Instrument bzw Zange für medizinische und insbesondere endoskopische Anwendungen
B E S C H R E I B U N G
Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf ein Instrument für medizinische und insbesondere endoskopische Anwendungen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1
Stand der Technik
Es sind endoskopische Instrumente, wie beispielsweise Zangen bekannt, bei denen das Zangenmaul nicht nur eine einfache Offnungs- bzw Schließbewegung ausfuhren kann, wie dies bei der aus der WO 94/20034 bekannten Zange der Fall ist Auf diese Druckschrift wird im übrigen zur Erläuterung aller hier nicht naher beschriebenen Einzelheiten ausdrucklich Bezug genommen
So sind die verschiedensten Instrumente bekannt, die an ihrem distalen Ende zwei oder mehr Funktionselemente aufweisen, die geschwenkt oder in Richtung der Langsachse des Instruments verschoben werden können und dabei voneinander unabhängige Bewegungen sowie gegebenenfalls miteinander gekoppelte Bewegungen ausfuhren können
Ein Beispiel für ein derartiges Instrument ist ein HF-Instrument mit einer verschiebbaren HF-Schlinge und gegebenenfalls einem zusätzlichen Element, wie einer verschiebbaren Messerklinge
Weiterhin sind in Instrumente bzw. Zangen bekannt, bei denen das Zangenmaul mehrteilig ausgebildet ist. Exemplarisch soll hierzu auf die DE 694 03 583 T2 verwiesen werden.
Ferner sind Manipulatoren mit mehrteiligen Funktionselementen beispielsweise zum Halten oder Spreizen von Gewebe u.a. aus der JP 06311984 A, der EP 0 688 538 A1 oder der US 5,549,636 bekannt.
Die Bedienung der Funktionseiemente geschieht bei den bekannten Instrumenten in der Regel durch Scheren- oder Druckgriffe oder durch Elemente, in die die Bedienungsperson ihre Finger einlegen kann. Diese Elemente übersetzen die Fingerbewegung in eine Bewegung der distalen Funktionselemente. Hierzu wird zusätzlich auf die US 5,630,831 oder die EP 0 613 762 A1 verwiesen.
Ferner sind Handgriffe mit Bedienelementen für mehrere Funktionen bekannt.
Die beim Stand der Technik verwendeten Bedieneinheiten sind jedoch gerade dann, wenn mehr als ein distales Funktionselement bedient werden soll, unter ergonomischen Gesichtspunkten unbefriedigend. Darüberhinaus sind die bekannten Bedieneinheiten nicht intuitiv. Die vom Bediener am Bedienelement ausgeführte Bewegung ist häufig der vom entsprechenden Funktionselement ausgeführten Bewegung in Richtung und Art der Bewegung wenig ähnlich.
Dies kann zu u.U. schwerwiegenden Fehlern bei der Bedienung dieser Instrumente während einer Operation führen.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Bedienung von Instrumenten insbesondere mit mehreren Funktionselementen so zu vereinfachen, daß eine intuitive, einfache und sichere Bedienung möglich ist.
Eine erfindungsgemaße Losungen dieser Aufgabe ist im Patentanspruch 1 angegeben. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Erfindungsgemaß ist die Bedieneinheit derart ausgebildet ist, daß sie mit einer Hand umgriffen werden kann, und wenigstens zwei schwenkbare und/oder kippbare Elemente aufweist, die Bestandteil der Oberfläche der Bedieneinheit sind, und durch deren Bewegung jeweils ein Teil des mehrteiligen Funktionselements gesteuert wird. Besonders bevorzugt ist es, wenn die Bedieneinheit so ausgebildet ist, daß sie auch als Handgriff zum Halten des Instruments dient.
Die Bedienperson kann damit das Instrument mit einer einzigen Hand halten und gleichzeitig durch die Bewegung einzelner Finger bzw. Fingerglieder die distal angeordneten Funktionselemente steuern. Das Greifen wird weiter erleichtert, wenn die Elemente zumindest annähernd als Segmente eines Rotationskörpers, wie eines Zylinders oder einer Kugel ausgebildet sind.
In jedem Falle hat die erfindungsgemäße Ausbildung den besonderen Vorteil, daß die Bedienperson die Bedieneinheit mit der ganzen Hand umgreifen kann, wobei der hintere Teil am Handballen anliegt und damit fixiert wird. Dabei kann ein Druck des Handballens gegen das hintere Ende dazu dienen, daß die Funktionselemente als Einheit, d.h. gemeinsam bewegt werden.
