Mehrschichtiger Datenträger mit Deckschichten aus modifiziertem PET
Die Erfindung betrifft einen ein- oder mehrschichtigen Datenträger, wie z.B. Ausweiskarte, Bankkarte oder ähn¬ liches, der wenigstens eine Kunststoffschicht aufweist.
Datenträger, wie Ausweiskarten, Kreditkarten, Bankkar- ten, Paßpersonalisierungsseiten, Telefonkarten u. ä. haben im täglichen Leben hohe Bedeutung erlangt und sind weiterhin von zunehmender Wichtigkeit. Ihre Verbreitung und die Zahl der im Umlauf befindlichen Karten ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Hochwertige Karten, die beispielsweise im Sicherheitsbereich oder in Bereichen eingesetzt werden, in denen erhöhte mecha¬ nische Belastbarkeit gefordert ist, werden zumeist aus mehreren Schichten hergestellt. Dabei wird bevorzugt eine ein- oder beidseitig bedruckte Kernschicht von zwei transparenten Deckschichten abgedeckt.
Bei der Auswahl der verwendeten Kartenmaterialien hat sich insbesondere PVC bewährt. So ist aus der DE 30 48 736 AI beispielsweise eine einschichtige Ausweiskarte aus PVC bekannt, die mit Titan-Dioxid weiß eingefärbt wurde. Aber auch bei Karten, die aus mehreren Schichten bestehen, wird bevorzugt PVC verwendet. Denn dieses Ma¬ terial läßt sich zu Folien verarbeiten, die dann als Ausgangsstoff für die einzelnen Schichten erhebliche Vorteile gegenüber anderen Folienmaterialien bieten. So lassen sich die einzelnen Schichten laminieren, d. h. unter Druck und Wärme miteinander verbinden. Zusatzstof¬ fe, welche bestimmte Eigenschaften der PVC-Folie beein¬ flussen oder bestimmen, lassen sich sehr gut in das Ma- terial einbringen. So können beispielsweise transparente Schichten ebenso hergestellt werden wie opake. Weiterhin läßt sich dieser Kunststoff mit Pigmenten und anderen üblichen Zusatzstoffen mischen, so daß sich die Materi¬ aleigenschaften in weiten Bereichen einstellen lassen,
wobei etwa die Farbe, das Strahlungs-Absorptionsverhal¬ ten u. ä. eingestellt werden kann.
Es wurden auch schon mehrschichtige Ausweiskarten aus PVC vorgeschlagen, die beispielsweise aus einem bedruck¬ ten opaken Kartenkern sowie zwei transparenten Deckfo¬ lien bestehen (DE 30 29 939 AI) . Da alle Schichten aus dem gleichen Kunststoffmaterial bestehen, können sie auf einfache Weise zu einem Kartenlaminat verbunden werden.
PVC an sich hat im Licht der Umweltverträglichkeit je¬ doch den entscheidenden Nachteil, daß es sich kaum re- cyclen läßt. Die Entsorgung des Kunststoffes bereitet zudem erhebliche Schwierigkeiten, da bei der Verbrennung und Endlagerung von PVC Salzsäure entsteht. Darüber hin¬ aus wird PVC bei niedrigen Temperaturen leicht spröde, so daß die Karte leicht brechen kann.
Um einerseits die mechanischen Eigenschaften und die Temperaturstabilität von PVC-Karten zu verbessern und andererseits die Menge des eingesetzten PVCs zu reduzie¬ ren, wurde bereits vorgeschlagen, hochwertige Karten aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien herzu¬ stellen.
So ist aus der EP 430 282 A2 eine Karte bekannt, bei der jeweils die PVC-Deckschichten und die PVC-Kernschicht der Karte durch eine Schicht aus thermoplastischen Polyurethan (TPU) getrennt sind, so daß die mechanischen Eigenschaften verbessert werden. Die PVC-Schichten las¬ sen sich in solchen Karten auch durch andere Kunststof¬ fe, wie Polyethylen oder Polycarbonat ersetzen, ohne daß die mechanischen Eigenschaften der Karte negativ beein¬ flußt würden.
