Reduktions- und Ent ärbemitte l
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft körnige, rieselfähige Zusammensetzungen vo n N atri u md ith i onit, Ve rf ah re n zur H erstel l u ng so l c h er Zusammensetzungen, deren Verwendung als Reduktions- und Entfärbemittel und diese Mittel selbst.
Natriumdithionit ist ein wichtiges Reduktionsmittel in der Färberei, insbesondere in der Küpenfärberei. Es dient in großem Umfang zum Entfärben von Textilien, zum Bleichen von Wolle, Seide, Holzschliff, holzartigen Papierstoffen, Celluloseprodukten in Recyclingprozessen, Zuckern, Säften, Sirup, Gelatine, Speiseölen, Stärke, Melasse und Seifen. Es wird auch zum Entfernen von Sauerstoff aus Kesselspeisewasser eingesetzt.
Der großen Verwendungsvielfalt und hervorragender Reduktionskraft stehen aber auch schwerwiegende anwendungstechnische Nachteile gegenüber: Der Dithionitstaub reizt sehr stark die Schleimhäute, Augen, Bindehäute und Atmungsorgane und kann bei Allergikern und Asthmatikern zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen.
Schon bei Zutritt von Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeit kann genügen) zersetzt sich Dithionit unter Schwefeldioxidbildung; dies stellt eine weitere Belästigung bzw. Gesundheitsgefährdung dar. Aufgrund der sich mit fortschreitender Erwärmung selbst beschleunigenden Reaktion mit wenig Wasser kann oberhalb 90°C heftige Zersetzung, ja sogar Brandgefahr entstehen.
Als Arbeitsschutzregeln beim Umgang mit Dithioniten sind daher Staubvermeidung, Staubschutz von Haut, Atmungsorganen und Augen und das Vermeiden von Feuchtigkeitszutritt zum Produkt streng zu beachten.
Nur beim Eintragen von wenig Dithionit in viel Wasser, was der normalen Anleitung zum Gebrauch entspricht, besteht keine Gefahr durch Zersetzung. Entstehende Reduktionslösungen sind jedoch alsbald zu verbrauchen, da ihr Gebrauchswert durch Zersetzung und Luftsauerstoff-Einwirkung rasch nachlässt.
Besonders bei Produkten für den Haushaltsgebrauch, z.B. bei Textilentfärbern, stellen die genannten Eigenschaften des Natriumdithionits ernsthafte Probleme dar, die nur durch sorgfältige Beachtung der meist sehr ausführlichen Gebrauchsanweisungen gemildert werden können. Jedoch ist die Verwendung von Natriumdithionit auch im gewerblichen Bereich aus oben genannten Gründen problembehaftet.
Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, die gesundheitsgefährdende Staubentwicklung des Natriumdithionits zu vermindern und ein Produkt mit besserer Handhabbarkeit und geringerer Feuchtigkeitsempfindlichkeit bereitzustellen und gleichzeitig die Stabilität in Lösung und die Selektivität gegenüber überreduzierbaren Farbstoffen zu verbessern.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein körnige, rieselfähige Zusammensetzung, enthaltend Natriumdithionit, welche erhältlich ist durch Vermischen von pulverförmigem Natriumdithionitmit einem verflüssigbaren, stabilisierenden Stellmittel oder einer hochkonzentrierten Lösung eines solchen.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung weist aufgrund der "Umhüllung" oder "Verklumpung" der Dithionitpulverteilchen mit dem Stellmittel eine vergröberte, rieselfähige und nichtstaubende Kornstruktur auf, welche auch zu einer geringeren Empfindlichkeit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung gegenüber Feuchtigkeit, im Vergleich mit Natriumdithionitpulver führt.
Als stabilisierende Stellmittel sind prinzipiell Substanzen geeignet, .die den Effekt der Kornvergrößerung bewirken, aber selbst keinen negativen Einfluss auf die Eigenschaften von Natriumdithionit haben.
Bevorzugt enthält die erfindungsgemäße Zusammensetzung als Stellmittel ein oder mehrere Polyalkylenoxide, ein oder mehrere Kohlehydrate, oder aber eine Mischung solcher Substanzen.
