Selbstansaugende Brandmeldeeinrichtung
Die Erfindung betrifft eine selbstansaugende Brandmeldeeinrichtung zur Überwachung von technischen Anlagen, Gebäuden und Lagerbereichen auf Entstehung von Bränden gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Unter selbstansaugenden Brandmeldeeinrichtungen sollen Brandmeldesysteme verstanden werden, welche über ein oder mehrere Ansaugrohre verfügen deren Ansaugöffnungen Luftproben aus den zu überwachenden Anlagen- oder Raumbereich entnehmen und den Branderkennungsdetektoren zur Messung verschiedener Brandkenngrößen zuführen.
Als Ansaugmittel zur Erzeugung eines kontinuierlichen Luftstroms aus dem Überwachungsbereich werden oft Lüfter oder Ventilatoren eingesetzt, verschiedentlich kommen aber auch Kolben- oder Membranpumpen zum Einsatz.
Selbstansaugende Systeme kommen dann vorteilhaft zum Einsatz, wenn sich bei einem Schwelbrand nur geringe Thermik entwickelt und Rauchpartikel nur sehr langsam den Detektionsbereich der oft in größerer Entfernung angebrachten Branddetektoren erreichen.
Das ist besonders in größeren Räumen und Lagerbereichen der Fall. In klimatisierten und zwangsbelüfteten Räumen wo z.T. wechselnde Luftströmungen und starke Verdünnungseffekte auftraten, lassen sich selbstansaugende Systeme höherer Empfindlichkeit sehr vorteilhaft für die Frühdetektion einsetzen.
Bei herkömmlichen Systemen, ohne Selbstansaugung, würde eine Alarmmeldung zu einem recht späten Zeitpunkt ausgelöst und die anschließenden Brandbekämpfungsmaßπahmen verzögert,
was in Folge zu erheblich höheren Sach- und Personenschäden führen kann, als das bei einer frühzeitigeren Alarmauslösung der Fall wäre.
Bei klimatisierten und zwangsbelüfteten Anlagen wo sich durch sich ändernde Luftströmungsverhältnisse die thermische Konvektion in der Entstehungsphase eines Brandes kaum entwickeln kann, ist mit Systemen ohne Ansaugung eine Früherkennung kaum zu realisieren.
Ein weiterer Vorteil von selbstansaugenden Systemen besteht darin, dass sich die Ansaugöffnungen innerhalb bestimmter gefährdeter Anlagenbereiche, wie dem Gehäuse eines elektrischen Schaltschrankes oder einer EDV-Anlage befinden können, so das die Luftproben unmittelbar aus dem Gefährdungsbereich spezieller
Anlagenobjekte entnommen werden und zusammen erfaßt werden können.
Entstehungsbrände in Anlagenbereichen lassen sich dadurch frühzeitig detektieren und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen.
In Abhängigkeit von Wertkonzentration, Brandrisiko und Gesamt-
Brandschutzkonzept kommen bei besonderer wirtschaftlicher Bedeutung einer
Brandfrüherkennung, für selbstansaugende Systeme in der Regel nur hochsensible Detektoren zum
Einsatz.
Optische Streulichtmeßsysteme als hochsensible Detektoren, haben sich dabei als gut geeignet erwiesen, Rauchpartikel Produkte der thermischen Zersetzung,
Ruß- oder Schwebeteilchen) auch in geringsten Mengen nachweisen zu können.
Solche bekannten Systeme sind in zahlreichen Varianten verfügbar und verwenden meist eine LED oder eine Laserdiode als Streulichtquelle. Die von der Lichtquelle emittierten Lichtstrahlen durchlaufen dabei eine Meßstrecke durch ein Probenvolumen und werden an vorhandenen Rauchpartikeln gestreut.
Das inhomogen verteilte Streulicht wird dann von einem oder mehreren
Empfangselementen (photoelektrische Detektoren) in eine meßbare elektrische
Signale umgewandelt.
Dabei ist Intensität des Streuwinkels des gestreuten Lichts u. a. abhängig von der
Lichtwellenlänge.Größe und Form, sowie den optischen Eigenschaften der im
Probenvolumen vorhandenen Rauchpartikel.
Aus der Analyse der Signalen der in verschiedenen Streuwinkeln angeordneten
Empfangselementen lassen sich Rückschlüsse auf die Anzahl und der im
Luftprobenvolumen vorhandenen Partikel ziehen.