Nachteilig an derartigen Mehrschichtkarten ist jedoch, daß sich die unterschiedlichen Kunststoffe im Kartenver-
bund großtechnisch für Recycling-Prozesse kaum mehr trennen lassen. Am Ende der Lebensdauer der Karte kann im Recycling-Prozeß nur das zerkleinerte Kartenlaminat, d. h. eine Mischung der verwendeten Kunststoffe weiter- verarbeitet werden, so daß der Kartenverbund lediglich zu minderwertigen Kunststoffartikeln verarbeitet werden kann, an die keine hohen Anforderungen im Hinblick auf Farbe und mechanische Eigenschaften gestellt werden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, einen Da¬ tenträger und ein Verfahren zu seiner Herstellung vorzu¬ schlagen, der bei günstigen mechanischen, optischen und thermischen Eigenschaften gut recyclebar und umweltver¬ träglich entsorgbar ist.
Diese Aufgabe wird durch die im Hauptanspruch angegebe¬ nen Merkmale gelöst.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, statt des bisher für Datenträger verwendeten PVCs ein thermisch nicht rekristallisierendes Polyester einzusetzen. Dieses Material zeichnet sich dadurch aus, daß es einerseits bei thermischen Verarbeitungsprozessen seine Transparenz nicht verliert und andererseits durch Zugabe von Farb- Stoffen oder Pigmenten leicht eingefärbt werden kann.
Ein- oder mehrschichtige Datenträger aus thermisch nicht rekristallisierenden Polyester gewährleisten daher das gewohnte äußere Erscheinungsbild des Datenträgers und zusätzlich dessen umweitschonende Endlagerung oder Re- cyclebarkeit. Darüber hinaus weisen die erfindungsge¬ mäßen Datenträger gegenüber den herkömmlichen, PVC ent¬ haltenden Datenträgern verbesserte mechanische Eigen¬ schaften auf.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung be¬ steht in der Einsparung von Energie, welche durch eine niedrigere Verarbeitungstemperatur erreicht werden kann.
Hierdurch lassen sich außerdem die Herstellungszyklus¬ zeiten verringern.
Sofern bei der Herstellung des Datenträgers ein Prozeß angewendet werden soll, bei dem die thermisch nicht re¬ kristallisierenden Polyester einem thermischen Form¬ oder Preßprozeß unterworfen werden, wie beispielsweise dem Spritzgießen oder Laminieren, können die thermisch nicht rekristallisierenden Polyester an den beheizten Form- oder Preßplatten haften bleiben, so daß keine glatten Oberflächen hergestellt werden können bzw. der thermische Formprozeß völlig fehlschlägt.
Um dies zu verhindern, können die beheizten Form- oder Preßteile mit Antihaftmitteln versehen werden. Diese
Vorgehensweise birgt bei der Herstellung von Datenträ¬ gern jedoch den Nachteil in sich, daß die Form- oder Preßplatten ständig gereinigt und die Beschichtung er¬ neuert werden muß. Darüber hinaus lagert sich ein Teil des Antihaftmittels in hoher Konzentration auf der Ober¬ fläche des Datenträgers ab, so daß an der Oberfläche des Datenträgers eine zusätzliche, unerwünschte Schicht ent¬ steht, die ein Bedrucken, Lackieren sowie das Aufbringen von zusätzlichen Elementen beeinträchtigt.
In einer Weiterbildung der Erfindung wird daher zumin¬ dest der für die Deckschichten des Datenträgers verwen¬ dete, thermisch nicht rekristallisierende Polyester mit einem Zusatz, einem sogenannten Anti-Blockmittel, verse- hen, so daß die Haftung des thermisch nicht rekristal¬ lisierenden Polyesters an den Guß-, Spritzguß- oder La- minierformen verhindert wird.
