VORRICHTUNG ZUR FLUI D-LEITUNG ZWISCHEN EINEM DURCH
EINE FESTE OBERFLÄCHE BEGRENZTEN RAUM UND EINEM KANAL,
SOWIE VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG DER VORRICHTUNG
Die Erfindung liegt auf dem Gebiete der Leitung von bewegten Fluiden und betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Herstellung der Vorrichtung nach den Oberbegriffen der entsprechenden, unabhängigen Patentansprüche. Die Vorrichtung dient der Leitung von Fluiden zwischen einem Raum, der mindestens teilweise von einer festen, vom Fluid zu passierenden Oberfläche begrenzt ist, und einem Kanal, durch den das Fluid zu- oder abgeführt wird.
Fluide werden für verschiedenste Zwecke mittels Pumpen oder ähnlichen Fluid-Fördermitteln in Kanalsystemen transportiert. Eine Vielzahl derartiger Fluid-Leitungssysteme mit Fluid-Fördermitteln dienen dazu, ein Fluid für eine spezifische Wirkung in einen Raum zu bringen, oder aus einem Raum abzu¬ führen, wobei das Fluid zwischen Raum und Kanal durch Öffnungen in der den Raum begrenzenden Oberfläche bzw. durch ein offenes Kanalende ge- fördert werden.
Beispiele solcher Fluid-Leitungssysteme sind Systeme zum Evakuieren von Räumen, Systeme zum Begasen von Räumen, Systeme zum Heizen oder Küh¬ len von Räumen durch Transport von fluiden Wärmeträgern durch die Räume oder Systeme zum Entfernen von Festkörpern oder anderen Fluiden aus Räu- men durch Ausnützung der kinetischen Energie von in die Räume zugeführ¬ ten Fluiden. In vielen dieser Anwendungen wäre es aus verschiedensten Grün¬ den wünschenswert, das Fluid sozusagen als Kontinuum durch die den Raum begrenzende Oberfläche transportieren zu können, derart, dass alle Punkte dieser Oberfläche bezüglich Fluid-Durchleitung identisch wären. Dieser Wunsch wird gemäss dem Stande der Technik näherungsweise erfüllt dadurch, dass eine grössere Anzahl von sich in den Raum öffnenden Kanalenden vor¬ gesehen werden, oder dadurch, dass grössere Kanalenden mit einer porösen Wandung abgeschlossen werden, wobei zwischen Kanalende und poröser Wandung ein Verteilerraum vorgesehen wird. Je feiner die Poren derartiger poröser Wandungen sind, desto höher ist das Druckgefälle, das notwendig wird, um das Fluid durch die Wand zu fördern, was wiederum die Anforde¬ rungen an die mechanische Stabilität der Wand erhöht. Aus diesen Gründen ist für jede Anwendung ein Verfahrens-ökonomisches Optimum zu suchen zwischen einer für die Anwendung noch genügenden Flächen-Kontinuität der Fluidförderung über die ganze zu durchströmende Oberfläche und einer noch akzeptablen Grosse der notwendigen Druckdifferenz.
Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, die es erlaubt, das oben genannte Optimum zu einer besseren Fluidkontinuität über die vom Fluid zu durchströmende Oberfläche zu verschieben, ohne auf der Seite der Druckdifferenz einen erhöhten Aufwand in Kauf nehmen zu müssen. Dies heisst mit anderen Worten: es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Vor¬ richtung zur Fluidleitung zwischen einem durch eine Oberfläche begrenzten Raum und einem Kanal zu schaffen, wobei die Kontinuität des Fluidflusses
durch die ganze Oberfläche sehr gut ist, der für die Förderung des Fluides notwendige Aufwand aber denjenigen bekannter derartiger Anordnungen nicht übersteigt oder gar tiefer ist. Ferner ist ein Verfahren anzugeben zur Herstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die Vorrichtung und das Verfahren zur Herstellung der Vorrichtung, wie sie in den Patentansprüchen definiert sind.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung besteht aus einem gröber porösen Form¬ stück, dessen Oberfläche, da wo sie vom Fluid durchströmt werden soll, eine feiner poröse Oberflächenschicht trägt und auf den anderen Oberflächenbe¬ reichen Fluid-undurchlässige Abschlussmittel, die durch mindestens eine Ka- nalanschlussöffnung unterbrochen sind. Dabei sind mindestens das gröber poröse Formstück und die feiner poröse Oberflächenschicht als ein Kunst¬ stoffkörper ausgestaltet, durch den sich ein dreidimensionales Netz von Poren zieht, welche Poren sich verfeinernd aber kontinuierlich vom Formstück in die Oberflächenschicht und zu deren äusserer Oberfläche führen. Die Fluid-un- durchlässigen Abschlussmittel können als porenlose Abschlussschicht dessel¬ ben Kunststoffkörpers ausgebildet sein oder es kann sich um einen separaten Teil handeln, der mit geeigneten Mitteln mit dem Kunststoffkörper verbunden ist.
