Luftdurchströmbares Gerät zur Haartrocknung oder Haarformung
Die Erfindung betrifft ein luftdurchströmbares Gerät zur Haar¬ trocknung oder Haarformung mit einem Gehäuse mit einer Luftein¬ laßöffnung und einer Luftauslaßöffnung, an dem vor der Luftaus¬ laßöffnung ein Trägerelement mit Durchbrechungen und Haarerfas¬ sungselementen, z. B. Borsten, Zinken oder Ähnliches, anbringbar ist.
Ein derartiges Gerät ist beispielsweise aus der ebenfalls auf die Patentanmelderin zurückgehende EP 0103205 Bl (Code-Nr. 04994) zu entnehmen, auf deren Offenbarungsgehalt durch ausdrücklichen Hin¬ weis in der vorliegenden Anmeldung Bezug genommen wird. Danach sind im Bereich der Auslaßöffnungen eines Haartrockners zwei Füh¬ rungsnuten für an einer Bürste angeordnete Klauen vorgesehen, so daß sich die Bürste vor der Auslaßöffnung des Haartrockners befe¬ stigen läßt. Die Bürste weist Borsten auf, die an Querstegen be¬ festigt sind, welche ihrerseits mit einem Rahmen des Bürsten¬ bodens in Verbindung stehen. Der Rahmen weist zwei seitliche Schienen auf, zwischen denen ein Längssteg verläuft, der mit den Querstegen und den Schmalseiten des Rahmens verbunden ist. Das Trägerelement für die Borsten oder Zinken der Bürste weist somit Durchbrechungen auf, die von der aus der Auslaßöffung des Haar¬ trockners austretenden Luft durchströmt werden, so daß das Gerät zur Haartrocknung oder Haarformung, letzteres insbesondere mit aufgesetzter Bürste verwendet werden kann. Obwohl sich dieses be¬ kannte Gerät im praktischen Gebrauch gut bewährt hat, ist für manche Anwendungsfälle eine gezielte Trocknung bestimmter Haar¬ strähnen-Abschnitte, insbesondere im Haaransatzbereich, wün¬ schenswert.
Aus DE 25 29 809 AI ist ein Haartrockner bekannt, bei dem die austretende Luft durch ein kammartiges Hohlprofil geführt werden kann. Sinn dieser Vorrichtung soll es sein, die Warmluft derart
zu leiten, daß sie die Haare möglichst gut durchströmt und nicht auf die Kopfhaut des Benutzers auftrifft. Die luftdurchströmten Hohlzähne können mit einer handverstellbaren Luftführungsklappe ausgestattet werden, so daß der austretende Luftstrom je nach Einstellung der Luftführungsklappe im unteren oder oberen Bereich eines Hohlzahnes austritt. Nach einer weiteren Ausgestaltung die¬ ser Vorrichtung kann die Lage der Luftführungsklappe auch durch die auf sie einwirkende Schwerkraft bestimmt werden. Abgesehen davon, daß diese Vorrichtung nach Kenntnis der Anmelderin niemals als im Handel erhältliches Produkt realisiert worden ist, weist die Vorrichtung den Nachteil einer hohen Verletzungsgefahr auf und ist äußerst umständlich zu handhaben. Eine tatsächliche Ver¬ besserung der Haartrocknung bzw. Haarformung ist in der Praxis mit diesem Gerät nicht erreichbar.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gerät der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß eine gezielte Trocknung oder Formung bestimmter Haarpartien mit luftdurchström¬ ten Geräten bei gleichzeitig einfacher Handhabung desselben er¬ möglicht wird. Diese Aufgabe wird bei einem Gerät mit den ein¬ gangs genannten Merkmalen im wesentlichen dadurch gelöst, daß dem Trägerelement eine Blendenvorrichtung zugeordnet und das Träger¬ element bezüglich des Gehäuses auslenkbar vor der Luftauslaßöff¬ nung angeordnet ist, wobei ein Teil der_Qurchbrechungen des Trä¬ gerelements mittels der Blendenvorrichtung verschließbar und die Auslenkung des Trägerelements durch die während der Haartrocknung oder Haarformung auf die Haarerfassungselemente ausgeübte Kraft herbeiführbar ist. Durch diese Maßnahmen ist eine gezielte Trock¬ nung bzw. Formung bestimmter Haarpartien möglich. Insbesondere ist eine Trocknung der Haaransätze möglich, um Stand in das Haar bringen zu können. Dabei wird der Warmluftstrom an der Kopfhaut vorbeigeführt und eine unangenehm hohe Erwärmung der Kopfhaut verhindert. Bei einem Eintauchen der Haarerfassungselemente in das Haar und einem Drehen des Gerätes um die Längsachse wird das