Eine weitere ergonomische Verbesserung erhält man, wenn in den Elementen Griffmulden für die Finger vorgesehen sind. Hierdurch wird insbesondere die intuitive Bedienung unterstützt.
Unter ergonomischen Gesichtspunkten ist es besonders vorteilhaft, wenn zwei miteinander gekoppelte Elemente vorgesehen sind, die in unterschiedliche Richtungen zum Bewegen der einzelnen Teile der Funktionselemente kippbar sind. Die Elemente sind bevorzugt über Gestänge mit Gleitelementen verbunden, die wiederum mit Stangen verbunden sind, die die Funktionselemente am distalen Ende bewegen.
Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung können vier Segmente vorgesehen sein, von denen jeweils zwei miteinander gekoppelt sind. Die miteinander gekoppelten Segmente sind symmetrisch zu einer Ebene ausgebildet, die die Längsachse des Verbindungsteils enthält.
Durch die miteinander gekoppelten Segmente, die symmetrisch zu einer Ebene ausgebildet sind, die die Längsachse des Verbindungsteils enthält, erhält man eine symmetrische und Kippmoment-freie Betätigung der am distalen Ende vorgesehenen Funktionselemente.
Beide Ausbildungen können zur Betätigung eines oder mehrerer Funktionselemente eingesetzt werden.
Dabei können die proximalseitig angeordneten Segmente an einem feststehenden Teil des Instruments angelenkt und über eine Schubstange mit einem Gleiteiement gekoppelt sein, das mit der zweiten Ubertragungsstange verbunden ist. Die distalseitig angeordneten Segmente sind dann an den proximalseitig angeordneten Segmenten an-
gelenkt und über eine Schubstange mit einem Gleiteiement gekoppelt, das mit der ersten Übertragungsstange verbunden ist.
Weiterhin ist es von Vorteil, wenn die Bedienelemente in eine Stellung vorgespannt sind, in der die Funktionselemente eine bestimmte Stellung haben. Im Falle von als Zangenmaul ausgebildeten Funktionensele- menten ist es dann bevorzugt, wenn die bestimmte Stellung die Stellung ist, in der das Zangenmaul geöffnet ist.
Unabhängig von der speziellen Ausbildung des Instruments bzw. der Zange ist es auch unter dem folgenden Gesichtspunkt bevorzugt, daß die Bedienelemente in eine Stellung vorgespannt sind, in der die Funkti- ons- bzw. Maulelemente eine bestimmte Stellung haben, da dann die das Instrument bedienende Person durch Loslassen der Bedieneinheit das Instrument immer in eine Ausgangs- bzw. Grundstellung überführen kann. Diese „Grundstellung" kann beispielsweise die Stellung sein, in der die beiden Teile jedes Maulelements geöffnet sind.
Darüberhinaus ist es von Vorteil, wenn Feststellelemente vorgesehen sind, mit denen die Teile jedes Funktions- bzw. Maulelements in einer bestimmten Stellung festlegbar sind. Damit kann die Bedienperson das Instrument in einer für den jeweiligen Operations- bzw. Untersuchungsvorgang vorteilhaften bzw. ergonomisch günstigen Stellung festlegen.
Weiterhin ist es von Vorteil, wenn das Verbindungsteil und damit das an seinem distalen Ende angeordnete Funktions- bzw. Maulelement um seine Längsachse drehbar ist, wie dies beispielsweise aus der WO 94/20034 bekannt ist. Zum Drehen des distalen Endes kann an dem Verbindungsteil ein Rad vorgesehen sein, dessen Betätigung das Ver-
bindungsteil dreht. Hierbei können verschiedene Raststellungen vorgesehen sein.
Die erfindungsgemaßen Losungen gelten sowohl für starre als auch für flexible Instrumente.
Sofern die mehrteiligen Funktionselemente mehrteilige Zangen sind, können diese nicht nur eine reine Zangenfunktion, sondern selbstverständlich auch eine Scheren- bzw Schneidfunktion haben Dabei können alle bekannten Maulformen verwendet werden; auch eine Aufrauhung der Oberflache kann vorgesehen sein, um seitliches Ausweichen des Objekts zu verhindern
Im Anspruch 17 ist als Beispiel für ein mehrteiliges Funktionselement eine mehrteilige Zange angegeben, bei der jedes bewegliche Maulelement aus zwei Teilen besteht, von denen ein Teil, namlich der proximal- seitige Teil, an dem Verbindungsteil und der andere Teil, namlich der distalseitige Teil, an dem proximalen Teil direkt oder über einen Hebelmechanismus angelenkt ist. Mittels der Bedieneinheit sind die proximal- seitigen Teile der beiden Maulelemente und die distalseitigen Teile der beiden Maulelemente unabhängig voneinander beweglich. Damit ist es möglich, die beiden Maulelemente nicht nur als Einheit schwenken zu können, sondern sie auch ähnlich wie die Glieder eines Fingers abzu- winkeln. Hierdurch ist es beispielsweise möglich, beim Greifen eines Gewebestranges diesen „umgreifend" und nicht nur einseitig „quetschend" zu halten. Empfindliche, auch größere Objekte können schonend und sicher gegriffen und werden. Dennoch kann das Maul auf einen sehr kleinen Durchmesser zusammengelegt werden.
