Beschreibung
Dentalimplantat, Verschlußkappe und System zur Regeneration
Die Erfindung betrifft ein Dentalimplantat gemäß den oberbegrifflichen Merkmalen des Anspruches 1, eine Verschlußkappe gemäß den oberbegrifflichen Merkmalen des Anspruches 6 und ein System gemäß den oberbegrifflichen Merkmalen des Anspruches 11.
Für den Ersatz fehlender Zähne gewinnen Implantate immer mehr an Bedeutung. Implantate ermöglichen im Idealfall einen stabilen und über viele Jahre haltbaren Ersatz verlorengegangener Zähne, der überdies einen optisch ansprechenden Eindruck erzeugt, was besonders im Frontzahnbereich wichtig ist. Ein immer noch gravierendes Problem beim Ersatz von mehreren, aufeinanderfolgenden Zähnen mittels Implantaten stellen die Interdentalpapillen dar. Durch den einem Zahnverlust meist vorausgehenden Abbau des Kieferknochens ist der Alveolarkamm so verändert, daß die Interdentalpapillen auf natürliche Weise nicht mehr ausgebildet werden. Die für die Ausbildung der Interdentalpapille benötigte Erhöhung des Knochens ist folglich verloren. Fehlende Interdentalpapillen erzeugen jedoch einen optisch wenig ansprechenden Eindruck. Es entstehen Lücken zwischen den Zähnen, die deswegen auch als "schwarze Dreiecke" bezeichnet werden. Das Fehlen der Interdentalpapillen bringt jedoch nicht nur optische Nachteile mit sich, sondern es fehlt auch die natürliche Funktion der Interdentalpapillen. Diese dienen normalerweise dem Freihalten der ZahnZwischenräume von Speiseresten, wodurch Entzündungen des Zahnfleisches reduziert werden.
Dentalimplantate bestehen für gewöhnlich aus einem in der Regel zylinderförmigen Grundkörper. Ein Implantat weist ein oberes, etwas aus dem Knochen ragendes (kieferfernes) und ein unteres, apikales, im Knochen verankertes (kiefernahes) Ende auf. Mit dem
unteren Ende voran wird das Implantat in den Kieferknochen eingebracht. Es sind mannigfache Ausbildungen an Implantaten bekannt, beispielsweise mit außenliegendem Gewinde, mit in der Nähe des unteren Endes befindlichen Durchbrechungen zum Durchwachsen des Knochens, mit einem konvexen oder planen, unteren Ende, mit polierter Mantelfläche oder aufgerauhter Mantelfläche, etc. Alle bekannten Implantatformen weisen jedoch ein im wesentlichen planes, oberes Ende auf. Es sind allenfalls Abweichungen dahingehend bekannt, daß auf dem oberen Ende Strukturen ausgebildet sind, in die beispielsweise mit einem entsprechenden Schraubgerät eingegriffen werden kann, um das Implantat in den Kieferknochen einzutreiben. Nachteil dieser planen, oberen Fläche ist jedoch, daß bei einem Rest an noch vorhandenem angrenzenden (approximalen) Knochen und damit einer Rest-Interdentalpapille, dieser Knochen in dem Maß abgebaut wird, wie er über das obere Ende des Implantates hinausreicht. Dies bedeutet, daß die im Stand der Technik bekannten Implantate zwangsläufig zum Ausbilden der "schwarzen Dreiecke", d.h. zum Fehlen der Interdentalpapillen führen.
