Verfahren zur Herstellung beschichteter Werkstücke, Verwendungen des Verfahrens und Anlage hierfür
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung beschichteter Werkstücke nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, Verwendungen hiervon nach den Ansprüchen 28 bis 35, eine Anlage zur Ausführung des genannten Verfahrens nach dem Oberbegriff von Anspruch 36 und Verwendungen hiervon nach den Ansprüchen 51 bis 54.
Dabei geht die vorliegende Erfindung von den Problemen aus, die sich bei der Herstellung dünner Schichten mit CVD- und PECVD- Verfahren ergeben. Die dabei erfindungsgemäss gemachten Erkenntnisse lassen sich insbesondere auf die Herstellung von Halbleiterschichten, wie bei der Solarzellen-Herstellung oder modulationsdotierte Fet oder heterobipolare Transistoren, über- tragen.
Dünne Halbleiterfilme werden entweder in einkristalliner Form, d.h. epitaktisch, auf ein ebenfalls einkristallines Substrat, wie ein Siliziumsubstrat abgeschieden, oder aber in polykristalliner Form oder amorpher Form auf polykristalline oder amorphe Substrate, z.B. auf Glas. Obwohl im folgenden die Erfindung vor allem mit Bezug auf die Herstellung Silizium- und/oder Germanium-beschichteter Substrate beschrieben wird, kann sie, wie erwähnt, auch für die Herstellung anderer und mit anderen Materialien beschichteter Werkstücke eingesetzt werden.
Bekannte Verfahren zur Abscheidung epitaktischer Halbleiterfilme sind:
- Molekularstrahl-Epitaxie, MBE (Molecular Beam Epitaxy)
- Thermo-Chemische Gasphasenabscheidung, CVD (Chemical Vapour Deposition)
- Remote-Plasmaunterstützte CVD-Verfahren mit DC- oder Hf- Entladung, RPECVD (Remote-Plasma-Enhanced CVD)
- Mikrowellen-Plas aunterstützte chemische Gasphasenabscheidung und ECRCVD (Electron-Cyclotron-Resonance-Plasma-Assisted CVD)
Beim CVD-erfahren handelt es sich um einen Sammelbegriff einer grossen Anzahl von thermischen Abscheidungsmethoden, die sich entweder durch den Aufbau der zugeordneten Apparaturen unter- scheiden, oder durch deren Betriebsart. So kann z.B. ein CVD- Verfahren bei Normal-Atmosphärendruck durchgeführt werden, oder aber bei viel kleineren Drücken bis hinunter ins Gebiet des Ultra-Hochvakuums. Es kann hierzu auf (1) verwiesen werden, sowie auf (2) .
In der kommerziellen Produktion von epitaktischen Si-Schichten ist ausschliesslich CVD gebräuchlich. Die verwendeten Reaktivgase sind dabei siliziumhaltige Gase, z.B. Chlorsilane, SiCl4, Si3HCl und SiH2Cl2 sowie Silane, z.B. SiH4 oder Si2H6 Charakteristisch für die Standard-CVD-Verfahren sind die hohen Abschei- de-Temperaturen in der Grössenordnung von 1000°C und mehr, sowie Drücke von typischerweise 20 mbar bis 1000 mbar, d.h. bis Normal-Atmospharendruck .
Je nach Prozessbedingungen können damit Beschichtungsraten von mehreren μm pro Minute erzielt werden, entsprechend mehreren 100 A/sec, wozu wiederum auf (1) verwiesen sei.
Niederdruck-chemische Gasphasenabscheidung (LPCVD, Low Pressure Chemical Vapour Deposition, gleichbedeutend mit LPVPE, Low- Pressure Vapour Phase Epitaxy) findet dagegen bei Drücken unter
1 mbar statt und erlaubt tiefere Prozesstemperaturen bis auf typischerweise 700°C. Diesbezüglich sei nebst auf (1) auch auf (3) und (6) verwiesen.
Bezüglich LPCVD und unter Verweis auf (6) wird bei einer Ab- ΞCheidetemperatur von 650°C eine Wachstumsrate (growth rate) von
GR = 50 Ä/min
angegeben. Dies bei einem Reaktivgasfluss für Silan von
F = 14 sccm.
Daraus ergibt sich eine für die Gasausbeutung relevante Kennzahl, nämlich die Wachstumsrate pro Reaktivgasfluss-Einheit , GRF zu
GRF = 3,6 Ä/ (sccm ' min)
Auf 5"-Wafern, entsprechend einer Fläche
A5 = 123 cm2,
umgerechnet von der aktuellen Fläche A^ für 2"-Wafer ergibt sich eine Abscheidemenge (growth a ount) GA zu
GA = 5,2 • 10lδ Si-Atome/sec.
Wiederum bezogen auf eine Reaktivgasfluss-Einheit ergibt sich die Kennzahl "Abscheidemenge pro Reaktivgasfluss-Einhei " , im weiteren "Gasausnützungszahl" genannt, GA? zu
GAF = 8,4 • 10"3,
entsprechend 8,4 o/oo .
Bei 650°C entsteht eine epitaktische Schicht.
Wird die Abscheidetemperatur auf 600°C reduziert, so entsteht eine polykristalline Schicht. Dies mit:
GR = 3 Ä/min
F = 28 sccm Silan
GRP = 0,11 Ä/ (sccm/min)
GA = 3,1 • 1015 Si-Atome/sec auf As
GAF = 2,5 ' 10"", entsprechend 0,25 o/oo.