Neuere Entwicklungen zur Detektion auch kleinster Mengen von Rauchaerosolen in einem angesaugten Probevolumen setzen zunehmend auf hochempfindliche und genauere lasergestützte Meßsysteme.
Hochenergetische Laserstrahiung hat den Vorteil beim Auftreffen auf
Rauchpartikel höhere und damit besser detektierbare Streulichtintensitäten zu liefern.
Durch die spektrale Schmalbandigkeit des Lasers ist die Eindeutigkeit resultierender
Meßwerte in Bezug auf die zugrundeliegende Streulichttheorie gegeben.
Dabei wird ein oft erheblicher konstruktive Aufwand zur optimalen Kopplung des
Laser-Meßsystems mit der Luftprobenkammer und der Gaszuführung betrieben.
Nachteilig bei hochempfindlichen Systemen ist die Gefahr von Fehlalarmen durch das unerwartete Auftreten nichtrelevante Brandkenngrößen
(z. B. Zigarettenrauch) oder die Einwirkung von Stör- oder Täuschungsgrößen wie Feinststaub oder
Wasserdampf auf die Detektoren.
Grundsätzlich ist es für die Detektorsysteme oft schwierig bestimmte Störgrößen oder zur Branderkennung nichtrelevante Partikel im Meßvolumen von zu detektierenden Rauchpartikeln zu unterscheiden.
Daher werden in der Brandschutztechnik zahlreiche
Anstrengungen unternommen, Brandkenngrößen von Stör- oder Täuschungsgrößen zu unterscheiden, um Fehlalarme möglichst auszuschließen.
Optische Streulichtmeßsysteme können ohne zusätzliche Maßnahmen besonders dort vorteilhaft eingesetzt werden, wo nur in geringem Umfang mit Stör- oder
Täuschungsgrößen zu rechnen ist.
Das sind insbesondere klimatisierte- und Reinraumbereiche, EDV-Anlagen,
Produktionseinrichtungen der Halbleiter- und Biotechnologie sowie
Telefon- und Kommunikationseinrichtungen.
Aus dem Gesagten wird deutlich, dass die Forderung nach immer empfindlicheren
Detektorsystemen zur Früherkennung von Bränden im Widerspruch zu den dann wachsenden Einfluß von Stör- und Täuschungsgrößen steht.
In der DE19605637 C1 wird ein Verfahren zur Luftstromüberwachung und eine
Vorrichtung zum Erkennen von Bränden nach dem Prinzip der
Luftprobenansaugung beschrieben.
Über zwei Ansaugrohrsysteme werden repräsentative Teilmengen aus der Raumiuft oder Kühlluft eines zu überwachenden gefährdeten Bereichs entnommen und einem Detektor zum Erkennen einer Brandkenngröße zugeführt.
Als wichtige Voraussetzung zur Früherkennung von Bränden wird die Erkennung von unerwünschten Störungen im Ansaugsystem, beispielsweise durch Verstopfungen der Ansaugöffnungen oder Brüche im Ansaugrohrsystem gewertet.
Dabei spielt die kontinuierliche Zuführung eines definierten Luftvolumens zur
Melderkammer eine wichtige Rolle.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird die Verwendung von jeweils einem Luftsfromsensor für jede der beiden Ansaugleitungen vorgeschlagen, deren Ausgangssignale abgeglichen und zur Überwachung des Luftstroms verwendet werden.
Als weitere Maßnahme zur sicheren Detektion einer Brandkenngröße wird die mögliche Anordnung eines zweiten Detektors in einer zweiten Melderkammer des Brandmelders vorgeschlagen.
Nähere Angaben zu deren Art oder Verwendung werden jedoch nicht gemacht.
Die meisten der bisher bekannt gewordenen Entwicklungen zu selbstansaugendenBrandmeldeeinrichtungen haben es sich zu Ziel gesetzt, eine sichere Früherkennung von Bränden schon in der Entstehungsphase zu erreichen.
Dazu wurden zahlreiche Verbesserungen in den Ansaugsystemen oder in der Empfindlichkeit (Ansprechschwelle) der verwendeten (optischen)
Detektoren vorgeschlagen.
Um eine Verbesserung der Empfindlichkeit von Detektorsystemen zu erreichen, und den Einfluß von Stör- oder Täuschungsgrößen trotzdem gering zu halten wurden verschiedene Vorschläge gemacht.