mit den Haarerfassungselementen versehene Trägerelement, bedingt durch den Widerstand des Haares, zunächst fixiert. Der anschlie¬ ßenden Kämm- oder Bürstvorgang bewirkt eine Schwenk- oder Drehbe¬ wegung, also eine Auslenkung des Trägerelementes bezüglich des Gerätes, wobei durch eine Blendenvorrichtung gezielt ein Teil der Durchbrechungen des Trägerelementes verschlossen wird. Durch die freien Durchbrechungen wird der austretende Luftstrom auf be¬ stimmte Haarpartien ausgerichtet. Der symmetrische Aufbau der An¬ ordnung bedingt, daß, je nach Bürst- oder Kämmrichtung, also ent¬ weder von links nach rechts oder von rechts nach links, selbst¬ tätig jeweils ein anderer Teil der Durchbrechungen der Träger¬ platte verschlossen und der Luftstrom durch den jeweils anderen, geöffneten Teil der Durchbrechungen gezielt auf die, zu trocknen¬ den oder zu formenden Haarpartien gerichtet wird. Die Handhabung des erfindungsgemäßen Gerätes ist äußerst einfach und erfordert nicht eine Betätigung zusätzlicher Schalter oder Bedienungs¬ elemente, um die gezielte Trocknung bestimmter Haarpartien durch¬ führen zu können, da sich die Blendenvorrichtung selbsttätig je nach Kämm- oder Bürstrichtung einstellt. Das Gerät ist gleicher¬ maßen für links- oder rechtshändige Benutzer einsetzbar.
Nach einer Ausgestaltung der Erfindung steht das Trägerelement mit einem Federelement in Wirkverbindung, welches das Träger¬ element bezüglich des Gehäuses in einer Ruhelage stabilisiert. Durch diese Maßnahme ist eine Fixierung des Trägerelementes be¬ züglich des Gehäuses des Gerätes während der Nichtbenutzung mög¬ lich. Aber auch während der Benutzung erweist sich der Vorteil, daß das Gerät als herkömmlicher Haartrockner eingesetzt werden kann, sofern die Haarerfassungselemente nicht in die Haare ein¬ tauchen. Dann wird die Blendenvorrichtung nicht betätigt, so daß durch sämtliche Durchbrechungen des Trägerelementes die Luft auf das zu formende oder zu trocknende Haar strömen kann.
Dadurch, daß das Trägerelement um eine Schwenkachse schwenkbar an dem Gehäuse gelagert ist, ergibt sich eine besonders vorteil-
hafte, dem Bürst- oder Kämmvorgang angepaßte Auslenkung des Trä¬ gerelementes bezüglich des Gehäuses. Aber auch eine lineare Ver¬ schiebung oder sonstige Auslenkungen des Trägerelementes bezüg¬ lich des Gehäuses können sich in bestimmten Anwendungsfällen als vorteilhaft erweisen.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Blenden¬ vorrichtung gehauseseitig festgelegt und bildet ein Gitter für die Auslaßöffnung. Die Blende sorgt somit nicht nur für eine Ver- schließung eines Teils der Durchbrechungen des Trägerelementes in Abhängigkeit von dessen Auslenkung, sondern verhindert, daß der Benutzer mit stromführenden Teilen des Gerätes in Berührung kom¬ men kann. Darüber hinaus ist diese Ausgestaltung konstruktiv be¬ sonders unaufwendig und daher kostengünstig, weil lediglich ein bewegliches Teil, nämlich das Trägerelement selbst, vorzusehen ist. Die Blende ist fester Bestandteil des Gerätes und unbeweg¬ lich an diesem angeordnet.