Infolgedessen wird versucht, mit künstlichen Hilfsmitteln eine Interdentalpapille zu erzeugen. Hierfür beschreibt die DE 197 25 788 AI ein Stützgerüst für eine Membran zur gesteuerten Regeneration parodontalen Gewebes. Das Stützgerüst wird zwischen die Implantate eingesetzt und mit einer Membran überzogen, wodurch ein Freiraum entsteht, in den Gewebe einwächst. Mittels dieses Gerüstes wird jedoch nicht approxi aler Knochen für eine Interdentalpapille geschaffen, sondern es wird lediglich Bindegewebe aufgebaut. Weiterhin wird in der US 6,213,774 Bl ein dentales Papillenimplantat beschrieben. Es weist einen in den Kieferknochen einbringbaren Schaft auf und einen Kopf, der später vom Zahnfleisch umhüllt wird und so die Interdentalpapille erzeugt. Das Implantat verbleibt im Knochen. Ein Nachteil dabei ist, daß der Kopf des Implantates für den Patienten störend wirkt und er überdies druckempfindlich ist. Weiterhin setzt der Einsatz eines
derartigen Papillenimplantates natürlich voraus, daß Kieferknochen vorhanden ist, in den das Implantat eingebracht werden kann. Ein sehr stark atrophierter Kieferknochen ermöglicht den Einsatz eines derartigen Papillenimplantates jedoch nicht. Darüber hinaus ist im Stand der Technik bekannt, beispielsweise aus dem Gaumen Bindegewebe zu entnehmen und in eine Form zu bringen, die einer Dentalpapille annähernd entspricht. Das so gebildete Bindegewebeknäuel wird dann mit Zahnfleisch umnäht und bildet auf diese Art und Weise ebenfalls eine künstliche Interdentalpapille aus.
Hauptnachteil all dieser künstlich erzeugten Interdentalpapillen ist jedoch, daß sich beim Reinigen der Zähne und insbesondere der Zahnzwischenräume Probleme ergeben. Dadurch, daß die Interdentalpapille natürlicherweise von Knochen und Zahnfleischgewebe gebildet wird, ist die vom Zahnfleisch gebildete Zahnfleischtasche, die gereinigt werden muß, nicht sehr tief und kann auf diese Art und Weise problemlos bei der täglichen Zahnpflege gereinigt werden. Diese Reinigung ist jedoch unerläßlich, um Entzündungen des Zahnfleisches und damit eine Degeneration des Knochens zu vermeiden. Bei den bekannten, oben beschriebenen, künstlich gebildeten Interdentalpapillen ist diese Zahnfleischtasche, nämlich der Zwischenraum zwischen dem Zahn und dem Zahnfleisch sehr tief, also tiefer als die physiologisch vorhandene Zahnfleischtasche. Dadurch hat der Patient Probleme, diese Zahnfleischtasche sauber zu halten, was sehr schnell Entzündungen und Zahnhalskaries nach sich ziehen kann.
Nach dem Setzen der Implantate dauert es eine geraume Zeit, bis das Implantat vollständig und fest in den Knochen eingewachsen ist. Während dieses Zeitraums darf das Implantat keinen Belastungen ausgesetzt werden, weswegen der Zahnersatz noch nicht am Implantat befestigt werden kann. Während des Einheilens des Implantates wird das obere Ende des Implantates mit einer Verschlußkappe verschlossen, um ein Einwachsen von
Zahnfleischgewebe in das Implantat zu verhindern. Diese Verschlußkappe wird in die in der Mitte des Implantates befindliche Bohrung eingebracht und in dieser fixiert. Anschließend wird die Verschlußkappe von Zahnfleischgewebe umgeben, das über der Verschlußkappe vernäht wird. Nach dem Einheilen des Implantates wird das Zahnfleisch wieder geöffnet, die Verschlußkappe abgenommen und der Zahnersatz eingebracht. Da die allgemein üblichen Verschlußkappen das Implantat vor Einwachsen mit Zahnfleisch und Epithelgewebe schützen sollen, weisen die Verschlußkappen dementsprechend den Durchmesser des Implantates auf. Weiterhin sind aus den DE 41 07 606 AI und US 6,227,858 Bl jeweils Verschlußkappen bekannt, deren Rand über das Dentalimplantat hinaussteht, wodurch verhindert werden soll, daß aus dem Weichteilbereich Zellen in den periimplantären Raum an der Durchtrittsstelle einwandern können. Dies bedeutet, daß die unmittelbare Umgebung des Implantates vor der Einwanderung von Epithelzellen geschützt werden soll. Mit den aus diesen Schriften bekannten Verschlußkappen kann jedoch nur die unmittelbare Umgebung des damit abgedeckten Implantates verdeckt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, geeignete Mittel zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe der gesteuerte Aufbau eines approximalen Knochens bzw. , soweit noch vorhanden, dessen Erhaltung möglich ist.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Dentalimplantat nach Anspruch 1, eine Verschlußkappe nach Anspruch 6, und ein System mit den Merkmalen nach Anspruch 11.