Die bevorzugten Polyalkylenoxide sind im Temperaturbereich bis 75 °C durch Schmelzen verflüssigbar und somit leicht mit dem Natriumdithionit- Pulver mischbar, was zu einer Art Umhüllung der Pulverkörnchen von Dithionit führt.
Besonders bevorzugte Polyalkylenoxide sind Polymere von Ethylenoxid (insbesondere im Molekulargewichtsbereich von 200 bis 3500) oder des Propylenoxids (insbesondere im Molekulargewichtsbereich 250 bis 3000), Mischungen beider Polyether oder Mischpolymerisate dieser Komponenten (wie z.B. Pluronics) .
Je nach dem angewandten Polymerisationsverfahren bei der Herstellung dieser Polymeren können die Kettenenden der Polymermoleküle - bedingt durch die Startkomponenten - OH-Gruppen tragen, verethert oder verestert sein. Besonders bevorzugt sind daher als Stellmittel Polyalkylenoxide, welche an den Kettenenden mit Ether-, Ester-, Alkyl- oder Hydroxyalkylaminogruppen endverschlossen sind.
Gut geeignet für die erfindungsgemäße Zusammensetzung sind z.B. die Polyethylenoxid-methylether oder -dimethylether (insbesondere im Molekulargewichtsbereich 250 bis 4000). Die Natur der Polymerkettenenden ist aber für die erfindungsgemäße Zusammensetzung ohne einschränkende oder bestimmende Wirkung und kann beliebig gewählt werden, im Normalfall werden die handelsüblichen, weitgehend wasserlöslichen Formen mit OH-Gruppen bevorzugt eingesetzt.
Als im Rahmen der Erfindung besonders gut einsetzbare Kohlehydrate haben sich lösliche Stärke, Amylopektin, Saccharose, Maltose, Lactose, Invertzucker, Aldohexosen, Ketohexosen, Aldopentosen, Glucosesirup, Stärkesirup, Melasse, jeweils alleine oder in Kombination oder/und die aus den genannten Kohlehydraten durch Alkali- oder Wärmeeinwirkung erhältlichen Abbauprodukte erwiesen.
Im Gemisch mit den Polyalkylenoxiden oder auch als alleinige konditionierende Stellmittel wird mit den Kohlehydraten ebenfalls eine Staubbindung aufgrund von Benetzungs-, Umhüllungs- und Kornvergröberungseffekten erzielt. Ais willkommene Nebenwirkung wird durch reduzierende Kohlehydrate die Dithionitreduktionswirkung im Sinne einer Kapazitätsverbesserung unterstützt und der Sauerstoffeinfluss auf die Reduktionskomponente in alkalischer Lösung vermindert.
Die Kohlehydrate werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung als hochkonzentrierte Lösungen als staubbindender und kornkonditionierender Bestandteil eingesetzt. Das erhaltene Produkt muss dann gegebenenfalls noch getrocknet werden.
Sowohl die kornumhüllenden Polyalkylenoxide als auch die Kohlehydrate führen zu einer bedeutenden Verbesserung der Hautfreundlichkeit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung im Vergleich zu Natriumdithionit- Pulver, was besonders bei den für Haushaltszwecke hergestellten Entfärberprodukten erwünscht ist. Die bevorzugt als konditionierende Stellmittel verwendeten Polyalkylenoxide und Kohlehydrate sind zudem biologisch abbaubar, so dass eine Umweltbelastung vermieden wird. In den Fällen, in denen reduzierende Kohlehydrate, wie z.B. Xylose, Glucose oder Invertzucker in alkalischem Medium in der Wärme einen Teil der Reduktionskapazität übernehmen, wird auch der abwasserbelastende Schwefelgehalt gegenüber reinen Dithionitlösungen verringert, was ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung enthält die Zusammensetzung vorzugsweise zusätzlich mindestens ein Alkalicarbonat oder/und -hydrogencarbonat, vorzugsweise in wasserfreier Form. Die zusätzliche Anwesenheit eines Alkalicarbonats oder -hydrogencarbonats verstärkt die Wirkung von Natriumdithionit in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung. Außerdem kann wasserfreies Alkalicarbonat oder -hydrogencarbonat bei Verwendung von hochkonzentrierten Lösungen von Kohlehydraten als Stellmittel die damit eingebrachte geringe Menge an Wasser als Kristallwasser binden, und ist dadurch ebenfalls nicht nachteilig für das erfindungsgemäße Gemisch.
