Schichtmaterial sowie Vorrichtung und Verfahren zum Herstellen von Schichtmaterial
Beschreibung
Die Erfindung betrifft allgemein ein Schichtmaterial sowie eine Vorrichtung und ein
Verfahren zum Herstellen eines Schichtmaterials. Genauer betrifft die Erfindung ein Schichtmaterial mit der Reihe nach einem amorphen oder polykristallinen Substrat, einer texturierten Pufferschicht und einer orientierten oxidischen Dünnschicht. Die Erfindung basiert ferner auf einer Vorrichtung zum Herstellen von Schichtmaterial nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie einem Verfahren zum Herstellen von Schichtmaterial nach dem Oberbegriff des Anspruchs 9, wie ein Verfahren zur Herstellung von einkristallinen Dünnschichten auf polykristallinen oder amorphen Substraten.
Zur Herstellung von einkristallinen dünnen Schichten eines bestimmten Materials wird dieses im allgemeinen auf geeignete einkristalline Substrate eines anderen Materials auf- gebracht. Die Substrate müssen dabei eine geeignete Gitterstruktur aufweisen, um die sogenannte Heteroepitaxie zu ermöglichen, bei der die einkristalline Struktur des Substrates von der aufgebrachten Schicht übernommen wird. Dieses Verfahren wird auch verwendet, um dünne Schichten hoher Qualität von z.B. oxidischen Hochtemperatursupraleitern wie z.B. YBajCUjO.^ (YBCO) herzustellen. Bei solchen Supraleitern können Korngrenzen drastisch die supraleitenden Eigenschaften verschlechtern. Dabei wirken sich Korngrenzen mit einem großen Korngrenzenwinkel stärker aus als solche mit einem kleinen Winkel zwischen den Kristallachsen der beteiligten Körner. Der Effekt der Korngrenzen wird deutlich beim Vergleich der kritischen Stromdichten. Diese beträgt in YBCO bei 77K auf einkristallinen Substraten im Eigenmagnetfeld 3 bis 5 MA/cm2. Auf untexturierten Substraten erreicht man typisch nur 0.02 MA/cm2. Aus diesem Grund ist man bei der Herstellung von hochwertigen Hochtemperatursupraleiterschichten auf eine einkristalline Struktur des Supraleiters angewiesen.
Die Methode der Herstellung hochwertiger Supraleiterschichten durch heteroepitakti- sches Wachstum auf einkristallinen Substraten ist auf relativ kleine Flächen begrenzt, da sol- ehe Substrate nur bis zu einer sehr begrenzten Größe zur Verfügung stehen. Zudem sind einkristalline Substrate sehr teuer und deshalb in vielen Fällen unwirtschaftlich. Ganz speziell ist es nicht möglich, Bänder aus Einkristallen herzustellen, welche die Voraussetzung für Stromkabel oder gewickelte Magneten aus Hochtemperatursupraleitern sind.
In jüngster Zeit wurden verschiedene Wege gegangen, um die Beschränkung auf Ein- kristalle zu umgehen. Dabei erzeugt man durch geeignete Verfahren in dem Substrat selbst oder in einer Pufferschicht, die auf das Substrat abgeschieden wird, eine quasi einkristalline oder insbesondere biaxiale Textur. Das bedeutet, daß die Kristallachsen des Substrates oder
ggf. der Pufferschicht mit einer gewissen Unscharfe, die im allgemeinen durch eine oder mehrere Halbwertsbreiten charakterisiert wird, ausgerichtet sind. Auf dieses Substrat oder diese Pufferschicht wird dann in einem zweiten Schritt beispielsweise der Supraleiter heteroepitak- tisch aufgebracht. Dadurch erreicht man beispielsweise verbesserte supraleitende Eigenschaf- ten, wie z.B. die Erhöhung der kritischen Stromdichte. Diese ist um so größer, je kleiner die Halbwertsbreite oder die Halbwertsbreiten der Pufferschicht sind. Es wurden u.a. vier wesentliche Verfahren zur Erzeugung einer biaxialen Struktur veröffentlicht.
So wurde ein Verfahren entwickelt, bei dem man in Nickelbändern durch mehrfaches Walzen und anschließendes Rekristallisieren eine biaxiale Textur erzeugt (Rolling Assisted Biaxially Textured Substrates: RABiTS®), wie in A. Goyal et al., APL 69, Seite 1795, 1996, veröffentlicht wurde. Auf diese Nickelbänder kann ein Supraleiter aber nicht direkt aufgebracht werden, da Nickel aufgrund von Diffusions- und Oxidationsproblemen kein zur direkten Deposition des Supraleiters geeignetes Substrat darstellt. Deshalb wird durch eine komplizierte Schichtenfolge von epitaktisch darauf aufgewachsenen Pufferschichten eine Diffusions- barriere und eine für die Supraleiterdeposition geeignete Oberfläche erzeugt, auf der dann die Hochtemperatursupraleiterschicht epitaktisch aufwächst. Bei diesem Verfahren ist nachteilig, daß Nickel aufgrund seiner mangelhaften Zugfestigkeit für viele Anwendungen ungeeignet ist. Nachteilig ist auch der Ferromagnetismus des Nickels bei Anwendungen im Magnetfeld.
Bei der sogenannten "Ion Beam Assisted Depositon" (LBAD; ionenstrahlunterstützte Deposition) nach Y. Iijama et al., APL 60, Seite 769, 1992, wird die Pufferschicht während ihrer Deposition auf ein beliebiges Substrat unter einem schrägen Winkel mit niederenergetischen Ionen beschossen. Als Pufferschichtmaterial wird dabei meist Y2O3 stabilisiertes Zir- kondioxid (YSZ) verwendet. Mit diesem Verfahren lassen sich biaxial texturierte Schichten hoher Qualität herstellen, welche die Deposition von z.B. Supraleiterfilmen mit sehr guten Ei- genschaften ermöglichen. Allerdings ist der apparative Aufwand durch die Verwendung einer Ionenquelle groß, die Depositionsrate niedrig und die Depositionsfläche durch die Ionenquelle begrenzt. Diese Punkte sind kostenintesiv und lassen das LB AD-Verfahren für eine kommerzielle Anwendung ungeeignet erscheinen.
Ein weiteres Verfahren ist die in K. Hasegawa et al., Proc. of ICEC 16, 1996, Ki- takyushu, Japan, und EP 669 411 A2 offenbarte Laserdeposition unter schrägen Winkeln (In- clined Substrate Deposition: ISD). Je nach Depositonsbedingungen stellt sich bei der Laserdeposition auf ein nicht gekipptes Substrat eine Kristallachse senkrecht zur Substratoberfläche und damit parallel zur Depositionsrichtung. Kippt man nun die Substratnormale relativ zur Depositionsrichtung, folgt diese Kristallachse der Depositionsrichtung. Bei geeignetem Kipp- winkel orientiert sich zusätzlich eine zweite Kristallachse parallel zur Oberfläche und man erhält die biaxiale Textur. Allerdings ist das Verfahren der Laserdeposition aufgrund der be-
grenzten simultan beschichtbaren Fläche weniger geeignet zur kostengünstigen, großflächigen Beschichtung.
Auf eine ähnliche Weise wurden auch durch Aufdampfen von Aluminium aus resi- stiv geheizten Schiffchen eine biaxiale Textur in dünnen Metallschichten erzeugt (vgl. T. Hashimoto et al., Thin Solid Films 182, 197, 1989). Es wurde während der Deposition ein Hintergrundsdruck von 4xl0"5 mbar verwendet. Der Grad der Texturierung war allerdings schlecht. Des weiteren sind Metalle im allgemeinen und Aluminium im speziellen aufgrund von Diffusions- und Oxidationsproblemen und aufgrund mangelnder thermischer Stabilität keine zur direkten Deposition des Supraleiters geeigneten Substratmaterialien. Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Schichtmaterial sowie vorrichtungs- und verfahrensmäßige Verbesserungen bei der Herstellung eines Schichtmaterials zu erreichen.
Dieses Ziel wird durch die in den Patentansprüchen 1 , 5 und 9 angegebenen Merkmale entsprechend eines Schichtmaterials sowie einer Vorrichtung und eines Verfahrens zum Herstellen eines Schichtmaterials erreicht.
Somit ist ein erfindungsgemäßes Schichtmaterial mit der Reihe nach einem amorphen oder polykristallinen Substrat, einer texturierten Pufferschicht und einer orientierten Dünnschicht dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Pufferschicht und der Dünnschicht wenigstens eine Deckschicht enthalten ist. Mit der mindestens einen Deckschicht nach der Erfindung wird erreicht, daß herstellungsbedingte Lücken und Unebenheiten in der Pufferschicht ausgeglichen werden, so daß die orientierte oxidische Dünnschicht entsprechend der für ihr Aufwachsen zur Verfügung stehenden Oberfläche der Deckschicht eine hohe Qualität hat, die sich insbesondere in einer hohen kritischen Stromdichte ausdrückt, wenn es sich bei der orientierten Dünnschicht um eine oxi- dische Hochtemperatursupraleiter-Dünnschicht handelt. Aber auch für andere entsprechende Dünnschichten werden durch die Erfindung qualitativ verbesserte Schichtaufbauten erreicht.
Soweit vor- und nachstehend auf Hochtemperatursupraleiter Bezug genommen wird, ist dies nur exemplarisch zu verstehen. Ohne Einschränkungen eignet sich die Erfindung allgemein auch für jegliche andere orientierte, vorzugsweise oxidische oder metallische Dünn- schicht, die insbesondere eine technische Funktionsschicht sein kann, wie neben einer bereits erwähnten Hochtemperatursupraleiterschicht, beispielsweise einer YBCO-Schicht, eine ferro- magnetische Schicht, einschließlich eine solche ferromagnetische Schicht mit sog. "Giant Magneto Resistance", oder eine ferroelektrische Schicht. Als weitere Möglichkeit kann eine Mehrzahl von orientierten Dünnschichten übereinander über der wenigstens einen Deck- schicht liegen.