Gemäß einer anderen, vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung, weist die Blendenvorrichtung wenigstens zwei, voneinander unab¬ hängig bewegbare Blendenelemente auf, die mittels des Feder¬ elementes miteinander in Wirkverbindung stehen. Diese Ausgestal¬ tung bietet sich insbesondere dann an, wenn die Anzahl der Durch¬ brechungen des Trägerkörpers einen bestimmten Wert überschreitet und der bei Auslenkung des Trägerelements aus dem Gerät austre¬ tende Luftstrom nicht zu sehr gedrosselt werden soll. Dadurch, daß voneinander unabhängig bewegbare Blendenelemente vorgesehen sind, kann durch geeignete Steuerungsmittel auch unter diesen Voraussetzungen für einen hinreichend starken Luftstrom bei aus¬ gelenktem Trägerelement gesorgt werden.
Von Vorteil sind die wenigstens zwei Blendenelemente verschiebbar bezüglich des Trägerelementes und bezüglich des Gehäuses an dem Gerät, insbesondere an dem Trägerelement, angeordnet. Hierdurch
wird eine individuelle Steuerung der Blendenelemente bei Auslen¬ kung des Trägerelementes ermöglicht. Dadurch, daß das Träger¬ element Mitnehmermittel und das Gehäuse Anlagemittel für die Blendenelemente zu deren wechselweisen und gegenseitigen Ver¬ schieben - je nach Richtung der Auslegung des Trägereiemen- tes - aufweist, ist ein gesteuertes Verschließen eines Teils der Durchbrechungen des Trägerelementes in Abhängigkeit von der Rich¬ tung der Auslenkung des Trägerelementes möglich.
In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung be¬ steht die Blendenvorrichtung aus einem am Gehäuse festgelegten Blendenteil und bevorzugt zwei voneinander unabhängig bewegbaren Blendenelementen, die dem Blendenteil vorgelagert sind. Durch das Zusammenwirken des Blendenteiles mit den Blendenelementen kann ein Wechselweises öffnen und Verschließen einzelner Luftaus- trittsδffnungen des Blendenteiles realisiert werden, so daß die Luft wahlweise aus einzelnen Durchbrechungen des Trägerteiles ausströmt, ohne daß Teile einer Blendenvorrichtung an dem Träger- teil selbst vorgesehen sind. Damit kann das Trägerelement z.B. die Zahl der vorgesehenen Durchbrechungen für die Bürste, in vielfältigster Weise variiert werden, so daß die Verwendung ver¬ schiedenster Bürstenteile möglich ist.
Von Vorteil bildet das an dem Gehäuse festgelegte Blendenteil ein Gitter für die Luftauslaßöffnung.
In einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung sind die Blenden¬ elemente verschiebbar bezüglich des Gehäuses, des Blendenteiles sowie des Trägerelementes an dem Gerät, insbesondere an dem Blen¬ denteil, angeordnet. Damit können die Blendenelemente durch ihre individuelle Verschiebbarkeit eine äußerst variable Steuerung der Luftströme bewirken.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist das Trä¬ gerelement Mitnehmermittel und das Blendenteil Anlagemittel für
die Blendenelemente zu deren wechselweisen und gegensinnigen Ver¬ schieben in Richtung der Auslenkung des Trägerelementes auf. So¬ mit können die Blendenelemente je nachdem, ob sich das Träger¬ element in Ruhe- bzw. Grundstellung oder in Auslenklage befindet, bei Deckung mit dem Blendenteil ein nahezu unbeeinflußtes Aus¬ strömen der Luft ermöglichen oder einzelne Luftaustrittsöffnungen des Blendenteiles abdecken, wodurch die Luft jeweils einzelne Durchbrechungen des Trägerteiles nicht durchströmt und eine exak¬ te Luftleitung auf bestimmte Haarbereiche erfolgt.
Von Vorteil ist das Trägerelement mittels einer Verriegelungsvor¬ richtung unbeweglich an dem Gehäuse festlegbar.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das Träger¬ element von dem Gehäuse, insbesondere für Reinigungszwecke, ab¬ nehmbar.
Eine weitere Lösung besteht darin, eine auslenkbare Luftleitvor- richtung zur Steuerung des Luftstromes vorzusehen, die durch die auf die Haarerfassungselemente ausgeübte Kraft auslenkbar ist, um die Haare im Bereich der Haaransätze besonders intensiv zu trock¬ nen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Luftleitvorrichtung zweigeteilt ausgebildet und besteht aus dem Luftauslaßgitter so¬ wie zumindest einem bewegbaren Blendenelement, wobei das Blenden¬ element durch das Trägerelement bewegbar ist. Durch die Kämm¬ oder Bürstbewegung wird das Trägerelement verschwenkt, wobei das zumindest eine bewegbare Blendenelement bezüglich des Luftausla߬ gitters verschoben und die Luftauslaßöffnungen des Gitters je nach Kämm- oder Bürstrichtung wechselweise verschlossen werden, wodurch der durch die Durchbrechungen des Trägerteiles austreten¬ de Luftstrom gesteuert wird.
Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfin¬ dung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausfüh-
rungsbeispiele, die in den Zeichnungen näher dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den An¬ sprüchen oder deren Rückbeziehung.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch das luftdurchströmbare
Gerät gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der
Erfindung,
Fig. 2a, b einen Teilschnitt durch das Gerät gemäß II-II der Figur 1 mit dem Trägerelement in der Ruhelage bzw. in einer Auslenklage,
Figur 3 einen Teil-Längsschnitt durch das erfindungsgemäße Gerät gemäß einer zweiten Ausführungsform der Er¬ findung,
Fig. 4a, b einen Teilschnitt durch das Gerät gemäß IV-IV der Fig. 3 mit dem Trägerelement in der Ruhelage bzw. in einer Auslenklage und
Fig. 5a, b, c eine Prinzipdarstellung zur Erläuterung der Funk¬ tionsweise des zweiten Ausführungsbeispiels gemäß den Fig. 3, 4,
Figur 6 einen Teil-Längsschnitt durch das erfindungsgemäße Gerät gemäß einer dritten Ausführungsform der Er¬ findung,
Fig. 7a,b einen Teilschnitt durch das Gerät gemäß der Fig. 6 mit dem Trägerelement in der Ruhelage bzw. in einer Auslenklage.
In den Figuren ist ein Gerät 10 zur Haartrocknung oder Haarfor¬ mung dargestellt, welches luftdurchströmt ist. Das Gerät weist ein Gehäuse 12 mit einer Lufteinlaßöffnung 14 und einer Luftaus¬ laßöffnung 16 auf. Im Bereich der Lufteinlaßöffnung 14 ist ein Elektromotor 18 angeordnet, der ein Lüfterrad 20 antreibt. Die von dem Lüfterrad 20 geförderte Luft passiert eine Heizung 22 und tritt durch die Luftauslaßöffnung 16 aus dem Gerät 10 aus. Zwi¬ schen der Heizung 22 und der Luftaustrittsöffnung 16 sind Luft¬ leitelemente 24 angeordnet, die die Umlenkung des Luftstromes um etwa einen rechten Winkel, bezogen auf die Gehäuselängsachse, un¬ terstützen. Mittels eines Schalters 26 sind die Heizleistung der Heizung 22 sowie die Drehzahl des Elektromotors 18 gegebenenfalls einstellbar. Im Bereich der Luftaustrittsöffnung 16 ist an dem Gerät 10 eine Bürste 28 bzw. ein Kamm angeordnet. Die Bürste 28 oder der Kamm besteht aus einem Trägerelement 30, das mit Durch¬ brechungen 32 versehen ist. Auf dem der Luftauslaßöffnung 16 ab¬ gewandten Seite des Trägerelements 30 sind Haarerfassungselemente 34, wie z. B. Borsten oder Zinken angeordnet. Die Durchbrechungen 32 bestehen aus langlochartigen, parallel zueinander und gegebe¬ nenfalls hintereinander angeordneten Öffnungen.
Der der Luftauslaßöffnung 16 zugewandten Seite des Träger¬ elementes 30 ist eine Blendenvorrichtung 36 zugeordnet. Das Trägerelement 30 ist auslenkbar, insbesondere um eine Schwenk¬ achse 38 verschwenkbar an dem Gehäuse 12 des Gerätes 10 mittels zweier Lager 40, 42 angeordnet. Dabei steht das Trägerelement 30 mit einem Federelement 44 in Wirkverbindung, welches dazu dient, das Trägerelement 30 bezüglich des Gehäuses 12 in einer Ruhelage (Fig. 2a, 4a, 5a) zu stabilisieren.