Das erfindungsgemäße Dentalimplantat ist ein im wesentlichen zylinderförmiger Körper, der ein oberes und ein unteres Ende aufweist. In dessen Zentrum ist eine Aufnahme, insbesondere eine Innenbohrung mit Innensechskant bzw. Drehschutz zur Aufnahme von insbesondere einer Verschlußkappe oder eines Zahnersatzträgers vorgesehen. Mit dem Ausdruck "im wesentlichen zylinderförmig" ist ein Körper bezeichnet, der sowohl eine streng zylindrische
Form haben kann, als auch Abweichungen dessen, beispielsweise in Form eines Kegelstumpfes. Der Körper des Dentalimplantates kann beliebige, aus dem Stand der Technik bekannte Gestalten aufweisen; so kann beispielsweise das untere, kiefernahe Ende sowohl konvex als auch plan ausgebildet sein, es können entlang des Umfanges des Körpers, d.h. auf seiner Mantelfläche Gewindebohrungen vorgesehen sein, die Oberfläche kann poliert oder aufgerauht, beispielsweise sandgestrahlt oder geätzt sein, und es können auch Ausnehmungen vorgesehen sein, in die der Knochen einwachsen kann. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß das obere Ende des Dentalimplantates vertieft, insbesondere konkav gestaltet ist. Anders ausgedrückt, ist das obere Ende sattelförmig gestaltet. Dies bedeutet, daß die obere, kiefernahe Fläche bzw. die Oberseite des Dentalimplantates nicht plan gestaltet ist, wie aus dem Stand der Technik bekannt, sondern daß ein gerundeter Einschnitt, eine Vertiefung vorgesehen ist. Das vertiefte, obere Ende des Dentalimplantates kann sowohl wannenförmig als auch sphärisch konkav ausgebildet sein, oder eine ähnliche Gestaltung annehmen. Ferner kann die Vertiefung bezüglich einer durch das Zentrum des Implantates gehenden Achse sowohl symmetrisch als auch nicht symmetrisch sein. Von einer planen Fläche kann das konkave, obere Ende an seiner tiefsten Stelle, insbesondere im Bereich von 0,1 mm bis 10 mm abweichen.
Die vertiefte, sattelförmige Gestalt des oberen Endes kann auch anhand von Punkten beschrieben werden, die sich auf einer Kante des oberen Endes befinden. Als Kante wird dabei der Bereich angesehen, der sich am Übergang zwischen der oberen Fläche des oberen Endes und der Außenfläche des zylindrischen Körpers befindet. Diese Kante ist umlaufend und es können dort in gleichmäßigem Abstand, bei Draufsicht ähnlich wie die Viertelstunden einer Uhr, Punkte definiert werden. Diese vier Punkte befinden sich in einem gewissen Abstand zum unteren Ende des Dentalimplantates. Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, daß der erste und dritte Punkt vom unteren Ende weiter entfernt sind als der zweite und vierte Punkt, die etwa rechtwinklig zu der
Verbindungslinie des ersten/dritten Punktes angeordnet sind. Vorzugsweise sind dabei der erste und dritte Punkt und der zweite und vierte Punkt jeweils vom unteren Ende gleich weit entfernt, d. h. daß der Abstand des ersten und dritten Punktes und der des zweiten und vierten Punktes von unteren Ende jeweils identisch ist. Weiterhin ist vorzugsweise vorgesehen, daß der Abstand des ersten und dritten Punktes von unteren Ende der Gesamthöhe des Dentalimplantates entspricht.
Beim Einsetzen des Dentalimplantates in den Kieferknochen wird das Dentalimplantat so angeordnet, daß die erhöhten Stellen des Dentalimplantates auf dem Zahnbogen zu liegen kommen, wohingegen die tieferliegenden Stellen vestibulär und oral angeordnet werden. Dadurch spiegelt die Kante des eingesetzten Dentalimplantates den natürlichen, girlandenförmigen Verlauf des Alveolarkammes wider. Dies wird insbesondere dann deutlich, wenn mehrere Dentalimplantate nebeneinander gesetzt sind. Dadurch kann zwischen den beiden nebeneinander befindlichen Dentalimplantaten aufgrund dessen, daß das Zentrum der Dentalimplantate jeweils niedriger ist, der Kieferknochen seine natürliche Form behalten bzw. er kann sich dementsprechend regenerieren.