Bevorzugt ist es, wenn das Material für die Pufferschicht unter einem Winkel α, ≠ 0 zur Normalen auf der Substratoberfläche auf letztere aufgedampft wurde, und wenn Vorzugs-
weise ferner das Material für die Deckschicht unter Depositionsbedingungen, die verschieden sind von denen sind, unter denen die Pufferschicht aufgebracht wurde, insbesondere unter anderem Druck, anderer Temperatur, anderer Rate und/oder anderem Winkel α2 ≠ α,, vorzugsweise α2 < α,, bevorzugt 2 ~ 0°, zur Normalen auf der Substratoberfläche, auf die Puffer- schicht aufgedampft wurde. Gemäß weiteren vorzugsweisen Ausgestaltungen kann die Pufferschicht eine biaxiale Textur und/oder eine Facettierung aufweisen.
Vorzugsweise Materialien für die Pufferschicht und/oder wenigstens eine Deckschicht enthalten Oxidmaterial, einschließlich MgO, CeO2, Y2O3 stabilisiertes Zirkonoxid (YSZ). Weiterhin kann vorgesehen sein, daß das Substrat eine der orientierten Dünnschicht zugewandte, insbesondere polierte und/oder hitzebeständige Metall- oder Metallegierungsoberfläche mit amorpher oder polykristalliner Struktur aufweist, wobei insbesondere das Substrat selbst und/oder die Oberfläche thermisch oxidiertes Silizium, eine Nickelbasislegierung, wie Hastelloy C®, partiell Y2O3 stabilisiertes Zr02 (PSZ), hitzebeständigen Edelstahl, Platin und/oder AL,03, jeweils in polykristalliner oder amorpher Form, enthalten/enthält. Bei- spielsweise kann eine untexturierte AL,O3-Schicht die Oberfläche des Substrates bilden, wodurch eine Art Schutzschicht geschaffen wird. Damit kann z.B. eine Diffusionssperrschicht, inklusive einer Oxidationssperrschicht, eine Glättungsschicht und/oder eine Schicht mit einem Haftvermittler in vorteilhafter Weise realisiert werden.
Bei einer Vorrichtung zum Herstellen von Schichtmaterial, mit einer Vakuumkam- mer, in der Positioniereinrichtungen für ein Substrat und Pufferschichtmaterialabgabeein- richtungen zum Bilden einer Pufferschicht als Unterlage für eine orientierte oxidische Dünnschicht auf dem Substrat so angeordnet sind, daß Pufferschichtmaterial von den Pufferschicht- materialabgabeeinrichtungen unter einem Winkel , ≠ 0 zur Normalen auf der Substratoberfläche auf letztere aufdampfbar ist, wobei eine solche Vorrichtung nachfolgend als gattungs- gemäß bezeichnet wird, kann das Ziel der Erfindung dadurch erreicht werden, daß Deckschichtmaterialabgabeeinrichtungen zum Bilden mindestens einer Deckschicht als Unterlage für die orientierte Dünnschicht auf der Pufferschicht und Einrichtungen vorgesehen sind, mittels denen das Material für die Deckschicht unter Depositionsbedingungen, die verschieden sind von denen, unter denen die Pufferschicht aufgebracht wurde, insbesondere unter anderem Druck, anderer Temperatur, anderer Rate und/oder anderem Winkel, auf die Pufferschicht aufdampfbar ist, wobei ggf. insbesondere Deckschichtmaterialabgabeeinrichtungen relativ zu den Substratpositioniereinrichtungen so angeordnet sind, daß Deckschichtmaterial unter einem Winkel α2 ≠ α,, insbesondere α2 < α,, vorzugsweise α2 ~ 0°, zur Substratoberflächennormalen auf der Pufferschicht aufbringbar ist. Weitere vorrichtungsmäßige Realisierungen der Erfindung können alternativ oder zusätzlich zur vorstehenden Ausgestaltung Einrichtungen zum thermischen Verdampfen, , insbesondere Elektronenstrahlverdampfen, oder reaktiven Verdampfen des Pufferschichtmateri-
als, ggf. des Deckschichtmaterials und/oder des Materials für die orientierte Dünnschicht enthalten.
Zur Erreichung des der Erfindung zu Grunde liegenden Ziels kann ferner zusammen mit jeder der vorstehenden Ausgestaltungen oder alleine eine gattungsgemäße Vorrichtung derart weitergebildet werden, daß der Winkel α, größer, insbesondere geringfügig größer als ein Winkel ß ist, den eine Kristallachse des Pufferschichtmaterials mit der Substratoberflächennormalen einschließt, wobei eine weitere Kristallachse des Pufferschichtmaterials parallel zur Substratoberfläche ist.
Ebenfalls geeignet zur Erreichung des Ziels der Erfindung ist eine andere Fortbildung der gattungsgemäßen Vorrichtung, wobei im Bereich des Aufbringens des Pufferschichtmaterials, ggf. des Deckschichtmaterials und/oder des Materials für die orientierte oxidische Dünnschicht auf der jeweiligen Unterlage Einrichtungen zum Erzeugen und Aufrechterhalten eines im Vergleich zur übrigen Vakuumkammer höheren Druckes vorgesehen sind. Diese Merkmale können ggf. mit den vorstehenden Varianten kombiniert werden. Statt oder zusätzlich zu oder im Rahmen der vorgenannten Drucküberhöhung können reaktive Materialien oder Komponenten, wie Radikale, Ionen, reaktivere Molekülverbindungen, als im Aufdampfmaterial vorhanden oder erwünscht, in einem Schichtbildungsbereich vorhanden sein.
Die reine Drucküberhöhung kann wegen der damit verbundenen Bereitstellung einer großen Anzahl allgemein als quantitativer Lösungsansatz, und die reine Verwendung reaktiver Materialien oder Komponenten kann wegen der Bereitstellung aktiver Teilchen als qualitativer Lösungsansatz angesehen werden.
Bei einer Vorrichtung entsprechend der weiter oben definierten Gattung kann das Ziel der Erfindung ferner alternativ oder zusätzlich dadurch erreicht werden, daß im Bereich des Aufbringens des Pufferschichtmaterials, ggf. des Deckschichtmaterials und/oder des Materials für die orientierte oxidische Dünnschicht auf der jeweiligen Unterlage Einrichtungen zum Zuführen von beim Verdampfen des jeweiligen Materials/der jeweiligen Materialien flüchtigen Komponenten und/oder zur Erzeugung der Pufferschicht, ggf. Deckschicht und/oder orientierten oxidischen Dünnschicht erforderlichen Komponenten und/oder reaktive Komponenten in Gasform vorgesehen sind. Eine solche Materialzuleitung erfolgt insbesondere mittels eines o.g. Drucküberhöhungsbereiches. Dabei können neben oder statt dem Ersatz von beim Verdampfen flüchtigen Stoffen auch Stoffe verwendet werden, mittels denen ein reaktives Verdampfen erreicht wird. Beispielsweise kann ein reines Metall verdampft werden und Sauerstoff im Rahmen der Drucküberhöhung zugefügt werden, so daß eine Oxidschicht gebildet wird. Als ein weiteres Beispiel kann H^ zugegeben werden, um bevorzugte Wachstumsrichtungen zu ändern. Allgemein ausgedrückt kann ein Surfactant zugeführt werden.
Weiterbildungen der vorstehend angegebenen erfindungsgemäßen Vorrichtungen können umfassen:
I. daß ggf. die Substratpositioniereinrichtungen dazu ausgelegt sind, daß das Substrat zumindest in einem ersten Schichtbildungsbereich (a) so gegenüber der Horizontalen schräg angeordnet ist, daß Pufferschichtmaterial, das wenigstens ungefähr senkrecht zur Horizontalen von den Pufferschichtmaterialabgabeeinrichtungen aufsteigt, in dem ersten Schichtbildungsbereich unter einem Winkel ≠ 0 zur Normalen auf der Substratoberfläche auf das Substrat gelangt, oder (b) wenigstens annähernd parallel zur Horizontalen angeordnet ist, und die Pufferschichtmaterialabgabeeinrichtungen relativ zum ersten Schichtbildungsbereich so angeordnet sind, daß Pufferschichtmaterial, das schräg zur Horizontalen von den Puffer- schichtmaterialabgabeeinrichtungen aufsteigt, in dem ersten Schichtbildungsbereich unter einem Winkel α, ≠ 0 zur Normalen auf der Substratoberfläche auf das Substrat gelangt, und/oder
II. daß ggf. die Substratpositioniereinrichtungen dazu ausgelegt sind, daß das Substrat mit Pufferschicht zumindest in einem zweiten Schichtbildungsbereich (a) so gegenüber der Horizontalen schräg angeordnet ist, daß Deckschichtmaterial, das wenigstens ungefähr senkrecht zur Horizontalen von Deckschichtmaterialabgabeeinrichtungen aufsteigt, in dem zweiten Schichtbildungsbereich wenigstens annähernd unter dem Winkel α2, bevorzugt α2 ≠ α,, insbesondere α2 < α,, vorzugsweise α2 ~ 0°, zur Normalen auf der Substratoberfläche auf die Pufferschicht auf dem Substrat gelangt, oder (b) wenigstens annähernd parallel zur Horizontalen angeordnet ist, und die Deckschichtmaterialabgabeeinrichtungen so angeordnet sind, und die Deckschichtmaterialabgabeeinrichtungen relativ zum zweiten Schichtbildungsbereich so angeordnet sind, daß Deckschichtmaterial, das schräg zur Horizontalen von den Deckschichtmaterialabgabeeinrichtungen aufsteigt, in dem zweiten Schichtbildungsbereich wenigstens ungefähr unter dem Winkel α2 , bevorzugt α2 ≠ α,, insbesondere 2 < α,, vorzugsweise α2 ~ 0°, zur Normalen auf der Substratoberfläche auf die Pufferschicht auf dem Substrat gelangt.
Bei anderen vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Substratpositioniereinrichtungen eine Substrathalterung für daran bewegliche Substrate und/oder eine Substratführung für band- oder kabeiförmig kontinuierlich geförderte Substrate enthält.
