Druckgas-Schussvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Druckgas-Schussvorrichtung (Impulsschussgerat) zum Verschießen von einstückigen, gefüllten oder von mit einem Hilfsmittel verbundenen Geschosskörpern mit Hilfe eines expandierenden Druckgases, vorzugsweise Druckluft.
Schussvorrichtungen der unterschiedlichsten Bauarten sind allgemein bekannt, wobei für unterschiedliche Verwendungszwecke meist auch unterschiedliche Verfahren zur Beschleunigung der Geschosskörper und hierfür geeignete Vorrichtungen zum Einsatz gelangen. Als Einsatzgebiete sind hier beispielhaft zu nennen:
• Einbringen von Stoffen an exponierte, schwer zugängliche oder die Sicherheit von Personen gefährdende Stellen oder Orte (Brandbekämpfung, Lawinenauslösung etc.)
• Verschießen von Hilfs- und Rettungsleinen, Erste Hilfe-Päckchen etc.
• Einbringen von Mitteln zum Personen- oder Objektschutz (Tränengas, Kampfmittel etc.).
Als Geschosskörper kommen sowohl Vollmaterial (Kunststoff, Gummi, Metalle etc.) als auch Hohlkörper (mit unterschiedlichen, je nach Anwendungszweck mit festen, flüssigen oder gasförmigen Füllungen) in Frage. Weiterhin können auch spezielle Vorrichtungen (Rettungsleinen, Hilfsleinen etc.) mit einem Geschosskörper als Träger verbunden sein. Je nach Aufgabenstellung können die Geschosskörper dabei verschiedene Größen, Gewichte, Formen oder Materialzusammensetzungen haben.
Es sind ferner Verfahren und Vorrichtungen zur lokalen Zerstörung kompakter Materialien, beispielsweise Schlackenansätzen, Mauerwerkresten etc. in heißen
thermischen Anlagen wie beispielsweise Wärmetauschern, Industrieöfen, Feuerungsanlagen, metallurgischen Schmelzgefäßen bekannt, wobei mit Hilfe eines Sprengmittels gearbeitet wird, welches am vorderen Ende einer Lanze angeordnet ist und das durch Halten und Bewegen des hinteren Endes der Lanze durch eine Öffnung der heißen thermischen Anlage in unmittelbare Nähe des zu zerstörenden Materials gebracht und mittels einer Zündeinrichtung zu einem frei wählbaren Zeitpunkt gezündet wird. Derartige Vorrichtungen sind allerdings für Anwendungen in größeren Entfernungen von den kompakten Materialien nicht geeignet.
Unter diesen Gesichtspunkten ist es Aufgabe der Erfindung, eine Druckgas- Schussvorrichtung aufzuzeigen, die in einfacher und leichter Bauart für die aufgeführten unterschiedlichen Anwendungsbereiche universell einsetzbar ist. Insbesondere soll damit auch die Abreinigung von Verschmutzungen, Verkrustun- gen, Anbackungen, Belägen etc. sowie die Beseitigung von Störungen im Mate- rialfluss (Verstopfungen, Auflockerung) von Schüttgütern ermöglicht werden. Darüber hinaus soll die Handhabung besonders einfach und kostengünstig sein.
Die gestellte Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, nämlich bei einer Druckgas-Schussvorrichtung zum Verschießen von einstückigen, gefüllten oder von mit einem Hilfsmittel verbundenen Geschosskörpern mit Hilfe eines expandierenden Druckgases, vorzugsweise Druckluft. Die Druckgas-Schussvorrichtung gemäß der Erfindung besteht demnach aus: a) einem Geschosslauf zur Aufnahme und Beschleunigung der Geschosskörper, b) einem mit dem Geschosslauf verbundenen Druckgasgehause, das durch eine Trennwand in eine Druckgaskammer und eine Arbeitskammer aufgeteilt ist, c) einem im Druckgasgehause angeordneten Arbeitskolben mit einer am vorderen Ende seiner Kolbenstange angeordneten Ventilplatte zum beweglichen hin-
teren Verschluss des Geschosslaufs, wobei der Arbeitskolben als beweglicher rückwärtiger Abschluss der Arbeitskammer ausgebildet und die Kolbenstange durch die Trennwand geführt ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Druckgas-Schussvorrichtung beruht auf folgenden Verfahrensmerkmalen:
• Gespeichertes Druckgas verschließt in der Ausgangsstellung die hintere Querschnittsfiäche des mit einem Geschosskörper geladenen Geschosslaufs mit einer Ventilplatte.