Für die Herstellung kartenförmiger Datenträger eignet sich aus der Gruppe der thermisch nicht rekristallisie¬ renden Polyester insbesondere chemisch modifiziertes Polyethylenterephthalat (PET) , dessen Struktur bei-
spielsweise mit Glykol und Cyclohexan-Dimethanol (CHDM) so modifiziert wird, daß eine thermische Kristallisation des PET ausgeschlossen ist. Derartige Materialien lassen sich beispielsweise dadurch herstellen, daß während der Synthese des PET Glykol und CHDM zugesetzt werden, die in die Hauptkette des PET eingebaut werden, wobei ther¬ misch nicht rekristallisierendes PETG entsteht.
In einer ersten Ausführungsform besteht der erfindungs- gemäße Datenträger aus drei thermisch nicht rekristalli¬ sierenden, mit Glykol und CHDM modifizierten PETG- Folien. Das für die Kernschicht verwendete PETG wird da¬ bei zusätzlich durch Zugabe von Pigmenten so modifi¬ ziert, daß die daraus hergestellte Folie opak ist und den gewünschten Grundfarbton aufweist. Hierbei läßt sich beispielsweise Ti02 verwenden, das zu einer weißen Fär¬ bung der Kernschicht führt. Diese Kernschicht kann ein- oder beidseitig bedruckt werden. Ober- und Unterseite der Kernschicht werden mit je einer transparenten PETG- Folie abgedeckt, in welche jeweils geringe Anteile eines Anti-Blockmittels eingemischt sind. Die Schichten werden bei einer Temperatur von 100° C laminiert. Dadurch ver¬ binden sich die transparenten Deckschichten fest mit der Kernschicht, wobei das in den Deckschichten enthaltene Anti-Blockmittel eine Haftung der Karte an den Laminier- platten verhindert. Es entsteht eine von außen durch zwei transparente Deckschichten geschützte Karte. Sofern in eine oder beide Deckschichten im nachhinein mit Hilfe eines Laserstrahls Daten eingebracht werden sollen, muß die zu beschriftende PETG-Folie zusätzlich mit einem lasersensibilisierenden Stoff, versehen werden. Als be¬ sonders vorteilhaft hat sich dabei herausgestellt, die transparente Deckfolie mit Ruß zu versehen. Die Konzen¬ tration des sensibilisierenden Stoffes ist dabei so zu wählen, daß einerseits eine einwandfreie Beschriftung erzeugt werden kann, jedoch andererseits keine Beein¬ trächtigung der Transparenz der Folie eintritt.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Weiterbildungen werden anhand der nachstehenden Figuren erläutert, bei denen zugunsten der Anschaulichkeit auf eine maßgetreue Wie¬ dergabe verzichtet wurde. Im einzelnen zeigen die Figu- ren schematisch:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Ausweiskarte;
Fig. 2 den Querschnitt der Ausweiskarte entlang der Schnittlinie AB;
Fig. 3 den Querschnitt durch einen modifizierten er¬ findungsgemäßen Datenträger;
Fig. 4 das Prinzip der Coextrusion einer Folienbahn in Seitenansicht;
Fig. 5 den Querschnitt durch einen weiteren modifi¬ zierten erfindungsgemäßen Datenträger.
Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Datenträger in Form einer Karte mit einem von der Vorder- und/oder Rückseite der Karte sichtbaren Aufdruck 2 sowie mit Daten 3, die mit einem Laser eingebracht wurden. Der Datenträger kann optional mit einem integrierten Schaltkreis 15 ausge¬ stattet sein sowie weitere Elemente, wie etwa einen Un¬ terschriftsstreifen, einen Magnetstreifen oder optische Datenaufzeichnungsbereiche, aufweisen.
Fig. 2 zeigt den Querschnitt durch eine erste Ausfüh¬ rungsform der Karte entlang der Schnittlinie A-B. Die Karte besteht aus einem opaken Kartenkern 4 sowie zwei, den Kartenkern jeweils abdeckenden transparenten Deck¬ schichten 5 und 12. Die Kernschicht 4 trägt Druckbildda- ten 6, die auf der Vorder- und/oder Rückseite der Kern¬ schicht vorliegen.
