren zur Herstellung von Oligo- und Poly- nukleotiden unter der Verwendung der erfindungsgemäßen Nu- kleotidmonomere.
Schließlich betrifft die Erfindung auch die Verwendung der erfindungsgemäß erhaltenen Oligo- und Polynukleotide als Anti-Sense-Proben und als Arzneimittel, insbesondere als Arzneimittel zur Behandlung von mit Viren befallenen Zellen wie z.B. dem Herpes, Influenza- oder dem AIDS-Erreger sowie zur Steuerung der Genexpression.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläu¬ tert.
B e i s p i e l 1
Nach dem in B. Sproat, B. Beijer und A. Iribarren in Nucleic Acids Research, Vol. 18 (1990), 41-49 beschriebenen Verfahren wurden nach der Phosphoamidit-Methode 2'-O-Allyl-oligoribonu- kleotide sowie 2'-O-Methyl-oligoribonukleotide mit jeweils identischer Sequenz hergestellt. Anschließend wurden, wie in A. Lamond et al. in Cell, Vol. 58 (1989), 383-390 beschriebe¬ nen Verfahren die beiden an ihrem 5'-Ende mit 32P-Phosphat markierten Proben mit einem Kernextrakt inkubiert, der von Heia-Zellen gewonnen wurde. Beide Proben wurden dann einer Gelchromatographie unterzogen. Es zeigt sich, daß die erfin¬ dungsgemäßen 2'-O-Allyl-Oligonukleotide eine außergewöhnlich hohe spezifische und im Vergleich zu den zum Stand der Tech¬ nik gehörenden 2'-O-Me-Oligonukleotide eine vernachlässigba¬ re, nichtspezifische Bindungsaktivität.
Die Nukleotidsequenz war
5'-AIAACAIAUACUACACUUIA Sie bindet an Human U2 RNA.
B e i s p i e l 2
Die gemäß Beispiel 1 hergestellten 2'-O-Allyl-Oligoribonu- kleotide wurden verschiedenen Nukleasen versetzt und ihrer Empfindlichkeit gegenüber enzymatischem Abbau bestimmt. Im Vergleich zu normaler, nicht modifizierter RNA mit einer identischen Sequenz zeigt sich, daß bei Verdauung mit pan- kreatischer RNase A, RNase CL-3, RNase Tl, RNase T2 und RNase U2 die erfindungsgemäßen 2'-O-Allyl-Oligonukleotide gegenüber einem enzymatischen Angriff von Nukleasen völlig stabil sind, wohingegen natürliche RNA in allen Fällen vollständig abge¬ baut wird.
B e i s p i e l 3
3' ,5'-O-(Tetraisopropyldisiloxan-1,3-diyl)-2-chlor-6-(2,6- dichlorphenoxy)purinribosid (A) wurde wie in Sproat, B.S., Beijer, B. und Iribarren, A. , Nucleic Acids Research, 1990, 18, 41-49 beschrieben, synthetisiert. Die so erhaltene Ver¬ bindung A wurde dann wie nachstehend beschrieben allyliert.