Besonders bevorzugte Alkalicarbonate oder -hydrogencarbonate sind diejenigen von Natrium und Kalium sowie Mischungen davon, wiederum vorzugsweise in wasserfreier Form. Der Einsatz von Hydrogencarbonaten allein oder in beliebigem Mischungsverhältnis mit den Carbonaten ist vorteilhaft, da sie oberhalb von 60°C Kohlendioxid abgeben, welches Sauerstoff in Entfärberlösungen verdrängt und den Sauerstoffeinfluss über der Flüssigkeitsoberfläche vermindert. Durch die Kohlendioxidabgabe wir oberhalb 60°C der pH-Wert von Entfärberlösungen deutlich erhöht, wodurch das Reduktionsvermögen verbessert wird. Als Bestandteil der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vermindern Hydrogencarbonate zudem die Selbsterhitzungs-, Entzündungs- und Brandgefahr.
In den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen ist Natriumdithionit im allgemeinen in einer Menge von 20 bis 90 Gew.-% und bevorzugt zu 30 bis 40 Gew.-% vorhanden.
Das stabilisierende Stellmittel ist vorzugsweise in einer Menge von 1 bis 30 Gew.-% vorhanden, wobei bei Abwesenheit von Alkalicarbonat oder -hydrogencarbonat 1 8 bis 24 Gew.-% besonders bevorzugt sind, in Anwesenheit von Carbonat aber bereits 1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 6 bis 1 0 Gew.-%, völlig ausreichend sein können.
Alkalicarbonate oder/und -hydrogencarbonate sind vorzugsweise jn einer Menge von 1 0 bis 70 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt in einer Menge von 40 bis 50 Gew.-% in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung enthalten.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung. Hierzu wird pulverförmiges Natriumdithionit mit einem verflüssigten oder gelösten, stabilisierenden Stellmittel vermischt und das erhaltene Produkt falls nötig getrocknet. Das Mischen erfolgt beispielsweise in gegebenenfalls temperierten Trommelmischern, kann aber auch temperaturgesteuert in Wirbelschichtapparaten erfolgen. Andere Mischungsverfahren sind ebenfalls denkbar.
Als Stellmittel werden im Rahmen der Erfindung vorzugsweise mindestens ein Polyalkylenoxid oder/und mindestens ein Kohlehydrat verwendet. Bevorzugte Stellmittel sind oben bereits detailliert aufgezählt worden.
Durch die Möglichkeit, die erfindungsgemäß verwendeten Polyalkylenoxide unterhalb 75 °C verflüssigen zu können oder auch die Verflüssigung durch gegenseitiges Mischen zu erreichen, wird ein problemloser Mischungsprozess zu den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen erreicht, ohne die Selbstzersetzungstemperatur des Natriumdithionits (Bereich um 90°C) erreichen zu müssen. Im Rahmen der Erfindung werden daher Polyalkylenoxide vorzugsweise durch Erwärmen verflüssigt eingesetzt. Bei Raumtemperatur flüssige Polyalkylenoxide oder Polyalkylenoxidgemische werden bei Normaltemperatur verarbeitet.
Kohlehydrate werden im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft in konzentrierter wässriger Lösung eingesetzt. Je konzentrierter hierbei die eingesetzte Lösung ist, umso weniger Trocknung des Produkts ist nötig und in besonders bevorzugten Ausführungsformen, in denen
Alkalicarbonat oder/und -hydrogencarbonat anwesend ist, wird das in der Lösung enthaltene Wasser von dem Carbonat als Kristallwasser gebunden und es ist keine Trocknung mehr nötig.
