Verfahren zum automatischen Selektionieren von Be¬ hältnissen und Messanordnung hierfür sowie eine Anla¬ ge mit einer solchen Messanordnunq
Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, eine Messanordnung nach demjenigen von Anspruch 17 sowie eine Anlage mit ei¬ ner solchen Messanordnung nach Anspruch 31.
Aus der EP-A-0 306 307, die hiermit zum integrieren¬ den Bestandteil der vorliegenden Beschreibung erklärt wird, ist es bekannt, im Rahmen des Behältnis-Recy¬ clings, an leeren Behältnissen, insbesondere Kunst- stoffbehältnissen, wie Kunststoffflaschen, zu detek- tieren, ob Kontaminationen im Behältnisinneren vor¬ handen sind.
Hierzu wird vorgeschlagen, mit Hilfe einer Ionisa¬ tionstechnik, wie Flammionisation oder Fotoionisation im UV-Bereich, die erwähnten Kontaminationen zu de- tektieren und gegebenenfalls damit kontaminierte Be¬ hältnisse vor einer Neuabfüllung auszuscheiden.
Aus der O88/0086 ist ein Selektionierverfahren von Behältnissen bekannt, bei welchem entweder destil¬ liertes Wasser in die Behältnisse eingespritzt wird und gegebenenfalls kontaminiertes Wasser aus den Be¬ hältnissen entnommen und analysiert wird oder aber Wasser in die Behältnisse eingespritzt wird, darin geschüttelt wird und dann analysiert wird.
Um die Analyseredundanz zu erhöhen, ist es daraus be-
kannt, zwei unterschiedliche Analysetechniken einzu¬ setzen. Das Ausgangssignal der die beiden Analyse¬ techniken festlegenden Detektoren wird erst mit Refe¬ renzdaten verglichen, das Vergleichsresultat dann mit einem Korrelationswertbereich verglichen, welcher von der spezifischen Analysetechnik und einem spezifi¬ schen Produkt, welches ursprünglich im Behältnis ab¬ gefüllt war, abhängt.
Auf welcher Basis die entscheidenden Korrelationsfak¬ toren gemäss dieser Schrift bestimmt werden, ist nicht ausgeführt. Beschrieben ist der Einsatz von De¬ tektoren, die spezifisch einen vorgegebenen Stoff de- tektieren, wie ein Zuckeranalysator, und Vorsehen zweier derartiger, schmalbandig auf einen Stoff an¬ sprechenden Detektoren ergäbe die Möglichkeit, zusam¬ mengesetzte Kontaminationen zu erfassen.
Grundsätzlich ist bezüglich Technik, wie sie in der WO88/0086 beschrieben ist, als nachteilig zu bewer¬ ten, dass den anfallenden Behältnissen Flüssigkeits¬ proben entnommen werden und mithin das Prüfverfahren, darauf basierend, ausserordentlich langsam ist. An¬ derseits ergibt sich durch die durch Flüssigkeitsver¬ wendung sich ergebende Langsamkeit ausreichend Zeit, in praktisch laborähnlichen Bedingungen die Prüfflüs- sigkeit auf Kontaminationen zu testen.
Die vorliegende Erfindung geht von einer Technik aus, wie sie in der obgenannten EP-A-0 306 307 beschrieben ist, wonach Gas aus den Behältnissen analysiert wird. Bereits aufgrund der Strömungseigenschaften von Gas, verglichen mit denjenigen einer Flüssigkeit, ergibt
sich mit letzterwähntem Vorgehen gegenüber demjenigen nach der WO88/00862 eine wesentliche Verkürzung der Verfahrenszyklen, was insbesondere beim Selektionie- ren von Behältnissen von ausschlaggebender Bedeutung ist, die in rascher Abfolge in Linie zugespiesen wer¬ den.
Ausgehend von einem solchen Gasanalyseverfahren geht die vorliegende Erfindung von der Problemerkennung aus, dass bekannte Analysetechniken für Gasanalyse Ausgangssignale liefern, die sowohl vom jeweiligen Kontaminationsstoff, der detektiert wird, abhängen wie auch von dessen Konzentration, mithin von zwei Variablen. Darin liegt eine Mehrdeutigkeit in der Auswertung derartiger, einzeln betrachteter Signale begründet. Es lässt sich oft nicht unterscheiden, ob ein erfasstes Ausgangssignal eine Konzentration - des Stoffes A oder eine Konzentration' .' des Stoffes B an¬ zeigt. Es kann die Konzentration ■*■- des Stoffes A an einem betrachteten Messvorgang zum selben Resultat führen wie die Konzentration .• des Stoffes B.
Unter dem Aspekt der Zuverlässigkeit ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, dieses Problem zu lösen.
Dies wird beim Verfahren der obgenannten Gattung bei Vorgehen nach dem Wortlaut von Anspruch 1 erreicht bzw. bei einer entsprechenden Messanordnung nach dem Wortlaut des kennzeichnenden Teils von Anspruch 17.
Es wurde erkannt, dass unterschiedliche Gasanalyse¬ techniken Ausgangssignale ergeben, die unterschied¬ lich von der jeweiligen Konzentration und vom jewei-
ligen Kontaminationsstoff abhängen. Diese unter¬ schiedlichen AusgangsSignale sind aufgrund der unter¬ schiedlichen Analysetechniken in dem Sinne linear voneinander unabhängig, dass zwischen den unter¬ schiedlichen Signalen nicht beispielsweise einfache Proportionalität gilt. Die Uebertragungskennlinien der unterschiedlichen Gasanalysetechniken sind in ih¬ rer Abhängigkeit von den Variablen "Stoff" und "Kon¬ zentration" charakteristisch unterschiedlich. Dabei seien unter dem Begriff "AusgangsSignal" alle Signal¬ parameter verstanden, die ein Signal zu charakteri¬ sieren vermögen, also beispielsweise Amplitude, Pha¬ se, Schrittantwort, Impulsantwort.
Mithin wird mit dem vorgeschlagenen Vorgehen nicht eine Redundanz geschaffen, welche immer darin be¬ steht, durch eine Mehrzahl gleich gearteter Messungen im statistischen Sinne die Aussagekraft des gesamten Messvorganges zu erhöhen, sondern es wird erst durch Einsatz verschiedener Analysetechniken ein Messres i- tat geschaffen, wie wenn in einem X-, Y-, Z-Koordina- tensystem drei Messungen je für X-, Y- und Z-Lageko- ordinaten das Resultat, nämlich den Lagevektor, defi¬ nieren.
Beim erfindungsgemässen Vorgehen wird das Selektions¬ verfahren bzw. die hierfür eingesetzte Messanordnung höchst zuverlässig, indem insbesondere keine Behält¬ nisse als zulässig kontaminiert selektioniert werden, welche unzulässig kontaminiert sind. Je höher die An¬ zahl unabhängig voneinander eingesetzter Analysetech¬ niken ist, desto höher wird die erwähnte Zuverlässig¬ keit.
Aufgrund der Möglichkeit, die verschiedenen Analyse¬ techniken im Parallelbetrieb, d.h. simultan oder qua- si-si ultan, durchzuführen, ergibt sich keine wesent¬ liche Verlangsamung des Selektionsverfahrens am Gas im oder aus dem jeweiligen Behältnis. Dies ist, wie erwähnt wurde, bei in line-untersuchungen rasch an¬ fallender Behältnisse von ausschlaggebender Bedeu¬ tung.
Gemäss Wortlaut von Anspruch 2 können als Gasanalyse¬ techniken eingesetzt werden: Infrarot-Absorptionsmes¬ sung, Messungen mittels Halbleitergassensoren, Mes¬ sungen mittels elektrochemischer Zelle, Ionisation, insbesondere Fotoionisation und/oder Funkenionisa¬ tion, und Messung der resultierenden Gasionisation oder gegebenenfalls Messung mittels Massenspektrosko¬ pie. Bevorzugt wird die Messungskombination mittels Halbleitergassensoren, Fotoionisation und Funkenioni¬ sation aus Gründen der Einfachheit und Schnelligkeit. Dabei ist es auch durchaus möglich, unterschiedlich ansprechende Halbleitergassensoren, im Sinne zweier unterschiedlicher Analysetechniken, im Rahmen der vorliegenden Erfindung einzusetzen und/oder Fotoioni¬ sation bzw. Funkenionisation oder eine andere der er¬ wähnten Analysearten im erwähnten Sinne zwei- oder mehrfach mit unterschiedlichen Ausgangssignalen im Sinne der vorliegenden Erfindung einzusetzen.