So ist aus der DE4231088 A1 Feueralarmsystem bekannt, weiches einen nach dem
Streulichtprinziep arbeitenden Rauchdetektor umfaßt, dessen Streulichtempfänger in unterschiedlichen Streuwinkeln positioniert sein können.
Um ein genaueres Bild der im Probevolumen befindlichen Partikel zu erhalten, wird vorgeschlagen, das optischen Streulichtmeßsystem zusätzlich mit einem
Polarisationsfilter auszustatten und den Polarisationsgrad des gestreuten Lichts zu bestimmen.
Aus der eindeutigen Korrelation zwischen Polarisationsgrad und Streuwinkel läßt sich dann auf einen bestimmten Rauchtyp schließen.
Durch experimentelle Versuche mit Testbränden wurden unterschiedliche Muster von
Rauchtypen mit Schwellwerten in Datenbanken gespeichert, die dann mit den
Ergebnissen der Streulicht- und Polarisationsmessung verglichen werden.
Aus dem Vergleich beider Rauchmuster sollen sich dann Hinweise auf den Feuertyp
ergeben.
Auch bei dieser bekannten Brandmeideeinrichtung sind keine Angaben zur sicheren Unterscheidung zwischen immer vorhandenen Stör- und Täuschungsgrößen und den als Brandkenngröße in Erscheinung tretenden Rauchpartikel zu finden.
Aus den bekannten Nachteilen des Standes der Technik leitet sich daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ab, eine Brandmeldeeinrichtung zu schaffen, welche Enstehungsbrände frühzeitig detektiert und trotzdem in der Lage ist, die als Stör- oder Täuschungsgrößen auftretenden, und für die Brandenstehung und den Brandverlauf nicht relevanten
Brandkenngrößen sicher zu unterscheiden.
Weiterhin soll die erfindungsgemäße Brandmeldeeinrichtung in der Lage sein, entsprechend der Brandentwicklung verschiedene Alarmstufen zu generieren, welche die Anwendung abgestufter flexibler Brandbekämpfungsmaßnahmen erlaubt.
Dabei soll eine Minimierung der Fehlalarmhäufigkeit bei gleichzeitiger Erhöhung der
Sensibilität des Systems erzielt werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruchs gelöst.
In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen ein hochempfindliches optisches
Streulichtmeßsystem durch zusätzliche Anordnung von einem oder mehreren
Gassensoren oder einem Gassensorarray zu ergänzen, und die Meßgrößen der einzelnen Detektoren zu einer logischen
Alarmstufengenerierung zu verknüpfen.
Dabei sind sowohl das optische Streulichtmeßsystem, wie auch die Gassensoren
signaltechnisch mit einem Mikrocontroller-System und/oder einer Brandmeldezentrale verbunden.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betrieb dieser Brandmeldeeinrichtung welches durch die Bildung eines Summensignals aus den in verschiedenen Streuwinkeln des optischen Streulichtmeßsystems angeordneten Empfangselementen detektierten Meßgrößen und den von den zusätzlich angeordneten Gassensoren und/oder dem Gassensorarray detektierten Meßgrößen gekennzeichnet ist.
In einer besonders vorteilhaften Ausbildung der Erfindung sind die Empfangselemente des Streulichtmeßsystems in Vorwärts- und Rückwärtsstreurichtung angeordnet und deren Signalverarbeitung derart ausgebildet, dass für die in einem definierten Probenvolumen befindlichen Partikeln charakteristischen Parameter, wie Partikelfarbe, Größe und Konzentration durch die gleichzeitige Erfassung der in Vorwärts- und Rückwärtsstreuwinkelbereichen detektierten Signalen bestimmbar sind.
Die gleichzeitige Erfassung und Verarbeitung der unter den verschiedenen Winkeln gestreuten Lichtstrahlen ist durch das Meßsystem Empfänger-Mikrocontroller-System besonders wichtig.
Nur durch die gleichzeitige Erfassung und Verarbeitung der empfangenen
Streulichtsignale aus den unterschiedlichen Streulichtwinkeln ist eine genaue Beschreibung der Partikelverteilung im Probenvolumen zu einem bestimmten Zeitpunkt möglich, da es sich bei dem Probenvolumen um keine statische Größe handelt , sondern sich dessen Parameter in Abhängigkeit von der
Strömungsgeschwindigkeit der Ansaugeinrichtung ständig verändern.