Im Rahmen der Erfindung ist es deshalb und auch aus den anderen oben bereits genannten Gründen vorteilhaft, der Zusammensetzung zusätzlich mindestens ein Alkalicarbonat oder/und -hydrogencarbonat zuzusetzen Vorteilhaft können Alkalicarbonate und -hydrogencarbonate in Pulverform eingesetzt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht eine leichte und wenig arbeitsaufwendige Herstellung der er. indungsgemäßen Zusammensetzung .
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung als Reduktions- oder/und Entfärbemittel, welche selbst wiederum ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind.
Die erfindungsgemäßen Reduktions- und Entfärbemittel enthalten ein körnige, rieselfähige Zusammensetzung der obengenannten Art. Die erfindungsgemäßen Reduktions- bzw. Entfärbemittel weisen daher alle bereits obendargelegten Vorteile auf, die mit der Vermeidung der bisher vorhandenen Nachteile bei Verwendung von Natriumdithionit in Pulverform einhergehen. Insbesondere ergeben sie auch Vorteile im Hinblick auf die Stabilität der Reduktionsmittellösungen bei niedrigen Temperaturen gegen
Luftsauerstoff. Bei Temperaturen oberhalb 60°C zeigen sie verbesserte
Reduktionswirkung und vergleichmäßigen den Verküpungsvorgang, insbesondere bei Farbstoffen, welche wegen der Gefahr der Überreduktion mit der klassischen Dithionitküpenlösung eine sehr genau überwachte Badführung erfordern.
Erfindungsgemäße Reduktions- bzw. Entfärbemittel können neben der erfindungsgemäßen Zusammensetzung noch übliche Zusatz- und Hilfsstoffe enthalten.
Beispielsweise ist für die chemische Reduktionswirkung zuviel Schaum und die Anwesenheit von Sauerstoff nachteilig. Deshalb können im Bedarfsfalle den erfindungsgemäßen Mitteln Schaumverminderer, wie z.B. Silikone, 2- Ethylhexanol, Cetylalkohol, Fettsäurepolyglykolester, Trialkylmelamine oder auch natürliche Fette und Öle zugesetzt werden. Desweiteren können dem Mittel optische Aufheller, insbesondere handelsübliche Aufheller (z.B. auf Stilbenbasis) zugesetzt werden, wodurch der Bleicheffekt durch Erhöhung des Weißgrades verbessert wird. Man verfährt vorteilhaft zur Dosierung der optischen Aufheller so, dass sich in der Flotte des Entfärberbades eine Aufhellerkonzentration von 0,01 bis 0, 1 g/Liter ergibt.
In Frage kommen für diesen Zweck z.B. 4,4'-Diaminostilben-2,2'- disulfonsäure als Dinatriumsalz, 4,4'-Distyrylbiphenylen, Methylumbelliferon, Cumarin, Dihydrochinolinon, 1 ,3-Diarylpyrazolin oder Naphthalsäureimid. Die Auswahl richtet sich nach dem Fasertyp, der reduktiv gebleicht und optisch aufgehellt werden soll.
Die erfindungsgemäßen Reduktions- bzw. Entfärbemittel können vorteilhaft außerdem Chelatisierungsmittel enthalten, welche Übergangsmetallspuren binden, wodurch ein stabilisierender Effekt auf die Dithionitkomponente erzielbar ist. Eventuell im Leitungswasser vorhandener Fe-Ill-Gehalt wird komplex in Lösung gehalten, so dass der Bleicheffekt nicht durch in der alkalischen Entfärberlösung ausgefallenes und auf der Gewebeoberfläche niedergeschlagenes Eisen-lll-oxidhydrat beeinträchtigt werden kann. Als Chelatisierungsmittel kommen die bekannten, in der Regel neutralen oder basischen Natriumsalze folgender Säuren als besonders bevorzugt in Betracht:Butan-1 ,2,4-tricarbonsäure-2-phosphonsäure,Amino-trimethylen- phosphonsäure, Etidronsäure, Dimethylamino-methan-diphosphonsäure,
Ethylendiamin-tetramethylenphosphonsäure, Hydroxyethyl-amino- d imethylen-phosphonsäure , Nitri lotriessigsäure , Ethylend iami n- tetraessigsäure, Diethylentriamin-pentaessigsäure und das Natrium-eyclo- trimeta-phosphat.
