Verfahren zur Überprüfung der Arbeitsαenauiqkeit einer NC-Maschine
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren nach der Gattung des Hauptanspruchs. Zur Erfassung der Arbeitsgenauigkeit von NC-Maschinen wurde der sogenannte Kreisformtest entwickelt. Bei diesem Testverfahren wird eine von der NC-Maschine ausgeführte Kreisbahn mit einer vorgegebenen Referenzkreisbahn verglichen. Ein Verfahren dieser Art ist z.B. in "Der Kreisform-Test zur Prüfung von NC- erkzeugmaschinen", W. Knapp, S. Hrovat, 1986, Seiten 19 bis 25. beschrieben. Gemäß dieser Schrift besteht der Kreisformtest in einem Vergleich einer Kreisbahn, die von einer NC-Maschine abgefahren wird, mit einem Kreis, der durch ein hochgenaues Referenzwerkstück, dem Kreisnormal, mit bekanntem Durchmesser vorgegeben wird. Zur Durchführung des Tests wird der Steuerung der NC-Maschine eine dem Kreisnormal entsprechende Kreisbahn programmiert und mit der durch einen zweidimensionalen Taster ermittelten Ist-Kontur der von der NC-Maschine tatsächlich ausgeführten Kreisbahn verglichen. Die Differenz wird grafisch und/oder numerisch dargestellt. Aufgrund der bei einem Kreisformtest gefundenen Bahnabweichung lassen sich die Einhaltung der Toleranzen der NC-Maschine überprüfen sowie Aussagen über die möglichen Ursachen von Abweichungen gewinnen.
Eine ausführliche Darstellung, wie die mit dem Kreisformtest gewonnenen Ergebnisse auszuwerten sind, findet sich ebenfalls in der Schrift von Knapp/Hrovat.
Ein anderes Prinzip zur Durchführung des Kreisformtests ist aus dem Prospekt der Fa. RENISHAW von 1991, "Das neue PC-gestützte Meßsystem zur Überprüfung von Bearbeitungszentren" bekannt. Bei dieser Anordung wird ein längenveränderbarer Meßstab mit einem Ende in der Mitte eines von der Maschine abzufahrenden Kreises und mit dem anderen Ende an der Spindel der Maschine befestigt. Die beim Durchfahren des Kreises auftretenden Längenänderungen am Meßstab werden zur Anzeige gebracht.
Nachteilig an diesen bekannten Verfahren ist insbesondere der große Zeitaufwand, der zur Justierung der mechanischen Anordnungen erforderlich ist. Dies gilt insbesondere für die Justierung des Kreisnormals bei dem Verfahren nach Knapp / Hrovat. Das Verfahren nach RENISHAW ist zwar schneller durchführbar, jedoch weist das Meßsystem selbst zwei Gelenke auf, welche eine zusätzliche Fehlerquelle darstellen können, und deshalb auf Kosten der Genauigkeit gehen.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein
Kreisformtest-Verfahren anzugeben, welches hinsichtlich seines Ergebnisses schneller und einfacher durchführbar ist als die vorstehend beschriebenen bekannten Verfahren.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Hauptanspruchs. Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß eine zusätzliche externe Meßeinrichtung nicht erforderlich ist. Es ist sowohl einfach wie auch schnell und dadurch beliebig häufig durchführbar.
In einer besonderen Ausgestaltung wird das erfindungsgemäße Verfahren in Ergänzung mit einem der vorstehend beschriebenen bekannten Verfahren durchgeführt. Auf diese Weise ist eine besonders genaue Analyse der Maschinenarbeitsgenauigkeit erreichbar.
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnung näher erläutert.
Zeichnung
Figur 1 zeigt ein Blockschaltbild eines bekannten Kreisformtests, Figur 2 ein Blockschaltbild des erfindungsgemäßen Verfahrens, Figur 3 eine grafische Darstellung der mit dem Kreisformtest erzielbaren Ergebnisse, Figur 4 die Struktur eines Verfahrens zur Durchführung des vorgeschlagenen Kreisformtests.
Beschreibung
Eine vereinfachte Darstellung einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeigneten Anordnung zeigt Figur 2. Dargestellt ist ein Teil der Steuerung einer nicht weiter dargestellten mehrachsigen NC-Maschine, das vorgeschlagene Verfahren ist aber grundsätzlich für alle Maschinenarten, sowie ebenso z. B. auch für Roboter geeignet. Bei der Steuerung handelt es sich um eine übliche Steuerung, deren Aufbau und Funktion bekannt sind. In der Figur 2 sind deshalb nur die nachfolgend zu Beschreibungszwecken benötigten Elemente der gesamten Steuerung dargestellt.