Gemäß dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten ersten Ausfüh¬ rungsbeispiel der Erfindung weist das Trägerelement 30 drei parallel zueinander angeordnete langlochartige Durchbrechungen 32 auf, die in Richtung ihrer Längserstreckung von kleineren Quer-
Stegen unterbrochen sein können. Die diesem Trägerelement 30 zu¬ geordnete Blendenvorrichtung 36 besteht aus zwei Längsstegen, die fest mit dem Gehäuse 12 verbunden sind und ein Gitter 54 für die Luftauslaßöffnung 16 bilden. Das Federelement 44 ist als gebogene Blattfeder ausgebildet, die am Gehäuse 12 fixiert ist. Die Endab¬ schnitte der Schenkel der Blattfeder wirken auf zwei an dem Trä¬ gerelement 30 angeformte Nocken (Fig. 2a) und stabilisieren das Trägerelement 30 in der Ruhelage. Das Trägerelement 30 ist aus dieser Ruhelage gegen die Federkraft um einen bestimmten Schwenk¬ winkel auslenkbar, wobei der Schwenkwinkel durch ein Zusammen¬ wirken der Nocken 46, 48 mit einem gehäusefesten Anschlagnocken 50 begrenzbar ist. Während in der Ruhelage (Fig. 2a) sämtliche Durchbrechungen 32 des Trägerelementes 30 geöffnet sind und ein Austreten des Luftstromes 52.zulassen, werden bei einer Auslen¬ kung des Trägerelementes 30 nach rechts (Fig. 2b) oder nach links (zeichnerisch nicht dargestellt) mittels der Blendenvorrichtung 36 zwei der drei Durchbrechungen 32 geschlossen, so daß der Luft¬ strom 52 lediglich durch die dritte geöffnete Durchbrechung 32 austreten kann.
Die Auslenkung des Trägerelementes 30 wird durch die während der Haartrocknung oder Haarformung auf die Haarerfassungselemente 34 ausgeübte Kraft herbeigeführt, so daß jeweils die bezüglich der Kämm- oder Bürstrichtung rückwärtige Durchbrechung 32 geöffnet ist. Genau diese geöffnete Durchbrechung 32 kommt bei dem Kämm¬ oder Bürstvorgang, bei dem das Gerät 10 nach dem Erfassen der Haare durch die Haarerfassungsmittel 34 um seine Längsachse ge¬ dreht wird, in eine solche Positionierung bezüglich der zu trock¬ nenden oder zu formenden Haare, das im wesentlichen die Haaran¬ sätze vom Luftstrom überstrichen werden und der austretende Luft¬ strom 52 im wesentlichen parallel zur Kopfhaut des Benutzers ge¬ richtet ist.
Das in den Figuren 3, 4 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel
der Erfindung sieht vor, daß die Blendenvorrichtung 36 zwei, von¬ einander unabhängig bewegbare Blendenelemente 56, 57 aufweist, die mittels des Federelementes, insbesondere einer Spiralfeder, miteinander in Wirkverbindung stehen. Jedes der Blendenelemente 56, 57 besteht aus zwei miteinander verbundenen, einen lichten Abstand zueinander aufweisenden Längsstegen. Das Trägerelement 30 weist in diesem Fall fünf langlochartige Durchbrechungen 32 auf. Die Endabschnitte der Blendenelemente 56, 57 sind als Zapfen 58, 9 ausgebildet, wobei das Trägerelement 30 Mitnehmermittel 60, 61 und das Gehäuse 12 Anlagemittel 62, 63 für die Zapfen 58, 59 der Blendenelemente 56, 57 aufweist. Je nach Auslenkung des Träger¬ elementes 30 ist eines der Blendenelemente 56, 57 wechselweise und gegensinnig bezüglich des anderen Blendenelementes 57, 56 verschiebbar.
