Düsenanordnunσ für das Laserstrahlschneiden
Die Erfindung bezieht sich auf eine Düsenanordnung für das Laserstrahlschneiden, die einen dem fokussierten Laser- strahl angepaßten, diesen umgebenden kegelstumpfförmigen Dü¬ senkörper mit einer Durchlaßbohrung für den Laserstrahl hat, mit einer den Düsenkörper konzentrisch umgebenden und damit einen Ringspalt bildenden Düsenhülse, die eine mit der Durchlaßbohrung gleichachsige Austrittsöffnung für einen Schneidgasstrahl des an eine Gasquelle angeschlossenen Ring¬ spalts aufweist, wobei die Austrittsbohrung werkstückseitig vor der Durchlaßbohrung angeordnet und mit einem den Durch¬ messer der Durchlaßbohrung übersteigenden Durchmesser verse¬ hen ist.
Eine Düsenanordnung mit den vorgenannten Merkmalen ist aus JP 5-84589 A in: "Patents Abstracts of Japan" 1993, Vol.l7/No.410, See. M-1455 bekannt. Die Wand der den Ringspalt bildenden Düsenhülse steht mehr als 0,5 bis 5mm über das Ende des Düsenkörpers vor, um eine perfekte Abschir¬ mung gegen Umgebungsluft zu erreichen.
Aus der US 4 121 085 ist eine Düsenanordnung für das La¬ serstrahlschneiden bekannt, die einen dem fokussierten Laser- strahl angepaßten, diesen umgebenden kegelstumpfförmigen Du-
senkörper mit einer Durchlaßbohrung für den Laserstrahl hat, mit einer den Düsenkörper konzentrisch mit Abstand umgebenden Düsenhülse, die eine mit der Durchlaßbohrung gleichachsige Austrittsöffnung für einen Schneidgasstrahl aufweist, die werkstückseitig vor der Durchlaßbohrung des Düsenkörpers an¬ geordnet ist. Der Auslaßquerschnitt der Austrittsöffnung soll kleiner sein, als der Einlaßquerschnitt in den zwischen dem Düsenkörper und der Düsenhülse vorhandenen Raum. Auf diese Weise soll ein Gasrückstrom durch die Durchlaßbohrung erzeugt werden mit dem Ziel, die LuftZuführung zum Werkstück zu ver¬ meiden. Der Querschnitt des Raums zwischen dem Düsenkörper und der Düsenhülse ist nicht strömungsmäßig optimiert.
Aus der DE 36 37 568 AI ist eine Düsenanordnung für das Laserstrahlschneiden bekannt, die einen dem fokussierten La¬ serstrahl angepaßten, diesen umgebenden kegelstumpfförmigen Düsenkörper mit einer Durchlaßbohrung für den Laserstrahl hat, mit einer den Düsenkörper konzentrisch umgebenden und damit einen Ringspalt bildenden Düsenhülse, die eine mit der Durchlaßbohrung gleichachsige Austrittsöffnung für einen Schneidgasstrahl des an eine Gasquelle angeschlossenen Ring¬ spalts aufweist. Bei dieser bekannten Düsenanordnung ist die Düsenhülse auf den Düsenkörper aufgeschraubt und am Hül- seninnenmantel mit einzelnen, voneinander getrennten Längsnu- ten versehen. Wird die Hülse etwas abgeschraubt, so entsteht zwischen ihr und dem Düsenkörper ein konischer Ringspalt. Der Ringspalt umgibt die Durchlaßbohrung des Düsenkörpers mit ei¬ nem Abstand, der durch die Wandstärke des Düsenkörpers im Be¬ reich der Durchlaßbohrung bestimmt ist. Der austretende Schneidgasstrahl ist hohlzylindrisch. Diese bekannte Düsen¬ ordnung kann auch zum Schneiden eingesetzt werden, ist aber hierauf nicht spezialisiert und erzeugt wegen des hohlzylin- drischen Brenngasstrahls einen vergleichsweise großen Schneidspalt.