Ein Interpolator 10 generiert definitionsgemäß und in bekannter Weise zu den von einer Satzaufbereitung kommenden Stützpunkten einer Bewegungssollbahn Zwischenstützstellen. Ausgangssignal des Interpolators 10 ist eine vektorielle Führungsgröße w zur
Führung von wenigstens zwei Schlitten der Maschine entlang einer kreisförmigen Sollbewegungsbahn R . Die Komponenten der
Fuhrungsgroße w sind Lagefuhrungssignale , w , ..., w .,... für nachgeschaltete Servoregelkreise 30,40,50 zur NCi
Steuerung der einzelnen Achsen.
Weiter verfügt der Interpolator 10 über eine nicht dargestellte
Vorsteuereinrichtung. Diese bildet zu den vom Interpolator 10 ausgegebenen Lageführungssignalen w , w , ..., w , ...
Vorsteuersignale w _ , w _,..., w .,...welche gleichfalls vorl vor2 von auf die nachgeschalteten, jeweils aus Antrieb 31,41, Schlitten 32,
42, sowie Wegmeßsystem 33,34 bestehenden Servoregelkreise 30, 40, 50 aufgeschaltet werden. Vorgesteuert werden zweckmäßig zumindest die erste und die zweite Zeitableitung, sprich Führungsgeschwindigkeit und Führunbgsbeschleunigung, der vom Interpolator 10 ausgegebenen
Lageführungssignale w„_, w„„_,..., w„_. , ... Zwar ist eine
NC NC2 NCi
Vorsteuerreinrichtung nicht unbedingt erforderlich, verbessert aber die mit dem Kreisformtest gewonnenen Ergebnisse erheblich. Eine Darstellung des Prinzips der Vorsteuerung findet sich z.B. in der Schrift P. Stoph, "Verminderung dynamischer Bahnabweichungen bei numerisch bahngesteuerten Werkzeugmaschinen", Zeitschrift für industrielle Fertigung, 1978, Seiten 329 bis 333.Ein Verfahren, wie die zur Durchführung der Vorsteuerung benötigten sogenannten Vorsteuerparameter gewonnen werden können, ist aus der deutschen Anmeldung Aktenzeichen P 40 39 620.7 bekannt.
Dem Interpolator 10 nachgeschaltet sind entsprechend der Anzahl der Achsen der betrachteten Maschine mehrere, zumindest aber zwei, Servoregelkreise 30, 40, 50, von denen aus Gründen der Übersichtlichkeit in Figur 2 nur drei dargestellt sind, es können jedoch mehr als drei vorhanden sein. Alle Servoregelkreise 30,40,50 sind prinzipiell gleichartig aufgebaut und bestehen jeweils aus einem Achsantrieb 31,41 mit einer nicht dargestellten
Regelvorrichtung, der gemäß dem vom Interpolator 10 vorgegebenen
Lageführungssignal einen Schlitten 32,42 entlang einer im allgemeinen linearen Achse steuert.' Die auf einer Istbahn liegenden Istpositionen x,, , x .,..., _-... , ... der Schlitten 3 Ml M2 Mi
32,42 bezüglich eines maschinenfesten Referenzpunktes werden von einem Wegmeßsystem 33,43 achsweise erfaßt und dem Achsantrieb 31,41 zurückgeführt. Die Wegmeßsysteme 33,43 sind zweckmäßig Längenmaßstäbe für eine direkte Längenmessung, die orthogonal zueinander angeordnet sind und optisch abgetastet werden. Wegmeßsysteme dieser Art sowie deren Funktionsweise sind z.B. in der Zeitschrift "Konstruktion", 43, 1991, S. 401 bis 410 beschrieben.
Wenigstens zwei der Achsantriebe 31, 41 wirken auf zueinander orthogonale Achsen, welche eine Ebene aufspannen. Aufgrund der von wenigstens zwei Achsantrieben 31 , 41 bewirkten Bewegung -werden die zugeordneten Schlitten 32, 42 entlang der betreffenden Achsen derart bewegt, daß ihre Relativbewegung der vom Interpolator 10 als Führungsgröße w vorgegebenen Sollbahn R entspricht. Unerheblich ist, welche Schlitten 32, 42 bewegt werden. Auch kann die Bewegung der Schlitten 35, 36 von jeweils mehr als einem Achsantrieb gesteuert sein und entlang mehr als drei Achsen erfolgen. Entscheidend ist die Relativbewegung der Schlitten 35 und 36 zueinander.
