NAHEZU UNVERNETZTE CARBOXYMETHYLSTÄRKE, VERFAHREN ZU DEREN HERSTELLUNG, VER¬ WENDUNG ALS RETARDIERUNGSMITTEL, SOWIE EIN RETARDIERENDES ARZNEIMITTEL
Die Erfindung betrifft eine nahezu unvemetzte Carboxymethylstärke, ein Verfahren zu deren Herstellung, die Verwendung dieser modifizierten Carboxymethylstärke als
Retardierungsmittel sowie ein retardierendes Arzneimittel.
Carboxymethylstärken mit unterschiedlichem Vernetzungsgrad und unterschiedlicher Viskosität werden seit langem in unterschiedlichen Bereichen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie Kosmetikindustrie, Zigarettenindustrie und fiir spezielle technische Anwendungen eingesetzt. Hergestellt werden Carboxymethylstärken u.a. durch Umsetzung nativer Stärke mit Natronlauge und Monochloressigsäure in Gegenwart von alkoholischen Quellungsinhibitoren. Unter Zusatz von z. Bsp. Epichlorhydrin oder Dichloressigsäure erfolgt dann eine Vernetzung der Carboxymethylstärke. Die Vernetzung dient dabei zur Verbesserung und Stabilisierung der Viskositäts- und Quelleigenschaften der Carboxymethylstärke. Erreicht werden dabei weiße fließfähige, sehr hygroskopische Pulver, die in Wasser quellen. Es entstehen entweder milchig trübe Suspensionen oder Gele. Aufgrund der Quelleigenschaften vernetzter Carboxymethylstärken werden diese Stärken unter anderem in der Pharmazie als Tablettenspreng- oder -Zerfallhilfsmittel eingesetzt.
Gerade weil Carboxymethylstärken aufgrund ihrer natürlichen Herkunft und ökologischen Verträglichkeit ein weites Einsatzgebiet haben, existiert weiterhin ein erheblicher Bedarf an solchen Stärkederivaten mit neuen Eigenschaften. Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb in der Herstellung einer neuen Carboxymethylstärke.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine nahezu unvemetzte Carboxymethylstärke gelöst, die sich durch eine niedrige Viskosität auszeichnet, deren gelartige, nicht milchig trübe, sondern klare Lösung nicht sedimentiert.
Unter nahezu unvemetzter Carboxymethylstärke wird erfindungsgemäß Carboxymethylstärke verstanden, die durch Veretherung nativer Stärke in Gegenwart alkoholischer Quellungsinhibitoren unter Ausschluß von Vemetzungsmitteln erhalten und keiner zusätzlichen Vernetzung unterworfen wird. Diese nahezu unvemetzte Carboxymethylstärke
bildet in wassrigen Lösungen klare Gele, die nicht sedimentieren, eine niedrige Viskosität und geringe Empfindlichkeit gegenüber Scherbeanspruchung aufweisen. Weiterhin sind wässrige Lösungen der erfindungsgemäßen Carboxymethylstärke in ihrer Viskosität frei einstellbar.
Die erfindungsgemäße, nahezu unvemetzte Carboxymethylstärke wird so hergestellt, daß native, unvemetzte Stärke in nahezu wasserfreiem alkoholischem Lösemittel suspendiert und mit NaOH alkalisiert und anschließend mittels Monochloressigsäure bei einer Temperatur von 30 bis 40 °C verethert wird. Das so erhaltene Rohprodukt wird mit einer Säure, vorzugsweise Essigsäure oder Salzsäure, neutralisiert, durch Waschen mit wässrigem alkoholischen Lösungsmittel entsalzt, anschließend mehrfach mit nahezu wasserfreiem alkoholischen Lösungsmittel gewaschen und bei Temperaturen unter 80 °C, vorzugsweise bei 60-80 °C etwa 2 bis 3h schonend unter Vakuum getrocknet.
Die Reaktion wird unter Ausschluß von chemischen Vernetzungsmitteln bei Temperaturen unter 80 °C in allen Verfahrensstufen so geführt, daß auch eine physikalische Vernetzung der eingesetzten Stärke und des veretherten Stärkederivates nahezu ausgeschlossen wird. Die sich an die Verethemng anschließende Neutralisation bewirkt eine Umwandlung der Carboxymethylsubstituenten von der Na-Form in die H-Form. Über die H-Form ist eine intermolekularen Vernetzung möglich, wobei nach dem erfindungsgemäßen Verfahren nur eine sehr geringe Vernetzung erfolgt. Figur 1 zeigt eine solche intermolekulare Vernetzung.