Zur Unterstützung des reduktiven Bleichens können dem Pulvergemisch geringe Mengen (1 - 5 %) Anthrachinon oder Natriumsalze von Anthrachinon-sulfonsäuren zugesetzt werden, welche die Verküpung schwer löslicher Farbstoffe zu wasserlöslichen Reduktionsprodukten katalysieren; deren Ablösung von der Faser wird durch Hydrotrope unterstützt, die ebenfalls den erfindungsgemäßen Mitteln vorteilhaft zugesetzt werden können. Als Hydrotrope eigenen sich z. B. Sulfobetaine, Sulfobetainsulfonate, sulfobernsteinsaure Salze oder polyfunktionelle Phosphonate.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen enthaltend Natriumdithionit aufgrund ihrer Körnigkeit sehr viel besser handhabbar sind als Natriumdithionit in Pulverform, wobei die zugesetzten Stellmittel die Wirkung nicht beeinträchtigen sondern teilweise ebenso wie bevorzugt zugesetzte Carbonate oder Hydrogencarbonate die Reduktionswirkung noch verbessern. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen sind leicht herstellbar durch Vermischen der flüssigen oder verflüssigten oder gelösten Stellmittel mit Natriumdithionitpulver und gegebenenfalls weiteren Komponenten und eigenen sich insbesondere im Einsatz als gegebenenfalls auch alleiniger Bestandteil von Reduktions bzw. Entfärbemitteln auf Basis von Natriumdithionit. Die erfindungsgemäßen Mittel sind wesentlich weniger gesundheitsgefährdend und deutlich hautschonender als Natriumdithionit alleine.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung weiter erläutern.
In den nachfolgenden Beispielen wurde der Mischvorgang in einer Porzellanreibschale mit Pistill vorgenommen derart, dass das jeweilige trockene Pulvergemisch unter ständigem Rühren tropfenweise mit dem verflüssigten Stellmittel versetzt wurde. Nach innigem Vermischen wurde das erhaltene konditionierte Produkt durch ein feinmaschiges Sieb (1 mm Maschenweite) gegeben, abgekühlt bzw. an der Luft bei 20°C getrocknet. Bei entsprechender Maßstabsvergrößerung der Beispiele kommen Trommelmischer, Kneter oder am besten Wirbelschichtverfahren für den Mischvorgang zum Einsatz. Man erhielt nach dem Abkühlen für alle Beispiele ein staubfreies, rieselfähiges Produkt, dessen wässrige Lösung in bekannter Weise für alle Zwecke, bei denen Natriumdithionit als Reduktionsoder Bleichmittel eingesetzt wird, geeignet ist.
Beispiel 1 : Ein Gemisch von 80 g Saccharose, 20 g Wasser und 4 g Polyethylenoxid
(Molgew. 2000) wurde unter Rühren und Erwärmen auf 100°C homogenisiert.
20 g dieses homogenen Gemisches wurden wie oben beschrieben bei 65 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 2:
50 g Glucose wurde mit einer Lösung von 0, 1 g Etidronsäure in 6 g Wasser durch Erwärmen homogenisiert; dazu wurden 50 g Polyethylenoxid (Molgewicht 1 000) gegeben und unter Rühren und Erwärmen ein Gemisch hergestellt.
20 g dieses homogenen Gemisches wurden wie oben beschrieben bei 65 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 3:
Aus 80 g Saccharose, 20 g Wasser und 0,6 g 85 %iger Ameisensäure wurde durch 3-stündiges Erwärmen auf 90 bis 95 °C eine Invertzuckermischung hergestellt und noch in der Wärme durch Zugabe von 0,6 g Natriumcarbonat neutralisiert.
