Modifizierte Polyasparaginsäuren, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung
Beschreibung
Die Erfindung betrifft modifizierte Polyasparaginsäuren, die durch Polycokondensation von Asparaginsäure mit von Aminosäuren verschiedenen cokondensierbaren Verbindungen oder durch Polymeri- sieren von monoethylenisch ungesättigten Monomeren in Gegenwart von Polyasparaginsäuren nach Art einer radikalisch initiierten Pfropfpolymerisation erhältlich sind, Verfahren zur Herstellung der modifizierten Polyasparaginsäuren sowie ihre Verwendung als Waschmitteladditiv und Wasserbehandlungsmittel.
Polyasparaginsäure und Kondensate der Asparaginsäure mit anderen Aminosäuren sind bekannt.
So wird beispielsweise in Nature, Band 163, 213 (1949) beschrie- ben, daß sich beim Erhitzen von Asparaginsäure auf 200°C hochmole¬ kulare Kondensationsprodukte bilden. Aus J. Amer. Chem. Soc, Band 74, Seiten 5304 und 5307 (1952) ist die thermische Polykon- densation von Asparaginsäure/Glutaminsäuremischungen in Gegenwart von Phosphorsäure bekannt.
In Arch.Biochem.Biophys. Band 86, 281-285 (1960) wird die Poly- kondensation von Aminosäuremischungen, bestehend aus 2 Teilen Glutaminsäure, 2 Teilen Asparaginsäure und einem Teil einer Mi¬ schung aus anderen Aminosäuren in Gegenwart von Phosphorsäure bei Temperaturen über 100°C beschrieben. Es werden Proteinoide erhal¬ ten, die mit steigender Kondensationstemperatur steigende Ausbeu¬ ten und höheres Molgewicht besitzen. Die Proteinoide enthalten 10 bis 30 mol-% Glutaminsäureeinheiten einkondensiert. Die Glutamin¬ säureeinheiten befinden sich hauptsächlich an den Kettenenden. Die erreichbaren Molmassen liegen bei 35000.
Durch rein thermische Behandlung von Glutaminsäure bildet sich gemäß Journal of the American Chemical Society, Band 80, Sei¬ te 2694 (1958) nahezu quantitativ Pyroglutaminsäure, die zur Po- lykondensation nicht fähig ist. Durch Copolykondensation von
Glutaminsäure und anderen "Aminosäuren sind jedoch Polykondensate herstellbar, die Glutaminsäureeinheiten einkondensiert enthalten.
In Nature, Band 190, Seite 531 (1961), und Poly . Bull., Band 1 (1978), 3, 177-180, wird die thermische Polykondensation von L- Asparagin und Isoasparagin in siedendem Wasser beschrieben. Es
bilden sich Polyasparaginsäuren mit mittleren Molmassen bis zu 3000.
In J. Org. Chem. , Band 26, 1084 (1961), wird die Polykondensation von N-Acetylasparaginsäure bei 145-200°C unter Abspaltung von Was¬ ser und Essigsäure beschrieben. Es bildet sich ein glasiger Fest¬ körper, der als Polyaspartimid identifiziert worden ist. In die¬ ser Literaturstelle wird auch die Polykondensation des Hydrobro- mids des Asparaginsäureanhydrid in Pyridin beschrieben.
Eine Methode unter Verwendung von Phosphorsäure zur Polykondensa¬ tion der DL-Asparaginsäure wird von Neri in J. Med. Chem., Vol. 16, 893-897 (1972), beschrieben. Bei einem Molverhältnis von Phosphorsäure/Asparaginsäure von 0,6 wird ein Polyaspartimid er- halten, das als Lösung in Dimethylformamid eine reduzierte Visko¬ sität von 45 ml/g besitzt. Durch anschließende Umsetzung mit Ethanolamin wird eine modifizierte Polyasparaginsäure erhalten, die als Plasmaexpander geeignet ist. Die Umsetzung wird in Dime¬ thylformamid als Lösemittel durchgeführt.
Durch thermische Polykondensation erhaltene Polyasparaginsäuren sind als Korrosionsinhibitoren für Stahl geeignet, vgl. Surface Reactive Peptides and Polymers, C.S. Sikes und A.P. Wheeler, Dal¬ las, 1989, ACS Symposium Series 444, Washington 1991, Kapitel 21.
Die Verwendung von biologisch abbaubaren Polymeren als Additive in der Wasserbehandlung wird als ökologisch erfolgversprechende Alternative für die rein synthetischen Polymeren beurteilt, vgl. US-A-4 534 881 sowie Beiträge von Sikes und Wheeler in Chemical Aspects of Regulation of Mineralization, Univ. S. Alabama Publ. Services, Mobile, 1988, Seiten 15-20, und in Surface Reactive Peptides and Polymers (siehe oben) .
Für die Verhinderung mineralischer Abscheidungen werden in der US-A-4 868 287 polyanionische und hydrophob modifizierte Peptide mit Blockstrukturen beschrieben. Beispielsweise besteht ein Block aus 15 Asparaginsäureeinheiten und ist mit einem Block aus 8 Ala- nineinheiten verbunden. Das kleinste wirksame Peptid besteht aus 5 Einheiten, von denen 2 aus der Gruppe der ionischen Aminosäuren zu wählen sind. Beide Blöcke sollen zusammen 120 Einheiten nicht überschreiten.
In der US-A-4 534 881 wird die Inhibierung von anorganischen oder biologischen Calciumcarbonatausfällungen durch Polyaspartat, Po- lyglutamat und Copolykondensaten mit anderen Aminosäuren be¬ schrieben, die ein bevorzugtes Molgewicht von 3500 bis 10000 be¬ sitzen. Die Polyaminosäuren werden beispielsweise in Meerwasse-
raufbereitungsanlagen oder Kühlkreisläufen als Scaleinhibitor verwendet.
Aus der DE-A-22 53 190 ist bekannt, mit langkettigen Alkylaminen umgesetzte Polyaspartimide als Tenside in Waschmitteln zu verwen¬ den. Für die Umsetzung wird Dimethylformamid als Lösemittel benö¬ tigt.
Aus der EP-A-0 454 126 ist bekannt, Polyaminosäuren, insbesondere Polyasparaginsäure oder Polyglutaminsäure als Builder in Wasch¬ mitteln zu verwenden.
Aus Makromol. Chem. Band 182, 2557-2561 (1981) ist die Polycokon- densation von Asparaginsäure mit Milchsäure und Glykolsäure in Gegenwart von Orthophosphorsäure als Katalysator bekannt. Die Po- lycokondensate werden als Implantate verwendet.
In der US-A-4 696 981 wird die Polycokondensation von Ammonium¬ salzen oder Amiden der Fumarsäure, Maleinsäure oder Äpfelsäure mit α—, ß-, γ-, δ- oder ε-Aminosäuren unter Einwirkung von Mikro¬ wellen beschrieben. Die Ausbeuten an Polykondensaten liegen zwis¬ chen 16 und 71 %. Es verbleiben hohe Anteile unbekannter nieder¬ molekularer Reaktionskomponenten, die über Membranfiltration ab¬ getrennt werden müssen, was die Methode technisch uninteressant macht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neue Stoffe zur Verfü¬ gung zu stellen. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, bio¬ logisch abbaubare Additive für die Waschmittelindustrie, die Was- Serbehandlung und die Zuckerindustrie zur Verfügung zu stellen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit modifizierten Polyas¬ paraginsäuren, die erhältlich sind durch Polycokondensation von
a) 1 bis 99,9 mol-% Asparaginsäure mit
b) 99 bis 0,1 mol-% an Fettsäuren, mehrbasischen Carbonsäuren,
Anhydriden mehrbasischer Carbonsäuren, mehrbasischen Hydroxy- carbonsäuren, einbasischen Polyhydroxycarbonsäuren, Alkoho- len, Aminen, alkoxylierten Alkoholen und Aminen, Aminozuk- kern, Kohlenhydraten, Zuckercarbonsäuren und/oder nichtpro¬ teinogenen Aminosäuren
oder durch Polymerisieren von monoethylenisch ungesättigten Mono¬ meren in Gegenwart von Polyasparaginsäuren und/oder Cokondensaten der Asparaginsäure nach Art einer radikalisch initiierten Pfropf¬ polymerisation.
Gegenstand der Erfindung ist außerdem ein Verfahren zur Herstel¬ lung von modifizierten Polyasparaginsäuren bei dem man
a) 1 bis 99,9 mol-% Asparaginsäure mit
b) 99 bis 0,1 mol-% an Fettsäuren, mehrbasischen Carbonsäuren,
Anhydriden mehrbasischer Carbonsäuren, mehrbasischen Hydroxy- carbonsäuren, einbasischen Polyhydroxycarbonsäuren, Alkoho¬ len, Aminen, alkoxylierten Alkoholen, und Aminen, Aminozuk- kern, Kohlenhydraten, Zuckercarbonsäuren und/oder nichtpro¬ teinogenen Aminosäuren
bei Temperaturen von 120 bis 270°C der Polycokondensation unter¬ wirft oder daß man monoethylenisch ungesättigte Monomere in Ge- genwart von Polyasparaginsäuren, Cokondensaten der Asparaginsäure oder den Ammonium-alkali etall- oder Erdalkalimetallsalzen von Polyasparaginsäuren und/oder ihren Cokondensaten und Radikale bildenden Polymerisationsinitiatoren polymerisiert.