Die vom Wegmeßsystem 31,41 erfaßten Schlittenpositionen x ,
Ml x,,„,..., x . , ... werden weiterhin einer Diaσnoseeinheit 20 M2 Mi 3 zugeführt. Der Diagnoseeinrichtung 20 sind außerdem ein Signal der Sollkreisbahn R^ , welche durch das Führungsgrößensignal w bestimmt ist, ein Referenzsignal , sowie ein Signal S zur Skalierung zugeführt. Das Ausgangssignal der Diagnoseeinheit 20, welches zweckmäßig aus zwei zueinander orthogonalen Informationspfaden x , x besteht, ist einer Anzeigeeinheit 70, vorzugsweise in Form eines Bildschirmes, zugeführt.
Figur 1 zeigt eine nach dem Stand der Technik bekannte Meßanordnung mit Kreisnormal und Taster, wie sie beispielsweise aus der Schrift von Knapp/Hrovat hervorgeht. Bereits anhand von Figur 2 beschriebene Elemente sind mit denselben Bezugszeichen versehen. Außer einem Wegmeßsystem 33,43 weist die Anordnung nach Figur 1 insbesondere einen 2-D-Taster, im wesentlichen bestehend aus einem Tastkopf 60 und einer Meßspitze 61, welche mechanisch miteinander verbunden sind, auf. Der 2-D-Taster ist mechanisch mit wenigstens einem der Schlitten 32, 42 verbunden, was durch ein Mechanikglied 65 berücksichtig ist. Während der Meßkopf 60 entsprechend der von der Steuerung vorgegebenen Soll-Kreisbahn R bewegt wird, wird die Meßspitze 61 entlang einem als Kreisnormal ausgebildeten ringförmigen Meßkörper 62 auf einer durch diesen physikalisch definierten Bahn geführt. Dabei wird mit Blick auf die spätere Auswertung der Meßergebnisse zwischen einer Abtastung an der Innenseite des Kreisnormals 62, dem Innennormal, und der Außenseite des Kreisnormals, dem Außennormal unterschieden. Die Ausgangssignale R_πτ des 2-D- Tasters werden einer Summierstelle 63 zugeführt, der außerdem ein Referenzsignal R zugeführt sein kann. Das Ausgangssignal der Summierstelle 63 ist wiederum einer Anzeigeeinheit 70 in Form eines Bildschirmes zugeführt.
Nachfolgend wird die Funktionsweise der in den Figuren dargestellten Anordnungen näher erläuterd, wobei zunächst auf Figur 2 Bezug genommen wird.
Bei der Durchführung des Kreisformtests gibt der Interpolator 10 eine zuvor über die Steuerung 11 programmierte kreisförmige Sollbahn vor. Zweckmäßig ist die Soll-Kreisbahn so gewählt, daß sie jeweils genau in einer von zwei Achsen aufgespannten Ebene liegt. Bei der Ausführung der Soll-Kreisbahn R durch die Maschine sind dann entsprechend nur die die Kreisebene
aufspanneneden Maschinenachsen aktiv, während die übrigen Achsen inaktiv sind. Ein solches maschinenangpaßtes Vorgehen erleichtert die spätere Auswertung der Ergebnisse. Die Soll-Kreisbahn R wird von der Maschine mit konstanter Bahngeschwindigkeit durchfahren. Das
Wegmeßsystem 33,43 erfaßt die während der Maschinenbewegung von den
Schlitten 32, 42 tatsächlich ausgeführte Istbahn R . indem es jeweils die Positionen der an der Bewegung beteiligten Schlitten
32,42 erfaßt. Für eine eindeutige Bestimmung einer Position der relativen Schlittenbewegungsbahn bedarf es der Positionen der
Schlitten wenigstens zweier Servoregelkreise 30,40,50. Liegt die gefahrene Iεtbahn R nicht genau in einer Ebene bezüglich des
Wegmeßsystems 33,43 , müssen zumindest die Schlittenpositionen dreier Servoregelkreise 30,40,50 bekannt sein. Alle erfaßten
Positionen der Istbahn R werden an die Diagnoseeinheit 20
M übermittelt Für jede durch das Lageführungssignal w vorgegebene
Sollposition, d.h. für jeden Interpolationsschritt des Interpolators
10 ermittelt die Diagnoseeinheit 20 anschließend die Differenz zwischen der Position der Schlitten 32 und 42 zueinander auf der
Sollbahn R und der zugehörigen vom Wegmeßsystem 40 gemessenen
Position auf der Istbahn R . Diese in der Diagnoseeinheit 20
M ermittelte Differenz stellt bereits das Ergebis des Kreisformtests in Form einer Bahnabweichung A R dar, welches auf der Anzeige 70 dargestellt wird.
