Pneumatische Bremsvorrichtung für einen Aufzeichnungsträger
Pneumatische Bremsvorrichtungen für einen Aufzeichnungsträger finden in ele trografischen Druck- oder Kopiergeräten Verwen- düng. Die in diesen Geräten verwendeten Aufzeichnungsträger bestehen meist aus Papier oder Kunststoffolien in Einzel¬ blatt- oder Bandform. Auf ihrem Weg durch das elektrografi- sche Druck- oder Kopiergerät werden die Aufzeichnungsträger zwischen Transportrollen über Gleitflächen transportiert. In einigen Fällen ist es erforderlich den Aufzeichnungsträger auf den Gleitflächen zu bremsen und ihn im Zusammenwirken mit den Transportrollen zu glätten. An solchen Stellen sind in den Gleitflächen Ansaugöffnungen vorgesehen, die mit einer unterdruckerzeugenden Einrichtung gekoppelt sind.
Ein Beispiel für eine derartige Anwendung ist die Fixierein¬ richtung eines elektrografischen Druck- oder Kopiergeräts. Dort muß ein mit Tonerbildern versehener Aufzeichnungsträger durch eine Fixierstation hindurchlaufen. Dabei wird das To¬ nerbild in den Aufzeichnungsträger eingeschmolzen. Eine sol- ehe, z.B. aus US-A-4 147 922 oder JP-Abstract Vol. 13, No. 120, März 24, 1989 (JP-A-63-292177) bekannte Fixierstation kann aus zwei Walzen - einer Fixierwalze und einer Andruck¬ walze - bestehen, von denen mindestens eine beheizt und eine motorisch angetrieben ist, und aus einer vor den Walzen ange- ordneten Vorheizeinrichtung, z.B. einem beheizbaren Sattel. Die . einwandfreie Funktion des Fixiervorgangs er ordert, daß der Aufzeichnungsträger eng an dem Vorwärmsattel anliegt. Da¬ zu muß der Aufzeichnungsträger über den Sattel gespannt wer¬ den. Um dies zu erreichen, kann vor dem Sattel, in Bewegungs- richtung des AufZeichnungsträgers gesehen, eine Bremsvorrich¬ tung vorgesehen werden.
Die Pneumatische Bremsvorrichtung hat in solchen Anwendungs¬ fällen den Vorteil, daß der Aufzeichnungsträger zum Bremsen an die Gleitfläche des Bremskörpers der Bremsvorrichtung an¬ gesaugt wird und damit die Bremsvorrichtung nur an einer Seite des AufZeichnungsträgers angreift. Die andere Seite des AufZeichnungsträgers, z.B. die Seite des Aufzeichnungsträ- gers, auf der die Tonerbilder angeordnet sind, wird von der Bremsvorrichtung nicht beeinträchtigt.
Aus US-A-4 173 301 ist eine Maßnahme bekannt, die Saugbreite der Gleitfläche einem Parameter, nämlich der Breite des Auf- zeichnungsträgers anzupassen. Dabei werden entsprechend der Breite des Aufzeichnungsträgers bestimmte Ansaugöffnungen in der Gleitfläche verschlossen, während die im Bereich des Auf- zeichnungsträgers befindlichen Ansaugöffnungen geöffnet blei- ben. Mit dieser Maßnahme wird sichergestellt, daß der fest eingestellte Wert des Unterdrucks, der mit Hilfe der unter- druckerzeugenden Einrichtung erzeugt wird, bei unterschiedli¬ chen Aufzeichnungsträgerbreiten eingehalten werden kann. Wei¬ tergehende, den Unterdruck betreffende Maßnahmen sind nicht vorgesehen.
Bezüglich der Gleitfläche des Vorwärmsattels einer Fixierein¬ richtung, ergeben sich spezielle Probleme. Bei den bekannten Fixiereinrichtungen ist man bisher davon ausgegangen, daß es notwendig ist, mit Hilfe des Vorheizsattels den in der Regel aus Papier bestehenden Aufzeichnungsträger sehr schnell über eine relativ kurze Strecke vorzuwärmen und dann über die Wal¬ zen das Tonerbild auf dem Aufzeichnungsträger zu fixieren. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß ein schnelles Aufheizen des AufZeichnungsträgers über eine kurze Strecke zu einer ho- hen Belastung des AufZeichnungsträgers führt. Diese Belastung äußert sich in einer Verformung, einer Versprödung oder Alte¬ rung des AufZeichnungsträgers. Aus Papier bestehende Auf¬ zeichnungsträger weisen außerdem einen ungleichmäßigen Was¬ serverlust beim Durchlauf durch die Fixierstation auf. Damit wird eine Nachyerarbeitung des AufZeichnungsträgers durch
Schneiden oder Sortieren erschwert bzw. es kommt zu einer un¬ gleichmäßigen Fixierung der Tonerbilder und damit zu einer Qualitätsverschlechterung des Druckes.
Abhilfe kann durch eine Verlangsamung des Aufheizens des Auf- Zeichnungsträgers erfolgen. Mit einer Verlangsamung des Auf- heizens einhergehend ist bei gleichbleibender Druckgeschwin¬ digkeit jedoch eine notwendige Verlängerung des Vorwärmsat¬ tels. Bei dieser Verlängerung des Vorwärmsattels ist es we¬ sentlich für einen guten Wärmeübergang zwischen Aufzeich- nungsträger und der Sattelgleitfläche zu sorgen. Ein guter Wärmeübergang wird nur dann erzielt, wenn ein unmittelbarer Kontakt zwischen Aufzeichnungsträger und Sattelgleitfläche hergestellt werden kann. Bei hohen Druckgeschwindigkeiten und bei der Verwendung von vorgefalteten bzw. ungleichmäßig dik- ken AufZeichnungsträgern kann es zu Flatterbewegungen des AufZeichnungsträgers im Bereich des Sattels kommen. Dadurch hebt der Aufzeichnungsträger partiell vom Sattel ab, was den Wärmeübergang verschlechtert.