In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung können auch Branddetektoren verschiedener Bauart, wie Temperaturmelder oder lonisationsrauchmelder in der erfindungsgemäßen selbstansaugenden
Brandmeldeeinrichtung angeordnet und mit dem Mikrocontroller-System und/oder der Brandmeldezentrale signaltechnisch verbunden werden. Dabei ist neben der bevorzugten Anordnung dieser Detektoren sowie auch der Gassensoren direkt im Ansaugstrom der Ansaugeinrichtung auch deren Anordnung in einem Bypass zum Ansaugrohr möglich.
Erfindungsgemäß werden auch die von den letztgenannten Branddetektoren im Probenvolumen ermittelten Meßgrößen in die Signaiverarbeitung der Brandmeldeeinrichtung einbezσgen und anhand der in einer Datenbank gespeicherten Werte durch Bewertungsalgorithmen entsprechend gewichtet.
Die erfindungsgemäße Anordnung eines hochempfindlichen optischen
Streulichtmeßsystems zur Detektion von Rauchpartikeln eines Brandes in Kombination mit
Gassensoren und/oder eines Gassensorarrays in einer Brandmeldeeinrichtung zur
Detektion von Brandgasen oder/und brandlastspezifischen Gasen weist gegenüber dem bekannten Stand der Technik zahlreiche Vorteile auf.
In einer fortgeschrittenen Brandphase bei zunehmender Temperatur erhöhte
Emissionen von Produkten der vollständigen Verbrennung, wie CO2 und H2O, sowie
Rußpartikel und Rauchaerosole auf Die Rauchpartikel unterschiedlicher Größe und
Verteilung lassen sich mit dem hochempfindlichen Streulichtmeßsystem sehr genau nachweisen.
Demgegenüber ermöglicht die Gassensorik nicht nur die zusätzliche frühzeitige
Detektion einer Brandentstehungskenngröße sondern auch die Überprüfung und Wichtung der Meßergebnisse des
Streulichtsystems durch die Meßgrößen der Gassensoren oder des
Gassensorarrays.
Die zusätzlich angeordneten Gassensoren sind, wie allgemein bekannt, besonders gut geeignet die schon,
zu Beginn eines Brandes entstehenden Brandgase, wie z.B. CO H2, CH4sowie längerkettige gesättigte und ungesättigte Kohlenwasserstoffe und Schwefelverbindungen zuverlässig zu detektieren. Durch die Verknüpfung und logische Verarbeitung der jeweiligen Brandkenngrößen ist eine sichere Alarmierung früher als bei den bisher bekannten selbstansaugenden Systemen möglich. Eine Alarmierung erfolgt jedoch nur dann und in verschiedenen voreinstellbaren Stufen, wenn die Signalauswertung des optischen Streulichtmeßsystems bestimmte Schwellwerte erreicht oder übersteigt und gleichzeitig auch der oder die Gassensoren Brandgase detektieren.
Durch Verwendung mehrerer unterschiedliche Gasarten detektierende Sensoren oder eines Sensorarrays ist eine breitbandige Gasanalyse der angesaugten Luftproben möglich.
Eine weitere Verbesserung der Gasdetektion ist durch die Kenntnis der Art der aus dem Überwachungsbereich zu erwartenden Brand- oder Schwelgase möglich.
So sind die häufigste Ursache für Entstehungsbrände in Kabelschächten oder anderen Hohl- und Zwischenräumen von Geräten und Anlagen, die darin verlaufenden elektrischen Kabel, Anschlüsse und Verbindungen.
Die meist engbegrenzten Überhitzungen können zu Schwelbränden führen, bei denen materialspezifische, gasförmige Produkte (Pyrolysegase) wie HCL in unterschiedlichen Konzentrationen freigesetzt werden.
Die zur Verwendung in der Brandmeldeeinrichtung vorzusehenden Gassensoren können dann in Abhängigkeit von den nachzuweisenden Gasen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Meßzellen (Gassensoren) ausgewählt werden und erlauben den meßtechnischen Nachweis schon von sehr geringen Gaskonzentrationen im ppb-
Bereich.
Wie auch bei der Rauchpartikeldetektion durch das optische Streulichtmeßsystem, werden in der Gassensorik entsprechende Brandmuster ermittelt (Testbrände) und elektronisch gespeichert.