• Bei Auslösung des Schussvorgangs wird diese Ventilplatte durch das gleiche Druckgas geöffnet.
• Das Druckgas expandiert im vollständig freigelegten Querschnitt des Geschosslaufs hinter dem Geschosskörper und schießt dabei den Geschosskörper aus dem Geschosslauf.
Zum möglichen Ablauf dieser hintereinander ablaufenden Schritte stehen die einzelnen Bauteile der in seinem Aufbau einfachen Druckgas-Schussvorrichtung miteinander in folgender Wirkverbindung:
In der Ausgangsstellung bzw. in Schießbereitschaft befindet sich in der Druckgaskammer ein gespeichertes Druckgas von ca. 5 bis 10 Bar, das über ein Einlassventil in die Druckgaskammer eingefüllt wurde, beispielsweise durch An- schluss an eine auswechselbare Druckgaspatrone oder einen Druckgasbehälter oder einen über eine Druckgasleitung an einen kontinuierlich arbeitenden Druckgaserzeuger.
Die Gasaustrittsöffnung der Druckgaskammer zum Geschosslauf ist durch die mit der Kolbenstange verbundene Ventilplatte verschlossen, wobei der Verschluss durch das einseitig von der Druckgaskammer gegen die Ventilplatte drückende Druckgas aufrechterhalten wird. In der durch die Trennwand von der Druckgaskammer abgetrennten Arbeitskammer befindet sich kein Druckgas, abgesehen von geringen Leckagen, die eventuell über die Kolbenstangenführung durch die Trennwand aus der Druckgaskammer austreten.
Im Geschosslauf befindet sich unmittelbar vor der Ventilplatte der abzuschießende Geschosskörper. Zur Schussauslösung wird das die Druckgaskammer mit der Arbeitskammer verbindende Steuerventil geöffnet. Damit dieses Öffnen verzögerungsfrei und schlagartig erfolgt, ist nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung das Steuerventil servounterstützt. Durch das nun offene Steuerventil strömt das Druckgas aus der Druckgaskammer in die Arbeitskammer, wobei es zu einem Druckausgleich in beiden Kammern kommt, d. h. auch auf die aus dem beweglichen Arbeitskolben gebildete Rückwand der Arbeitskammer wirkt nun der gleiche Druck wie auf die Ventilplatte, aber in entgegengesetzter Richtung.
Da die wirksame Querschnittfläche der Ventilplatte kleiner ist als die des Arbeitskolbens, ist die auf den Arbeitskolben wirkende Kraft durch das Druckgas größer als die Kraft, die auf die Ventilplatte durch das Druckgas ausgeübt wird. Durch diese in Richtung des Arbeitskolbens wirkende Differenzkraft verschiebt sich somit der Arbeitskolben in Richtung entgegengesetzt zur Trennwand, wobei sich in gleicher Richtung auch die mit dem Arbeitskolben über die Kolbenstange verbundene Ventilplatte verschiebt und damit den Verschluss des Geschosslaufs öffnet. Das in der Druckgaskammer vorhandene Druckgas kann nun in den nach hinten offenen Geschosslauf expandieren und schießt mit hoher Impulsenergie den im Geschosslauf befindlichen Geschosskörper nach vorne heraus. Zur Erzielung einer bestmöglichen Energieumwandlung ist dabei
die Ventilplatte nur unwesentlich größer als der Geschosskörper-Querschnitt bzw. die Geschosslauf-Querschnittsfläche ausgebildet.
Nach erfolgter vollständiger Expansion des Druckgases wird die Kolbenstange durch ein Federelement, welches sich in der Druckgaskammer an der Trennwand abstützt, in seine Ausgangslage zurück gedrückt, wodurch auch die Ventilplatte wieder in die Verschlussstellung auf das hintere Ende des Geschosslaufs gedrückt wird. Ein erneutes Laden des Geschosslaufs mit einem neuen Geschoss und das Befüllen der Druckgaskammer mit „frischem" Druckgas ist nun wieder möglich.