Grundsätzlich sind folgende Kriterien für ein defektfreies epi- taktisches Schichtwachstum erforderlich:
- Bei Transmissionselektronen-Mikroskopie an Querschnittspräpa- raten wird der Nachweis der Epitaxie durch Elektronendiffraktion und Hochauflösung erstellt.
- In dabei typischerweise durchstrahlbaren Bereich von 10 - 15 μm längs der Grenzfläche zum Substrat, dürfen keine Defekte sichtbar sein. Typische Vergrösserungen bei der Defektanalyse sind HO'OOO bis 220-000.
Eine weitere Entwicklung ist die Ultrahochvakuum-chemische Gasphasenabscheidung (UHV-CVD) mit Arbeitsdrücken im Bereich von 10"4 bis 10"2 mbar, typischerweise im Bereich von 10"3 mbar, wozu verwiesen sei auf (4) sowie auf (5) , (7) . Sie lässt sehr niedrige Werkstücktemperaturen zu, wobei allerdings die Wachstums- bzw. Beschichtungsraten extrem klein sind, so z.B. ca. 3 A/min für reines Silizium bei 550°C gemass (5) .
Der Grund für die kleinen Wachtumsraten liegt darin, dass die Absorptions- und Zerfallsrate der reaktiven Moleküle, so z.B. von SiH4, mit zunehmender Wasserstoffbelegung der Werkstück- Oberfläche abnimmt. Das Schichtwachstum wird also durch die Desorptionrate von H2 limitiert, die aber exponentiell mit der Temperatur zunimmt. Hierzu sei auf (8) verwiesen. Wegen der kleineren Bindungsenergie der Ge-H-Bindung im Vergleich zur Si- H-Bindung ist die Wasserstoffdesorption von einer Si-Ge- Legierungsoberfläche grösser, so dass bei gleicher Substrattem- peratur eine höhere Wachstumsrate als bei reinem Si resultiert, z.B. bei einem Gehalt von 10% Ge um einen Faktor 25 bei 550°C (5) .
Eine weitere Möglichkeit, bei niedrigen Substrattemperaturen hohe Abscheideraten mit Epitaxie-Qualität zu erzielen, besteht darin, (9) , die reaktiven Gase mit Hilfe eines μ-Wellen-Plasmas zu zersetzen (ECRCVD) .
Durch den Einsatz von Plasmaquellen, die auf dem Prinzip der Elektronen-Zyklotron-Resonanz beruhen, soll der Einfall hochen- ergetischer Ionen auf das Substrat vermieden werden.
Solche Quellen arbeiten in der Regel im Druckbereich von 10"3 bis 10"* mbar, was aber zu grδsseren freien Weglängen führt, als im Fall von kapazitiv eingekoppelten Hochfrequenz-Hf- Plasmen. Dies kann wiederum zu unerwünschtem Ionenbeschuss des Substrates führen und damit zur Erzeugung von Defekten, wie sich aus (10) ergibt. Die Energie der auf das Substrat auftref- fenden Ionen kann aber durch eine externe Kontrolle des Substratpotentials begrenzt werden, wodurch sich Ionenschäden weitgehend vermeiden lassen. Auch mit ECRCVD-Methode betragen
die Wachstumsraten für reines Silizium in der Regel nur einige 10 Ä/min, bei tiefen Abscheidetemperaturen < 600°C.
Zusammengefasst ergibt sich folgendes:
Schichten, die mit einer Qualität abgelegt werden, die sich auch für das Ablegen von epitaktischen Schichten eignet, können, bei Abscheidetemperaturen < 600°C, bis heute:
• durch UHV-CVD mit Wachstumsraten GR von ca. 3 Ä/min oder
• durch ECRCVD mit einer um ca . 1 Grössenordnung (30 Ä/min) höheren Wachstumsrate GR
abgelegt werden.
PECVD-Verfahren, deren Plasma durch DC-Entladungen erzeugt werden, konnten für die Fertigung von Schichten mit Epitaxie- Qualität - d.h. entsprechend geringer Fehlerdichte (siehe oben) - weder für den Aufbau von epitaktischen noch für den Aufbau amorpher oder polykristalliner Schichten eingesetzt werden, mindestens nicht mit einer für industrielle Fertigung sicherzustellenden Wachstumsrate GR, Zuverlässigkeit und Effektivität bzw. Wirkungsgrad.
Über die Verwendung von kapazitiv eingekoppelten Hochfrequenz- feldern zur. Erzeugung von Hf-Plasmen für PECVD-Verfahren wurde anderseits schon sehr früh berichtet, wozu verwiesen sei auf (11) . Die Schwierigkeit bei diesem Vorgehen liegt darin, dass in solchen Hf-Plasmen nicht nur die reaktiven Gase zersetzt werden. Gleichzeitig ist die Substratoberfläche einem intensi- ven Beschuss hochenergetischer Ionen ausgesetzt, wie dies spezifisch auch bei reaktivem Zerstäuben oder Hochfrequenzätzen ausgenützt wird. Dies begünstigt einerseits die Wasserstoff-
Desorption, führt aber gleichzeitig zu Defekten in den wachsenden Schichten. Eine davon abgewandelte Methode, die RPCVD, Remote Plasma Chemical Vapour Deposition, berücksichtigt dies dadurch, dass die zu beschichtenden Substrate nicht direkt dem Hf-Plasma ausgesetzt werden, was zu besseren Resultaten führt (12) . Allerdings sind die erzielten Wachstumsraten gering, nämlich meist Bruchteile von nm pro Minute bis höchstens einige nm pro Minute gem ss (13) .
