VORKONFEKTIONIERTES ELEKTROINSTALLATIONS-KABEL
Die Erfindung betrifft ein vorkonfektioniertes Elektroinstallations-Kabel.
Elektroinstallations-Kabel lassen sich vorkonfektionieren, wie dies bereits in einer älteren Patentanmeldung der Anmelderin vorgeschlagen wurde, um auch den Nicht-Fachmann in die Lage zu versetzen, eine Elektroinstallation in einem Gebäude auszuführen. Anhand eines Plans wird ein Bausatz erstellt, der Steckverbinderdosen für einzelne Installationspunkte, Leitungsabschxiitte zum Verbinden der einzelnen Steckverbinderdosen und Schaltartelemente zum elektrisch richtigen
Anschließen der verschiedenen Phasen des Netzversorgungssystems enthält. Zur Vorkonfektionierung gehört das plangerechte Ablängen der einzelnen Leitungsabschnitte von einem Kabelvorrat, das Abisolieren der Kabel- bzw. Aderenden und gegebenenfalls das Bestücken der abisolierten Kabelenden mit einem Steckverbinder. Im vorliegenden
Zusammenhang bedeutet der Begriff Vorkonfektionierung die Bearbeitung eines Kabelabschnitts in der Weise, daß zumindest ein Ende abisoliert und damit bereit ist zur Anbringung eines Steckverbinders.
Es ist bereits im Rahmen eines Gebäude-Elektroinstallationssystems vorgeschlagen worden, die einzelnen vorkonfektionierten Kabel mit einer Beschriftung zu versehen, die insbesondere dem Nicht-Fachmann die Zuordnung der in einem Bausatz enthaltenen einzelnen Leitungsabschnitte zu den entsprechenden eingezeichneten Leitungen in dem Plan und zu den einzelnen Gebäudeteilen erleichtert. Damit haben diese in Klarschrift ausgeführten Beschriftungen der einzelnen Kabeloder Leitungsabschnitte lediglich die Aufgabe, die Endmontage zu erleichtern und Verwechslungen auszuschließen.
Nach der Beendigung der Installationsarbeiten hat diese Beschriftung keine Funktion mehr, sie könnte allerdings noch in Verbindung mit dem
Installationsplan dazu dienen, einzelne Kabel in einem Bündel mehrerer Kabel zu identifizieren.
Vorkonfektionierte Kabel der hier in Rede stehenden Art werden bereits zu Beginn des Vorkonfektionier-Prozesses maschinell bearbeitet, so daß eine mitlaufende Kontrolle im Zuge der weiteren Bearbeitungsschritte erwünscht ist, um sicherzustellen, daß bei jedem Bearbeitungsschritt das "richtige" Kabel bearbeitet wird. So z.B. werden für einen Bausatz unterschiedliche Kabeltypen benötigt, die zum Beispiel fünf oder drei Adern aufweisen können. Außerdem werden die abisolierten Enden einzelner Kabelabschnitte mit unterschiedlichen Steckverbindern bestückt, abhängig von der gewünschten Funktion. Kommt es z.B. an einer Vorkonfektionierungs-Linie zu Unterbrechungen, so besteht die Gefahr, daß ein abisoliertes Kabelstück mit den falschen Steckverbindern bestückt wird.
Die Elektroinstallation eines großen Gebäudes, insbesondere beispielsweise eine Verwaltungsgebäudes, enthält eine sehr große Anzahl einzelner Kabelabschnitte. Soll eines dieser Kabel - etwa nach einer Beschädigung - ersetzt werden, so ist hierzu ein erheblicher Aufwand erforderlich. Zunächst muß möglicherweise in einem Bündel von Kabeln das beschädigte Kabel gefunden werden. Dies kann erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Ebenfalls viel Zeit beansprucht das Aufmaß für die Neuverlegung eines Kabels.
Ist das zu erneuernde Kabel gefunden, so kann es sein, daß der benötigte Kabeltyp nicht zur Hand ist. Sind die Kabelenden mit jeweils einem Steckverbinder bestückt, so muß vor einer Anbringung von Steckverbindern an einem neuen Kabel zunächst festgestellt werden, welche Positionen die Adern des Kabels im Steckverbinder einnehmen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein vorkonfektioniertes Elektroinstallations-Kabel anzugeben, welches in der Lage ist, auch schon bei der Vorkonfektionierung, insbesondere aber bei und nach der
Verlegung des Kabels dessen Handhabung zu erleichtern, d.h. mit oder an dem Kabel durchzuführende Arbeiten zu vereinfachen.
