Form eines Druckelementes beim Offset-Druckverfahren
Die Erfindung bezieht sich auf eine Form eines Druckelementes einer Vielzahl von rundum durch Stege voneinander getrennten Druckelementen an einer Druckeinheit beim Offset-Druckverfahren wie insbesondere dem rotativen Offsetdruck, wobei das jeweilige Druckelement eine geometrische, vieleckige Form aufweist.
Seit Beginn der Reprctechnik für das Offsetdruckverfahren bestand der Wunsch, anstelle der fotomechanischen Raster die alte, rasterlose Lithographie zu imitieren oder zumindest so nahe wie möglich an diese heranzukommen. Mit der Entwicklung der Fotolithographie wurde es immer deutlicher, dass mit den technisch konventionellen Rastern zwar eine relativ hohe Druckqualität erreicht werden kann, nicht aber die Nachahmung der alten Litho-Drucke. Die fotomechanischen Raster wie z. B. der Gra- dar- oder der Magenta-Raster eignen sich sehr gut für die neu entwickelte Fotolithographie und auch für die Reprotechnik. Diesen Rasterarten haften aber immer gewisse technischen Mängel wie Rasterabrisse, Moirebildung, Sekundär- Moirebildung und Rosetten-Bildung an. Nach wie vor besteht der Wunsch, die Originallithographie, also den Steindruck, rasterlos mit nur der Körnung der Steinoberfläche als Druckelement für den Offsetdruck zu ermöglichen.
Es besteht folglich zunächst ganz allgemein die Aufgabe, rasterlose Lithos herzustellen. Zunächst war die Idee, das Farbkorn eines Dias als Basis zu verwenden und mittels Farbauszug diese Körnung zu selektionieren und als Druckelement einzusetzen. Der Versuch scheitert an den unzulänglichen fototechnischen Materialien. Ein Teilerfolg konnte mit Computerprogrammen und PostSript-Seitenbeschreibungs Programmen erzielt werden. Da diese Rasterprogramme aber einem gesteuerten Zufallsgenerator unterliegen, besteht das Problem, dass je feiner die Auflösung der gewählten Einheiten ist, desto schwieriger die Berechnung der jeweiligen Gradationskurve ist. Wegen dieser Problematik ist diese Rasterart - wie der Cristall-, der Diamond-Screen-
oder der Harlequin-HD-Screen-Raster - für die Zeitungsrotationsdruckmaschinen nicht geeignet.
Es war zu der konventionellen Rastertechnik für den Offsetdruck zurückzukehren. Beim rotativen Offsetdruck wird eine Druckplatte auf einen Zylinder gespannt. Der Zylinder arbeitet mit einem mit einem Gummituch bezogenen weiteren Zylinder zusammen und dieser wiederum mit einem Gegendruckzylinder, über den das zu bedruckende Papier geführt ist. Die druckenden Stellen der Druckplatte sind so präpariert, dass sie Wasser abstoßen und die fettige Druckfarbe annehmen. Die nicht druckenden Stellen sind wasserfreundlich präpariert und stoßen die fettige Farbe ab. Beim Drucken wird zuerst die ganze Druckplatte angefeuchtet, wobei nur die nicht- druckenden, wasserfreundlichen Stellen das Wasser annehmen. Die damit teilweise feuchte Druckplatte läuft dann an Farbwalzen vorbei, welche die fetthaltige Farbe auf die nicht feuchten Stellen der Druckplatte übertragen. Das Druckbild wird dann auf den Gummituchzylinder und von dem auf das zu bedruckende Papier übertragen.
Die zu färbenden Stellen eines Druckbildes sind in Druckelemente aufgeteilt, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Jedes Druckelement ist von den benachbarten durch Stege getrennt. Die Stege werden nicht gefärbt. Je größer die Gesamtfläche der Stege in einem Bildpunkt ist, desto heller erscheint der Bildpunkt. Der Anteil der gefärbten Fläche an der Gesamtfläche eines Bildpunktes definiert einen Grauwert, den Halbtonwert des Bildpunktes, und wird normalerweise in Prozenten angegeben.
Mittels eines Rasters mit einer Vielzahl von darauf verteilten Druckelementen können durch Variieren der Druckelementgröße unterschiedliche Halbtonwerte simuliert werden. Es ist bekannt, die Druckelemente als Quadrate, als kreisrunde Flächen, als elliptische oder sonst wie geometrische Flächen zu bilden. Die Konturenschärfe der Bilder konnte bei der technisch möglichen Feinheit bei den bekannten Druckelementformen nicht voll befriedigen. Dies liegt daran, dass schon bei mittleren Druckelementgrößen, also bei mittlerem Halbtonwert des betreffenden Bildbereichs, ein Punkteschluss auftritt, so dass die Konturenschärfe sowie die Schattierungsverläufe des Druckbildes unbefriedigend sind. Bei der zu findenden Druckelementform muss der Punkteschluss soweit wie möglich nach „hinten" zur Tiefe hin gelegt, und es muss die neue Druckelementform über Gradationskurven perfekt gesteuert werden können.