Synthese von 3',5'-0-(Tetraisopropyldisiloxan-l,3-diyl)-2'- 0-allyl-2-chlor-6-(2,6-dichlorphenoxy)purinribosid (B) :
Tris(dibenzylidenaceton)dipalladium (O) (174 mg, 0,19 mmol) und 1,4-bis (Diphenylphosphin)butan (324 mg, 0,76 mmol) wur¬ den in trockenem Tetrahydrofuran (50 ml) suspendiert. Eine Lösung von Verbindung A (13,11 g, 19 mmol) und Allylethylcar- bonat (4,95 g, 38 mmol) in 50 ml trockenem Tetrahydrofuran wurde zugesetzt und die Mischung 30 Minuten zum Rückfluß
erhitzt. Silica-Gel t.l.c. in Petroläther/Ethylacetat (2:1 v/v) zeigte eine vollständige Reaktion mit einem einzigen UV- positiven Fleck von Rf 0,54 (Verbindung A hat Rf 0,41). Das Lösungsmittel wurde im Vakuum abgezogen unter Zurücklassung eines roten Sirups, der in Petroläther/Ethylacetat (9:2 v/v) gelöst und die Lösung filtriert wurde, um unlöslichen Pd- Phosphinkomplex zu entfernen. Das Produkt wurde durch präpa- rative Flüssigkeitschromatographie auf Silica-Gel gereinigt unter Elution mit Petroläther/Ethylacetat (9:2 v/v). Die reine Verbindung B wurde so erhalten in Form eines hellgelben Schaums (12,4 g, 89,4 %) . 13C NMR Spektrum (CDCl3 )δ: 158,12 (C6), 153,13 und 152,54 (C-2 und C-4) , 144,66 (Phenyl C-l), 142,43 (C-8), 133,75 (-CH = von Allyl), 128,77 (Phenyl C-2 und C-6), 128,52 (Phenyl C-3 und C-5), 127,12 (Phenyl C-4), 120,51 (C-5), 117,0 (= CH2 von Allyl), 88,26 (C-l'), 81,16 (C-4'), 80,6 (C-2'), 71,4 (0-CH2- von Allyl) , 69,54 (C-3'), 59,61 (C-5'), 17,19-16,63 (Isopropyl CH3 s) , 13,16, 12,70 und 12,29 p.p. . (Isopropyl CHs).
Die Verbindung B wurde weiter über verschiedene Stufen in das entsprechende Nukleotidmonomer, nämlich 5'-O-Dimethoxytrityl- N2-dimethylaminomethyliden-2'-O-allylguanosin-3'-0-(2-cyano- ethyl-N,N-diisopropylphosphoramidit) unter Verwendung der in Nucleic Acids Research, 1990, 18, 41-49 beschriebenen Metho¬ de umgewandelt.
Mono ere wurden in Polymere überführt wie beschrieben in Nucleic Acids Research, 1989, 17, 3373-3386.
B e i s p i e l 4
Synthese von 3 ' ,5 '-0-(Tetraisopropyldisiloxan-l,3-diyl)-2 '-0- propargyl-4-0-(2,6-dichlorphenyl)uridin (C) :
3 ' ,5'-O-(Tetraisopropyldisiloxan-1,3-diyl)-4-0-(2,6-dichlor- phenyl)uridin (18,95 g, 30 mmol) wurden durch Verdampfen von Acetonitril im Vakuum getrocknet. Der verbleibende Schaum wurde in wasserfreiem Acetonitril (50 ml) aufgelöst, eine 80 %ige Lösung bezogen auf das Gewicht von Propargylbromid in Toluol (3,56 ml, 33 mmol) gefolgt von 2-Tert.-butylimino-2- diethylamino-1,3-dimethylperhydro-l,3,2-diazaphosphorin (9,55 ml, 33 mmol) wurden unter Rühren und Ausschluß von Feuchtigkeit zugegeben. Silicagel t.l.c. in Hexan/Ethylacetat (2:1 v/v) zeigte komplette Reaktion nach 5 Stunden mit einem UV-absorbierenden Produktpunkt von Rf 0,38. Das Lösungsmittel wurde im Vakuum entfernt unter Zurücklassung eines cremefar¬ bigen Schaums. Das Produkt wurde durch präparative Flüssig¬ chromatographie unter Verwendung von Petrolether/Dichlorme- than/Ethylacetat (8:2:1, bezogen auf das Volumen) als Eluant gereinigt. Das reine Produkt C wurde erhalten als ein weißer Schaum (10,7 g, 53,3 %). 13C NMR-Spektrum (CDCl3 )δ: 169,80 (C-4), 154,60 (C-2), 144,76 (Phenyl C-l), 144,41 (C-6), 128,69 (Phenyl C-2 und C-6), 128,65 (Phenyl C-3 und C-5), 127,08 (Phenyl C-4), 93,80 (C-5), 89,80 (C-l'), 81,70 (C-2'), 80,34 (C-4'), 79,54 ( -C≡ von Propargyl), 74,63 ( ≡CE von Pro- pargyl), 67,63 (C-3'), 59,37 (C-5'), 58,01 (0CH2 von Propar¬ gyl), 17,36, 17,21, 16,90 und 16,73 (Isopropyl CH3 s ) , 13,36, 12,92, 12,84 und 12,28 p.p.m. (Isopropyl CHS ) .