Somit wird das Problem gelöst, daß noch vorhandener, approximaler Knochen abgebaut wird. Beim Einsatz der erfindungsgemäßen Dentalimplantate bleibt dieser bestehen, da er nicht über das obere Ende des Dentalimplantates hinaussteht, sondern mit dessen Höhe übereinstimmt. Auch für die Regeneration von bereits abgebautem, approximalem Knochen wird so ein Raum geschaffen, in den das Knoσhenmaterial einwachsen kann. Zu diesem Zweck kann beispielsweise eine aus dem Stand der Technik bekannte Kunststoffmembran, insbesondere aus
Polytetrafluorethylen über die Dentalimplantate gespannt werden und so ein Vorhalteraum geschaffen werden, in das Knochenmaterial einwachsen kann. In Verbindung mit dem Zahnersatz ergibt sich darüber hinaus ein Gebilde, daß dem
natürliehen Zahn mit seiner Wurzel nahekommt. Das Dentalimplantat würde in diesem Fall der Wurzel entsprechen und der Zahnersatz der Krone. Bei einem natürlichen Zahn verläuft die Grenze zwischen dem Wurzelzement, der die Wurzel umgibt, und dem Zahnschmelz, der die Krone umgibt, geschwungen, also nicht in gerader Linie. Derartiges ergibt sich auch aus der Verbindung des erfindungsgemäßen Dentalimplantates mit einem entsprechend ausgebildeten Zahnersatz. Auch hier verläuft die Grenze zwischen Dentalimplantat und Zahnersatz nicht gerade, wie beim Stand der Technik, sondern geschwungen. Auch dieses trägt zur natürlichen Ausbildung von Papillen, die genau diesen geschwungenen Grenzverlauf zwischen Zahnschmelz und Wurzelzement widerspiegeln, bei.
Die erfindungsgemäße Verschlußkappe ist insbesondere für das erfindungsgemäße Dentalimplantat vorgesehen. Die Verschlußkappe ist mittels beispielsweise einer Schraube in der Innenbohrung des Dentalimplantates fixierbar. Sie überdeckt das Dentalimplantat und verhindert so das Einwachsen von Zahnfleisch auf die Oberseite des Dentalimplantats, entsprechend den aus dem Stand der Technik bekannten Verschlußkappen. Es ist vorgesehen, daß die Verschlußkappe über den Rand des Dentalimplantates übersteht. Anders ausgedrückt ist die Verschlußkappe breiter oder durchmessergrößer als das Dentalimplantat. Dadurch wird in der Umgebung des Dentalimplantates ein Vorhalteraum geschaffen, in den Knochen einwachsen kann. Dies bedeutet, daß die Verschlußkappe nicht nur das Dentalimplantat von Zahnfleisch und Epithelgewebe freihält, sondern auch den das Dentalimplantat umgebenden Knochen. Dies ist jedoch unabdingbare Voraussetzung, daß sich ein in der Umgebung des Dentalimplantates befindliches Knochengewebe regenerieren kann. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die Verschlußkappe länglich gestaltet ist, nämlich, daß die Kappe längs des Verlaufs des Zahnbogens breiter ist als in vestibulärer-oraler Richtung. Durch diese erfindungsgemäße Ausgestaltung wird ermöglicht, daß zwei benachbarte Verschlußkappen sich überlappen. Auf diese Art und Weise wird
durch mehrere Verschlußkappen ein relativ großer Vorhalteraum geschaffen, in den Knochenmaterial einwachsen kann. Somit wird interimplantär, d.h. zwischen den Dentalimplantaten, ein entsprechender Vorhalteraum geschaffen, der eine Regeneration approximalen Knochens und damit der Interdentalpapille ermöglicht. Da die Verschlußkappe jedoch auch vestibulär und oral über den Rand des Dentalimplantates übersteht, kann mit Hilfe der erfindungsgemäßen Verschlußkappe nicht nur interimplantärer, sondern auch zirkulärer Knochen um das Dentalimplantat herum gewonnen werden. Damit ist auch eine Verbreiterung des Kieferknochens möglich. Die erfindungsgemäße Verschlußkappe ist so gestaltet, daß sie winkelunabhängig im Implantat fixierbar ist. Sie ist, anders ausgedrückt, verdrehbar gestaltet. Damit ist eine Anordnung der Verschlußkappe gemäß dem physiologischen Verlauf des Zahnbogens an jeder Stelle möglich. Weiterhin ist die Verschlußkappe so gestaltet, daß benachbarte Verschlußkappen überlappen, ohne daß zwischen diesen Spalte ausgebildet werden, in die beispielsweise Bindegewebe einwachsen könnte. Hierfür weisen die Randbereiche der Verschlußkappe vorzugsweise die Form von KugelSegmenten auf. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Verschlußkappe ist, daß es sich dabei um eine vorkonfektionierte Verschlußkappe handelt, die in Serie hergestellt werden kann, ohne daß es einer Einzelanfertigung bedürfte. Dadurch ist eine relativ kostengünstige Fertigung möglich.