Aus der DE 38 24 047 AI ist eine Düsenanordnung mit ei¬ ner Düsenhülse bekannt, die einen kegelstumpfförmigen Düsen¬ körper konzentrisch umgibt und eine Bohrung aufweist, die werkstückseitig vor der Durchlaßbohrung angeordnet ist. Mit Hilfe dieser Bohrung der bekannten Düsenanordnung wird ein
Unterdruck auf der Werkstückoberfläche zur Wirkung gebracht, indem der Ringspalt zwischen Düsenhülse und Düsenkörper abge¬ saugt wird. Es findet eine erhebliche Strahlstörung im Be¬ reich der Austrittsbohrung statt, so daß diese Düsenanordnung für das Laserstrahlschneiden insbesondere dann nicht geeignet ist, wenn das Schneiden mit hohen Leistungen und/oder hohen Schneidgasdrücken durchgeführt werden soll, also beispiel¬ weise mit Laserleistungen von über 3 kW und Drücken von mehr als 10 bar.
Um Werkstücke mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit schneiden zu können, ist es zum Ausblasen des Materials aus der Schneidfuge bekannt, ein Schneidgas zu verwenden, das mit ho¬ her Geschwindigkeit zugeführt wird. Die Schneidgasgeschwin- digkeit liegt im Überschallbereich. Aus der DE 36 30 127 AI ist eine solche Düsenanordnung für das Laserstrahlschneiden bekannt, die einen dem fokussierten Laserstrahl angepaßten, diesen umgebenden kegelstumpfförmigen Düsenkörper mit einer Durchlaßbohrung für den Laserstrahl hat und die eine den Dü- senkörper konzentrisch umgebende Düsenhülse aufweist, welche mit dem Düsenkörper mehrere an eine Gasquelle angeschlossene Gasströmungskanäle bildet, die werkstückseitig von der Durch¬ laßbohrung für den Laserstrahl in eine von dem Düsenkörper und von der Düsenhülse gemeinsam gebildete Vereinigungskammer münden, von der aus ein einziger Gasstrahl durch eine Aus¬ trittsbohrung bei entsprechender Bemessung des Drucks des Gases mit Überschallgeschwindigkeit ausströmt. Dabei ist eine wesentlich langsamer strömende Gashülle zum Schutz gegen das Mitreißen von Gas aus der umgebenden Atmosphäre vorhanden. Die Austrittsbohrung ist von einer mit der Düsenhülse ver¬ schraubten Schutzkappe gebildet, die beim Schneiden auftre¬ tende Verschmutzungen fernhalten soll. Bei der vorgenannten Düsenanordnung ist der Durchmesser der Austrittsbohrung klei¬ ner, als der Durchmesser der Durchlaßbohrung für den Laser- strahl. Es ergibt sich eine Gasströmung, die im Hinblick auf Strömungsverluste und im Hinblick auf die Verläufe der Schneidgasströmung im Schneidspalt noch zu verbessern ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Dü- senanordnung mit den eingangs genannten Merkmalen so zu ver-
bessern, daß der die Düse verlassende Gasstrahl mit möglichst minimalen Strömungsverlusten, nämlich Impuls- und Massestrom¬ verlusten, aus der Düsenmündung zum Werkstoff geführt wird.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Austritts¬ querschnitt der Austrittsbohrung etwa gleich dem Übergangs¬ querschnitt des Ringspalts zur Austrittsbohrung ist.
Für die Erfindung ist von Bedeutung, daß eine Strömungs- Optimierung im Düsenauslaßbereich erfolgt. Im Austritt des konvergenten Spalts wird der durch den Ringspalt in Ringform vorliegende Gasstrahl in Richtung der Düsenachse parallel um¬ gelenkt und strömt als geschlossener Freistrahl voll aus der Düsenmündung bzw. aus der Austrittsbohrung der Düse. Die Um- lenkung des ringförmigen Strahls im Bereich der Düsenmündung erfolgt mit einem Minimum an Impulsverlusten, da es nicht zu einer Ausbildung von Verdichtungsstößen kommt. Erst außerhalb der Düsenmündung expandiert der Freistrahl in Richtung der Laserstrahlachse auf Überschallgeschwindigkeit.