Die Verbindung C konnte über verschiedene Schritte in Cytidin und Uridin-Monomere zur Festphasenpolymer-Herstellung über¬ führt werden.
B e i s p i e l 5
Synthese von 3' ,5 '-0-(Tetraisopropyldisiloxan-l,3-diyl)-2 '-0- cyanomethyl-4-0-(2,6-dichlorphenyl)uridin (D) :
Die Alkylierung wurde analog Beispiel 4 durchgeführt unter Verwendung von Bromacetonitril anstelle von Propargylbro id. Die Titelverbindung wurde erhalten als ein weißer Schaum in 55 %iger Ausbeute, Rf 0,51 auf Silicagel t.l.c. in Petrol- ether/Ethylacetat (1:1 v/v). 13C NMR-Spektrum (CDCl3 )δ: 169,91 (C-4), 154,57 (C-2), 144,54 (Phenyl C-l), 143,96 (C- 6), 128,69 (Phenyl C-2 und C-6), 128,60 (Phenyl C-3 und C-5), 127,12 (Phenyl C-4), 115,72 (CN von Cyanomethyl) , 94,10 (C- 5), 89,17 (C-l'), 82,34 (C-2'), 81,60 (C-4'), 67,27 (C-3'), 59,06 (C-5'), 55,82 (CH2 von Cyanomethyl) , 17,20, 17,08, 16,80 und 16,61 (Isopropyl CH3 s ) , 13,23, 12,70 und 12,24 p.p. . (Isopropyl CHS ) .
B e i s p i e l 6
2 '-O-Propylierung wird am besten bewirkt durch 2'-O-Allylie- rung gefolgt von Reduktion der Allylgruppe. 2 '-O-Butylierung wird am besten durchgeführt durch 2'-O-Crotylierung (unter Verwendung von Crotylbromid und dem Verfahren, wie es in Beispiel 4 beschrieben ist) , gefolgt von Reduktion der Cro- tylgruppe.
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3 ' ,5 '-0-(Tetraisopropyldisiloxan-l,3-diyl)-4-0-(2,6-dichlor- phenyl)-uridin
14,65 g (60 mmol) getrocknetes Uridin werden in 150 ml was¬ serfreiem Pyridin gelöst und die Lösung im Eisbad gekühlt. Dazu wird eine Lösung von 21 g (67 mmol) 1,3-Dichlor-l, 1,3,3- tetraisopropyldisiloxan in 10 ml Dichlormethan während 15 Minuten unter Rühren und Feuchtigkeitsausschluß zugefüg .Nach beendeter Zugabe wird die Mischung 3 Stunden bei Raumtempera¬ tur weitergerührt; im Dünnschichtchromatogramm (Kieselgel; Fließmittel Chloroform/Ethanol 9:1) beobachtet man danach vollständige Umsetzung zu einem Produkt mit Rf 0,58. Die Reaktion wird durch Zugabe von 5 ml Methanol gestoppt und die Mischung im Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird in 200 ml Dichlormethan aufgenommen und 2x mit je 200 ml 1 mol/1 Natriumbicarbonat-Lösung extrahiert. Die organische Phase wird über Na S0 getrocknet, filtriert und im Vakuum einge¬ dampft. Der Rückstand wird 2x mit je 25 ml Toluol im Vakuum coevaporiert wonach ein weißer schaumiger Rückstand resul¬ tiert. Dieser wird in 200 ml wasserfreiem 1,2-Dichlorethan gelöst und mit 42 ml Triethylamin (300 mmol), sowie 22,5 ml Chlortrimethylsilan (180 mmol) unter Rühren und Feuchtig¬ keitsausschluß versetzt. Nach 30 Minuten Reaktionszeit zeigt ein Dünnschichtchromatogramm (Kieselgel; Petrolether/Ethyl- acetat 2:1) vollständige Umsetzung mit einem Fleck vom Rf 0,39. Die Reaktionsmischung wird unter kräftigem Rühren in 500 ml 1 mol/1 Natriumbicarbonat-Lösung gegossen, die organi¬ sche Phase abgetrennt und über Na2 S04 getrocknet. Nach Fil¬ tration wird im Vakuum eingedampft und der Rückstand noch 2x . mit je 25 ml trockenem Toluol coevaporiert. Das so erhaltene 2 '-O-Trimethylsilyl-Derivat wird in 300 ml wasserfreiem Di¬ chlormethan gelöst und mit 42 ml Triethylamin (300 mmol), 19,5 g 2-Mesitylensulphonylchlorid (90 mmol) und 1,8 g 4- Dimethylaminopyridin (15 mmol) unter Rühren und Feuchtig-
keitsausschluß versetzt. Im DC (Kieselgel; Petrolether/Ethyl- acetat 2:1) beobachtet man nach 30 minütiger Reaktionszeit vollständige Umsetzung zu einem Produkt mit Rf 0,63. Zur Reaktionslösung gibt man 1,35 g l,4-Diazabicyclo[2.2.2]octan (12 mmol) und 19,6 g 2,6-Dichlorphenol (120 mmol) und rührt 2 Stunden bei Raumtemperatur. Nach dieser Zeit ist die Umset¬ zung vollständig, wie ein DC in Petrolether/Ethylacetat 2:1 auf Kieselgel zeigt (Rf 0,56). Die Reaktionsmischung wird in 500 ml 1 mol/1 Na-bicarbonat-Lösung eingerührt die organische Phase abgetrennt, über Na2 SOA getrocknet, filtriert und im Vakuum eingedampft. Der 2'-0-Trimetylsilylether wird als öliger, viskoser Rückstand erhalten. Der Sirup wird in 300 ml Dichlormethan gelöst und dazu unter Rühren eine Lösung von 28,5 g p-Toluolsulfonsäure-monohydrat (150 mmol) in 100ml Tetrahydrofuran gegeben. Nach 2,5 Minuten werden 28 ml Tri¬ ethylamin zur Neutralisation der Säure zugefügt. Danach wird die Reaktionslösung unter starkem Rühren in 500 ml 1 mol/1 Na-bicarbonat-Lösung eingegossen. Die organische Phase wird abgetrennt, über Na2S04 getrocknet und das Lösungsmittel im Vakuum abdestilliert. Das DC (Kieselgel; Petrolether/Ethyl¬ acetat 1:1) zeigt einen Fleck mit Rf 0,59 von 2,6-Dichlorphe- nyl-2-mesitylensulfonat und einen weiteren mit Rf 0,41 des gewünschten Produktes. Das rohe Produkt wird in mehreren Portionen durch präparative Chromatographie an Kieselgel mit Petrolether/Ethylacetat(2:l) als Eluens gereinigt. Nach Ein¬ dampfen der Fraktionen erhält man 25,6 g, entsprechend 67,5 % der Theorie an reinem Endprodukt.
Rf-Wert (Kieselgel; Petrolether/Ethylacetat 2:1) 0,23
13C NMR-Spektrum (CDC13 ) δ : 169,82 (C-4), 154,70 (C-2), 144,94 (C-6), 144,77 (Phenyl-C-1) , 128,92 (Phenyl-C-2 and C- 6), 128,71 (Phenyl C-3 und C-5), 127,11 (Phenyl C- 4), 94,05 (C-5), 92,22 (C-l'), 82,01 (C-4'), 74,88 (C-2'), 68,89 (C- 3'), 60,35 (C-5'), 17,40 - 16,85 (Isopropyl-CH3 's) , 13,34, 12,91, 12,83 und 12,48 ppm (Isopropyl-CH's) .