20 g dieses homogenen Gemisches wurden wie oben beschrieben bei 35 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 4:
1 0 g des in Beispiel 3 beschriebenen Invertzuckers wurden warm mit 1 0 g Polyethylenoxid (Molgew. 3500) gemischt und wie oben beschrieben bei 65 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 5:
20 g eines technischen Ethylenoxid/Propylenoxid-Copolymeren (PLURAFAC 1 31 ) wurden wie oben beschrieben bei 65 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 6:
Ein durch gemeinsames Erwärmen hergestelltes Gemisch aus 10 g Polyethylenoxid 2000 und 1 0 g PLURAFAC 1 31 hergestelltes, bei 35 °C flüssiges Gemisch wurde wie oben beschrieben bei 35 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 7: 3 g des in Beispiel 6 hergestellten Gemisches aus gleichen Teilen PLURAFAC 1 31 und Polyethylenoxid 2000 werden bei 34°C mit 40 g technischem, staubendem Natriumdithionit wie oben beschrieben gemischt.
Beispiel 8:
Aus 1 6 g D( + )Xylose und 4 g Wasser wurde bei 1 00°C eine Lösung bereitet.
Nach Abkühlen auf 60°C wurden 4,3 g dieser Mischung mit 40 g Natriumdithionit gemischt.
Beispiel 9:
5,2 g des in Beispiel 8 hergestellten Xylose-Wasser-Gemisches werden mit 5,2 g Polyethylenoxid (Molgew. 600) homogen gemischt. Nach Abkühlen auf 60°C wurden 10,4 g dieser Mischung mit 60 g Natriumdithionit und 20 g Natriumcarbonat in der Reibschale verrieben.
Beispiel 1 0:
5,5 g eines wie in Beispiel 9 beschriebenen Gemisches aus Xylose/Wasser/Polyethylenoxid 1 000 wurde bei 60°C mit 40 g technischem, staubendem Natriumdithionit wie oben beschrieben gemischt. Nach Abkühlen auf 60°C wurden 4,3 g dieser Mischung mit 40 g Natriumdithionit gemischt.
Beispiel 1 1 :
9 g des in Beispiel 3 hergestellten Invertzuckers werden bei 25 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g technischem, staubendem Natriumc'ithionit und
10 g Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 1 2:
20 g Polypropylenoxid (Molgew. 700) wurden wie oben beschrieben bei 25 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 1 3:
20 g Polyethylenglykol-dimethylether (Molgew. 250 - 300) wurden wie oben beschrieben bei 25 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 14:
20 g Polyethylenglykoi-dimethylether (Molgew. 500) wurden wie oben beschrieben bei 25 ° C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 1 5:
20 g Polyethylenglykol-dimethylether (Molgew. 2000) wurden wie oben beschrieben bei 60°C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 50 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.
Beispiel 1 6:
Man verfuhr wie in Beispiel 4 und setzte dem Dithionit anstelle von
Natriumcarbonat 30 g Natriumhydrogencarbonat und 0, 1 g Anthrachinon zu.
Beispiel 1 7:
Man verfuhr wie in Beispiel 1 5 und setzte dem Dithionit- Natriumcarbonatgemisch 1 g Trinatrium-1 ,2,3-propantrisuifonat als Hydrotrop zu.
Beispiel 1 8:
Man verfuhr wie in Beispiel 4 und setzte zusätzlich 1 g Etidronsäure in Form ihres neutralen Natriumsalzes zu.
Beispiel 1 9:
Man verfuhr wie in Beispiel 5, setzte jedoch anstelle von 50 g Natriumcarbonat ein Gemenge von 20 g Natriumcarbonat, 30 g
Natriumhydrogencarbonat und (als Hydrotrop) 1 g 3-Natriumsulfonatmethyl- 4-sulfomethyl-pyrrolidiniumbetain ein.
Beispiel 20: Man verfuhr wie in Beispiel 6 und verwendete anstelle von Natriumcarbonat als Alkalireserve 50 g Kaliumhydrogencarbonat.
Beispiel 21 :
1 0 g Polyethylenoxid (Molgew. 600) wurden wie beschrieben bei 25 °C mit einem innigen Gemenge von 30 g Natriumdithionit Na2S2O4 und 60 g trockenem Natriumcarbonat gemischt.