Infolge der Strömungsverlustarmen Umlenkung des Ring¬ strahls in die Austrittsbohrung wird auch erreicht, daß der Leck-Gasstrahl durch die Laserdurchgangsbohrung minimiert wird. Der geringe Leckgasstrahl verringert eine Beimischung von Umgebungsluft in den Gasstrahl.
Um zu erreichen, daß innerhalb der Düsenanordnung eine optimale Schneidgasströmung auftritt, deren Strömungsverluste also möglichst gering sind, wird die Düsenanordnung so ausge- bildet, daß der Ringspalt und der Gasdruck derart bemessen sind, daß das Gas infolge der sich zur Austrittsbohrung hin verkleinernden Spaltquerschnittsfläche höchstens auf Schall¬ geschwindigkeit beschleunigt wird. Verdichtungsstöße können mit Sicherheit vermieden werden, so daß Strömungsverluste minimiert werden.
Eine weitere Verringerung von Strömungsverlusten läßt sich dadurch erreichen, daß der Übergangsquerschnitt des Ringspalts zur Austrittsbohrung durch eine Formgebung der Wand der Düsenhülse möglichst kontinuierlich verkleinert ist.
Um eine zutreffende Dimensionierung der Austrittsbohrung zu erreichen, wird die Düsenanordnung so ausgebildet, daß die Spaltweite des Ringspalts etwa wie folgt dimensioniert ist:
s = D/(2 cos (Ofe) ) * (1- (1-cos (Cfe) ) °-5) s = Spaltweite
D = Durchmesser der Austrittsbohrung (χs = Neigungswinkel des Ringspalts.
Damit ergeben sich für die technische Umsetzung einfach an¬ wendbare Konstruktionsrichtlinien.
Insbesondere bei höheren Schneidgeschwindigkeiten ist es wünschenswert, daß die Düse einen etwas größeren Abstand vom Werkstück hat. Dabei muß gewährleistet bleiben, daß der Gas¬ strahl sich nicht aufweitet und seine mechanische Wirkung im Schneidspalt beibehält. Um das zu erreichen, wird die Düsena¬ nordnung so ausgebildet, daß die Austrittsbohrung den Schneidgasstrahl in eine Düsenausnehmung überleitet, deren Ausgestaltung den Strahl geführt auf Überschallgeschwindig¬ keit expandieren läßt.
Der Durchmesser der Durchlaßöffnung des Düsenkörpers sollte so klein wie möglich ausgebildet werden, damit eine Einflußnahme auf die Gasströmung vermieden wird, und damit die Leckverluste durch den Düseninnenraum klein gehalten wer¬ den können. Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Düsenannord¬ nung in dieser Hinsicht zeichnet sich dadurch aus, daß der Durchmesser der Durchlaßbohrung gleich oder größer dem 1,5- fachen des Laserstrahldurchmessers im Bereich der Durchla߬ bohrung ist.
Düsenanordnungen werden hinsichtlich der den Laserstrahl fokussierenden Mittel unterschiedlich ausgebildet. Beim Ein¬ satz von fokussierenden Linsen ist es erforderlich, die Dü¬ senanordnung so auszugestalten, daß die Fokussierlinse und/oder ein den Laserstrahl transmittierendes Abschlußfen¬ ster durch den maximal möglichen Schneidgasdruck nicht zer- stört werden. Wird die Düsenanordnung also in Verbindung mit
einem solchen, den Laserstrahl durchlassenden Abschlußfenster versehen, so ist es sinnvoll, sie so auszubilden, daß der im Zutrittsbereich des Laserstrahls von einem transmittierenden Element abgeschlossene Innenraum des Düsenkörpers mit Druck- entlastungsbohrungen versehen ist. Die Druckentlastungsboh¬ rungen können insbesondere etwaige Druckspitzen abbauen, so daß das transmittierende Abschlußfenster bzw. die Fokussier- linse nicht beschädigt werden können.