Eine Lösung dieses Problems ist durch die Druckelementform nach der EP-A-0 825 490 bekannt. In jeder Zelle der schachbrettartig angeordneten imaginären Rasterzellen ist je ein Druckelement angeordnet, dass bei über die Rasterzellen gleichbleibendem beliebigem Tonwert für alle Punkte der Begrenzungslinien eines Druckelementes der jeweils kürzeste Abstand zum benachbarten Druckelement zumindest annähernd gleich groß ist. Dabei soll das Druckelement eine im wesentlichen rhomboide Fläche aufweisen, deren Begrenzungslinien derart bogenförmig verlaufen, dass sie zwei einander diagonal gegenüberliegende spitze Ecken und zwei einander diagonal gegenüberliegende runde oder stumpfe Ecken ausbilden.
Diese Druckelementform und deren Anordnung im Raster hat den Vorteil, dass rein theoretisch ein Punkteschluss erst bei einem Halbtonwert von 100 % stattfindet. Bei dieser Druckelementform ist nicht zu vermeiden, dass gerade, aber schräg verlaufende Linien nicht als solche abgebildet werden, sondern als leichte Zickzacklinien.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine neue Druckelementform zu entwickeln, mit der noch schärfere Reproduktionen und noch feinere, weichere Verläufe in den Schattierungen möglich sind, insbesondere auch schräge gerade Linien und Kanten scharf wiedergegeben werden.
Ausgehend von den Erfahrungen mit dem Druckelement nach der EP-A-0 825 490 ist als Lösung der gestellten Aufgabe vorgesehen, dass das jeweilige Druckelement allein von geraden Linien begrenzt ist. Dabei ist es besonders zweckmäßig, wenn das Druckelement nicht nur von drei, sondern besser von sechs geraden Schenkein begrenzt ist, weil sich dann nämlich eine Bienenwabenfiguration ergibt. Wegen seiner geometrischen Form ist dieses Druckelement für allerhöchste Ansprüche im S/W-Druck einsetzbar. Diese Figuration eines Druckelementes hat den besonderen Vorteil, dass in einer gesamten Rasterfiguration, die also aus mehreren nebeneinander angeordneten Druckelementen dieser Art zusammengesetzt ist, sowohl in einer horizontalen oder senkrechten Linie wie auch insbesondere in einer diagonalen Linie beliebiger Ausrichtung eine möglichst verzahnungsfreie Linie, wie auch Gerade entsteht. Es existieren keine Unterbrüche oder Verschiebungen mehr in den Linien, die bisher die Bildqualität negativ beeinflusst haben. Damit werden also in der Reproduktion in allen Ebenen des Druckbildes scharfe Konturen gezeichnet. Die bisher für das Auge noch erkennbaren Zick-Zack-Linien der zusammengesetzten Druckelemente der bekannten Art bei z. B. einer diagonalen Geraden ist mit dem
erfindungsgemäßen Druckelement exakt gerade oder eine Rundung ist runder oder eine Zeichnung ist weicher in den Übergängen. Dabei sind Frequenzen im Linienbereich von 92 bis 304 Ipi möglich.
Damit das Druckbild unterschiedliche Helligkeitsstufen, einen sich ändernden Tonwert aufweisen können, müssen die Druckelemente von dem benachbarten durch eine Fläche getrennt sein, die nicht angefärbt ist. Diese (weiße) Flächen sind bei der Anordnung nach dieser Anmeldung stets stegförmig, und zwar derart, dass die nebeneinander angeordneten Druckelemente des Rasters - ohne eine schachbrettartige Anordnung - einander so zugeordnet sind, dass bei jedem und auch bei sich änderndem Tonwert die Abstände der beiden benachbarten geraden Schenkel zum nächsten Druckelement über die Länge des geraden Schenkels konstant sind. Diese Anordnung ist die Voraussetzung für einen Punkteschluss der jeweils benachbarten Druckelemente erst bei einem Halbtonwert von etwa 100 %. Die Folge dieser Anordnung sind weiche Helligkeitsunterschiede, sind optimale Konturenschärfen bei Bildern,
Dieses Druckelement ist besonders für die schwarzweiß Reproduktion im Zeitungs-, Rollen- oder Bogenoffsetdruck vorteilhaft anzuwenden.
