Mischgerät
Die Erfindung betrifft ein Mischgerät zum Mischen von sich in einem Behälter befindli¬ chen fliessfähigen Massen mit einem rotierenden Träger, der einen entgegen der Dreh¬ richtung des Trägers rotierenden Behälterträger für den Behälter auf einer Mischseite und ein Gehäuse für eine aktive Ausgleichsmasse auf einer der Mischseite gegenüber¬ liegenden Ausgleichsseite aufweist, wobei die Momente der Mischseite und die Momente der Ausgleichsseite ausgeglichen sind.
Aus der DE-OS 4239 284 ist ein Mischgerät für fliessfähige Massen bekannt, das einen Träger, einen rotierenden Behälterträger für einen Behälter mit fiiessfähiger Masse und ein Gehäuse aufweist. Der Behälterträger ist um seine eigene Achse gegenläufig zu einer Drehrichtung des Trägers antreibbar. Das Gehäuse dient der Aufnahme einer auf das Gewicht des Behälters und auf das Gewicht der in dem Behälter befindlichen fliess¬ fähigen Masse abgestimmten, aktiven Ausgleichsmasse in Form eines fliessfähigen Me¬ diums.
Zum Mischen von fliessfähigen Massen mit unterschiedlichen spezifischen Gewichten ist es erforderlich, die aktive Ausgleichsmasse anzupassen. Dabei wird das Volumen der Ausgleichsmasse verringert, vergrössert oder es wird die aktive Ausgleichsmasse bei gleichbleibendem Volumen gegen eine andere Ausgleichsmasse mit einem anderen spezifischen Gewicht ausgetauscht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Mischgerät zu schaffen, mit dem fliessfä¬ hige Massen mit unterschiedlichen spezifischen Gewichten mischbar sind, ohne dass eine Volumensveränderung oder ein Austausch der aktiven Ausgleichsmasse vorge¬ nommen werden muss.
Erfindungsgemäss wird die Aufgabe mit einem Mischgerät dadurch gelöst, dass das Ge¬ häuse und eine am Träger angeordnete, in Masse mit der Leermasse des Gehäuses übereinstimmende Gegenmasse auf der Ausgleichsseite in radialer Richtung verschieb¬ bar sind, wobei der Schwerpunkt des Gehäuses und der Schwerpunkt der Gegenmasse
auf einem senkrecht zur Rotationsachse des Trägers verlaufenden, gemeinsamen Strahl angeordnet sind und die Gegenmasse entsprechend dem Betrag der Verschiebung des Gehäuses entgegengesetzt zur Verschieberichtung des Gehäuses versetzbar ist.
Damit die in dem Gehäuse angeordnete aktive Ausgleichsmasse auf das Gewicht der zu mischenden, fliessfähigen Masse abgestimmt werden kann, ist es notwendig, das Ge¬ häuse in radialer Richtung zur Rotationsachse zu verschieben. Dadurch verändert sich die Lage des Schweφunktes des Gehäuses. Gleichzeitig verändert sich aber auch die Lage des Schweφunktes der Gegenmasse in die entgegengesetzte Richtung, wobei die beiden Schwβφunkte auf demselben Strahl liegen. Ein von dem Gehäuse und der Gegenmasse gebildeter, gemeinsamer Schwerpunkt liegt ebenfalls auf dem Strahl und zwar zwischen den Schweφunkten des Gehäuses und der Gegenmasse, wobei er seine Lage immer beibehält. Somit ist gewährleistet, dass die auf der Ausgleichsseite und der Mischseite vorhandenen Massen ohne die Masse der aktiven Ausgleichsmasse, ohne die sich im Behälter befindliche fliessfähige Masse und ohne Behälter stets ausgeglichen sind.
Beim Verschieben des Gehäuses in radialer Richtung verlagert sich rein rechnerisch betrachtet nur die aktive Ausgleichsmasse.