Gelöst wird diese Aufgabe bei einem vorkonfektionierten Elektroinstallations-Kabel, welches einen zur eindeutigen Kennzeichnung an dem Kabelmantel angebrachten Barcode (Strichcode) aufweist.
Zunächst kann in dem Barcode in codierter Form diejenige Information enthalten sein, die auch in der gegebenenfalls am Kabel angebrachten Klarschrift-Kennzeichnung enthalten ist. Die Barcode-Bestückung hat aber den Vorteil, daß noch mehr Information an dem Kabel angebracht werden kann, und daß diese Information mit einem üblichen Barcode- Lesegerät maschinell erfaßt werden kann. Die maschinell erfaßte Information aus dem Barcode kann dann z.B. von einem Rechner weiterverarbeitet werden. Diese Weiterverarbeitung kann bereits im
Zuge der Vorkonfektionierung stattfinden. Dies wird weiter unten noch näher erläutert.
Es hat sich nun gezeigt, daß ein rasches und dauerhaftes Anbringen des Barcodes durch Aufdrucken des Barcodes auf dem Kabelmantel erfolgt, insbesondere in Form eines Tintenstrahldrucks . Tintenstrahldrucker können bekanntlich auch auf unebenem Untergrund sehr deutliche Druckbilder erzeugen. Dieser Vorteil wird auch bei den vorkonfektionierten Kabeln gemäß der Erfindung genutzt.
Die in dem Barcode enthaltene Information kann folgende Einzelmerkmale jeweils für sich oder in beliebiger Kombination betreffen:
a) eine Codierung einer Klarschrift-Kennzeichnung und/oder b) Abgangspunkt/Zielpunkt des Kabels in einer Elektroinstallation und/oder c) Trassenverlauf des Kabels und/oder d) Länge des Kabels, und/oder
e) Typ des Kabels und/oder f) Aderpositionen am Steckverbinder.
Durch die redundante Einbeziehung der Information der Klarschrift- Kennzeichnung in den Barcode kann die Kennzeichnung maschinell gelesen und weiterverarbeitet werden. Der Barcode ist dabei vorzugsweise so beschaffen, daß er im Rahmen eines Elektroinstallationssystems, welches eine Mehrzahl von vorkonfektionierten Kabeln enthält, eindeutig ist, also kein weiterer gleicher Barcode in diesem System existiert, auch wenn es mehrere - äußerlich - gleiche Kabelabschnitte gibt. Bei der Vorkonfektionierung der Kabel wird von einem Kabelvorrat ein benötigter Längenabschnitt abgetrennt. Vorzugsweise erfolgt dann gleich die Kennzeichnung mit dem Barcode, so daß bei allen weiteren Arbeiten stets eine Kontrolle möglich ist, also Verwechslungen beim Anbringen von beispielsweise
Steckverbindern an den Kabelenden ausgeschlossen sind.
Durch Angabe des Abgangspunkts/Zielpunkt des Kabels läßt sich eine Elektroinstallation mühelos mit einem Barcode-Lesegerät überprüfen. Wird ein beschädigtes, zu erneuerndes Kabel festgestellt, so kann die
Information über Abgangspunkt/Zielpunkt die Ausbesserungsarbeiten erheblich erleichtern. Im einfachsten Fall wird in der Fertigungsstätte, in der auch die Vorkonfektionierung der Kabel des Gesamtsystems erfolgt, ein nachzurüstendes Kabel anhand der in dem Barcode enthaltenen Information auf automatischem Wege oder teilautomatischem Wege hergestellt. Hierzu sind die Angaben über Länge und/oder Typ des Kabels wichtig, ebenso wie Angaben über die Positionen der einzelnen Leitungsadern an den endseitig anzubringenden Steckverbindern.
Erweist sich beispielsweise eine Steckdose auf Grund eines fehlerhaften
Kabels als nicht funktionsfähig so kann - zweckmäßiger Weise unter Zuhilfenahme des Installationsplans - das Kabel schnell identifiziert und mit Hilfe eines Barcode-Lesegeräts schnell aufgefunden werden. Natürlich kann der Barcode nur so lange benutzt werden, wie das Kabel
an der Anbringungsstelle des Barcodes zugänglich ist, was bei Verwaltungsgebäuden und dergleichen meistens der Fall ist, weniger jedoch bei Wohngebäuden, bei denen die Kabel durch Putz verdeckt sind.
Auf jeden Fall erleichtert sich die Verfolgung des Wegs des vorkonfektionierten Kabels bis hin zum Verlegen des Kabels.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Vorkonfektionieren von Kabeln zur Verwendung in einem Elektroinstallationssystem, umfassend folgende Schritte:
a) Bereitstellen eines Kabelvorrats; b) Bereitstellen von Information für das vorzukonfektionierende Kabel; c) Ablängen des Kabels; d) Abisolieren der Kabel-Adern; e) - optional - Bestücken eines oder beider Kabelenden mit einem Steckverbinder; und f) Anbringen eines Barcodes an dem Kabel.