Die Form des erfindungsgemäßen Druckelementes ist in der Zeichnung beispielhaft dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 In schematischer Darstellung einen Schnitt durch die Walzen eines bekannten Offsetdruckwerks,
Fig. 2 in starker Vergrößerung in der Draufsicht ein einzelnes Waben-Druckelement,
Fig. 3 in etwas verkleinerter Vergrößerung eine Anzahl von nebeneinander angeordneten Druckelementen mit gleichem Tonwert und
Fig. 4 ein Beispiel für das Druckelement gemäß Fig. 3, jedoch eine für das PostScript-Verfahren verzerrten Wabenfiguration.
Das Offsetdruckwerk nach Fig. 1 arbeitet mit einem Plattenzylinder 1 , auf den eine Druckplatte 2 aufgespannt ist. Der Plattenzylinder 1 arbeitet einerseits mit einem Gummituchzylinder 3 und dieser weiterhin mit einem mit dem zu bedruckenden
Druckträger, wie Papier 4, bespannten Gegendruckzylinder 5 und andererseits mit einem Farbwerk 6 und einem Feuchtwerk 7 zusammen. Die Übertragung der Druckfarbe 60 auf die Druckplatte 2 durch das Farbwerk 6 erfolgt über eine Anzahl von Druckrollen 8. Die Übertragung des Wassers 70 durch das Feuchtwerk 7 erfolgt über eine Anzahl weiterer Übertragungswalzen 9. Alle Walzen bzw. Zylinder arbeiten gegenläufig zueinander, wie teilweise durch die Pfeile angegeben.
Durch das Feuchtwerk 7 wird Wasser 70 an nichtdruckende Stellen 10 der Druckplatte 2 übertragen, während die druckenden Stellen 1 1 der Druckplatte 2 von Wasser befreit bleiben. Die feuchten Stellen 10 stoßen die Druckfarbe 60 an den Auflagestellen 12 der aufliegenden Druckwalzen 8 ab, während die druckenden Stellen 1 1 die Druckfarbe 60 annehmen. Die Druckfarbe 60 wird dann von der Druckplatte 2 auf den Gummituchzylinder 3 übertragen und bildet dort Farbstellen 1 1 ', die schließlich auf den Druckträger 4 gedruckt werden.
Die druckenden Stellen 1 1 bzw. die Farbstellen 1 1 ' sind Druckelemente gemäß Fig. 2 und 3. Diese sind in der Praxis sehr klein und mit dem bloßen Auge nicht voneinander zu trennen. Die Fig . 2 zeigt in starker Vergrößerung ein solches Druckelement in der erfindungsgemäßen Waben-Figuration. Die Wabe hat sechs Schenkel 15, 16, 17, die im Ausführungsbeispiel alle gleich lang sind. In der Praxis, beim PostSript-Verfahren können sich die Schenkel 16 und 17 in der Länge von den Schenkeln 15 leicht unterscheiden, so dass sich - wie in Fig. 4 mit einer Verkürzung der vier schrägen Schenkellängen dargestellt - eine Verzerrung der exakten Wabenform ergibt, der Faktor ist aber maximal 0,866 oder genauer 3 : 2. Die Verzerrung kann auch ins Positive, also in die Verlängerung der schrägen Seitenschenkel, gehen, aber auch hier nur bis zum Kehrwert, also 2 : /3.
Gemäß Fig. 3 oder 4 sind die wabenförmigen Druckelemente unmittelbar derart nebeneinander angeordnet, dass die Abstände der jeweils beiden Schenkel 15, 16 oder 17 von den entsprechenden Schenkeln der jeweils benachbarten Druckelemente immer konstant sind. Die nicht druckenden Stege 18 sind stets gleich breit. Dies ist die Voraussetzung für die Vermeidung eines Punkteschlusses bereits bei Tonwerten, die unter 100 % liegen. Bei dem wabenförmigen Druckelement, das unabhängig von einer schachbrettartigen Anordnung über die Fläche eines Druckpunktes angeordnet ist, ergibt sich nie ein Punkteschluss, es sei denn, der spezielle Druckpunkt soll exakt
schwarz sein. Aufgrund dieser Geometrie des Druckelementes werden alle Geraden gleichgültig in welcher Richtung auch immer auch gerade abgebildet, ein zick-zack- förmiger Strich ist nicht mehr erkennbar.
Zur Ergänzung ist noch auf die Fig. 5 zu verweisen, wo unverändert die wabenförmigen Druckelemente gezeichnet sind, jedoch über die Fläche der Figur 5 oder des Druckpunktes die jeweiligen Abstände zwischen den Druckelementen, also die Stege 18 sich in der Breite verändern. Damit ändert sich auch der Tonwert. Der Druckpunkt wird zur unteren Kante des Bildes heller. Die Verbreiterung der Stege kann - wie oben zu sehen - kontinuierlich oder in größeren Prozentesprüngen - wie unten zu sehen - erfolgen. Der Prozentsprung im unteren Teil des Druckpunktes ist nur größer, so dass er in dieser Auflösung stärker sichtbar ist.