Die erfindungsgemäße Carboxymethylstärke ist aufgrund ihrer neuen Eigenschaften vielfältig einsetzbar. Überraschend ist, daß die erfindungsgemäße, nahezu unvemetzte
Carboxymethylstärke als Hilfsstoff zur Retardierung in Arzneimitteln geeignet ist. Bislang wurden modifizierte Carboxymethylstärken aufgrund ihrer Quellfähigkeit als Tablettensprengmittel eingesetzt.
Erfindungsgemaß läßt sich eine Arzneimittclzubereitung mit verzögerter
Wirkstofffreisetzung so formulieren, daß sie neben dem pharmakologischen Wirkstoff und üblichen Hilfsstoffen, wie Füllstoff, Fließmittel, Gleitmittel usw. 5 bis 25 Ma% nahezu unvemetzter Carboxymethylstärke enthält.
Anhand nachfolgender Ausführungsbeispiele und Darstellungen soll die Erfindung näher erläutert werden. Im einzelnen bezeichnen
Fig. 1 Strukturformel Fig. 2 REM-Aufhahme Fig. 3 FTIR-Spektrum Fig 4 Viskositätsmeßdaten
Fig 5 Viskositätsdiagramme Produkt nach Ausfuhrungsbeispiel 1 Fig 6 Viskositätsdiagramme UAP 5000 Fig 7 Diagramm Wirkstofffreisetzung Diclofec-Na
Fig. 8 Diagramm Wirkstofffreisetzung bei Trocken- und Feuchtgranulierung Fig. 9 Diagramm Wirkstofffreisetzung Verapamil Fig. 10 Diagramm Wirkstofffreisetzung Theophyllin
Ausführungsbeispiel 1
In einem Rührbehälter werden in 1500 ml wasserfreies Methanol, 850 g Kartoffelstärke mit 450 ml 45%iger Natronlauge 2 h alkalisiert und anschließend unter Zusatz 300 g Monochloressigsäure bei einer Temperatur von 35 bis 40°C umgesetzt. Nach einer Verweilzeit von 10 bis 15 Stunden wird die erhaltene Suspension gewaschen, mit Essigsäure neutralisiert, durch Waschen mit wässrigem Methanol entsalzt und mit wasserfreiem Methanol mehrfach nachgewaschen. Der Feststoff wird abgetrennt und bei einer Temperatur von 70 bis 80 °C in einem Vakuumschaufeltrockner 3h getrocknet und anschließend gekühlt.
Nach diesem Verfahren wird ein Produkt mit folgenden Charakteristika erhalten:
Aussehen: feines, nahezu weißes freifließendes Pulver pH-Wert: 5,5 - 7,5
Molekulargewicht: 1,1558 • 108 g/mol
Natriumchlorid (%): < 1
Natriumglykolat (%): < 2,0
Na-Gehalt (im Stärke- glykolat): (%) 4,0 - 4,5
Trockungsverlust (%): <10%
DS-Wert 0,15 - 0,3
Gelbildung: bildet in 2%iger wässeriger Lösung klare, niedrigviskose Gele
Viskosität: gemessen mit dem Kegel-Platte System (4 cm Durchmesser, 2° Kegel, 54 μm
Spalt, T= 25°C, Schergeschwindigkeit 50/s) = 630 mPa-s
Das nach Ausfuhrungsbeispiel 1 hergestellte Produkt wurde mittels Rasterelektronenmikroskop und FTIR-Spektroskop Fa. Bruker, Vector 22 untersucht. Gemessen und ausgewertet wurde auch das Viskositätsverhalten des nach Ausführungsbeipiel 1 hergestellten Produktes, hier mit UAP 100 bezeichnet, in 2%-iger Lösung. Dabei wurde mit dem Viskositätsverhalten eines handelsüblichen chemisch und physikalisch modifizierten Stärkederivates UAP-5000 der Fa. Chemische Fabrik Pirna Copitz GmbH verglichen.
Die als Fig. 2 beigefügte REM-Aufnahme zeigt ein mit nativer Kartoffelstärke übereinstimmendes Erscheinungsbild. Die für Kartoffelstärke typische Kornform ist erhalten geblieben.
Das als Fig. 3 beigefügte FTIR-Spektrum korrespondiert mit den IR-Spektren bekannter Carboxymethylstärken. Dennoch unterscheidet sich die erfindungsgemäße Carboxymethylstärke.