Der Schritt f) wird vorzugsweise direkt in Verbindung mit dem Schritt c), also dem Ablängen des Kabels durchgeführt. Hierdurch wird erreicht, daß die weiteren Arbeitsschritte unter Zuhilfenahme von Barcode-Lesegeräten einfach überwacht werden können. Kommt es z.B. zu einem Stau, so muß gewährleistet sein, daß stets der richtige
Kabeltyp für ein bestimmtes vorkonfektioniertes Kabel verwendet wird. Außerdem müssen die Art der Steckverbinder und die Art des Anschlusses an die Steckverbinder stimmen. Durch den aufgedruckten Barcode ist in jedem Stadium der Vorkonfektionierung eine eindeutige Zuordnung möglich.
Die Erfindung betrifft zwar hauptsächlich Elektroinstallationen für Gebäude, ist jedoch auch bei anderen Installationen möglich.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
die einzige Figur zeigt schematisch eine Anlage und ein Verfahren zum Vorkonfektionieren von Kabeln und das vorkonfektionierte Kabel mit einer vergrößerten Darstellung des darauf angebrachten Barcodes.
Vor der Ausführung einer Elektroinstallation in einem Gebäude wird anhand des Gebäudeplans ein Installationsplan erstellt. Die einschlägigen Daten werden von einem Rechner 10 verarbeitet und in einem Speicher
6 abgespeichert.
Zur Vorkonfektionierung wird von einem unterschiedliche Kabel auf Rollen enthaltenden Kabelvorrat 4 ein Kabel zu einer Schaltstation geleitet, wo das Ablängen anhand der vom Rechner 10 kommenden
Längeninformation erfolgt. Dies ist in der Figur durch einen Verfahrensschritt SI angedeutet.
Während des Ablängens oder direkt nach dem Ablängen erfolgt in einem Schritt S2 das Aufdrucken eines Barcodes mit Hilfe eines
Tintenstrahldruckers 2. Der Druckvorgang durch den Tintenstahldrucker 2 wird ebenfalls durch Daten und Befehle von dem Rechner 10 gesteuert.
Anschließend erfolgt in einem Schritt S3 das Abisolieren der
Kabelenden, die dann bereit sind für den nächsten Verfahrensschritt S4, dem Bestücken der Kabelenden mit Steckverbindern, die aus einem Steckverbinderlager 8 der Vorkonfektionierungslinie zugeführt werden.
Bevor die Steckverbinder an den Kabelenden angebracht werden, kann noch einmal überprüft werden, ob sich das richtige Kabel in der Bestückungsstation befindet. Hierzu kann der bereits auf den Mantel des Kabels aufgedruckte Barcode von einem Barcode-Lesegerät erfaßt
werden, so daß die gelesene Information dem Rechner 10 zugeführt wird, der die Information auf Richtigkeit prüft.
In einem Schritt S5 schließlich erfolgt die Funktionsprüfung des vorkonfektionierten Kabels. Der Kabelabschnitt läuft also entsprechend dem Pfeil PA in die Vorkonfektionierungslime ein, und das mit Steckverbindern bestückte Kabel verläßt die Vorkonfektionierungslime entsprechend dem Pfeil PE.
Das unten in der Figur dargestellte vorkonfektionierte Kabel 1 trägt an seinen beiden Enden Steckverbinder 3 und 5, die an vorbestimmten Positionen die abisolierten Aderenden aufnehmen. Aufgedruckt auf den Mantel 9 des Kabels 1 ist ein Barcode 7, der unten in der Figur vergrößert dargestellt ist. Der Barcode 7 enthält die eingangs genannte Information zusätzlich zu einer Klarschrift-Kennzeichnung 11 auf dem
Kabelmantel 9. Diese Klarschrift-Kennzeichnung 11 wird vorzugsweise ebenfalls von dem Tintenstrahldrucker 2 auf den Kabelmantel aufgedruckt.
Die in dem Barcode 7 enthaltene Information beinhaltet folgende
Einzelmerkmale in beliebiger Kombination:
a) eine Codierung einer Klarschrift/Kennzeichnung (11) und/oder b) Abgangspunkt/Zielpunkt des Kabels in der Elektroinstallation; und/oder c) Trassenverlauf des Kabels; und/oder d) Länge des Kabels; und/oder e) Typ des Kabels; und/oder f) Aderpositionen am Steckverbinder (3; 5).