Gehäuse
Die Erfindung betrifft ein Gehäuse zur Aufnahme von elek¬ trischen und elektronischen Baugruppen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
Gehäuse aus U-förmigen Halbschalen sind mit Front- und/oder Rückplatten versehen und werden in der Regel im Bereich ih¬ rer seitlichen Längskanten mit Befestigungsschrauben, die bodenseitig oder deckenseitig eingeführt werden, miteinan¬ der verbunden.
Bei einem aus der DE 39 33 643 AI bekannten Gehäuse sind Schwalbenschwanzprofile an der äußeren Gehäusewand ausge¬ bildet. Eine aufschiebbare Halteplatte soll die Gehäuse¬ schalen zusammenhalten und dient darüber hinaus zur Auf¬ nahme eines Tragbügels. Nahe den Stirnseiten sind Rast¬ elemente an Seitenflächen der oberen Halbschalbe ausge¬ bildet, die in Rastkammern einer unteren Halbschale ein¬ rasten.
Die Herstellung dieses bekannten Gehäuses ist aufgrund sei¬ ner Konstruktion relativ kostenaufwendig. Außerdem ent¬ spricht das Gehäuse in seinem Gesamteindruck nicht in jedem Fall den ständig steigenden Anforderungen an formschöne und variabel einsetzbare Gehäuse.
Der Erfindung liegt die A u f g a b e zugrunde, eine Konstruktion für ein kostengünstig herstellbares, form¬ schönes Gehäuse zu schaffen, welches darüber hinaus bei Bedarf IP-dicht und EMV-abgeschirmt ausgebildet werden kann.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige und vorteil¬ hafte Ausgestaltungen sind Merkmale der Unteransprüche und in der Figurenbeschreibung enthalten.
Der Erfindung liegt die Überlegung zugrunde, ein Gehäuse aus zwei Halbschalen derart auszubilden, daß es aus jeweils einem einzigen Flachmaterialzuschnitt, z.B. einem Stahl¬ oder Aluminiumblech, hergestellt werden kann. Ausgehend von einem definierten Zuschnitt des Flachmaterials kann durch Abkantungen, Abwinklungen, gegebenenfalls auch Ausprägungen und Ausstanzungen, insbesondere in einem längsseitigen Kan¬ tenbereich der Halbschalen, ein fertigungstechnisch beson¬ ders vorteilhaftes Gehäuse erreicht werden.
Erfindungsgemäß wird jede Halbschale des Gehäuses aus einem
Flachmaterialzuschnitt gebildet, der in Stirnseitenberei- o chen um 180 und zu einem Haltesteg abgewinkelt wird, wobei der Haltesteg endseitig und rechtwinklig zu dem Stirnseitenbereich sowie in eine front- und/oder rückseiti¬ ge Öffnung ragend ausgebildet ist.
Vorteilhafterweise ist der Haltesteg, welcher die front- und/oder rückseitige Öffnung des Gehäuses begrenzt, zur Anlage oder Fixierung der Frontplatte bzw. der Rückplatte vorgesehen. Im zusammengebauten Zustand verläuft die Front¬ bzw. Rückplatte parallel zu den Haltestegen und ermöglicht damit eine besonders vorteilhafte IP-Abdichtung und/oder EMV-Abschirmung.
Es ist zweckmäßig, ein elastisches Dichtungsprofil als IP- Dichtung einzusetzen, welches beispielsweise als ein C- oder vorzugsweise U-Profil mit Dichtlippen ausgebildet ist und stirnseitig auf der Front- und/oder Rückplatte angeordnet werden kann. Das Dichtungsprofil weist wenigstens eine Dichtlippe auf, welche insbesondere abgeschrägt und nach außen gerichtet ausgebildet ist und unter Ausgleich von To- o leranzschwankungen an den 180 abgewinkelten Stirnsei¬ tenbereichen anliegt.
Eine EMV-Federleiste ist insbesondere zur Fixierung an dem Haltesteg fixierbar und kann so mit einem beispielsweise bogenförmig ausgebildeten Kontaktbereich die Frontplatte kontaktieren.