Insbesondere können ggf. die Einrichtungen zum Erzeugen und Aufrechterhalten eines im Vergleich zur übrigen Vakuumkammer höheren Druckes so angeordnet sein, um in einem Schichtbildungsbereich oder in einem Bereich mit bereits gebildeter Schicht oder Teil- schicht einen gegenüber der übrigen Vakuumkammer erhöhten Druck aufrechtzuerhalten, wobei ggf. insbesondere ein mehrfaches Durchlaufen einer Drucküberhöhungseinrichtung
und/oder nacheinander ein Durchlaufen von mehreren Drucküberhöhungseinrichtungen mit dazwischenliegenden Aufdampfstationen vorgesehen ist.
Ferner ist es bevorzugt, wenn ggf. die Drucküberhöhungseinrichtung dazu ausgelegt sind, in einem Schichtbildungsbereich oder in einem Bereich mit bereits gebildeter Schicht oder Teilschicht einen Druck von zumindest annähernd > 5 x 10"4 mbar, insbesondere wenigstens etwa > 1 x 10"3 mbar gegenüber einem Druck von annähernd etwa ≤ 1 x 10"4 mbar, vorzugsweise < 2 x 10"5 mbar an der Quelle bereitzustellen.
Vorzugsweise sind die vorstehenden Vorrichtungen zum Herstellen von erfindungsgemäßem Schichtmaterial ausgelegt. Das durch die Erfindung geschaffene Verfahren basiert auf den Schritten Aufbringen einer Pufferschicht auf ein Substrat, indem Pufferschichtmaterial von Pufferschichtmaterialab- gabeeinrichtungen unter einem Winkel α, ≠ 0 zur Normalen auf der Substratoberfläche auf letztere aufgedampft wird, und danach Aufdampfen einer orientierten Dünnschicht darauf.
Auf dieser Basis wird erfindungsgemäß nach dem nach dem Aufdampfen der Puffer- schicht und vor dem Aufdampfen der orientierten Dünnschicht zumindest eine Deckschicht unter Depositionsbedingungen, die verschieden sind von denen sind, unter denen die Pufferschicht aufgebracht wurde, insbesondere unter anderem Druck, anderer Temperatur, anderer Rate und/oder anderem Winkel α2 ≠ α,, vorzugsweise α2 < α,, bevorzugt 2 = 0°, zur Substratoberflächennormalen, und/oder so auf die Pufferschicht aufgedampft wird, daß die Pufferschicht eine biaxiale Textur und/oder eine Facettierung aufweist
Alternativ oder zusätzlich kann das Pufferschichtmaterial, das Deckschichtmaterial und/oder das Material für die orientierte oxidische Dünnschicht zum Aufbringen auf die jeweilige Unterlage thermisch verdampft, wie beispielsweise durch Elektronenstrahlverdamp- fen, oder reaktiv aufgebracht werden. Weitere Varianten zur Erreichung des Ziels der Erfindung bestehen darin, daß der
Winkel α, größer, insbesondere geringfügig größer als ein Winkel ß ist, den eine Kristallachse des Pufferschichtmaterials mit der Substratoberflächennormalen einschließt, wobei eine weitere Kristallachse des Pufferschichtmaterials parallel zur Substratoberfläche ist.
Außerdem kann das erfindungsgemäße Verfahren zusätzlich zu den Basisschritten enthalten, daß im Bereich des Aufbringens des Pufferschichtmaterials, ggf. des Deckschichtmaterials und/oder des Materials für die orientierte oxidische Dünnschicht auf der jeweiligen Unterlage ein im Vergleich zu den übrigen Vakuumbedingungen höheren Druck vorliegt.
Schließlich ist es auch möglich, das Ziel der Erfindung zu erreichen, indem im Bereich des Aufbringens des Pufferschichtmaterials, ggf. des Deckschichtmaterials und/oder des Materials für die orientierte oxidische Dünnschicht auf der jeweiligen Unterlage beim Verdampfen des jeweiligen Materials/der jeweiligen Materialien flüchtige Komponenten und/oder zur Erzeugung der Pufferschicht, ggf. Deckschicht und/oder orientierten oxidischen
Dünnschicht erforderliche Komponenten und/oder reaktive Komponenten in Gasform zugeführt werden/wird.
Hinsichtlich der Drucküberhöhung und/oder dem Vorhandensein bestimmter Materialien oder Teilchen im Schichtbildungsbereich wird bezüglich der Möglichkeiten und Wir- kungen auf die entsprechenden Angaben weiter oben bei der Beschreibung der entsprechenden Vorrichtungsmerkmale verwiesen.
Die genannten Verfahren können dadurch weitergebildet werden, daß die orientierte Dünnschicht eine oxidische oder metallische Dünnschicht und/oder eine technische Funktionsschicht ist, wie insbesondere eine Hochtemperatursupraleiterschicht, vorzugsweise eine YBCO-Schicht, eine ferromagnetische Schicht, einschließlich eine solche ferromagnetische Schicht mit sog. "Giant Magneto Resistance", oder eine ferroelektrische Schicht, und daß bevorzugt eine Mehrzahl von orientierten Dünnschichten übereinander über der wenigstens einen Deckschicht aufgebracht wird.
Andere Fortbildungen des Verfahrens sehen vor, daß die Pufferschichtund/oder we- nigstens eine Deckschicht Oxidmaterial, einschließlich MgO, CeO2, Y2O3 stabilisiertes Zir- konoxid (YSZ), enthalten/enthält oder zumindest weitgehend aus diesen Materialien bestehen/besteht, und/oder daß das Substrat eine der orientierten Dünnschicht zugewandte, insbesondere polierte und/oder hitzebeständige Metall- oder Metallegierungsoberfläche mit amorpher oder polykristalliner Struktur aufweist, wobei vorzugsweise das Substrat selbst und/oder die Oberfläche thermisch oxidiertes Silizium, eine Nickelbasislegierung, wie Hastelloy C®, partiell Y2O3 stabilisiertes ZrO2 (PSZ), hitzebeständigen Edelstahl, Platin und/oder A^O.,, jeweils in polykristalliner oder amorpher Form, enthalten/enthält.
Mögliche Weiterbildungen der vorstehenden Verfahren können darin bestehen, daß zum einen das Substrat zumindest in einem ersten Schichtbildungsbereich (a) so gegenüber der Horizontalen schräg angeordnet wird, daß Pufferschichtmaterial, das wenigstens ungefähr senkrecht zur Horizontalen von Pufferschichtmaterialabgabeeinrichtungen aufsteigt, in dem ersten Schichtbildungsbereich unter einem Winkel α, ≠ 0 zur Normalen auf der Substratoberfläche auf das Substrat gelangt, oder (b) wenigstens annähernd parallel zur Horizontalen angeordnet wird und Pufferschichtmaterial relativ zum ersten Schichtbildungsbereich so aufge- dampft wird, daß Pufferschichtmaterial, das schräg zur Horizontalen von Pufferschichtmate- rialabgabeeinrichtungen aufsteigt, in dem ersten Schichtbildungsbereich unter einem Winkel α, ≠ 0 zur Normalen auf der Substratoberfläche auf das Substrat gelangt, und/oder daß zum anderen das Substrat mit Pufferschicht zumindest in einem zweiten Schichtbildungsbereich (a) so gegenüber der Horizontalen schräg angeordnet wird, daß Deckschichtmaterial, das we- nigstens ungefähr senkrecht zur Horizontalen von Deckschichtmaterialabgabeeinrichtungen aufsteigt, in dem zweiten Schichtbildungsbereich wenigstens annähernd unter dem Winkel 2, bevorzugt α2 ≠ α insbesondere α2 < α,, vorzugsweise α2 = 0°, zur Normalen auf der
Substratoberfläche auf die Pufferschicht auf dem Substrat gelangt, oder (b) wenigstens annähernd parallel zur Horizontalen angeordnet wird und Deckschichtmaterial relativ zum zweiten Schichtbildungsbereich so aufgedampft wird, daß Deckschichtmaterial, das schräg zur Horizontalen von den Deckschichtmaterialabgabeeinrichtungen aufsteigt, in dem zweiten Schicht- bildungsbereich wenigstens ungefähr unter dem Winkel α, , bevorzugt α2 ≠ α,, insbesondere α, < α,, vorzugsweise α2 = 0°, zur Normalen auf der Substratoberfläche auf die Pufferschicht auf dem Substrat gelangt.
Weiterhin ist es bei dem Verfahren nach der Erfindung möglich, daß insbesondere band- oder kabeiförmiges Substratmaterial kontinuierlich gefördert wird, oder daß ein Substrat beweglich angeordnet ist.
Es kann im Rahmen der Erfindung auch vorgesehen sein, daß ggf. in einem Schichtbildungsbereich oder in einem Bereich mit bereits gebildeter Schicht oder Teilschicht ein gegenüber den übrigen Vakuumbedingungen erhöhter Druck erzeugt oder aufrechterhalten wird, wobei insbesondere ein mehrfaches Durchlaufen einer Drucküberhöhungseinrichtung und/oder nacheinander ein Durchlaufen von mehreren Drucküberhöhungseinrichtungen mit dazwischenliegenden Aufdampfstationen erfolgt.
Weitere Alternativen oder Kombinationen zu bzw. mit vorstehenden Varianten können bei einem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch erreicht werden, daß ggf. in einem Schichtbildungsbereich oder in einem Bereich mit bereits gebildeter Schicht oder Teilschicht ein Druck von zumindest annähernd > 5 x 10"4 mbar, insbesondere wenigstens etwa
> 1 x 10~3 mbar gegenüber einem Druck von annähernd etwa < 1 x 10"4 mbar, vorzugsweise < 2 x 10"5 mbar an der Quelle bereitgestellt wird.
Vorzugsweise dienen die Verfahren nach der Erfindung zur Herstellung von eingangs angegebenen Schichtmaterial. Bei dem Schichtmaterial sowie der Herstellungsvorrichtung und dem Herstellungsverfahren für Schichtmaterial wird eine einfache und schnelle, d.h. kostengünstige Herstellung von texturierten Pufferschichten für die Supraleiterbeschichtung ermöglicht. Zudem können die Puffer- und Deckschichten auch großflächig und kontinuierlich aufgebracht werden. Des weiteren kann die Textur einer biaxial texturierten Oberfläche auf den Supraleiter übertragen werden.