Insbesondere Endlospapierdrucker müssen ein extrem großes Spektrum an AufZeichnungsträgern in Papierform verarbeiten können. Die Aufzeichnungsträger weisen z.B. ein Papierflä¬ chengewicht von 50 gr/qm bis 160 gr/qm auf. Es werden gestri¬ chene und ungestrichene Papiere, Recyclingpapiere, kunst¬ stoffbeschichtete Papiere, langfaserige und kurzfaserige Pa- piere usw. verarbeitet. Zudem kommen jährlich Papiersorten mit neuen Eigenschaften auf den Markt, die ohne Hardware-Ver¬ änderung von den Druck- oder Kopiergeräten optimal verarbei¬ tet werden müssen.
Das Material der Aufzeichnungsträger enthält verschiedene Be- standteile, die beim Erwärmen freigesetzt werden. Die in Form von Dampf oder Gas freigesetzten Bestandteile schlagen sich im Druck- oder Kopiergerät nieder und verursachen dort Stö¬ rrungen. Bei der Erwärmung von Papier wird z.B. Wasserdampf freigesetzt, der. Korrosion hervorrufen kann.
Ziel der Erfindung ist es, eine Pneumatische Bremsvorrichtung der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß es die Pneumatische Bremsvorrichtung ermöglicht, Aufzeichnungsträger mit unterschiedlichsten Parametern, wie Breite, Dicke und Be- schaffenheit sicher und zuverlässig zu behandeln.
Ein weiteres Ziel ist es, eine einer Fixiereinrichtung zuge¬ ordnete pneumatische Bremsvorrichtung für einen Aufzeich¬ nungsträger in einem Druck- oder Kopiererät so auszugestal¬ ten, daß es möglich ist, die Wirksamkeit der pneumatischen Bremsvorrichtung den Betriebsparametern, wie z.B. Fixiertem¬ peratur, Aufzeichnungsträgertransportgeschwindigkeit und den aufzeichnungsträgerspezifischen Parametern, wie Breite, Dicke und Beschaffenheit, so anzupassen, daß eine hohe Fixierquali¬ tät bei zuverlässiger Behandlung des AufZeichnungsträgers er- reicht wird.
Diese Ziele werden bei einer pneumatischen Bremsvorrichtung der genannten Art gemäß den Merkmalen des ersten oder zweiten Patentanspruchs ge1öst.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Un- teransprüchen angegeben.
In der Gleitfläche ist mindestens eine Ansaugöffnung angeord¬ net. Diese Ansaugöffnung wirkt sich zumindest auf den Bereich der Gleitfläche aus, der mit dem Aufzeichnungsträger in Be¬ rührung kommt. In der Gleitfläche können deshalb längs oder quer geführte schlitzförmige Vertiefungen vorgesehen sein, die in der Ansaugöffnung enden. Sind mehrere Ansaugöffnungen vorgesehen, dann können einer oder mehreren Ansaugöffnungen eine oder mehrere schlitzförmige Vertiefungen zugeordnet sein. Werden soviel Ansaugöffnungen vorgesehen, daß damit der gesamte genannte Bereich der Gleitfläche beeinflußbar ist, dann kann auf die schlitzförmigen Vertiefungen gänzlich ver¬ zichtet werden.
Die Ansaugδffnungen sind mit der Unterdruck erzeugenden Ein¬ richtung gekoppelt. Diese Kopplung kann durch Schläuche, durch Kanäle oder durch direktes Anflanschen der Unterdruck erzeugenden Einrichtung an den Ansaugöffnungen erfolgen. Die Luftfördermenge der Unterdruck erzeugenden Einrichtung ist mit Mitteln zum Verstellen des Unterdrucks steuerbar. Als Mittel eignen sich ein in seiner Drehzahl einstellbares Ge¬ bläse, ein zwischen Gebläse und Ansaugöffnungen geschaltetes Ventil, Drosselklappen und ähnliches. Diese Mittel können ma- nuell oder automatisch den Parametern des AufZeichnungsträ¬ gers angepaßt werden. Zu diesem Zweck ist eine Anordnung zur Einstellung des Unterdrucks vorgesehen. Ist diese Anordnung manueller Art, dann kann sie beispielsweise aus einem Hebel bestehen, der in verschiedene Drehpositionen gebracht werden kann, die jeweils einem speziellen Aufzeichnungsträger und dessen Parametern zugeordnet sind. Eine automatische Einstel¬ lung kann beispielsweise durch einen elektromagnetischen oder elektromotorischen Antrieb der Mittel zum Verstellen erfol¬ gen, wobei für diesen Antrieb eine Steuereinheit vorgesehen ist, die aufgrund ihr zugeführter Parameter des Aufzeich- nungsträgers den Elektromagnet oder Elektromotor so ansteu¬ ert, daß sich der gewünschte Unterdruck einstellt.
Ist die pneumatische Bremsvorrichtung einer Fixiereinrichtung zugeordnet, dann besteht ihre Gleitfläche aus einer dem Vor- wärmsattel zugeordneten Sattelgleitfläche und einer dem Bremskörper zugeordneten Bremsgleitfläche. Der Bremskörper dient dabei der Straffung des AufZeichnungsträgers vor dem Fixiervorgang. Knitter- und Faltenbildung des Aufzeichnungs- trägers werden vermieden.
Der dem Bremskörper in Aufzeichnungsträgerlaufrichtung nach¬ folgende Vorwärmsattel erwärmt den Aufzeichnungsträger so, daß ein optimales Fixierergebnis erzielbar ist. Um einen op¬ timalen Kontakt zwischen der Gleitfläche im Bereich des Vor¬ wärmsattels und dem Aufzeichnungsträger herzustellen, ist die Gleitfläche im Bereich des Vorwärmsattels radial ausgeformt.