Die zuletzt genannte Aufgabe wird gelöst durch Verwendung der mo¬ difizierten Polyasparaginsäuren und deren Ammonium- und Alkali¬ salzen als Zusatz zu phosphatarmen und phosphatfreien Wasch- und Reinigungsmitteln, als Wasserbehandlungsmittel und als Belagsver¬ hinderer bei der Eindampfung von Zuckersaft. Für diese Verwendun- gen sind auch diejenigen modifizierten Polyasparaginsäuren geei¬ gnet, die erhältlich sind durch Polykondensation von
a) 1 bis 99,9 mol-% Asparaginsäure mit
b) 99 bis 0,1 mol-% an Glykolsäure und/oder Milchsäure
und Umsetzung der Polycokondensate mit Aminen oder Alkalimetall¬ basen in wäßrigem Medium.
Als Komponente a) für die Herstellung von modifizierten Polyaspa¬ raginsäuren kann L-, D- und DL-Asparaginsäure verwendet werden. DL-Asparaginsäure ist technisch leicht zugänglich, z.B. durch Um¬ setzung von Ammoniak mit Maleinsäure oder Fumarsäure. Asparagin¬ säure kann nach allen bekannten Methoden hergestellt werden. L-Asparaginsäure wird durch asymmetrische L-Aspartase katalysier¬ te Addition von Ammoniak an Fumarsäure hergestellt. Geeignete Mi¬ kroben für die industrielle Biokonversion von Fumarsäure in L-As-
paraginsäure beinhalten mutierte Stämme von beispielsweise Pseu- domonas, Brevibacterium flavum oder lactoferum. Die Mikroorganis¬ men können bei der katalysierten Anlagerung von Ammoniak an Fumarsäure auf einer festen Phase immobilisiert sein. Die Produk- tion von L-Asparaginsäure kann somit ökonomisch und kontinuier¬ lich in einem durchströmten Reaktor oder Rohr durchgeführt wer¬ den, vgl. Ulimanns Encyklopädie der technischen Chemie, 1985, Band A2, Seite 68. L-Asparaginsäure kann auch beispielsweise durch chemische oder enzymatische Hydrolyse von L-Asparagin her- gestellt werden. L-Asparagin fällt als Nebenprodukt in der Zuk- kermelasse und bei der Verarbeitung von Kartoffeln an. Zur Her¬ stellung der Polykondensate wird vorzugsweise L- und DL-Aspara¬ ginsäure eingesetzt. Besonders bevorzugt dient biotechnologisch hergestellte L-Asparaginsäure und aus Fumarsäure oder Maleinsäure und Ammoniak hergestellte DL-Asparaginsäure als Ausgangsmaterial zur Herstellung der Cokondensate der Polyasparaginsäure.
Die Asparaginsäure ist zu 1 bis 99,9 vorzugsweise 70 bis 99,9 mol-% in die Polycokondensate einkondensiert.
Als Komponente (b) der Polykondensate kommen sämtliche Fettsäuren in Betracht. Sie können gesättigt oder ethylenisch ungesättigt sein. Beispiele für Fettsäuren sind Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure, Valeriansäure, Laurinsäure, Palmitin- säure, Stearinsäure, Behensäure, Ölsäure, Caprinsäure, Linol- säure, Linolensäure, Sorbinsäure, Myristinsäure, Undecansäure und alle in der Natur vorkommenden FettSäuregemische, z. B. C12/C1-3- oder Ci6/Ci8-Fettsäuremischungen. Als ethylenisch ungesät¬ tigte Fettsäuren eignen sich auch Acrylsäure oder Methacrylsäure.
Mehrbasische Carbonsäuren sind z. B. Oxalsäure, Adipinsäure, Fu¬ marsäure, Maleinsäure, Itaconsäure, Aconitsäure, Bernsteinsäure, Malonsäure, Korksäure, Azelainsäure, Pyridindicarbonsäure, Furan- dicarbonsäure, Phthalsäure, Terephthalsäure, Diglykolsäure, Glu- tarsäure, substituierte C4-Dicarbonsäuren, beispielsweise Mercap- tobernsteinsäure, Sulfobernsteinsäure, C\- bis C26-Alkylbernstein- säuren (z. B. Octylbernsteinsäure oder Dodecylbernsteinsäure) , C2-C26-Alkenylbernsteinsäure (z. B. Octenylbernsteinsäure oder Do- decenylbernsteinsäure) , 1,2,3-Proρantricarbonsäure, 1, 1,3,3-Pro- pantetracarbonsäure, 1,1,2,2-Ethantetracarbonsäure, 1,2,3,4-Bu- tantetracarbonsäure, 1,2,2,3-Propantetracarbonsäure, 1,3,3,5-Pen- tantetracarbonsäure, 1,2,4-Benzoltricarbonsäure und 1,2,4,5-Ben- zoltetracarbonsäure.
Sofern die oben angegebenen mehrbasischen Carbonsäuren Anhydride bilden können, so können auch diese Anhydride als Komponente (b) bei der Herstellung der Polycokondensate eingesetzt werden, z. B.
Bernsteinsäureanhydrid, Dianhydrid der Butantetracarbonsäure, PhthalSäureanhydrid, Acetylcitronensäureanhydrid, Maleinsäurean¬ hydrid, Itaconsäureanhydrid und Aconitsäureanhydrid.
Als Komponente b) kommen auch mehrbasische Hydroxycarbonsäuren und/oder Polyhydroxycarbonsäuren in Betracht. Mehrbasische Hydro¬ xycarbonsäuren tragen neben mindestens einer Hydroxygruppe minde¬ stens zwei oder mehr Carbonsäuregruppen. Beispiele sind Citronen- säure, Isocitronensäure, Schleimsäure, Weinsäure, Tartronsäure und Äpfelsäure.
Einbasische Polyhydroxycarbonsäuren tragen neben einer Carbonsäu¬ regruppe zwei oder mehr Hydroxygruppen. Beispiele sind Glycerin- säure, Bis (hydroxymethyl)-propionsäure, Gluconsäure und hydroxy- lierte ungesättigte Fettsäuren wie beispielsweise Dihydroxystea- rinsäure.
Als Komponente b) eignen sich außerdem einwertige Alkohole, die beispielsweise 1 bis 22 C-Atome aufweisen, z. B. Methanol, Etha- nol, n-Propanol, Isopropanol, Butanol, Pentanol, Hexanol, Cyclo- hexanol, Octanol, Decanol, Dodecanol, Palmitylalkohol, Stearylal- kohol und Behenylalkohol. Diese Alkohole können außerdem alkoxy- liert sein. Geeignet sind beispielsweise die Additionsprodukte von 1 bis 200 mol eines C2- bis C4-Alkylenoxids an ein Mol der ge- nannten Alkohole. Als Alkylenoxyde kommen beispielsweise Ethyle- noxid, Propylenoxid und Butylenoxide in Betracht. Vorzugsweise verwendet man Ethylenoxid, Propylenoxid oder man addiert an den Alkohol Ethylenoxid und Propylenoxid, wobei die Reihenfolge der Zugabe der Alkylenoxide auch umgekehrt erfolgen kann. Von tech- nischem Interesse sind insbesondere die Anlagerungsprodukte von 3 bis 20 Mol Ethylenoxid an 1 Mol Cι3/Cιs-Oxoalkohole oder an Fettalkohole. Die Alkohole können auch gegebenenfalls eine Dop¬ pelbindung aufweisen, wie Oleylalkohol.
Als Komponente b) eignen sich außerdem Polyole, wie Ethylengly- kol, Glycerin, Oligoglycerin, Erythrit, Pentaerythrit, Sorbit so¬ wie alkoxylierte Polyole, wie Polyethylenglykole, Polypropylen- glykole, ethoxyliertes Glycerin und ethoxyliertes Pentaerythit. Die Polyalkylenglykole können Molekulargewichte bis 5000 haben.
Weitere geeignete Verbindungen der Komponente b) sind Amine, wie Cι~ bis C22-Alkylamine, beispielsweise Methylamin, Trimethylamin, Ethylamin, Diathylamin, Triethylamin, Cyclohexylamin, Octylamin und Stearylamin, Palmitylamin, Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin, Hexamethylendiamin, Diaminobutan, Oleylamin, Hydroxylamin, Hydrazin, N-(Carboxymethyl)hydroxylamin, N,N-Di (carboxymethyl)hydroxylamin, Tricarboxymethyl-hydroxylamin,
Tetracarboxymethylhydrazin, Ethanolamin, Diethanolamin und Trie- thanolamin sowie Polyalkylenamine, wie Polyethylenimin mit Mole¬ kulargewichten bis zu 5000.