Weitere vorteilhafte und bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und deren Kombinationen.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen: Fig. 1 schematisch eine Anordnung zur Methode des schrägen Aufdampfens,
Fig. 2 eine Orientierung von MgO-Schichten, die durch schräges Bedampfen hergestellt wurden,
Fig. 3 eine Orientierung von Ce02-Schichten, die durch schräges Bedampfen hergestellt wurden,
Fig. 4 schematisch eine Anordnung zur Beschichtung auf ein bewegtes Substrat,
Fig. 5 ein Schema einer Anordnung zum simultanen Aufbringen mehrerer Schichten auf ein Band mit einer Quelle,
Fig. 6 die Intensität der (1 1 1), (200), (220) Röntgenbeugungsreflexe von CeO2-Schichten, die senkrecht bei verschiedenen Substrattemperaturen aufgedampft wurden,
Fig. 7 ein Schema einer betrachteten Ausgangslage bei der Deposition auf unterschiedlich verkippte Kristalle, Fig. 8 schematisch die Situation von Fig. 7 nach einer gewissen Depositionsdauer,
Fig. 9 eine schematische Darstellung einer Ausgangssituation mit unterschiedlich gekippten Kristallen,
Fig. 10 die Wirkung einer Abscheidung über eine gewisse Dauer auf die Ausgangssituation von Fig. 9 im Schema, Fig. 11 eine schematische Querschnittsansicht eines Teils eines Schichtmaterials,
Fig. 12 eine REM-Aufnahme einer Deckschicht aus MgO,
Fig. 13 eine REM-Aufnahme einer YBCO-Schicht auf der Deckschicht von Fig. 12,
Fig. 14 eine Polfigur der in der Fig. 13 dargestellten YBCO-Schicht, und
Fig. 15 eine REM-Aufnahme einer YBCO-Schicht direkt auf einer Pufferschicht.
Zur Deposition der Schichten wird in einer Vakuumanlage die Methode des thermischen Verdampfens im allgemeinen verwendet. Bei dem thermischen Verdampfen wird das Verdampfungsmaterial durch Erhitzen verdampft. Das Erhitzen wird z.B. dadurch erreicht, daß ein sogenanntes Schiffchen durch elektrischen Strom resistiv beheizt wird. Das Verdamp- fungsmaterial, das in dem Schiffchen liegt wird dadurch soweit erhitzt, daß es verdampft.
Ein anderes Verfahren des thermischen Verdampfens ist die Elektronenstrahlver- dampfung, die im folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit beschrieben wird (siehe Fig. 1). Dazu wird in einer Vakuumkammer (nicht gezeigt) ein hochenergetischer Elektronenstrahl 1 auf das Verdampfungsmaterial (Target) 2 geschossen, wodurch dieses erhitzt wird und verdampft, wie durch die Pfeile 3 verdeutlicht ist. Als Verdampfungsmaterialien können reine Metalle oder Verbindungen verwendet werden. Im speziellen Beispiel werden MgO oder CeO2 als Targetmaterial verwendet. Das zu bedampfende Substrat 4 ist über dem Target 2 angebracht und kann mittels eines Heizers 5 auf die erforderlichen Temperaturen gebracht werden. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit ist in der Fig. 1 als Heizer 5 ein Block dargestellt, auf den das Substrat 4 geklemmt ist und der auf die erforderliche Temperatur aufgeheizt wird. Es sind auch andere Anordnungen möglich, wie z.B. eine indirekte Strahlungsheizung. Statt
einer Heizung kann ferner zur Kühlung des Substrates und entsprechenden Beeinflussung der Depositionsbedingungen eine Kühlung vorgesehen sein.
Das Substrat 4 ist so befestigt, daß die Substratnormale und die Verbindungslinie zwischen dem Substrat 4 und dem Target 2 einen Winkel einschließen. Der Winkel steht dabei entweder für den Winkel α,, unter dem Pufferschichtmaterial aufgedampft wird, oder für den Winkel α2, unter dem Deckschichtmaterial aufgedampft wird.
Die Anordnung hat somit allgemein zur Folge, daß das verdampfte Material unter ungefähr einem Winkel α auf die Oberfläche trifft. Da der Auftreffwinkel des verdampften Puffermaterials auf die Oberfläche die weiter unten beschriebene biaxiale Textur bewirkt, muß das Substrat nicht, wie in Fig. 1 gezeichnet ist, vertikal direkt über dem Target angebracht sein, sondern kann auch seitlich versetzt angeordnet werden.
Es kann Gas in der Nähe des Substrates 4 eingelassen werden. Bei der Deposition von Oxiden kann z.B. Sauerstoff als reaktives Gas eingelassen werden, um die gewünschte Oxitationsstufe zu erhalten oder es kann bei der Verdampfung des reinen Metalls vom Target 2 durch Zugabe von Sauerstoff am Substrat 4 eine Metalloxidschicht hergestellt werden.
Der für die Schichtherstellung notwendige Druck am Substrat 4 von ca. lxlO"3 mbar ist so groß, daß beim Einlaß einer entsprechenden Gasmenge als Hintergrundsdruck, das vom Target 2 abdampfende Material innerhalb von wenigen Zentimetern gestreut wird. Dies führte, wenn in der Vakuumkammer insgesamt ein solcher Druck herrschen würde, zu einer dra- stischen Erniedrigung der Aufdampfrate und zum Verlust der Richtcharakteristik des Dampfstrahls. Beides würde die Herstellung von gut biaxial texturierten Schichten verhindern. Überdies ist der Betrieb der Quelle in diesem Druckbereich bei der Verwendung von reaktiven Gasen im allgemeinen und Sauerstoff im speziellen nicht mehr möglich. Deshalb ist im allgemeinen eine Drucküberhöhung am Substrat 4 vorzuziehen. Zur Drucküberhöhung wird im speziellen das Substrat 4 mit einem Käfig 6 umgeben in den das entsprechende Gas gemäß dem Pfeil 7a durch einen entsprechende Leitung 7 eingelassen wird. Das Substrat 4 wird durch eine Öffnung 6a im Boden des Käfigs 6 bedampft. Zusätzlich kann durch partielles Pumpen, das durch eines oder mehrere Trennbleche 8 und entsprechende Anordnung der Vakuumpumpen (nicht gezeigt) erreicht wird, ein Druckgradient zwischen Target 2 und Substrat 4 eingestellt werden, so daß der Partialdruck des reaktiven Gases an der Quelle und zwischen Target 2 und Substrat 4 weiter erniedrigt wird.
Die in der Zeichnung dargestellte Anordnung stellt nur eine Möglichkeit der Drucküberhöhung dar. Prinzipiell können auch alle anderen in der Technik üblichen Verfahren oder Vorrichtungen verwendet werden, die mit diesem Verfahren kompatibel sind. Weitere Möglichkeiten zur Anordnung von Aufdampfmaterialquellen, Substrat und
Drucküberhöhungsbereichen sind in den älteren Anmeldungen DE 196 31 101.1 sowie DE 196 80 845.6 (entspricht der PCT/DE 96/02096) angegeben, deren Offenbarungsgehalte
durch diese Bezugnahme vollumfänglich in die vorliegenden Unterlagen aufgenommen sind. Die hieraus entnehmbaren Beispiele betreffen jeweils Varianten, bei denen eine Drucküberhöhung zusammen mit einer zeitlichen Trennung der Oxidation und der Beschichtung realisiert wurde. Hierzu wird eine stationäre (DE 196 80 845.6) oder bewegliche (DE 196 31 101.1) Sauerstofftasche zumindest weitgehend abgedichtet an einem insbesondere beweglichen Substrat gehalten, so daß Bereiche, in denen ein Aufdampfen erfolgte anschließend von der Sauerstoff tasche abgedeckt werden. Dies ermöglicht die Drucküberhöhung und Gaszufuhr auch ohne Beeinflussung des Aufdampfens selbst.
Ohne Einschränkungen kann das schräge Aufdampfen auch statt mit einem schräg zu den Aufdampfmaterialquellen angeordneten Substrat auch so realisiert werden, daß die Aufdampfmaterialquellen jeweils in geeigneter Weise seitlich versetzt vom Schichtbildungsbereich auf dem Substrat angeordnet sind, so daß nicht das vertikal aufsteigende Material, sondern seitlich von den Aufdampfmaterialquellen wegdampfendes Material unter dem gewünschten Winkel auf das Substrat trifft. Bei einem in einer horizontalen Ebene bewegten Substrat kann so durch unmittelbar aneinander anschließende Schichtbildungsbereiche für die Pufferschicht und jede Deckschicht zu deren Bildung jeweils ein anderer Winkel eingestellt sein. Anders ausgedrückt nutzt man, wenn z.B. die Pufferschicht und die Deckschichten aus denselben Materialien gebildet werden, daß zunächst unter einem Winkel α, auftreffender Dampf auf einen seitlich der Aufdampfmaterialquelle für das Pufferschichtmaterial liegenden Schichtbildungsbereich trifft und dann gleich anschließend unter einem Winkel α2 < , auftreffender Materialdampf auf einen weniger seitlich der Aufdampfmaterialquelle für das Deckschichtmaterial (identisch dem Pufferschichtmaterial) liegenden Schichtbildungsbereich trifft. Ggf. kann ein Zwischenbereich zwischen zwei Schichtbildungsbereichen durch Blenden abgedeckt sein. Die Methode des thermischen Verdampfens und speziell des thermischen Verdampfens durch Elektronenstrahlen hat mehrere Vorteile gegenüber anderen Verfahren zur Schichtherstellung, wie z.B. der aus dem Stand der Technik bekannten Laserablation (siehe EP 669 411 A2). Durch die zur Verfügung stehende hohe thermische Heizleistung beim thermischen Verdampfen können sehr hohe Aufdampfraten im kontinuierlichen Betrieb erreicht werden. Diese sind notwendig für die Ausrichtung der Schichten, wie unten näher erklärt ist. Des weiteren ist der Abstand vom Target zum Substrat prinzipiell nicht beschränkt, so daß große Flächen simultan beschichtet werden können. Das Nachfüllen des Targetmaterials ist problemlos möglich, da dieses einfach z.B. in einen Verdampfungstiegel gefüllt wird. Dies ist mit Hilfe von automatischen Nachfülleinrichtungen auch im Vakuum möglich. Damit ist eine kontinuierliche Beschichtung großer Flächen möglich, ohne das Vakuum unterbrechen zu müssen. Die oben genannten Vorteile des thermischen Verdampfens tragen zur Wirtschaftlichkeit des Verfahrens bei und sind bei anderen Depositionsverfahren nicht gegeben.