Nach der Fertigstellung der Karte werden zusätzlich La¬ serdaten 3 in die Deckschicht 5 eingebracht. Die Kern¬ schicht 4 sowie die Deckschichten 5 und 12 der-Karte bestehen aus modifiziertem, thermisch nicht rekristalli- sierendem Polyester, beispielsweise einem thermisch nicht rekristallisierenden Polyethylenterephthalat (PETG) , bei dessen Herstellung die Hauptkette mit Glykol und CHDM modifiziert wurde. Derartige spezielle Poly¬ ester zeichnen sich dadurch aus, daß sie nach einer Er- wärmung über den Schmelzpunkt und einem darauffolgenden Abkühlvorgang unabhängig von der Abkühlgeschwindigkeit keine Kristallite ausbilden und somit transparent blei¬ ben.
Es versteht sich von selbst, daß auch andere Ausführun¬ gen, wie eine ganz oder teilweise transparente Kern¬ schicht, transluzente Deckschichten sowie lediglich in Teilbereichen opake Deckschichten, zur Herstellung der erfindungsgemäßen Karte verwendet werden können. Ebenso kann der Kartenkern lediglich einseitig bedruckt sein. Die Laserdaten können in eine oder beide Deckschichten oder bei entsprechender Sensibilisierung auch in die Kernschicht eingebracht werden.
Bereits während der Herstellung der Kern- und Deckfolien werden die erforderlichen Zusatzstoffe, wie Pigmente, Strahlungsabsorptionsstoffe u. ä. , zugegeben, die der fertigen Karte das gewünschte äußere Grunderscheinungs¬ bild sowie ihre Grundeigenschaften verleihen.
Zur Herstellung der Karte werden zunächst die Folien mit den jeweils erforderlichen Eigenschaften produziert. Die Dicke der Folien wird dabei so gewählt, daß die Gesamt¬ dicke des Kartenlaminats die gewünschte Schichtdicke der Karte erreicht. Für Karten wird die Kernschichtfolie bevorzugt in einer Dicke von 200 bis 650 μm und die Deckschichtfolie in einer Dicke von 50 bis 300 μm herge-
stellt. Um die Haftung der Deckfolien an der Kernschicht zu verbessern, können die Deckfolien unmittelbar nach deren Herstellung gewalzt werden, wobei die Oberfläche durch Aufrauhen vergrößert wird. Die Kernschichtfolie wird anschließend endlos, in Bogenform oder in Form von Einzelkarten bedruckt. Die Kernschichtfolie wird nach dem Bedrucken beidseitig mit transparenten PETG-Folien abgedeckt, denen Anti-Blockmittel zugesetzt sind. Für die Anti-Blockmittel kommen insbesondere Kohlenwasser- Stoffe wie Paraffine oder Polyethylenwachs, Fettalkoho¬ le, wie beispielsweise Stearylalkohol, höhere Carbonsäu¬ ren oder Metallsalze, wie Montansäure, Calciumstearat, Zinkstearat, Calciummontanat oder Montanwachse wie Mon¬ tansäureesterwachs oder teilverseiftes Montansäureester- wachs in Frage.
Bei der Menge der zugegebenen Anti-Blockmittel ist dar¬ auf zu achten, daß soviel Anti-Blockmittel zugegeben wird, daß einerseits eine hinreichende Ablösbarkeit von den La inierplatten gewährleistet ist und andererseits die Verbindung der Schichten untereinander beim Laminie- ren nicht durch die Menge der Anti-Blockmittel verhin¬ dert wird. Für ein Kartenlaminat aus PETG hat es sich als günstig erwiesen, je nach eingesetztem Anti-Block- mittel einen Anteil von 0,1 bis 3% bezogen auf das Ge¬ wicht des Polymeres einzusetzen. Als besonders vorteil¬ haft hat es sich herausgestellt, die Menge des Anti- Blockmittels zwischen 0,5 und 2 Gew.% zu wählen.