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein in der industri- eilen Fertigung einsetzbares Verfahren anzugeben, das erlaubt, Schichten mit Epitaxie-Qualität aufzuwachsen mit wesentlich höheren Wachstumsraten, als bis anhin bekannt.
Dies wird durch Verfahren eingangs genannter Art erreicht, welche sich nach dem Wortlaut des kennzeichnenden Teils von An- spruch 1 auszeichnen, bzw. durch eine Anlage, die sich nach dem kennzeichnenden Teil des Anspruches 36 auszeichnet. Bevorzugte Ausführungsformen der Verfahrens sind in den Ansprüchen 2 bis 27 spezifiziert, bevorzugte Ausführungsformen der Anlage in den Ansprüchen 37 bis 50. Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich insbesondere für die Herstellung von Halbleiterbeschichteten Substraten mit epitaktischer, amorpher oder poly- kristalliner Schicht, dabei insbesondere von Si-, Ge- oder Si/Ge-Legierungs-Schichten sowie von Ga- oder Ga-Verbindungs- Schichten.
Dabei können insbesondere auch dotierte Halbleiterschichten abgelegt werden. Silizium und/oder Germanium enthaltende Schichten, dotiert vorzugsweise mit mindestens einem Element aus den Gruppen III oder V des Periodensystems bzw. Gallium enthaltende
Schichten mit mindestens einem Element der Gruppen II, III, IV oder VI des Periodensystems, z.B. mit Mg oder Si .
Aus den eingangs abgehandelten Beschichtungstechniken zur Erzeugung epitaktischer Schichten kann zusammenfassend folgendes ausgeführt werden:
- Die CVD-Verfahren, insbesondere die UHV-CVD-Verfahren führen zu ausgezeichneten Schichtqualitäten, selbst bei Substrattemperaturen unterhalb von 500°C. Sie bieten sich deshalb an, auch epitaktische Schichten herzustellen, wo an die Schicht- qualität extrem hohe Anforderungen gestellt werden. Die
Wachstumsrate beispielsweise für Si ist aber bei diesen Verfahren extrem tief, wie erwähnt in der Grössenordnung von 3 Ä/min bei 550°C.
- Mikrowellen-Plasma-unterstützte Verfahren, ECRCVD, haben den Vorteil, dass die Zersetzung der reaktiven Moleküle ohne hohe thermische Energie stattfinden kann. Der Ionenbeschuss des Substrates führt zu erhöhter Wasserstoffdesorption. Beide Effekte könnten zu einer beträchtlichen Zunahme der Wachstumsrate führen. Bei tiefen Temperaturen werden aber inakzeptabel hohe Defekt-Dichten beobachtet, induziert durch Ionenbeschuss. Eine Kontrolle über die Substrat-Bias-Spannung erhöht zwar die Schichtqualität, ändert aber nichts an den vergleichsweise kleinen Raten.
Damit scheint ein inhärenter Widerspruch zu bestehen: Ionenbe- schuss des Substrates führt einerseits zu erhöhter Wachstumsrate aufgrund erhöhter Wasserstoffdesorption, führt aber gleichzeitig zur Erhöhung der Defekt-Dichte.
Für unter Atmosphärendruck betriebene, thermische CVD-Verfahren ergibt sich laut (2) folgendes Bild:
• Si-Wachstu srate GR: 2 x 10"3 nm/min
(bei 600°C, 3 ' 10"2 nm/min gemessen und auf 550°C umge- rechnet)
• Gasfluss, SiCl2H2, F: 100 sccm.
Daraus ergibt sich eine Wachstumsrate GR pro SiCl2H2-Fluss- Einheit, GRF = 2 x 10"" Ä/ (sccm.min) .
Ein Gasfluss F von 100 sccm SiCl2H2 entspricht 4,4 x 1019 Mole- külen/sec.
Die Wachstumsrate GR von 2 x 10"3 nm/min entspricht einer Wachstumsrate von 2 x 10"4 Silizium-Monolagen pro Sekunde auf einem 5"-Wafer, entsprechend einer Fläche A5 von 123 cm2. Damit ergibt sich auf der Gesamtfläche pro Sekunde eine abgelegte Menge von
GA = 1,7 x 1013 Siliziumatome/sec .
Durch Inbeziehungsetzen der pro Sekunde abgelegten Siliziummenge und der pro Sekunde eingelassenen Reaktivgasmenge ergibt sich die Gasausnützungsziffer GA? zu
GAF = 3,9 x 10"7.
Dies entspricht einer Ausnützung von ungefähr 0,0004 o/oo.
Wir halten fest, dass sich bei atmosphärischem CVD ergibt:
GRF « 2 x 10"4 A/ (sccm. min)
GAF = 0, 0004 0/00.
Aus (5) , kombiniert mit (4) und (7) , ergibt sich die Abschätzung für UHV-CVD zu
GRF « 0,1 Ä/(sccm. min) und
GAF « 0,0035 entsprechend ca. 35 o/oo.