Deponiert man mit der oben beschriebenen Anordnung auf ein gekipptes Substrat unter bestimmten Depositionsbedingungen wie Depositionsrate, Kippwinkel v Substrattemperatur, Partialdruck und Gasart, so erhält man eine Schicht des Depositionsmaterials (Pufferschicht), die in einer gewissen Weise texturiert ist. Bei anders gewählten Depositionsbedin- gungen erhält man anders texturierte Schichten.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde entdeckt, daß man, um z.B. eine biaxiale Textur in Metalloxidschichten zu erzeugen, die oben genannten Depositionsbedingungen, im speziellen Depositionsrate, Substrattemperatur, Partialdruck und Gasart, derart wählen kann, daß eine Facettierung der aufwachsenden Mikrokristallite auftritt. Unter Facettie- rung wird verstanden, daß die Oberfläche der Kristallite der aufgebrachten Schicht im wesentlichen aus in etwa ebenen Flächen besteht, die meist niedrig indizierte Kristallflächen darstellen (z.B. { 100}, { 110}, { 111 }), die auch leicht verkippt sein können (Vizinalflächen). Die Facettierung wird im speziellen dadurch erreicht, daß ein genügend hoher Druck eines geeigneten Gases oder Gasgemisches am Substrat herrscht und daß eine ausreichend hohe Depositi- onsrate benutzt wird. Ist dies der Fall, so wird eine biaxiale Textur bereits bei sehr kleinen Winkeln , ab typischerweise 10° erreicht.
Der Mechanismus der Texturbildung läßt sich folgendermaßen verstehen. Deponiert man unter diesen Depositionsbedingungen auf ein um den Kippwinkel α, gekipptes Substrat, so werden diejenigen Kristallite mit der höchsten lokalen Rate bedampft, deren oberste Facet- te eine Oberflächennormale aufweist, die ungefähr in Depositionsrichtung zeigt. Diese Kristallite wachsen demzufolge am stärksten. Durch die gegenseitige Abschattung bei schräger Deposition und einer gerichteten Deposition wird bereits eine Kristallachse ausgerichtet oder ausgezeichnet. Unter einer gerichteten Deposition versteht man im vorliegenden Fall, daß die auftreffenden Atome/Moleküle einen Impuls mit einer Lateralkomponente haben, die zu einer Vorzugsrichtung der Diffusion führt. Zusätzlich führt eine anisotrope Wachstumsgeschwindigkeit zu der Ausrichtung der zweiten Achse. Damit erhält man biaxial texturierte dünne Schichten. Die Qualität der biaxialen Textur nimmt aufgrund der Wachstumsselektion durch Abschattung mit zunehmender Schichtdicke zu.
Die Textur läßt sich im allgemeinen folgendermaßen beschreiben. Eine Kristallachse [hkl] (z.B. [100]) stellt sich mehr oder weniger in Depositionsrichtung ein. Weitere entsprechend der Kristallsymmetrie äquivalente Kristallachsen (z.B. [010], [001]) stellen sich in etwa parallel zur Oberfläche (Fig. 2) ein. Welche äquivalenten Kristallachsen auf diese Weise ausgezeichnet sind, ist von dem Depositionsmaterial und den Depositionsparametern abhängig. Das hat zur Folge, daß sich z.B. bei MgO als Pufferschichtmaterial die [0-1 1] Richtung (oder analog die [01-1] Richtung) parallel zur Substratoberfläche und senkrecht zur Kristallachse [hkl], z.B. [100], und damit mehr oder weniger in Depositionsrichtung einstellt.
Im Gegensatz dazu beobachtet man bei der Deposition auf nicht (α, = 0°) oder nur wenig verkippte Substrate eine andere Orientierung der (Puffer-) Schicht (Wachstumsregime II). Je nach den gewählten Depositionsbedingungen richtet sich eine bestimmte Kristallachse <hkl> in Normalenrichtung aus. Diese Kristallachse ist nicht notwendigerweise die, welche in Wachstumsregime I in der oben beschriebenen Art und Weise ausgezeichnet ist. Der Wechsel von Wachstumsregime I zu Wachstumsregime II erfolgt bei sonst unveränderten Depositionsbedingungen ab einem bestimmten Kippwinkel bzw. ab einer bestimmten Depositionsrate, wobei auch ein Übergangsbereich mit Anteilen des Wachstumsregimes I und des Wachstumsregimes II auftreten kann. Depositionsparameter, wie Druck und Substrattemperatur, beein- flussen den Übergang. Damit unterscheidet sich dieses Verfahren wesentlich von der oben erwähnten Methode der Laserablation auf ein verkipptes Substrat (ISD), da sich bei dieser immer, d.h. auch bei senkrechter Deposition, eine bestimmte Kristallachse in etwa in Depositionsrichtung stellt (vgl. EP 669 411 A2).
Der oben beschriebene Mechanismus ist von grundlegender Natur, so daß z.B. bia- xial orientierte Schichten grundsätzlich mit vielen Materialien erzeugt werden können. Dabei wird durch die Wahl entsprechender Depositionsparameter eine Facettierung der aufwachsenden Mikrokristallite erreicht. Weiter unten werden konkrete Daten für Beispiele mit MgO und CeO2 angegeben.
Durch geeignete Wahl der Depositionsparameter läßt sich, wie oben beschrieben wurde, z.B. mit MgO eine biaxial texturierte Pufferschicht erzeugen, die beispielsweise eine für YBCO geeignete Kristallorientierung aufweist. Diese ist dadurch ausgezeichnet, daß die [100] Kristallachse des Puffers möglichst wenig aus der Substratnomalen gekippt ist und die biaxiale Textur möglichst gut ist.
Bei der direkten Deposition eines Supraleiters auf oben beschriebene MgO-Puffer- schichten wächst dieser aufgrund einer ungenügenden Kristallinität der Oberfläche und aufgrund der großen Porosität der Pufferschicht nicht epitaktisch auf.
Deshalb werden vor der Deposition des Supraleiters zusätzlich eine oder mehrere weitere Deckschichten epitaktisch auf die bereits vorhandene biaxial texturierte Pufferschicht aufgebracht. Diese weiteren Schichten bestehen im allgemeinen aus einem beliebigen für die Deposition des Supraleiters geeigneten Material. Im speziellen Beispiel wurde MgO verwendet. Durch geeignete Wahl des Materials und der Depositionsbedingungen, wie u.a. Rate, Substrattemperatur, Kippwinkel α2 wird eine für das Wachstum der Supraleiterschicht geeignetere Oberfläche erzeugt. Im speziellen können durch senkrechte Deposition α2 = 0 oder Deposition unter kleinen Kippwinkeln α2 des Pufferschichtmaterials als Deckschicht die Poren in der Pufferschicht geschlossen werden, so daß diese eine bessere Diffusionsbarriere zwischen z.B. Supraleiter und Substratmaterial darstellt und eine geschlossene Oberflächenschicht resultiert. Diese zusätzliche Deckschicht oder Deckschichten kann/können in dersel-
ben oder einer anderen Beschichtungsanlage hergestellt werden. Von Vorteil ist die Beschichtung ohne das Substrat zwischenzeitlich der Umgebungsluft auszusetzen, da dies zur Degradation der Puffer- und Deckschichten führen kann.
Die oben beschriebenen Verfahren zur Herstellung einer biaxial texturierten Puffer- schicht und zur Herstellung von Deckschichten auf dieser Pufferschicht können, wie in der Fig. 4 gezeigt ist, so ausgeführt werden, daß das Substrat 4 gegenüber dem Target 2, in einer oder zwei Richtungen gemäß den Pfeilen B bewegt wird, was eine kontinuierliche Beschichtung eines großflächigen oder bandförmigen Substrates ermöglicht. Dabei wird die zu beschichtende Fläche durch eine entsprechende Blende 9 auf den gewünschten Bereich einge- schränkt, damit der Winkel α (entsprechend der jeweils gerade aufzubringenden Puffer- oder Deckschicht α, bzw. α2) hinreichend genau definiert werden kann.
Es ist im allgemeinen auch möglich, parallel mehrere Substrate oder Substratteile zu beschichten. Ohne Beschränkung der vielen möglichen Anordnungen ist ein Ausführungsbeispiel in Fig. 5 gezeigt. Dazu werden im allgemeinen an verschiedenen Orten der Vakuumkam- mer Schichten durch Verdampfen von einer einzigen Quelle 2 hergestellt. Im speziellen kann ein bandförmiges Substrat 4 nacheinander zu verschiedenen Beschichtungsorten 12a (Pufferschichtaufbringung), 12b bis 12c (Aufbringung von Deckschichten) transportiert werden. Dabei kann unter Ausnutzung der gesamten Dampfausbreitungskeule (dargestellt durch die Pfeile 3) durch Variation des Abstandesδ oder Richtung zur Targetoberfläche γ die gewünschte Rate und durch Variation der lokalen Heizleistungen der Heizer 5a bis 5c die gewünschten
Temperaturen gewählt werden. An den verschiedenen Beschichtungsorten kann das Substrat 4 mit unterschiedlichen Depositionswinkeln (beispielsweise ist nur an der Auf dampf stelle 12a der Winkel α, gezeigt, wobei aus der Darstellung in der Fig. 5 ersichtlich ist, daß das Substrat 4 an den anderen Aufdampfstellen 12b und 12c unter anderen Winkeln α zum Target 2 steht) beschichtet werden. Somit ist im speziellen bei einem Bandmaterial die Herstellung von mehreren Schichten als Pufferschicht und Deckschichten des selben Materials auf einem Band während eines Beschichtungsprozesses möglich.