Ausdrücklich soll jedoch darauf hingewiesen werden, daß selbstverständlich die verschiedensten Funktionselemente, die keineswegs nur Zangen bzw. Scheren sein müssen, sondern in beliebiger Weise - wie aus dem Stand der Technik bekannt - ausgebildet sein können, mit der erfindungsgemäß ausgebildeten Bedieneinheit gesteuert werden können.
Kurze Beschreibund der Zeichnung
Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung exemplarisch beschrieben, auf die im übrigen hinsichtlich der Offenbarung aller im Text nicht näher erläuterten erfindungsgemäßen Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird. Es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäß ausgebildete Bedieneinheit in einer auseinander gezogenen Darstellung,
Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäß ausgebildete Bedieneinheit in einer perspektivischen Darstellung,
Fig. 3a-3c Schnittzeichnungen durch die Bedieneinheit zur Erläuterung der Funktionsweise, und
Fig. 4a-4c ein Beispiel perspektivisch den Innenaufbau des zweiten Ausführungsbeispiels.
Darstellung von Ausführungsbeispieien
Fig. 1 zeigt in einer auseinandergezogenen Darstellung die Bedieneinheit eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemaßen Instruments. Der distale Bereich, der in beliebiger Weise ausgebildet sein kann und lediglich exemplarisch in Fig. 4 gezeigt ist, ist nicht dargestellt.
Die Bedieneinheit weist zwei in Richtung der Längsachse L des Instruments nach vorne und nach hinten kippbare Elemente 101 auf, die Bestandteil der Oberflache der Bedieneinheit sind. An jedem Element 101 ist mittels Schrauben 102 ein Befestigungsblock 103 angebracht, an dem wiederum mittels Schrauben 102 ein Gestänge angelenkt ist, das aus drei Stangen 104, 105 und 106 besteht. Auf den Elementen 101 können ergonomisch angepaßte Griffmulden G, die nicht im einzelnen dargestellt sind, angebracht sein.
Die Stange 104 ist am hinteren bzw. proximalen (in Richtung der Längsachse L) Ende des Befestigungsblocks 103 zusammen mit der Stange 105 angelenkt, wahrend die Stange 106 am vorderen Ende angelenkt ist. Die jeweils anderen Enden der Stangen 104, 105 und 106 sind an einem Gleitelement 107, einer Buchse 108 bzw. am hinteren Endteil 109 der Bedieneinheit angelenkt.
Am distalen Ende des Gleitelements 107 ist ein als Rohr ausgebildetes zweites Übertragungselement (in dieser Fig. nicht und lediglich in Fig. 4 dargestellt) befestigt, das die Bewegung des Gleitelements auf ein in Fig. 1 ebenfalls nicht dargestelltes distales Funktionselement überträgt. In dem Rohr ist koaxial ein erstes Übertragungselement angeordnet.
Mit dem Gleitelement 107 ist ein Zapfen 111 , auf dem ein Feder 112 geführt ist, fest verbunden. Der Zapfen 111 ist in einer Führung 113 ge-
führt, die über Schrauben 102 und Zwischenteile 114 und 115 an der Buchse 108 befestigt ist. An der Buchse 108 ist auch - wie bereits ausgeführt - das andere Ende der Stange 105 angelenkt. Am proximalen Ende der Buchse 108 ist eine Hülse 116 angeklebt, die auf einem Zapfen 117 geführt ist, der an dem proximalen Endteil 109 angeschraubt ist. Zu weiteren Einzelheiten wird auf die Zeichnung verwiesen.
Durch Kippen der Elemente 101 nach vorne bzw. nach hinten können die beiden Übertragungselemente einzeln nach vorne verschoben werden und damit die Funktionselemente einzeln betätigt werden. Durch Drücken des proximalen Endteils 109 nach vorne können die Funktionselemente als Einheit bewegt werden.