Dies' zu den bis anhin industriell eingesetzten Verfahren für die Herstellung von Schichten in Epitaxie-Qualität.
Aus der DE-OS 36 14 384 ist nun weiter ein PECVD-Verfahren bekannt, bei welchem DC-Glimmentladung in Form einer Niederspan- nungs-Entladung eingesetzt wird. Damit sollen Schichten mit besonders guten mechanischen Eigenschaften schnell, d.h. mit hoher Wachstumsrate, abgelegt werden.
Eine Kathodenkammer mit Heisskathode kommuniziert mit einem Va- kuumrezipienten über eine Blende. Der Blende gegenüberliegend ist eine Anode vorgesehen. Parallel zu der zwischen Blende und Anode gebildeten Entladungsachse ist eine Einlassanordnung für ein Reaktivgas vorgesehen, dieser Anordnung, bezüglich der Ent- ladungsachse gegenüberliegend, sind die Werkstücke angeordnet. Mit Bezug auf Anodenpotential, werden Entladungsspannungen U^ unterhalb 150 V angelegt, und die Entladung wird mit einer Stromstärke 1^ von wenigstens 30 A betrieben. Für die Be- schichtung werden die Werkstücke auf negative Potentiale zwischen 48 und 610 V gebracht.
Die darin gezeigten Versuche ergeben folgendes Bild:
Beispiel GR [Ä/min] GR. [A/ (sccm. min) ]
1 103 2,5
2 380 1,2
3 2 X 103 2,5
4 (Si) 166 0,7
5 466 1,2
6 750 0,7
7 250 0,5
8 500 0,75
9 316 0,38
10 344 0,18
11 62 0,18
12 58 0,14
Die vorliegende Erfindung geht nun von der Erkenntnis aus, dass Werkstückbeschichtungen mit einer Schichtqualität vorgenommen werden können, welche Qualität den an Epitaxieschichten zu stellenden Anforderungen genügt, indem hierzu, entgegen den bisher gehegten Erwartungen, ein nicht-Mikrowellen-Plasma- PECVD-Verfahren eingesetzt wird - d.h. ein PECVD-Verfahren mit DC-Entladung - und im speziellen ein PECVD-Verfahren, wie es, von seinem Prinzip her, auf der DE-OS 36 14 348 bekannt ist. Wie gezeigt werden wird, ist es dabei möglich, in Epitaxie- Qualität
a) Wachstumsraten GR von mindestens 150 Ä/min, gar von mindestens 600 A/min
b) GRF von mindestens 7,5 A/ (sccm. min) , oder gar 40 A/ (sccm. min) , vorzugsweise gar 75 A/ (sccm. min) zu erzielen, und weiter
c) Gasausnύtzungsziffern GAF zu erzielen mindestens im Bereich von 5%.
Es wird erkannt, dass am erfindungsgemäss eingesetzten DC- PECVD-Verfahren die Plasmaentladung zu tiefstenergetischen Ionen führt, ebenso zu tiefstenergetischen Elektronen, dass aber die Ladungstragerdichte, insbesondere die Elektronendichte an der ausgenützten Entladung sehr gross ist.
Die Erfindung wird anschliessend anhand von Figuren beispielsweise erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: schematisch eine erste bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemässen Anlage zur Durchführung der erfindungsgemässen Verfahren,
Fig. 2: schematisch eine zweite bevorzugte Ausführungsform einer Anlage gemass Fig. 1 mit mehreren Betriebsvarianten,
Fig. 3: bei Betrieb einer Anlage gemass Fig. 2 für eine Sili- ziu beschichtung, die Abhängigkeit der Wachstumsrate von der Wafer-Temperatur,
Fig. 4: in Funktion des Entladungsstromes, die Zunahme der Wachstumsrate bezogen auf den Reaktivgasfluss, GRF,
Fig. 5: in Funktion des Reaktivgasflusses, die Wachstumsrate bei unterschiedlichen Plasmadichten im Bereich der
Werkstücke,
Fig. 6: in Funktion der Germanium-Konzentration an der abgeschiedenen Schicht, die Wachstumsrate und
Fig. 7: Im Feld Wachstumsrate/Gasausnützungsziffer die Resul- täte gemass Stand der Technik und gemass Erfindung.
Vorab, eine Anlage gemass z.B. der DE-OS 36 14 384 kann durchaus für die Durchführung der erfindungsgemässen Verfahren eingesetzt werden, sofern sie so betrieben wird, dass die erfindungsgemässen Bedingungen eingehalten werden.
Gemass Fig. 1 weist eine heute bevorzugte erste Anlage zur
Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens einen Vakuumre- zipienten 1 auf, an welchen, über eine Blende 3, eine Kathodenkammer 5 angeflanscht ist. In bekannter Art und Weise kann die Kathodenkammer 5 auf das elektrische Potential des Rezipienten 1 gelegt sein, oder die Kathodenkammer 5 kann bezüglich des Rezipienten 1 isoliert und auf davon abweichendes Potential gelegt sein (nicht dargestellt) .
In der Kathodenkammer 5 ist eine Heisskathode 7, ein Filament, vorgesehen, vorzugsweise direkt beheizt mittels eines Heiz- Stromgenerators 9.