In den Kreis bevorzugter Techniken gehört auch die Infrarot-Absorptionsmessung, beispielsweise mit IR- Halbleitersensoren, wie sie z.B. von der Firma Kohl Sensors Incorporation, 70 W Barham Avenue, US-Santa Rosa, vertrieben werden, welche, mit schmalbandigeπ,
optischen Filtern versehen und bei Vorsehen einer In¬ frarot-Sendequelle, welche Licht im interessierenden IR-Bereich abgibt, feststellen, ob an vorbestimmten Absorptionsbändern die gesendete Strahlung auch ent¬ sprechend durch das Gas absorbiert wird oder nicht, worauf spezifisch auf Vorliegen oder Nichtvorliegen bestimmter Materialkontaminationen und deren Konzen¬ trationen geschlossen wird.
Obwohl bei gewissen Behältnissen mit im interessie¬ renden IR-Wellenband transmittierender Behältniswan¬ dungen durchaus eine IR-Absorptionsmessung mittels Durchstrahlung des Behältnisses vorgenommen werden könnte, sind auch dann die Transmissionsverhältnisse der Behälterwandung derart grossen Exemplarstreuungen unterworfen, dass ein sicheres Detektieren der er¬ wähnten Materialkontaminationen im Gas nicht ohne weiteres möglich ist. Deshalb wird das Gas, bei die¬ sem Vorgehen, d.h. bei Wahl der IR-Absorptionsmessung als eine der Analysetechniken, als Gasprobe der Prü¬ fung unterworfen, oder es wird, mit Lichtleitern an einer Lanze, IR-Licht in das Behältnis eingestrahlt, an der erwähnten Lanze nach Durchlaufen einer Gas¬ strecke registiert und ein entsprechendes Signal zur Auswertung abgegriffen.
Im weiteren wird nach dem Wortlaut von Anspruch 3 vorgeschlagen, insbesondere bevorzugt als eine der Analysetechniken, mindestens einen Halbleitersensor, insbesondere einen Halbleitergassensor, vorzusehen, womit eine besonders einfache Analysetechnik verwen¬ det wird.
Es sind nämlich Halbleitergassensoren bekannt, wie beispielsweise von der Firma Figaro Engineering, Osa¬ ka/Japan, hergestellt und vertrieben. Derartige Halb¬ leitergassensoren können ausserordentlich einfach und, aufgrund ihres kleinen Volumens, auch direkt in die Behältnisse eingeführt werden oder entlang eines Strömungspfades für Testgas aus den Behältnissen, an beliebigem Ort, zur Analyse der Gasproben. Unter dem Aspekt der Zuverlässigkeit wird durch Vorsehen ein oder mehrerer derartiger Halbleitergassensoren ermög¬ licht, mit solchen Sensoren auch unterschiedliche Analysetechniken im Sinne der vorliegenden Erfindung zu realisieren oder höhere Redundanz zu schaffen.
Nun weisen Halbleitersensoren, und dabei insbesondere Halbleitergassensoren, relativ lange Schrittantwort¬ zeiten auf, d.h. wenn ihnen eingangssei ig ein Gasän¬ derungssprung auferlegt wird, ändert sich ihr Aus¬ gangssignal ähnlich demjenigen eines Tiefpasses und läuft relativ langsam dem entsprechenden Endwert asymptotisch entgegen.
Dieses Problem, welches dem Einsatz von Halbleiter¬ gassensoren unter dem Aspekt der Verfahrensschnellig¬ keit entgegenstünde, wird bei Vorgehen nach dem Wort¬ laut von Anspruch 4 dadurch behoben, dass das Aus¬ gangssignal des mindestens einen Halbleitergassensors in der Zeit differenziert wird und das Differenzie¬ rungsresultat, d.h. die Anfangssignalsteigung, für die Selektionierung ausgewertet wird.
Da als Ausgangssignal bei derartigen Halbleitergas¬ sensoren üblicherweise der Ausgangswiderstand vari-
iert, wird mithin die zeitliche Aenderung ihres Aus¬ gangswiderstandes ausgewertet.
Da die zeitliche Ableitung der Halbleitergassensor- Ausgangssignale mit dem Maximalwert des Ausgangssi¬ gnals korreliert, welchem es zustrebt, kann bereits kurz nach Auftreten einer Gaskonzentrations- und/oder -Stoffänderung eingangsseitig, aus der erwähnten Ab¬ leitung, das selektionswirksame Signal ermittelt wer¬ den.
Aus dem Vorerwähnten geht nun u.a. hervor, dass, wenn ein Halbleitergassensor eine Gaskontamination erfasst hat, die sein AusgangsSignal gegen einen neuen End¬ wert zutreibt, dieser Gassensor, wegen seines "Ge¬ dächtnisses" nurmehr mit dem Resultat vorgängig er- fasster Messungen verfälscht, eine weitere Gasprobe analysieren wird. Dies würde bedingen, dass ein vor¬ gesehener Gassensor den Verfahrenszyklus wiederum drastisch verlangsamt, weil abgewartet werden muss, bis der Einfluss einer vorangehenden Gasanalyse abge¬ klungen ist.
Dies wird bei Vorgehen nach dem Wortlaut von Anspruch 5 dadurch behoben, dass mindestens zwei Sätze je mit mindestens einem Halbleitergassensor vorgesehen wer¬ den und das Prüfgas aus sich folgenden Behältnissen unterschiedlichen Sensorsätzen zugeführt wird, womit den einzelnen Sätzen Zeit eingeräumt wird, damit sich ihre AusgangsSignale wieder auf einen Basiswert rück¬ einstellen können, ohne dass dabei der VerfahrensZy¬ klus von Behälter zu Behälter verlängert würde.
Um dabei Zuleitungen und den Halbleitergassensor selbst zu reinigen, wird, dem Wortlaut von Anspruch 6 folgend, vorgeschlagen, ihn, und damit auch die Zu¬ leitungen, nach Messung, gaszuspülen. Dabei ergibt sich bei einer derartigen Gasspülung, aufgrund der Art des Spülgases und/oder seiner Strömung entlang dem Sensor, am Sensor ein ähnliches Verhalten, wie es sich einstellt bei der vorerwähnten Erfassung einer Kontamination. Damit würde ein solcher Gassensor durch den Spülvorgang wieder für einige Zeit für Kon¬ taminationsmessungen unbrauchbar.
Nun wird, gemäss dem weiteren Wortlaut von Anspruch 6, vorgeschlagen, die Spülgasart und/oder die Spül¬ gasströmung derart auf die Strömung des Prüfgases oh¬ ne Kontamination aus dem Behältnis abzustimmen, dass, beim Wechsel von Spülbetrieb zu Messbetrieb oder um¬ gekehrt, durch diesen Wechsel am Ausgang des Halblei¬ tersensors, eine nur minimale Signaländerung, wenn überhaupt, in Erscheinung tritt. Damit "erlebt" der Sensor einen Wechsel von Prüfzyklus zum Spülzyklus bzw. umgekehrt dann nicht, wenn das im Prüfzyklus zu¬ geführte Gas nicht kontaminiert ist.
Dem Wortlaut von Anspruch 7 folgend, wird zur Entnah¬ me des Gases aus dem Behältnis bevorzugterweise ein Trägergas eingesetzt und, im Sinne des zu Anspruch 6 Gesagten, als Spülgas das Trägergas eingesetzt.
Bevorzugterweise wird der erwähnte Abgleich, dem Wortlaut von Anspruch 9 entsprechend, so vorgenommen, dass das Ausgangssignal des Halbleitersensors bei Be¬ triebswechsel Spülen/Messen und umgekehrt im wesent-
liehen konstant bleibt.
Aus der eingangs erwähnten EP-A-0 306 307 ist es be¬ kannt, die Gasprobe aus einem jeweiligen Behälter durch Flammionisation und anschliessende Analyse zu untersuchen. Dies ist ein relativ langsames Verfahren und zudem auch unter dem Aspekt der Einfachheit nach¬ teilig. Einerseits darf nämlich beim Flammionisieren, mit Wasserstoffflamme, das an der Flamme vorbeiströ¬ mende Gas die Flamme nicht wesentlich stören, was der Strömungsgeschwindigkeit und damit Schnelligkeit des Messvorganges Grenzen setzt, und zudem ist die Flamm¬ gasspeisung aufwendig.
