Klemmvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Klemmvorrichtung für Klemmgut, wie Blattstapel, Schautafeln, Landkarten, Kalender od.dgl. mit zwei über einen Rücken miteinan¬ der verbundenen Klemmschenkeln, von denen der eine aus zwei Abschnitten besteht, die im Abstand vom Rük- ken durch ein parallel zum Rücken verlaufendes Gelenk miteinander verbunden sind, und von denen der mit dem dem Rücken abgewandten Teil des Gelenkes verbundene Abschnitt als Betätigungsgriff ausgebildet und mit einem Klemmstempel versehen ist, der in der Klemm¬ stellung gegenüber dem anderen Klemmschenkel eine durch mindestens einen Anschlag definierte Rastposi¬ tion einnimmt, in der er federnd gegen das Klemmgut bzw. den ein Stück mit dem Rücken bildenden anderen Klemmschenkel gedrückt wird.
Aus der DE 40 36 882 Cl ist eine Klemmvorrichtung der in Betracht gezogenen Art aus Kunststoff bekannt, bei der der Klemmstempel von einem geraden Steg gebildet wird. Die gerade Form des Steges bringt es mit sich, daß die obersten Blätter eines Blattgutstapeis durch den Steg gegen den Rücken der Klemmvorrichtung ge¬ drückt werden und sich hierbei unerwünschte Falten bilden können. Um die Faltenbildung zu unterdrücken, bedient man sich bei der bekannten Vorrichtung einer vom Rücken her zwischen die Klemmschenkel ragenden Zunge, die beim Klemmvorgang zwischen dem Blattgut- Stapel und dem Klemmstempel zu liegen kommt und die einen unmittelbaren ReibungsSchluß zwischen Klemm¬ stempel und Blattgutstapel verhindert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gat¬ tungsgemäße Klemmvorrichtung derart auszugestalten, daß sie auch bei einem Verzicht auf eine in den Klemmspalt ragenden Zunge das Risiko einer Faltenbil¬ dung im Bereich der dem Rücken der Klemmvorrichtung zugewandten Ränder von Blättern eines Blattgutstapels zumindest deutlich reduziert und daß sie darüber hin¬ aus unabhängig vom Vorhandensein oder Nichtvorhanden- sein der Zunge das Festklemmen des Klemmgutes er¬ leichtert. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das freie Ende des Klemmstempels als bo¬ genförmige Gleitkufe ausgebildet ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung bietet den Vorteil, daß bei ihr die Anlagefläche zwischen dem Klemmstem¬ pel und dem Blattgut aufgrund der gleitkufenartigen Ausbildung des Klemmstempels während des Klemmvorgan¬ ges vergleichsweise groß, die Flächenpressung zwi¬ schen Stempel und Klemmgut folglich reduziert und die Gefahr der Faltenbildung von Blättern eines Blattgut- stapeis mithin weitgehend ausgeschlossen ist.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung erge¬ ben sich aus den Unteransprüchen und der nachstehen¬ den Beschreibung mehrerer in der beigefügten Zeich¬ nung dargestellter, besonders vorteilhafter Ausfüh¬ rungsbeispiele. Es zeigen:
Fig. 1-5 die Seitenansicht einer als Klemmschiene ausgebildeten Klemmvor ichtung in unterschiedlichen Positionen des Klemmstempels während eines Klemmvor¬ ganges,
Fig. 6 die Seitenansicht einer ersten modifizierten Klemm Vorrichtung,
Fig. 7 die Seitenansicht einer weiteren modifizierten Klemm Vorrichtung und
Fig. 8 die Seitenansicht einer vierten Klemmvorrich¬ tung.
Die Klemmvorrichtung gemäß den Figuren 1 bis 5 weist zwei Klemmschenkel 1 und 2 sowie einen Rücken 3 auf. Der Klemmschenkel 1 ist in zwei Abschnitte la und lb unterteilt, die über ein erstes Gelenk 4 miteinander verbunden sind. Ein zweites Gelenk 5 verbindet den Abschnitt la des Klemmschenkels 1 mit dem Rücken 3 der Klemmvorrichtung.
Zwischen den Abschnitten la des Klemmschenkels l und dem Klemmschenkel 2 erstreckt sich ein Steg aus ela¬ stischem Material, der eine Feder 6 bildet, die in Verbindung mit dem zweiten Gelenk 5 dazu dient, das Klemmvermögen der Klemmvorrichtung sowohl bezüglich der Dicke des festzuklemmenden Gutes als auch bezüg¬ lich der Dauerhaftigkeit zu verbessern.
