Verfahren zur Gewinnung von Adsorptionsmaterial
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Ad¬ sorptionsmaterial aus Braunalgen und seiner Anwendung zur Adsorption von Schadstoffen, wie z. B. Schwermetallen, Kohlenwasserstoffen und dergleichen aus Abwässern nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Gattungsgemäß ist ein derartiges Verfahren aus dem japan¬ ischen Patent Abstract JP 1-15 133 A2, C-592, vom 02. Mai 1989, Vol. 13/Nr. 187 bekannt, in der jedoch Edelmetalle, wie z. B. Gold, Silber und Platin mit Hilfe von eingekap¬ selten und ansonsten im wesentlichen unbehandelten Algen gesammelt werden. Anschließend werden diese mit einem spe-
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ziellen Lösungsmittel (z. B. Mercaptoethanol) herausge¬ löst. Zur Verkapselung der Alge werden Polymerstoffe, wie z. B. Polyacrylamid und Gelatine verwandt.
Edelmetalle haben jedoch aufgrund ihrer geringen Bindungs- fähigkeit ganz andere Adsorptionsfähigkeiten als Schwerme¬ talle oder gar Kohlenwasserstoffe, die erfindungsgemäß herausgelöst werden sollen.
Über die Herstellung des Algenmaterials findet sich in der japanischen Druckschrift keine besondere Lehre.
Weiter ist eine Veröffentlichung in "Biotechnology and Bioengineering" von Kuyucak und Volesky zu nennen, die in Band 33, Seite 823 - 831, 1989 erschienen ist. In diesem Artikel ist bereits die Nutzung der Adsorptionsfähigkeit einer Braunalge Ascophyllum nodosum zur Adsorption des Schwermetalles Kobalt vorgeschlagen worden. Andere Schwer¬ metalle wurden jedoch nicht untersucht. In dieser Veröf¬ fentlichung wird sogar ausdrücklich darauf hingewiesen, daß bei Extraktion der Alginate aus dem Adsorptionsmateri¬ al die Kobalt-Aufnahme durch die Biomasse um 91 % sinkt, man dies also vermeiden sollte. Im wesentlichen entspricht also das Verfahren von Kuyucak und Volesky dem der her¬ kömmlichen Alginatproduktion, bei dem zur Zeit Algenmate¬ rial in erheblicher Menge als Reststoff anfällt.
Zudem ist es den auf dem Gebiet arbeitenden Fachleuten be¬ kannt, daß lebende mikroskopische und makroskopische Algen Schwermetalle an ihrer Oberfläche binden und bei längeren Einwirk-Zeiträumen auch zu einem gewissen Teil in sich aufnehmen können. Diese Adsorption von Schwermetallen kann auch von toter (getrockneter oder extrahierter) Biomasse der Algen, wie oben beschrieben, bewirkt werden. Der Er¬ finder vorliegenden Verfahrens hat festgestellt, daß ins-
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besondere gezüchtete mikroskopische Braunalgen gute Schwermetalladsorptionseigenschaften haben. Ein Nachteil solcher im Labor gezüchteter mikroskopischer Algen ist aber, daß sie wegen der technisch aufwendigen Züchtungs- Apparate (Fermenter) nur sehr kostenintensiv zu erzeugen sind.
Bei der Produktion von Alginaten jedoch fallen große Men¬ gen makroskopischer Braunalgen als preiswertes Abfall- Produkt an.
Aufgabe der Erfindung ist daher, ein Verfahren zur Aufar¬ beitung und Reinigung sowie der weiteren technischen Ver¬ wendung makroskopischer Braunalgen, insbesonderer der Restbiomasse von Braunalgen nach der kommerziellen Heraus¬ lösung von Alginaten, zu schaffen.
Hierdurch lassen sich die hohen Kosten der Erzeugung der Biomasse einsparen, wenn man z. B. Laminaria-, Asco- phyllum-, Fucus-, Macrocystis- und Nereocystis-Arten ver¬ wendet. Diese Algen werden schon jetzt an den Küsten ver¬ schiedener Länder in großen Mengen zur Gewinnung von Algi¬ naten gesammelt und unter alkalischen Bedingungen verar¬ beitet und abgepreßt. Der so gewonnene flüssige Extrakt enthält die Alginate, die z. B. als Quellmittel verwandt werden. Alginate sind Polysaccharide mit saurem Charakter.