In der Blenden-Achse A, der Blende 3 im Rezipienten 1 gegenüberliegend, ist ein isoliert montierter Werkstückträger 13 vorgesehen. Im Bereich des Werkstückträgers 13 kann eine Werkstückheizung 17 vorgesehen sein. Der Rezipient 1 wird mit einer Vakuumpumpe 27, vorzugsweise einer Turbovakuumpumpe, dabei vorzugsweise einer Turbomolekularpumpe evakuiert. Sensoren, wie z.B. ein Plasmamonitor etc., können, zu Beobachtungs- und ggf. Steuerzwecken, an einem Anschluss 31 vorgesehen werden.
Konzentrisch zur Achse A der Entladung mit dem Entladungs-Strom I^ ist ein Gaseindüsring 23 vorgesehen als Reaktivgaseindüsan- ordnung, verbunden mit einer Gastankanordnung 25 für Reaktivgas, welches, mit steuerbarem Fluss F (sccm), in den Rezipienten eingelassen wird.
In die Kathodenkammer 5 mündet ein Anschluss 6 zu einem Arbeitsgastank, beispielsweise mit Ar. Mittels einer Elektro- und/oder Permanent-Magnetanordnung 29 wird im wesentlich konzentrisch zur Achse A im Rezipienten, ein Magnetfeld B erzeugt, insbesondere auch wirksam im Bereich der Blende 3. Das Feld kann dabei vorzugsweise aus der Konzentrizität verschoben werden.
Die Anlage in ihrer Ausführungsform gemass Fig. 1 wird wie folgt betrieben:
- Die Rezipientenwand entsprechend 1 wird als Anode der Entladung eingesetzt und ist hierzu auf ein Bezugspotential, wie dargestellt vorzugsweise auf Masse, geschaltet. Entsprechend ist mittels eines vorzugsweise einstellbaren DC-Generators 11 die Kathode 7 auf (negatives) Potential gelegt. Über dem Ge- nerator 11 liegt die Entladespannung U^, der Entladestrom 1^ fliesst zwischen Kathode 7 und Rezipienten 1.
- In einer zweiten Betriebsvariante der in Fig. 1 dargestellten Anlage wird der Werkstückträger 13 mittels eines DC-Bias- Generators 15 auf die Spannung Us gelegt.
In Fig. 2 ist eine weitere bevorzugte, erfindungsgemässe Anlage zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dargestellt. Es sind für gleiche Teile die selben Bezugszeichen wie in Fig. 1 verwendet. Die Anlage nach Fig. 2 unterscheidet sich wie folgt von der in Fig. 1 dargestellten und beschriebenen:
Es ist eine ringförmige Hilfsanode 19 vorgesehen, welche konzentrisch zur Entladungsachse A angeordnet ist.
Folgende Betriebsarten sind hier möglich:
- Wie mit dem Variationsschalter S sche atisch dargestellt, wird die Rezipientenwandung des Rezipienten 1, wie bereits in Fig. 1, auf Bezugs- vorzugsweise Massepotential gelegt oder, über ein Impedanzelement 14, vorzugsweise ein Widerstandsele- ment, an ein Potential, vorzugsweise das Bezugspotential , gefesselt oder aber potential-schwebend betrieben. Die Hilfsanode 19 wird dann, wenn der Rezipient 1 auf Bezugspotential gelegt ist entweder auf das Potential des Rezipienten gelegt oder mittels eines vorzugsweise einstellbaren DC-Generators 21 an Spannung gelegt.
- Wenn der Rezipient 1 über Impedanzelement 14 an ein Bezugspotential gefesselt wird, dann wird die Hilfsanode mittels des DC-Generators 21 betrieben, es erscheint die Entladespannung U^ wie gestrichelt dargestellt zwischen Kathode 7 und Hilfs- anode 19. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Rezipientenwandung 1 potential-schwebend betrieben wird.
Heute wird der Betrieb der Anlage nach Fig. 2 mit auf Masse gelegter Rezipientenwand und Hilfselektrode 19 sowie potenti- al-kontrolliert betriebenem Werkstückträger 13 bevorzugt. In allen Anlagen-Varianten sind folgende Einstellungen wesentlich:
• Totaldruck Pτ im Rezipienten:
10"4 mbar < Pτ < 10"1 mbar
vorzugsweise 10"3 mbar < PT < 10"2 mbar
typischerweise im Bereich von 5 ' 10"3 mbar. Dieser Druck wird vornehmlich sichergestellt durch den Partialdruck des Arbeitsgases, vorzugsweise Argon. Die Vakuumpumpe 27 ist des-
halb, wie erwähnt, vorzugsweise als TurboVakuumpumpe ausgebildet, insbesondere als Turbomolekularpumpe.
• Arbeitsgasdruck Pr, :
Dieser wird wie folgt gewählt:
10"4 mbar < PA < 10"1 mbar
vorzugsweise zu
10"3 mbar < PA < 10"2 mbar
• Reaktivgaspartialdruck P„ :
Dieser wird vorzugsweise wie folgt gewählt:
10"5 mbar < PR < 10"1 mbar
vorzugsweise zu
10"4 mbar < PR < 10'2 mbar.