Den für die Deckschicht verwendeten PETG-Folien können weitere Zusätze zugegeben werden, die beispielsweise eine Beschriftung mit einem Laserstrahl ermöglichen. Hierbei können insbesondere Ruß, Graphit oder andere, die Energie des jeweils verwendeten Laserstrahls absor- bierende Stoffe eingesetzt werden. Bei der Menge aller zugegebenen Stoffe ist jedoch darauf zu achten, daß die gewünschte Transparenzeigenschaft der PETG-Deckfolie
nicht negativ beeinflußt wird, um die Erkennbarkeit des auf der Kernschicht befindlichen Drucks zu gewährlei¬ sten. Die Verwendung transluzenter oder nur in Teilbe¬ reichen opaker Deckschichten eröffnet hierbei allerdings interessante gestalterische Möglichkeiten. Es ist dar¬ über hinaus auch möglich, eine der Deckschichten opak ausgestalten, wobei hier bevorzugt die rückwärtige Kar¬ tenschicht in Frage kommt.
Darüber hinaus ist es auch möglich, die Eigenschaften der PETG-Karte im Hinblick auf das Auf- oder Einbringen von Daten mit Hilfe eines Lasers durch weitere Zusatz¬ stoffe zu verbessern. Hierbei kommen insbesondere schnell und sensibel carbonisierende Kunststoffe, also im wesentlichen Polycarbonat, in Betracht. Diese Kunst¬ stoffe werden vor dem Einmischen compoundiert, d.h. es wird ein Masterbatch auf Basis des thermisch nicht re¬ kristallisierenden Polyesters in entsprechender Konzen¬ tration mit den Zusatzstoffen hergestellt, und dem PETG zugegeben. Mit Hilfe dieser Zusatzstoffe kann die Erzeu¬ gung von Halbtonbildern, also insbesondere die Erzeugung von Fotos oder anderen Graustufenbildern erheblich ver¬ bessert werden. Je nach Anwendungsfall steht es dem Fachmann dabei offen, auch eine Kombination aus ver- schiedenen lasersensiblen Zusatzstoffen zu verwenden um die für den jeweiligen Anwendungsfall optimalen Bedin¬ gungen zu schaffen.
Durch die Zugabe weiterer Zusätze lassen sich die Eigen- Schäften der PETG-Karte weiterhin positiv beeinflussen. So kann die Temperaturstabilität der Karte durch die Zugabe von Stoffen verbessert werden, die aus der Gruppe der Polyester stammenden Polyethylennaphtalate ausge¬ wählt werden. Grundsätzlich läßt sich über die Konzen- tration der beigemischten Zusatzstoffe jede beliebige Temparaturstabilität bis etwa 100 °C einstellen. Dabei werden Konzentrationen gewählt, die in einem Bereich von
5 bis 45 %, insbesondere von 10 bis 25 % liegen. Die Zugabe derartiger Zusatzstoffe bewirkt dabei gleichzei¬ tig eine Verbesserung der Schlagzähigkeit, was-si-ch ins¬ besondere beim Hochprägen der Karte positiv auswirkt.
In Fig. 3 ist ein weiterer möglicher Schichtaufbau der Karte im Querschnitt gezeigt. Die ein- oder beidseitig bedruckte Kartenkernschicht 4 ist wiederum aus einer opaken PETG-Folie hergestellt und wird beidseitig von transparenten PETG-Schichten 5 und 12 abgedeckt. Zur Gewährleistung einer guten Ablösbarkeit von den Lami- nierplatten werden die Schichten 5 und 12 so herge¬ stellt, daß lediglich die unmittelbar unter der äußeren Oberfläche der Schichten 5 und 12 liegenden Volumenbe- reiche 13 und 14 mit Anti-Blockmitteln angereichert sind. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, daß we¬ sentlich weniger Anti-Blockmittel in das PETG einge¬ mischt werden muß und dennoch das Ablösen der Karte von den Laminierplatten gewährleistet wird.