Das erfindungsgemäße System zur Regeneration approximalen Kieferknochens besteht aus einem erfindungsgemäßen Dentalimplantat und einer erfindungsgemäßen Verschlußkappe. Dabei überdeckt der überstehende Rand der Verschlußkappe den benachbarten Kieferknochen und stellt so einen Raum bereit, in den der Kieferknochen einwachsen kann. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß im Zahnbogen benachbarte Verschlußkappen sich gegenseitig überlappen. Dadurch wird ein lückenloser Vorhalteraum zum Einwachsen des Knochens geschaffen. Die Verwendung sowohl einer konfektionierten Verschlußkappe als auch
eines konfektionierten Dentalimplantates im erfindungsgemäßen System bringt den Vorteil mit sich, daß eine sehr kostengünstige Methode zur Verfügung gestellt wird, mit deren Hilfe degeneriertes Knochengewebe wieder aufgebaut werden kann, und somit Interdentalpapillen geschaffen werden können. Dadurch ist das erfindungsgemäße System auch in der täglichen Zahnarztpraxis anwendbar, da die entsprechenden Vorrichtungen (Dentalimplantat und Verschlußkappe) kommerziell bereitgestellt werden können.
Nachstehend soll die Erfindung anhand der Figuren näher erläutert und beschrieben werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen
Dentalimplantates; Fig. 2 eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes
Dentalimplantat; Fig. 3 eine erfindungsgemäße Verschlußkappe von vestibulär bzw. oral gesehen; Fig. 4 eine gegenüber der Fig. 3 um 90° um die Hochachse gedrehte Seitenansicht einer Verschlußkappe; Fig. 5 einen Schnitt durch erfindungsgemäße Systeme in
Anwendung; und Fig. 6 eine Draufsicht auf zwei erfindungsgemäße Systeme in
Anwendung.
Wie aus den Fig. 1 und 2 hervorgeht, ist das Dentalimplantat 1 ein im wesentlichen zylinderförmiger Körper mit einem oberen Ende 2 und einem unteren Ende 3. Am oberen Ende 2 ist eine Innenbohrung 4 mit Verdrehsicherung 8 vorgesehen, in der beispielsweise eine Verschlußkappe oder ein Zahnersatzträger fixierbar ist. Die Fläche 5 des oberen Endes 2 des Dentalimplantates 1 dient der AbStützung einer entsprechend gestalteten Gegenfläche eines Zahnersatzträgers. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist das obere Ende 2 des Dentalimplantates 1 konkav gestaltet. Dabei kann das obere Ende 2 sowohl zylindrisch konkav als auch sphärisch konkav gestaltet sein. Diese konkave Gestaltung des oberen Endes 2 zeigt sich in der Lage von vier
Punkten A, B, C, D. Diese Punkte A - D liegen auf der umlaufenden Kante 9 am Umfang des oberen Endes 2. Als Kante 9 wird dabei der Übergangsbereich zwischen der Fläche 5 und der Mantelfläche des Dentalimplantates 1 angesehen. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, verläuft die Kante 9 nicht in einer Ebene, sondern hat einen geschwungenen, sattelförmigen Verlauf. Von den definierten vier Punkte A - D bezeichnen die Punkte A, C die höchsten Punkte der Kante 9, d.h. sind vom unteren Ende (3) am weitesten entfernt. Die Punkte B, D liegen dagegen auf der umlaufenden Kante 9 an den tieferen Stellen, die dem unteren Ende 3 am nächsten sind.