Zweckmässigerweise wirken das Gehäuse und die Gegenmasse mit wenigstens einer am Träger frei drehbaren, axial festen Gewindespindel zusammen, wobei der mit dem Gehäuse zusammenwirkende Gewindebereich gegenüber dem mit der Gegenmasse zusammenwirkenden Gewindebereich gegenläufig ist. Mit Hiife der am Träger angeord¬ neten Gewindespindel lassen sich das Gehäuse und die Gegenmasse einfach und schnell verstellen. Durch die gegenläufigen Gewindebereiche verändert sich beim Ver¬ drehen der Gewindespindel der Abstand des Gehäuses von der Rotationsachse des Mischgerätes und der Abstand zwischen dem Gehäuse und der Gegenmasse.
Die Aufhängung des Gehäuses und der Ausgleichsmasse an dem Träger des Mischge¬ rätes erfolgt vorzugsweise über vier parallel zueinander angeordnete, mit dem Gehäuse und der Gegenmasse zusammenwirkende Gewindespindeln. Die Gewindespindeln sind dabei gleichmässig am Umfang des Gehäuses bzw. der Gegenmasse verteilt angeord¬ net, so dass eine gieichmässige Verteilung der von dem Gehäuse und der Gegenmasse hervorgerufenen Rotationskräfte auf den Träger erreicht wird.
Damit eine gieichmässige Verdrehung aller Gewindespindeln und eine gieichmässige Versetzung des Gehäuses und der Gegenmasse erfolgen kann, sind zweckmässiger-
weise die Gewindespindeln über ein Uebertragungselement miteinander verbunden. Die Gewindespindeln sind dabei in einem Endbereich mit jeweils einem, eine Aussenver- zahnung aufweisenden Antriebsrad verbunden. Alle Antriebsräder stehen miteinander in drehfester Verbindung mit einem Uebertragungselement, beispielsweise in Form einer Kette.
Die Erfindung wird anhand von Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel wiedergeben, näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein erfindungsgemässes Mischgerät in der Seitenansicht;
Fig. 2 das Mischgerät gemäss Fig. 1 in der Draufsicht, teilweise geschnitten;
Fig. 3 die Ausgleichsseite des Mischgerätes gemäss der Fig. 1 und 2, in ge¬ schnittener Darstellung.
in der Fig. 1 ist ein Mischgerät dargestellt, das dem Mischen von sich in einem Behälter befindlichen fliessfähigen Massen dient und sich aus einer Mischseite M und einer Aus¬ gleichsseite A zusammensetzt. Der Behälter sowie die sich darin befindlichen fliessfähi¬ gen Massen sind nicht dargestellt. Ein rotierender Träger 1 erstreckt sich über die Aus¬ gleichsseite A und die Mischseite M. Ein Antriebsmotor 10 dient in Verbindung mit einem Getriebe 11 dem Antrieb des Trägers 1.
Auf der Mischseite M besitzt das Mischgerät einen am Träger 1 angeordneten, rotieren¬ den Behälterträger 2, der entgegen der Drehrichtung des Trägers 1 antreibbar ist. Der Antrieb des Behälterträgers 2 erfolgt über eine mit dem Getriebe 11 in Verbindung ste¬ hende Antriebswelle 12 und ein zwischen dem Behälterträger 2 und der Antriebswelle 12 angeordnetes Winkelgetriebe 13. Ein Deckel 14 ist lösbar an dem Behälterträger 2 an¬ geordnet.
Auf der Ausgleichsseite A besitzt das Mischgerät ein Gehäuse 3, in dem eine nicht dar¬ gestellte, aktive Ausgleichsmasse in Form von flüssigem Medium aufnehmbar ist. Ein Deckel 15 ist lösbar mit dem Gehäuse 3 verbunden.