Als Komponente (b) kommen außerdem alkoxylierte Amine in Be¬ tracht, z. B. die Anlagerungsprodukte von 5 bis 30 Mol Ethyleno¬ xid an 1 Mol Stearylamin, Oleylamin oder Palmitylamin.
Geeignet sind außerdem als Komponente (b) natürlich vorkommende Aminozucker, wie Chitosamin oder Chitosan sowie aus reduzierend wirkenden Kohlenhydraten durch reduktive Aminierung erhaltene Verbindungen, wie A inosorbit.
Als Komponente (b) sind außerdem Kohlenhydrate wie Glucose, Sac- charose, Dextrine, Stärke und abgebaute Stärke, Maltose und Zuk- kercarbonsäuren einsetzbar, z. B. Schleimsäure, Gluconsäure, Glu- carsäure, Gluconsäurelacton, Gulonsäurelacton und Glucuronsäure.
Es können auch nichtproteinogene Aminosäuren als Komponente b) zur Polycokondensation eingesetzt werden. Nichtproteinogene Ami¬ nosäuren sind alle Aminogruppen und Carbonsäuregruppen tragenden monomeren Komponenten, deren Struktur nicht mit den Aminosäuren identisch ist, die als regelmäßige Bestandteile der tierischen und pflanzlichen Proteine auftreten und deren Einbau in Proteine durch die Information des genetischen Codes geregelt ist, vgl. Jakubke und Jeschkeit, "Aminosäuren, Peptide, Proteine", Verlag Chemie, Weinheim 1982, Seiten 26-29.
Beispiele für nichtproteinogene Aminosäuren sind: Anthranilsäure, N-Methylaminosäuren wie N-Methylglycin, Dimethy- laminoessigsäure, Ethanolaminoessigsäure, N-Carboxymethylamino- säuren wie Iminodiessigsäure, Isoserindiessigsäure, Nitrilotries- sigsäure, Ethylendiamindiessigsäure, Ethylendiamintetraessig- säure, Diethylentriaminpentaessigsäure, Hydroxyethylethylendia- mintriessigsäure, weiterhin α- und ß-Aminotricarballylsäure, Dia- minobernsteinsäure, C4- bis C26-Aminoalkylcarbonsäuren wie 4-Ami- nobuttersäure, 11-Aminoundecansäure, 6-Aminocapronsäure sowie Ca- prolacta .
Es können auch Salze und AdditionsVerbindungen aus Diaminen und Dicarbonsäuren zur Polycokondensation eingesetzt werden. So läßt sich beispielsweise eine Polyamid modifizierte Polyasparaginsäure herstellen, die aus 80 mol-% Asparaginsäure, 10 mol-% Adipinsäure und 10 mol-% Hexamethylendiamin besteht.
Es lassen sich auch Tenside herstellen, indem Alkyl- oder Alke- nylbernsteinsäuren oder Fettsäuren mit Asparaginsäure cokonden- siert wird, indem beispielsweise 1 Mol Stearinsäure oder Dodece- nylbernsteinsäure mit 3 Mol Asparaginsäure polykondensiert und anschließend in die neutralisierte Form überführt wird. Als hy¬ drophobe Einheiten sind Fettsäure, Alkyl- oder Alkenylbernstein- säure an polymere Asparaginsäure gebunden. Solche Tenside sind anionischen Charakters und besitzen Dispergiereigenschaften. Sie sind biologisch abbaubar und hautverträglich. Durch Erniedrigung der Fettsäuremenge werden diese Tenside hydrophiler und höhermo¬ lekular, um bei niedrigen Fettsäuren/Asparaginsäureverhältnis in polymere Dispergiermittel mit hydrophilen Eigenschaften überzuge¬ hen.
Die Verbindungen der Komponente b) werden in Mengen von 0,1 bis 99, vorzugsweise 0,5 bis 30 mol-% bei der Polycokondensation ein¬ gesetzt. Man kann eine einzige Verbindung der Komponente (b) oder Mischungen aus 2 oder mehreren Verbindungen (b) einsetzen.
Die Polycokondensation der Komponenten a) mit b) erfolgt bei Tem¬ peraturen von 100 bis 270°C, bevorzugt bei 120 bis 250°C. Das Tem¬ pern wird vorzugsweise im Vakuum oder unter Inertgasatmosphäre durchgeführt. Die Kondensationsreaktion kann jedoch auch unter erhöhtem Druck oder in einem Gasstrom, z. B. in Kohlendioxid, Luft, Stickstoff oder überhitztem Wasserdampf erfolgen. Die Zei¬ ten für die Kondensation sind von den gewählten Reaktionsbedin¬ gungen abhängig. Sie liegen im allgemeinen zwischen 1 Minute und 50 Stunden. Zur technischen Herstellung der Polycokondensate kann man beispielsweise ein heizbares Trockenband, Schaufeltrockner, Walzentrockner, einen Taumeltrockner oder Wirbelschichttrockner einsetzen. Polycokondensate mit niedrigem Molekulargewicht können auch in einem druckdicht verschlossenen Gefäß hergestellt werden, indem man das bei der Polykondensation entstehende Wasser nicht oder nur teilweise entfernt. Auch durch Infrarotstrahlung oder Mikrowellenstrahlung läßt sich die Polycokondensation durchfüh¬ ren. Unter sonst vergleichbaren Reaktionsbedingungen wird durch Zugabe von Komponenten (b) das Molekulargewicht der Polykonden¬ sate gegenüber den reinen Polyasparaginsäure-Homokondensaten er¬ niedrigt.
Bei der Polycokondensation von Asparaginsäure mit den anderen Carbonsäuren kann man auch von den Salzen der Asparaginsäure oder den Salzen der anderen Carbonsäuren ausgehen, wenn man bei der Polykondensation zusätzlich anorganische Säuren mitverwendet. Als Salze der Asparaginsäure und der mehrbasischen Carbonsäuren, der Fettsäuren, der Acrylsäure oder der Methacrylsäure kommen bei¬ spielsweise die Ammonium-, Alkalimetall- und Erdalkalimetall-
salze in Betracht. Wenn man die Polycokondensation in Gegenwart von anorganischen Säuren durchführt, kann die für die Kondensa¬ tion erforderliche Temperatur gegenüber der rein thermischen Po¬ lykondensation der Asparaginsäure mit den Verbindungen b) gesenkt werden. Bei Einsatz von Salzen der Asparaginsäure und anorgani¬ schen Säuren betragen die Kondensationstemperaturen 100 bis 270°C und liegen vorzugsweise in dem Bereich von 120 bis 250°C, während die Reaktionszeiten etwa 1 Minute bis zu 10 Stunden betragen.
Die Polykondensation kann beispielsweise in fester Phase durchge¬ führt werden, indem man zunächst eine wäßrige Lösung von Aspara¬ ginsäure und mindestens einer der in Betracht kommenden Verbin¬ dungen der Komponente b) herstellt und die Lösung zur Trockne eindampft. Hierbei kann bereits eine Kondensation einsetzen. Es ist aber auch möglich, das Eindampfen unter schonenden Bedingun¬ gen vorzunehmen, wobei sich im Fall der Verwendung von Carbonsäu¬ ren als Komponente b) zunächst ein festes Salz der Asparaginsäure mit einer Carbonsäure bildet, das einer nachfolgenden Kondensa¬ tion unterworfen wird. Die Kondensation in fester Phase kann vor- teilhaft sein, weil sie in üblichen Apparaten für den Feststof¬ fumgang durchgeführt werden kann, nämlich Taumeltrockner, Trok- kenband oder Wirbelschichttrockner. Beispielsweise können zuerst folgende Salze hergestellt und anschließend in fester Phase einer Polycokondensation unterworfen werden. Die Herstellung der Salze erfolgt beispielsweise durch Mischen von Asparaginsäure mit Sul- fobernsteinsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Zitronensäure, Isozitro¬ nensäure, Schleimsäure, Glycerinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Aconitsäure, Itaconsäure oder Butantetracarbonsäure. Man kann je¬ doch auch Asparaginsäure mit einer Mischung aus Zitronensäure und Weinsäure für die Salzherstellung und anschließende Kondensation miteinander mischen. Weitere Mischungen dieser Art sind möglich, wenn man beispielsweise als Komponente b) Gemische aus Butante¬ tracarbonsäure und Weinsäure, Butantetracarbonsäure und Zitronen¬ säure, Butantetracarbonsäure und Äpfelsäure, Butantetracarbon- säure und Sorbit oder aus Maleinsäure und Acrylsäure einsetzt.