Das gröber poröse Formstück, die feiner poröse Oberflächenschicht und gege¬ benenfalls die porenlose Abschlussschicht bestehen vorteilhafterweise aus demselben ausgehärteten Kunststoff, wobei in den Kunststoff im Bereiche der Oberflächenschicht kleinere Partikel, im Bereiche des Formstücks grössere Partikel und im Bereiche der Abschlussschicht keine Partikel eingelagert sind.
Der Gewichtsanteil der Partikel ist dabei in der Oberflächenschicht und im Formstück grösser als der Gewichtsanteil des Kunststoffs und er ist in der Oberflächenschicht meist kleiner als im Formstück.
Zur Herstellung der Vorrichtung werden verschiedene Mischungen von Parti¬ keln und noch nicht ausgehärtetem Kunststoff hergestellt, werden diese Mi¬ schungen in geeigneten Formen aufeinander geschichtet, verdichtet (gegebe¬ nenfalls einzeln) und zusammen ausgehärtet.
Ein für die Herstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung insbesondere geeigneter Werkstoff ist beschrieben in der Publikation EP-486421. Der Werkstoff besteht aus einem ausgehärteten Kunststoff, beispielsweise ein Kunststoff auf Epoxidbasis, in den Partikel mit einer vorzugsweise unregel- mässigen Form eingelagert sind derart, dass der Werkstoff eine in allen Rich¬ tungen durchgehende Porosität aufweist. Die Partikel bestehen vorzugsweise aus Aluminium oder aus einer Aluminiumlegierung, können aber auch aus einem anderen Metall oder aus einem keramischen Material bestehen.
Der Werkstoff kann in einem zweistufigen Verfahren hergestellt werden, indem zuerst die Partikel mit einem Teil des noch nicht ausgehärteten Kunst¬ stoffs bzw. mit entsprechenden Komponenten des Kunststoffs, beispielsweise mit einem Teil der Harzkomponente (ohne Härter) geknetet werden. Es entsteht dadurch ein giess- oder streichbares Gemisch, in dem die Partikel in Clustern zu beispielsweise fünf bis zwanzig Partikeln auftreten, wobei die Clustergrösse vom Mischverhältnis Kunststoff/Partikel, von der Partikelgrösse, von der Knetdauer und der Knetintensität abhängig ist. Die Clustermischung stellt ein aufbewahrbares Zwischenprodukt dar, in dem aber die Porosität
eines daraus herzustellenden Köφers bereits mindestens partiell vorbestimmt ist. In einem zweiten Schritt wird die Clustermischung mit dem Rest des Kunststoffes bzw. Rest von Kunststoffkomponenten (z.B. Härter) zusammen¬ gegeben, gemischt, in eine Form gefüllt, durch Pressen oder Vibrieren ver¬ dichtet und ausgehärtet, wobei die Porosität des feπigen Produktes insbeson¬ dere von der Verdichtung endbestimmt wird.
Der Werkstoff kann auch mit einem einzigen Misch-/Knetschritt hergestellt werden, wobei eine Mischung von Partikeln mit der gesamten, zu verarbeiten¬ den Menge bzw. allen Komponenten des Kunststoffes durch Mischen und Kneten hergestellt, geformt, verdichtet und ausgehärtet wird. Die Porosität des fertigen Werkstoffes ist dann insbesondere bestimmt durch die Partikel- grösse, deren Gewichtsanteil in der Partikel/Kunststoffmischung und durch die Art und Intensität des Mischens und Verdi chtens.
Die charakteristische Eigenschaft dieses Werkstoffes (gemäss EP-486421) ist seine durch die Wahl der Komponenten und durch das Herstellungsverfahren einstellbare, offene Porosität. Die Poren durchziehen als feine und feinste Kanäle den Werkstoff in allen Richtungen gleichmässig und bilden durch die ungleichmässige Form der Partikel an den Werkstoffoberflächen mindestens zum Teil sich gegen aussen verengende Mündungen.