Diese radiale Ausformung sorgt über die gesamt Sattellänge für eine Kraftkomponente, die den Aufzeichnungsträger gegen die Sattelgleitfläche drückt. Diese Kraftkomponente wird zu¬ sätzlich durch die Ansaugöffnungen in der Sattelgleitfläche unterstützt. Auch hier ist gewährleistet, daß über schlitz¬ förmige Vertiefungen oder über eine genügende Anzahl von An¬ saugöffnungen der Aufzeichnungsträger in seiner gesamten über der Sattelgleitfläche befindlichen Erstreckung von der Sog¬ wirkung der Unterdruck erzeugenden Einrichtung beeinflußt wird. Damit wird zusätzlich ein guter Kontakt zwischen Auf¬ zeichnungsträger und Gleitfläche hergestellt. Dieser gute Kontakt wird unabhängig von Betriebsparametern, wie der Druckgeschwindigkeit, Fixiertemperatur etc. und den Parame¬ tern des AufZeichnungsträgers erreicht.
Maßgeblich an diesem Ergebnis beteiligt, sind die Mittel zum Verstellen des Unterdrucks und die Anordnung, die die Be¬ triebsparameter und/oder die Parameter des Aufzeichnungsträ¬ gers erfaßt und in Abhängigkeit davon die Mittel ansteuert. Erst dadurch wird es möglich, individuell jeden Druck- oder Kopierauftrag zuverlässig durchzuführen, obwohl unterschied¬ liche Aufzeichnungsträger verarbeitet werden.
Besonders vorteilhaft ist die Verwendung eines Ventils als Mittel zum Verstellen des Unterdrucks, das zwischen der Un¬ terdrückerzeugenden Einrichtung und der oder den Ansaugöff- nungen angeordnet ist. Mit Hilfe des Ventils ist es möglich, innerhalb kürzester Zeit den Unterdruck zu verstellen oder die unterdruckerzeugende Einrichtung von den Ansaugöffnungen zu entkoppeln. Die Ausgestaltung des Ventils mit einem Ven¬ tilkanal und einem im Ventilkanal angeordneten Drehkolben, der bei einer Drehung eine wirksame Ventilkanalquerschnitts- flache des Ventilkanals beeinflußt, wobei der Drehkolben eine Querschnittsform aufweist, die derart bestimmt ist, daß sich bei einer Drehung des Drehkolbens der Unterdruck etwa linear zum Drehwinkel ändert, macht das Ventil besonders einfach re- gulierbar.
Die Querschnittsform des Drehkolbens weist gemäß einer beson¬ deren Ausgestaltung in seinem im Ventilkanal befindlichen Ab¬ schnitt einen Querschnitt auf, der mindestens eine Abflachung oder Vertiefung enthält. Zusätzlich ist der Querschnitt des Ventilkanals im Bereich des Drehkolbens derart ausgeformt, daß bei Drehung des Drehkolbens die wirksame Ventilkanalquer- schnittsfläche des Ventilkanals in einem ersten Winkelab¬ schnitt die Form eines auf seiner Schmalseite stehenden Rechtecks, in einem zweiten Winkelabschnitt die Form eines Trapezes und in einem dritten Winkelabschnitt die Form eines auf seiner Breitseite stehenden Rechtecks aufweist. Die kurze Seite des Trapezes ist dabei mit einer Schmalseite des erstgenannten Rechtecks und die lange Seite des Trapezes ist mi einer Breitseite des zweitgenannten Rechtecks unmittelbar gekoppelt. Durch die so ausgestalteten Querschnitt des Ven¬ tilkanals und des Drehkolbens wird die lineare Abhängigkeit des Unterdrucks zum Drehwinkel erreicht.
Der Ventilkanal weist im Bereich des Drehkolbens eine Umge¬ bungsöffnung auf. Mit Hilfe des Drehkolbens kann dadurch wahlweise eine Verbindung der Ansaugöffnungen mit der Umge¬ bung oder mit der unterdruckerzeugenden Einrichtung geschal¬ tet werden. Dieses Umschalten kann in kürzester Zeit erfol¬ gen. Dies ist besonders dann erforderlich, wenn der Druckbe¬ trieb unterbrochen oder die Aufzeichnungsträgertransportrich- tung geändert wird.
Die Anordnung zum Einstellen des Unterdrucks weist eine Para¬ metererfassungseinheit auf, mit deren Hilfe die aufzeich- nungsträgerspezifischen Daten erfaßt werden können. Diese Da¬ tenerfassung kann manuell durch Tasteneingabe, halbautoma- tisch durch einen Barcodelesestift oder vollautomatisch durch eine Barcodeleseeinrichtung, die so im Druck- oder Kopierge¬ rät angeordnet ist, daß sie einen auf dem Aufzeichnungsträger oder auf einer Verpackung dieses Aufzeichnungsträgers aufge¬ brachten Barcύde lesen kann.
Der Anordnung zur Einstellung des Unterdrucks sind ferner ein mit dem Drehkolben gekoppelter Motor, in Drehkolbenumgebung angeordnete, jeweils einer Drehposition zugeordnete Positi¬ onssensoren und eine mit den Komponenten der Anordnung zur Einstellung des Unterdrucks gekoppelte Steuereinheit zugeord¬ net. Die Steuereinheit ist in der Lage, den Motor so zu steu¬ ern, daß der Drehkolben in eine, den erfaßten Parametern zu¬ gehörige Drehposition gelangt, die zwischen oder auf den durch die Positionssensoren markierten Drehpositionen liegt.
Zwischen dem Ventil und den Ansaugöffnungen ist ein Drucksen¬ sor vorgesehen, der mit der Steuereinheit gekoppelt ist. Mit Hilfe dieses Drucksensors ist die Steuereinheit in der Lage, den tatsächlich erreichten Ist-Unterdruck zu erfassen und mit dem den erfaßten Parametern zugeordneten So11-Unter ruck zu vergleichen. Wenn sich eine Ungleichheit herausstellt, kann die Steuereinheit den Motor entsprechend so ansteuern, daß Ist-Unterdruck und Soll-Unterdruck identisch sind.