Insbesondere für Silizium- und/oder Germanium-haltige Gase werden Partialdrücke zwischen 10"4 mbar und 25 ' 10"3 mbar an- geraten. Zur Unterstützung der Planarität
(Oberflächenrauhigkeit) , vor allem für Mehrfachschicht- Abscheidungen und Schichten mit Dotierung wird weiter angeraten, zusätzlich einen Wasserstoff-Partialdruck in der Grössenordnung von 10"4 bis 10"2 mbar, vorzugsweise von ca. 10"3 mbar vorzusehen.
• Gasströme :
Argon: weitestgehend abhängig von Rezipienten- und Kathodenkammer-Volumen, zur Einstellung des erforderlichen Par- tialdruckes PA bzw. Pτ
Reaktivgasfluss: 1 bis 100 sccm, insbesondere für Silizium- und/oder Germanium-haltige Gase:
H2: 1 bis 100 sccm.
• Entladespannung Upr:
Die EntladeSpannung, sei dies zwischen Kathode 7 und Rezipienten 1 gemass Fig. 1 oder zwischen Kathode 7, Rezipienten 1 und Hilfsanode 19 bzw. zwischen Kathode 7 und Hilfsanode 19, wird wie folgt eingestellt:
10 V < U^ < 80 V, vorzugsweise
20 V < U^ < 35 V.
• Entladeströme , I-r:
Diese werden wie folgt gewählt:
5 A < 1^ < 400 A, vorzugsweise
20 A < I„ < 100 A.
• Werkstückspannung U_:
In jedem Fall wird diese Spannung unterhalb der Sputter- schwelle der Entladung gewählt. Sie wird in allen Fällen wie folgt eingestellt:
-25 V < Us < +25 V,
vorzugsweise für Ga-Verbindungen, vorzugsweise für Si, Ge und deren Verbindungen
-20 V < Us < +20 V,
vorzugsweise negativ, und dabei vorzugsweise zu
-15 V < Us < -3 V.
Stromdichte am Ort der zu beschichtenden Werkstückoberflache :
Diese wird vorab mittels einer Sonde am Ort, wo nachmals die zu beschichtende Oberfläche positioniert wird, gemessen. Sie wird eingestellt bezogen auf die Sondenoberfläche zu minde- stens 0,05 A/cm2, vorzugsweise zu mindestens 0,1 A/cm2 bis maximal Entladungsstrom/Substratflache .
Diese Stromdichte wird wie folgt gemessen und eingestellt:
Eine oder mehrere Sonden werden am Ort der nachmals zu beschichtenden Fläche positioniert und bezüglich Masse bzw. An- odenpotential auf variable positive Spannung gelegt. Diese wird solange erhöht, bis der gemessene Strom nicht mehr weiter ansteigt. Der gemessene Stromwert ergibt, bezogen auf die Sondenfläche, die gesamte Stromdichte. Diese wird nun durch Einstellung der Entladung auf den geforderten Wert gestellt. Die Einstellung der erwähnten Stromdichtewerte ist mit den bevorzugt eingestellten Entladeströmen 1^ zwischen 5 und 400 A, bzw. und bevorzugt zwischen 20 und 100 A ohne weiteres möglich.
Der hohe Fluss niederenergetischer Ionen und Elektronen, die auf das Werkstück auftreten, ist ein charakteristisches Merk-
mal des erfindungsgemässen Verfahrens, welches mithin als LE- PECVD abgekürzt wird für "Low Energy Plasma Enhanced CVD" .
Silizium- und/oder Germaniumschichten können während der Beschichtung durch Zugabe eines Dotierungsgases mit einem Element aus der Gruppe III oder V des periodischen Systems, wie mit
Phosphin, Diboran, Arsin etc. zu n- oder p-leitenden Schichten dotiert werden. Somit sind p/n-Halbleiterübergänge in situ herstellbar, z.B. besonders wirtschaftlich für die Solarzellenherstellung.
Werden Galliumschichten oder Galliumverbindungs-Schichten abgelegt, so können diese durch Verwendung eines Dotierungsgases mit einem Element aus den Gruppen II oder III oder IV oder VI des Periodensystems dotiert werden, z.B. mit Mg oder Si.
Mit Hilfe der Anode 19 und/oder des Magnetfeldes B kann die Niederspannungsentladung komprimiert und/oder vom Werkstückträger 13 abgelenkt werden. Damit kann die Plasmadichte am Werkstückträger erhöht (Rate) und/oder über einen grossen Bereich variiert (Einstellung der Verteilung) oder auch gesteuert ge- wobbelt bzw. abgelenkt werden. Mit Hilfe der Heizung 17 können die Werkstücke bzw. Substrate unabhängig vom Ionen- und/oder Elektronenanfall bis auf ca. 800°C aufgeheizt werden. Die Magnetanordnung 29 erzeugt mittels Permanent- und/oder Elektromagneten das Feld B, vorzugsweise mit einer Flussdichte von einigen 10 bis einigen 100 Gauss im Entladungsraum.
Aufgrund der unüblich tiefen Entladespannungen, wie erwähnt bevorzugt im Bereich von 20 bis 35 V, ergibt sich ein Plasmapotential der Entladung entsprechend (15) nahe am Anodenpotential. Das Werkstück- bzw. Substratpotential kann potentialmässig leicht so verstellt werden, dass die Ionenenergien unterhalb 15
eV liegen, womit sich Ionenschäden während des Schichtwachstums am Werkstück vollständig vermeiden lassen.