Die Porosität des Materials ist einstellbar insbesondere durch die Partikel- grösse und durch das Mischverhältnis von Partikeln und Kunststoff, aber auch durch die Art und die Dauer des Mischvorganges und die Art der Verdich¬ tung (Vibration, Pressdruck) vor und/oder während dem Aushärten des Kunststoffes.
Es zeigt sich, dass bei Verwendung von Aluminiumgranulat von Siebfraktio¬ nen im Bereiche von 50 bis 200μm, das mit einem Epoxidharz und einem entsprechenden Härter im Verhältnis von ca. 1 : 0,1 (Gewicht Granulat : Gewicht Kunststoffkomponenten) bis ca. 1 : 0,5, insbesondere im Verhältnis von ca. 1 : 0,15, gemischt wird, ein Material entsteht, das sich für die feinpori¬ ge Oberflächenschicht gut eignet. Insbesondere bildet dieses Material eine Oberfläche, die eine für eine hohe Flächen-Kontinuität der Fluidströmung durch die Oberfläche geeignete Porigkeit aufweist und die ohne Nachbearbei- tung den höchsten Ansprüchen für den Kontakt mit beispielsweise einem zu verarbeitenden Kunststoff genügt. Die Oberfläche kann aber auch nachbear¬ beitet werden.
Das gröber poröse Formstück enthält grössere Partikel, beispielsweise Sieb¬ fraktionen von 0,5 bis 1,25mm, und denselben Kunststoff wie das Material der Oberflächenschicht, wobei im Verhältnis zur Mischung für die Oberflächen- Schicht gewichtsmässig meist mehr Granulat und weniger Kunststoff eingesetzt wird, beispielsweise ein Mischverhältnis von Granulat zu Kunststoff zwischen ca. 1 : 0,05 bis 1 : 0,1, insbesondere von ca. 1 : 0,07.
Die kontinuierliche Fortsetzung der Poren von der feiner porösen Oberflä¬ chenschicht zum göber porösen Formstück wird erreicht, indem die beiden Granulat/Kunststoff-Mischungen im noch nicht ausgehärteten Zustand des Kunststoffes aneinandergebracht und aneinandergepresst werden und indem die beiden Mischungen in diesem Zustand miteinander ausgehärtet werden.
Beispiele der erfindungsgemässen Vorrichtung für verschiedene Anwendungen werden im Zusammenhang mit den folgenden Figuren mehr im Detail be¬ schrieben. Dabei zeigen:
Figur 1 einen Schnitt durch eine beispielhafte Ausführungsform der erfin¬ dungsgemässen Vorrichtung verwendbar als Form zum Tiefziehen oder als Form zur Herstellung von Gegenständen aus keramischem Material;
Figur 2 einen Schnitt durch eine beispielhafte Ausführungsform der erfin¬ dungsgemässen Vorrichtung verwendbar für einen Prozess zur Nachexpansion und Verschweissung von Kunststoffgranulat;
Figuren 3 und 4 zwei aufeinanderfolgende Phasen des Verfahrens zur Her- Stellung der Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung nach Figur 1.
Figur 5 einen Querschnitt durch eine weitere beispielhafte Ausführungs¬ form der erfindungsgemässen Vorrichtung verwendbar als Bega- sungselement;
Figuren 6 bis 10 aufeinanderfolgende Phasen der Herstellung des Begasungs¬ elements gemäss Figur 5;
Figur 11 ein Schema eines Kreisprozesses zur Herstellung von Begasungs¬ elementen gemäss Figur 5.
Figur 1 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung. Es handelt sich um eine Form, die beispielsweise zum Tiefziehen
anwendbar ist oder zur Herstellung von Gegenständen aus einem keramischen Material.
Die dargestellte Form besteht im wesentlichen aus einem gröber porösen Formstück 3, das mechanische Eigenschaften aufweist, die es ihm erlauben, die mechanischen Funktionen der Form zu übernehmen, und das von einem Netz von relativ groben Poren in allen Richtungen gleichmässig durchsetzt ist, derart, dass ein fluides Medium ohne ins Gewicht fallenden Widerstand durch dieses Formstück beförderbar ist und sich aus diesem Grunde auch ohne weiteres regelmässig in diesem Formstück verteilt. An denjenigen Oberflä¬ chenbereichen des Formstücks, die durch das Fluid zu durchströmen sind, schliesst an das Formstück 3 eine feiner poröse Oberflächenschicht 4 an, deren Poren sowohl gegen die Formoberfläche offen sind als auch sich kon- tinuierlich in die Poren des Formstücks fortsetzen.