Die prinzipielle Funktionsweise der Ausführungsform der Figuren 3 und 4 ist in Figur 5 dargestellt. Dabei sind vergleichbare Teile mit identischen Bezugsziffern bezeichnet. In Fig. 5a ist das Trä¬ gerelement 30 in der Ruhelage (Fig. 4a) bezüglich des Gehäuses 12 dargestellt. Das Trägerelement 30 wird in die Ruhelage aufgrund der Federkraft des Federelementes 44 bewegt, welches zwischen den Blendenelementen 56 und 57 angeordnet ist. Die Blendenelemente 56, 57 wirken auf die Mitnehmermittel 60, 61 des Trägerelementes 30 und üben somit eine rückstellende Kraft auf das Trägerelement 30 aus. Kommen die Mitnehmermittel 60, 61 des Trägerelementes 30 mit den Anlagemitteln 62, 63 des Gehäuses 12 zur Deckung, befin¬ det sich das Trägerelement 30 in der Ruhelage. Wird über die Haarerfassungsmittel 34 eine das Trägerelement 30 nach links (Fig. 5b) auslenkende Kraft ausgeübt, so verschieben sich die im Trägerelement 30 befindlichen Durchbrechungen 32 entsprechend dieser Auslenkung. Gleiches gilt auch für das Blendenelement 56, welches über das Mitnehmermittel 60 des Trägerelementes 30 gleichfalls ausgelenkt wird. Lediglich das Blendenelement 57 ver¬ ändert seine Position während der Auslenkung nicht, so daß die
zugehörige Durchbrechung 32 von dem Blendenelement 57 verschlos¬ sen wird. Im Falle einer entgegengesetzten Auslenkung gemäß Fig. 5c wird das Blendenelement 57 aufgrund der Einwirkung des Mitneh¬ mermittels 61 wie auch die zugehörige Durchbrechung 32 verscho¬ ben, so daß diese Durchbrechung 32 geöffnet bleibt. Im Gegensatz dazu verändert das Blendenelement 56 seine Position bezogen auf die Ruhelage (Fig. 5a) nicht, so daß sich die zum Blendenelement 56 gehörige Durchbrechung 32 vor das Blendenelement 56 schiebt und von diesem verschlossen wird. Hieraus wird ersichtlich, daß je nach Auslenkung, des Trägerelementes 30 aufgrund der beim Bürst- oder Kämmvorgang auf die Haarerfassungselemente einwirken¬ den Kraft ein Teil der Durchbrechungen wechselweise geschlossen, bzw. geöffnet wird und eine gezielte Steuerung der Richtung des austretenden Luftstromes 52 a,uf bestimmte Haarabschnitte möglich ist. Zur Steuerung sind keine zusätzlichen Schaltelemente erfor¬ derlich, da die Steuerung durch die auf die Haarerfassungsmittel 34 einwirkende Kraft bzw. Kraftrichtung erfolgt.
Das Trägerelement 30 ist beispielsweise mittels einer Verriege¬ lungsvorrichtung unbeweglich an dem Gehäuse 12 festlegbar werden. Hierzu kann ein am Gehäuse 12 angeordneter Schaltschieber, der einen Nocken aufweist, in eine am Trägerelement 30 angeordnete Nut eingeführt werden, so daß eine Schwenkbewegung des Träger¬ elements 30 verhindert wird. Das Trägerelement 30 ist von dem Ge¬ häuse 12 abnehmbar, wozu beispielsweise ein Zapfen des Träger¬ elementes 30 aus dem Lagerauge des Lagers 40 herausgeschwenkt wird.
In den Figuren 6 und 7 wird ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Bürste 28 wird auch hier durch das Trägerelement 30 gebildet, welches Durchbrechungen 32 aufweist und auf der der Luftauslaßöffnung 16 abgewandten Seite Haarerfas¬ sungselemente 34 in Form von Borsten oder Zinken trägt. Die
Blendenvorrichtung 36 besteht aus einem am Gehäuse 12 festgeleg¬ ten Blendenteil 64 und wenigstens zwei voneinander unabhängig be¬ wegbaren Blendenelementen 65, 66. Das Blendenteil 64 besteht aus vier Längsstegen, die ein Gitter 67 für die Luftauslaßöffnung 16 bilden. Möglich sind sowohl mehr als auch weniger Längsstege, je nachdem, in welchem Umfang eine Variation des Luftstromes ge¬ wünscht wird. Die Blendenelemente 65, 66 werden jeweils durch zwei miteinander verbundene, einen lichten Abstand zueinander aufweisende Längsstege gebildet, wobei die Zahl der Längsstege, wie auch die Zahl der Blendenelemente 65, 66 insgesamt nicht auf die beschriebene Ausführungsform beschränkt ist. Die Blenden¬ elemente 65, 66 weisen an ihren jeweiligen Endabschnitten sichel¬ förmige Führungsstege 75, 76 auf, mittels derer eine Führung in einer Schlitzöffnung 77, 78 des Blendenteiles 64 ermöglicht wird. Die Blendenelemente 65, 66 sind dem Blendenteil 64 vorgelagert, d.h. zwischen Blendenteil 64 und Trägerelement 30 angeordnet und werden mittels eines Federelementes 74 in ihrer Ruhelage stabili¬ siert.