Fig. 2 zeigt perspektivisch die Bedieneinheit eines zweiten Ausführungsbeispiels, die anstelle der in Fig. 1 dargestellten Bedieneinheit eingesetzt werden kann. Darüberhinaus ist diese Bedieneinheit - in einer vereinfachten Ausführung - auch für Instrumente geeignet, bei denen lediglich ein distales Funktionselement durch eine Verschiebung einer Stange in dem Verbindungsteil betätigt wird.
Die Funktionsweise des zweiten Ausführuπgsbeispieis ist durch die in den Fig. 3a-c dargestellten Schnittzeichnungen erläutert.
Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Bedieneinheit zugleich Handgriff. Die Bedieneinheit wird von der Bedienungsperson so in eine Hand genommen, daß sie von der Hand umschlossen wird und mit ihrem proximalen Ende am Handballen anliegt.
Bei dem gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel hat die Bedieneinheit die Form einer Kugel, die in vier Segmente D, D, E und E unterteilt ist,
von denen jeweils zwei, nämlich die Segmente D und D bzw. E und E miteinander gekoppelt sind. Die miteinander gekoppelten Segmente sind symmetrisch zu einer Ebene ausgebildet, die die Längsachse L des Verbindungsteils enthält.
Die proximalseitig angeordneten Segmente D sind an einem feststehenden Teil C des Instruments angelenkt und über eine Schubstange H mit einem Gleitelement A gekoppelt, das mit der zweiten Übertragungsstange verbunden ist. Die distalseitig angeordneten Segmente E sind an den proximalseitig angeordneten Segmenten D angelenkt und über eine Schubstange G mit einem Gleitelement B gekoppelt, das mit der ersten Übertragungsstange verbunden ist. Die Elemente A und C gleiten auf dem Element B, wahrend sich das Element E auf D und D auf B dreht.
Die Figuren 3a bis 3c zeigen unterschiedliche Stellungen des Bedienelements, wobei gleiche Teile mit den selben Bezugszeichen versehen sind.
Fig. 3a zeigt die Grundstellung, in die die einzelnen Segmente, d.h. die einzelnen Bedienelemente beispielsweise durch Federn vorgespannt sein können.
Fig. 3b zeigt die Stellung, in der lediglich die Segmente D betätigt sind. Hierdurch wird das Gleitelement A, das mit der zweiten Übertragungs- stange verbunden ist, verschoben, so daß (beispielsweise im Falle einer zweiteiligen Zange) die distalseitigen Teile 2 des Maulelements betätigt werden.
Fig. 3c zeigt die Stellung, in der die vorderen Segmente E betätigt sind. Hierdurch wird das Gleitelement B, das mit der ersten Übertragungs-
Stange verbunαen ist, verschoben, so daß beim vorigen Beispiel die proximalseitigen Teile 1 des Maulelements betätigt werden
In den Figuren 4a-4c ist ein Zangenmaul als Beispiel für ein mögliches Funktionselement in verschiedenen Stellungen, namlich in der geschlossenen (Fig 4a), der vollständig geöffneten Stellung (Fig 4b) und in einer Stellung gezeigt, in der beispielsweise ein Gewebestrang umgriffen werden kann (Fig 4c)
Das dargestellte Zangenmaul weist in bekannter Weise zwei Maulelemente auf Jedes Maulelement besteht aus zwei Teilen, namlich einem proximalseitigem Teil 1 , der an einem Verbindungsteil 3 zu einem proximalen Teil der Zange angelenkt ist, und einem distalseitigen Teil 2 der an dem proximalseitigen Teil 1 des Mauielements angelenkt ist
In dem Verbindungsteil 1 sind zwei Ubertragungsstangen 11 und 12 vorgesehen, von denen die Stange 12 als Rohr ausgeführt ist und die Stange 1 1 umgibt. Eine Verschiebung der Stange 11 verschwenkt ein Element 4, dessen Bewegung die Teile 1 öffnet bzw schließt Eine Verschiebung der Stange 12 bewirkt über ein Gestänge 5 eine Schwenkbewegung der Teile 2 relativ zu den Teilen 1 , so daß die distalseitig angeordneten Teile 1 des Zangenmauls unabhängig von den proximalseitig angeordneten Teilen 1 bewegt werden können Dies zeigen die Figuren 4a bis 4c
Vorstehend ist die Erfindung ohne Beschrankung des allgemeinen Erfindungsgedankens und insbesondere der Verwendung beliebiger di- staler Funktionselemente beschrieben worden