Jede Halbschale ist durch Abkantungen bzw. durch Abwink¬ lungen aus dem einstückigen Flachmaterialzuschnitt gebil¬ det. Äußerst vorteilhaft ist die Abwinklung von Eckschrä¬ gen zwischen einer Deckfläche und den jeweils angrenzen¬ den Längsseiten bzw. zwischen einer Bodenfläche und den an¬ grenzenden Längsseiten. Im Bereich dieser Eckschrägen, wel- o ehe unter einem Winkel von etwa 45 verlaufen können, sind die stirnseitigen, vorzugsweise nach innen versetzten Haltestege auf Gehrung geschnitten und können, beispiels¬ weise durch eine Schweißverbindung, miteinander verbunden werden.
Die zwei Halbschalen, welche insbesondere identisch ausge¬ bildet sind, grenzen im Bereich ihrer Längsseiten an Stoßstellen aneinander, wobei diese Stoßstellen in einer besonders effizienten Weise als Abkantungen oder Abwinklun¬ gen des einstückigen Flachmaterials ausgebildet sind.
Zweckmäßigerweise sind die Abkantungen der oberen und un¬ teren Halbschale nach außen gerichtet und weisen wenigstens einen horizontalen Verbindungssteg auf.
Ein Zusammenbau des Gehäuses kann durch Eingriffselemente im Bereich der Abkantungen bzw. der Verbindungsstege be¬ sonders günstig gestaltet werden. Beispielsweise können Rastnoppen als kreisrunde Erhebungen an einem Verbindungs¬ steg einer ersten Halbschale mit komplementär ausgebilde¬ ten Ausnehmungen im Verbindungssteg der zweiten Halbscha¬ le zusammenwirken. Für Rastnoppen und zugehörige Ausneh¬ mungen empfiehlt sich die Ausbildung von nahezu U-förmi- gen Abkantungen an den Halbschalen, wobei ein derartiges U-förmiges Endprofil an der oberen Halbschale mit einer nach oben gerichteten Öffnung und bei einer unteren Ge¬ häusehalbschale mit einer nach unten gerichteten U-förmi- gen Öffnung ausgebildet ist.
Zweckmäßigerweise ist der gesamte Bereich der Abkantungen, d.h. des Endprofils mit den Eingriffselementen, durch eine Seitenleiste abdeckbar. Diese Seitenleiste, beispielsweise ein Aluminium-Strangpreßprofil, ist zweckmäßigerweise auf die Abkantungen der miteinander verbundenen Gehäusehalb¬ schalen aufschiebbar ausgebildet und weist komplementär zu den Abkantungen ausgebildete Ausnehmungen auf. Ein vorteil¬ hafter Gesamteindruck kann erreicht werden, wenn die Sei¬ tenleisten farblich und konturenmäßig eine besondere Ge¬ staltung aufweisen.
In einer Ausgestaltung kann ein Gehäuse bzw. ein Verbin¬ dungssteg einer oberen Gehäusehalbschale mit nahezu verti¬ kal nach unten ausgerichteten, fingerartigen Verbindungs¬ elementen, z.B. Laschen, versehen sein. Diese Laschen wir¬ ken mit Öffnungen oder Taschen im Bereich der Abkantungen bzw. des Verbindungsstegs der unteren Gehäusehalbschale zu¬ sammen. Wenn die Verbindungsstege der oberen Halbschale und der unteren Halbschale aneinandergrenzen bzw. aneinander¬ stoßen, kann eine entsprechend ausgebildete Seitenleiste wiederum von einer Stirnseite her aufgeschoben werden, so daß die zusammengesteckten Gehäusehalbschalen zusätzlich
verspannt und damit besonders sicher verbunden werden.
Die Frontplatte und/oder Rückplatte kann durch stirnseitig einführbare Befestigungsschrauben fixiert werden. In einer zweckmäßigen Ausbildung sind Endstücke vorgesehen, welche die Seitenleiste stirnseitig begrenzen. Die Endstücke kön¬ nen derart angeordnet bzw. z.B. auf die Abkantungen aufge¬ schoben oder auch aufgeklipst werden, daß sie mit den Stirn¬ seitenbereichen fluchten.
In einer Weiterbildung sind die Endstücke, welche z.B. aus Polyamid gefertigt sein können, als ein Winkelstück und auf die Frontplatte bzw. Rückplatte übergreifend ausgebildet. Das Winkelstück kann auf die Seitenleiste und/oder den frontund rückseitigen Gehäusebereich aufgeklipst oder wie die Frontplatte in diesem Bereich zur Führung und Aufnahme eines Befestigungselementes, beispielsweise einer Befesti¬ gungsschraube, ausgebildet sein, so daß eine besonders ein¬ fache Befestigung möglich ist.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, die Endstücke bzw. die Winkelstücke insbesondere im frontplattenseitigen Be¬ reich gegen eine Tragegriff-Aufnahme austauschbar zu ge¬ stalten. In einer Tragegriff-Aufnähme kann ein Tragegriff lösbar und/oder verstellbar gehalten sein. Es ist dann z.B. möglich, das Gehäuse mit einer entsprechend einstellbaren Schräganordnung aufzustellen.