Der Vorwärmsattel weist mehrere Heizzonen mit in Aufzeich¬ nungsträgerlaufrichtung ansteigender Temperatur auf. Damit wird eine gleichmäßige Energiezufuhr an den Aufzeichnungsträ¬ ger erreicht, wodurch der Aufzeichnungsträger nur gering be¬ lastet wird. Zur Kontakterhöhung des AufZeichnungsträgers mit der Sattelgleitfläche ist die Sattelgleitfläche in Aufzeich¬ nungsträgerlaufrichtung konvex gekrümmt. Auf der der Sattel- gleitfläche gegenüberliegenden Seite des Vorwärmsattels ist mindestens ein Unterdruckkanal in Aufzeichnungsträgerlauf¬ richtung vorgesehen. In diesen Unterdruckkanal münden eine Vielzahl von Ansaugöffnungen. Der Unterdruckkanal kann am Sattelrand oder in jeder möglichen Zwischenposition zwischen den beiden Rändern angeordnet sein. Dei Anzahl der Unter¬ druckkanäle ist der benötigten Luftförderleistung angepaßt.
Die Ansaugöffungen münden in sich quer zur Aufzeichnungsträ¬ gerlaufrichtung erstreckenden schlitzförmigen Vertiefungen in der Sattelgleitfläche. Dadurch wird erreicht, daß der Auf-
zeichnungsträger nicht nur punktuell, sondern großflächig auf die Satteloberfläche gesaugt wird. Die schlitzförmigen Ver¬ tiefungen können dabei gerade oder gekrümmt sein und können ebenso parallel zueinander verlaufen oder unregelmäßige Ab- stände zueinander entlang ihrer Ausbreitung haben.
Das Ventil ist unmittelbar mit dem Bremskörper gekoppelt, während die Unterdruckkanäle mittelbar Über den Bremskörper mit dem Ventil gekoppelt sind. Durch diese Anordnung kann aus dem, im Bremskörper vorherrschenden Unterdruck auf den Unter- druck in den Unterdruckkanälen geschlossen werden. Es genügt demzufolge, den Sollunterdruck im Bremskörper mit Hilfe des Drucksensors zu ermitteln, um den Ist-Unterdruck sowohl im Bremskörper als auch in den Unterdruckkanälen festzustellen. Ferner kann eine im Bremskörper vorgesehene Anpassvorrichtung zur Anpassung der wirksamen Breite des Bremskörpers an die tatsächliche Breite des AufZeichnungsträgers zusätzlich zum Öffnen oder Verschließen von Unterdruckkanälen verwendet wer¬ den.
Die unterdruckerzeugende Einrichtung enthält ein Luftfilter, das das Druck- oder Kopiergerät vor Verunreinigungen schützt, die von den AufZeichnungsträgern abgesaugt werden. Bei zuneh¬ mender Verschmutzung des Luftfilters nimmt die Luftförderlei¬ stung der unterdruckerzeugenden Einrichtung ab. Entsprechend der Förderleistungsabnahme vergrößert die Steuereinheit die wirksame Ventilkanalquerschnittsflache. Mit Erreichen der ma¬ ximalen Ventilkanalquerschnittsfläche veranlaßt die Steuer¬ einheit eine Signalisierung, wonach das Filter der unter¬ druckerzeugenden Einrichtung gereinigt oder gewechselt werden muß.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Ansaugens des Aufzeich¬ nungsträgers auf die Satteloberfläche ist neben der Optimie¬ rung des Wärmeübergangs zwischen Vorwärmsattel und Aufzeich¬ nungsträger, das Absaugen von bei der Erwärmung des Aufzeich- nungsträgers freiwerdenden Gasen und Dämpfen. Schädliche Ein-
flüsse dieser Gase und Dämpfe innerhalb des Druck- oder Ko¬ piergerätes werden verhindert.
Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeichnungen dar¬ gestellt und werden im folgenden beispielsweise näher be- schrieben. Dabei zeigen
Figur 1 eine schematische Darstellung einer pneumatischen Bremsvorrichtung, bestehend aus einem einer Fixiereinrichtung zugeordneten Vorwärmsattel mit Ansaugöffnungen, dem ein Bremskörper vorgelagert ist,
Figur 2 ein Blockschaltbild einer Anordnung zum Einstellen des Unterdrucks in einer pneumatischen Bremsvorrichtung gemäß Figur 1,
Figur 3 eine Ansicht auf die mit den Ansaugöffnungen verbind¬ bare Seite eines der pneumatischen Bremsvorrichtung zugeord- neten Ventils ,
Figur 4.1 bis 4.3 eine Schnittdarstellung des entlang der in Figur 3 angegebenen Schnittlinie geschnittenen Ventils mit verschiedenen Drehpositionen eines im Ventil angeordneten Drehkolbens und
Figur 5 zwei Unterdruck-/Drehwinkel-Kennlinienverläufe, die sich bei unterschiedlichen wirksamen Ventilkanalquerschnitts- flachen einstellen.
Ein elektrografisches Druck- oder Kopiergerät zum Bedrucken von AufZeichnungsträgern in Form von Einzelblatt oder Endlos- papier enthält eine Fixiereinrichtung. Diese Fixiereinrich¬ tung ist als Thermodruckfixiereinrichtung ausgebildet. Die Thermodruckfixiereinrichtung enthält im wesentlichen eine Heizwalze und eine Andruckwalze (nicht dargestellt) und einen Vorwärmsattel (20,21). Die Heizwalze wird elektromotorisch angetrieben, so daß der zwischen Andruckwalze und Heizwalze
befindliche Aufzeichnungsträger in Aufzeichnungsträgerlauf- richtung 9 transportiert wird.
Der Fixiereinrichtung gemäß Figur 1 ist in Aufzeichnungsträ¬ gerlaufrichtung 9 ein Bremskörper 10 vorgelagert. Die Ober- fläche des Bremskörpes 10 bildet eine Bremsgleitfläche 23.2 und die Oberfläche des aus einem ersten Vorwärmsattel 20 und einem nachfolgenden zweiten Vorwärmsattel 21 bestehenden Vor¬ wärmsattels bildet eine Sattelgleitfläche 23.1. Sattelgleit¬ fläche 23.1 und Bremsgleitfläche 23.2 bilden die Gleitfläche 23, über die der Aufzeichnungsträger gezogen wird. Der be¬ heizte Vorwärmsattel 20, 21 ist radial ausgeformt und dient zum Vorwärmen des AufZeichnungsträgers. Dieser wird im vorge¬ wärmten Zustand dem eigentlichen Fixierspalt zwischen der An¬ druckwalze und der Heizwalze zugeführt. Gebremst durch den Bremskörper 10 und angetrieben über die Walzen wird der Auf¬ zeichnungsträger straff über den Vorwärmsattel 20, 21 ge¬ führt. Ein auf dem Aufzeichnungsträger befindliches loses Tonerbild wird auf dem Vorwärmsattel 20, 21 vorgewärmt und durch Wärme und Druck zwischen den Walzen auf dem Aufzeich- nungsträger fixiert.