Bei der Extraktion durch Pressung nach einem groben Zer¬ kleinern bleiben große Mengen an feuchter und kompakter Restbiomasse übrig, die überwiegend Zellwandmaterial und auch noch erhebliche Mengen intakter, also unbeschädigter Zellen enthält, daneben jedoch auch noch lösliche Stoffe wie Mineralsalze, Proteine, lösliche Polysaccharide, Ge¬ ruchsstoffe und vieles andere. Diese Biomasse wird zu ei¬ nem Teil zur Zeit als Düngemittel auf Felder aufgebracht.
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Jedoch ist dies nicht ohne Probleme, da sich das Material unter Ausbildung unangenehmer Gerüche zersetzt. Dies ge¬ schieht insbesondere auch schon bei der Lagerung.
Trotz der bekannten Eigenschaften der Adsorption kann die¬ se Restbiomasse nicht als Adsorptions- und Filtermaterial zur Reinigung von Abwässern zur Gewinnung von Trinkwasser aus Gebrauchswasser zum Einsatz kommen, da sich die lösli¬ chen Stoffe aus dem Material auswaschen, das Material au¬ ßerdem nur kurzfristig lagerbar ist, bevor es sich zer¬ setzt und dabei zu erheblicher Geruchsbildung führt.
Das im Anspruch 1 vorgeschlagene Verfahren ermöglicht die Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe auf umweitschonendem Wege ohne Verwendung teuerer Chemikalien. In den Unteran¬ sprüchen werden vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfah¬ rens vorgeschlagen. In enger Beziehung hierzu wird weiter vorgeschlagen, wie das erfindungsgemäß gewonnene Material zur Schadstoffadsorption einsetzbar ist, und wie es ein¬ fach durch Regenerierung nach einem DeSorptionsvorgang wiederverwendet werden kann.
Das Ausgangsmaterial, das als Abfallprodukt aus der her¬ kömmlichen Alginat-Produktion (z. B. an der Atlantikküste von Frankreich) anfällt, ist im Vergleich zu frisch gesam¬ melten Algen sehr kostengünstig zu erwerben.
Im Verlauf dieses kommerziellen Alginat-Produktions- prozesses werden die Braunalgen bereits zerkleinert und mit Alkalien behandelt. Auf diese Weise werden die (sauren) Alginsäuren der Algen in wasserlösliche Alginate (K- bzw. Na-Alginate) überführt. Diese werden sodann aus den Algen abgepreßt. Es verbleiben aber danach immer noch beträchtliche Restanteile von Alginaten bzw. Alginsäuren, sowie weitere lösliche Bestandteile (Proteine, Lipopoly-
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saccharide, Salze und anderes mehr) . Diese machen nach von dem Erfinder gemachten Messungen bis zu 19 % des ausge¬ preßten Algenmaterials aus. Für das erfindungsgemäße Ver¬ fahren wird nun dieses ausgepreßte Algenmaterial weiter¬ verwandt, das ansonsten für die Alginat-Hersteller ein re¬ lativ wertloses Abfallprodukt ist, das sich selbst als Düngemittel nur bedingt verwenden läßt.
Vorteilhaft am erfindungsgemäßen Verfahren ist insbesonde¬ re die Extraktion, die es erlaubt, aus dem ausgepreßten Algenmaterial noch verbleibende lösliche Stoffe zu entfer¬ nen, darunter auch die restlichen Alginate. Hierzu wird das Algenmaterial zunächst noch einmal fein zerkleinert und danach abwechselnd zweimal mit (salzreichem) Seewasser und dann mit (salzarmem) Leitungswasser extrahiert. Durch diese Verfahrensweise werden die Algenzellen mechanisch unc insbesondere os otisch gründlich aufgeschlossen und von den restlichen wasserlöslichen Bestandteilen befreit. Auf diese Weise werden, wie z. Zt. durch Untersuchungen festgestellt ist, aus 100 kg Algenmaterial (Abfallprodukt der Alginatherstellung) ca. 19 kg an löslichen Substanzen entfernt.