In der Darstellung der Fig. 1 befinden sich die Punkte A, C auf der linken bzw. rechten Seite des Dentalimplantates 1 und die Punkte B, D annähernd in der Mitte, also in der Zeichenebene hinten und vorne. Die Gestalt des oberen Endes 2 kann folglich anhand der vier Punkte als sattelförmig beschrieben werden, wobei erfindungsgemäß vorgesehen ist, daß die Punkte A, C weiter entfernt sind vom unteren Ende 3 als die rechtwinklig dazu liegenden Punkte B, D.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist bevorzugt vorgesehen, daß einerseits A und C sowie anderseits B und D sich jeweils auf einer Höhe befinden, d. h. jeweils paarweise gleich weit vom unteren Ende 3 entfernt sind. Weiterhin entspricht der Abstand der Punkte A, C vom unteren Ende 3 bevorzugt der Höhe h des Dentalimplantates 1.
Wie aus der Fig. 1 weiterhin hervorgeht, erstreckt sich die Innenbohrung 4 im Inneren des Dentalimplantates 1, wobei ihre Länge variabel sein kann. Als Verdrehsicherung 8 kann beispielsweise ein Innensechskant vorgesehen sein. Das untere Ende 3 ist wie im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 bevorzugt abgerundet und weist im Anschluß ein Außengewinde 6 auf, wie in Fig. 1 dargestellt. Dieses Außengewinde 6 kann nur einen Teil der Mantelfläche überdecken, kann jedoch auch entlang der gesamten Höhe h des Dentalimplantates 1 verlaufen.
Vorzugsweise ist vorgesehen, daß das Außengewinde 6 nicht über die ganze Höhe h des Dentalimplantates 1 verläuft, sondern nur in dem dem unteren Ende 3 zugewandten Bereich. In dem dem oberen Ende 2 zugewandten Bereich 7 ist vorzugsweise vorgesehen, daß diese Fläche glatt und poliert gestaltet ist, wodurch das Anlagern von entzündungserregenden Bakterien verhindert wird. Der Bereich, in dem das Außengewinde 6 vorgesehen ist, ist vorzugsweise aufgerauht gestaltet, wodurch ein Anwachsen des Knochens erleichtert wird. Weiter kann das erfindungsgemäße Dentalimplantat 1 auch Ausnehmungen aufweisen, insbesondere in dem dem unteren Ende 3 zugewandten Bereich, in die umgebendes Knochenmaterial einwachsen kann.
Aus den Fig. 3 und 4 geht eine erfindungsgemäße Verschlußkappe 50 hervor. Die Verschlußkappe 50 ist in der Innenbohrung 4 des Dentalimplantates 1 fixierbar, insbesondere mit einer Schraube 51. Die Verschlußkappe 50 überdeckt das obere Ende 2 des Dentalimplantates 1. Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht der Verschlußkappe 50, wenn die Verschlußkappe 50 in ein Dentalimplantat 1 eingesetzt ist, angedeutet durch die gestrichelte Linie, von vestibulär oder oral aus betrachtet. Dabei wird deutlich, daß die auskragenden Bereiche 53 und 54, die benachbarten Zähnen bzw. Dentalimplantaten zugewandt sind, über das Dentalimplantat 1 hinausstehen. Aus Fig. 3 wird weiter deutlich, daß der mittlere Bereich 55 der Verschlußkappe 50 in die konkave Gestalt des oberen Endes 2 des Dentalimplantates 1 eingepaßt ist. Der Verlauf der Unterseite 52 der Verschlußkappe 50 nimmt den konkaven, "sattelförmigen" Verlauf in Form des konvexen Gegenstückes auf.