Die Düsenanordnung kann so ausgebildet werden, daß der im Zutrittsbereich des Laserstrahls von einem transmittieren¬ den Element abgeschlossene Innenraum des Düsenkörpers an eine Gasquelle angeschlossen ist. Dabei wird der Innenraum des Dü¬ senkörpers in herkömmlicher Weise mit Gas beaufschlagt, das durch die Durchlaßbohrung für den Laserstrahl ausströmt und zentral im Gas des Ringspalts weiterströmt.
Die Düsenanordnung kann so weitergebildet werden, daß die kegelstumpfförmige Düsenhülse von einer damit einen wei- teren koaxialen Ringspalt bildenden äußeren Hülse umgeben ist, und daß die beiden Ringspalte an dieselbe oder an unter¬ schiedliche Fluidquellen angeschlossen sind. Diese Ausgestal¬ tung ist insbesondere für Düsenanordnungen geeignet, die in Verbindung mit einer Spiegeloptik eingesetzt werden. Bei An- Schluß der beiden Ringspalte an dieselbe Gasquelle kann der resultierende Schneidgasstrahl mit über den Querschnitt un¬ terschiedlichen Druck- und/oder Durchflußverhältnissen ausge¬ bildet werden. Bei Anschluß der beiden Ringspalte an unter¬ schiedliche Gasquellen ergeben sich entsprechende Druck- und/oder Durchflußverhältnisse der zusammengeführten unter¬ schiedlichen Einzelstrahlen. In Sonderfällen kann anstelle eines Gases auch eine Flüssigkeit als Fluid eingesetzt wer¬ den.
Die vorbeschriebene Düsenanordnung kann dadurch weiter¬ gebildet werden, daß der weitere Ringspalt in die Austritts¬ bohrung mündet oder eine davon separate, die Austrittbohrung mit Abstand umgebende Spaltmündung hat. Im ersten Fall wird das außen zuströmende Fluid Bestandteil des zentralen Gas- Strahls, wobei über die Ausbildung der Mündung des weiteren
Ringspalts Einfluß auf die Formung des Gasstrahls genommen werden kann. Im zweiten Fall ergibt sich ein separater Strahl, der beispielsweise eingesetzt wird, um Werkstückbe¬ reiche um den Schneidstrahl herum zu beeinflussen, z.B. abzu- schirmen.
Ein Zusatzgasstrahl hat häufig ganz unterschiedlichen Anforderungen zu entsprechen. Beispielsweise kann es sein, daß der Gasverbrauch gering sein soll. Für diesen Fall ist es zweckmäßig, die Düsenanordnung so auszugestalten, daß ein Ringspalt zur Ausbildung eines Zusatzgasstrahls an eine Boh¬ rung angeschlossen ist, die neben der Austrittsbohrung mün¬ det. Diese Bohrung ist vorzugsweise düsenachsparallel .
Für ähnliche Sonderzwecke kann die Düsenanordnung auch so gestaltet sein, daß die Düsenhülse einen vom Ringspalt ausgehenden vertikalen Schlitz hat, in den die Austrittsboh¬ rung integriert ist.
Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung darge¬ stellten Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigen:
Fig.l einen schematischen Querschnitt einer Du senanordnung zur Erläuterung ihrer grund sätzlichen Bestandteile,
Fig.2a-d die Einzelheit Z der Fig.l in unterschied¬ lichen Ausgestaltungen, Fig.3, 4 Einsatzvarianten der Düsenanordnung gemäß Fig.l mit und ohne transmittierendem Ab- schlußfenster,
Fig.5, 6 unterschiedliche Ausbildungen der Düsenan¬ ordnung zu radialen und axialen Mischung unterschiedlicher Gase, Fig.7, 8 unterschiedliche Ausbildungen der Düsenan- Ordnung zur Erzeugung konzentrischer Zu¬ satzstrahlen, und Fig.9, 10 unterschiedliche Ausgestaltungen einer Dü- anordnung mit nichtkonzentrischen Zusatz¬ gasstrahlen.