Insbesondere trägt die Zerkleinerung der Biomasse auf eine Korngröße von 500 - 1000 μm erheblich dazu bei, daß die Algenzellen vollständig zerstört werden, so daß die Zell- wände völlig von ihren löslichen Bestandteilen gereinigt werden können. Die Reinigung zunächst mit Seewasser ver¬ bessert die Entfernung der löslichen Bestandteile des Al¬ genmaterials erheblich, da man so verschiedene osmotische Verhältnisse bei den Spülungen nutzt . Zudem befreit das abschließende Spülen mit Süßwasser die Algen von den Salz- wasserresten bzw. den dann noch enthaltenen Salzen.
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Das nun gewonnene "bzw. gespülte" Algenmaterial besteht praktisch nur noch aus reinen, festen und wasserunlösli¬ chen Algen-Zellwandgerüsten. Diese Zellwandgerüste haben erstaunlicherweise, wie Studien des Erfinders zeigen, ähn¬ lich wie die Alginate, die Fähigkeit, Schwermetall zu bin¬ den. Erst durch ein solches festes Adsorptionsmaterial kann aber nun wirtschaftlich sinnvoll die Schadstoff- Eliminierung aus flüssigen Abwässern mit vertretbarem Auf¬ wand technisch beherrschbar eingesetzt werden. Nur mit ei¬ nem festen Adsorptionsmaterial kann man nach dem Adsorpti¬ onsvorgang (dem Mischen mit dem Abwasser) eine wirtschaft¬ lich vertretbare mechanische Trennung der behandelten Ab¬ wässer von dem Adsorptionsmaterial durchführen. Mit lösli¬ chen Alginaten, deren Schwermetall-Adsorptionsfähigkeit prinzipeil bekannt ist, ist jedoch die Schwermetall- Eliminierung aus Abwässern technisch deswegen nicht mög¬ lich, weil es einen unvertretbar hohen Aufwand bedeuten würde, diese von den Abwässern zu trennen.
Das erfindungsgemäß aufbereitete Adsorptionsmaterial hat in Versuchen hohe Adsorptionskapazitäten gegenüber Cadmi- um, Kupfer, Nickel, Blei, Eisen und Zink bewiesen.
Im folgenden wird das verwendete Verfahren anhand von Aus- führungsbeispielen näher beschrieben.
Als Ausgangsmaterial dient die nach Gewinnung von Algina¬ ten anfallende Restbiomasse der verschiedenen Algenarten. Diese Biomasse ist noch feucht, nur grob zerkleinert und enthält noch in erheblichen Mengen die o.g. löslichen und nicht löslichen Substanzen. Die Korngröße beträgt zwischen 5 - 10 mm.
Dieses Material wird nun in einem Hochleistungszerkleine- rer weiter zerkleinert unter Zusatz der etwa 10-fachen
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Menge an Seewasser bei normaler Temperatur (ca. 25°C) , bis eine Korngröße von 500- 1000 μm erreicht ist. Die Wasser¬ menge hängt dabei von dem Feuchtigkeitsgehalt des Aus¬ gangsmaterials ab. Danach wird die Seewasser-Algen- materialmischung in ein Rührbecken überführt und dort 10 Minuten gerührt. Anschließend wird die Mischung über einen Separator in einen Flüssigbestandteil und den Feststoffbe¬ standteil getrennt. Der Flüssigbestandteil wird verworfen, da sich in ihm die unerwünschten gelösten Bestandteile, wie z. B. die Geruchsstoffe Salze, Proteine, etc. befin¬ den.
Die gewonnenen Feststoffe werden erneut in einem Rühr¬ becken 10 Minuten unter Zusatz der etwa 10-fachen Menge Seewasser gerührt. Dann wird die Mischung erneut über ei¬ nen Separator in einen Flüssigbestandteil und den Fest- stoffbestandteil getrennt. Der Flüssigbestandteil kann nun entweder wiederum verworfen werden oder als wiederverwend¬ bare Extraktionslösung in das zuerst verwandte Rührbecken eingeleitet werden. Anschließend wird der gewonnene Fest- stoffbestandteil aus dem zweiten Zentrifugierprozeß in ei¬ nem Rührbecken mit der etwa 10-fachen Menge an Süßwasser unter weitgehender Entfernung der Seewassersalze wiederum 10 Minuten gerührt und dann wiederum über einen Separator von dem Flüssigbestandteil getrennt.