Fig. 4 zeigt ebenfalls eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Verschlußkappe 50, jedoch um etwa 90° gedreht; d.h. von einem benachbarten Zahn bzw. Implantat aus. Hierbei wird deutlich, daß der Rand der Verschlußkappe 50 nicht nur in den Bereichen 53 und 54, sondern auch in den Bereichen 56 und 57 über das Dentalimplantat 1 hinaussteht. Aus Fig. 4 geht ebenfalls der
gewölbte Verlauf der Verschlußkappe 50 hervor. Die Bereiche 53 und 54 sind in sich derart gewölbt, daß sie den Kieferknochen überwölben. Anders ausgedrückt weisen die Bereiche 53 und 54 die Gestalt von Kugelsegmenten auf. In Fig. 4 ist überdies eine Seitenansicht des Dentalimplantates 1 angedeutet. Ein Vergleich der Fig. 3 und 4 zeigt, daß das obere Ende 2 des Dentalimplantates 1 von vestibulär bzw. oral aus betrachtet ausgetieft ist und in approximaler Richtung erhöht ist.
Die Fig. 5 und 6 zeigen das erfindungsgemäße System in Anwendung. Die Fig. 5 zeigt einen Schnitt durch drei Systeme 100, die im Unterkiefer angeordnet sind. Jedes System 100 besteht aus einem Dentalimplantat 1 und einer Verschlußkappe 50. Jedes Dentalimplantat 1 ist dabei in den Kieferknochen eingesetzt dargestellt. In Fig. 5 ist zum einen ein degenerierter Kieferknochen 500 dargestellt (gepunkteter Bereich) , als auch ein bereits regenerierter Kieferknochen 501 (schraffierter Bereich) . Wie aus Fig. 5 hervorgeht, wird das Dentalimplantat 1 in den Knochen 500 eingelassen und mit einer Verschlußkappe 50 verschlossen. Die Verschlußkappe 50 steht über den Rand des Dentalimplantates 1 hinaus und überdeckt so benachbarte Bereiche des Dentalimplantates 1. Die Verschlußkappen 50 benachbarter Systeme 100 überlappen sich wechselseitig. Dadurch entsteht eine entlang des Zahnbogens verlaufende, durchgängige Überdeckung des Kieferknochens, wie aus Fig. 6 deutlich hervorgeht.
Durch diese Überdeckung des Kieferknochens 500 mittels der Verschlußkappen 50 entsteht ein Vorhalteraum, in den der Kieferknochen einwachsen kann und so regeneriertes Knochenmaterial 501 bilden kann. Wie aus Fig. 5 deutlich hervorgeht, erfolgt diese Regeneration des Knochenmaterials 501, bedingt durch die gewölbte Ausbildung der Verschußkappen 50, genauer mit ihren Bereichen 53 und 54, derart, daß ein hochgewölbter, approximaler Knochen 502 entsteht, so daß nach dessen Überwachsung mit Zahnfleisch eine Interdentalpapille
gebildet wird. Nach dem vollständigen Einheilen des Dentalimplantates 1 ist der Kieferknochen 501 derart regeneriert, daß approximaler Knochen 502 und damit eine Interdentalpapille (genauer eine interimplantäre Papille) ausgebildet wird. Die Verschlußkappen 50 können dann abgenommen werden und ein entsprechender Zahnersatz aufgesetzt werden. Durch den sattelförmig geschwungenen Verlauf des Dentalimplantates 1 bleibt der girlandenförmige Verlauf des approximalen Knochens 502 auch nach der Abnahme der Verschlußkappen 50 erhalten, zumal der Verlauf des Zahnersatzes entsprechend gestaltet ist. Es entsteht somit eine der natürlichen Grenze zwischen Zahnschmelz und Wurzelzement entsprechend verlaufende Linie, an die sich Zahnfleischgewebe anlagert, und so eine physiologische Interdentalpapille ausbildet.