Das Gehäuse 3 und die Gegenmasse 4 sind an frei drehbaren, axial fest am Träger an¬ geordneten Gewindespindeln 5 gelagert. Die Gewindespindeln 5 besitzen zwei gegen¬ läufige Gewindebereiche 6, 7, die sich jeweils im wesentlichen über die halbe Länge der Gewindespindeln 5 erstrecken. Der Gewindebereich 6 wirkt mit dem Gehäuse 3 und der
Gewindebereich 7 wirkt mit der Gegenmasse 4 zusammen. Beim Verdrehen der Gewin¬ despindeln 5 verändert sich der Abstand zwischen dem Gehäuse 3 und einer Rotati¬ onsachse R des Mischgerätes sowie zwischen dem Gehäuse 3 und der Gegenmasse 4. Das bedeutet, dass abhängig von der Drehrichtung der Gewindespindeln 5 das. Gehäuse 3 und die Gegenmasse 4 zueinanderbewegt oder voneinander wegbewegt werden. Der Verschiebung des Gehäuses 3 und der Gegenmasse 4 dienen vier parallel zueinander angeordnete Gewiπdespindeln 5, die im wesentlichen im Umfangsbereich des Gehäuses 3 sowie der Gegenmasse 4 angeordnet sind.
Um eine gieichmässige Verdrehung aller Gewindespindeln 5 erreichen zu können, besit¬ zen die Gewindespindeln 5 in der Mitte des Trägers 1 jeweils ein Antriebsrad 9, das mit einem Uebertragungselement 8 in Form eines Zahnriemens in Verbindung steht. Beim Verdrehen einer der Gewindespindeln 5 erfolgt gleichzeitig ein Mitverdrehen der restli¬ chen drei Gewindespindeln 5.
Das Mischgerät ist so konzipiert, dass es sich immer in einem ausgeglichenen Zustand befindet.
Der auf der Ausgleichsseite A des Mischgerätes resultierende Schwβφunkt aller Massen ist mit SA und der zugehörige Radius mit RA bezeichnet. Auf der Mischseite M des Mischgerätes ist der resultierende Schweφunkt aller Massen mit SM und der zugehörige Radius mit RM bezeichnet. Die beiden Schweφunkte SA, SM liegen auf einer senkrecht zur Rotationsachse R verlaufenden Linie. Die Produkte aus Masse und dem zugehörigen Radius RA, RM sind sowohl auf der Ausgleichsseite A als auch auf der Mischseite M betragsmässig einander gleich.
In der Fig. 2 ist in einem teilweise geschnittenen Bereich des Trägers 1 eine Zugstange 16 dargestellt, die sich über Lagerelemente 17 an einer in dem Träger 1 angeordneten Lagerschale 18 radial abstützt. Die Zugstange 16 besitzt Dehnungsbereiche, die es er¬ möglichen, die Zugstange 16 unter eine Vorspannung zu versetzen. Der Träger 1 besitzt vier parallel zueinander angeordnete Zugstangen 16, die ein Zusammenhalten aller Teile des Trägers 1 auch bei hoher Rotationsgeschwindigkeit ermöglichen.
Die in Fig. 3 dargestellte Ausgleichsseite A des Mischgerätes zeigt das an den Gewinde¬ spindeln 5 gelagerte Gehäuse 3 und die Gegenmasse 4, wobei das leere Gehäuse 3 und die Gegenmasse 4 in Masse und Schweφunkt übereinstimmen. Das Gehäuse 3 besitzt einen Schweφunkt S1 und die Gegenmasse 4 einen Schweφunkt S2. Beide Schweφunkte S1, S2 liegen auf einem gemeinsamen Strahl S4, der senkrecht zur Rc-
tationsachse R verläuft. Der gemeinsame Schweφunkt des Gehäuses 3 und der Ge¬ genmasse 4 ist mit S3 bezeichnet und liegt zwischen den Schweφunkten S1 , S2 auf dem gemeinsamen Strahl S4. ist es nun notwendig, das Gehäuse 3 in radialer Richtung zur Rotationsachse R aufgrund unterschiedlich schwer zu mischender, nicht dargestellter fiiessfähiger Massen zu versetzen, so verändert sich die Lage des Schweφunktes S1 des Gehäuses 3 auf dem gemeinsamen Strahl S4. Gleichzeitig verändert sich aber auch die Lage des Schweφunktes S2 der Gegenmasse 4 in die entgegengesetzte Richtung. Unabhängig davon, ob das Gehäuse 3 und die Gegenmasse 4 nun auseinander oder zueinander bewegt werden, bleibt der gemeinsame Schweφunkt S3 immer an der glei¬ chen Stelle auf dem gemeinsamen Strahl S4.