Einführung von ethylenisch ungesättigten Doppelbindungen in Poly- asparaginsäure (ungesättigt modifizierte Polyasparaginsäure) ge¬ lingt durch Polycokondensation von Asparaginsäure mit ungesättig- ten Carbonsäuren oder ihren Anhydriden, beispielsweise Malein¬ säure, Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure, Aconitsäure und Itacon¬ säure in Gegenwart von Phosphorsäure. Die Polycokondensate werden extraktiv mit Wasser und 1-N-Salzsäure von monomeren Anteilen be¬ freit. Durch spektroskopische Analyse mittels 13C-NMR (Lösemittel deuteriertes Dimethylsulfoxid) lassen sich Signale bei 135 ppm beobachten. Sie beweisen, daß ungesättigte Carbonsäuren in das Polykondensat eingebaut sind. Die ungesättigten Carbonsäuren kön-
nen als Endgruppe in Form von cyclischen Maleinimid-Einheiten, offenkettigen Maleinmonoamid- oder Fumarmonoamid-Einheiten oder in der Peptidkette in Form von Maleindia id- oder Fumardiamid- Einheiten eingebaut sein. Die Doppelbindungen stehen also end- ständig (Endgruppe) oder sind über die Polykondensathauptkette verteilt .
Polycokondensate ungesättigter Carbonsäuren lassen sich ebenfalls erzeugen, wenn Asparaginsäure mit Hydroxypolycarbonsäuren zusam- men kondensiert werden. Beispielsweise zeigen in Gegenwart von Phosphorsäure hergestellte Cokondensate mit Äpfelsäure ebenfalls Signale bei 135 ppm (Maleinimid-, Maleinamid-Maleindiamid-Einhei- ten) und mit Citronensäure bei 123 ppm und 140 ppm. Unter diesen Polykondensationsbedingungen tritt gleichzeitig Dehydratisierung der Hydroxypolycarbonsäuren ein.
Werden zur Polycokondensation beispielsweise 10 mol-% ungesät¬ tigte Carbonsäuren oder Hydroxycarbonsäuren eingesetzt, so be¬ trägt der Anteil an ungesättigten Carbonsäuren in den Polycokon- densaten 3-6 mol-%. Werden höhere Anteile der Carbonsäuren zur Cokondensation eingesetzt, so beträgt der Anteil ungesättigter Carbonsäuren in den Polykondensaten mehr als 6 mol-%.
Bei der Polycokondensation können beispielsweise als anorganische Säuren alle Halogenwasserstoffsäuren verwendet werden. Bevorzugt wird Chlorwasserstoffsäure eingesetzt. Die Halogenwasserstoffsäu¬ ren können gasförmig oder in flüssigem Zustand verwendet werden. Bevorzugt finden konzentrierte wäßrige Lösungen von Chlorwasser¬ stoffsäure Anwendung, in denen Asparaginsäure unter Bildung von Asparaginsäure-Hydrochlorid löslich ist. Es kann aber auch flüs¬ siger oder gasförmiger Chlorwasserstoff zur Herstellung der Hydrochloride verwendet werden. Die wäßrigen Lösungen die Aspara¬ ginsäure-Hydrochlorid und mindestens eine Verbindung der Kompo¬ nente b) gelöst enthalten, werden zur Trockene eingedampft. Der Rückstand wird durch Erhitzen auf Temperaturen in dem oben ange¬ gebenen Bereich polykondensiert. Zum kontinuierlichen Eindampfen der wäßrigen Lösungen kann beispielsweise ein Sprühtrockner oder Sprühwirbelschichttrockner verwendet werden. Die Polykondensation der Hydrochloride kann direkt im Anschluß an das Eindampfen oder auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Geeignete Apparaturen für die Kondensation sind alle diejenigen Vorrichtungen, bei de¬ nen Feststoffe im Vakuum oder in einem Gasstrom auf Temperaturen bis zu 270°C erhitzt werden können. Im Verlauf der Polykondensati¬ on tritt der Chlorwasserstoff aus dem Kondensationsprodukt wieder aus. Der freigesetzte Chlorwasserstoff kann zurückgewonnen und erneut mit Asparaginsäure umgesetzt werden.
Die Polykondensation mit den anderen in Betracht kommenden Ver¬ bindungen kann auch mit anorganischen Säuren des Phosphors in verschiedenen Oxidationsstufen durchgeführt werden. Als anorgani¬ sche Säuren des Phosphors setzt man bevorzugt Phosphorsäure und polymere Anhydride der Phosphorsäure (Polyphosphorsäuren) ein. Als Phosphorsäure wird bevorzugt technische, 75 bis 85 %ige wä߬ rige ortho-Phosphorsäure eingesetzt. Man kann jedoch auch 100 %ige ortho-Phosphorsäure oder Metaphosphorsäure verwenden. Von den polymeren Anhydriden der Polyphosphorsäure eignen sich beispielsweise Diphosphorsäure (Pyrophosphorsäure) , Triphosphor- säure und höhere Homologe. Die Polykondensation kann auch mit ei¬ nem Überschuß an gebundenem Phosphor enthaltenden Säuren durchge¬ führt werden. Diese Maßnahme kann in solchen Fällen von Vorteil sein, in denen höhermolekulare Polycokondensate der Asparagin- säure sehr hochviskose Lösungen in Phosphorsäuren bilden. Über- stöchiometrische Mengen an Phosphorsäuren können in solchen Fäl¬ len als Löse- und Verdünnungsmittel die Viskosität der entstehen¬ den Polymerlösungen herabsetzen.
Die Umsetzung mit den Phosphorsäuren geschieht in der Weise, daß man Asparaginsäure und mindestens eine Verbindung der Kompo¬ nente b) in Phosphorsäure bei 20°C aufschlämmt und vorzugsweise im Vakuum auf eine Temperatur von etwa 140°C erwärmt. Das mit der Phosphorsäure gegebenenfalls eingebrachte Wasser destilliert da- bei ab, gleichzeitig löst sich die Asparaginsäure und die Verbin¬ dung der Komponente b) in der Phosphorsäure auf. Man erhält eine homogene Schmelze, die durch Erhitzen auf Temperaturen in dem Be¬ reich von 120 bis 270°C, vorzugsweise im Vakuum, thermisch poly¬ kondensiert wird. Mit fortschreitender Polykondensation nimmt die Viskosität der Reaktionsmischung zu. Das Ansteigen des Molekular¬ gewichts kann an der Zunahme der Viskosität der Reaktionsmischung verfolgt werden. Durch vorzeitigen Abbruch der Polykondensations- reaktion läßt sich das Molekulargewicht der Kondensate begrenzen. Die Komponenten (b) haben einen erheblichen Einfluß auf die Vis- kosität der Reaktionsmischung. Es ist beispielsweise möglich, eine Polycokondensation von 1 mol Asparaginsäure, 0,1 mol Butan¬ tetracarbonsäure und 1 mol Phosphorsäure in einen mit einem Rüh¬ rer ausgestatteten Reaktor durchzuführen.
In analoger Weise erfolgt die Polykondensation der Asparaginsäure und der Verbindungen der Komponente b) in Polyphosphorsäure. Po¬ lyphosphorsäuren entstehen durch Auflösen von Phosphorpentoxid in Phosphorsäure. Eine Aufschlämmung von Asparaginsäure und minde¬ stens einer Verbindung b) wird in Polyphosphorsäure auf eine Tem- peratur von 100 bis 260°C erwärmt. Hierbei bildet sich eine Lö¬ sung,die - bevorzugt im Vakuum - getempert und dadurch konden¬ siert wird. Geeignete Apparate hierfür sind beispielsweise Kne-
ter, Extruder oder heizbare Förderbänder. Durch die Anwesenheit von Polykondensationsbeschleunigern, vorzugsweise Phosphorsäure, werden Polykondensate mit besserer biologischer Abbaubarkeit er¬ halten. Die Polycokondensation von Asparaginsäure und den Cokom- ponenten in Gegenwart von Phosphorsäure ist deshalb bevorzugt.