In Fig. 6 ist eine Draufsicht auf zwei erfindungsgemäße Systeme 100 in ihrer Anwendung gezeigt. Deutlich wird dabei insbesondere die längliche, gerundete Gestalt der Verschlußkappe 50, ebenso daß die Verschlußkappe 50 in den Bereichen 53 und 54 breiter gestaltet ist als in den Bereichen 56 und 57. Ersichtlich wird auch, daß diese Randbereiche 53, 54, 56, 57 über das Dentalimplantat 1 hinausstehen, d.h. daß die Verschlußkappe 50 breiter ist als das Dentalimplantat 1. Zudem ist gezeigt, daß sich benachbarte Verschlußkappen 50 gegenseitig überlappen. Durch die gerundete Gestaltung der Verschlußkappe 50 erfolgt diese Überlappung derart, daß die Verschlußkappen 50, angeordnet nach dem Verlauf des Zahnbogens, eine geschlossene Fläche bilden, unter der Knochengewebe heranwachsen kann. Zwischen
•_~ benachbarten Verschlußkappen 50 gibt es somit keine Lücken oder Spalte, die eine vollständige Regeneration des Knochens verhindern würden. In Fig. 6 zeigt sich auch ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Verschlußkappe 50. Die konfektionierten Verschlußkappen 50 können nämlich durch die Rotierbarkeit um ihre Mittelachse 58 auf dem Zahnbogen entsprechend dessen Verlauf exakt angeordnet werden. Die
Fixierung der Verschlußkappe 50 im Dentalimplantat 1 erfolgt beispielsweise mit einer Schraube 51.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, daß die Verschlußkappe 50 aus federhartem Stahl gefertigt ist. Dadurch wird ermöglicht, daß beim Fixieren der Verschlußkappe 50 im Interdentalimplantat 1 mittels beispielsweise der Schraube 51, durch Anziehen der Schraube 51 die Verschlußkappe 50 so im Dentalimplantat 1 fixiert werden kann, daß die Randbereiche der Verschlußkappe 50, insbesondere die Bereiche 53 und 54, im Vergleich zur entspannten Lage der Verschlußkappe 50 etwas angehoben werden. Damit ist eine Feinausrichtung benachbarter Verschlußkappen 50 möglich. Sollten benachbarte Dentalimplantate 1 nicht in exakt der gleichen Höhe eingebracht worden sein, so daß ihre oberen Enden 2 unterschiedlich hoch zu liegen kommen, so ist durch Anziehen bzw. Nachlassen des Schraubdruckes möglich, benachbarte Verschlußkappen 50 so anzuordnen, daß in den Überlappungsbereichen keine Spalte oder sonstige Öffnungen zwischen benachbarten Verschlußkappen 50 entstehen.
Dabei ist weiterhin bevorzugt, daß eine Dichtung vorgesehen ist, welche zwischen Dentalimplantat 1 und Verschlußkappe 50 einbringbar ist. Damit kann ein eventuell durch das Hineinziehen der Verschlußkappe 50 in das Dentalimplantat 1 und daraus folgendem Anheben der Bereiche 53, 54 resultierende Spaltbildung zwischen Dentalimplantat 1 und Verschlußkappe 50 verschlossen werden. Dies bringt den Vorteil mit sich, daß während des Einheilens in diesen Spalt kein Knochenmaterial einwachsen kann, was anschließend vor dem Fixieren des Zahnersatzträgers wieder abgetragen werden müßte.
Es ist weiterhin bevorzugt vorgesehen, daß für das erfindungsgemäße Dentalimplantat 1 ein Zahnersatzträger zur Verfügung gestellt wird, dessen Unterseite den konkaven Verlauf des oberen Endes 2 des Dentalimplantates 1 aufnimmt, und der dadurch genau auf das Dentalimplantat 1 fixierbar ist. Dadurch
wird die Unterseite eines derartigen Zahnersatzträgers optimal auf der Fläche 5 des Dentalimplantates 1 abgestützt.
Ebenso ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß eine weitere Verschlußkappe zur Verfügung gestellt wird, wobei diese Verschlußkappe so gestaltet ist, daß ihre Unterseite dem konkaven Verlauf des oberen Endes 2 des Dentalimplantates 1 entspricht, entsprechend der erfindungsgemäßen Verschlußkappe 50, bei der jedoch die Ränder der Verschlußkappe nicht über das Dentalimplantat 1 hinausstehen. Diese Verschlußkappe wird dann verwendet, wenn noch genügend approximaler Knochen vorhanden ist, so daß eine physiologische Interdentalpapille vorhanden ist. Durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Dentalimplantates 1 mit einer entsprechenden Verschlußkappe 50 als System 100 wird der Abbau des approximalen Knochens verhindert. Weiterhin ist der Einsatz einer derartigen Verschlußkappe, deren Randbereiche nicht über das Dentalimplantat 1 hinausstehen, insbesondere dann von Vorteil, wenn lediglich ein Einzelzahn durch ein Implantat ersetzt werden soll.