Zur Vereinfachung der Deutung des erhaltenen Ergebnisses wird der Bahnabweichung Δ R anschließend zweckmäßig noch ein vorgebbares
Referenzsignal R„ _ in Form einer Referenzkreisbahn hinzuaddiert
' Ref bzw. in einer zweiten Ausführung von dieser abgezogen. Auf diese Weise wird eine anschauliche Darstellung der Ergebnisse, die dann auch als Kreise sichtbar sind, gewonnen. Zudem sind Ergebnisse aus verschiedenen Kreisformtests vergleichbar. Wird die in der Diagnoseeinheit 20 gefundene Bahnabweichung Δ R von der
Referenzkreisbahn R__, _ subtrahiert, erscheint auf der Anzeige 70
Ref eine zu kleine Ist-Kreisbahn als ein zu großer Kreis, eine zu
M große Istbahn R dagegen als ein zu* kleiner Kreis. Damit sind der M
Anzeige 70 direkt die nötigen Korrekturen entnehmbar. Diese
Darstellungsart entspricht einem Kreisformtest nach der in Figur 1 dargestellten Weise mit einer Abtastung am Innennormal. Wird die in der Diagnoseeinheit 20 ermittelte Bahnabweichung Δ R zu dem
Referenzsiσnal R ,. hinzuaddiert, erscheint ein zu kleiner Kreis ' Ref in der Anzeige 70 zu klein und ein zu großer Kreis zu groß. In diesem Fall sind der Anzeige 70 direkt die Abweichungen zwischen Soll- und Istbahn zu entnehmen, die Darstellung entspricht einem Kreisformtest nach Figur 1 mit Abtastung am Außennormal. Zur Deutung und Auslegung der Ergebnisse wird nochmals auf eingangs bereits angegebene Schrift von Knapp/Hrovat verwiesen. Die darin beschriebenen Auswerteverf hren können bei dem hier vorgeschlagenen Kreisformtest ebenfalls angewendet werden.
Um die Ablesbarkeit zu erleichtern, werden die Darstellungen auf der Anzeige zweckmäßig durch Skalierung des der Anzeige zugrundeliegenden Koordinatensystems mit einem vorgebbaren Vergrößerungsfaktor S vergrößert, geeignete Vergrößerungsfaktoren liegen dabei in der Größenordnung 1000.
Grundgedanke des erfindungsge äßen Verfahrens ist es, die im Servoregelkreis ohnehin vorhandenen Informationen über die Istposition des Schlittens und der gewünschten Sollposition zur Durchführung des Kreisformtestes heranzuziehen. Eine Schwierigkeit bei diesem scheinbar naheliegendem Verfahren besteht jedoch darin, die vom NC-Interpolator 10 vorgegebenen Sollpositionen und die vom Direktweg eßsystem 33, 43 gemessenen Istpositionen zur Bildung
einer Kreisabweichung richtig zuzuordnen. Infolge des Schleppfehlers, welcher in unterschiedlicher Größe bei allen numerisch gesteuerten Maschinen auftritt, bedingt z.B. schon durch die Ausführung der Lageregler in den Servoregelkreisen als Proportionairegeier, usw, tritt nämlich allgemein der Effekt auf, daß der von der Steuerung vorgegebene Sollwert dem von der Maschine erreichten Istwert voreilt. Dadurch ist wiederum bedingt, daß im Falle einer Kreisbewegung der Radius des von der Maschine tatsächlich abgearbeiteten Istkreises stets kleiner ist als der angestrebte Radius des Sollkreises. Soll- und Istbahn können deshalb nicht durch einfache Auswertung der zu gleichen Zeitpunkten ermittelten Soll- bzw. Istpositionen verglichen werden.