Die derart erhaltenen Datenbanken werden beispielsweise in den Speicherbereich des Mikrocontroler-Systems implementiert und stehen den aktuell ermittelten
Meßgrößen als Vergleichsdaten zur Verfügung.
Der Vergleich und die Wichtung der von den verschiedenen Brandmeldern der erfindungsgemäßen Brandmeldeeinrichtung ermittelten Meßgrößen erlaubt daher eine frühzeitige und sichere Branderkennung.
Fehlalarme durch Stör- oder Täuschungsgrößen können weitestgehend ausgeschlossen werden.
Werden die Daten der Branderkennungseinrichtung oder mehrerer solcher
Einrichtungen durch eine zentrale Monitoreinheit, vorzugsweise eine
Brandmeldezentrale verarbeitet, ist es durch zyklische Abfragen der einzelnen
Branddetektoren auch möglich den Brandverlauf zeitlich genauer zu charakterisieren und eine Brandverlaufsanaiyse zu erstellen.
Diese kann dann sehr nützlich zur Einleitung von Gegenmaßnahmen verwendet werden und zur Bestimmung entsprechend des Gefährdungsgrades abgestuften
Vorwarnzeiten dienen.
Es liegt auch in dem Bereich der Erfindung die beschriebene Brandmeldeeinrichtung ohne Selbstansaugung zu betreiben.
So ist es durchaus möglich die erfindungsgemäße Brandmeldeeinrichtung in einen Lüftungsschacht oder Ähnlichen anzuordnen in welchem ein Luftstrom mit einer bestimmten Geschwindigkeit fließt.
Die Probennahme kann dann z. B. durch entsprechend dimensionierte Öffnungen im Gehäuse der Brandmeldeeinrichtung erfolgen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sollen nun Anhand von Zeichnungen und eines
Ausführungsbeispiels erläutert werden.
Es zeigen :
Fig. 1 die erfindungsgemäße Brandmeldeeinrichtung mit einem Ansaugrohr, Fig. 2 einen Flußplan zur Signalverarbeitung des Streulichtmeßsystems und der
zusätzlich angeordneten Detektoren, Fig. 3 ein Blockschaltbild der einzelnen Systemkomponenten der Brandmeldeeinrichtung
Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Brandmeldeeinrichtung 2, welche über das Ansaugrohr 1 mit dem Anlagen- oder Raumbereich, der auf eine mögliche Brandentstehung überwacht werden soll, verbunden ist.
In einer weiteren Ausführungsform können auch mehrere Ansaugrohre mit mehreren Ansaugöffnungen angeordnet sein, oder die Ansaugrohre können als flexible Schläuche, deren Öffnungen Luft auch aus schwer zugänglichen Anlagenbereichen ansaugen, ausgebildet sein.
Die Luftproben werden kontinuierlich mittels Ansauglüfter 3 mit einer einsteilbaren konstanten Strömungsgeschwindigkeit angesaugt und der Meßkammer
(Probenvolumen) der Brandmeldeeinrichtung 2 zugeführt.
Unter Berücksichtigung zulässiger maximaler ransportzeiten, kann das
Ansaugrohrnetz beispielsweise auf Längen von bis zu 200 m ausgelegt sein.
Mit dem Luftstromsensor 10 wird die Strömungsgeschwindigkeit der angesaugten
Luft gemessen und mit dem eingestelltem Sollwert verglichen.
Bei unzulässigen Abweichungen wird eine Störungsmeldung ausgelöst.
Lichtquelle 4, Empfängerelemente 6,8 und die Fokussieroptiken 5,7 werden dabei jeweils durch Plexiglasabschirmungen (nicht eingezeichnet) vom Probenvolumen des angesaugten Rauchgases getrennt.
Für Einsatzbereiche mit höheren Luftgeschwiπdigkeiten, wie bei Abluft- und Klimakanälen, kann auch die sogenannte Bypass-Technik verwendet werden. Dabei werden über ein Rohrsystem ständig Luftproben aus dem zu überwachenden Kanal entnommen und durch die Meßkammer des Streulichtmeßsystems geleitet wo auch die Gassensoren 9 angeordnet sein können.
In dem in Fig. 1 dargestelltem Standard-Meßaufbau ist das hochempfindliche
Rauchpartikel Meßsystem 16 (Fig. 2) im rechten Winkel zum Luftstrom angeordnet und durch die genannten Plexiglasscheiben abgeschirmt.