Deshalb wird, dem Wortlaut von Anspruch 10 folgend, als eine Analysetechnik bevorzugterweise das Gas ei¬ ner elektrischen Entladungsstrecke ausgesetzt und de¬ ren Entladungsverhalten und/oder die entladungsbe¬ dingte Gasionisation als AusgangsSignal für die Se¬ lektion ausgewertet. Das Vorsehen einer elektrischen Entladungsstrecke, ähnlich einer Verbrennungsmotoren¬ zündkerze, ist ausserordentlich einfach, da eine sol¬ che miniaturisiert werden kann, nicht kontaminations- anfällig ist und, flexibel, praktisch überall elek¬ trisch gespiesen werden kann. Der Messvorgang ist da¬ bei sehr schnell, weil von der Strömungsgeschwindig¬ keit des Testgases mindestens in Grenzen unabhängig, und in gewissen Anwendungsfällen kann die Funkenioni¬ sation im Unterschied zur Flammionisation im zu te¬ stenden Behälter selbst eingesetzt werden.
Wird, dem Wortlaut von Anspruch 11 folgend, im Rahmen einer der Analysetechniken das Gas ionisiert, so wird
eine einfache Auswertung durch Ionenbeweglichkeits¬ messung realisiert.
Eine bevorzugte Ausführungsvariante des erfindungsge- mässen Verfahrens ist weiter in Anspruch 12 spezifi¬ ziert. Demnach wird, je mit den Analysetechniken, an¬ hand von Kalibriergasproben, in einem n-dimensionalen Zustandsraum mit n > = 2, mit Koordinaten entspre¬ chend je den Ausgangssignalen der Analysetechniken, mindestens ein Gebiet definiert, mit Punkten entspre¬ chend Koordinatenwerten, welche zulässige Kontamina¬ tionen festlegen, und Punkten ausserhalb des minde¬ stens einen Gebietes, die einen Gaszustand entspre¬ chend unzulässigen Kontaminationen definieren. Die mit den Techniken am Gas ermittelten Ausgangssignale werden, als Koordinatenwerte, dahingehend automatisch beurteilt, ob sie gemeinsam einen Gaszustand inner¬ halb des zulässigen Gebietes definieren oder nicht.
Es wird mithin der Gaszustand mittels eines "Zu- standsvektors" festgelegt und beurteilt, ob dieser Zustandsvektor in einen zulässigen oder unzulässige Raumbereich weist.
Um im weiteren bei zu prüfenden Behältnissen zu ver¬ hindern, dass dominante oder in zu hoher Konzentra¬ tion vorliegende Gasanteile die nachfolgenden Analy¬ sen erschweren, und um mithin die jeweiligen Konzen¬ trationen auf ein Mass zu reduzieren, in welchem die vorgesehenen Analysetechniken in vorgesehenen Mess¬ kennlinienbereichen arbeiten können, wird vorgeschla¬ gen, gemäss Wortlaut von Anspruch 13 vorzugehen.
Vorgehen nach dem Wortlaut von Anspruch 14, nämlich Erwärmen der Behältnisse, ergibt die Möglichkeit, Kontaminationskomponenten, welche von der Behältnis¬ wandung absorbiert sind, in das zu untersuchende Gas auszutreiben.
Es besteht im weiteren häufig ein Problem, bei der erwähnten Selektion, darin, dass Originalfüllgut, auch nach der Entleerung des Behältnisses, einen der¬ artig hohen Kontaminationsgrad erzeugt oder erzeugen kann, dass dieser, im Sinne einer Signal-to-noise-Be- trachtung, weitere Kontaminationen überdeckt. Es wäre deshalb ausserordentlich vorteilhaft, ein einfaches, sicheres Vorgehen zu finden, um bei einem vorliegen¬ den Behältnis eruieren zu können, welcher Art die Originalabfüllung war.
Dies wird beim Verfahren nach dem Wortlaut von An¬ spruch 15 erreicht.
Dadurch wird der Analyseaufwand reduziert, indem durch Auslesen der erwähnten Markierung die Original¬ abfüllung bekannt wird und entsprechende Kontamina- tionsgrössen selektiv zugunsten weiterer Konta ina- tionsgrössen, bzw. die entsprechenden Signalanteile, unterdrückt bzw. berücksichtigt werden können.
Bei den vorerwähnten Halbleitersensoren, insbesondere Halbleitergassensoren, deren "Gedächtnis"-Verhalten erläutert wurde, ergibt sich insbesondere auch dann ein Problem, wenn einer oder mehrere der vorgesehenen Halbleitersensoren einen hohen Kontaminaticnswert de- tektieren, der sein AusgangsSignal hochtreibt, womit
ein solcher Sensor dann auch entsprechend lange Zeit benötigt, um auf seinen Ausgangswert rückzuschwingen. Damit wäre ein solcher Halbleitersensor für nachfol¬ gende Untersuchungen wiederum nicht bereit, und der Untersuchungszyklus würde entsprechend verlängert, bis der erwähnte Halbleitergassensor seine Messbe¬ reitschaft wieder erreicht hat.
Um dies zu verhindern, werden, dem Wortlaut von An¬ spruch 16 folgend, an den vorgesehenen Halbleitersen¬ sorsätzen die Ausgangssignale daraufhin überprüft, ob sie einen vorgegebenen Wert überschreiten, falls ja, wird der zugeordnete Satz mindestens für die unmit¬ telbar folgende Analyse nicht eingesetzt. Es wird dann einer der weiteren Halbleitersensorsätze einge¬ setzt, der messbereit ist.
Bei bevorzugter zeitlicher Differenzierung der Halb¬ leitersensor-Ausgangssignale wird dabei selbstver¬ ständlich die zeitliche Ableitung dieses Signals dar¬ auf geprüft, ob sie den vorgegebenen Wert übersteigt, damit auch hier nicht bis zum Einpendeln des Halblei¬ tersensor-Ausgangssignals auf den kontaminationsent¬ sprechenden Ausgangssignalpegel gewartet werden muss.
Da ohnehin vorzugsweise und erfindungsgemäss sich folgende Gasproben sequentiell unterschiedlichen Halbleitersensorsätzen zugeführt werden, so bei¬ spielsweise, um zwischenzeitlich den eben benützten zu spülen, wird in den hier angesprochenen Fällen be¬ vorzugterweise mehr als ein Messzyklus ausgelassen, bis der im genannten Sinne übersättigte Satz wieder messwirksam wird, was durchaus durch Ueberwachung
seines Ausgangssignals festgestellt werden kann, wäh¬ rend die nachfolgenden Messzyklen unbeeinträchtigt auf anderen Sätzen durchgeführt werden.
Wie weiter eingangs erwähnt wurde, besteht eine be¬ vorzugte Analysetechnik, welche im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird, im Ein¬ satz elektrochemischer Messzellen, wie sie beispiels¬ weise von AMS Analysen-Mess-Systemtechnik, D-Diel¬ heim, vertrieben werden, mittels welcher, schmalban- dig, auf Vorliegen oder Nichtvorliegen bestimmter Gasanteile detektiert werden kann.
Eine erfindungsgemässe Messanordnung ist in den An¬ sprüchen 17 bis 29 spezifiziert.
Eine erfindungsgemässe Testanlage mit einer erfin- dungsgemässen Messanordnung ist in Anspruch 31 spezi¬ fiziert, bei der eine Fördereinrichtung vorgesehen ist für in einem Strom anfallende Kunststoffflaschen als Behältnisse zu und von der Messanordnung und mit welcher mit hoher Zuverlässigkeit und in raschem Rhythmus jede Flasche getestet werden kann, im Unter¬ schied zu Stichprobenprüfungen, die, insbesondere im Zusammenhang mit der Wiederverwendung von Lebensmit¬ telbehältnissen, aus Sicherheitsgründen nicht appli- kabel sind.
Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise an¬ hand von Figuren erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 schematisch, eine am erfindungsgemässen Ver¬ fahren bzw. an der erfindungsgemässen Mess¬ anordnung bevorzugterweise eingesetzte Ent¬ ladungsstrecke zur Ionisation und gleichzei¬ tigen Ermittlung einer für die erfindungsge¬ mässe Behältnisselektion mindestens mitsi¬ gnifikanten Messgrösse, als eine der Gasana¬ lysetechniken,
Fig. 2 ausgehend von der Darstellung nach Fig. 1, eine weitere Ausführungsvariante, bei wel¬ cher der Entladestrom geregelt wird und aus dem Verhalten des Regelkreises die erwähnte Messgrösse ermittelt wird,
Fig. 3 schematisch, den Einsatz der Entladungs¬ strecke zur Ionisation des Behältnisgases im Behältnis selbst,
Fig. 4 schematisch, eine Ausführungsvariante zur Entladungsionisation des Gases und an- schliessender elektrostatischer Ionenab- scheidung, zur Ermittlung einer Messgrösse als eine bevorzugte Analysetechnik bzw. De¬ tektoreinrichtung,
Fig. 5 in Analogie zur Darstellung von Fig. 4, eine Weiterausbildung, bei welcher Abscheidungen in Abhängigkeit von jeweiligen Ionenbeweg¬ lichkeiten als Messgrössen erfasst werden,
Fig. 6 schematisch, zum Einsatz innerhalb eines zu überprüfenden Behältnisses, eine Entladungs-
ionisationseinrichtung mit, nachgeschaltet, einer elektrostatisch beweglichkeits-selek- tiv arbeitenden Ionenabscheidungseinrich- tung,
Fig. 7 schematisch, das Vorsehen einer Vorselektion zur Verhinderung von Explosionen bei gewis¬ sen KontaminationsStoffen und bei elektri¬ scher Entladungsstrecke im, (a) , oder aus- serhalb, (b) , des Behältnisses,
Fig. 8 unter dem Hauptaspekt der vorliegenden Er¬ findung, ein Signalfluss-/Funktionsblock- Diagramm einer erfindungsgemässen Selek¬ tionseinrichtung, nach dem erfindungsgemäs¬ sen Verfahren arbeitend,
Fig. 9 ein Signalfluss-/Funktionsblock-Diagramm ei¬ ner Analysestation mit Halbleitersensoren, insbesondere Halbleitergassensoren,
Fig. 10a das qualitative Antwortverhalten eines Halb¬ leitergassensors auf Spülgas-/Testgas-Zy- klen,
Fig. 10b das abgeglichene Verhalten des Halbleiter¬ gassensors,
Fig. 11 sche atisch, das Blockdiagramm einer Gasent¬ nahme-Einheit.
Wie eingangs erwähnt wurde, betrifft die vorliegende Erfindung das Problem, insbesondere bei leeren Be-
hältnissen, den Kontaminationszustand zu untersuchen. Beispielsweise bei Kunststoffflaschen, die anfallen, um wieder verwertet zu werden, besteht eine grosse Unsicherheit darüber, wie sie nach ihrer Entleerung von ihrer Originalfüllung, wie von Mineralwasser, Fruchtsäften etc., verwendet worden sind. Bekanntlich werden derartige Flaschen, beispielsweise in Haushal¬ tungen, oft artfremd eingesetzt, z.B. zum Lagern von Seifenwasser, Pflanzenschutzmitteln, Motorenöl, Säu¬ ren, Sprit, Benzin etc. Wurden solche Stoffe in den Behältnissen gelagert, welche einer Wiederverwertung durch eine Neu-Originalabfüllung zugeführt werden, so ist bei gewissen Kontaminationsstoffkategorien mit einer Geschmacksbeeinträchtigung des neu eingefüllten Originalfüllgutes zu rechnen, oder es ist ein solches Behältnis für eine Neuabfüllung nicht mehr verwertbar aus Gründen der Unverträglichkeit der Kontamination bis hin zu gesundheitlicher Schädlichkeit.
Deshalb muss ermittelt werden, ob und welche Restkon¬ taminationen in den Behältnissen vorhanden sind, um entsprechend eine Selektion vornehmen zu können zwi¬ schen Behältnissen, die für eine neuerliche Original¬ abfüllung nicht mehr verwertbar sind, solchen, die z.B. erst einer Speziaireinigung zuzuführen sind, und solchen, die bedenkenlos neu gefüllt werden können.
Dabei ist zu bedenken, dass je nach Behältnismateri¬ al, insbesondere bei Kunststoffflaschen, gewisse der erwähnten KontaminationsStoffe durch das Wandungsma¬ terial absorbiert werden und die Kontamination in ein gegebenenfalls neu eingefülltes Gut langsam desor- biert wird.
Da auch in gewissen Fällen das Füllgut eines Behält¬ nisses kontaminiert sein kann und dann das darüber- liegende Gas kontaminiert wird, kann die Erfindung unter all ihren Aspekten auch an bereits gefüllten Behältnissen eingesetzt werden. Das erfindungsgemässe Vorgehen ist anhand von Fig. 8 erläutert. Dabei wer¬ den, kombiniert, unterschiedliche Analysetechniken eingesetzt und ihre AusgangsSignale kombiniert ausge¬ wertet.
Vorerst werden anhand der Figuren 1 bis 7, 9 bevor¬ zugte, speziell geeignete dieser Analysetechniken, für den vorgesehenen Einsatz innerhalb des erfin¬ dungsgemässen Systems und erfindungsgemäss ausgelegt, dargestellt.
In Fig. 1 ist schematisch eine AusführungsVariante einer Vorrichtung zur Ermittlung einer Messgrösse dargestellt, mindestens mitsignifikant dafür, ob in dem in einem Behältnis enthaltenen Gas Kontaminatio¬ nen mit entsprechender Konzentration einer bestimmten Stoffgruppe enthalten sind oder nicht.
Es wird, beispielsweise über eine Entnahmeleitung 1, aus einem hier nicht dargestellten, zu überprüfenden, leeren oder teilgefüllten Behältnis, eine Gasprobe G, gegebenenfalls auch eine ausserhalb des Behältnisses, damit bzw. mit dessen Füllgut unmittelbar in Kontakt stehende, ausgesaugt und an einer Entladungsstrecke 3 mit einem Elektrodenpaar 5 vorbeigeführt. Mittels ei¬ ner Stromquelle 7 wird die Strecke 3 betrieben. Die Entladung wird als Korona-Entladung oder als Funken¬ entladung erzeugt.
Wird, durch die hier nicht dargestellte Absaugvor¬ richtung - siehe hierzu Fig. 11 -, die Gasprobe G aus dem Behältnis abgesaugt und an der Entladungsstrecke 3 vorbeigeführt, ändert sich deren Entladespannung. Diese Spannung U wird mit einem Spannungsmessgerät
F 11 gemessen.
Das Ausgangsεignal des Spannungsmessgerätes 11 wird als Messgrösse ausgewertet und wird hierzu z.B. einer Vergleichereinheit 13 zugeführt, welcher weiter, aus einer Referenzsignaleinheit 15, Referenzsignale zuge¬ führt werden. Je nach Entladespannung U selektio-
F niert, werden Ausgangssignale A , A ... als Mess-
1 2 grössen ausgegeben, die für bestimmte Kontaminations¬ stoff-Untergruppen oder gar bestimmte Kontaminations- stoffe relevant sind bzw. für bestimmte Kontamina¬ tionskonzentrationen. Die Referenzsignale werden durch Kalibriermessungen bestimmt und eingestellt an¬ hand normiert kontaminierter Gasproben. Im Diagramm links in Fig. 1 ist die Spannung U qualitativ darge-
F stellt mit Punkten P - P entsprechend U -Werten,
1 3 F bei denen die Funkenstreckenzündung in Unabhängigkeit ihrer Beaufschlagung durch verschiedene Kontaminatio¬ nen erfolgt.
Ausgehend von der Darstellung gemäss Fig. 1 ist in Fig. 2 eine weitere Messgrössenermittlung an einer Entladungsstrecke 3 dargestellt. Hier wird über eine steuerbare Hochspannungsquelle 7a, zwischen den Elek¬ troden 5 der Funkenstrecke 3, die Entladung unterhal¬ ten. An einem Strommessgerät 11a wird der Entladungs¬ strom i gemessen und an einer Vergleichereinheit 17
F mit einem an einer Referenzsignaleinheit 19 einstell-
baren Stromreferenzwert ips0LL verglichen.