Die Feststoffe, die jetzt verbleiben, das zerkleinerte und gereinigte Algenmaterial, werden getrocknet und können di¬ rekt als Adsorptions- oder Filtermaterial verwendet wer¬ den. Eine die vorgenannten Reinigungsschritte durchführen¬ de Anlage ist einfach aufzubauen und kann ohne weiteres im Durchlauf kontinuierlich betrieben werden.
Zusätzlich wird noch vorgeschlagen, das Extraktionsmittel bei der Aufbereitung des Algenmaterials auf höhere Tempe-
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raturen vorzuwärmen oder das Algenmaterial mit dem Extrak¬ tionsmittel zu kochen.
Weiter wird vorgeschlagen, das zerkleinerte und gereinigte Algenmaterial in Alginate einzubetten, so daß es nicht einfach als Pulver in die zu reinigende Flüssigkeit einge¬ geben wird. Dazu werden die getrockneten oder noch feuch¬ ten Feststoffe zu 5 % in einer ca. 6 %-igen wässrigen Lö¬ sung von Na-Alginat suspendiert und diese Suspension über geeignete Pipetten in eine 0,2 molare Calciumchloridlösung eingetropft. Dadurch entstehen kleine Partikel aus Ca- Alginat, in die das Algenmaterial eingebettet ist. Wichtig ist es, daß hierbei das Alginat in Form von wasser¬ unlöslichem Calcium-Alginat vorliegt, während es aus den Algen in Form von wasser-löslichem K- oder Na-Alginat ex¬ trahiert wird. Da bei der Herstellung des Adsorptionsmate¬ rials bereits Natrium-Alginat anfällt, bietet sich an, dieses weiter zu verwenden und, wie oben angegeben, in Ca-Alginat umzuwandelt . Dabei dient dieses Ca-Alginat nicht als Adsorptionsmittel, sondern nur als festes Trä¬ germaterial.
Als Trägermaterial würden sich aber auch andere Materiali¬ en, z. B. polymere Kunststoffe oder Harze eignen. Wichtig ist nur, das Algenmaterial durch Einbetten in ein Träger¬ material zu verfestigen, also in eine besser abfilterbare Struktur zu überführen. Erfindungsgemäß bevorzugt bilden sich so feste kugelige Partikel aus unlöslichem Calcium- Alginat, in denen die Feststoffe aus dem Algenmaterial eingebettet sind. Dieses "Granulat" ermöglicht vor allem bei Verwendung als Füllmaterial in Patronen eine erhöhte Durchflußgeschwindigkeit der zu behandelnden Lösungen bzw. Abwässer.
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Wenn das Material in Form eines feinen Pulvers, nicht als Granulat, vorliegt, würde eine Menge von ca. 1 kg davon Im3 Abwasser zugesetzt werden müssen, um bei starker Ver¬ schmutzung die geforderte Schadstoffreduktion zu errei¬ chen. Nach etwa 10 - 30 minutiger mechanischer Mischung (rühren oder schütteln) kann über einen Separator das ge¬ klärte Abwasser vom schadstoffhaltigen Festanteil (Algen¬ material mit adsorbierten Schadstoffen) getrennt werden. Vorteilhafter ist jedoch die Verwendung von Granulat, da ansonsten wegen der Feinheit und Leichtigkeit des Algen¬ pulvers Staubentwicklung auftreten kann. Der Staub des Ad¬ sorptionsmaterials ist zwar harmlos (nicht - toxisch) , würde aber das Arbeiten erschweren.
Im folgenden soll nun die Ar Sendung des getrockneten Al¬ genmaterials bzw. des Granulates erläutert werden. Zu¬ nächst ist es möglich, das getrocknete Algenmaterial di¬ rekt in Lösungen und Abwässer einzugeben. Dazu wird nach der Zuführung des Materials die Mischung je nach Bedarf 10 bis 30 Minuten mechanisch gerührt bzw. geschüttelt. Dabei richten sich selbstverständlich die verwendeten Mengen und Zeiten nach dem Gehalt an Schwermetallen oder ausz'ufil- ternden organischen Substanzen in den zu behandelnden Ab¬ wässern, uie zugegebene Menge liegt bei getrocknetem Al¬ genmaterial als Feststoff zwischen 1 - 2 kg pro m3 zu rei¬ nigenden Volumens mit normalem Verschmutzungsgehalt, und bei Granulat bei ca. 10 kg pro m3.