Das Laden des Geschosslaufs kann dabei einzeln manuell über den Geschosslauf oder halbautomatisch (für mehrere Geschosse) nach einer Ausgestaltung der Erfindung über eine Magazineinrichtung erfolgen, die im Bereich des hinteren Endes des Geschosslaufs angeordnet ist.
Um insbesondere den Ladevorgang komplizierter Geschosskörper zu vereinfachen, ist nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung der Geschosslauf mit dem Druckgasgehause lösbar verbunden, beispielsweise über eine Bajonettverbindung, wodurch das hintere Ende des Geschosslaufs in einfacher Weise zugänglich ist. Alternativ kann der Geschosskörper aber auch von vorne in den Geschosslauf eingebracht werden.
Um bei den genannten unterschiedlichen Einsatzgebieten den Geschosskörper auch mit der erforderlichen Genauigkeit ins Ziel zu bringen, ist die Druckgas- Schussvorrichtung erfindungsgemäß mit einer Zielvorrichtung versehen. Diese kann beispielsweise eine einfache mechanische Zielvorrichtung sein (Hilfsfadenkreuz) oder optional eine justierbare (Laser-) Zielvorrichtung. Dabei ist es zweckmäßig, die Druckgas-Schussvorrichtung auf einem Stativ zu montieren, was wegen ihres geringen Gewichts auch ohne Probleme möglich ist.
Die auf Grund ihrer einfachen Ausbildung und Handhabung universell einsetzbare Druckgas-Schussvorrichtung ist insbesondere für folgende potentielle Anwendungsbereiche geeignet:
1. Beseitigung von Anbackungen, Verkrustungen, Belägen und sonstigen Verschmutzungen an
• Flächen (Decken, Wänden, Böden) in Kesseln von Großfeuerungsanlagen, thermischen Anlagen, Absorbern, Wasserkraftwerken;
• Heizpaketen, -flächen (Verdampfer, ZU, ÜH etc.) in Großfeuerungsanlagen, thermischen Anlagen, Absorbern;
• Anlagen und Anlagenteiien;
• Leitungen, Rauch- und Reingaswegen, Luftkanälen;
• Behältern, Silos, Bunkern.
2. Beseitigung von Störungen im Materialfluss (Ver- und Entsorgung)
• Beseitigung von Verstopfungen;
• Auflockerung von Schüttgütern und riesel- oder fließfähigen Medien.
3. Beseitigung von den Betriebsablauf beeinträchtigenden Faktoren
• Entfernen von „Eisgardinen" z. B. an Kühlern;
• Entfernen von Vereisungen (Krusten) an Kühlaggregaten, Abfüllstationen o. ä.;
• Entfernen von Eiszapfen.
4. Einbringen von Stoffen an exponierte, schwer zugängliche oder die Sicherheit von Personen gefährdenden Stellen oder Orte
• Verschießen von mit Mitteln zum Brandschutz, der Brandbekämpfung oder zum Explosionsschutz befüllten Spezialgeschosskörpem;
• Einbringen von Stoffen, Chemikalien etc. in andere Medien oder Umgebungen (Speziell auch in Anlagen, deren Umgebungsmilieu stark feuergefährdet ist, Gastanks, Behälter mit explosionsfähigen Gasen;
• Impfen von Wasser (Stauseen, Fischteichen etc.) mit wasserverbessernden Chemikalien, zum Einbringen von speziellen Bakterienkulturen zur Wasserreinigung, beispielsweise ölfressende oder klärschlammfressende Stämme, zum Binden von Chemikalien oder sonstigen Medien;
• Ersticken von Bränden durch Einbringen von Löschmitteln oder speziellen Sprengmitteln bei Bränden von Gefahrstoffen, z. B. Chemikalien, Öl, Bränden an Ölquellen, Olförderanlagen (Plattformen, Schiffen etc.), Bränden auf Gefahrguttransporten (Tanker, Züge, LKWs), Behältern mit entzündlichen Medien;
• Einbringen von Mitteln / Chemikalien zur Prävention von Bränden (feuerhemmende Stoffe auf Anlagenteile, Versiegelung von Oberflächen mit feuerhemmenden Stoffen);
• Einbringen von Chemikalien, Düngern, Herbiziden, Pestiziden, Fungiziden, Insektiziden auf Anbau- oder sonstige Kulturflächen;
• Gezieltes Einbringen von Sprengladungen, beispielsweise zum Auslösen von Lawinen;
• Einbringen von Korrosionsschutzmitteln an unzugänglichen Stellen.