Wie erwähnt wurde, ist eine möglichst hohe Plasmadichte am Werkstück anzustreben. Vorliegendenfalls wird die Plasmadichte durch die Stromdichte an der Werkstückoberfläche gegeben. Sie wird wie vorgängig angegeben mittels Sonden in einem Kalibrier- Arbeitsgang gemessen und eingestellt.
Die Anlagen, wie sie schematisch in den Fig. 1 und 2 dargestellt sind, sind wohl heute bevorzugte Ausführungsformen, wo- bei die erfindungsgemässen Verfahren sich durchaus auch an Anlagen realisieren lassen, die beispielsweise in der DE-OS 36 14 384 dargestellt sind, wenn sie entsprechend bestückt und geführt werden. Wesentlich erscheint bis heute der potentialkontrollierte Betrieb des Werkstückes.
Mittels einer Anlage, wie sie in Fig. 2 schematisch dargestellt ist, wurden 3 " -Silizium-Einkristallsubstrate mit Silizium bzw. einer Silizium/Germanium-Legierung epitaktisch beschichtet. Das Volumen des Rezipienten 1 betrug 60 1.
Die Anlage wurde wie folgt betrieben:
Hilfsanode 19 auf Potential des Rezipienten 1; Werkstückträger 13 auf kontrolliertes Biaspotential . Rezipient als Anode auf Masse .
Folgende Arbeitspunkteinstellungen wurden vorgenommen:
• Werkstücktemperaturen Ts
Plasmainduziert ergeben sich Werkstücktemperaturen von nur wenigen 100°C, so z.B. von ca. 150°C.
Dies ist ausserordentlich vorteilhaft zum Beschichten thermisch kritischer Substrate, wie z.B. organischer Substrate.
Höhere, erwünschte Temperaturen werden durch separates Heizen erreicht. Für die Herstellung von Si- und/oder Ge-Schichten und Schichten mit Ge-Si-Verbindungen werden Werkstücktemperaturen Tc
300°C < T. < 600°C
angeraten, für Ga-Schichten oder Ga-Verbindungsschichten:
300°C < Ts < 800°C.
Weil das Verfahren "kalt" ist, ist man höchst flexibel in der Temperatur-Wahl, je nach Schichtmaterial und Substratmaterial.
Entladestrom 1^-: 70 A.
Entladespannungen U^: 25 V.
Substrat-Temperatur: 550°C (mit Heizung geheizt)
In einem ersten Versuch wurde mit Hilfe der Heizung 17 die Substrattemperatur variiert. Dabei wurden die übrigen Arbeitspunkt-Parameter konstant gelassen. In Fig. 3 ist das Resultat dargestellt. Aus dieser Figur ist ersichtlich, dass die
Wachstumsrate GR nur sehr wenig von der Werkstück- bzw. Substrattemperatur T13 abhängt. Die grosse Streuung der Messwerte rührt davon her, dass bei der Versuchsanlage vor jeder Abscheidung Betriebsparameter jeweils von Hand wieder einge- stellt werden mussten.
Ausgehend von den erwähnten Arbeitspunktwerten wurde nun der Entladestrom 1^. variiert, durch Einstellung der Entladespannung U^ und gegebenenfalls Variation des Kathoden-Heizstromes . Alle übrigen Parameter wurden wieder konstant gehalten. Wenn auch der Entladestrom 1^- nicht direkt der Ladungsträgerdichte bzw. Plasmadichte an der zu beschichtenden Oberfläche entspricht, so ist doch, bei sonst konstant belassenen Parametern, die Plasmadichte, entsprechend der Stromdichte an der zu beschichtenden Werkstückoberfläche, im wesentlichen proportional zum Entladestrom. Deshalb zeigt das in Fig. 4 dargestellte Resultat durchaus die Proportionalität und den Proportionalitäts- faktor zwischen der Wachstumsrate GR und der Plasmadichte. Diese Proportionalität dürfte anhalten, solange die Gasausnützung nicht ca. 60 % übersteigt und Sättigungseffekte auftreten. Wie erwähnt kann die Plasmadichte nebst z.B. durch Verstellung des Entladestromes auch durch Fokussierung bzw. Defokussierung der Niederspannungsentladung bzw. durch deren Umlenken beeinflusst werden. Auch hier erklärt sich die relative grosse Streuung durch das Vorgehen bei der Einstellung der Entladebedingungen.
Höchst aufschlussreich ist schliesslich Fig. 5. Diese ist das Ergebnis von Versuchen, bei welchen, bei sonst konstant gehaltenen Parametern, der Reaktivgasfluss F variiert wurde, ausgehend vom Arbeitspunkt 10 sccm. Die Gerade (a) ergab sich bei bezüglich der Achse A von Fig. 1 durch Magnetfeldeinstellung örtlich leicht versetzter Niederspannungsentladung, was am
Substrat zu einer Plasmadichtereduktion führte bzw. geringerer Rate, bei einem Entladestrom 1^ von 20 A.
Kurve (b) zeigt die Rate bei nicht abgelenkter Entladung und bei IJU- = 20 A. Schliesslich zeigt (c) die erhöhte Rate bei nicht abgelenkter Enladung mit 1^ = 70 A.
Bei einem Reaktivgasfluss von 10 sccm ergibt sich bei einer Temperatur des Substrates von 550 °C und 70 A Entladestrom 1^, wie Fig. 3 bestätigt, eine GR von ca. 15 Ä/sec.