Aus den in Fig. 4 aufgeführten Viskositätsdaten kann eine wesentlich verringerte Ausgangsviskosität des nach Ausführungsbeispiel 1 hergestellten Produktes gegenüber dem Produkt UAP 5000 entnommen werden. Der ebenfalls geringere a-Wert ist ein Maß für die verringerte Empfindlichkeit des nach .Ausführungsbeispiel 1 hergestellten Produktes gegenüber einer Scherkraftbeanspruchung.
Fig. 5 und 6 beinhalten Viskositätsdiagramme von UAP 5000 und des nach Ausführungsbeispiel 1 hergestellten Produktes, hier mit UAP 100 bezeichnet. Im Diagramm jeweils links oben ist die Viskosität gegen die Zeit bei konstanter Schergeschwindigkeit auftragen. Im Diagramm jeweils rechts oben sind die Viskositätsdaten und die Schergeschwindigkeit logarithmisch dargestellt (Schergeschwindigkeitsverlauf). Die auf den Fig. 5-6 unten aufgeführten Diagramme zeigen zum einen die Funktion der Viskosität bei konstanter Schergeschwindigkeit und zum anderen die Funktion bei variabler Schergeschwindigkeit. Die Darstellungen beruhen auf Meßdaten, die mit dem Kegel-Platte System und den Meßbedingungen 4 cm Durchmesser, 2° Kegel, 54 μm Spalt, T= 25°C, Vorscherung 10 s bei 10 1/s aufgenommen wurden. Als Meßgerät wurde ein Meßgerät Carri Med CSL 100 der Fa. TA-Instruments verwendet.
Um Viskositätsverhalten zu charakterisieren, arbeitet man nach zwei verschiedenen Verfahren. Zum einen wird bei konstanter Schergeschwindigkeit die Viskosität beobachtet (Fig. 5-6, Diagramme jeweils oben links). Im Normalfall stellt sich bei konstanter Schergeschwindigkeit nach kurzer Zeit eine bestimmte Viskosität ein, die sich dann nicht
ändert. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, die Viskosität bei zunehmender
Schergeschwindigkeit zu beobachten, wobei die Zeit hierbei keine Rolle spielt, denn bei
Geschwindigkeitsverläufen von 0...250 1/s wird die Messung schneller beendet als bei
0 1000 1/s.
Im Normalfall erkennt man am Schergeschwindigkeitsverlauf die Viskosität des Gels in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit sehr gut. Dies ist auch ein übliches Verfahren, um die Empfindlichkeit gegenüber Scherbeanspruchung zu erkennen.
Zur Quantifizierung des Viskositätsverhaltens wird in der Rheologie eine aus verschiedenen Modellen stammende Formel
K -a • y
benutzt. Hierbei bezeichnet K die Quasiviskosität bei keiner Scherbeanspruchung, a gibt die Empfindlichkeit gegenüber Scherbeanspruchung wieder. Dabei gilt:
je größer der a-Wert, desto größer ist die Abhängigkeit von der Schergeschwindigkeit und je größer der K-Wert, desto viskoser ist das Verhalten des Gels (unabhängig von der
Schergeschwindigkeit) .
Durch eine mathematische Umformung in die logarithmische Form erkennt man, daß der a- Wert die Steigung der Kurven in den oberen rechten Abbildungen der Fig. 5 bis 6 darstellt (log η = log K - a • log γ). Mit Hilfe der logarithmischen Regression oder der exponentiellen Regression erhält man die K- und a- Werte. Diese sind in den unteren Abbildungen der Fig. 5 bis 6 mit der allgemeinen Formel y = K • x"a dargestellt, wobei y = η und x = γ gesetzt ist. Der Regressionskoeffizient R gilt dabei als Maß für die Genauigkeit der Regression.
Wie aus Figur 5 und 6 ersichtlich, unterscheiden sich die Produkte UAP 100 und UAP 5000 nicht nur in ihrem jeweiligen Viskositätsverhalten in Abhängigkeit der Schergeschwindigkeit, sondern auch in ihren Schergeschwindigkeitsverläufen. Es ist deutlich zu erkennen, daß UAP
5000 ein wesentlich viskoseres Verhalten aufweist, jedoch gegenüber Scherbeanspruchung empfindlicher reagiert, was aus der Steilheit in der Abbildung rechts oben (Fig. 6) zu entnehmen ist. Dies drückt sich auch in den entsprechenden K- und a- Werten aus, die aus den unteren beiden Abbildungen entnommen werden können. Ersichtlich ist, daß der K-Wert beim
Produkt UAP 5000 ca. lOx höher liegt als beim Produkt UAP 100. Hingegen beträgt der a-
Wert von UAP 100 nur 60 % des a-Wertes von UAP 5000. Dies bedeutet eine verringerte
Empfindlichkeit gegenüber Scherbeanspruchung. Desweiteren läßt sich die Viskosität des erfindungsgemäßen Produktes in Lösung auch frei einstellen.