Die Polykondensation von a) mit b) kann auch in Gegenwart von De¬ rivaten der Phosphorsäure durchgeführt werden, z.B. Phosphoro- xychlorid, Phosphoroxybromid, Phosphorpentachlorid und Phosphor- pentoxid. Außerdem eignen sich Phosphorsäuren, in denen der
Phosphor eine niedrigere Oxidationsstufe als +5 aufweist. Zu die¬ ser Gruppe von Säuren gehört beispielsweise die phosphorige Säu¬ re, die, bezogen auf 1 Mol Asparaginsäure, in Mengen von 0,05 bis 0,3 Mol bei der Polykondensation eingesetzt wird. Phosphorige Säure kann jedoch auch in Kombination mit Phosphorsäure oder Chlorwasserstoffsäure angewendet werden. So hat sich beispiels¬ weise die Kondensation von Asparaginsäure mit einer Mischung aus 1 Mol Phosphorsäure und 0,05 bis 0,1 Mol phosphoriger Säure pro 1 Mol Asparaginsäure als sehr vorteilhaft erwiesen. Man kann auch Mischungen aus 1 Mol Chlorwasserstoffsäure und 0,05 bis 0,1 Mol phosphoriger Säure pro 1 Mol Asparaginsäure bei der Polycokonden¬ sation einsetzen. Außerdem eignen sich Derivate der phosphorigen Säure als Hilfsmittel bei der Kondensation, um die bei der Kon¬ densation erforderliche Temperatur zu erniedrigen und die Reakti- on zu beschleunigen. Außer der phosphorigen Säure können bei der Kondensation auch Phosphortrichlorid, Phosphortribromid, Trie- thylphosphit, Diethylchlorphosphit, Ethyldichlorphosphit oder Te-- traethylpyrophosphit eingesetzt werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Asparaginsäure und die anderen Komponenten in Gegenwart von unterphosphoriger Säure zu kondensieren. Die unterphosphorige Säure wird üblicherweise in Form wäßriger Lösungen verwendet. Pro 1 Mol Asparaginsäure ver¬ wendet man 0,05 bis 0,5 Mol unterphosphorige Säure. Die unter- phosphorige Säure wird auf der Asparaginsäure homogen verteilt, indem man die Asparaginsäure zusammen mit mindestens einer Ver¬ bindung (b) in wäßriger unterphosphoriger Säure löst und die Lö¬ sung eindampft. Die unterphosphorige Säure kann auch in Kombina¬ tion mit Chlorwasserstoffsäure oder Phosphorsäure verwendet wer- den. Beispielsweise verwendet man eine Mischung aus 1 Mol Phos¬ phorsäure und 0,05 bis 0,1 Mol unterphosphoriger Säure oder eine Mischung von 1 Mol Chlorwasserstoffsäure mit 0,05 bis 0,5 Mol un¬ terphosphoriger Säure pro 1 Mol Asparaginsäure bei der Kondensa¬ tion.
Geeignete andere anorganische Säuren, die bei der Polycokondensa¬ tion der Asparaginsäure verwendet werden, sind beispielsweise Schwefelsäure, Dischwefelsäure, Schwefeltrioxid, Natrium- und Ka¬ liumhydrogensulfat.
Bei der thermischen Polykondensation der Asparaginsäure mit min¬ destens einer Verbindung (b) fällt das Polykondensat in Form der wasserunlöslichen modifizierten Polyasparaginsäureimide an, die in Phosphorsäure und Dimethylformamid löslich sind. Sie haben in 1 %iger Lösung in Dimethylformamid K-Werte von 8 bis 70, vorzugs¬ weise 10 bis 45. Die Cokondensate der Asparaginsäure können von den nicht umgesetzten Ausgangsstoffen beispielsweise dadurch ge¬ reinigt werden, daß man das Kondensationsprodukt zerkleinert und mit der 1- bis 10-fachen Menge an Wasser bei Temperaturen von 10 bis 100°C extrahiert. Dabei lösen sich die nicht umgesetzten Ein¬ satzstoffe heraus. Die Cokondensate aus (a) und (b) verbleiben als unlöslicher Rückstand. Nicht umgesetzte Asparaginsäure läßt sich durch Extraktion mit 1-N-Salzsäure leicht herauslösen.
Die modifizierten Polyasparaginsäuren werden aus den Polycokon- densaten vorzugsweise dadurch erhalten, daß man die Polycokonden¬ sate in Wasser aufschlämmt und bei Temperaturen im Bereich von 0 bis 90°C unter Zugabe von Base hydrolysiert und neutralisiert. Diese Reaktionen können selbstverständlich auch bei Temperaturen durchgeführt werden, die unterhalb und oberhalb des oben angege¬ benen Bereichs liegen. Geeignete Basen sind beispielsweise Na¬ tronlauge, Kalilauge, Soda, Kaliumcarbonat, Ammoniak und Amine, wie Trimethylamin, Diethylamin, Ethanolamin, Diethanolamin, Trie- thanolamin und Morpholin. Die Neutralisation kann auch mit Hilfe von Erdalkalimetallbasen erfolgen, z.B. Calciumhydroxid oder
Bariumhydroxid. Die Behandlung der Polycokondensate erfolgt vor¬ zugsweise bei pH-Werten von 8 bis 10. Hydrolyse und Neutralisati¬ on können durch Einwirkung von Ultraschall auf die Reaktionspart¬ ner beschleunigt werden. Bei der Behandlung mit Basen erhält man teilweise oder vollständig neutralisierte Polycokondensate, die 1 bis 99,9 mol-% Asparaginsäure und 99 bis zu 0,1 mol-% mindestens einer Verbindung (b) einkondensiert enthalten, in Form der Alka¬ li-, Erdalkali- bzw. Ammoniumsalze. Die Polymeren haben K-Werte (bestimmt nach H. Fikentscher in 1 %iger wäßriger Lösung bei pH 7 und 25°C am Natriumsalz) von 5 bis 150 und vorzugsweise 10 bis 100. Insbesondere kommen solche Kondensate für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln in Betracht, deren K-Wert 10 bis 90 beträgt.
Verfahren zur einfachen Modifizierung der Polykondensationspro- dukte mit Aminen in wäßrigem Medium geschieht zweckmäßigerweise durch Aufschlämmen und Rühren der Kondensationsprodukte in Was-
ser, das Ethanolamin enthält, bei 20 bis 100CC, bevorzugt bei 30 bis 80°C. Nach wenigen Minuten hat sich das Polykondensat zu einer klaren wäßrigen neutralen Lösung aufgelöst. Durch die hohe Reak¬ tionsbereitschaft von Aminen sind die Amine sowohl salzartig als auch amidartig an die Polyasparaginsäure gebunden. Salzartig ge¬ bundene Anteile lassen sich entfernen, indem die wäßrige Lösung mittels Mineralsäuren auf pH 1-2 angesäuert wird und durch Dia¬ lyse niedermolekulare Aminsalze entfernt werden. Als Retentat er¬ hält man die an Polyasparaginsäure amidartig gebundenen Aminkom- ponenten.
In analoger Weise lassen sich andere primäre, sekundäre oder ter¬ tiäre Amine und Aminogruppen tragenden Basen zur Umsetzung von Polyaspartimid in wäßrigem Medium verwenden: Ammoniak, Diethano- lamin, Triethanolamin, Aminopropanol, Aminozucker, Aminosorbit, Chitosan, Chitosamin, Galactosamin, Lysin, neutralisierte Amino¬ säuren wie beispielsweise Dinatriumaspartat, Dinatriumglutamat, Dinatriumsalz der Iminodiessigsäure, Ethylendiamin, Natriumsalz von Glycin.
Bevorzugt werden primäre und sekundäre, wasserlösliche Amine ver¬ wendet. Salzartig gebundene Amine können in amidartig gebundene umgewandelt werden: Dies geschieht durch thermische Behandlung unter Abspaltung von Wasser. Das Amin kann also zunächst als Base reagieren und dann in einem Folgeschritt chemisch verbunden zu werden. Die Abspaltung von Wasser kann durch Tempern bei Tempera¬ turen zwischen 100 und 250°C erfolgen und kann durch Anlegen von • Vakuum unterstützt werden. Dabei kann auf die Verwendung von Di¬ methylformamid als Lösemittel verzichtet werden, wie dies aus li- teraturbekannten Verfahren bekannt ist, um aminmodifizierte Poly¬ asparaginsäuren herzustellen.
Die modifizierten Polyasparaginsäuren sind biologisch abbaubar nach OECD Guidelines for testing of chemicals (1981), 302 B (mo- difizierter Zahn-Wellens-Test) . Sie sind auch abbaubar gemäß der Abnahme des gelösten Sauerstoffs im geschlossenen Flaschentest. Sie sind auch biologisch abbaubar gemäß dem modifizierten SCAS- Test, vgl. EEC Directive, 79/831, Annex V, Part C und R. Wagner, Methoden zur Prüfung der biochemischen Abbaubarkeit chemischer Substanzen, Verlag Chemie, Weinheim 1988, Seite 62.
Polyasparaginsäuren können auch dadurch modifiziert werden, daß man monoethylenisch ungesättigte Monomere in Gegenwart von Poly¬ asparaginsäuren oder der oben beschriebenen Copolykondensate der Asparaginsäure radikalisch initiiert polymerisiert. Es bilden sich Pfropfcopolymerisate. Während der Pfropfreaktion kann ein
Abbau des Molgewichts der Polyasparaginsäuren durch Hydrolyse stattfinden.
Geeignete monoethylenisch ungesättigte Monomere sind z. B. mono- 5 ethylenisch ungesättigte Carbonsäuren wie beispielsweise Acryl- säure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure oder Anhydride, wie Maleinsäureanhydrid oder Itaconsäureanhydrid.
Beispielsweise lassen sich folgende Pfropfpolymerisate herstel- 10 len:
40 Gew.-% Polyasparaginsäure, 10 Gew.-% Maleinsäure, 50 Gew.-% Acrylsäure. 15
10 Gew.-% Polyasparaginsäure, 20 Gew.-% Maleinsäure, 70 Gew.-% Acrylsäure.
20 90 Gew.-% Polyasparaginsäure, 5 Gew.-% Maleinsäure, 5 Gew.-% Acrylsäure.