5. Einbringen von Hilfsmitteln (mittels spezieller Geschosse) an exponierte, schwer zugängliche oder die Sicherheit von Personen gefährdende Stellen oder Orte durch Verschießen von Hilfs- und Rettungsleinen oder Gegenstände
• als Vorleine auf Schiffen für Material- und Personentransporte zwischen einzelnen Schiffen oder zum Fixieren von Havaristen in der Seenotrettung;
• als Vorleine beim Brückenbau (Hochbau) zum Ziehen von Tragseilen;
• als Hilfsleine beim Stromleitungsbau zum Ziehen der Kabeltrossen;
• als Sicherungsleine in der Bergrettung;
• Verschießen von Gegenständen zur Rettung in unzugänglichem Gelände (Erste-Hilfe-Päckchen, Medikamente)
6. Einbringen von Medien, die dem Personen- oder Objektschutz dienen, beispielsweise Kampfmitteln, Tränengas, Reizgas, Markierungsmitteln, -färben, Blendmitteln, Pfefferspray.
Die vorstehende Auflistung möglicher Einsatzgebiete und Anwendungsmöglichkeiten der erfindungsgemäßen Druckgas-Schussvorrichtung bezeugt nicht nur die Vielseitigkeit dieser Vorrichtung, sondern zeigt auch auf, dass mit dieser Druckgas-Schussvorrichtung Verwendungsmöglichkeiten eröffnet werden, die mit konventionellen Schussvorrichtungen bisher nicht realisiert werden konnten. Dies gilt insbesondere bei der Verwendung gefüllter und dadurch entsprechend empfindlicher Geschosskörper.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend an einem in schematischen Zeichnungsfiguren dargestellten Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Druckgas-Schussvorrichtung in der Ausgangsstellung,
Fig. 2 die Druckgas-Schussvorrichtung der Fig. 1 in der Schießstellung.
In den Figuren 1 und 2 besteht die Druckgas-Schussvorrichtung 1 im Wesentlichen aus zwei miteinander verbundenen Bauteilen, dem Geschosslauf 2 und dem Druckgasgehause 5. Das Druckgasgehause 5 ist an seinem vorderen En-
de - in der Zeichnung links - durch den Geschosslauf 2 und am entgegengesetzten Ende durch eine Gehäuserückwand 17 begrenzt. Innerhalb des Druckgasgehäuses 5 befindet sich eine ortsfeste Trennwand 10, die das Druckgasgehause 5 in eine Druckgaskammer 11 und eine Arbeitskammer 12 aufteilt. Durch diese Trennwand 10 ist die Kolbenstange 6 eines Arbeitskolbens 7 geführt. An dem in der Druckgaskammer 11 befindlichen Ende (in der Zeichnung am linken Ende) ist an der Kolbenstange 6 eine Ventilplatte 8 angeordnet, die den in die Druckgaskammer 11 einmündenden Geschosslauf 2 verschließt. Innerhalb der Druckgaskammer 11 ist die Kolbenstange 6 mit einem Federelement 9 verbunden, das sich an der Trennwand 10 abstützt und über die Kolbenstange 6 die Ventilplatte 8 fest gegen den hinteren Teil des Geschosslaufs 2 drückt und damit den Expansionsraum 4 zum Geschosskörper 3 abschließt.
Am anderen Ende der Kolbenstange 6, das sich in der Arbeitskammer 12 befindet, ist der Arbeitskolben 7 so angeordnet und dimensioniert, dass er abdichtend die Rückwand der Arbeitskammer 12 bildet. Durch die durch das Federelement 9 zum Geschosslauf 2 hin verschobene Kolbenstange 6 befindet sich der Arbeitskolben 7 in der Nähe der Trennwand 10, so dass die zwischen der Trennwand 10 und dem Arbeitskolben 7 gebildete Arbeitskammer 12 klein und ein verbleibender Totraum 13 zwischen dem Arbeitskolben 7 und der Gehäuserückwand 17 groß ist. An der Gehäuserückwand 17 befinden sich Gasaustrittsbohrungen 16, um bei der axialen Verschiebung des Arbeitskolbens 7 innerhalb des Totraums 13 einen Druckausgleich zu ermöglichen.