Es besteht aus einer hochenergetischen schmafbandigen Lichtquelle, vorzugsweise einer Laserdiode 4 mit Kollimationsoptik zur Erzeugung von Streu lichtintensitäten an
Rauchpartikeln im Kolli ationsbrennpunkt, dazu einer gegenüberliegenden
Strahlenfalle, die den Laserstrahl absorbiert, sowie jeweils einer Sammel- und
Fokussieroptik 5,7,welche das gestreute Licht des zugeordneten
Raumwinkelsegments auf die jeweiligen Empfangselemente 6,8 (optische
Detektoren) abbilden.
Das Detektionsvolumen ist für die genaue Analyse so klein wie möglich zu halten und wird im wesentlichen bestimmt durch das Schnittvolumen der Brennpunkte der
Linsensysteme mit dem Durchmesser des Laserstrahls in dessen Kollimations-
Brennpunkt.
Dabei sind die Empfangseiemente 6,8 und die Sammel- und Fokussieroptiken 5,7 derart angeordnet, dass die gestreuten Lichtstrahlen aus den Raumwinkelsegmenten von Vorwärtsrichtung und Rückwärtsrichtung detektiert werden.
Das vorwärts- und rückwärtsgestreute Licht erzeugt dann in den Empfängerelementen ein der empfangenen Streulichtintensität proportionales elektrisches Signal welches in dem angeschlossenem Mikrocontroller-System 13 und/oder einer Brandmeldezentrale 15 verarbeitet und gespeichert wird.
Die nach diesem Meßprinzip gewonnenen Meßwerte stehen im Verhältnis zur
Rauchpartikelkonzentration, aber auch zu Partikeleigenschaften wie Form Farbe und
Größe.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des Branderkennungssystems wird die hochenergetische Lichtquelle (z. B. Laserdiode) mit einer gepulsten Treiberschaltung angesteuert, was die Lebensdauer der Lichtquelle um ein Vielfaches erhöht.
Die modulierten Lichtimpulse sind nur dann von der Steuerelektronik 13 auszulösen, wenn eine erneute Streuiichtmessung erfolgen soll.
Erfindungsgemäß werden ein- oder mehrere Gassensoren 9 oder ein aus mehreren
Gassensoren bestehendes Gassensorarray im Ansaugstrom oder einem Bypass angeordnet und über Signalleitungen mit dem Mikrocontroller-System 13 und/oder der Brandmeidezentrale 15 verbunden.
Dabei können verschiedene Gasmelder oder ein Gassensorarray zum Einsatz kommen und unterschiedliche, eine frühe Brandentstehungsphase kennzeichnende
Brandgase detektieren.
Das sind insbesondere die frühzeitig entstehenden Gase, wie CO, H2, CH4, sowie längerkettige gesättigte und ungesättigte Kohlenwasserstoffe und
Schwefelverbindungen, aber auch brandlastspezifische Gase (z.B. HCL), wie sie bei der thermischen
Zersetzung von PVC entstehen, lassen sich durch die Verwendung spezieller Gassensoren sicher detektieren.
Die logische Verarbeitung und Verknüpfung der Streulichtsignale mit den
Meßgrößen der Gassensorik erlaubt die erfindungsgemäße intelligente
Branderkennung.
Erfindungsgemäß ist es auch möglich zur Signalverarbeitung der Streulicht- und der anderen Detektor Signale und in Abhängigkeit der verwendeten Analysekriterien ein- oder mehrere Mikroprozessoren als dezentrale Recheneinheiten zu verwenden.
In Fig. 2 sind die einzelnen Verfahrensschritte zur Signalverarbeitung der Branderkennungseinrichtung dargestellt.
Gemäß der auf das Streulichtmeßsystem anzuwendenden Mie-Streulicht-Theorie hängen Richtung und Intensität des an einem Partikel gestreuten Lichtes von dessen Form, Farbe, und Größe sowie der Lichtwellenlänge ab.
Sind Lichtwellenlänge, optische Leistung und die Streuwinkel durch entsprechende Anordnung der Empfangselemente
bekannt und werden die gemessenen Streulichtintensität logisch verknüpft, lassen sich Rückschlüsse auf die Eigenschaften und Verteilung (Konzentration) der
Rauchpartikel im Probenvolumen ziehen.