25 60 Gew.-% Polyasparaginsäure, 5 Gew.-% Maleinsäure, 35 Gew.-% Acrylsäure.
40 Gew.-% Polyasparaginsäure, 30 60 Gew.-% Acrylsäure.
10 Gew.-% Polyasparaginsäure, 90 Gew.-% Acrylsäure.
35 50 Gew.-% Polyasparaginsäure, 50 Gew.-% Acrylsäure.
90 Gew.-% Polyasparaginsäure, 10 Gew.-% Acrylsäure. 40
Die ungesättigt modifizierten Polyaspartate werden auch zur radi¬ kalischen Pfropfcopolymerisation eingesetzt. Durch Verwendung der ungesättigt modifizierten Polyasparaginsäuren läßt sich die Pfropfausbeute (reziprok zur Homopolymerbildung) erhöhen. Als Po- 45 lymerisationsmedium wird vorzugsweise Wasser allein oder in Mi¬ schungen mit üblichen organischen Lösemitteln eingesetzt. Es kön¬ nen auch Polyethylenglykole oder nichtionische Tenside auf Basis
ethoxylierter langkettigen Alkohole als alleiniges Lösemittel oder Cosolvens mit Wasser oder organischen Lösemitteln für die radikalisch initiierte Pfropfcopolymerisation eingesetzt werden.
Als Comonomer für radikalisch initiierte Pfropfcopolymerisationen können sämtliche bekannte Monomere verwendet werden, die zur ra¬ dikalischen Polymerisation fähig sind.
Bevorzugt werden solche verwendet, die bekanntermaßen Copolymeri- säte mit Derivaten ungesättigter Carbonsäuren ausbilden, bei¬ spielsweise ungesättigte Carbonsäuren (Acrylsäure, Methacryl- säure) , Acrylsäureethylester, Acrylsäurelaurylester, Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Maleinsäurediethylester, Fumarsäure, Vinyle- ster (Vinylacetat, Vinylpropionat) , Acrylamid, Methacylamid, Vi- nylether (Butandiolmono- und divinylether, Butandiolmonovinyle- ther-Ethoxylate, Methylvinylether) , Styrol und Acrylnitril.
Die oben beschriebenen modifizierten Polyasparaginsäuren werden vorzugsweise durch Polymerisieren der Monomeren in wäßriger Lö- sung hergestellt, in der die Polyasparaginsäure partiell oder vollständig neutralisierter Form gelöst vorliegt. Der pH-Wert der wäßrigen Lösungen beträgt 1 bis 12. Die Pfropfcopolymerisate ha¬ ben K-Werte von 10 bis 200 (bestimmt nach H. Fikentscher in 1 %iger wäßriger Lösung bei pH 7 und 25°C an Na-Salz der Pfropfpo- ly erisate) .
Der Vorteil der Polycondensate von Asparaginsäure mit den Verbin¬ dungen (b) gegenüber den Homopolyaspartaten liegt in der schnel¬ leren und somit besseren biologischen Abbaubarkeit, weil die Ma- kromoleküle durch den Einbau von Estergruppierungen hydrolytisch oder enzymatisch (Lipasen) in kleinere Bruchstücke gespalten werden können, die einem leichten biologischen Abbau unterliegen.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Herstellung der Polycokonden- säte. Durch den Einbau der Cokomponenten wird das Molgewicht be¬ grenzt. Es ist somit möglich, durch gezieltes Zumischen von Co¬ komponenten ein bestimmtes Molgewicht zu erhalten. Die Ausbeuten sind praktisch quantitativ. Es resultieren außerdem anwendungs¬ technische Vorteile.
Der Restgehalt an gebundenem Phosphor (bei Durchführung der Poly¬ kondensation in Gegenwart einer Phosphorsäure) in den Polycokon- densaten beträgt weniger als 3 Gew.-%, meistens liegt er unter¬ halb von 0,5 Gew.-%.
Die oben beschriebenen modifizierten Polyasparaginsäuren werden als Zusatz zu phosphatarmen oder phosphatfreien Wasch- und Reini¬ gungsmitteln verwendet. In den meisten Fällen beträgt die ange¬ wendete Menge an Polykondensaten 0,1 bis 30 Gew.%, bezogen auf die Wasch- und Reinigungsmittel. Unter phosphatarmen Waschmitteln werden solche Formulierungen verstanden, die nicht mehr als 25 Gew.% Phosphat, berechnet als Natriumtriphosphat, enthalten. Phosphatfreie Waschmittel enthalten größtenteils Natriumalumini¬ umsilikat (Zeolith A) . Die Polykondensate werden vorzugsweise in Mengen von 0,5 bis 15 Gew.%, bezogen auf die Wasch- oder Reini¬ gungsmittelformulierung, eingesetzt.
Die Polykondensate besitzen in der Waschmittelflotte ein gutes Dispergiervermögen für Partikelschmutz, insbesondere für Tonmine- ralien (Clay) . Diese Eigenschaft ist deshalb wichtig, weil leh¬ martige Verschmutzungen von Textilgut weit verbreitet sind. Die- Polykondensate sind Builder für Waschmittel und bewirken während des Waschvorgangs eine Reduktion der Inkrustierung und der Ver¬ grauung auf dem gewaschenen Textilgut. Sie sind somit auch als Inkrustations- und Vergrauungsinhibitoren geeignet.
Die Zusammensetzung der Wasch- und Reinigungsformulierungen kann sehr unterschiedlich sein. Wasch- und Reinigungsmittel enthalten üblicherweise 2 bis 50 Gew.-% Tenside und gegebenenfalls Builder. Diese Angaben gelten sowohl für flüssige als auch für pulverför- mige Wasch- und Reinigungsmittel. Beispiele für die Zusammenset¬ zung von Waschmittelformulierungen, die in Europa, in den USA und- in Japan gebräuchlich sind, findet man beispielsweise in Chemical and Engn. News, Band 67, 35 (1989) tabellarisch zusammengestellt. Weitere Angaben über die Zusammensetzung von Wasch- und Reini¬ gungsmitteln können der WO-A-90/13581 sowie Ulimanns Encyklopädie der technischen Chemie, Verlag Chemie, Weinhein 1983, 4. Auflage, Seiten 63-160 entnommen werden. Außerdem sind solche Waschmittel¬ formulierungen von Interesse, die bis zu 60 Gew.-% eines Alkali- silikats und bis zu 10 Gew.-% eines erfindungsgemäßen Polykonden- sats enthalten. Als Alkalisilikate kommen beispielsweise die amorphen Natriumdisilikate in Betracht, die in der EP-A-0 444 415 beschrieben werden, sowie kristalline Schichtsilikäte, die gemäß der EP-A-0 337 219 in Waschmittelformulierungen als Builder ent- halten sind und gemäß der EP-B-0 164 514 zur Enthärtung von Was¬ ser verwendet werden, und Natriumsilikate, die durch Entwässern von Natriumsilikatlösungen und Trocknen bis zu Wassergehalten von 15 bis 23, vorzugsweise 18 bis 20 Gew.-% erhältlich sind. Natriu- maluminium-silikate (Zeolith A) können in Mengen bis zu 50 % in Waschmitteln enthalten sein.
Die Waschmittel können gegebenenfalls noch ein Bleichmittel ent¬ halten, z.B. Natriumperborat, das im Fall seines Einsatzes in Mengen bis zu 30 Gew.-% in der Waschmittelformulierung enthalten sein kann. Die Wasch- und Reinigungsmittel können gegebenenfalls weitere übliche Zusätze enthalten, z.B. Komplexbildner, Citrate, Trübungsmittel, optische Aufheller, Enzyme, Parfümöle, Farbüber- tragungsinhibitoren, Vergrauungsinhibitoren und/oder Bleichakti¬ vatoren.
Die modifizierten Polyasparaginsäuren sind außerdem als Wasserbe¬ handlungsmittel geeignet. Sie werden dabei üblicherweise in Men¬ gen von 1 bis 100 ppm dem Wasser in Kühlkreisläufen, Verdampfern oder Meerwasserentsalzungsanlagen zugesetzt.
Die modifizierten Polyasparaginsäuren wirken außerdem als Belags¬ verhinderer bei der Eindampfung von Zuckersaft. Sie werden dem Zuckerdünnsaft in Mengen von 0,1 bis 100 ppm zugesetzt.
Die modifizierten Polyasparaginsäuren beeinflussen die Kristall- bildung und das Kristallwachstum anorganischer Salze wie bei¬ spielsweise Magnesium- oder Calciumcarbonat, -oxalat, -sulfat, Titandioxid, Siliciumdioxid, Ammoniumsulfat.
Sie können auch als Viskositätsregulierer bei der Herstellung von flüssigen und pulverförmigen Waschmitteln eingesetzt werden.