Die beiden in Aufzeichnungsträgerlaufrichtung hintereinander geschalteten, beheizten Vorwärmsättel 20,21, sind um einen Drehpunkt 22 schwenkbar miteinander verbunden. Der erste Vor¬ wärmsattel 20 und der zweite Vorwärmsattel 21 bilden in Auf- zeichnungsträgerlaufrichtung 9 gesehen zwei getrennte HeizZo¬ nen. Die gesamte Vorheizstrecke hat dabei eine Länge von etwa 500 bis 700 mm. Der Aufzeichnungsträger gleitet bei der Vor¬ wärmung mit seiner tonerfreien Seite auf der Gleitfläche 23.
Um zwischen der Sattelgleitfläche 23.1 und dem Aufzeichnungs- träger einen guten Kontakt herzustellen und damit die Tempe¬ raturdifferenz klein zu halten, hat die Sattelgleitfläche 23.1 einen Radius, der bei dem dargestellten Beispiel 700 mm beträgt. Durch die Krümmung der Sattelgleitfläche 23.1 in Verbindung mit dem Zug durch die Walzen und das Abbremsen
durch den Bremskörper 10 wirkt über die gesamte Sattellänge eine Kraftkomponente, die den Aufzeichnungsträger an die Sat¬ telgleitfläche 23.1 drückt.
Wie außerdem in Figur 1 zu erkennen ist, weist die Sattel- gleitfläche 23.1 quer zur Aufzeichnungsträgerlaufrichtung 9 längliche, parallel zueinander geführte, schlitzförmige Ver¬ tiefungen 24 auf, die sich annähernd über die gesamte Breite der Vorwärmsättel 20,21 erstrecken. Die schlitzförmigen Ver¬ tiefungen 24 sind durch als seitliche Bohrungen ausgebildete Ansaugöffnungen 19 mit beidseitig unterhalb der Vorwärmsättel 20,21 angeordneten Unterdruckkanälen 11,12 verbunden. Die Unterdruckkanäle 11,12 erstrecken sich in Aufzeichnungsträ¬ gerlaufrichtung 9. Ihr der Fixiereinrichtung zugewandtes Ende ist verschlossen. Das andere Ende mündet im Bremskörper 10.
Der Bremskörper 10 ist als Hohlkörper ausgebildet. Seine zum Aufzeichnungsträger gewandte Seite bildet gemeinsame mit den Vorwärmsätteln 20,21 die Gleitfläche 23. Von der Bremsgleit¬ fläche 23.2 in den Hohlraum des Bremskörpers 10 sind eine Vielzahl von Ansaugöffnungen 18 in Form von Bohrungen einge- bracht.
Am Bremskörper 10 ist seitlich, in Aufzeichnungsträgerlauf¬ richtung 9 gesehen, ein Ventil 1 angeflanscht. Das Ventil 1 ist über einen Gebläsekanal 16 mit einem Gebläse 17 verbun¬ den. Mit Hilfe des Ventils 1 kann der vom Gebläse 17 erzeugte Unterdruck den vorliegenden Betriebsparametern im Druck- oder Kopiergerät angepaßt werden. Zu den Betriebsparametern zählen Aufzeichnungsträgerspezifische Parameter wie Breite, Dicke und Beschaffenheit sowie Fixiertemperatur, Aufzeich¬ nungsträgergeschwindigkeit, Stand-By-Betrieb etc.
Eine Erstreckung der Saugwirkung über die gesamte Gleitfläche 23, also auch über den Bereich der Vorwärmsättel 20,21 ermög¬ licht nicht nur ein zuverlässiges Anschmiegen des Aufzeich¬ nungsträgers an die Gleitfläche 23 im Bereich der Vorwärmsät-
tel 20,21, sondern auch ein Absaugen eines bei der Erwärmung des AufZeichnungsträgers freiwerdenden Gases. Wenn als Auf¬ zeichnungsträger Papier verwendet wird, wird bei der Erwär¬ mung Wasserdampf frei, der, wenn er nicht abgesaugt wird, zur Korrosion innerhalb des Druck- oder Kopiergeräts führen kann.
Das Druck- oder Kopiergerät soll eine Vielzahl von Aufzeich¬ nungsträgern verarbeiten können. Um Flattern, Reißen und Knittern des AufZeichnungsträgers zu vermeiden, kann mit Hilfe des Ventils 1 der Unterdruck verändert werden. Eine weitere Verstellmöglichkeit kann vorgesehen werden, um eine Anpassung an unterschiedliche Aufzeichnungsträgerbreiten zu verbessern. Bei Verwendung eines schmalen AufZeichnungsträ¬ gers werden die vom Ventil 1 weiter entfernt liegenden An¬ saugöffnungen 18,19 nicht mehr vom Aufzeichnungsträger abge- deckt. Die Sogwirkung auf den Aufzeichnungsträger verringert sich dadurch. In US-A-4 173 301 ist aufgezeigt, wie durch ei¬ nen Schieber oder durch Lochblenden nicht benötigte Ansaug¬ öffnungen 18 verschlossen werden können. Solche Vorrichtungen kann auch der Gegenstand der Erfindung beinhalten. Zusätz- lieh können Klappen, Schieber oder Lochblenden vorgesehen sein, die einen der beiden in den Bremskörper 10 mündenden Unterdruckkanäle 11,12 bei Bedarf bremskörperseitig ver¬ schließen.