Noch genauere Aussagen erhält man durch die Streulicht-Intensitätsmessung von mehr als zwei Streuwinkeln 17, 18, 19.
Erfindungsgemäß bringt die zeitgleiche Messung und Auswertung des in
Vorwätsrichtung gestreuten Lichtanteils 17 mit dem in Rückwätsrichtung gestreuten
Lichtanteils 18 eine zur Brandbestimmung gut verwertbare Aussage.
In der angegebenen Ausführung haben sich als praktische brauchbare Werte für die
Streuwinkelsegmente für den jeweiligen Meßkanal in Vorwärtsrichtung etwa 20 ° +/-
4° und in Rückwärtsrichtung 160° +/- 4° erwiesen.
Weitere Streulichtdetektoren (Empfangselemente) werden vorzugsweise in den von starken lntesitätsänderungen betroffenen Winkelbereich zwischen 5° und 45° angeordnet.
Danach läßt sich eine oder mehrere Intensitätskennzahlen aus Vektorsummen der winkelabhängigen Streulichtintensitäten ermitteln und eine oder mehrere Partikeleigenschaftskennzahlen aus den logarithmierten
Verhältnissen der winkelabhängigen Streulichtintensitätenbestimmen.
Nach der Erfassung der Werte einzelner Streulichtintensitäten aus den verschiedenen Raumwinkeln 17, 18, 19, werden diese im nächsten Verfahrensschritt
20 zu einem Eigenschaftsvektor normiert (Klassifizierung z. B. nach Größe, Farbe und Brechungsindex). In der Rauchaerosol-Datenbank 21 sind Vergleichsdaten zulässiger ermittelter Raucheigenschaften abgespeichert.
Der aus 20 erhaltene Eigenschaftsvektor und die in 21 abgelegten Vergleichsdaten werden dann zur Rauch-Identitätskennzahl verknüpft 22.
Die Rauch-Streulichtintensität des hochempfindlichen Meßkreises 23 wird dann im
Verfahrensschritt 27 mit den vom Gassensor 24 ermittelten Meßgrößen bewertet.
Zusätzlich können auch die Meßgrößen eines optionalen Rauchsensors (lonisationsrauch elder oder optischer Rauchmelder) 25 und/oder eines optionalen Temperaturmelders 26 in die Bewertung einbezogen werden. Die Bewertung der einzelnen Meßgrößen und der gegenseitigen Abhängigkeit erfolgt mit Hilfe von Algorithmen und Vergleichsanalysen, die auf Daten von Testbränden in einer Datenbank 28 zurückgreifen.
Das weitere Verfahren sieht dann den Vergleich des aus Verfahrensschritt 27 erhaltenen Summensignals mit vorparametrierten Schwellenwerten vor und führt bei entsprechenden Vergleichsergebnissen zur Ansteuerung und Anzeige zugeordneter Alarmstufen 29.
Zusätzlich kann auch die optionale Einzelanzeige oder Einzelansteuerung 30 von
Alarmstufen individueller Kenngrößen im Vergleich mit dem zugeordneten individuellen Schwellenwert vorgesehen werden.
Beispielsweise kann CO-Alarm ausgelöst werden bei Überschreitung einer
Höchstkonzentration unbeachtlich weiterer Meßgrößen.
Auch für das Streu lichtmeßsystem 16 kann eine optionale Einzelanzeige oder
Einzelansteuerung von Alarmstufen vorgesehen werden.
Fig. 3 zeigt das Blockschaltbild der Systemkomponenten der erfindungsgemäßen
Branderkennungseinrichtung.
Die beiden hochempfindlichen Meßkreise 32 und 33 verarbeiten jeweils die von den
Empfangselementen 6,8 gelieferten Streusignale.
Die Laserdiode als Lichtquelle wird von einer Lasertreiberschaltung 34 Impulsförmig angesteuert, wobei die Impulse durch das Mikrocontroller-System 13 geliefert werden.
Vorteilhafterweise wird der Diodenlaser nur zum Meßzeitpunkt betrieben, was zu einer Vervielfachung der Laserlebensdauer führt.
Die Gassensorik 35 und der optionale Temperaturmeider 37 sind ebenfalls über einen
A/D-Wandler mit dem Mikrocontroller-System 13, verbunden. Von besonderer Bedeutung sind die Abtast-Halte Schaltung 36, welche durch die Triggerimpulse des Mikrocontroler-Systems die zeitgleiche Erfassung der Streulicht- Meßwerte ermöglicht.