Ausführungsbeispiel 2
Nach Ausführungsbeispiel 1 hergestellte, nahezu unvemetzte Carboxymethylstärke wird mit dem Arzneimittelwirkstoff Diclofenac-Na, Magnesiumstearat als Gleitmittel, hochdispersem SiO2 (Aerosil) als Fließmittel und mikrokristalliner Zellulose (Microcel 101 SP) als Füllmittel in folgender Zusammensetzung gemischt, wobei die Anteile an Carboxymethylstärke (CMS) und microkristalliner Zellulose variert werden:
Diclofenac-Na 33,3 Ma% (100 mg) Mg-Stearat 2,0 Ma% Aerosil 200 1,5 Ma%
A B C D
MICROCEL 101-SP 63,7 Ma% 58,7 Ma% 53,7 Ma% 43,7 Ma% CMS 5,0 Ma% 10,0 Ma% 20,0 Ma%
Auf dem Wege der Direkttablettierung werden Tabletten in folgender Weise hergestellt:
Die Substanzen werden durch ein Sieb mit einer Maschenweite von 0,5 mm dispergiert, vermischt und auf einer Exzenter-Tablettiermaschine (Korsch EK 0) zu Tabletten (biplan mit Facettenrand, 10 mm Durchmesser) verpreßt. Bei einem Gewicht von 300 mg/Tablette beträgt der Wirkstoffgehalt 100 mg.
Die so hergestellten Tabletten werden nach folgenden Methoden untersucht:
Gewichtsbestimmung
Jeweils 30 Tabletten werden auf einer Analysenwaage (Sauter) gewogen und das mittlere Gewicht berechnet.
Bestimmung der Tablettenhärte
Jeweils 10 Tabletten werden mit einem Härtetestgerät (Heberlein) mit der Methode der Krafteinwirkung (auf die Waagerechte zwischen zwei zusammendrückenden Backen liegende Tablette) auf ihre Druckfestigkeit geprüft. Aus jeweils 10 Einzelwerten wird der Mittelwert berechnet.
Bestimmung der Abriebfestigkeit
Jeweils 20 Tabletten werden auf einer Analysenwaage (Sauter) gewogen und in eine Friabilator-Trommel (Erweka) mit treppen artigen Einbauten gegeben und rotieren 10 min bei 20 UpM. Anschließend wird das Gewicht der Tabletten ohne Staub- und Bruchstückanteile bestimmt. Das Maß des Abriebes wird in %Gewicht von der Tablette ausgedrückt.
Freisetzungsprüfung
Die Wirkstofffreisetzung von Diclofenac-Na 100 mg-Tabletten wird nach der USP-Paddle- Methode in 900 ml Phosphatpuffer bei pH 7,2 und 50 UpM während 8 h geprüft. Der Gehalt an freigesetztem Diclofenac-Na wird photometrisch gemessen. Die nach Ausfuhrungsbeispiel 2 hergestellten Tabletten weisen folgende Daten auf:
Anteil (%) Gewicht (mg) Härte (kp) Abrieb (%)
CMS
(A) 0 299 10,8 0,23
(B) 5 303 10,5 0,28
(C) 10 303 10,6 0,28
(D) .20 299 11,0 0,17
In Figur 7 sind die bei der Freisetzungsprüfung erreichten Daten aufgeführt. Ersichtlich ist, daß die Tablettenformulierungen mit der erfindungsgemaßen Carboxymethylstärke den
Wirkstoff Diclofenac-Na über einen Zeitraum von 8 Stunden verzögert freisetzt im Vergleich zu Tablettenformulierungen ohne die erfindungsgemäße Carboxymethylstärke.
Ausfuhmngsbeispiel 3
Unter Verwendung von nach Ausfuhmngsbeispiel 1 hergestellter Carboxymethylstärke (CMS) werden Tabletten nach der Methode der Feuchtgranulierung und der Trockengranuli erung hergestellt.