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3 ' ,5'-0-(Tetraisopropyldisiloxan-l,3-diyl)-2 '-O-allyl-4-O- (2,6-dichlorphenyl)uridin
Tris(dibenzylidenaceton)dipalladium(0) (0, 183 g, 0,2 mmol) und l,4-Bis(diphenylphosphino)butan (0,341 g, 0,8 mmol) werden in trockenem Tetrahydrofuran (40 ml) unter Argonatmosphäre sus¬ pendiert. Eine Lösung der nach Beispiel 7 hergestellten Ver¬ bindung (12,63 g, 20 mmol) und Allylethylcarbonat (5,2 g, 40 mmol) in trockenem Tetrahydrofuran (60 ml) wird zugegeben und die Mischung für 30 min unter Rückfluß erhitzt. Der voll¬ ständige Reaktionsablauf wird durch Dünnschichtchromatogra¬ phie (Kieselgel, Laufmittel Petrolether/Ethylacetat, 2:1, vol.) überprüft. Das Reaktionsprodukt wird durch eine neue Bande mit einem Rf-Wert von 0,48 angezeigt. Nach Abkühlen wird die Mischung filtriert und das Lösungsmittel im Vakuum entfernt. Das Reaktionsprodukt wird durch präparative Chroma¬ tographie an Kieselgel mit 3 % Ethylacetat in Dichlormethan als Laufmittel gereinigt.
Nach Eindampfen der Fraktionen erhält man 11 g (81,9 % der Theorie) Endprodukt.
Rf -Wert (Kieselgel-Dünnschichtchromatographie; Petrol¬ ether/Ethylacetat 2:1): 0,51
13C NMR-Spektrum (CDC13 ) δ: 169,61 (C-4), 154,49 (C-2), 144,64 (Phenyl C-l), 144,37 (C-6), 134,29 (Allyl CH), 128,75 (Phenyl C-2 und C-6), 128,51 (Phenyl C-3 und C-5), 126,93 (Phenyl C-4), 116,85 (Allyl = CH2 ) , 93,50 (C- 5), 89,94 (C- 1'), 81,64 (C-2'), 80,40 (C-4'), 70,90 (0-CH2 von Allyl) , 67,49 (C-3'), 59,34 (C-5'), 17,24, 17,10, 16,79 und 16,63 (Isopropyl CH3s), 13,21, 12,83, 12,70 und 12,30 p.p.m. (Iso¬ propyl CHs) .
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2 '-O-Allyl-4-O-(2,6-dichlorphenyl)uridin
5,5 g (8,19 mmol), der nach Beispiel 8 hergestellten Verbin¬ dung, werden in 20 ml trockenem Tetrahydrofuran gelöst und 1,1 Mol/1 Tetrabutylammoniumfluorid in 18 ml Tetrahydrofuran unter Rühren zugegeben. Nach 5 min ist die Reaktion vollstän¬ dig wie ein Dünnschichtchromatogramm mit Ethanol/Chloroform (5 : 95 vol.) als Laufmittel auf Kieselgel zeigt (Rf : 0,22).
Die Reaktion wird mit Pyridin/Methanol/Wasser (50 ml, 3 : 1 : 1 vol.) gestoppt und die Lösung unter Rühren auf die Pyridinform von Dowex 50 Wx4-200 Harz (30 g suspendiert in Pyridin/Methanol/Wasser 50 ml 3: 1 : 1 vol) gegeben. Die Mischung wird 20 min gerührt, das Harz abfiltriert und mit dem o. g. Lösungsmittel (3 x 50 ml) gewaschen. Die vereinig¬ ten Filtrate und Waschlösungen werden bis zum Trockenen im Vakuum eingedampft, in Toluol aufgenommen und nochmals einge¬ dampft. Das Rohprodukt wird in 3 Portionen durch präparative Chromatographie auf Kieselgel mit 6 % Ethanol in Chloroform als Elutionsmittel gereinigt. Nach Eindampfen der Fraktionen im Vakuum werden Reste von Ethanol und Pyridin durch Zugabe von Toluol und nochmaliges Eindampfen im Vakuum bei 45°C entfernt. Nach Eindampfen erhält man 2,91 g (82,9 % der Theo¬ rie) an reinem Endprodukt.