Die Druckgaskammer 11 und die Arbeitskammer 12 sind in unmittelbarer Nähe der Trennwand 10 über ein Steuerventil 15 miteinander verbunden. In der dargestellten Ausgangsstellung der Druckgas-Schussvorrichtung 1 gemäß Fig. 1 ist dieses Steuerventil 15 geschlossen.
Im vorderen Bereich der Druckgaskammer 11 ist am Druckgasgehause 5 ein als Rückschlagventil ausgebildetes Einlassventil 14 angeordnet zum Anschluss
an einen Druckgaserzeuger oder Druckgasbehälter. Das über dieses Einlassventil 14 in die Druckgaskammer 11 eingefüllte Druckgas 20 drückt dann gemeinsam mit dem Federelement 9 die Ventilplatte 8 fest gegen die hintere Öffnung des Geschosslaufs 2. Die Druckgas-Schussvorrichtung 1 ist abschussbereit, sobald die Druckgaskammer 11 mit Druckgas 20 von etwa 5 bis 10 Bar gefüllt ist.
In Figur 2 ist die Druckgas-Schussvorrichtung 1 während der Auslösung des Schusses dargestellt. Durch das Öffnen des Steuerventils 15 strömt eine Teilmenge des Druckgases 20 von der Druckgaskammer 11 in die Arbeitskammer 12 und dort gegen den Arbeitskolben 7, der sich darauf hin wegen seiner gegenüber der Ventilplatte 8 größeren Fläche unter Vergrößerung der Arbeitskammer 12 (in der Zeichnung nach rechts) axial verschiebt. Damit verschiebt sich in gleicher Richtung auch die Kolbenstange 6 und die Ventilplatte 8. Weiterhin wird durch dieses Verschieben das Federelement 9 zusammengedrückt sowie der Totraum 13 verkleinert, wobei die in diesem Totraum vorhandene Luft 18 über die Gasaustrittsbohrungen 16 nach außen gedrückt wird.
Durch die vom Arbeitskolben 7 verursachte Verschiebung der Ventilplatte 8 wird schlagartig die gesamte freie Querschnittfläche am hinteren Teil des Geschosslaufs 2 freigelegt und das Druckgas 20 expandiert in zeitminimierter vollständiger Entspannung im hinter dem Geschosskörper 3 sich ausbildenden und sich ständig vergrößernden Expansionsraum 4 und drückt dabei den Geschosskörper 3 rückstoßfrei aus dem Geschosslauf 2 nach vorne in Pfeilrichtung 19 heraus.
Nach erfolgtem Abschuss wird das Steuerventil 15 verschlossen und das Einlassventil 14 für das erneute automatische oder halbautomatische Laden mit einem oder mehreren Geschosskörpern 3 zur Druckbeaufschlagung und Herstellung der Schussbereitschaft geöffnet.
Die erfindungsgemäßen Maßnahmen und Ausgestaltungen sind nicht auf das in den Zeichnungsfiguren dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Mögliche Abwandlungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung können darin bestehen, dass beispielsweise die Ventile und/oder das Federelement andersartig ausgebildet und angeordnet sind. Auch das Druckgasgehause kann unterschiedliche Querschnittsformen aufweisen. Ebenso ist die innere Ausgestaltung des Druckgasgehäuses, die Verwendung beliebiger Materialien und die jeweilige konstruktive Ausgestaltung in Anpassung an besondere Verwendungen dem Fachmann freigestellt.
Bezugszeichenliste
1 Druckgas-Schussvorrichtung
2 Geschosslauf
3 Geschosskörper
4 Expansionsraum
5 Druckgasgehause
6 Kolbenstange
7 Arbeitskolben
8 Ventilplatte
9 Federelement
10 Trennwand
11 Druckgaskammer
12 Arbeitskammer
13 rückwärtiger Totraum
14 Einlassventil
15 Steuerventil
16 Gasaustrittsbohrung
17 Gehäuserückwand
18 Luft
19 Pfeilrichtung Geschosskörperaustritt
20 Druckgas