Das durch den Schleppfehler bedingte Zuordnungsproblem ist in Figur
3 bildlich dargestellt. bezeichnet die Soll-Kreisbahn, welche bedingt durch die digitale Arbeitsweise der Maschine durch eine
Folge von Sollpositionen, in der Figur 3 als Minutenstriche angedeutet, als Polygonzug angenähert ist, R bezeichnet die vom
Wegmeßsystem 33, 43 erfaßte Istkreiεbahn, die im Beispiel der Figur
3 im Uhrzeigersinn durchlaufen werden soll. Dargestellt ist eine durch beliebige zwei orthogonale Achsen aufgespannte x-y-Ebene. Zum
Zeitpunkt t wird die Sollposition x ,y von der Steuerung vorgegeben. Infolge des Schleppfehlers befindet sich die Maschine zu dem selben Zeitpunkt t. tatsächlich an der Position __ , y. ,. •
1 Ml Ml
Aus Figur 3 ist erkennbar, daß ein Vergleich zwischen Soll- und Istposition zu einem festen Zeitpunkt t eine Aussage über das Maschinenverhalten nicht liefern könnte, da die zum Zeitpunkt t vorliegende scheinbare Bahnabweichung ^ R nicht mit der zu diesem Zeitpunkt wirklich vorliegenden Bahnabweichung Δ R übereinstimmt.
Das vorgeschlagene Verfahren eignet sich deshalb besonders für Maschinen, deren Steuerungen eine Vorsteuereinrichtung 12 beinhalten. Da es Ziel der Vorsteuerung ist, Schleppfehler zu vermeiden, stimmen bei Steuerungen dieser Art Soll- und Istposition bei einer Kreisbewegung im allgemeinen überein.
Allerdings kann auch eine Vorsteuerung den dynamisch bedingten Schleppfehler zwar deutlich verringern, ihn aber nie ideal zu Null machen. Ferner sind Anwendungen denkbar, in denen eine Vorsteuerung nicht möglich oder unerwünscht ist.
Ein andere Möglichkeit, das Zuordnungsproblem zu lösen, besteht deshalb darin, den vorgeschlagenen Kreisformtest zunächst ohne
Korrekturen auszuführen, die gewonnenen Ergebnisse dann aber unter nachträglicher mathematischer Berücksichtigung des Schleppabstandes auszuwerten. Ein Verfahren dieser Art ist in Figur 4 dargstellt.
Zunächst, Schritt 21, durchfährt die NC-Maschine eine vorgegebene
Sollkreisbahn R,-_. Sollpositionen w und gemessene
Istpositionen x werden achsweise abgespeichert, wobei
Sollpositionen und gemessene Istpositionen x jeweils zu NC - M gleichen Zeiten erfaßt werden.
Aus den im ersten Schritt 21 abgespeicherten Positionswerten werden den Istpositionen x in Schritt 22 für zwei ein kartesisches
M
Koordinatensystem aufspannende Achsen j neue korrigierte Lagesollwerte w wie folgt zugeordnet :
(neu) (1) WNCi= R c XMl-XM2),,XMj j = 1,:
Mit den neuen Lagesollwerten wvτ_ wird im nächsten Schritt 23 für
NC jede Istposition die zu einem Zeitpunkt t tatsächlich an der NC-Maschine auftretende Bahnabweichung R, wie folgt bestimmt:
Zur besseren Veranschaulichung des Ergebnisses wird die nach
Gleichung 2 gefundene Bahnabweichung wiederum zweckmäßig einem
Referenzsignal R_, _ in Form eines Referenzkreises aufaddiert bzw. ^ Ref von diesem subtrahiert. In Schritt 24 werden deshalb z.B. durch interaktive Eingabe das Referenzsignal sowie die gewünschte Darstellung im Innen- Außennormal festgelegt. Die zur punktweisen
Darstellung bezüglich eines kartesischen Koordinatensystems auf der Anzeige 70 benötigten Achskomponenten werden damit wie folgt berechnet:
(neu)
(3) für das Innennormal: xDj=*Mj- ( 1 - VV_)WNCj; j = 1,2
(neυ)
(4) für das Außennormal: x_.=(l + R /R ) w„_. - x ; j = 1,2
Dj R NC NCj Mj
Im nachfolgenden Schritt 25 erfolgt die Vergrößerung der gefundenen Bahnabweichungen -Δ R. Dies geschieht durch Festlegen eines Skalierungsfaktors, wiederum z.B. interaktiv, zur Skalierung des der anschließenden Anzeige auf dem Bildschirm 70 zugrunde liegenden Koordinationsystems.