Die feiner poröse Oberflächenschicht 4 hat beispielsweise eine Dicke von ca. 5mm bis 10mm. In der Anwendung zeigt es sich, dass es nicht notwendig ist, die Oberflächenschicht überall exakt gleich dick zu gestalten.
Die Oberflächenbereiche des Formstücks, die nicht vom Fluid zu durchströ¬ men sind, brauchen keine feiner poröse Oberflächenschicht. Diese Oberflächen sind mit entsprechenden, Fluid-undurchlässigen Abschlussmitteln 5 abgeschlossen und an mindestens einer Stelle (Kanalanschlussöffnung 2) ist das Formstück durch diese abgedichtete Oberfläche hindurch über einen nicht dargestellten Kanal mit Mitteln zur Fluidförderung (z.B. Druckspeicher, Pum¬ pe) verbunden. Die Fluid-undurchlässigen Abschlussmittel 5 bestehen bei- spielsweise aus einem entsprechenden, offenen Behälter, welcher Behälter
eine Kanalanschlussöffnung 2 und gegebenenfalls Kanalanschlussmittel in Form eines Rohrstutzens oder ähnlichem aufweist. Rund um den becherför¬ migen Hohlraum 1 der Form (Stellen 6) sind vorteilhafterweise entsprechende Dichtungen anzubringen. Der Behälter (5) besteht beispielsweise aus Kunst- Stoff oder aus Metall.
Die Abschlussmittel 5 können auch als Abschlussschicht ausgebildet sein und aus demselben Kunststoffmaterial bestehen wie Formstück 3 und Oberflä- chenschicht 4 und einstückig an das Formstück angeformt sein. Dabei enthält das Kunststoffmaterial einer derartigen Abschlussschicht keine Partikel wie die porösen Bereiche und ist dadurch für Fluide undurchlässig. Eine derartige Abschlussschicht kann aber beispielsweise zur mechanischen Verstärkung Glasfasern enthalten.
Eine Form, wie sie in der Figur 1 dargestellt ist, dient beispielsweise zum Tiefziehen von becherförmigen Teilen aus einer Kunststoffolie. Für das Tief¬ ziehen wird eine Kunststoffolie über den becherförmigen, offenen Hohlraum 1 der Form positioniert und durch die Kanalanschlussöffnung 2 wird mittels einer Absaugeinrichtung die Luft aus dem Hohlraum abgesaugt. Durch den im Hohlraum 1 entstehenden Unterdruck wird die Folie gegen die Form gezogen und entsprechend deformiert, wobei zusätzlich ein Gegenwerkzeug zum Einsatz kommen kann. Zum Ausstossen des fertigen, tiefgezogenen Be¬ chers wird durch die Kanalanschlussöffnung 2 Druckluft zugeführt.
Eine Form, wie sie in der Figur 1 dargestellt ist, kann zusammen mit einem entsprechenden Gegenwerkzeug auch zur Herstellung von Keramikgegenstän¬ den dienen, wobei das ungebrannte Material zwischen die beiden Werkzeuge gegossen wird, das Gegenwerkzeug entfernt wird, der Gegenstand vorgetrock-
net und dann durch Zuführung von Druckluft aus der Form ausgestossen wird. In dieser Anwendung ist eine hohe Flächen-Kontinuität der angewende¬ ten Druckluft sehr wichtig, da das noch nicht gebrannte, keramische Material mechanisch sehr empfindlich ist.
Eine erfindungsgemässe Vorrichtung zur Anwendung beispielsweise beim Tiefziehen von Kunststoffolien oder für die Herstellung von Keramikgegen¬ ständen kann zur gleichzeitigen Herstellung von mehreren Gegenständen selbstverständlich wie bekannte derartige Formen auch mehrere, nebenein¬ anderliegende, offene Hohlräume 1 aufweisen. Selbstverständlich kann auch ein entsprechendes Gegenwerkzeug, das dann eine konvexe poröse Ober¬ flächenschicht aufweist, analog zur Vorrichtung der Figur 1 ausgestaltet sein.