Das als Mittel zum Verstellen des Unterdrucks dienende Ventil 1 ist mit einer Anordnung, die Betriebsparameter des Druck¬ oder Kopiergeräts und/oder Parameter des AufZeichnungsträgers erfaßt und in Abhängigkeit davon das Ventil ansteuert, gekop¬ pelt. Das Ventil 1 ist mit Hilfe eines Motors 6 verstellbar. Der Motor 6 wird gemäß Figur 2 von einer Steuereinheit 25 an- gesteuert. Die Steuereinheit 25 weist verschiedene Eingänge 28, 29, 34 auf:
An einen ersten Eingang 28 ist eine Parametererfassungsein¬ heit 27 gekoppelt. Die Komponenten der Parameterfassungsein- -heit 27 sind in Figur 2 in Form von Blöcken dargestellt. Die
Parametererfassungeinheit 27 dient in diesem Beispiel der Er¬ fassung der Parameter des AufZeichnungsträgers. Die Parame¬ tererfassungseinheit 27 kann jedoch beliebig ausgebaut wer¬ den, so daß sie auch zur Erfassung und Auswahl von Betriebs- parametern, wie z.B. Fixierenergie, Druckgeschwindigkeit, Druckbetrieb allgemein, Stand-By-Betrieb usw. herangezogen werden kann. Die aufzeichnungsträgerspezifischen Kenndaten, wie Papierflächengewicht, Papiersorte oder andere, die Struk¬ tur des AufZeichnungsträgers kennzeichnende Daten, können er- faßt werden, um daraus Regelsollwerte für den Unterdruck ab¬ leiten zu können.
Ein wesentliches aufzeichnungsträgerspezifischeε Kenndatum ist insbesondere das Papierflächengewicht. Dieses kann in folgender Weise erfaßt und eingegeben werden:
a) manuelle Eingabe des Papierflächengewichts:
Der Parametererfassungseinheit 27 kann eine Tastatur 35 zuge¬ ordnet sein, über die das Papierflächengewicht alphanumerisch eingegeben wird. Das Papierflächengewicht ist in der Regel auf der Aufzeichnungsträgerverpackung aufgedruckt.
b) Halbautomatische Eingabe des Papierflächengewichts:
Der Parametererfassungseinheit 27 kann ein Codelesestift 36 zugeordnet sein, über den eine Bedienperson einen auf der Verpackung des AufZeichnungsträgers aufgedruckten Barcode er¬ faßt und auf diese Weise die erforderliche Information ein- gibt.
c) Automatische Eingabe des Papierflächengewichts: cl) Ist beispielsweise am Boden der Verpackung des Aufzeich¬ nungsträgers ein Barcode aufgedruckt, so kann im Bereich der Aufnahmeplattform für den Aufzeichnungsträger im Drucker eine automatische Barcode- oder OCR-Leseeinrichtung 36 angeordnet sein, die die auf der Verpackung des AufZeichnungsträgers aufgedruckten Daten automatisch erfaßt.
c2) Die Papierdicke ist proporional zum Papierflächengewicht. Deshalb ist es möglich, durch Erfassen der Papierdicke das Papierflächengewicht zu bestimmen. Die Parametererfassungs¬ einheit 27 kann deswegen mit einer Dickenmeßeinrichtung 37 verbunden sein, mit der es möglich ist, die Papierdicke zu erfassen. Diese Einrichtung kann z.B. aus einer Meßeinrich¬ tung bestehen, die optisch, mechanisch oder kapazitiv die Pa¬ pierdicke erfaßt. Derartige Meßeinrichtungen zur Erfassung der Materialstärke sind in der Meßtechnik bekannt. Sie kann z.B. aus zwei Fühlelementen bestehen, zwischen denen das Pa¬ pier angeordnet wird, wobei eine dickenabhängige Wegänderung der Meßstrecke induktiv, kapazitiv oder über Dehnungsme߬ streifen erfaßt wird. Eine derartige, die Papierdicke erfas¬ sende Einrichtung kann im Papiereinlaufbereich der Druckein- richtung vorgesehen sein.
Über einen zweiten Eingang 29 ist die Steuereinheit 25 mit einer Zusatzeingabeanordnung 38 verbunden. Die Zusatzeingabe¬ anordnung 38 kann in Form eines Personalcomputers PC reali¬ siert sein. Mit Hilfe der Zusatzeingabeeinrichtung 38 können Algorithmen oder Tabellen zur Soll-Unterdruckermittlung er¬ stellt oder verändert und anschließend in einem in der Steu¬ ereinheit 25 enthaltenen Speicher M abgelegt werden. Dies ist immer dann erforderlich, wenn zu einem Papierflächengewicht kein zugehöriger So11-Unterdruck bekannt oder errechenbar ist, oder sich ein bekannter Soll-Unterdruck als fehlerhaft herausste1lt.
Über einen dritten Eingang 34 sind ein Drucksensor 26 und zwei Positionssensoren 13, 14 mit der Steuereinheit 25 gekop¬ pelt. Diese Sensoren liefern der Steuereinheit 25 Infoπαatio- nen darüber, in welcher Drehposition sich der Drehkolben 3 befindet und welcher Unterdruck vorherrscht.
Als zentrales Element enthält die Steuereinheit 25 einen Mi¬ kroprozessor μP der die von der Parametererfassungseinheit 27 und den Sensoren 13, 14, 26 gelieferten Informationen aus-
wertet und abhängig von diesen Informationen den Motor 6 an¬ steuert.
Zur Ansteuerung des Motors 6 weist die Steuereinheit einen Leistungsblock 40 auf. Der Leistungsblock 40 kann beispiels- weise ein D/A-Wandler sein, dessen Ausgangstreiber so ausge¬ staltet ist, daß er genügend Leistung liefert, um den Motor 6 zu steuern.
Die Sensoren 13, 14, 26 liefern ihre Informationen über den dritten Eingang 34 an einen in der Steuereinheit enthaltenen Wandlerblock 39. Der Wandlerblock 39 ist beispielsweise durch einen A/D-Wandler mit den Sensoren angepaßten Eingangsteiber- stufen ausgestattet. Der Wandlerblock 39 setzt die analogen Sensoreninformationen in für den Mikroporzessor μP verarbeit¬ bare digitale Informationen um.