Anschließend wird mit den gemäß Gleichungen (3) oder (4) ermittelten Achskomponenten die Bahnabweichung Δ R auf der Anzeige 70 wie folgt dargestellt:
wobei Minuszeichen für das Innennormal und Pluszeichen für das Außennormal gilt und
(6) A R I ISSTT •"V»XM1 XM2
Das gesamte Diagnoseverfahren wird in der Diagnoseeinrichtung 20 durchgeführt, die sowohl in der numerischen Steuerung selbst wie auch in einem externen Gerät realisiert sein kann.
Durch den vorgeschlagenen Kreisformtest wird, mit Hilfe des ohnehin vorhandenen Wegmeßsystems die Arbeitsgenauigkeit der Servoregelkreise selbst geprüft. Nicht erfaßt werden solche mechanisch bedingten Ungenauigkeiten, die von der nicht zum Servoregelkreis gehörenden, externen Mechanik der Maschine, z. B. einer Werkzeughalterung, verursacht werden.
In Fällen, wo ein zusätzliches Interesse am Einfluß der außerhalb der Servoregelkreise 30, 40, 50 liegenden Mechanik 65 auf die Arbeitsgenauigkeit der Maschine besteht, ist es zweckmäßig, den erfindungsgemäß vorgeschlagenen Kreisformtest in Verbindung mit einem bekannten, mechanischen Kreisformtestverfahren, z.B. dem nach Knapp/Hrovat, durchzuführen. Letzterer schließt, wie in Figur 1 gezeigt, die externe Mechanik 65 mit ein. Durch einfachen Vergleich beider Testverfahren können deshalb Aussagen über die externe Mechanik gewonnen werden. Die Durchführung beider
Kreisformtestverfahren erfolgt zweckmäßig nacheinander, zum Zwecke des Besipiels sei angenommen, daß zuerst ein Test nach dem erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführt worden sei. Für das zweite Verfahren wird auf einem der Schlitten, in der Regel an der Spindel, der 2-D-Meßtaster befestigt. Anschließend führt die
Maschine wiederum dieselbe programmierte Kreisbahnbewegung R aus, die sie schon im Rahmen des vorher durchgeführten erfindungsgemäßen Kreisformtests ausgeführt hat. Die Kreisbahn R stimmt überein mit der Außenkontur des Kreisnormals 62. An dieser
Außenkontur liegt während der Maschinenbewegung der Meßtaster 61 an, der sich somit auf einer durch das Kreisnormal 62 definierten
Kreisbahn bewegt. Während der Maschinenbewegung erfaßt der
2-D-Taster die relativen Bewegungen zwischen Tastkopf 60 und
Meßtaster 61 und setzt sie in ein Ausgangssignal um. Da der Tastkopf
60 entlang der Istbahn, der Meßtaster 61 entlang der Sollkreisbahn, dem Kreisnormal 62, geführt wird, entspricht dieses Ausgangssignal der Kreisabweichung R. ein Signal E , welche in der Summierstelle
KN
63 voneinander subtrahiert werden. Δ R wird wiederum zweckmäßig auf dem Bildschirm 70 dargestellt. Zum besseren Verständis kann dem
Signal Δ R wieder, wie schon in der Beschreibung des erfindungsgemäßen Kreisformtests vorgeschlagen, ein Referenzsignal
R„ _ in Form einer Referenzkreisbahn hinzuaddiert bzw. von dieser Ref subtrahiert werden.
Zweckmäßig erfolgt die Bedienung der Diagnoseeinheit 20 mittels eines softwaremäßig realisierten Diagnosemenüs, welches insbesondere das Einstellen neuer Sollradien z.B. R , anderer Referenzradien
NC z.B. R , anderer Vergrößerungsfaktoren sowie Änderung des Ref
Drehsinns der Kreisbewegung und Vorgabe neuer
Kreisbahngeschwindigkeiten gestattet. Vorteilhaft ist ferner die Auswertung der mit dem Kreisformtest erhaltenen Ergebnisse softwaremäßig in der Diagnoseeinheit realisiert. Ausgewertet werden können z.B. die Kreisformabweichung, die Kreisabweichung, die Durchmesserabweichung sowie Umkehrspannen.