Figur 2 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäs¬ sen Vorrichtung. Es handelt sich dabei um eine einfache Form zur Herstel¬ lung eines Teiles aus Kunststoffgranulat durch Nachexpandieren und Ver- schweissen des Granulates. Derartige Herstellungsverfahren kommen insbe- sondere bei der Herstellung von Giessformen für lost-foam-Giessverfahren und für die Herstellung von beispielsweise Verpackungshilfsmitteln aus Poly¬ styrolgranulat zur Anwendung. Der Aufbau der dargestellten Form ist im wesentlichen gleich wie für die im Zusammenhang mit der Figur 1 beschrie¬ bene Vorrichtung. Gleiche Teile bzw. gleiche Bereiche sind denn auch mit gleichen Bezugsziffern bezeichnet. Die Form ist zwei- oder mehrteilig und bis auf eine verschliessbare Öffnung 7 für die Zufuhr des Granulates geschlossen. Einander gegenüberliegend sind mindestens je eine Kanalanschlussöffnung 2.1 und 2.2 angebracht, durch die in nacheinander alternierender Richtung ein fluides Medium, beispielsweise Wasserdampf, als Energieträger durch die Form und das darin enthaltene Granulat gefördert wird.
Es zeigt sich, dass in einer Form, wie sie in der Figur 2 sehr schematisch dargestellt ist, dank der sehr regelmässigen Verteilung des Energieträgers über die ganze Form eine äusserst regelmässige Nachexpansion und Ver- schweissung des Kunststoffgranulates erreicht werden kann.
Formen, wie sie in der Figur 2 dargestellt sind, können beispielsweise auch zum Niederdruck-Spritzgiessen verwendet werden, wobei der fertig gegossene und abgekühlte Gegenstand mit Druckluft, die durch die Form zugeführt wird, ausgestossen wird. Weitere Anwendungen sind auch denkbar für Prozesse, in denen das durch die Form zugeführte Fluid eine chemische Veränderung des Hohlrauminhaltes zu bewirken hat. Dank ihrer einfachen Herstellung und ihres kleinen Gewichtes bringen derartige Formen aber auch für Herstellungs- prozesse, die ohne Fluid arbeiten, entsprechende Vorteile.
Figuren 3 und 4 zeigen nun, ebenfalls in sehr schematischer Weise, ein Ver¬ fahren zur Herstellung der Ausführungsform gemäss Figur 1 der erfin- dungsgemässen Vorrichtung. Nach demselben Verfahren sind auch Formen gemäss Figur 2 herstellbar.
Zwischen zwei Formteilen 8 und 9 (Figur 3), die zusammen einen Hohlraum 10 bilden, der der zu erstellenden Oberflächenschicht 4 entspricht, wird eine erste Mischung aus nicht ausgehärtetem Kunststoff und beispielsweise Alumi¬ niumgranulat gebracht. Die mit der Mischung in Kontakt tretenden Oberflä¬ chen der Formteilen sind derart vorbereitet, dass die Mischung nicht an ihnen haftet. Zwischen den Formteilen wird die Mischung durch Vibrieren und/oder
Wirkung eines Pressdruckes verdichtet. Darm werden die Formteile 8 und 9 zusammen gedreht und der Formteil 8 wird entfernt.
Die Oberflächenschicht 4 kann auch mit nur einem Formteil (8 oder 9) er¬ stellt werden. Dabei wird auf diesem Formteil eine entsprechende Schicht der ersten Mischung aufgebracht und mit einer Folie dicht bedeckt. Dann wird der Raum der Oberflächenschicht, das heisst der Raum zwischen Folie und Form evakuiert, wodurch ebenfalls ein verdichtend wirkender Pressdruck entsteht. Es zeigt sich, dass beispielsweise ein auf ca. 0,8 bis 0,6 bar reduzier¬ ter Druck zu guten Verdichtungsresultaten führt.
Figur 4 zeigt den zweiten Schritt des Verfahrens zur Herstellung der erfin- dungsgemässen Vorrichtung: die Herstellung des grob porösen Formstücks 3. Dazu wird in den Formteil 9 eine zweite Mischung aus Aluminiumgranulat und Kunststoff gefüllt und mit Hilfe eines weiteren Formteils 11 durch Vibrie¬ ren und/oder Pressdruck verdichtet, wobei dieser Pressdruck nicht höher sein soll als der Pressdruck, der für die Verdichtung der ersten Mischung angewen- det wurde. Vorteilhafterweise unter weiterer Wirkung des Pressdruckes wird dann der in den beiden Mischungen enthaltene Kunststoff ausgehärtet.
Die folgenden beiden Mischungen und entsprechenden Verfahrensparameter eigenen sich insbesondere für die Herstellung von Formen für lost-foam- Giessprozesse, durch die für das Nachexpandieren und Verschweissen des Kunststoffgranulates Wasserdampf mit einer Temperatur von ca. 100°C geför¬ dert wird.