Die Steuereinheit 25 enthält weiterhin den Speicher M. Der Mikroprozessor μP ist direkt mit dem Speicher M verbunden. Im Speicher M sind Tabellen oder Algorithmen abgelegt, mit deren Hilfe der Mikroprozessor μP aus den von der Parametererfas¬ sungseinheit 27 gelieferten Daten, nämlich dem Papierflächen- gewicht, den Soll-Unterdruck ermittelt. Mit Hilfe der Algo¬ rithmen errechnet der Mikroprozessor μP den So11-Unterdruck. Mit Hilfe der Tabellen liest der Mikroprozessor μP aus ein¬ zelnen Speicherzellen der Tabellen den dem Papierflächenge¬ wicht zugeordneten Soll-Unterdruck aus.Der Soll-Unterdruck wird in einer Speicherzelle abgelegt und mit einem vom Druck¬ sensor 26 (siehe Figur 1) gelieferten Ist-Unterdruck vergli¬ chen.
Eine Abweichung des Ist-Unterdrucks vom Soll-Unterdruck er¬ gibt sich aufgrund einer Störgröße 15. Die Störgröße 15 sy - bolisiert beispielsweise Einflüsse, die sich aus Abweichungen von der Papierbreite, der Papieroberflächenbeschaffenheit oder einer variierenden Druckgeschwindigkeit ergeben. Der Drucksensor 26 ist über einen Schlauch 30 mit dem Bremskörper
10 verbunden. Durch Verwendung des Schlauchs 30 wird es mög¬ lich, den Drucksensor 26 an beliebiger Stelle innerhalb des Druck- oder Kopiergeräts anzuordnen.
Figur 3 zeigt eine Ansicht des Ventils 1 auf die mit dem Bremskörper 10 verbundene Seite. Je ein Schnittbild entlang der gekennzeichneten Linie zeigen die Figuren 4.1 bis 4.3. Das Ventil 1 besteht im wesentlichen aus einem Ventilkanal 2, von dem ein Ende über den Gebläsekanal 16 mit dem Gebläse 17 verbunden ist und dessen anderes Ende am Bremskörper 10 ange- flanscht ist. Der Querschnitt dieses Ventilkanals 2 bestimmt den bei konstanter Gebläseleistung an der Gleitfläche 23 er¬ zeugbaren Unterdruck. Durch Verändern dieses Querschnitts kann entsprechend der Unterdr ck verändert werden.
Der Ventilkanal 2 wird quer von einem Drehkolben 3 durchdrun- gen. Dieser ist kreiszylindrisch ausgeformt und an beiden En¬ den im Gehäuse des Ventils 1 um seine Achse drehbar gelagert. Der im Ventilkanal 2 befindliche Teil des Drehkolbens 3 weist eine Abflachung und Vertiefung 4 des Kolbenquerschnitts auf. Würde diese Abflachung und Vertiefung 4 fehlen, dann würde der Drehkolben 3 den Ventilkanal 2 luftdicht verschließen.
Der Drehkolben 3 verschließt eine weitere Ventilöffnung. Im Bereich des Drehkolbens 3 weist das Ventil 1 eine vom Ventil¬ kanal 2 ausgehende, nach außen führende Umgebungsöffnung 8 auf. Durch die Vertiefung und Abflachung 4 im Drehkolben 3 kann bei Drehung des Drehkolbens 3 die Umgebungsöffnung 8 zum Ventilkanal 2 hin geöffnet werden.
Die Figuren 4.1 bis 4.3 zeigen nun verschiedene Drehpositio¬ nen des Drehkolbens 3. In der in Figur 4.1 dargestellten er¬ sten Drehposition werden die Unterdruckkanäle der Vorwärmsät- tel 20,21 und des Bremskörpers 10 über die Umgebungsöffnung 8 mit der Umgebungsluft verbunden. Diese Stellung dient der Funktionssicherheit des Druck- oder Kopiergeräts bei Vorlie¬ gen bestimmter Betriebsparameter. Beispielsweise muß in einem
Betriebszustand, bei dem ein Rücktransport des Aufzeichnungs- trägers entgegen der eigentlichen Aufzeichnungsträgerlauf¬ richtung 9 erforderlich wird, innerhalb von einigen Millise¬ kunden der Unterdruck abgeschaltet werden. Dies ist durch Drehen des Drehkolbens 3 in die Position 1 möglich. Die Stel¬ lung der Position 1 nimmt der Drehkolben 3 auch ein, wenn sich das Druck- oder Kopiergerät in einen Papierbetrieb oder einen Papier-Positionierbetrieb gelangt.
In Figur 4.2 ist eine zweite Drehposition des Drehkolbens 3 dargestellt. In dieser Drehposition sind sämtliche Öffnungen des Ventils 1 voneinander entkoppelt. Der Drehkolben 3 dich¬ tet den Ventilkanal 2 sowohl zu den Unterdruckkanälen 20,21, zur Umgebungsöffnung 8 und zum Gebläse 17 hin ab. Diese zwei¬ te Position verdeutlicht, wie die Größe und Abmessung der Ab- flachung und Vertiefung im Drehkolben 3 zu bemessen ist. Ein Ansaugen von Luft aus der Umgebungsöffnung 8 ist damit wirk¬ sam verhindert.
In Figur 4.3 ist eine dritte Drehposition des Drehkolbens 3 dargestellt. In dieser dritten Drehposition ist der wirksame Querschnitt des Ventilkanals am größten. In allen zwischen der zweiten Drehposition und der dritten Drehposition liegen¬ den weiteren Drehpostionen des Drehkolbens 3 vergrößert sich die wirksame Querschnittsfläche des Ventilkanals 2.