Die Erfindung soll nachstehend anhand einer Zeichnung weiter erläutert werden; in dieser zeigen in einer stark schematisierten Darstellung
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Gehäuse in einer perspek¬ tivischen Darstellung mit zwei verschiedenen Be¬ festigungsarten für eine Frontplatte;
Fig. 2 einen horizontalen Schnitt durch einen Stirnsei¬ tenbereich mit einer IP-Dichtung und EMV-Ab- schirmung im Bereich einer teilweise darge¬ stellten Frontplatte;
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines erfin¬ dungsgemäßen Gehäuses im Bereich einer linken, frontseitigen Gehäuseecke mit einer ersten Variante einer längsseitigen Abkantung mit Ver¬ bindungsstegen und Eingriffselementen und
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung eines Gehäuses analog zu Fig. 3, jedoch mit einer zweiten Vari¬ ante einer Abkantung und Eingriffselementen.
In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Gehäuse 2 darge¬ stellt. Es besteht aus zwei Halbschalen 3, 5, welche U-förmig ausgebildet sind und nach außen gerichtete Abkan¬ tungen (siehe Fig. 3 und Fig. 4) aufweisen, welche durch ei¬ ne Seitenleiste 10 und angrenzende Endstücke 18 im Bereich der Stirnseiten abgedeckt sind.
Das Gehäuse 2 mit den zwei identischen U-förmigen Gehäuse¬ halbschalen 3, 5, einer Frontplatte 7 und einer nicht dar¬ gestellten Rückplatte weist zwischen einer Deckfläche 11 und angrenzenden Seitenflächen 14 jeweils eine Eckschräge 4 auf. Im Bereich dieser Eckschrägen 4 können Lüftungslöcher oder Vertiefungen 37 vorgesehen sein. Ähnlich können auch Randbereiche der Deckfläche 11 ausgebildet sein. Eine stirnseitige Vertiefung 40 ist für einen Fuß (nicht darge¬ stellt) vorgesehen, welcher als ein Klebe- oder Anschraubfuß ausgebildet sein kann.
Eine Frontplatte 7 ist in der linken Darstellung mit Hilfe von Befestigungsschrauben 41 befestigt.
Die rechte Variante zeigt ein Winkelstück 38 als ein auf die Frontplatte 7 übergreifendes Endstück. Dieses Win¬ kelstück 38 ist in die Seitenleiste 10 einklipsbar oder auch durch eine Befestigungsschraube fixierbar. Die Front¬ platte 7 verläuft nicht bündig mit den Stirnseitenbereichen 8, sondern ist in einer geschützten Anordnung nach innen versetzt angeordnet und fixiert.
In Figur 2 ist ein horizonaler Schnitt durch eine Front¬ platte 7 und eine obere Halbschale 3 in einem Stirnseiten¬ bereich 8 gezeigt. Dieser horizontale Schnitt verdeutlicht auch die Ausbildung eines Haltesteges 6 für die Frontplatte o 7 an den 180 -abgewinkelten Stirnseitenbereichen 8.
Der Haltesteg verläuft nahezu im rechten Winkel zu den ab¬ gewinkelten, besonders stabilen Stirnseitenbereichen 8.
Zur IP-Abdichtung und EMV-Abschirmung sind Dichtungsprofile 20, 24 vorgesehen. Die IP-Abdichtung 20 weist ein etwa U-förmiges Profil 19 auf und umfaßt damit die Kantenbe¬ reiche der Frontplatte 7. Mit zwei schräg nach außen gerich¬ teten Dichtlippen 21, 22 ist die Frontplatte 7 gegen den abgewinkelten Stirnseitenbereich 8 abgedichtet, wobei eine längere Dichtlippe 21 in das Gehäuseinnere und eine kürzere Dichtlippe 22 nach außen gerichtet ist. Diese Ausbildung der Dichtlippen 21, 22 geht aus Fig. 2 mit eingebauter Frontplatte und verformten Dichtlippen 21, 22 nicht hervor.