Erste Mischung für die feiner poröse Oberflächenschicht 4: Kunststoff: Epoxidharz und Härter eingelagerte Partikel: Granulat einer Aluminium-Siliziumlegierung (Sieb¬ fraktion lOOμm und 63μm, Gewichtsverhältnis: 332:83) - Mischverhältnis: Partikel zu Kunststoff 415:50
Mischverfahren: mit mischender und knetender Wirkung, 15Min. Verdichtung: Pressdruck ca. 120kp/cm2, 5 bis lOsec.
Zweite Mischung für das gröber poröse Formstück 3: - Kunststoff: Epoxidharz und Härter eingelagerte Partikel: Granulat aus Aluminium (Siebfraktion 0,5 bis
1,25 mm)
Mischverhältnis: Partikel zu Kunststoff 622:45
Mischverfahren: mit mischender und knetender Wirkung, SMin. - Verdichtung: Pressdruck ca. lkp/cm2, während dem Aushärten.
Aushärten des ganzen Kunststoffköφers: 80°, 3Std.
Figur 5 zeigt im Querschnitt als weitere, beispielhafte Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung ein Begasungselement Dieses ist einstückig und besteht im wesentlichen aus einem Kunststoffmaterial, das durch einen Aushärtungsvorgang in eine feste Form gebracht ist, beispielsweise aus einem ausgehärteten Epoxidharz. Der Kunststoffköφer weist ein flächiges, gröber poröses Formstück 3 auf, das auf einer Seite durch eine feiner poröse Ober¬ flächenschicht 4 und auf der anderen Seite, sowie auf den Schmalseiten durch ein Fluid-undurchlässiges Abschlussmittel 5 in Form einer Abschlussschicht mit einer Kanalanschlussöffnung 2, die mit Kanalanschlussmitteln 12 versehen ist, abgedeckt ist. Das Begasungselement besitzt keinen hohlen Innenraum. Aus diesem Grunde kann es durch eine Aufeinanderfolge einfacher Verfah-
rensschritte, die Giessen, Pressen und Aushärten umfassen, hergestellt wer¬ den. Das derart hergestellte Begasungselement braucht keinerlei Nachbearbei¬ tung. Es kann direkt auf einen Rohrstutzen mit beispielsweise normiertem Aussengewinde aufgeschraubt werden. Durch die Einstückigkeit des Bega¬ sungselements fallen besondere Vorkehrungen zur Verhinderung von nicht erwünschtem Gasaustritt am Element selbst vollständig weg und werden nur an der Verbindungsstelle zwischen Begasungselement und Kanal notwendig.
Das Begasungselement besteht im wesentlichen aus denselben Materialien wie die im Zusammenhang mit den Figuren 1 und 2 beschriebenen Formen. Der Aufbau des verwendeten Werkstoffes bewirkt, dass durch die feinporige Ober¬ fläche des Begasungselmentes austretendes Gas kleinblasig ist und dass trotz¬ dem der Gasdurchleitung kein grosser Widerstand entgegensteht, das heisst, dass der für die Begasung notwendige Überdruck klein ist.
Da die Porosität des Materials einfach einstellbar ist, sind Begasungselemente gemäss Figur 5 auch einfach an vorgegebene Einsatztiefen (verschiedene Flüssigkeitsdrücke) und/oder vorgegebene Gasdrücke anpassbar, wobei die Grosse der entstehenden Blasen und die durchfliessende Gasmenge im we¬ sentlichen konstant gehalten werden kann.
Die oberflächigen Mündungen der Kanäle in einem derartigen Werkstoff sind derart fein, dass kaum Verunreinigungen eindringen können, sodass die Begasungselemente auch bei einer Anwendung in Klärbecken eigentlich nicht gereinigt werden müssen. Die in der Kunststoffmatrix eingelagerten Partikel werden durch den Kunststoff umgeben und abgedeckt, sodass sie einer korro- dierenden Wirkung der Flüssigkeit und/oder des Gases nur sehr beschränkt
ausgesetzt sind. Zudem können sie auch aus korrosionsbeständigen Materia¬ lien, wie beispielsweise keramischen Materialien oder entsprechend legierten Metallen (z.B Aluminium-Silizium-Legierungen) bestehen.
Weitere, beispielhafte Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrich¬ tung als Begasungselement können sich von der in der Figur 5 dargestellten Ausführungsform unterscheiden dadurch, dass sie beispielsweise mehr als zwei verschieden poröse Schichten (Formstück 3 und Oberflächenschicht 4) aufwei- sen, wobei die Porosität mit zunehmendem Abstand von der Abschlussschicht 5 und insbesondere von der Kanalanschlussöffnung 2 feiner wird. Andere Aus¬ führungsformen können auch weniger flach sein und eine Abschlussschicht 5 aufweisen, die sich auf die unmittelbare Umgebung der Kanalanschlussöff¬ nung beschränkt.