Die erfindungsgemäße Düsenanordnung 34 besteht im we¬ sentlichen aus eine Düsenkörper 10, der einen Innenraum 16 hat, welcher dem nicht dargestellten fokussierten Laserstrahl entsprechend angepaßt ist, sich also dem fokussierten Laser- strahl entsprechend verjüngt. Am in der Darstellung unteren, werkstückseitigen Ende des Düsenkörpers 10 ist eine Durchla߬ bohrung 11 für den Laserstrahl vorhanden. Der Durchmesser d dieser Durchlaßbohrung 11 sollte so klein wie möglich ausge¬ legt werden und orientiert sich am Durchmesser des fokussier- ten Laserstrahl d an dieser Stelle. Als Faustformel gilt etwa: d > 1,5 x di,
Der Düsenkörper 10 ist von einer Düsenhülse 13 umgeben, die einen komplexen Aufbau hat. Im Bereich des unteren Endes des Düsenkörpers 10 ist die Düsenhülse 13 ähnlich kegel- stumpfförmig ausgebildet, wie der Düsenkörper 10. Sie hat je¬ doch einen geringen Abstand zum Außenumfang 10 ' des Düsenkör¬ pers 10, so daß ein Ringspalt 12 gebildet wird. Dieser Ringspalt 12 erstreckt sich von einem mit einem Gaseinlaß 25 verbundenen Kesselraum 23 bis zu einer Düsenmündung 26, wo eine Austrittsbohrung 14 in der Düsenhülse 13 vorhanden ist. Es ergibt sich eine durchgehend strömungsmäßige Verbindung zwischen dem Gaseinlaß 25 und der Düsenmündung 26. Der Kes¬ selraum 23 ist ein den Düsenkörper 10 umgebender Ringraum, an den außer dem Gaseinlaß auch eine Anschlußbohrung 27 für eine Druckmessung angeschlossen ist. Infolgedessen kann eine Schneidgaszufuhr durch den Gaseinlaß 25 in Abhängigkeit von einer Druckmessung so durchgeführt werden, daß der sich dü¬ senintern aufbauende Arbeitsgasdruck einen vorbestimmten Wert erreicht bzw. nicht überschreitet und nicht unterschreitet. Der Aufbau des Arbeitsgasdrucks erfolgt wegen des sich von Kesselraum 23 bis zur Düsenmündung 26 verringernden Strö¬ mungsquerschnitts des Ringspalts 12. In diesem wird das Schneidgas bis höchstens auf Schallgeschwindigkeit beschleu- nigt.