Die K-Werte der neutralisierten modifizierten Polykondensate und der Pfropfcopolymerisate wurden nach H. Fikentscher, Cellulose- chemie, Band 13, 58 bis 64 und 71 bis 74 (1932) in wäßriger Lö- sung bei einer Temperatur von 25°C und einer Konzentration von 1 Gew.-% bei pH7 am Natriumsalz der Polymeren bestimmt. Die K- Werte der modifizierten Polyaspartimide wurden in 1 %iger Lösung in Dimethylformamid bei 25°C bestimmt. Die Prozentangaben in den Beispielen bedeuten Gew.-%.
Beispiele
Herstellung der modifizierten Polyasparaginsäuren
Polycokondensate 1 bis 5
In einem 2 Liter-fassenden Reaktor, der mit einem Rührer ausge¬ stattet war, wurden jeweils 113 g (1 Mol) L-Asparaginsäure, 0,1 Mol der in Tabelle 1 jeweils angegebenen Hydroxycarbonsäure und 1 Mol 75 %ige Phosphorsäure bei 20°C miteinander gemischt und unter Rühren auf eine Temperatur von 160°C erhitzt. Die Kondensa¬ tion wird bei einem Druck von 50 mbar durchgeführt. Hierbei de-
stilliert Wasser ab. Man erhält eine homogene Reaktionsmischung. Nach einer Reaktionszeit von 3 Stunden bei einer Temperatur von 160°C ist die Umsetzung beendet. Man erhält die jeweils in Ta¬ belle 1 angegebenen Mengen an modifiziertem Polyasparaginimid. Die K-Werte der Imidform wurden in Dimethylformamid (DMF) und die der Natriumsalze in Wasser bestimmt.
Zur Aufarbeitung des modifizierten Polyasparaginimids wird das Reaktionsprodukt zunächst abgekühlt, dann zerkleinert und die zerkleinerte Reaktionsmasse in einem Liter 1-N-Salzsäure für
3 Stunden gerührt. Der unlösliche Rückstand wird dann mit Wasser und Aceton gewaschen und im Trockenschrank bei 50°C getrocknet. Um aus den modifizierten Polyaspartimiden wäßrigen Natriumsalzlösun¬ gen der modifizierten Polyasparaginsäuren herzustellen, disper- giert man jeweils ein Gramm des modifizierten Polyaspartimids in 50 g Wasser, erwärmt die Mischung auf 60°C und fügt bei dieser Temperatur soviel einer 15 %igen wäßrigen Natronlauge zu, daß der pH-Wert in dem Bereich von 9-10 liegt. Das in Wasser dispergierte Pulver löst sich allmählich zu einer klaren wäßrigen Lösung des Natriumsalzes der modifizierten Polyasparginsäure. Nur die Poly¬ kondensate 1 und 5 sind bekannte Stoffe.
Tabelle 1
Polycokondensate 6 bis 9
Nach der oben angegebenen Vorschrift wird jeweils 1 Mol L-Aspara¬ ginsäure mit 0,1 Mol mehrwertigen Carbonsäuren, die in Tabelle 2 angegeben sind, bzw. mit Maleinsäureanhydrid modifiziert.
Tabelle 2
Polykondensate 10-11
Nach der für die Herstellung der Polycokondensate 1-5 gegebenen Vorschrift kondensiert man 1 Mol L-Asparaginsäure mit jeweils 0,1 Mol des in Tabelle 3 angegebenen Polyols. Die dabei erhältli- chen Ausbeuten und K-Werte der Polycokondensate sind in Tabelle 3 aufgeführt.
Tabelle 3
Polycokondensat 12
In einem 2 Liter fassenden Laborkneter werden 333 g (2,5 mol) As¬ paraginsäure, 326 g 75 %ige wäßrige Phosphorsäure und 17 g des Umsetzungsprodukts aus 1 Mol eines Cι3/Cιs Oxoalkohols mit 7 Mol Ethylenoxid eingefüllt und bei 180°C im Vakuum bei gleichzeitigem Abdestillieren von Wasser kondensiert. Die Kondensation ist nach 6 Stunden beendet. Nach der für die Herstellung der Polycokonden¬ sate 1 bis 5 angegebenen Aufarbeitungsmethode erhält man 260 g eines Polykondensats mit einem K-Wert von 32 in Dimethylformamid. Nach Hydrolyse dieses Copolymerisats mit Natronlauge erhält man die Natriumsalzform des Polycokondensats, die einen K-Wert von 67 hat.
Polycokondensat 13
Wie bei der Herstellung des Polycokondensats 12 beschrieben, wer¬ den 133 g Asparaginsäure und 13,3 g (0,1 mol) Iminodiessigsäure mit 130 g 75 %iger wäßriger Phosphorsäure als Katalysator der Po¬ lycokondensation unterworfen. Das Polycokondensat hat in der Imidform einen K-Wert von 21 (gemessen in DMF) während das hydro- lysierte Cokondensat in Form des Natriumsalzes einen K-Wert von 36 hat (gemessen in Wasser) .
Pfropfcopolymerisat 1
In einem 2 Liter fassenden Reaktor wird eine Mischung aus 340 g 25 %iger wäßriger Natrium-Polyaspartatlösung von K-Wert 50 (ge- messen 1 %ig in Wasser), 64 g Maleinsäureanhydrid, 3,5 g
0,1 %iger Eisen-II-Ammoniumsulfatlösung und 94 g 50 %ige wäßrige Natronlauge auf 100°C erhitzt. Dann dosiert man 320 g 55 %ige wä߬ rige Acrylsäure und 60 g 12 %iges Wasserstoffperoxid innerhalb von 3 Stunden zu. Die Polymerisation wird bei einer Temperatur von 100°C durchgeführt. Sie ist nach 4 Stunden beendet. Nach Been¬ digung der Polymerisation läßt man das Reaktionsgemisch abkühlen und stellt es durch Zugabe von wäßriger Natronlauge auf einen pH- Wert von 7 ein. Das Pfropfcopolymer hat einen K-Wert von 61 (ge¬ messen 1 %ig in Wasser) .
Anwendungstechnische Prüfungen
Die oben beschriebenen modifizierten Polyasparaginsäuren können in saurer, teilneutralisierter oder vollständig neutralisierter Form gegebenenfalls zusammen mit Dispergatoren in Waschmittelfor¬ mulierungen, Waschmittelkonzentraten, Kompaktwaschmitteln und Flüssigwaschmittelformulierungen eingesetzt werden. Sie zeigen in den Waschmittelformulierungen eine verbesserte Waschwirkung. Die modifizierten Polyasparginsäuren eignen sich besonders gut für die Ablösung von Tonmineralschmutz vom Textilgut und für die Dis- pergierung von Tonmineralien, die beim Waschen vom Textilgut ab¬ gelöst und in der Waschflotte vorhanden sind. Die Wirkung der mo¬ difizierten Polyasparaginsäuren ist mit derjenigen von nicht bio¬ logisch abbaubaren Polyacrylaten mit Molmassen von 5000 (K-Wert 30) vergleichbar und übertrifft die Wirkung von Homopolykondensa¬ ten der Asparaginsäure.
Die Clay-Dispergierung wurde nach dem im folgenden beschriebenen Clay-Dispergiertest (CD-Test) beurteilt.
CD-Test
Als Modell für partikulären Schmutz wird feingemahlener China- Clay SPS 151 benutzt. 1 g Clay wird unter Zusatz von 1 ml einer 0,1 %igen Natriumsalzlösung des Polyelektrolyten in 98 ml Wasser 10 Minuten in einem Standzylinder (100 ml) intensiv dispergiert. Sofort nach dem Rühren nimmt man aus der Mitte des Standzylinders eine Probe von 2,5 ml und bestimmt nach dem Verdünnen auf 25 ml die Trübung der Dispersion mit einem Turbidimeter. Nach 30- bzw. 60-minütiger Standzeit der Dispersion werden erneut Proben genom¬ men und wie oben die Trübung bestimmt. Die Trübung der Dispersion wird in NTU (nephelometric turbidity units) angegeben. Je weniger sich die Dispersion während der Lagerung absetzt, desto höher sind die gemessenen Trübungswerte und um so stabiler ist die Dis- persion. Als zweite physikalische Meßgröße wird die Dispersions¬ konstante bestimmt, die das zeitliche Verhalten des Sedimentati¬ onsprozesses beschreibt. Da der Sedimentationsprozeß annähernd durch ein monoexpotentielles Zeitgesetzt beschrieben werden kann, gibt T die Zeit an, in der die Trübung auf 1/e-tel des Ausgangs- zustandes zum Zeitpunkt t=0 abfällt.
Je höher ein Wert für T ist, um so langsamer setzt sich die Dis¬ persion ab.
Die oben beschriebenen Polycokondensate wurden jeweils in Form ihrer Natriumsalze nach den oben angegebenen Testmethoden unter¬ sucht. Die Dispergierwirkung der Polycokondensate ist in Ta¬ belle 4 angegeben.