Nach der obigen Rührzeit wird das zugegebene Algenmaterial durch Filtration oder Zentrifugieren aus de ..un gereinig¬ ten Lösungen oder Abwässern entfernt. Dies- -- nunmehr mit Schwermetallen belastete Algenmaterial ka:.:ι regeneriert werden.
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Dazu wird das nach der Filtration oder Zentrifugation er¬ haltene und mit adsorbierten Substanzen beladene Algenma¬ terial zunächst gesammelt und im Fall, daß Schwermetalle adsorbiert wurden, mit verdünnter Salzsäure behandelt. Da¬ durch werden die Schwermetalle wieder von dem Algenmateri¬ al desorbiert. Dies kann vorteilhafterweise mit erhöhter Temperatur geschehen. Anschließend kann das so gereinigte Algenmaterial durch Waschen mit Leitungswasser oder mit destilliertem Wasser für besondere Anwendungen, bei denen besondere Reinheit erzielt werden soll, von der Salzsäure befreit werden. Anschließend kann das Algenmaterial erneut zur Adsorption von Schwermetallen benutzt werden.
Falls organische Substanzen an das Algenmaterial angela¬ gert wurden, erfolgt die Desorption durch Behandlung des beladenen Algenmaterials mit organischen Lösungsmitteln.
Die oben bereits erwähnte Möglichkeit, das Algenmaterial bzw. das gewonnene Granulat als Füllmittel für Patronen od. ä. in kontinuierlichen Durchflußverfahren zu betrei¬ ben, soll nun abschließend beschrieben werden. Patronen haben den Vorteil, daß sie ein eng definiertes Volumen an Algenmaterial umschließen, das einfach ausgetauscht und mechanisch gehandhabt werden kann. Dabei werden die aus Algenmaterial gewonnenen getrockneten Feststoffe bzw. das Granulat in eine röhrenförmige Hülse oder Patrone einge¬ füllt und die zu behandelnden Lösungen oder Abwässer kon¬ tinuierlich durch diese Patrone hindurchgeleitet, bis ein am Ausfluß der Patrone angeordneter Sensor anzeigt, daß die zu eliminierenden Substanzen aus dem zu behandelnden Abwasser in zu geringem Ausmaß ausgefiltert werden und deshalb im Ausfluß vorhanden sind, weil die Adsorptionska¬ pazität der Patronenfüllung erschöpft ist. Die Patrone ist nun durch eine neue zu ersetzen.
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Durch die Verwendung mehrerer parallel geschalteter Pa¬ tronen kann nacheinander jeweils wenigstens eine Patrone weiter zum Reinigen verwandt werden, während ein weiterer Kreislauf, z. B. mit Lösungsmittel, die jeweils aus dem ersten Reinigungskreislauf herausgeschalteten ancaren Pa¬ tronen reinigt. Dadurch kann eine Anlage mit kontinuierli¬ chem Durchsatz an zu reinigendem Abwaε r konstruiert wer¬ den. Der Vorteil hierbei ist insbesondere, daß die Volumi¬ na, die zu reinigen sind, erheblich abnehmen. So kann durch eine Patrone ein sehr großes Volumen an zu reinigen¬ dem Abwasser geleitet werden, und mit einem um sehr viel geringeren Volumen an Salzsäure kann diese Patrone dann mit der Desorptionsmethode gereinigt werden. Gleiches gilt für organische Lösungsmittel wie z. B. Ethanol, Methanol oder ähnliches.
Die Verwendung dreier Patronen ist insbesondere deshalb vorteilhaft, weil das Reinigen einer Patrone zwei Vorgän¬ ge, einmal das Spülen mit der Desorptionslösung und das anschließende Reinigen der Patrone von der Desorptionslö¬ sung umfaßt, so daß wenigstens mit drei Anschlüssen ver¬ schiedene Flüssigkeiten durch jede Patrone gepumpt werden.
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