Die in den Figuren 2a bis 2d in unterschiedlichen Ausge¬ staltungen dargestellte Einzelheit Z der Fig.l betrifft hauptsächlich die Gestaltung des Übergangs des Strömungsquer- Schnitts des Ringspalts 12 zum Strömungsquerschnitt der Aus-
trittsbohrung 14. Der Übergangsquerschnitt wird in Fig.2a da¬ durch bestimmt, daß der Düsenkörper 10 in Kegelstumpfform ausgebildet ist, während die Düsenhülse 13 außen ebenfalls kegelstumpfförmig ist, innen aber eine Formgebung der Wand 36 aufweist, die im wesentlichen bogentrichterförmig und im Übergangsbereich zwischen Ringspalt 12 und Düsenmündung 26 kontinuierlich gekrümmt ist, so daß eine umlaufende Kante nicht auftritt. Dementsprechend wird der Übergangsquerschnitt kontinuierlich verkleinert, wie sich aus dem der Fig.2a ne- benstehenden Diagramm ablesen läßt, in dem die Strömungsquer¬ schnittsfläche A in Abhängigkeit von der Laufkoordinate u dargestellt ist. Bei der Laufkoordinate ui ist eine Strö¬ mungsquerschnittsfläche Ai vorhanden, die größer ist, als eine Strömungsquerschnittsfläche A2 bei der Laufkoordinate U2 an der Düsenmündung 26. Das Diagrammm stellt die gewünschte kontinuierliche Verkleinerung des Übergangsquerschnitts dar. Dabei wurde angenommen, daß die Mantelfläche des Düsenkörpers 10 bis zur Kegelspitze 38 komplett vorhanden ist, eine effek¬ tive Störung durch die dargestellte Durchlaßbohrung 11 also nicht stattfindet. Es ist ersichtlich, daß sich die Strö¬ mungsquerschnittsfläche zur Düsenmündung 26 hin sprunglos verkleinert.
In den Figuren 2c, d sind die Durchlaßbohrung 11 und die Austrittsbohrung 14 jeweils in zylindrischer Ausbildung dar¬ gestellt. Diese Ausgestaltungen sind am einfachsten herzu¬ stellen. Die Weite des Ringspalts 12 ist bis zur zylindri¬ schen Austrittsbohrung 14 konstant. Durch Vergleich der Figu¬ ren 2c und 2d ist erkennbar, daß die äußere Mantelfläche des Düsenkörpers 10 jeweils gleich ist und gleich liegt. Der Übergangsquerschnitt vom Ringspalt 12 zur Austrittsbohrung 14 ergibt sich hier definitionsgemäß an der Umlaufkante 39 der Düsenhülse 13 und liegt senkrecht zur äußeren Mantelfläche des Düsenkörpers 10. Der Übergangsquerschnitt wurde in den Figuren 2c, 2d mit 40 bezeichnet. Durch Vergleich der Figuren 2c, 2d ist des weiteren ersichtlich, daß die Unterkante 41 des Düsenkörpers 10 umso näher an der Umlaufkante 39 liegt, je kleiner der Durchmesser d der Durchtrittsbohrung 11 ist. Je kleiner der Durchmesser d ist, desto relativ tiefer taucht
der Düsenkörper 10 bei ungeänderter Lage seiner Mantelfläche in Richtung Austrittsbohrung 14 ein.
Darüberhinaus ist aber in erster Linie von Bedeutung, daß der Durchmesser D der Austrittsbohrung 14 größer ist, als der Durchmesser d der Durchlaßbohrung 11 für den Laserstrahl. Außerdem ist die Spaltweite s gemäß Fig.2 von Bedeutung. Alle genannten Größen müssen so miteinander verknüpft werden, daß der durch den Ringspalt 12 geformte ringförmige Gasstrahl möglichst verlustfrei in Richtung der Laserstrahlachse 28 um¬ gelenkt wird. Dabei wird von folgender Beziehung ausgegangen:
AD = πD2/4
Des weiteren gilt:
As = πs(D-s cos (ots) )
D = Durchmesser der Austrittsbohrung 14 d = Durchmesser der Durchlaßbohrung 11 für den Laserstrahl s = Spaltweite CXs = Neigungswinkel des Spaltes
As = Austrittsfläche des Spaltes AD = Austrittsfläche der Austrittsbohrung
14.
Wenn man nun davon ausgeht, daß es für ein möglichst verlustfreies Strömungsverhalten des Gasstrahls von Bedeutung ist, daß As etwa gleich AD ist, so folgt aus den beiden vorge¬ nannten Gleichungen:
s = D/ (2 cos(θfe) ) * (1- (l-cos(θfe) ) °-5)
Der Durchmesser der Austrittsbohrung 14 liegt üblicher¬ weise bei 2 mm. Der Winkel 0Cs sollte möglichst spitz ausge¬ führt werden. Da jedoch die Form des fokussierten Laser¬ strahls den Winkel OCs begrenzt, muß üblicher Weise ein Winkel in der Größenordnung von OCs = 30° zugestanden werden. Daraus ergibt sich die erforderliche Spaltweite mit s = 0,73 mm.