Zum anschließenden Aufbringen von dünnen Schichten eines Hochtemperatursupraleiters im allgemeinen und YBCO im speziellen, können prinzipiell alle gängigen Verfahren der Dünnschichtherstellung, die mit dem Substratmaterial kompatibel sind, verwendet werden. Als Verfahren seien genannt das thermische Koverdampfen, die Laserablation, Hoch- und Niederdruckzerstäuben oder MOCVD.
Das thermische Koverdampfen ist zur großflächigen Deposition bei hohen Raten geeignet und wird im folgenden kurz beschrieben. Man bringt das Substrat mit der Pufferschicht und ggf. den Deckschichten in eine geeignete Vakuumkammer (nicht gezeigt). Von Vorteil ist auch hier die Beschichtung ohne das Substrat zwischenzeitlich der Umgebungsluft auszusetzen, da diese zur Degradation der Pufferschicht bzw. ggf. Deckschicht führen kann. Im Fall
des thermischen Koverdampfens von YBCO werden anschließend die Metalle Y, Ba und Cu aus resistiv geheizten sogenannten Schiffchen unter Regelung der Aufdampfrate verdampft. Das Substrat befindet sich über den Verdampferquellen und wird auf Temperaturen von ca. 680°C geheizt. Bei genügend hohem Sauerstoff druck am Substrat und der korrekten Stöchio- metrie der Metalle wächst dann YBCO auf der Pufferschicht auf.
Die Puffer- und ggf. Deckschichtherstellung und HTSL-Beschichtung auf Substraten und insbesondere Bändern kann auch in demselben Durchlauf in derselben Beschichtungs- kammer erfolgen, indem getrennte Verdampferquellen für Pufferschicht, ggf. Deckschichten und HTSL verwendet werden. Die Schichtdicken können dabei durch Wahl der Verdamp- fungsrate, durch Blenden oder durch den Abstand Quelle-Substrat aufeinander, bzw. auf die Durchlauf geschwindigkeit des Substrates abgestimmt werden.
Die Bezeichnung der Kristallrichtungen und Ebenen erfolgt mit Hilfe der Millerschen Indizes h, k und 1. Dabei bezeichnet [hkl] eine bestimmte Kristallachse, <hkl> alle aufgrund der Kristallsymmetrie äquivalenten Kristallachsen, (hkl) eine bestimmte Kristallebene, und {hkl} alle aufgrund der Kristallsymmetrie äquivalenten Kristallebenen.
Beispiele
1. MgO Einfachschichten:
Es wurden Schichten aus MgO auf SiO2/Si (thermisch oxidiertes Silizium) - Substrat durch Elektronenstrahlverdampfen hergestellt. Die Wachstumsrate betrug zwischen 20 und 40 Ä/s. Der Partialdruck von 02 am Substrat betrug ca. lxlO"3 mbar. Die Substrattemperatur wurde zwischen Raumtemperatur und 710°C variiert. Bei einem genügend großem Kippwinkel α, beobachtet man die in Fig. 2 gezeigte
Orientierung der aufgedampften Schicht (Wachstumsbereich I). Die [100] Achse liegt in der Ebene, die von der Substratnormale und der Depositionsrichtung aufgespannt wird und schließt den Neigungswinkel ß mit der Substratnormalen ein. Die [010] und [001] Achsen sind ausgerichtet und zeigen so nach oben, daß die [01 1] Richtung ebenfalls in der oben ge- nannten Ebene liegt. Diese Ebene stellt die (0-11) Kristallebene dar, oder anders ausgedrückt, die [0-1 1] Kristallachse liegt somit parallel zur Substratoberfläche und senkrecht zur [100] Achse. Die Qualität der biaxialen Textur wurde mit Hilfe von Röntgen-Polfigurmessungen des MgO-(200)-Reflexes bestimmt. Als Maß für die einkristalline Güte der Schichten ist die Halbwertsbreite Ω der [010] bzw. [001] Reflexe senkrecht zur [100] Richtung angegeben. Durch Variation der Depositionsparameter Beschichtungsrate, Substrattemperatur,
Sauerstoffpartialdruck am Substrat und Aufdampfrichtung oder Kippwinkel α, des Substrats
lassen sich der Neigungswinkel ß und die Halbwertsbreite Ω in einem weiten Bereich variieren. Im folgenden werden ausgewählte Abhängigkeiten gezeigt.
Tabelle 1 : Winkel ß und Halbwertsbreite Ω von MgO Schichten, die bei einem Kippwinkel α, von 55° und verschiedenen Substrattemperaturen hergestellt wurden.
Tabelle 2: Neigungswinkel ß und Halbwertsbreite Ω von MgO Schichten, die bei einer Substrattemperatur von 300°C bei verschiedenen Kippwinkeln α hergestellt wurden.
Bei einem festen Kippwinkel von α, = 55° sind der Neigungswinkel ß und die Halbwertsbreite Ω von der Substrattemperatur derart abhängig, daß bei steigender Substrattemperatur der Neigungswinkel ß abnimmt und die Halbwertsbreite Ω zunimmt, wie in der Tabelle 1 gezeigt ist.
Ebenso wurde bei wachsendem Kippwinkel α, eine Zunahme des Winkels ß und eine Abnahme der Halbwertsbreite Ω gemessen, wie in der Tabelle 2 gezeigt.
Die Halbwertsbreite Ω verkleinert sich mit zunehmender Schichtdicke wie in der Tabelle 3 gezeigt. Der Neigungswinkel ß zeigt dagegen keine Abhängigkeit von der Schichtdik- ke.
Tabelle 3: Neigungswinkel ß und Halbwertsbreite Ω von MgO Schichten in Abhängigkeit von der Schichtdicke. Die Schichten wurden bei einer Substrattemperatur von 300°C und einem Kippwinkeln α, = 35° hergestellt.
Bei der Deposition auf ein ungefähr senkrechtes Substrat (α, = 0°) richtet sich bei Substrattemperaturen von Raumtemperatur bis 530° C die <1 11> Achse senkrecht zur Oberfläche aus. Das entspricht dem Wachstumsbereich II. Das heißt, daß bei senkrechter Deposition die <11 1> - Achse ausgezeichnet ist. Bei einer Substrattemperatur ca. 700°C wurde polykristallines Wachstum ohne Vorzugsorientierung beobachtet.
2. YBCO auf MgO Puffer-/Deckschichtpaketen:
Die oben beschriebenen biaxial texturierten MgO Schichten eigen sich beispielsweise als Pufferschichten auf polykristallinen oder amorphen Substraten zur Deposition von HTSL- Dünnschichten im allgemeinen und YBCO im speziellen. Als Substratmaterial wurde poliertes, polykristallines, partiell Y,03 stabilisiertes Zr02 (PSZ) verwendet. Auf dieses polykristalline Substrat wurden aufeinander eine Pufferschicht und dann zwei Deckschichten (MgOl bis MgO3) und die YBCO-Schicht aufgebracht.
Die erste Pufferschicht aus MgO (MgOl) wird mit dem oben beschriebenen Verfahren des schrägen Aufdampfens hergestellt. Für Supraleiterschichten mit hohen kritischen Stromdichten jc muß diese Pufferschicht eine kleine Halbwertsbreite Ω und einen kleinen Neigungswinkel ß aufweisen. Dieses erreicht man mit dicken Schichten, die bei kleinem Kippwinkel , aufgedampft werden. Es wurden deshalb Kippwinkel von α, = 15° und α, = 25° verwendet. Die Substrattemperatur betrug 25°C, der Sauerstoff druck am Substrat war etwa 1 x 10"3 mbar und die Aufdampfrate in Substratnormalenrichtung 4 nm/s. Es wurde eine Schichtdicke von ca. 2 μm aufgebracht.
Anschließend wird das Substrat waagerecht (α2 = 0°) in einen Heizer eingebaut und auf 700°C im Vakuum aufgeheizt. Es erfolgte die Deposition von zwei Deckschichten aus MgO, im weiteren MgO2 und MgO3 genannt, auf die bereits vorhandene Pufferschicht (MgO l). Für die Schicht Mg02 werden 500 nm mit 0,5 nm/s deponiert. Anschließend wur-
den 100 nm mit 0,1 nm/s für die Schicht Mg03 aufgedampft. Die Schichten MgO2 und MgO3 wachsen epitaktisch auf MgOl . Sie schließen die Spalten in dieser Schicht, die durch die schräge Deposition entstanden, und erzeugen eine für das epitaktische Wachstum von YBCO geeignete Oberfläche. Zur Bestimmung der Textur der Puffer- und Deckschichten wurden Polfiguren des (200)-Reflexes von des MgO-Schichtpaketes (MgOl , MgO2 und MgO3) angefertigt. Die damit bestimmten Werte für die Halbwertsbreite Ω und den Neigungswinkel ß sind in Tab. 4 gezeigt.
Tabelle 4: Ergebnisse der Deposition von YBCO auf MgO-Puffer- und Deckschicht- paketen
Zuletzt wurde die Supraleiterschicht mit dem Verfahren des thermischen Koverdampfens aufgebracht. Die Substrattemperatur betrug 680 °C und der Sauerstoffpartialdruck am Substrat betrug ca. 7 x 10"3 mbar. Die Schichtdicke betrug 550 nm. Die Orientierung der Supraleiterschicht ist folgendermaßen. Die [001] Achse des Supraleiters richtet sich in etwa parallel zu der [100] Achse des MgO-Puffers. Die [100] und [010] Achsen (a- bzw. b- Achse) des YBCO sind parallel zu den in etwa in der Substratebene liegenden [010]- und [001]-Achsen des MgO.
Die so hergestellten Supraleiterschichten wiesen kritische Stromdichten über 0.1 MA/cm2 bei 77 K auf, bei einem maximalen jc von 0.28 MA/cm2 (siehe Tabelle 4). Dieser Wert liegt mehr als eine Größenordnung über der kritischen Stromdichte von YBCO-Filmen auf untexturiertem Substrat. Es wurde also eine deutliche Erhöhung der kritischen Stromdichte erreicht.
3. CeO2:
Es wurden Schichten aus CeO2 auf Substraten aus SiO2/Si und der Nickelbasislegierung Hastelloy C® durch Elektronenstrahlverdampfen hergestellt. Die Wachstumsrate betrug 40 Ä/s. Der Partialdruck von 02 am Substrat betrug 4 x 10"4 mbar.