Das an der Vergleichereinheit 17 ermittelte Diffe¬ renzsignal L wird als Regeldifferenz, gegebenenfalls über einen Regler 21, als Stellgrösse, auf die nun als Stellglied im Stromregelkreis wirkende, steuerba¬ re Spannungsquelle 7a geführt, derart, dass der Ent¬ ladungsstrom i dem an der Referenzsignalquelle 19 als Sollwertgeber einstellbaren Referenzwert folgt, bevorzugterweise dem konstant eingestellten Referenz¬ wert i entspricht. SOLL
Es wird das Regeldifferenzsignal ß oder das Stellsi¬ gnal s für die Spannungsquelle oder die Ausgangs- u Spannung der Spannungsquelle 7a als Messgrösse ausge¬ wertet. Diese Messgrösse wird, wie anhand von Fig. 1 erläutert wurde, wiederum einer Vergleichereinheit 13 mit vorgeschalteter Referenzsignaleinheit 15 zuge¬ führt, und je nachdem, in welchem Signalbereich die am Regelkreis ermittelte Messgrösse liegt, wird auf Vorhandensein bzw. NichtVorhandensein von Kontamina¬ tionen verschiedener Stoffgruppen bzw. auf Vorhanden¬ sein von Kontaminationen verschiedener Konzentratio¬ nen in der Gasprobe G geschlossen.
Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich, wird hier das Entladungsverhalten der Entladungsstrecke 3 und ihrer elektrischen Ansteuerung direkt als Messwert für die Messgrösse eingesetzt.
Bei den Ausführungen nach den Fig. 1 und 2 wird eine Korona-AC- oder -DC-Entladung erzeugt.
Wie in den Fig. 1 und 2 und 11 dargestellt, kann die Gasprobe G über eine Entnahmeleitung 1 entsprechend dem jeweilig zu überprüfenden Behältnis entnommen werden.
Gemäss Fig. 3 ist es aber auch durchaus möglich, weil sich die Entladungsstrecke 3 ohne weiteres miniaturi¬ sieren lässt, z.B. mit Hilfe einer in Fig. 3 schema¬ tisch dargestellten Prüflanze 23, die Entladungs¬ strecke 3a in das jeweilige zu überprüfende Behältnis 25 einzuführen und dann den Ausführungen von Fig. 1 und 2 folgend vorzugehen.
Die Abgriffe 27 an der Lanze 23 gemäss Fig. 3 ent¬ sprechen den in den Fig. 1 und 2 mit gleicher Posi¬ tionsziffer 27 eingetragenen Abgriffen an den dort dargestellten Entladungsstrecken 3.
In Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform einer er- findungsgemäss eingesetzten Anordnung zur Ausführung des erfindungsgemässen Vorgehens dargestellt, bei welcher mittels der Entladungsstrecke das Gas ioni¬ siert wird und, im Unterschied zu den Varianten nach den Fig. 1 und 2, das ionisierte Gas abgesetzt von der Entladungsstrecke untersucht wird.
Es wird über die Entnahmeleitung 1 die Gasprobe G dem zu überprüfenden jeweiligen Behältnis oder dessen un¬ mittelbarer Umgebung entnommen und der Entladungs¬ strecke 3, mit der Stromquelle 7 betrieben, zuge¬ führt. In Gasströmungsrichtung der Entladungsstrecke 3 nachgeschaltet, ist eine Kondensatoranordnung vor¬ gesehen, beispielsweise ein Zylinderkondensator 29.
Er umfasst den zylindrischen äusseren Kondensatorman¬ tel 29a und den koaxialen, inneren Dorn 29i.
Der Kondensator 29 ist über eine einstellbare Span¬ nungsquelle 31 auf einen vorgegebenen Spannungswert aufgeladen, womit sich am Kondensator ein elektri¬ sches Feld E bildet. Aufgrund der Gasionisation an der Entladungsstrecke 3 werden, je nach Polarität und Stärke des elektrischen Feldes E, Ionen der einen Po¬ larität an die eine der Kondensatorplatten 29a, 29i, Ionen der anderen Polarität an die andere getrieben. Die Bilanz der an die Kapazitätsplatten 29a, 29i ge¬ triebenen Ionen ergibt in dem dem Zylinderkondensator 29 zugeschalteten, äusseren Stromkreis einen Strom i. Dieser wird als Stromintegral mit einem Ladungsver¬ stärker 32 gemessen bzw. , wie gestrichelt darge¬ stellt, mit einem Stromverstärker 32a.
Bei Vorsehen eines LadungsVerstärkers 32 wird die In¬ tegrationszeit T, während welcher der über den Kon¬ densator 29 fliessende Strom integriert wird, vorge¬ geben, wobei diese Zeitspanne T durch ein beliebiges, den Messzyklusanfang definierendes Signal ST ausge¬ löst wird, z.B. bei Beginn der Gasabsaugung oder bei Auftreten einer definierten Anstiegsflanke des Stro¬ mes i.
Nach Verstreichen der Integrationszeit T wird der schematisch in Fig. 4 eingetragene Rücksetzschalter am Ladungsverstärker 32 geschlossen.
Das Ausgangssignal, sei dies entsprechend dem Strom¬ integral, bei Vorsehen des Ladungsverstärkers 32, sei
dies des vorgesehenen Stromverstärkers 32a, wird, in der anhand von Fig. 1 bereits beschriebenen Art und Weise, einer Komparatoreinheit 13 zugeführt, an der, ausgangsseitig, selektioniert nach Grosse des anfal¬ lenden Eingangssignals E, Ausgangssignale A , A etc.
1 2 als Messgrösse auftreten.
Hier wird die Funkenstrecke 3, sei dies gemäss Fig. 3 in einem zu überprüfenden Behältnis selbst, sei dies, wie in Fig. 4 dargestellt, in der Entnahmeleitung 1 angeordnet, nur zur Ionisation des zu überprüfenden Gases eingesetzt.
Dieses Vorgehen erlaubt, die Gasionisation dank der Miniaturisierbarkeit der Entladungsstrecke konstruk¬ tiv flexibel an einem beliebigen Ort einer Selek¬ tionsanlage vorzusehen. Die Abscheidung wird am glei¬ chen Ort, sei dies entlang der Entnahmeleitung, sei dies im zu überwachenden Behältnis selbst, vorgenom¬ men oder aber örtlich von der Ionisation abgesetzt.
Während das anhand von Fig. 4 dargestellte Vorgehen nur erlaubt, pauschal die aufgrund der Funkenionisa¬ tion entstandene Ladungsbilanz des Gases als Mess¬ grösse zu erfassen, wozu dann, wenn die Kondensator¬ anordnung 29 entlang einer Entnahmeleitung 1 angeord¬ net ist, das Gas mit vorgegebener Strömungsgeschwin¬ digkeit zuzuführen ist, zeigt nun Fig. 5 grundsätz¬ lich eine Vorgehensweise, mittels welcher, nach Ioni¬ sierung des Gases aus dem Behältnis, sei dies mittels erfindungsgemässem Einsatz einer Entladungsstrecke, sei dies auch auf bekannte Art und Weise, wie durch Flammionisation oder, vorzugsweise eingesetzt, Fo-
toionisation mittels UV, eine Auswertung der im Gas entstandenen Ionen nach ihrer Beweglichkeit erfolgt. Dadurch können. Kontaminationen unterschiedlicher Stoffe oder Stoffgruppen selektiver erfasst werden.
Hierzu wird das ionisierte Gas G* einer im wesentli¬ chen gemäss Fig. 4 aufgebauten elektrostatischen Ab¬ scheiderstufe 35 zugeführt, welche beispielsweise wieder aus einer Zylinderkondensatoranordnung be¬ steht. Diese weist z.B. einen ausgedehnten Innendorn 30i auf sowie eine Mehrzahl hintereinander isoliert angeordneter Zylinderflächen 30a. Alle Kondensatoren, gebildet durch den gemeinsamen Innendorn 30i und je¬ weils eine Zylinderfläche 30a, sind mittels der Span¬ nungsquelle 31 elektrostatisch vorzugsweise gleich gespannt, so dass die gleichen Feldstärken E über den jeweiligen Kondensatoren 30i, 30a liegen.
Tritt das Gas mit Ionen unterschiedlicher Beweglich¬ keit, wie schematisch dargestellt, in den Kondensa¬ torraum 30z ein und erfahren darin aufgrund der homo¬ genen Feldstärke E, gleiche Ladungen der Ionen vor¬ ausgesetzt, auch gleiche Ablenkungskräfte, so werden beweglichere Ionen pro axial durchlaufene Wegstrecke mehr abgelenkt als weniger bewegliche. Damit sind die von den jeweiligen Kondensatoren abgeführten Ströme i , i ... als Messgrössen ein Mass für die in Gas-
1 2 Strömungsrichtung sequentiell abgelenkten Ionen, wo¬ bei Ionen abnehmender Beweglichkeit einen zunehmenden Anteil am Strom der Kondensatoranordnungen stromab¬ wärts bezüglich Gasflussrichtung beitragen.