Das Trägerelement 30 weist vorzugsweise vier langlochartige Durchbrechungen 32 auf und ist, aus einer Ruhelage um eine Schwenkachse 38 verschwenkbar, mittels zweier Lager 40, 42 am Ge¬ häuse 12 des Gerätes 10 angeordnet. In seiner Ruhelage, die der Grundstellung entspricht, wird das Trägerelement 30 durch das Fe¬ derelement 74 stabilisiert. Das Federelement 74 ist am Gehäuse 12 fixiert und stützt sich in diesem ab. Die abgebogenen Enden des Federelementes 74 wirken auf die Blendenelemente 65, 66. Die Blendenelemente 65, 66 sind je nach Auslenkung des Trägerelemen¬ tes 30 durch das Zusammenwirken von Mitnehmermitteln 68, 69 des Trägerelementes 30 und Anlagemitteln 70, 71, 72, 73 des Gehäuses 12 wechselweise und gegensinnig bezüglich des jeweils anderen Blendenelementes 65, 66 verschiebbar. Der Bereich für die Ver¬ schiebung wird dabei durch die Abmessungen der Schlitzöffnungen 77, 78 begrenzt.
Während der Ruhelage (Fig. 7a) sind alle Durchbrechungen 32 von Luft durchströmt. Wird nun zur Haarformung das Gerät 10 mit den Borsten oder Zinken in die Haare eingetaucht und ein leichter Druck ausgeübt, so werden durch die Kämm- oder Bürstbewegung die Blendenelemente 65, 66 mittels des Trägerelementes 30 je nach Bürst- oder Kämmrichtung wechselweise und gegensinnig bezüglich des jeweilig anderen Blendenelementes 65, 66 verschoben. Erreicht wird dies durch das Hintergreifen der Mitnehmermittel 68, 69 des Trägerelementes 30 hinter die Blendenelemente 65, 66. Die Blen¬ denelemente 65, 66 werden dadurch aus ihrer Grundstellung gegen die Kraft des Federelementes 74 verschoben, wodurch das Federele¬ ment 74 ausgelenkt wird, und gehen nach Beendigung des Kämm- oder Bürstvorganges durch die Wirkung der Federspannung wieder in ihre Ruhestellung zurück, wobei die, Federvorspannung in der Grundstel¬ lung der Blendenelemente 65, 66 wirksam wird.
Durch die wechselweise Verschiebung der Blendenelemente 65, 66 bezüglich des Blendenteiles 64, z.B. des Blendenelementes 66 (Fig. 7b) werden die der Verschieberichtung entsprechenden Luft¬ auslaßöffnungen des Gitters 67 geschlossen, so daß jeweils ein¬ zelne Durchbrechungen 32 von Luft durchströmt werden und der aus¬ tretende Luftstrom gezielt auf spezielle Haarbereiche gerichtet werden kann. In der vorliegenden Ausführung werden durch die wäh¬ rend des Kämm- oder Bürstvorganges auf das Bürstenteil, d.h. das Trägerelement 30 einwirkende Kraft und die dadurch erzielte Ver¬ schiebung des Blendenelementes 66 die bezüglich der Kämm- oder Bürstrichtung vorn liegenden Durchbrechungen 32 von Luft durch¬ strömt. Bei einem Wechsel der Kämm- oder Bürstrichtung wird das Blendenelement 65 verschoben (nicht dargestellt), wodurch die je¬ weils anderen Luftaustrittsöffnungen des Gitters 67 abdeckt wer¬ den. Der Luftstrom tritt wiederum durch die vorn liegenden Durch¬ brechungen 32 des Trägerteiles 30. Die aus den Durchbrechungen 32 austretende Luft strömt dabei die Kopfhaut tangential an, so daß die Kämm- bzw. Bürstbewegung unterstützt wird und die mit Luft beaufschlagten Haarbereiche während des Trockenvorganges bevor-
zugt auch geglättet werden. Des weiteren ist durch diese tangen- tiale LufStrömung eine überhitzung der Kopfhaut praktisch ausge¬ schlossen.
Das Trägerelement 30 ist vergleichbar der vorbeschriebenen Aus¬ führungsformen mittels einer Verriegelungsvorrichtung am Gehäuse 12 festlegbar, kann jedoch zum Reinigen bzw. zum Austausch gegen andere Trägerelemente z.B. mit einer veränderten Anzahl von Durchbrechungen und/oder variablen Bürstenteilen, abgenommen werden.