Wie in Fig. 4 in Seitenansicht schematisch gezeigt, kann zur Herstellung der in Fig. 3 beschriebenen Deckschicht 5 und 12 beispielsweise eine PETG-Folie ohne Anti-Block¬ mittel 9 zusammen mit einer PETG-Folie mit Anti-Block- mittein 10 aus zwei verschiedenen Düsen 7, 8 eines Ex¬ truders coextrudiert werden. Die Schichtdicken dieser beiden Folien lassen sich jeweils separat einstellen, wobei die gewünschte Gesamtschichtdicke einer Deckfolie 5, 12 von etwa 50 bis 200 μm eingestellt werden kann. Der Schichtstärkenanteil der PETG-Folie mit Anti-Block¬ mittel zur Schichtstärke des PETG ohne Anti-Blockmittel liegt dabei bevorzugt zwischen 1:1 und 1:5, d.h. die Schichtdicke der PETG-Folie mit Anti-Blockmittel bewegt sich vorzugsweise im Bereich von 10 bis 100 μm.
Aus einer Extruderdüse 7 wird hierzu das PETG ohne Anti- Blockmittel extrudiert und darüberliegend aus einer Ex¬ truderdüse 8 eine dünne Schicht PETG mit Anti-Blockmit-
tel. Die PETG-Bahn ohne Anti-Blockmittel 9 läuft dann mit einer auf ihr aufgebrachten PETG-Bahn mit Anti- Blockmittel 10 auf ein Walzenpaar 11 zu, welches die beiden Folien so miteinander verbindet, so daß die Deck- folie 5, 12 entsteht, die in ihrem Oberflächenbereich mit Anti-Blockmitteln angereichert ist.
Zur Erzeugung der in ihrem Oberflächenbereich mit Anti- Blockmitteln angereicherten PETG-Bahn besteht jedoch auch die Möglichkeit, eine PETG-Bahn ohne Anti-Blockmit¬ tel mit einer PETG-Bahn mit Anti-Blockmitteln zu be¬ schichten. Dies ist insbesondere dann von großem Vorteil wenn die Beschichtungsstärke zwischen 1 und 20 μm liegen soll. Aus den beiden geschilderten Verfahren zur Her- Stellung der Deckfolien wird jeweils dasjenige ausge¬ wählt, mit welchem die gewünschten Dicken von PETG mit Anti-Blockmittel am besten erzielt werden können.
Fig. 5 zeigt einen Querschnitt durch eine weitere Aus- führungsform des erfindungsgemäßen Datenträgers. Der Datenträger besteht in diesem Fall lediglich aus zwei Deckfolien, die aus PETG hergestellt und zumindest in Teilbereichen ihres Volumens mit einem Anti-Blockmittel versehen wurden. Diese Folien werden miteinander lami- niert und weisen bevorzugt gleiche Dicke auf. Zum Ein¬ bringen von Druckbilddaten wird die innere Oberfläche der unteren Folie 12 vor dem Laminieren mit einem Druck¬ bild 6 versehen. Die Schicht 12 selbst ist opak. Das Druckbild kann dann durch die transparente zweite Schicht 5 hindurch betrachtet werden. Nach Fertigstel¬ lung des Datenträgers lassen sich darüber hinaus Laser¬ daten 3 in die Schicht 5 einschreiben.
Besonders interessante Varianten lassen sich herstellen, wenn auch die Schicht 12 nicht opak, sondern zumindest in Teilbereichen transparent ist. In diesem Fall ent¬ steht ein an den nicht bedruckten Stellen vollständig transparenter Datenträger, der sogenannte Durchsichts-
fenster in nahezu beliebiger geometrischer Form auf¬ weist. Selbstverständlich lassen sich die Druckbilddaten auch auf die innere Oberfläche der Schicht 5 vor dem Laminieren auftragen. Darüber hinaus können die Laserda- ten 3 sowohl zusätzlich wie auch ausschließlich in der Schicht 12 eingebracht werden, wenn auch diese Schicht für die Laserstrahlung sensibilisiert ist. In einer wei¬ teren Ausführungsform ist es möglich, der Schicht 5 und/oder 12 lediglich soviel Farbstoffe oder Pigmente zuzugeben, daß die Schichten transluzent sind, d.h. al¬ so, daß die Druckbilddaten durch die Schicht 12 hindurch zwar erkennbar, jedoch mit der Farbe der Schicht 5 über¬ lagert werden. Sofern für die Schichten 12 und 5 unter¬ schiedliche Farbtöne gewählt werden, und die Karte von beiden Seiten transluzent ist, läßt sich das Druckbild von der Vorder- und Rückseite betrachten, wobei das Druckbild dann jeweils von unterschiedlichen Farbtönen überlagert ist.