Eine EMV-Abschirmung wird durch eine Federleiste 24 als EMV-Dichtungsprofil gewährleistet, welches stirnseitig auf das freie Ende des Haltestegs 6 aufgeklemmt werden kann. Das EMV-Federelement oder die Federleiste 24 weist einen Haltebereich 25 und einen bogenförmigen Kontaktbereich 26 auf, welcher an der Frontplatte 7 anliegt.
In Figur 3 sind eine obere Gehäusehalbschale 3 sowie eine untere Gehäusehalbschale 5 mit längsseitigen Abkantungen
13, 15 dargestellt. Die Gehäusehalbschalen 3,5 sind nicht verbunden, sondern in Abstand voneinander gezeigt, so daß die Ausbildung der Abkantungen 13, 15 mit einem nahezu ho¬ rizontalen Verbindungssteg 27 und Verbindungsfingern 34 oder Laschen sowie Öffnungen 33 oder Taschen als Eingriffs¬ elemente 30 deutlich hervorgeht. Die Verbindungsfinger 34 sind quadratisch bzw. rechteckig und vertikal nach unten gerichtet an dem horizontalen Verbindungssteg 27 der oberen Gehäusehalbschale 3 angeordnet und greifen in komplementär ausgebildete Öffnungen 33 des Verbindungsstegs 27 der un¬ teren Gehäusehalbschale 5 ein. Es ist vorteilhaft, daß die Abkantungen, insbesondere die Verbindungsstege 27, zur Fixierung von Montageplatten und Bauteilen (nicht darge¬ stellt) verwendet werden können.
Es ist möglich, die Verbindungsfinger 34 mit Krallen oder dergleichen EMV-abschirmend auszubilden. Die Längsseite 9 der oberen Gehäusehalbschale 3 ist, wie Figur 3 deutlich macht, nur mit dem Verbindungssteg 27 und den daran abge¬ winkelten Verbindungsfingern 34 versehen, während die un¬ tere Gehäusehalbschale 5 eine U-förmige Endprofilierung mit einem horizontalen Verbindungssteg 27 und einem nach unten abgekanteten Vertikalsteg 28 aufweist. An diesem Vertikal¬ steg 28 können sich die Verbindungsfinger 34 im zusammenge¬ bauten Zustand abstützen.
Eine frontseitige Öffnung 17 wird von einem nach innen ver¬ setzten Haltesteg 6 begrenzt, an welchem die Frontplatte 7 (siehe Fig. 1 und 2) mit ihren Randbereichen anliegt. Der Haltesteg 6 ist im Bereich der Eckschrägen auf Gehrung ge¬ schnitten.
Figur 4 zeigt eine zweite Variante der Eingriffselemente 30 und der oberen und unteren Abkantungen 13, 15. Diese sind als U-förmige Endprofile mit Verbindungsstegen 27 und mit einem nach oben bzw. nach unten gerichteten Endsteg 28 aus¬ gebildet.
Als Eingriffselemente 30 sind beim Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 Rastnoppen 31 und komplementär ausgebildete Öffnungen 33 vorgesehen. Diese Eingriffselemente 30 sind rasterartig in den Verbindungsstegen 27 ausgebildet.
Im zusammengebauten Zustand werden die Abkantungen 13, 15 mit den Verbindungsstegen 27 und den Eingriffselementen 30 vollständig von einer Seitenleiste 10 (siehe Fig. 1) sowie Endstücken 18 abgedeckt. Die Seitenleiste 10 ist insbeson¬ dere stirnseitig aufschiebbar ausgebildet und mit einer in¬ nenseitigen Ausnehmung (nicht dargestellt) versehen, welche den aneinanderliegenden Abkantungen 13, 15 entspricht. Das¬ selbe trifft für die Endstücke 18 zu.
Es ist für einen besonders vorteilhaften Gesamteindruck möglich, die Endstücke 18 und die Seitenleiste 10 farblich vom Gehäuse abzusetzen und/oder mit einer ansprechenden Außenkontur zu versehen. Vorteilhaft ist die Verwendung von Kunststoffmaterial für die Seitenleiste und/oder die Endstücke, während die Gehäusehalbschalen 3, 5, die Front¬ platte 7 und die Rückplatte (nicht dargestellt) aus einem Stahl- oder Aluminiumblech hergestellt werden können.