Die Figuren 6 bis 10 zeigen verschiedene, aufeinanderfolgende Phasen einer beispielhaften Verfahrensvariante zur Herstellung des Begasungselements gemäss Figur 5.
In Figur 6 ist ein Formteil 13 dargestellt, dessen ebene Innenbodenfläche in ihrer Form der flächigen Form des herzustellenden Begasungselements ent¬ spricht. Der Formteil besteht aus einem Material, an dem der zu verwenden- de Kunststoff nicht haftet oder ist für eine derartige Nicht-Haftung entspre¬ chend behandelt. In diesen Formteil 13 wird zur Herstellung der feiner porö¬ sen Oberflächenschicht 4 eine Mischung F.l gefüllt, welche Mischung aus Partikeln und unausgehärtetem Kunststoff besteht. Diese Mischung F.l wird in der Form vibriert und/oder mit einem ersten Stempel 14 gepresst, wie dies in der Figur 7 dargestellt ist.
Dann wird, wie in der Figur 8 dargestellt, auf die vibrierte und/oder gepresste Schicht aus der ersten Partikel/Kunststoff-Mischung F.l entlang der Wand des Formteils 13 Kunststoffmaterial S ohne Partikel (gegebenenfalls mit beispiels- weise Glasfasern als Füll- oder Verstärkungsmaterial) aufgebracht. Damit dieses Auftragen einfach durchführbar ist, ist es vorteilhaft, wenn das unge¬ härtete Kunststoffmaterial S pastenförmig oder thixotrop ist. Dann wird auf die erste Mischung F.l für die Oberflächenschicht 4 eine zweite Partikel/- Kunststoff-Mischung F.2 mit grösseren Partikeln für das flächige Formstück eingebracht. Die beiden Mischungen F.l und F.2 unterscheiden sich insbe¬ sondere durch die kleineren Partikel in der Mischung F.l und die grösseren Partikel in der Mischung F.2 voneinander.
Der Formteil 13 wird geschlossen mit einem zweiten Stempel 15, der als Ne¬ gativform für die Kanalanschlussmittel Ausnehmungen 16 aufweist (Figur 9). Diese Ausnehmungen 16 sind mit Kunststoffmaterial S ohne Partikel gefüllt und die dem Formteil 13 zugewandte Stirnseite 17 des Stempels 15 ist mit Ausnahme der potentiellen Kanalanschlussöffnung mit einer Schicht des Kunststoffmaterials S bedeckt. Mit dem zweiten Stempel 15 werden Form¬ stück 3 und Oberflächenschicht 4 zusammen gepresst (Figur 10), wobei der Pressdruck nicht grösser sein soll als bei der Pressung mit dem ersten Stempel 14. Gleichzeitig wird, wenn für die Aushärtung des Kunststoffes notwendig, Wärme zugeführt. Vorgängig zum Pressen oder während dem Pressen kann das Material in der Form auch vibriert werden.
Durch das Pressen und Vibrieren verbinden sich die Kunststoffanteile der verschiedenen Schichten und entsteht das im wesentlichen einstückige Bega- sungselement, das (noch in der Form) in der Figur 10 dargestellt ist. Stempel
15 und Formteil 13 werden dann vom Begasungselement entfernt (Stempel 15 durch Ausschrauben). Das Begasungselement ist damit fertig und sofort bereit für den Einsatz.
Für die Herstellung von Begasungselementen mit einem gröber porösen Formstück und mehreren feiner porösen Schichten ist das beschriebene Ver¬ fahren entsprechend anzuwenden. Für verschiedene Formen von Kanalan¬ schlussmitteln (beispielsweise für Bayonettverschluss, Schnappverschluss etc.), ist der zweite Stempel 15 entsprechend mehrstückig zu konzipieren. Selbstver¬ ständlich können die Einformungen für die Anschlussmittel auch im Formteil 13 (statt im Stempel) vorgesehen sein, und das Begasungselement wird dann in umgekehrter Reihenfolge hergestellt. Dies bedingt allerdings, dass zur Pressung der Oberflächenschicht 4 ein höchstens gleich grosser Pressdruck notwendig ist wie für die Pressung der des Formstück 3. Weitere, denkbare Verfahrensvarianten bestehen darin, dass Formstück und Oberflächenschicht in zwei entsprechenden Formteilen erstellt werden, welche zwei Formteile dann zum Pressen und Aushärten aufeinander gebracht werden.