Das jeweils aufzunehmende, regelmäßig von einem Blattstapel gebildete Klemmgut 7 wird zwischen dem Klemmschenkel 2 und einem Klemmstempel 8 festge¬ klemmt, dessen Rastposition gegenüber dem Klemmschen¬ kel 2 durch einen Anschlag 9 bestimmt wird. Der Klemmstempel 8 und der Anschlag 9 werden von Stegen gebildet, deren Anordnung so getroffen ist, daß der
Abstand A zwischen dem Rücken 3 der Klemmvorrichtung und der Verbindungsstelle des ersten Gelenkes 4 mit dem Abschnitt lb des Klemmschenkels 1 in der Rastpo¬ sition größer ist als der kleinste Abstand a zwischen dem Rücken 3 und dem Punkt, an dem sich das freie Ende des Klemmstempels 8 auf dem Klemmschenkel 2 bzw. dem Klemmgut 7 abstützt (vgl. Fig. 6).
Beim Einführen des Klemmgutes in den Klemmspalt 10 nimmt die Klemmvorrichtung die in Figur 1 dargestell¬ te Lage ein. Aus dieser Lage wird der Abschnitt lb des Klemmschenkels 1 im Uhrzeigersinn geschwenkt, wie dies in den Figuren 2 bis 5 dargestellt ist. Während des Schwenkvorganges bewegt sich das als bogenförmige Gleitkufe 11 ausgebildete freie Ende des Klemmstem¬ pels 8 über den Blattgutstapel in die in Figur 5 dar¬ gestellte Klemmposition, in der die von einer Kuppe 12 gebildete Spitze des Klemmstempels 8 gegen den Blattgutstapel anliegt. Gleichzeitig kommt der An¬ schlag 9 zur Anlage gegen den Blattgutstapel. Auf¬ grund der Eigenelastizität der aus einem Hart-PVC bestehenden Klemmschenkel 1 und 2 sowie des Rückens 3 und aufgrund der Federwirkung der aus einem dauer- elastischen Kunststoff bestehenden Feder 6 ist die Gewähr für eine einwandfreie Klemmwirkung gegeben.
In den Figuren 6, 7 und 8 sind geringfügig modifi¬ zierte Klemmvorrichtungen dargestellt, wobei für ein¬ ander entsprechende Teile die gleichen Bezugszeichen wie bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform ver¬ wendet sind und im folgenden lediglich auf die Unter¬ schiede eingegangen wird.
Figur 6 zeigt eine Klemmvorrichtung mit einer Feder 13, die zusätzlich über einen Ausleger 14 mit dem Rücken verbunden ist. Außerdem ist der Klemmschenkel 2 bei dieser Ausführungsform auf seiner Innenseite mit einer rutschfesten Auflage 15 versehen.
In Figur 7 wird zur Unterstützug der Klemmkraft neben einer Zugfeder 16 eine Druckfeder 17 verwendet, wobei beide Federn vollflächig mit dem Rücken 3 verbunden sind. Als besonders vorteilhaft erweist es sich, daß das dem Glenk 4 zugewandte Ende des Klemmstempels 8 in der Klemmstellung eine Auflage 18 zur Abstützung des dem Rücken abgewandten Endes des mit dem Rücken 3 verbundenen Abschnittes la des Klemmschenkels 1 bil¬ det. An seiner Außenseite ist der Klemmschenkel 2 mit einer durch eine Abziehfolie 19 abgedeckten Kleb- stoffschicht 20 versehen, die beispielsweise eine problemlose Befestigung der Klemmvorrichtung an einer nicht dargestellten Schreibtafel ermöglicht.
Figur 8 schließlich zeigt eine Klemmvorrichtung, bei der zwichen dem Klemmstempel 8 und dem Klemmschenkel 2 eine unter der Einwirkung einer Rückholfeder 21 stehende Führungszunge 22 mit einem Rastnocken 23 angeordnet ist. Dieser Rastnocken 23 muß beim Öffnen der Klemmvorrichtung überwunden werden und stellt folglich eine zusätzliche Arretierung der Klemmvor¬ richtung in der Klemmposition dar.
Die in den Figuren dargestellte Klemmvorrichtung läßt sich auf höchst wirtschaftliche Art und Weise her¬ stellen. Es ist nämlich durchaus möglich, nicht nur die Klemmschenkel 1 und 2 und den Rücken 3, sondern
gleichzeitig auch die Gelenke 4 und 5 und die Federn 6,13,16,17 und 21 sowie die Führungszunge 22 als Koextrusionsprofil auszubilden und von dem herge¬ stellten Profil durch Abtrennen einzelne Klemmvor¬ richtungen zu gewinnen.