Rf-Wert (Kieselgel; Ethanol/Chloroform 1 : 4): 0,57
13C NMR Spektrum (CDC13 ) δ: 169,74 (C-4); 155,28 (C-2), 146,20 (C-6), 144,42 (phenyl C-l), 133,54 (allyl CH), 128,67 (phenyl C-2 und C-6), 128,57 (phenyl C-3 und C-5), 127,13 (phenyl C-4), 117,98 (allyl = CH2 ) , 94,41 (C-5), 89,60 (C- 1'), 84,54 (C-4'), 81,01 (C-2'), 71,10 (allyl CH20) , 67,43 (C-3') and 59,55 p.p.m. (C-5').
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2'-O-Allyl-uridin
2,91 g (6,79 mmol) der nach Beispiel 9 hergestellten Verbin¬ dung werden in 20 ml trockenem Acetonitril gelöst. Es werden 2,82 g (16,98 mmol) 2-Nitrobenzaldoxim und 1,76 g (15,28 mmol) 1,1,3,3-Tetramethylguanidin in 20 ml trockenem Acetoni¬ tril zugegeben und die Mischung bei Raumtemperatur 18 Stunden gerührt. Ein Dünnschichtchromatogramm auf Kieselgel mit Etha- nol/Chloroform (1 : 4 vol) als Laufmittel zeigt, daß die Reaktion vollständig abgelaufen ist (Rf 0,37). Das Lösungs¬ mittel wird im Vakuum abgedampft und der verbleibende Rest in 100 ml Dichlormethan gelöst und das Produkt mit 100 ml Wasser extrahiert. Die wäßrige Phase wird mit 100 ml Dichlormethan und anschließend mit 100 ml Diethylether gewaschen. Die gelb¬ liche wäßrige Phase wird anschließend mit der Pyridinform von Dowex 50 Wx4-200 Harz (25 g) 5 min gerührt. Das Harz wird abfiltriert und das trübe Filtrat mit 2 x 50 ml Dichlormethan und anschließend 100 ml Ether gewaschen. Die wäßrige Phase wird im Vakuum eingedampft. Wasserspuren werden durch Zugabe von Methanol und Tetrahydrofuran und anschließendes Eindamp¬ fen beseitigt. Die gewünschte Verbindung wird aus Methanol kristallisiert, abfiltriert und mit Ether gewaschen und ge¬ trocknet. Man erhält 1,83 g (94 % der Theorie) von 2'- 0- Allyluridin.
Rf -Wert (Kieselgel; Ethanol/Chloroform 1 : 4 vol): 0,39.
3C N.M.R. spektrum (pyridin - d5 )δ: 164,48 (C-4), 151,72 (C- 2), 140,76 (C-6), 135,11 (CH von Allyl) . 116,96 (allyl = CH2), 102,17 (C-5), 88,26 (C-l'), 85,72 (C-4'), 82,57 (C-2'), 71,38 (allyl CH20), 69,41 (C-3') and 60,75 p.p.m. (C-5').
B e i s p i e l 11
2'-O-Allyl-uridin-5'-monophosphat
1,42 g 2'-O-Allyl-uridin (5,0 mmol) wurden nach der Methode von Yoshikawa et al. (1967) Tetrahedron Lett. 50., 5065 phos- phoryliert. Die Ausbeute nach chromatographischer Aufreini- gung betrug 980 mg.
Beispiel 12
2'-O-Allyl-uridin-5'-diphosphat und -5'-triphosphat
Zur Herstellung der Di- bzw. Triphosphate wurden jeweils 365 mg (1 mmol) des Monophosphates nach der Methode von Hoard und Ott (1965) J. Am. Chem. Soc. .87, 1785 mit Orthophosphorsäure bzw. Pyrophosphorsäure umgesetzt. Die Ausbeuten betrugen 220 mg an Diphosphat bzw. 140 mg an Triphosphat.
Alle 5'-Phosphate wurden mittels Elementaranalyse, Elektro¬ phorese und 31 P-NMR-Spektroskopie charakterisiert.