Bei einem Entladestrom von 70 A bei einem Reaktivgasfluss von 10 sccm wird dieses Resultat auch durch Fig. 4 bestätigt. Die GR fällt bei einem Entladestrom von 20 A auf ca. 6 Ä/sec ab.
Es seien nun die erfindungsgemässen Resultate mit den Resultaten vorbekannter Techniken verglichen.
a) Vergleich mit APCVD (2)
Aus Fig. 5 ergibt sich beispielsweise für den Punkt Pl:
GR = 1200 Ä/min, verglichen mit
GR = 2 x 10"2 Ä/min bei APCVD.
Aus Fig. 5 ergibt sich für den Punkt Pl ein Wert
GRF von 80 Ä/ (sccm. min)
Der entsprechende Werte bei APCVD beträgt
GRF ~ 2 x 10 " Ä/ (sccm. min)
Berechnet man bei LEPECVD gemass Erfindung die Gasausnützungs- ziffer für ein 3 "-Substrat, so ergibt sich
GAF =s 6 , 8 x 10"2, entsprechend ca. 6,8 %.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Ziffer mit grδsser werdenden Substratfläche, z.B. auf 5", noch wesentlich besser wird.
In Fig. 7 sind folgende Resultate dargestellt:
- Im Feld I: für APCVD, LPCVD, RPECVD;
- Im Feld II: für UHVCVD
- Im Feld III: für ECRCVD
- Im Feld IV: gemass vorliegender Erfindung.
Sie gelten für Temperaturen < 600°C.
In diesem Zusammenhang muss nochmals betont werden, dass es das erfindungsgemässe Vorgehen erlaubt, relativ grosse Flächen zu beschichten, womit die Gasausnützungsziffer GAF zusätzlich steigt .
Werden, analog, die Grossen Wachstumsrate GR, Wachstumsrate pro Reaktivgasflusseinheit GRF und die Gasausnützungsziffer GAF mit den entsprechenden Zahlen für CVD unter atmosphärischen Druckbedingungen verglichen, so ergeben sich erfindungsgemäss in jeder Beziehung drastische Verbesserungen. Vergleicht man schliesslich die Resultate ge ass vorliegender Erfindung mit denjenigen, die erhalten werden, wenn ein PECVD-Verfahren mit Niederspannungsentladung gemass der DE-OS 36 14 384 betrieben wird, so zeigt sich, dass erstaunlicherweise die erfindungsgemäss erzielte Wachstumsrate von 1200 Ä/min wesentlich grδsser ist, als die höchsten, mit dem vorbekannten Vorgehen erzielten Wachstumsraten und dass zusätzlich die erfindungsgemäss erziel-
te Wachstumsrate pro Reaktivgasflusseinheit GRF praktisch um zwei lOer-Potenzen hδherliegt.
Es ist somit höchst erstaunlich, dass durch ganz bestimmte Betriebsbedingungen an der Anlage, prinzipiell wie sie aus der DE-OS 36 14 384 vorbekannt war, derartige Verbesserungen erzielbar sind, unter Berücksichtigung, dass die erfindungsgemäss abgelegten Schichten, bezüglich Defektdichte, Epitaxie- Bedingungen gehorchen.
Dies wurde höchst einfach dadurch überprüft, dass beim be- schriebenen Betrieb der Anlage nach Fig. 2 mit den angegebenen Arbeitspunktparametern, bei Einlegen eines monokristallinen Substrates eine hochwertige Epitaxie-Beschichtung erzielt wurde, bei Einlegen eines amorphen Substrates hingegen, bei weiterhin festgehaltenen Arbeitspunktparametern, eine amorphe Be- Schichtung.
In Fig. 5 ist im weiteren bei P2 der Messpunkt eingetragen, wenn anstelle einer reinen Si-Schicht eine SiGe-Epitaxieschicht abgelegt wird, die 4 % Ge enthält.
Wie bereits daraus ersichtlich, ändern sich entgegen den vorer- läuterten Erkenntnissen beim erfindungsgemässen Vorgehen die Verhältnisse nicht, wenn eine Ge/Si-Legierung abgelegt wird. Dies bestätigt Fig. 6, wo in Funktion des Ge-Gehaltes in % bei den angegebenen Arbeitspunkten die Wachstumsrate GR angegeben ist. Daraus ist ersichtlich, dass sich die Wachstumsrate in ei- nem sehr grossen Bereich des Ge- zu Si-Verhältnisses im wesentlichen nicht ändert.
Das erfindungsgemässe Vorgehen wurde primär anhand von Versuchen, Si-, Ge- oder Si/Ge-Legierungsschichten bzw. Ga- und Ga-
Verbindungsschichten, alle dotiert und nicht dotiert, abzulegen, erhärtet.
Mit dem erfindungsgemässen Vorgehen werden, kombiniert, höchste Schichtqualität bei sehr hohen Abscheidungsraten und gleichzei- tig bei sehr hohem Wirkungsgrad, was abgelegtes Schichtmaterial pro eingelassener Reaktivgasmenge anbelangt, und bei tiefen Temperaturen < 600°C, erreicht. Damit eignet sich das vorgeschlagene Vorgehen ausserordentlich gut für die industrielle Fertigung, seien dies epitaxialer Schichten oder seien dies an- derer Schichten in höchster Qualität.
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