Tabelle 5: Neigungswinkel ß und Halbwertsbreite Ω von CeO2 Schichten, die bei verschiedenen Substrattemperaturen hergestellt wurden.
Bei der Deposition auf ein um den Winkel α, = 55° verkipptes Substrat sind die Puffer- und Deckschichten, wie in Fig. 3 gezeigt ist, orientiert (Wachstumsbereich I). Die [1 1 1] Achse liegt in der Ebene, die von der Substratnormale und der Depositionsrichtung aufgespannt wird und schließt den Neigungswinkel ß mit der Substratnormalen ein. Die [-111] Achse liegt ebenfalls in dieser Ebene, zeigt aber in etwa in Substratnormalenrichtung. Die [-1-11] und [-11-1] Achsen sind ausgerichtet und zeigen dementsprechend nach oben. Die [0-1 1] Kristallachse liegt dabei parallel zur Substratoberfläche und senkrecht zur [1 11] Achse. Die Qualität der biaxialen Textur wurde mit Hilfe von CeO2-(l 1 1) Polfigurmessungen bestimmt.
Als Maß für die einkristalline Güte der Schichten ist die Halbwertsbreite Ω der [-1-1 1] und [-1 1-1] Reflexe in der Substratebene in der Tabelle 5 angegeben. Die Halbwertsbreite Ω nimmt mit zunehmender Depositionstemperatur zu, gleichzeitig nimmt der Kippwinkel ß ab.
Im Gegensatz dazu richten sich bei der Deposition auf ein senkrechtes (α, = 0) oder nur leicht verkipptes Substrat je nach Substrattemperatur unterschiedliche Kristallachsen senkrecht zur Oberfläche aus, wie in der Fig. 6 gezeigt ist. Das entspricht dem Wachstumsbereich II. In der Fig. 6 ist die Intensität der (1 1 1), (200), (220) Röntgenbeugungsreflexe von CeO2-Schichten, die senkrecht bei verschiedenen Substrattemperaturen aufgedampft wurden graphisch dargestellt.
Nachfolgend wird der Effekt der Verkippung der Texturachse gegen die Substratnormale anhand von Schemadarstellungen in den Fig. 7 bis 10 näher erläutert. Dabei soll zunächst qualitativ untersucht werden, um welchen Winkel ß die <100>-Achse bevorzugt verkippt ist, wenn die Deposition unter einem bestimmten Winkel α erfolgt. D.h., es wird ermittelt, wie die Orientierung der <100>-Achse sein muß, daß mit andauernder Deposition anders orientierte Kristallite abgeschattet werden. Zur Vereinfachung wird beispielsweise von qua- derförmigen Kristalliten ausgegangen (Fig. 7), bei denen neben der <1 1 1>- eine <100>- Achse in der Depositionsebene liegt und um verschiedene Winkel ß gegen die Substratnormale verkippt ist, nämlich ß > α (A), ß = α (B) und ß < α (C). Die Kristallite sollen dieselben Wachs-
tumschancen haben, was durch eine gleiche Oberfläche (insbesondere Querschnittslänge L), ein einheitliches Niveau ihrer Spitze und einem gegenseitigen Abstand gegeben ist, der so groß ist, daß zu Beginn keinerlei Abschattung vorliegt. In der Fig. 7 ist die betrachtete Aus- • gangslage bei der Deposition auf unterschiedlich verkippte Kristallite im Schema dargestellt. Vernachlässigt man nun die isotrope thermisch induzierte Diffusion, so wandern die auf der Oberfläche abgeschiedenen Moleküle in die Richtung ihrer lateralen Geschwindigkeitskomponente vM (die Geschwindigkeit stammt von der Gasphase, vgl. gerichtete Diffusion weiter oben). Entsprechend verläuft das Wachstum im Fall B parallel zur Oberfläche, während sich im Fall A die Moleküle bevorzugt am unteren Bereich des Kristallits sammeln und im Fall C an der Spitze (Fig. 8). Wie oben bereits angenommen, können die Moleküle sogar etwas über den Rand der Unterlage hinaus driften. Dies erklärt auch das beobachtete senkrechte Wachstum der Säulen. In der Fig. 8 ist die Situation von Fig. 7 nach einer gewissen De- positionsdauer gezeigt.
Insgesamt wird klar, daß der Fall C die bevorzugte Orientierung ist, da sie am schnellsten nach oben wächst und alle anderen Wachstumsformen durch zunehmende Abschattung unterdrückt. Es folgt also ß < α. Außerdem erkennt man, daß die Normale der resultierenden makroskopischen Oberfläche der Kristallite allmählich in die Depositionsrichtung kippt. Tatsächlich stellt man bei der Auswertung von REM-Aufnahmen sowie der Streifen auf RHEED-Bildern fest, daß der Winkel γ zwischen den Normalen von Substrat und Oberfläche der Säulenspitze mit zunehmender Schichtdicke wächst.
Der Effekt, daß sich die Moleküle an der Kristallitkante sammeln, ist dann am größten, wenn v,, maximal ist, was ß = 0° entspricht. Um zu verstehen, daß das bevorzugte ß dennoch keineswegs verschwindet, muß man berücksichtigen, daß der auf der Kristallitfläche ankommende Teilchenfluß mit dem "effektiven Querschnitt" Q der Fläche wächst, also bei kon- stantem L proportional zu cos (oc - ß) ist. Der resultierende Sachverhalt ist in den Fig. 9 und 10 dargestellt. Unter den gleichen Voraussetzungen wie in der Fig. 7 werden zwei Kristallite mit entsprechend ß = 40° und ß = 20° und deren gegenseitige Abschattung betrachtet, wenn die Deposition unter einem Winkel von 55° erfolgt.
In der Fig. 9 ist dargestellt, daß zur betrachteten Startzeit die Kristallitspitzen auf demselben Niveau liegen und die Querschnitte L identisch sind. Der effektive Querschnitt Q ist jedoch proportional zu cos (α - ß).
Da mehr Moleküle pro Zeiteinheit auf den stärker verkippten Kristallit abgeschieden werden, nimmt für diesen Q mit der Zeit zu, während der effektive Querschnitt für den flacher orientierten Kristallit durch die Abschattung kleiner wird (Fig. 10). In der Fig. 10 ist schema- tisch dargestellt, wie nach einer gewissen Abscheidedauer die Kristallite mit ß = 40° den schwächer verkippten Kristallit effektiver abschatten als umgekehrt.
Die stärker verkippte Orientierung wird sich also durchsetzen. Aus demselben Grund wird der Oberflächenwinkel γ nicht größer als , sondern es stellt sich - wie beobachtet - bei längerer Deposition schließlich der stationäre Fall ein, daß der maximale Querschnitt erreicht wird, indem die Oberfläche der Säulenspitze senkrecht zum Strahl steht. Entsprechend ist die resultierende Oberfläche keine { 100} -Fläche, sondern nur vizinal zu ihr. Für die Einstellung der In-plane oder der biaxialen Textur ist entscheidend, daß die <1 1 1>-Richtung im Fall von z.B. MgO die bevorzugte oder schnellste Wachstumsrichtung darstellt. Damit wachsen Kristallite, deren <1 1 1>-Richtung möglichst normal zur Oberfläche steht, am schnellsten. Das bedeutet andererseits, daß im Idealfall die Einfallsebene eine (Ol- l)-Fläche darstellt. Dies führt zu der beobachteten biaxialen Textur.
Insgesamt wird sich also bei schräger Deposition eine Textur herauskristallisieren, bei der 1.) die (Ol-l)-Fläche parallel zur Einfallsebene ist, 2.) die <100>-Achse mit der Substratnormalen einen Winkel ß einschließt, der ausreichend klein ist, so daß die Moleküle eine gewisse Strecke in Richtung ihres Impulses driften, und 3.) unter Beachtung von 2.) die Achse <100> möglichst wenig gegenüber der Depositionsrichtung verkippt ist.
In der Fig. 1 1 ist schematisch ein Querschnitt durch einen Teil eines Schichtmaterials mit dem erfindungsgemäßen Aufbau dargestellt. D.h., daß der Reihe nach übereinander liegen: ein Substrat 4, eine Pufferschicht 1 1, eine Deckschicht 13 und eine orientierte oxidische Dünnschicht 14. Wie dem Schema deutlich zu entnehmen ist, weist die Pufferschicht 11 eine stark zerklüftete, ungleichmäßige und mit tiefen Lücken versehene Oberfläche auf, die ein direktes epitaktisches Aufwachsen der orientierten oxidischen Dünnschicht 14 zumindest in guter insbesondere zumindest annähernd einkristalliner Qualität kaum zuläßt. Durch die erfin- dungsgemäße Deckschicht 13, die unter einem anderen Winkel auf das Substrat 4 aufgedampft wird, als die Pufferschicht 1 1 , wird die Oberflächenstruktur der letzteren verbessert, wie z.B. ausgeglichen und eingeebnet, so daß hervorragende Voraussetzungen für ein epitaktisches Aufwachsen der orientierten oxidischen Dünnschicht 14 bestehen. Anstelle der einen Deckschicht 13 kann auch eine Mehrzahl von Deckschichten vorgesehen sein, die unter gleichen oder verschiedenen Winkeln aufgedampft werden und aus gleichen oder verschiedenen Materialien bestehen können. Aufdampfwinkel und Materialien von Pufferschicht 1 1 und Deckschicht 13 können ebenfalls verschieden oder gleich sein.
Nachfolgend wird noch ein Ausführungsbeispiel anhand einer Epitaxie von YBCO auf MgO unter Bezugnahme auf die Fig. 12 bis 15 erläutert. Dabei soll bei der Epitaxie von YBa2Cu3O7.δ auf MgO die Notwendigkeit mehrerer MgO-Schichten als Puffer und Deckschichten erläutert werden. Aus den oben beschriebenen Sachverhalten ist deutlich, daß es möglich ist, mittels
ISD eine Texturierung von MgO zu erzielen, die bei Epitaxie von YBa,Cu307.δ gute supraleitende Eigenschaften erwarten läßt. Es zeigt sich jedoch, daß die HTSL-Filme, die auf
ISD-MgO abgeschieden werden, nicht die biaxiale Textur des Puffers übernehmen, sondern polykristallin wachsen (Fig. 15). Die Fig. 15 ist eine REM-Aufsicht auf einen YBCO-Film, der direkt auf eine ISD-Schicht MgO aufgedampft ist.