Anhand des folgenden Beispiels soll eine Ausführungs¬ form des erfindungsgemäßen Datenträgers sowie das Ver¬ fahren zu seiner Herstellung exemplarisch erläutert wer¬ den:
Es wird eine opak weiße Kernschichtfolie aus PETG herge¬ stellt, wobei zu je 90 Teilen PETG 10 Teile Ti02 zuge¬ mischt und homogen in der Schmelze verteilt werden. An¬ schließend wird eine 630 μm starke Folie zur Verwendung als Kernschichtfolie gezogen. Zur Herstellung der Deck- folien werden 98,5 Teile transparente PETG mit 1,5 Tei¬ len Amidwachs vermischt und eine Deckfolie in einer Stärke von 100 μm hergestellt. Die Kernschicht wird be¬ druckt und anschließend bei 100° C mit den transparenten Deckschichten laminiert, so daß eine Karte mit einer Ge- samtdicke von 830 μm entsteht.
Für sicherheitstechnisch weniger relevante Anwendungen kann der erfindungsgemäße Datenträger auch einschichtig, d.h. lediglich aus einer einzigen Schicht eines ther¬ misch nicht rekristallisierenden Polyesters hergestellt werden. In Fig. 6 ist schematisch der Querschnitt durch eine derartige Karte gezeigt. Die Karte besteht bei¬ spielsweise vollständig aus einer PETG-Schicht 16, die bevorzugt opak ist. Auch bei dieser Ausführungsform las¬ sen sich Druckbilddaten 6 auf der Kartenoberfläche auf- drucken. Sofern der thermisch nicht rekristallisierende Polyester mit einem lasersensibilisierenden Stoff ver¬ sehen wurde, können darüber hinaus auch Laserdaten 3 in das Innere der Karte eingebracht werden, die jedoch zu¬ mindest dann in den unbedruckten Teilen der Karte liegen müssen, wenn die Druckfarbe des Aufdrucks 6 für die La¬ serstrahlung nicht transparent ist. Eine derartige Karte läßt sich beispielsweise dadurch herstellen, daß bereits die Folie aus dem thermisch nicht rekristallisierenden Polyester in der gewünschten Kartenschichtdicke, Farbe und mit den übrigen gewünschten Eigenschaften herge¬ stellt wird. Die Folie kann anschließend in Bögen oder Einzelkarten ausgestanzt und die Stanzelemente anschlie¬ ßend bedruckt werden.
Eine weitere Möglichkeit, derartige einschichtige Karten herzustellen, besteht darin, das bevorzugt opake, ther¬ misch nicht rekristallisierende Polyester im bereits bekannten Spritzgußverfahren in die Form des Datenträ¬ gers, insbesondere die einer Karte zu bringen. Dabei wird das thermisch nicht rekristallisierende Polyester aufgeschmolzen und in die Spritzgußform gepreßt, so daß der Kartenkörper entsteht. Dieser läßt sich, wie bereits beschrieben, mit Druckbilddaten 6 und gegebenenfalls Laserdaten 3 versehen.
Selbstverständlich können auch die übrigen bekannten Spritzgußtechniken zur Herstellung einer Karte aus ther-
misch nicht rekristallisierenden Polyester angewandt werden, wobei insbesondere an das Umspritzen oder Aus¬ spritzen von Papier- oder Kunststoffblättern gedacht ist, bei denen ein in der Spritzgußform eingesetztes Papier-oder Kunststoffblatt ein- oder beidseitig mit dem transparenten, thermisch nicht rekristallisierenden Polyester versehen wird.
Unabhängig von den geschilderten Herstellungsverfahren können die Karten nach den üblichen Verfahren weiterver¬ arbeitet werden. Dabei läßt sich in den bekannten Tech¬ niken ein Unterschriftsstreifen aufbringen, ein IC-Bau¬ stein einsetzen und/oder die Karte prägen.