Die abgegriffenen Ströme i werden je, wie anhand von
Fig. 4 erläutert wurde, über Ladungsverstärker oder Stromverstärker erfasst und als Messgrössen für die Behälterselektion weiterverarbeitet.
In Fig. 6 ist eine Ausführungsform für Entladungsio¬ nisation des Gases und elektrostatische Abscheidungs- messung dargestellt, direkt in einem jeweiligen Be¬ hältnis. In Weiterausbildung der anhand von Fig. 3 beschriebenen Anordnung ist an der Lanze 23 mit end¬ ständiger Entladungsstrecke 3, im oberen Bereich, ei¬ ne Mehrzahl voneinander isolierter metallischer Flä¬ chen 33i vorgesehen und, koaxial dazu, eine metalli¬ sche Zylinderfläche 33a.
Wie schematisch dargestellt, wird die so weitergebil¬ dete Lanze in ein jeweiliges zu prüfendes Behältnis eingelassen und in dessen Bodenbereich das Gas mit¬ tels der Entladungsstrecke 3 ionisiert. Bereits auf¬ grund der dadurch bewirkten Erwärmung des Gases im Behältnisinneren entsteht eine Gasströmung gegen die Behältnisöffnung hin, in welchem Abschnitt die durch die Kondensatoren 33i, 33a gebildete Abscheiderstufe liegt.
Bevorzugterweise wird zudem wie durch schematisch dargestellte Oeffnungen 37 die Strömung des ionisier¬ ten Gases G* durch Eindüsen eines weiteren Gases, ei¬ nes Trägergases, erzwungen.
Die elektrische Speisung der Funkenstrecke 3a und die Kondensatoranordnung sowie die Stromabgriffe zum Ab¬ greifen der Ströme i , i etc. werden durch die Lanze
1 2 23 geführt, ebenso eine Leitung zu den Gasaustritten
37 ,
Wie erwähnt wurde, wird bei den Ausführungsvarianten gemäss den Fig. 1 bis 3 bevorzugterweise eine Korona- Entladung erzeugt. Bei denjenigen nach den Fig. 4 bis 6 kann sowohl eine Korona- wie auch eine Funkenentla¬ dung erzeugt werden, also dann, wenn die Ionisation des Gases gemessen wird. Bei Betrieb mit Funkenentla¬ dung wird, für eine Messung, bevorzugterweise eine Serie vorgegebener Anzahl Funken erzeugt und im strö¬ menden, dadurch ionisierten Gas G* die Ionendichte gemessen und über eine vorgegebene Zeit gemittelt, um besonders aussagekräftigere Resultate zu erhalten.
Bei gewissen KontaminationsStoffen kann die erfin¬ dungsgemässe Entladungsionisation, oder auch eine be¬ kannte Flammionisation, zur Explosion führen. Deshalb muss, aus Sicherheitsgründen, bei Einsatz dieser Io¬ nisationstechniken an den anfallenden leeren Behält¬ nissen eine Vorselektion getroffen werden. Dies ist, bei Messung im Behältnis, schematisch in Fig. 7a dar¬ gestellt. Demnach werden zu überprüfende Behältnisse, wie beispielsweise Kunststoffflaschen, auf einer För¬ deranlage, sei dies ein Förderband oder eine Karus¬ sellanlage, an einer ersten Messstation 40 vorbeige¬ führt, woran, sei dies, wie dargestellt, durch Gas¬ probenentnahme oder durch Eintauchen eines Messfüh- lers in das entsprechende Behältnis, auf Vorliegen spezifizierter, explosionsgefährlicher Kontaminatio¬ nen detektiert wird.
Hierzu werden bevorzugterweise erfindungsgemäss Halb¬ leitergassensoren oder elektrochemische Zellen einge-
setzt, abgestimmt auf das Detektieren bekannter ex¬ plosionsgefährlicher Kontaminationen. Wird ein Be¬ hältnis detektiert mit explosionsgefährlicher Konta¬ mination, so wird, wie schematisch dargestellt, bei¬ spielsweise durch Stellen einer Förderweiche, das entsprechende Behältnis von der weiteren Ueberprüfung ausgeschieden. Diesbezüglich unbedenkliche Behältnis¬ se werden der Ionisationsmessstation 42 mit Lanze 23 zugeführt.
Aufgrund der Ermittlung weiterer Kontaminationen und entsprechender Auswertung der diesbezüglichen Messi- gnale an einer Auswerteeinheit 44 wird eine weitere Förderweiche gestellt und unzulässig kontaminierte Behältnisse ausgeschieden oder einer Speziaireinigung zugeführt, während nur mit Kontaminationen zulässiger Gattung kontaminierte Behältnisse der Wiederabfüllung zugeführt werden.
Wie eingangs erwähnt wurde, werden gewisse Kontamina¬ tionsstoffe von gewissen Wandungsmaterialien der Be¬ hältnisse, wie beispielsweise und insbesondere von Kunststoff, absorbiert und nur langsam und tempera¬ turabhängig wieder in den Behältniεinnenraum freige¬ setzt. Ohne besondere Vorkehrungen kann die Kontami¬ nationskonzentration im Behältnisinnenraum, zu einem bestimmten Zeitpunkt betrachtet, schlecht messbar sein. Ist jedoch das Behältnis abgefüllt und wird es über längere Zeit gelagert, so ergibt sich trotzdem z.B. eine nachhaltige Geschmacksbeeinträchtigung des Füllgutes.
Deshalb wird im weiteren vorgeschlagen, wie in Fig. 7
bei 46 schematisch dargestellt, vor der vorgenommenen Kontaminationserfassung gegebenenfalls in die Behält¬ niswandung absorbierte Kontaminationsstoffe auszu¬ treiben. Dies geschieht erfindungsgemäss durch Erhit- zen der Behältnisse, wie mit dem Wärmefluss Q darge¬ stellt, was durch Infrarotbestrahlung, bei Kunst- stoffbehältnissen insbesondere auch durch Mikrowel¬ lenerwärmung, durch Bedampfen oder Begasen des Be¬ hältnisinnenraumes und/oder von aussen erfolgen kann, wie durch Einlassen heisser Normalluft.
In gewissen Fällen ist es ohnehin angezeigt, die Be¬ hältnisse mit einem Gas, bevorzugterweise mit Luft, insbesondere gereinigter Luft, zu spülen und gewisse Restgasanteile, herrührend von bestimmten Originalab¬ füllungen, auszuspülen, welche übrige Kontaminationen bei der Kontaminationsdetektion ansonsten überdecken könnten.
Kontaminationsanteile, herrührend von Originalabfül¬ lungen, wie von Fruchtsäften, können, wie erkannt wurde, einen signifikanten Störuntergrund bei der De- tektion übriger Kontaminationsstoffe ergeben. Eine höchst einfache Möglichkeit, dieses Problem zu be¬ herrschen, besteht darin, auf den Behältnissen eine Markierung, wie beispielsweise einen eingeformten Co¬ de, vorzusehen, entsprechend dem Originalfüllgut. Wird dies vorgesehen, so ist es ein leichtes, bei der Selektion anfallender leerer Behältnisse eine solche Markierung auszulesen, womit dann die Information vorliegt, welcher Art das Originalfüllgut war.
Dementsprechend können Kontaminationsanteilsignale
schmalbandig, auf dieses eine Produkt abgestimmt, ausgefiltert werden, um so den durch die Originalab¬ füllung bewirkten Messstöruntergrund zu reduzieren.
Auf diese Art und Weise kann das Problem des origi¬ nalabfüllungsbedingten Störuntergrundes für die Be¬ reitstellung von Messgrössen bei der hier angespro¬ chenen Behältnisselektion gelöst werden.
