Zusatzmittel zur Kompensation des Schwindens von Mörtel oder Beton
Die Erfindung bezieht sich auf ein Zusatzmittel zur Kompensation des Schwindens von Bindemittelsystemen, welche insbesondere auf der Basis von Zementen (Beton, Mörtel) , Gips und/oder MgO sowie deren Gemische aufgebaut sind.
Für die Kompensation des Schwindens von Mörtel oder Beton sind eine Reihe von Substanzen bekannt. Als einfache handelsübliche Schwindkompensationsmittel sind in erster Linie Ethoxypropanol oder Neopentylglykol sowie deren Derivate im Einsatz. Ethoxypropanol hat jedoch einen relativ tiefen Flammpunkt (40°C) und muß daher einer Gefahrenklasse zugeordnet werden. Die Handhabung derartiger Substanzen, welche einer Gefahrenklasse zugeordnet werden müssen, erfordert daher entsprechende Sicher- heitsvorkehrungen. Das ebenfalls häufig verwendete Neopentylglykol ist ein Feststoff und muß für den Einsatz immer erst entsprechend in Lösung gebracht werden.
Aus der EP-Bl 573 036 ist die Verwendung von Polypropylenglykol als Schwindmaß-reduzierender Zusatz in Dispersionspulver-Zusammensetzungen für Baustoffe bekannt. Bei diesem Zusatz wird ein Basispolymerisat mit Polyvinylalkohol und Alkali- oder Erd- alkalisalzen von Phenolsulfonsäure-Formaldehyd-Kondensationspro- dukten, sowie ein Antiblockmittel gemeinsam mit .2 bis 8 Gew.%, bezogen auf das Basispolymerisat an Polypropylenglykol eingesetzt. Derartige Dispersionspulver werden durch Sprühtrocknung wässriger Poly erdisμersionen hergestellt, wodurch die gewünsch- te Stabilität erzielt wird. Die Verarbeitung von Dispersionspulvern erfordert in der Folge ein hohes Maß an Homogenisierung und einen entsprechenden Aufwand beim Einsatz .
Aus der US-PS 5 556 460 sind niedermolekulare Oxyalkylenver- bindungen in Verbindung mit hochmolekularen Polymeren vorgeschlagen worden, wobei die Wirkung derartiger Zusätze der spezifischen Kombination aus niedermolekularen Oxyalkylenverbin-
BESTATIGUNGSKOPIE
düngen und hochmolekularen Polymeren zugeschrieben wird. Unter den niedermolekularen Oxyalkylenverbindungen sind auch Oxyalkylenaddukte und im einzelnen Alkylen oder Oxyalkylen- glykole genannt. Insgesamt wird aber auch in dieser US-PS 5 556 460 ein aufgrund der hohen Molekulargewichte nicht mehr flüssiger Zusatz vorgeschlagen, welcher eine entsprechende Homogenisierungsleistung bei der Verarbeitung voraussetzt.
In der GB-PS 1 363 530 wird Monobutyletherdiethylenglykol als Lösemittel für Alkylarylsulfonate und Polyoxyalkylenglykole mit einem Molekulargewicht von größer als 400 vorgeschlagen. Hier handelt es sich um eine Lösung von Feststoffen und/oder Pesten, deren Herstellung allerdings relativ aufwendig ist.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, eine einfache billige flüssige Form eines Zusatzmittels zu schaffen, welche unmittelbar das gewünschte Ausmaß der Reduktion des Schwindens von Mörtel oder Beton ergibt. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht das erfindungsgemäße flüssige Zusatzmittel im wesentlichen darin, daß Diethylenglykolmonoalkylether mit C3 bis C5 Alkyl in flüssiger Phase verwendet wird. Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß Diethylenglykolmonoalkylether allein und ohne weitere Zusätze den optimalen Effekt der Reduktion des Schwindens von Mörtel oder Beton ergeben, sofern der Alkylrest 3 bis 5 Kohlenstoff- ato e enthält. In besonders bevorzugter Weise wird als Zusatz¬ mittel Diethylenglykolmonobutylether eingesetzt.
Mit Vorteil wird das flüssige Zusatzmittel in Mengen von 0,5 bis 2 Gew.%, bezogen auf Zement, eingesetzt, wodurch sich über- raschenderweise eine einfache, billige und sichere Kompensation des Schwindmaßes ergibt.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Vergleichsversuchen näher erläutert.
Es wurden Längenänderungen in Funktion der Zeit an Prismen von 4*4*16 cm gemessen. Die Messungen erfolgten bei 20±2° C und 70±5 % relative Feuchte. Es wurde jeweils der Mittelwert, gemessen an 2 Prismen, dokumentiert.
Resultate (Schwinden in &>, mm/m)
Aus den Vergleichsversuchen ergibt sich, daß Diethylenglykol- monobutylether bei einer üblichen Dosierung die besten Ergebnisse ergibt, wobei die Rohstoffe an folgenden Mörtelsystemen erprobt wurden: 1350 g Nor ensand DIN EN 196-1
450 g CEM I 42,5 Siggenthal (Zement)
225 g Wasser
9 g Schwindkompensator
Die Vergleichsversuche wurden mit einer Dosierung von 2 Gew.% Schwindkompensator, bezogen auf Zement, vorgenommen. Bei einer Reduktion des Schwindkompensators auf nur 1 Gew.% konnten mit Diethylenglykolmonoalkylether gleichfalls hervorragende Werte gefunden werden wie aus nachfolgender Tabelle ersichtlich ist.
Weitere Vergleichsversuche mit anderen Zementen haben vergleichbare Werte ergeben . Mit dem Zusatz von Mitteln zur Schwindkompensation wurde aber auch ein Druckfestigkeitsverlust beobachtet und ein entsprechend guter Kompromiß mi t einer Verbesserung des Schwindverhai tens um etwa 30 % bei einem Druckfestigkeitsverluste von etwa 15 % bei Zusatz von 1 Gew . %
Diethylenglykolmonobutylether bezogen of das Zementgewicht gefunden. Representative Werte sind in den nachfolgenden Tabellen angeführt, für welche 300 kg/m3 NORM04 Siggenthal (MSZ - 289) als Zement mit einem W/Z Faktor 0,5 und Zuschlägen von TFB Wildegg (Sieblinie HCBHEU 0/32) eingesetzt wurden.
Die Versuche 0 wurden ohne Schwindkompensation, die Versuche 1-3 mit 3kg/m3 (1 Gew.%) und Versuch 4 mit 6 kg/m3 (2 Gew.%) Schwindkompensation durchgeführt .
Druckfestigkeiten
DKF = Druckfestigkeit in N/mm2
Schwindverhalten