Entsprechend liegt das gemessene Tc nur bei 20K. Das nachfolgende Wachstum von YBCO scheint - zumindest beim angewendeten Prozeß - also nicht ausschließlich von der Textur des Puffers abzuhängen, sondern auch von seiner Morphologie.
Zwei Umstände scheinen sich ungünstig auf das epitaktische Wachstum von senkrecht abgeschiedenem YBa2Cu3O7_δ auszuwirken: Die ungenügende Dichte der kolumnaren Schichten und die Tatsache, daß die Oberflächen der Säulenspitzen nicht exakt in die < 100>-Richtung orientiert sind.
Aus diesem Grunde wird dazu übergegangen, vor der HTSL-Schicht weitere MgO- Deckschichten senkrecht auf der ISD-Schicht zu deponieren. Diese Deckschichten sollen die Textur der ISD-Schicht übernehmen und einerseits die Lücken zwischen den Wachstumssäulen auffüllen, andererseits aber auch die Säulenoberflächen "einebnen" und glätten. Aus den durchgeführten Experimenten ergibt sich, daß die Homoepitaxie prinzipiell funktioniert und mit zunehmender Substrattemperatur besser wird. Deshalb ist es von besonderem Vorteil, einen Gleichgewicht-Stahlungsheizer zu benutzen, da sich mit ihm Temperaturen bis zu 750 °C erreichen lassen. Unter diesen Bedingungen werden tatsächlich die besten Ergebnisse bezüglich der Homoepitaxie erzielt, sofern die Depositionsrate ausreichend gering ist.
Beispielsweise wurden RHEED-Bilder (RHEED: Reflexion High Energy Electron Defraction) während der Abscheidung einer 500 nm dicken Deckschicht aufgenommen (Substrattemperatur: 734 °C, Abscheiderate: 30 nm/min). Der <100>-Kippwinkel ß läßt sich aus dem Transmissionsbeugungsbild ermitteln, während der Oberflächenwinkel γ der Neigung der auftretenden Streifen entspricht. Bei diesem Ausführungsbeispiel können z.B. vor Beginn der Abscheidung die Oberflächen der ISD-Schicht um ca. 37° gegenüber der Substratnormalen verkippt sein. Dies ist im Rahmen der geringen Meßgenauigkeit konsistent mit der oben formulierten Annahme, daß sich die Flächennormale allmählich der Depositionsrichtung (α = 35°) zuneigt. Man stellt weiterhin fest, daß während der Deckschichtabscheidung der Winkel ß konstant etwa 26° beträgt, was auf eine gute Epitaxie schließen läßt. Schließlich ist zu beobachten, daß gleichzeitig der Oberflächenwinkel γ abnimmt und einem Grenzwert zustrebt, der identisch mit ß ist. Man erhält also einen Film, dessen mikroskopische Oberflächen exakte { 100} -Flächen sind.
Dies wird besonders in REM-Aufnahmen deutlich. In der Fig. 12 ist die Oberfläche einer Probe eines Schichtmaterials dargestellt, das zunächst aus drei Schichten MgO besteht. Genauer ist die Fig. 12 eine Aufsicht auf die oberste Schicht MgO einer dreilagigen Probe.
Die Lücken sind geschlossen, die Oberfläche besteht aus scharf begrenzten Kristalliten mit exakten { 100} -Flächen.
Die erste Pufferschicht ist mittels ISD hergestellt. Die Depositionsparameter waren T = 25 °C, α = 25°, R = 240 nm/min, p = 9 x 10'4 mbar, D = 2 μm. Die beiden folgenden Deckschichten sind bei 700 °C und gleichem Sauerstoffdruck senkrecht aufgedampft, wobei zunächst eine 500 nm dicke Lage mit 30 nm/min aufgebracht wurde, und anschließend eine dünne Schicht (100 nm) mit 6 nm/min aufgebracht wurde, was durch die geringe Rate kristal- lographisch besonders definierte Oberflächen zur Folge hat. Außerdem werden die ursprünglich vorhandenen Lücken der ISD-Schicht geschlossen. Nachfolgend wird noch näher auf die Eigenschaften solcher der YBa2Cu3O7.s-Filme eingegangen.
YBCO-Schichten, die mittels reaktivem Koverdampfen auf Schichtsysteme der vorher beschriebenen Art abgeschieden werden, zeichnen sich durch eine sehr geordnete Struktur aus. In der REM-Aufnahme eines 570 nm dicken Filmes, der auf den in der Fig. 12 gezeigten Puffer-/Deckschichtaufbau aufgedampft wird, erkennt man deutlich die Übernahme der Morphologie des Magnesiumoxids (Fig. 13). Genauer zeigt die Fig. 13 die Oberfläche der Probe aus Fig. 12 nach der Bedampfung mit YBCO.
Bei einem Vergleich der jeweiligen Maßstäbe fällt jedoch auf, daß die YBCO-Kri- stallite bei weitem größer als die des Magnesiumoxids sind, letztere also teilweise überwach- sen werden. Im Gegensatz zu den HTSL-Schichten auf YSZ-, Ce02 und einschichtigem MgO sind allerdings im Bild kaum senkrechte Orientierungen von a-Achsen zu erkennen, sondern es wird eine gleichförmige c-Achsen-Textur festgestellt. Die vollzogene Heteroepitaxie wird besonders deutlich in (103)-Polfiguren. Diese werden bevorzugt, da sie wegen der maximalen Intensität der Reflexe eine optimale Bestimmung von Orientierung und Halbwertsbreite erlau- ben. Die Polfigur, die zu dem in der Fig. 13 gezeigten Film als Oberfläche des Schichtmaterials gehört, ist in der Fig. 14 dargestellt.
Die Fig. 14 zeigt eine YBCO-{ 103 }-Polfigur der Probe, die in den Fig. 12 und 13 behandelt ist. Eingezeichnet sind die Richtungen der a-Achsen (*) sowie der c-Achse (x). Zusätzlich sind die Lagen der a-Achsen (*) sowie der c-Achse (x) eingezeichnet, welche aus (200)- und (005)-Polfiguren ermittelt wurden. Es ergibt sich eine c-Achsen-Verkippung von 23,7° sowie eine (103)-Halbwertsbreite von 11°, während die entsprechenden Werte für die Pufferschicht ß = 25,3° und FWHM = 12° sind.
Diese Polfiguren bestätigen eindrucksvoll das cube-on-cube-Wachstum von YBCO auf MgO und demonstrieren, daß sich die Textur gegenüber der Pufferschicht sogar verbes- sert. Die induktive Messungen von Sprungtemperatur und jc ergeben für diese Probe Werte von 85,4 K bzw. 1,39 x 105 A/cm2. Um einen Vergleich anstellen zu können, wurden parallel zu den ISD-Proben auch MgO-Einkristalle bedampft. Hier beträgt jc über 2 x 106 A/cm2 und
Tc maximal 88 K. Die bislang besten Ergebnisse bei ISD liefert eine Probe mit T = 85,6 K und jc = 2,80 x 105 A/cm2, wobei ß = 18,5° und FWHM = 16° ist. Die Herstellung dieser Probe war identisch mit der in den Fig. 12 und 13 gezeigten Probe, mit der Ausnahme, daß bei der Deposition der ersten MgO-Schicht Substrattemperatur (45 °C) und α (15°) unterschiedlich waren. Die kristallographischen Resultate für die MgO-Schichten sind ß = 19° und FWHM = 22°.
Vorrichtungs- und verfahrensmäßig sind somit jeweils für sich oder in Kombination folgende Merkmale und Eigenschaften bedeutsam: Aufdampfwinkel α, der Pufferschicht und ggf. α2 bis αn der Deckschichten 2 bis n, Drucküberhöhung im Aufdampfbereich oder Schichtbildungsbereich nahe dem Substrat, keine Beschränkung auf Metalloxide, speziell biaxial texturierte MgO Schichten, speziell biaxial texturierte CeO2 Schichten, Deposition auf ein bewegtes Substrat, simultanes Aufbringen mehrerer Schichten auf ein Band mit einer Aufdampfquelle, simultanes Aufbringen von Puffer- und Deckschicht(en) und Supraleiter.
Für die auf der Pufferschicht angeordneten Deckschichten gilt insbesondere, daß sie bei höherer Temperatur und niedrigerer Rate aufgedampft werden können, damit sie epitaktisch aufwachsen, und/oder daß die Kippwinkel α2 bis αn der 2 bis n Deckschichten 13 so gewählt werden, daß die Poren in der Pufferschicht 1 1 geschlossen werden. Bei einer MgO-Puf- ferschicht können speziell ein oder vorzugsweise zwei Deckschichten aus MgO vorgesehen sein. Die Erfindung wurde vorstehend anhand einiger exemplarischer Ausführungsformen näher beschrieben, wobei auf die Zeichnung Bezug genommen wurde, in der gleiche oder gleichartige Teile und Komponenten durch alle Figuren hindurch mit denselben Bezugszeichen versehen sind. Die vorstehend näher dargelegten exemplarischen Ausführungsformen stellen jedoch keine Beschränkung der Erfindung darauf dar. Der Umfang der Erfindung ist durch die Ansprüche, die Beschreibungseinleitung sowie die Figurenbeschreibung samt
Zeichnung und alles bestimmt, was der Fachmann auch unter Zuhilfenahme seines Fachwissens den gesamten vorliegenden Unterlagen zu entnehmen vermag, zu deren Offenbarungs- umfang auch die hierin zitierte Literatur vollumfänglich gehört. Die Erfindung umfaßt insbesondere alle Modifikationen, Substitutionen und Änderungen, die zu denselben oder ähnlichen Ergebnissen und Wirkungen führen, die durch die Ausführungen in den Ansprüchen abgedeckt sind.