Der Drehkolben 3 wird, wie in Figur 3 dargestellt, durch ei- nen Motor 6, der mit dem Drehkolben 3 über eine Kupplung 5 verbunden ist, verstellt. Eine Drehung des Motors 6 bewirkt eine Drehung des Drehkolbens 3. Dabei verändert sich die wirksame Querschnittsfläche des Ventilkanals 2. Diese wirksa¬ me Querschnittsfläche kann unterschiedliche Grundformen auf- weisen. Es hat sich bei Verwendung eines rechteckigen ersten Querschnitts 31 (siehe Figur 5) gezeigt, daß bei Verdrehen des Drehkolbens 3 - beginnend bei der zweiten Position - um etwa 45* - zur dritten Position - keine lineare Abhängigkeit zwischen Drehwinkel und erzeugtem Unterdruck besteht. Diese
Abhängigkeit ist in Figur 5 aufgezeigt. Durch diese Nichtli- nearität wird die Einstellung des Unterdrucks und die An- steuerung des Motors 6 ungenau und erschwert.
Abhilfe schafft ein zweiter Ventilkanalquerschnitt 32, der in einem ersten Winkelabschnitt durch ein auf seiner Schmalseite stehendes Rechteck, in einem zweiten Winkelabschnitt durch ein Trapez und in einem dritten Winkelabschnitt durch den auf seiner Breitseite stehendes Rechteck gebildet ist. Bei einer Drehung des Drehkolbens 3 nimmt im ersten Winkelabschnitt die wirksame Ventilkanalquerschnittsflache stetig 32 gering zu. Im zweiten kurzen Winkelabschnitt geht die Ventilkanalquer- schnittsfläche stetig über zum dritten Winkelabschnitt mit stetig großer Ventilkanalquerschnittsflächenzunahme. Wie in Figur 5 dargestellt, wird dadurch der Unterdruck nahezu li- near zum Drehwinkel des Drehkolbens 3 veränderbar. Eine gleichmäßige gute Dosierbarkeit des Unterdrucks und eine ver¬ einfachte Ansteuerung des Motors 6 wird damit ermöglicht.
Auf der der Kupplung 5 gegenüberliegenden Seite des Drehkol¬ bens 3 ist in der Nähe des Umfangs ein Magnet 7 am Drehkolben 3 befestigt. Diesem Ende des Drehkolbens 3 gegenüberliegend sind zwei Positionssensoren 13,14 angeordnet. Der Magnet 7 und ein erster Positionssensor überdecken sich bei Position 1 des Drehkolbens 3. Ein zweiter Positionssensor 14 und der Ma¬ gnet 7 überdecken sich bei Position 3 des Drehkolbens 3. Die Positionssensoren 13,14 sind mit über den dritten Eingang 34 mit dem Wandlerblock 39 der Steuereinheit 25 verbunden.
Durch diese Sensoren 13,14 ist es der Steuereinheit 25 mög¬ lich, vor dem Druck- oder Kopierbetrieb in bestimmte Grund¬ stellungen zu steuern. Es gibt Betriebszustände, in denen eine Regelung des Unterdrucks nicht möglich ist. Im Stand-By- Betrieb muß der Unterdruck vermindert werden, da sich anson¬ sten die Papierbahn wölbt und der Unterdruck durch die Leck¬ luft zusammenbricht.. Daher speichert die Steuereinheit 25 •die letzte Regelposition, indem sie die Zeit mißt, bis der
Drehkolben 3 aus der letzten Regelposition in die erste Posi¬ tion gefahren ist und fährt dann beim nächsten Druckstart die gleiche Zeit in die andere Richtung und bleibt in dieser wie¬ der eingenommenen letzten Regelposition, zunächst ohne zu regeln. Bei Dauerbetrieb wird die Regelung wieder gestartet.
Im Start-Stop-Betrieb ist die zu Verfügung stehende Regelzeit zu kurz. Bis sich ein konstanter Druck aufgebaut hat schaltet das Gerät möglicherweise bereits wieder in den Stop-Modus. Daher wird der Drehkolben 3 in dieser Betriebsart ebenfalls immer in eine Position gesteuert, die wiederum durch eine be¬ stimmte Einschaltzeit des Motors 6 definiert ist. Die Rege¬ lung erfolgt erst nach ca. 2 see. Druckbetrieb.
Der zweite Sensor 14 für die dritte Drehposition des Drehkol¬ bens 3 wird zur Überwachung eines Staubfilters 33 benutzt. Das Staubfilter 33 befindet sich auf der Blasseite des Geblä¬ ses 17 und verhindert, daß angesaugter Papierstaub in die Um¬ gebung gelangt. Je voller das Filter 33 ist, desto weiter muß die wirksame Ventilkanalquerschnittsflache vergrößert werden, um den erforderlichen Druck zu erreichen. Fährt der Drehkolben 3 in die dritte Position, dann wird durch eine An¬ zeige am Druck- oder Kopiergerät ein Filterwechsel angefor¬ dert.
Bezugszeichenliste
1 = Ventil
2 = Ventilkanal
3 = Drehkolben
4 = Abflachung / Vertiefung
5 = Kupplung
6 = Motor
7 = Magnet
8 = Umgebungsöffnung
9 = Aufzeichnungsträgerlaufrichtung
10 = Bremskörper
ERSATZBLATT
11 = Unterdruckkanal
12 = Unterdruckkanal
13 = erster Positionssensor
14 = zweiter Positionssensor
15 = Störgröße
16 - Gebläsekanal
17 = Gebläse
18 = Ansaugöffnung
19 - Ansaugöffnung
20 = erster Vorwärmsattel
21 = zweiter Vorwärmsattel
22 •= Drehpunkt
23.1 - Sattelgleitfläche
23.2 - Bremsgleitfläche
24 = schlitzförmige Vertiefung
25 = Steuereinheit
26 = Drucksensor
27 = Paramertererfassungseinheit
28 = erster Eingang
29 = zweiter Eingang
30 = Schlauch
31 = erste Ventilkanalquerschnittsflache
32 = zweite Ventilkanalquerschnittsflache
33 = Staubfilter
34 = dritter Eingang
35 = Tastatur
36 = Codelesestift
37 = Dickenmeßeinrichtung
38 = Zusatzeingabeanordnung
39 = Wandlerblock
40 = Leistungsblock
PC = Personal-Computer μP = Mikroprozessor
M = Speicher
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