Tabelle 4
Den Meßwerten ist zu entnehmen, daß man mit den erfindungsgemäß zu verwendeten modifizierten Polyasparaginsäuren Dispersionen er¬ hält, die nach 60-minütiger Standzeit hohe Trübungswerte (NTU- Einheiten) aufweisen. Die hohen Dispersionskonstanten bedeuten, daß die erfindungsgemäß zu verwendenden modifizierten Polyaspara- ginsäuren Clay sehr gut dispergieren können und gleichzeitig die Herstellung von Dispersionen mit verbesserter Lagerstabilität er¬ lauben. Die vom Test 1 gut abgelösten und in der Waschflotte be¬ findliche Tonmineralien werden von den Polycokondensaten am Wie¬ derabsetzen gehindert und in dispergierter Form in der Flotte ge- halten.
Test auf Primärwaschvermögen
Speziell wurde das Tonablösevermögen von Textilgewebe an Hand von aschversuchen untersucht. Tonmineralien sind gefärbt und geben bei einer Ablagerung auf dem Gewebe diesem einen Farbschleier. Um die Primärwaschwirkung von Ton auf dem Gewebe zu erfassen, wurde Baumwoll/Polyestergewebe mit einer Tonmischung bestehend aus je 33,3 % aus den Sorten 178/R (ockerfarben), 262 (braun) und 84/rf (rotbraun) der Fa. Carl Jäger, Hilgert, gleichmäßig beschichtet. Die Tonsorten sind unterschiedlich "fett"; d. h. sie unterschei¬ den sich im Gehalt an Aluminium-, Eisen- und Manganoxid. Die Ton- mischischung wurde in Form einer 20 %igen Suspension in vollent¬ salztem Wasser unter kräftigem Umpumpen der Suspension homogen auf das Gewebe gebracht. Dies wurde mit einem Jigger der Fa. Kü¬ sters, Krefeld, bei 10 meter/min unter Verwendung von BW/PES2'-Ge¬ webe (33/67, Fa. Winkler, Waldshut) durchgeführt. Nach 3 Durch¬ läufen wurde anschließend mit 600 1 vollständig entsalztem Wasser ein Mal gespült. Danach wurde das nasse Gewebe in einem Spannrah- men bei 50°C und 2 meter/min Trockengeschwindigkeit getrocknet .
Das auf diese Weise hergestellte Tongewebe enthält 1,76 % Ton, bestimmt durch Veraschung bei 700°C, 2,5 h.
Die Waschversuche wurden unter folgenden Bedingungen durchführt:
Waschgerät: Launder-o-meter
Anzahl der Waschzyklen: 1 Anzahl der Spülzyklen: 1 Anzahl der Waschversuche: 6 Waschtemperatur: 20-24°C Waschdauer: 15 min Flottenmenge: 500 g VE1»-Wasser + 80 ppm ethoxilierter Oxoalkohol
(C13,15-Oxoalkohol +
8 Ethylenoxid)
Wasserhärte (Ca2+ + Mg2+) : 1 mmol/1 Molverhältnis: 3:1:6 Ca2+:Mg2+:HC03-: pH: 10 ± 0,1 Testkonzentration des Polymer: 80 ppm Schmutzgewebe: 5 g Tongewebe Weißgewebe bzw. sauberes Gewebe: 5 g PES/BW2»-Gewebe
i) VE = vollständig entsalztes 2) PES/BW = Polyester/Baumwolle
Nach dem Spülen wird geschleudert und die Gewebe zum Trocknen einzeln aufgehängt. Vermessen wird das Gewebe mit einem Elre- pho 2000 der Fa. Data Color, Heidenheim, und zwar 6 Meßpunkte pro Gewebestück. Der für die Auswertung verwendete Wellenlängenbe¬ reich beträt 420 - 700 nm. Gemessen wird der Reflexionsgrad als Funktion der Wellenlänge. Als Referenz dient Bariumsulfat. Aus den Remissionswerten wird nach W. Baumann, R. Broßmann, B.T. Grö- bel, N. Kleinemeier, M. Krayer, A.T. Leaver und H.-P. Oesch; Mel- liand Textilberichte 67 (1986), 562 ff. die Farbstärke mit Wich- tung der Augenreizfunktion berechnet. Die genauen Berechnungsme¬ thoden können aus Tenside, Surfactants, Detergents, 6, 1991, 497 ff. entnommen werden. Die Primärwaschwirkung in % wird nach der folgenden Gleichung berechnet:
P = (fs,b - fs,a)/<fs,b " fs,o>*100 fs,b = Farbstärke des angeschmutzten Gewebes (Tongewebe) vor dem Waschen.
-s,a = Farbstärke des angeschmutzten Gewebes nach dem
Waschen.
-s, o = Farbstärke des sauberen Gewebes vor der
Anschmutzung (Schmutzgewebe vor der Anschmutzung)
Die Verwendung der Farbstärke zur Berechnung der Primärwaschwir¬ kung hat im Vergleich zur Remission bei einer Wellenlänge oder dem in der Literatur verwendeten K/S-Werten (K = Absorptionskoef¬ fizient und S = Streukoeffizient) bei einer Wellenlänge den Vor¬ teil, daß der sichtbare Bereich des Spektrums erfaßt wird und Schmutzpartikel aller Farben berücksichtigt werden.
Tabelle 5
Den Meßwerten ist zu entnehmen, daß man mit den erfindungsgemäß 2u verwendenden Polyasparaginsäuren Dispersionen erhält, die nach 60minütiger Standzeit hohe Trübungswerte (NTU-Einheiten) aufwei¬ sen. Die hohen Dispersionskonstanten bedeuten, daß die erfin¬ dungsgemäß zu verwendenden Polyasparaginsäuren Clay sehr gut dis- pergieren können und gleichzeitig die Herstellung von Dispersio- nen mit verbesserter Lagerstabilität erlauben.
Für die Anwendung in der Wasserbehandlung ist die Inhibierung von Calciumcarbonat-Ausfällungen von ausschlaggebender Bedeutung. Beispiele sind: Zuckersafteindampfung, Kühlkreisläufe, Meerwasse- rentsalzungsanlagen, Dampferzeuger, Heizkreisläufe, Warmwasser¬ kreisläufe, Wärmetauscher, Turbinen und Pumpen.
Calciumcarbonat-Inhibierung (2 ppm Polycokondensat-Konzentration)
Es werden 2 Testlösungen vorbereitet. Testlösung 1 besteht aus Wasser mit 20°dH Calciumhärte und 10°dH Magnesiumhärte. Testlö- 5 sung 2 ist eine wäßrige Lösung mit 4,7°dH Natriumcarbonat und 12,3°dH Natriumhydrogencarbonat.
In einem 500 ml fassenden Rundkolben, der mit Rührer, Rückflu߬ kühler und Gaseinleitungsrohr ausgestattet ist, werden 150 ml
10 Testlösung 1 und 150 ml Testlösung 2 sowie 2 ppm des zu testenden Polymers vorgelegt und unter Einleiten von Luft (3 1/Std.) für 1 Stunde auf 70°C erhitzt. Man läßt den Kolbeninhalt abkühlen und filtriert durch ein Faltenfilter. Im Filtrat wird nach üblicher Methode der Calciumgehalt durch komplexometrische Titration be-
15 stimmt.
Im beschriebenen Versuch zeigt sich, daß die modifizierten Poly¬
35 asparaginsäuren die Ausfällungen von CaC03 gut unterbinden können.
Die Polykondensate können auch eingesetzt werden, um die Ausfäl¬ lung von Calcium-, Barium- und Magnesiumsalzen mit den Anionen Phosphat, Oxalat, Sililat, Sulfat, Carbonat, in wäßrigen Systemen
40 zu inhibieren.
Besonders geeignet sind die Polykondensate zur Belags-Inhibierung durch Calciumcarbonat, Calciumsulfat, Calciumoxalat, Calcium- phosphat, Siliciumdioxid. Sie zeigen stabiles Verhalten gegenüber
45 Calciumionen. Das heißt, daß die Polykondensate nicht als Calci- umsalze ausfallen.
Durch Umsetzung der Imidform des Polycokondensates Nr. 2 in wä߬ riger Suspension mit Ethanolamin wird ein Amin-modifiziertes Po¬ lycokondensat erhalten und als viskositätserniedrigendes Additiv für ein wasserhaltiges nichtionisches Tensid A (Umsetzungsprodukt eines C13/15 Oxoalkohols mit 7 Mol Ethylenoxid) verwendet. Man verwendet 5 % Polycokondensat bzgl. nichtionisches Tensid. Durch Verdünnen mit Wasser wird eine Konzentrationsreihe hergestellt und mittels Brookfield-Viskosimeter bei 5 Upm die Viskosität ge¬ messen. Als Vergleich dient polykondensatfreies Tensid A. Man er- kennt deutlich die viskositätssenkende Wirkung des Polycokonden¬ sates.