Wie bereits erwähnt worden ist, besteht das wesentli¬ che Problem bei der Lösung der hier gestellten Aufga¬ be darin, dass die meisten Analysetechniken, wenn nicht ein extrem hoher Aufwand, wie beispielsweise durch selektive Infrarotspektrographie oder durch Einsatz von aufwendigen Massenspektrometern betrieben werden soll, Messignale liefern, die sowohl abhängig sind von der Kontaminationsstoffart wie auch von de¬ ren Konzentration. Dies heisst mit anderen Worten, dass oft darüber Mehrdeutigkeit besteht, ob nun ein Stoff A mit der Konzentration - vorliegt oder ein Stoff B mit der Konzentration -' , da am selben "Detek¬ tor" beide Zustände zum gleichen Ausgangssignal füh¬ ren können.
Betrachtet man nun Analysetechniken, die sind,
Fotoionisation oder Flammionisation mit an- schliessender Bestimmung der Ionendichte,
Funkenstreckenionisation mit anschliessender, nicht weiter kategorisierter Ionendichtenermitt- lung oder Ionendichtenermittlung unter Berück¬ sichtigung der Ionenbeweglichkeit,
Detektion von KontaminationsStoffen mit Halblei¬ tergassensoren oder mittels IR-Absorptionsmessung mit Halbleiter-IR-Sensoren, grundsätzlich mögli¬ cherweise auch Massenspektroskopie,
Detektion gewisser Kontaminationsstoffe mit elek¬ trochemischen Zellen,
und zwar im Lichte des Behältnis-Selektionsproblems hier angesprochener Art, so ist ersichtlich, dass auch dann, wenn mit der einen Technik der obige Fall auftritt, an mindestens einer der anderen Techniken beim Kontaminationsstoff B mit Konzentration nicht dasselbe Signal auftreten wird wie bei Stoff A mit Konzentration.*_.
Durch erfindungsgemäss kombinierte Auswertung von mindestens zwei der erwähnten Techniken wird mithin, wie nachfolgend erläutert werden wird, die Selek¬ tionszuverlässigkeit ganz wesentlich erhöht, ja erst gegebe .
Dies erfolgt, gemäss Fig. 8, unter dem wesentlichen Aspekt der vorliegenden Erfindung dadurch, dass, wie schematisch dargestellt, Gas aus dem zu prüfenden Be¬ hältnis einer Anzahl n unterschiedlicher Analysesta¬ tionen zugeführt wird, mit n > = 2, wie beispielswei¬ se dargestellt einer Station 54a, basierend auf Gas¬ ionisation, einer 54b basierend auf dem Einsatz von Halbleitergassensoren, einer 54c basierend auf dem Einsatz elektrochemischer Zellen, einer 54d basierend auf dem Einsatz einer Infrarotabsorptionsmessung etc. , oder auch Analysestationen gleichen Typs, aber
mit unterschiedlichen Messkennlinien.
Bei einer Gasprobe resultieren für die Selektion in¬ formative Messgrössen I ... , I von den n Stationen.
1 n Diese Signale I definieren in einem n-dimensionalen
Zustandsraum den Zustand p" des eben betrachteten Ga¬ ses.
An einer Auswerterechneranlage ist in einem Sollbe¬ reichspeicher 56 ein n-dimensionaler "Raum" abgespei¬ chert, darin Zustandsbereiche, welche zulässig bzw. nicht zulässig sind. Dies ist im Block 56 in Fig. 8 in einem dreidimensionalen "Raum" mit den Koordinaten entsprechend I , I , I und dem zulässigen Bereich
1 2 3 ZUL schematisch dargestellt. Die Werte I bis I ,
1 n welche zulässige Kontaminationszusammensetzungen und
Konzentrationen des Gases definieren bzw. unzulässi¬ ge, werden vorab durch Eichmessungen mit standardi¬ siertem Gas ermittelt und im Speicher 56 abgespei¬ chert.
Bei der Messung des Zustandes P eines momentan anlie¬ genden Gases wird der durch die Messgrössen I bis I
1 n definierte Gasprobenzustand an einer Vergleicherein¬ heit 58 mit den in der Speichereinheit 56 abgespei¬ cherten zulässigen Zustandsvektoren P für die Gas-
ZUL — probe verglichen. Liegt der Zustandsvektor P der mo¬ mentan untersuchten Gasprobe innerhalb des im Spei¬ cher 56 abgespeicherten Raumbereiches für zulässige KontaminationsZusammensetzungen ZUL, so wird aus- gangsseitig der Komparatoreinheit 58 die Selektion in affirmativem Sinne entschieden, d.h. das eben geprüf¬ te Behältnis als zur weiteren Abfüllung zulässig
freigegeben. Andernfalls wird das entsprechende Be¬ hältnis ausgeschieden.
Mit dem Eingang ZUL(I , 1 ...) ist am Speicher-
1 2 in block 56 die Eingabe für die ermittelten Koordinaten¬ werte I, welche den zulässigen Vektorraumbereich ZUL definieren, dargestellt. Im weiteren kann nach der Selektion am Selektionsblock 66 auf dem Pfad für als unzulässig kontaminiert befundene Behältnisse eine weitere Selektionsstufe 68 vorgesehen sein, worin, beispielsweise ohne Zeitdruck, unter laborähnlichen Bedingungen nochmals überprüft wird, ob ein auf die¬ sem Pfad 70 eintreffendes Behältnis tatsächlich unzu¬ lässig kontaminiert ist oder nicht. Ist es tatsäch¬ lich unzulässig kontaminiert, wird es ausgeschieden. Wenn nicht, werden seine Vektorkoordinatenwerte I, abgespeichert in einem Zwischenspeicher 72, auf den Speicherblock 56 rückgeführt, um so in einem automa¬ tischen Lernprozess den zulässigen Raumbereich ZUL verfeinert zu definieren.
Für ein solches Vorgehen eignet sich ein neuronales Rechennetzwerk ausgezeichnet, worin ein einmal er¬ stelltes Grobmodell, entsprechend hier dem zulässigen Raumbereich ZUL, durch einen automatischen Lernpro¬ zess verfeinert wird.
Wie eingangs erwähnt wurde, beruht eine der bevorzug¬ terweise eingesetzten Analysetechniken auf Halblei¬ tergassensoren. Bei Einsatz derartiger Halbleiterbau¬ elemente besteht, wie eingangs erläutert wurde, ein Problem darin, dass ihre Schrittantwort relativ lang¬ sam ist. Wird, wie beim Vorbeiströmen kontaminierten
Gases, an einem solchen Sensor eingangsseitig ein Kontaminationsimpuls erzeugt, so strebt das Halblei¬ tersensor-Ausgangssignal relativ träge einem entspre¬ chenden Maximalwert zu, um darnach entsprechend lang¬ sam wieder abzufallen.
Diese Probleme können auch bei anderen Messtechniken auftreten, beispielsweise bei IR-Absorptionsmessung mit Halbleiter-IR-Sensoren, womit die nachfolgenden Erläuterungen auch diesbezüglich Gültigkeit haben.
Wie aus Fig. 9 ersichtlich, sind die Ausgangssignale von darin dargestellten Halbleitersensoren 60a, 60b bzw. 60c derart, dass sie je nach anfallender Konta¬ mination, entsprechend, dem Maximalwert A zustre- ax ben, was aber relativ lange dauert.
Um nun die Messzykluszeit generell zu verkürzen, wird ausgenützt, dass die Steigung des Ausgangssignals zu¬ nimmt, wenn der angelaufene Maxi alausgangssignalwert höher wird. Deshalb wird bei solchen Sensoren nicht das Sensorausgangssignal direkt, sondern dessen zeit¬ liche Ableitung 61 als Messgrösse A , wie in Fig. 9 m dargestellt ist, ausgewertet.
Da bei Halbleitersensoren die Variable ihr Widerstand ist, entspricht A dem Widerstandsverlauf.
Wie weiter ersichtlich, ist die Zeitspanne, welche das Ausgangssignal derartiger Sensoren benötigt, um wieder seinen Ausgangswert einzunehmen, desto länger, je höher der angelaufene Maximalwert A ist. Um max nun, davon unabhängig, die Messzykluszeit trotzdem
drastisch verkürzen zu können, werden, gemäss Fig. 9, zwei oder mehr derartige Sensoren bzw. Sätze derarti¬ ger Sensoren, beispielsweise zyklisch, für sich fol¬ gende Gasprobenanalysen eingesetzt. Dies wird ange¬ steuert durch eine Steuereinheit mit einem zyklischen Register 62. Bevorzugterweise wird überwacht, wie mit Ko paratoreinheiten 64, ob das Ausgangssignal eines der Sensoren bzw. Satzes einen unzulässig hohen Wert einnimmt, und dieser eine Sensor bzw. Sensorsatz wird dann für eine vorbestimmte Zeit T" aus dem Zyklus aus¬ geschaltet.