Figur 11 zeigt noch einen beispielhaften Kreisprozess, mit dem Begasungsele¬ ment gemäss Figur 5 mit einem Herstellungsverfahren gemäss Figuren 6 bis 10 kontinuierlich herstellbar sind. Es handelt sich um eine in sich geschlosse¬ ne Förderstrecke, auf der acht Foπ^teüe 13 in Pfeilrichtung getaktet durch acht Positionen 71 bis 78 bewegt werden. Das Herstellungsverfahren beginnt in der Position 71, in der die erste Partikel/Kunststoff-Mischung F.l in den Formteil 13 gegeben wird. In der Position 72, in der der erste Stempel 14 senkrecht zur Förderrichtung der Formteile 13 bewegbar angeordnet ist, wird die erst Mischung im Formteil mit dem Stempel 14 gepresst und gegebenen- falls vibriert und der Stempel wird wieder entfernt. In der Position 73 wird
das Kunststoffmaterial S ohne Partikel an den Wänden des Formteils aufge¬ bracht. In der Position 74 wird die zweite Partikel/Kunststoff-Mischung Y2 in den Formteil eingebracht. In der Position 76, an der der zweite Stempel 15 senkrecht zur Förderrichtung der Formteile 13 bewegbar angeordnet ist, wird dieser mit Kunststoffmaterial S ohne Partikel versehen, in den Formteil ge- presst und nach dem Aushärten des Kunststoffes wieder entfernt. Für das Aushärten wird gegebenenfalls Wärme zugeführt. In der Position 77 wird Formteil und Inhalt ausgekühlt und das fertige Begasungselement B aus dem Formteil ausgestossen und in der Position 78 wird der Formteil gereinigt und gegebenenfalls mit einem Mittel gegen ein Anhaften des Kunststoffes behan¬ delt.
Um die Zykluszeit eines Kreisverfahrens, wie es in der Figur 11 schematisch dargestellt ist, zu minimieren, ist es vorteilhaft, wenn die Begasungselemente im Formteil 13 nur gerade bis zu einem Zustand ausgehärtet werden, in dem sie für ein Ausstossen aus dem Formteil genügend fest sind. Ein abschliessen- der Aushärtungsschritt kann dann batchweise ausserhalb des kontinuierlichen Kreisprozesses durchgeführt werden.
Als mehr konkretes Beispiel für das erfindungsgemässe Begasungselement und seine Herstellung sind im folgenden die notwendigen Daten aufgelistet, die zu einem Begasungselement führen, das in einem Klärbecken ca. 2 bis 3m unter der Wasseroberfläche bei einem zur Verfügung stehenden Luft-Über¬ druck von 0,lbar bei einer sehr guten Lebensdauer eine überduchschnittlich gute Begasung liefert:
Begasungselement:
Form: rund, Durchmesser 210mm Dicke der Oberflächenschicht 4 6mm Dicke des Formstücks 3 11mm Dicke der Abschlussschicht 0,5mm Kunststoff: Epoxidharz
Luftdurchlässigkeit bei 0,6bar Differenzdruck: 6,6 1 pro min und cm2
Materialien: erste Partikel/Kunststoff-Mischung F.l: 332g Partikel (AlSi, Siebfraktion ca lOOμ), 83g Partikel (AlSi, Siebfraktion 63μm), 84g Epoxidharz, 12g Härter, Mischzeit 15 Min; zweite Partikel/Kunststoff-Mischung F.2: 622g Partikel (AI, Siebfraktion, 0,5 bis 1,25mm), 36g Epoxidharz, 9g Härter, Mischzeit 5Min; Kuπststoffmaterial S ohne Partikel: 80g Epoxidharz, 20g Härter, ca. 3g Ver- dickungsmaterial (z.B. Aerosil), ca. 5g kurzgeschnittene Glasfasern (ca. 3mm), ca. 3g Farbpigment.
Parameter für das Herstellungsverfahren:
Behandlung der Oberflächenschicht 4: vorverdichten, dann pressen mit Press¬ druck ca. 120 kp/cm2, Pressdauer 5 bis lOsec.
Behandlung des Formteils: pressen mit Pressdruck ca lkp/cm2.
Aushärten des Begasungslementes unter Pressdruck ca lkp/cm2 bei 80°C für 3Std.