Dadurch lassen sich erfindungsgemäß genauere Angaben über die Konzentration und Eigenschaften der im Probenvolumen enthaltenen Rauchaerosole erzielen, insbesondere statistische Aussagen zum Auftrittsverhalten von bestimmten Partikeleigenschaftskennzahlen lassen eine gute Selektion für die Weiterverarbeitung möglich werden.
Das Mikrocontroller-System 13 führt die Analysealgorithmen durch und bewertet Gas- und Streulichtmeßkreise , speichert Daten und Ereignisse, steuert ereignisbedingt Anzeigen und periphere Einheiten, führt die Kommunikation mit anschließbarer Peripherie 38 sowie die Kompensation umweltbedingter Aerosolhintergrunddrift der empfindlichen Streulichtkreise durch.
Bezugszeichenliste
1 Ansaugeinrichtung mit Ansaugrohr
2 Brandmeldeeinrichtüng
3 Ansauglüfter
4 Hochenergetische schmalbandige Lichtquelle (z. B. Laserdiode)
5 Sammel- und Fokussieroptik für den ersten Streulichtmeßkreis
6 Empfangselement (Detektor) für den ersten Streuwinkel
7 Sammel- und Fokussieroptik für den zweiten Streulichtmeßkreis
8 Empfangselement (Detektor) für den zweiten Streuwinkel
9 Gassensor oder Sensorarray
10 Luftstromsensor
11 Temperaturmelder oder Wärmesensor
12 lonisationsrauchmelder oder optischer Rauchmelder
13 Mikrocontroller-System (zur Meßsteuerung, Datenanalyse und Speicherung)
14 Anzeige- und Steuermodule (Relais, LCD, LEDs)
15 Brandmeldezentrale (Gebäudeleittechnik, Leitstellen-PC)
Bezugszeichenerklärung zum Flußbild Signalverarbeitung der der Branderkennungseinrichtung
16 Hochempfindliches Rauchpartikel-Streulicht-Meßsystem 7 Streulichtintensität aus Streuwinkel α1
18 Streulichtintensität aus Streuwinkel α2
19 Streulichtintensität aus Streuwinkel an
20 Normierung der Werte zum Eigenschaftsvektor
21 Rauchpartikel-Datenbank (Vergleichsdaten zulässiger ermittelter Raucheigenschaften) 2 Verarbeitung des Eigenschaftsvektors durch 21 und zeitliches Auftrittsverhalten zu Rauchintensitätskennzahl
23 Rauch-Streulichtintensität des hochempfindlichen Meßkreises 16
24 Gassensor (Brandgassensor) oder Sensorarray (z. B. CO-Sensor)
25 Optionaler Rauchdetektor (lonisationsrauchdetektor, optischer Rauchdetektor)
26 Optionaler Temperaturmelder (Temperatursensor)
27 Bewertung der Intensitäten von Streulicht- und Gassensoren zum Summensignal mittels 29 und zeitlicher Korrelation, optional gehen auch die Meßgrößen des Temperaturmelders (26) und des Rauchdetektors (25) ein.
28 Bewertungsalgorithmen aus Datenbank ermittelter Testbrände
29 Vergleich des Summensignals mit vorparametrierten Schwellwerten, Ansteuerung und Anzeige zugeordneter Alarmstufen
30 Optionale Einzelanzeige bzw. Ansteuerung von Alarmstufen individueller Kenngrößen aus dem Vergleich mit dem individuellem Schwellwert
31 Optionale Einzelanzeige bzw. Ansteuerung von Alarmstufen des hochempfindlichen Streulichtmeßsystems zur Frühwarnung
Bezugszeichenerklärung zum Blockschaltbild Fig. 3 Systemkomponenten
32 Hochempfindlicher Meßkreis Vorwärtsstreuwinkelbereich
33 Hochempfindlicher Meßkreis Rückwärtsstreuwinkelbereich
34 Lasertreiberschaltung, durch μP-Puls nur zur Meßzeit betrieben
35 Meßkreis der Gassensorik 6 Abtast-Halte Schaltungen 7 Optionaler Temperatur- und/oder Rauchsensor-Meßkreis 8 Periphere Konfigurations und Steuereinheiten
(Konfigurations- und Monitoring-PC, Brandmelde- und Löschsteuerzentralen)