Feuchtgranulierung
Nach Ausfuhmngsbeispiel 1 erhaltene unvemetzte CMS, Diclofenac-Na, mikrokiistalline Zellulose (Tabulose 102) werden nach folgender Rezeptur gemischt
CMS 15,0 Ma%
Diclofenac Na 33,3 Ma%
Tabulose 102 48,2 Ma%
und mit 45 Ma% Wasser (bezogen auf die pulvrigen Substanzen) in einem Mischer (High shear) geknetet und über einen oszillierenden Sternrotor mit Vierkantsieb (1,6 mm) granuliert. Die Granulate werden 2h bei 60 °C getrocknet und über ein Sieb (1,25 mm ) abgesiebt (Granulat Feuchtigkeitsgehalt 4%). Das so erhaltene Granulat wird mit 2,0 Ma% Magnesiumstearat und 2,5 Ma% Aerosil gemischt. Analog Ausfuhmngsbeispiel 2 werden Tabletten gepreßt. Dabei werden Tabletten mit einer Härte von 9,1 kp und einer Abriebfestigkeit von 0,8% erreicht (Bestimmung anhand der unter Ausfuhmngsbeispiel 2 dargestellten Methoden).
Trockengranu li emng
Die Substanzen werden gemischt, gesiebt und über einen 2 -Walzenkompaktor kompaktiert und über eine Siebmaschine (Sieb 1,25 mm) mit oszillierenden Sternrotor zerkleinert (granuliert). Das Granulat wird auf einer Excentertablettiermaschine (Korsch EK 0) zu Tabletten (biplan mit einem Facettenrand 10 mm Durchmesser) verpreßt. Dabei werden Tabletten mit einem Gewicht von 300 mg, Härte 9,1 kp, Abrieb festigkeit 0,6 % erreicht (Bestimmung anhand der unter Ausfuhmngsbeispiel 2 dargestellten Methoden).
In Fig. 8 sind die Wirkstofffreisetzungen von Diclofenac-Na nach der USP-Paddle- Methode (50 Upm, 900 ml Phosphatpuffer, pH 7,2) dargestellt. Dabei ist ersichtlich, daß der Wirkstoff Diclofenac-Na über einen Zeitraum von 8 Stunden verzögert freigesetzt wird.
Ausführungsbeispiel 4
Analog Ausfuhmngsbeispiel 2 werden Tabletten mit dem pharmakologischen Wirkstoff Verapamil in folgender Zusammensetzung zubereitet:
Verapamil HCl 59,1 Ma%
CMS 24,7 Ma%
Tabulose 102 14,8 Ma%
Mg stearat 0,7 Ma%
Aerosil 200 0,7 Ma%
Die Tabletten werden analog der Ausführungsbeispiele 2 und 3 einmal auf dem Weg der Direktablettierung und auf dem Weg der Trockengranulierung hergestellt. Die hergestellten Tabletten enthalten 240 mg Verapamil pro Tablette und weisen entsprechend der bei Ausfuhmngsbeispiel 2 angegebenen Bestimmungsmethoden folgende Daten auf:
Direktablettierung Trockengranuliemng
Tablettengewicht (mg) 404 404
Tablettenhärte (kp) 6,8 11,0
Abriebfestigkeit (%) 0,7 0,2
In Figur 9 sind nach der USP-Paddle-Methode (100 Upm, 900 ml, pH 1 ,2, 0...2h anschließend pH 6,8) die Wirkstofffreisetzungen graphisch dargestellt. Auch hier zeigt sich, daß der Wirkstoff Verapamil-HCl über eine Zeit von 8 Stunden verzögert freigesetzt wird.
Ausführungsbeispiel 5
Auf dem Wege der Direkttablettierung analog Ausführungsbeipiel 2 wird eine Tablette unter Verwendung der nach Ausführungsbeipiel 1 erhaltenen Carboxymethylstärke (CMS) und des Wirkstoffes Theophyllin mit folgender Zusammensetzung zubereitet:
Theophyllin 62,5 Ma%
CMS 18,8 Ma%
Tabulose 102 16,7 Ma%
Mg-Stearat 1,0 Ma%
Aerosil 200 1,0 Ma%
Die Tabletten enthalten 200 mg Theophyllin pro Tablette und weisen folgende Daten auf:
Gewicht (mg) 320
Tablettenhärte (kp) 9,5 Abrieb (%) 0,8
In Figur 10 ist wicdemm die Wirkstofffreisetzung gegenüber der Zeit, ermittelt nach der USP-Paddle-Methode(50 Upm, 900 ml, pH 1,2, 0...2h anschließend pH 6,8), graphisch dargestellt. Hier zeigt sich, daß der Wirkstoff Theophyllin über eine Zeit von 8 Stunden verzögert freigesetzt wird.