Mithin sind Sätze 60a, b ... mindestens je eines Halbleitersensors vorgesehen, welche sequentiell für sich folgende Gasproben G verwendet werden. Schlägt das Ausgangssignal eines Halbleitersensors über einen an Komparatoreinheiten 64 vorgegebenen Schwellwert aus bzw. dessen zeitliche Ableitung, so wird der ent¬ sprechende Sensor bzw. Sensorsatz für eine vorgegebe¬ ne Anzahl nachfolgender Probegasmesszyklen ausser Be¬ trieb gesetzt.
Wie gestrichelt dargestellt, ist es dabei ohne weite¬ res möglich, die Ausgangssignalwerte A, wie mit einem gestrichelt dargestellten weiteren Komparator 65, zu überwachen und, wie für den Satz 60c als Beispiel dargestellt, die Zeitdauer, während welcher ein Halb¬ leitergassensorsatz ausser Betrieb gesetzt bleiben soll, nach Massgabe des momentanen Ausgangssignalwer¬ tes zu bestimmen. M.a.W. wird ein derartiger Sensor¬ satz erst wieder messwirksam in Betrieb genommen, wenn sein Ausgangssignalwert den an der Schwellwert¬ einheit 65 festgelegten Schwellwert wieder unter-
schreitet.
Ein weiteres Problem, mit Halbleitergassensoren oder gegebenenfalls auch eingesetzten Strahlungshalblei¬ tersensoren, wie für die Infrarot-Absorptionsmessung, besteht darin, dass einerseits Zuführleitungen für das Probegas und Gehäuseanordnungen, worin die Senso¬ ren angeordnet sind, zu spülen sind, um den Einfluss einer vorangehenden Messung auf eine nachfolgende zu minimalisieren, dass aber anderseits derartige Halb¬ leitersensoren auf eine Spülgasströmung mit einem trägen Ausgangssignal reagieren, der Art, wie sie bei A in Fig. 9 dargestellt sind. Dies würde m.a.W. be¬ deuten, dass, wenn derartige Halbleitersensoren ge¬ spült werden, insbesondere gasgespült werden, dabei bevorzugterweise mit gereinigter Luft, sie nach einem solchen Spülzyklus ebenso lange ausser Betrieb ge¬ setzt bleiben müssen wie nach einem Messzyklus, d.h. es üsste die Anzahl vorgesehener Halbleitersensor¬ sätze 60 gemäss Fig. 9 zum Erhalt gleicher Durchsätze verdoppelt werden.
In Fig. 10a ist qualitativ über der Zeitachse " eine SpülgasStrömung S dargestellt, schraffiert, und, strichpunktiert, der resultierende Verlauf des Aus¬ gangssignals A an einem Halbleitergassensor. Daraus ist ersichtlich, dass erst nach Verstreichen einer Ausklingzeit mit der Testgaszuführung G ein neuerli¬ cher Messzyklus am betrachteten Halbleitergassensor gestartet werden kann. Anzustreben wäre aber, aus zeitökonomischen Gründen, Messzyklen an Spülzyklen, und umgekehrt, zu hängen.
Gemäss Fig. 10b im Zusammenhang mit Fig. 9 wird dies nun erfindungsgemäss dadurch möglich, dass Testgas¬ strömung G und Spülgasströmung S mit Strömungsstell¬ organen, wie schematisch in Fig. 9 bei V und V dar-
G S gestellt, so aufeinander abgestimmt werden, dass der
Halbleitergassensor eine im wesentlichen kontinuier¬ lich konstante Strömung erlebt. Dabei wird bevorzug¬ terweise die Testgasströmung durch die Strömung eines Trägergases erzeugt, worin Gas aus dem Behältnis, das der Prüfung unterworfen ist, beigemengt ist. Als Spülgas wird dann das gleiche Gas bevorzugterweise eingesetzt, wie als Trägergas, beispielsweise und vorzugsweise für beide trockene, gereinigte Luft. Werden ungleiche Gase zum Spülen und als Trägergas eingesetzt, so hat es sich gezeigt, dass durch Verän¬ derung des Strömungsverhältnisses von Testgas G und Spülgas S der Einfluss der unterschiedlichen Gasarten in weiten Grenzen kompensiert werden kann.
In Fig. 10b sind für gleiche Träger- und Spülgase Spülzyklen S, ein Messzyklus G mit unkontaminierte Gas, mithin Trägergas, dann ein Messzyklus G mit kon¬ taminiertem Gas schematisch dargestellt. Der Abgleich wird unter Beobachtung der Halbleiter-Ausgangssignale so vorgenommen, dass bei den sich folgenden Zyklen Spülgas/Trägergas bzw. unkonta iniertes Testgas, im wesentlichen kein AusgangsSignal oder gegebenenfalls ein im wesentlichen zeitkonstantes Ausgangssignal an den Halbleitergassensoren erscheint, womit ermöglicht ist, im obgenannten Sinne hintereinander zu testen und zu spülen.
Die Verwendung eines Trägergases erfolgt beispiels-
weise, wie in Fig. 11 dargestellt, indem ein Träger¬ gastank 70 mit dem Behältnis 71, auf einer Förderein¬ richtung 72 dargestellt, verbunden wird, wie über ei¬ nen Dichtanschluss 74. Mittels einer Pumpe 76 wird Trägergas mit Behältnisinhaltsgas der erfindungsge¬ mässen Messeinrichtung, wie bei 78 dargestellt, zuge¬ führt. Selbstverständlich kann auch das Wasserstrahl- Pumpprinzip ausgenützt werden mit dem Trägergas als Pumpgas.
Verwendung des Trägergases als Spülgas ergibt sich beispielsweise in höchst einfacher Art und Weise da¬ durch, dass ein steuerbares Umschaltventil V vorge-
GS sehen wird, mittels welchem in Spülphasen das Behält¬ nis überbrückt wird.
Im weiteren kann die anhand von Fig. 8 erläuterte ehrparametrige Auswertung bzw. das entsprechende Vorgehen wie folgt geändert werden:
Mittels Probegasmessungen, eingeteilt in zulässig kontaminierte und unzulässig kontaminierte, werden zulässige bzw. unzulässige Kombinationen der Aus¬ gangssignale I bis I ermittelt. Es wird nun mit
1 n diesen, an den Kalibriergasproben ermittelten I-Wer- ten eine geeignete mathematische Funktion gesucht, derart, dass der Funktionswert, in Abhängigkeit der erwähnten Variablen, eindeutig in mindestens einen Wertebereich für Zulassigkeit und Wertebereiche für Unzulässigkeit eingeteilt werden kann.
Anstelle der Abspeicherung eines zulässigen mehrdi¬ mensionalen Bereiches, wie anhand von Fig. 8 erläu-
tert wurde, wird, gegebenenfalls für eine Speicher¬ platzeinsparung, die gefundene mathematische Funktion abgespeichert und mit den Messgaswerten als Variable in diese Funktion eingegangen. Darnach wird unter¬ sucht, ob der resultierende Funktionswert im zulässi¬ gen oder im unzulässigen Funktionswertebereich liegt.
Wird im übrigen, im Unterschied zu Fig. 7a, dem Be¬ hältnis gemäss Fig. 7b eine Gasprobe G* entnommen, so erfolgt vorzugsweise die Prüfung auf explosionsge¬ fährliche Kontaminationen an der entnommenen Gaspro¬ be, bevor sie der Entladungs- oder Flammionisation an Einheit 41 zugeführt wird. Die Station steuert dann z.B. ein Ventil 45 an, der Einheit 41 vorgelagert.
Durch Ausnützen verschiedener Uebertragungscharakte- ristiken, insbesondere auch der unterschiedlichen, vorgestellten Analysetechniken, sowohl was Kontamina¬ tionsstoffe anbelangt wie auch, was deren Konzentra¬ tionen anbelangt, wird ermöglicht, durch kombiniertes Betrachten und Auswertung der Messgrössen mindestens zweier dieser Stationen mit unterschiedlichen Kennli¬ nien eine ganz wesentlich erhöhte Sicherheit darüber zu erlangen, ob ein betrachtetes Behältnis weiterver¬ wertet werden kann oder nicht. Das die Selektion steuernde Signal ist ein einheitliches, aus mehreren Komponenten zusammengesetztes Signal.