Fig.2b entspricht in der Darstellung der Düsenmündung 26 der Darstellung in Fig.2a, läßt jedoch eine Düsenkrone 42 er¬ kennen, die an der Düsenspitze 43 vorgesehen ist. Die Befe- stigung der Düsenkrone 42 an der Düsenspitze 43 erfolgt z.B. durch Fügen. Auch eine einstückige Ausbildung ist möglich. Wesentlich ist eine Düsenausnehmung 37, die den Schneidgas¬ strahl von der Austrittsbohrung 14 an geführt auf Überschall¬ geschwindigkeit expandieren läßt. Das ist z.B. bei Anwendun- gen von Vorteil, bei denen der Schneidgasstrahl über eine längere Strecke zwischen dem Bearbeitungskopf und dem Werk¬ stück konstante Eigenschaften behalten soll. Er soll sich also insbesondere nicht aufweiten und im Schneidspalt die ge¬ wünschten mechanischen Eigenschaften beim Ausblasen des ver- brannten Werkstoffs entfalten. Das der Fig.2b nebengeordnete Diagramm stellt die Abhängigkeit der Strömungsquerschnittflä¬ che A von der Laufkoordinate u innerhalb der Düsenkrone 42 dar, wobei das Anwachsen der Querschnittsfläche außerhalb des Bereichs Düsenmündung 26 ersichtlich ist.
Die vorbeschriebenen Grundausbildungen der Düse lassen sich vorteilhaft in unterschiedlichen Konfigurationen anwen¬ den. Fig.3 zeigt eine Düsenanordnung, die in Verbindung mit einer Düsenhalterung 29 zusammen mit einer Spiegeloptik 35 eingesetzt wird, die den Laserstrahl der gestrichelten bzw. der strichpunktierten Linie entsprechend führt. Die strich¬ punktierte Linie betrifft die Laserstrahlachse 28 des fokus¬ sierten Laserstrahls, der durch die Düsenanordnung 34 bzw. durch den Düsenkörper 10 auf das zu schneidende Werkstück ge- richtet wird.
In Fig.4 wird der Laserstrahl mit einem transmittieren- den Element 15, nämlich einer Linse fokussiert, die den In¬ nenraum 16 des Düsenkörpers 10 nach oben abschließt. Es wird ein Schneidgasstrahl mit einem Ruhedruck ausgebildet, der un¬ abhängig von der mechanischen Zerstörschwelle des transmit- tierenden Elements 15 ist. Zur Druckentlastung des transmit- tierenden Elements bzw. der Linse 15 können Druckentlastungs¬ bohrungen 32 vorhanden sein.
Für einige Schneidanwendungen kann es notwendig sein, im
Zentrum des Gasstrahls eine andere Gasart einzustellen, als am Rand des Gasstrahls. Das ist z.B. beim Brennschneiden von Vorteil, wenn in der Nähe der Gasstrahlmitte, die mit der La- serstrahlachse zusammenfällt, zur Verbesserung der Energie¬ einkopplung reiner Sauerstoff eingesetzt wird, während am Rand des Gasstrahls ein den Oxidationsprozeß hemmendes Gas, wie Stickstoff oder ein Fluid, wie Wasser eingesetzt wird. Eine radiale Mischung oder Schichtung kann dadurch erreicht werden, daß ein Gas oder ein Gasgemisch zentral zugeführt wird, und zwar durch den Innenraum 16 des Düsenkörpers 10, durch den auch der fokussierte Laserstrahl geschickt wird. Die zweite Komponente des Gasstrahls wird durch den Ringspalt
12 zugeführt, so daß sich der gewünschte zusammenhängende, aber radial und axial unterschiedlich durchmischte Gasstrahl ergibt. Die Dosierung der Durchmischung erfolgt über das Druck- und/oder Durchflußverhältnis der zusammengeführten einzelnen Gasströme. Zusätzlich kann die Dosierung bzw. der Durchfluß durch eine mechanische Verstellung des Spalts im Sinne einer Änderung der Spaltweite eingestellt werden. Für die zentrale Zuführung von Gas ist ein transmittierendes Ab¬ schlußelement 15 erforderlich, wie es in Fig.5 dargestellt wurde. Durch die Bohrung 30 der Düsenhalterung 29 erfolgt die Gaszufuhr der Gassorte 1 und die Bohrung 31 dient der Druck- messung 1 dieses Gases. Die zweite Gassorte wird hingegen durch den Gaseinlaß 25 der Hülse 13 vorgenommen, an deren Bohrung 27 die zugehörige zweite Druckmessung erfolgt.
Ist ein transmittierendes Abschlußelement 15 gemäß Fig.5 nicht realisierbar, kann gemäß Fig.6 eine Düse eingesetzt werden, die außer der Düsenhülse 13 eine diese umgebende wei¬ tere äußere Hülse 18 hat, die mit dem Außenumfang der Hülse
13 einen weiteren koaxialen Ringspalt 17 einschließt. Während der innere Ringspalt 12 an den Kesselraum 231 angeschlossen ist, steht der äußere Ringspalt 17 mit einem weiteren Kessel¬ raum 232 in Verbindung, die jeweils einen separaten Gaseinlaß für die beiden Gassorten aufweisen und jeweils auch einen An¬ schluß 271 und 272 zur Druckmessung haben.
Die beiden Gassorten werden der Ausbildung der Düsenmün¬ dung entsprechend zusammengeführt. Gemäß Fig.6 mündet der äu¬ ßere Ringspalt 17 in die Austrittsbohrung 14. Demgegenüber zeigt Fig.7, daß der weitere Ringspalt 17 eine Spaltmündung 20 aufweist, die Abstand 19 von der Austrittsbohrung 14 hat und letztere also mit diesem Abstand 19 umgibt. Eine dement- sprechende Ausbildung von getrennten konzentrischen Gasstrah¬ len ist zu erwarten.
Eine gleichermaßen konzentrische Ausbildung voneiander getrennter Gasstrahlen ist bei einer Ausgestaltung der Düse gemäß Fig.8 zu erwarten. Diese weist jedoch die Besonderheit auf, daß beide Ringspalte 12,17 an denselben Kesselraum 23 angeschlossen sind, wobei der Ringspalt 17 über den Umfang verteilte Versorgungsbohrungen 33 hat.
Es versteht sich, daß eine Düsenanordnung gemäß Fig.8 einen vergleichsweise großen Verbrauch an Gas durch den äuße- ren beabstandeten Zusatzgasstrahl hat. Wenn dieser Gasver¬ brauch reduziert werden soll, kann eine Düsenanordnung gemäß Fig.9 zum Einsatz kommen, bei der der Ringspalt 12 nicht nur die Austrittsbohrung 14 speist, sondern auch eine Bohrung 21, die parallel zur Strahlachse 28 mit Abstand angeordnet ist und dementsprechend einen zweiten Strahl vergleichbar großen Querschnitts erzeugt.
Es ist möglich, den Zusatzgasstrahl so auszugestalten, daß er sowohl mit Abstand von der Laserstrahlachse 28 vorhan- den ist, als auch mit dem Gasstrahl der Austrittsbohrung 14 in Verbindung steht. Zu diesem Zweck wird die Düsenhülse 13 mit einem vom Ringspalt 12 ausgehenden vertikalen Schlitz 22 mit einer langlochartigen Mündung versehen, in die die Aus¬ trittsbohrung 14 integriert ist. Das wird in Fig.10 darge- stellt.