BELEUCHTUNG FÜR MIKROSKOP
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Probenuntersuchung.
Das Verfahren und die Vorrichtung sind insbesondere zur mikrobiologischen Analytik, beispielsweise von Trink- und/oder Abwasser, geeignet. Ferner ist das Verfahren sowie die Vorrichtung auch im klinischen, lebensmitteltechnischen, biotechnologischen und pharmazeutischen Bereich einsetzbar.
Zur Untersuchung von Proben sind beispielsweise unterschiedliche Mikroskopierverfahren sowie entsprechende Vorrichtungen bekannt. Herkömmliche Mikroskope arbeiten häufig im Durchlichtverfahren. Das Durchlichtverfahren hat jedoch den Nachteil, dass der Kontrast der Abbildung sehr gering ist. Mit dem Durchlichtverfahren lassen sich daher beispielsweise im Wasser lebende Mikroorganismen nur sehr kontrastarm abbilden. Ein zuverlässiges Erkennen von beispielsweise in Trinkwasser vorhandenen Mikroorganismen ist mit dem Durchlichtverfahren nicht möglich.
Ferner sind zur Untersuchung von Proben interferenznutzende Verfahren bekannt. Hierbei handelt es sich beispielsweise um das Phasenkontrast- Verfahren oder das Interferenzkontrast- Verfahren.
BESTÄTfGUNGSKOPIE
Um Strukturen einer Probe besser erkennen zu können, sind Mikroskope mit Dunkelfeldbeleuchtung bekannt. Prinzipiell erfolgt bei der Dunkelfeldbeleuchtung eine schräge Beleuchtung der Probe, so dass kein Beleuchtungslicht direkt in das Auge des Betrachters gelangt. In das Auge des Betrachters gelangen sodann nur noch an dem Präparat gebeugte oder reflektierte Strahlen. Die sich hierbei an sehr kleinen Teilchen bildenden Beugungsmaxima sowie andere Beugungserscheinungen können im Dunkelfeld beobachtet werden. Die Mikroskopierverfahren mit Dunkelfeldbeleuchtung haben den Nachteil, dass nur ein sehr geringer Anteil des zur Beleuchtung verwendeten Lichts zur Abbildung beiträgt. Dies hat zur Folge, dass die Beobachtung mittels elektronischer Detektoren, beispielsweise CCD-Kameras, nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist. Des weiteren hat die Dunkelfeldbeleuchtung den Nachteil, dass auf Grund der erforderlichen hohen Leistung der Lichtquelle die Probe thermisch beeinflußt wird. Insbesondere bei der Beobachtung organischer Proben führt dies zu Verfälschungen der Meßergebnisse.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Probenuntersuchung zu schaffen, mit dem bzw. mit der auf einfache Weise schnell zuverlässige Untersuchungsergebnisse erzielt werden können.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. 16.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Probenuntersuchung weist eine Lichtquelle auf, durch die ein Beleuchten der Proben realisiert wird. Durch die Lichtquelle wird vorzugsweise sichtbares Licht erzeugt. Die Beleuchtung der Probe kann jedoch auch in Randbereichen des nicht mehr sichtbaren Lichts, wie beispielsweise mit ultravioletter Strahlung, erfolgen. Die zu untersuchende Probe ist in einem Probenträger angeordnet, der wiederum in einer Probenebene angeordnet ist. Bei dem Probenträger kann es sich um einen Objektträger, eine Küvette, insbesondere eine Mikrödurchfluss- und Kulturküvette, handeln. Eine besonders bevorzugte Küvette ist in DE 197 38 626 beschrieben. Ferner weist
die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Linsenanordnung auf, durch die ein Beleuchtungsbereich in der Probenebene erzeugt wird. Die Linsenanordnung ist somit vorzugsweise der Beleuchtungseinrichtung, d.h. der Lichtquelle, nachgeschaltet und erzeugt insbesondere einen Punkt- oder Flächenbeleuchtungsbereich in der Probenebene.
Erfindungsgemäß entsteht durch Reflexion oder Beugung der Beleuchtungsstrahlen an dem Probenträger ein Reflexionsbereich. Bei einem beispielsweise kreisförmigen Beleuchtungsbereich tritt auf Grund der Reflexion und/oder Beugung an dem Probenträger ein saumförmiger Reflexionsbereich auf, der einen kreisförmigen Beleuchtungsbereich ringförmig umgibt. Der Reflexionsbereich wird somit nicht direkt von der Beleuchtungseinrichtung bestrahlt, sondern nur indirekt durch entsprechende Reflexion und/oder Beugung der Strahlung im Probenträger. Vorzugsweise ist hierbei die Art des Probenträgers, bei welchem insbesondere an dessen Grenzflächen Reflexionen auftreten, derart ausgebildet, dass ein möglichst hoher Anteil der Strahlung reflektiert wird.
Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung des weiteren eine Beobachtungseinrichtung, wie ein Mikroskop, auf. Die Beobachtungseinrichtung dient zur Beobachtung eines Beobachtungsbereichs in der Probenebene. Das wesentliche Merkmal der Erfindung besteht darin, dass der Beobachtungsbereich zu dem Beleuchtungsbereich versetzt angeordnet ist. Bei runden Beleuchtungsund Beobachtungsbereichen bedeutet dies, dass die Kreismittelpunkte einen Abstand zueinander aufweisen. Vorzugsweise liegen die Mittelpunkte jeweils außerhalb des anderen Bereichs. Die beiden Bereiche überschneiden sich vorzugsweise nur geringfügig oder der Beobachtungsbereich ist vollständig außerhalb des Beleuchtungsbereichs angeordnet. Dies führt dazu, dass durch den Beobachtungsbereich in erster Linie der Reflexionsbereich beobachtet wird. Erfindungsgemäß wird somit zumindest ein Teil des Reflexionsbereichs und allenfalls ein kleiner Teil des Beleuchtungsbereichs beobachtet. Der Beobachtungsbereich überlappt sich somit erfindungsgemäß nur geringfügig
oder gar nicht mit dem Beleuchtungsbereich. Vorzugsweise beträgt die Überlappung höchstens 30 %, besonders bevorzugt höchstens 20 % des Beleuchtungsbereichs.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat den Vorteil, dass auch Objekte bzw. Partikel in Proben auf einfache Weise erkannt werden können, deren Lichtschwächung sehr gering ist. Typische Partikel sind beispielsweise Bakterien in Wasserproben, z.B. Trinkwasserproben. Derartige Partikel werden mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung gut sichtbar, da sich im Wesentlichen ihr Brechungsindex von demjenigen der Umgebung unterscheidet. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, dass die in der Probe enthaltenen Partikel plastisch erscheinen. Es ist beispielsweise für das menschliche Auge, aber auch für elektronische Bildverarbeitungssoftware, leichter, derartige Partikel zu erkennen. Ferner sind mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erzeugte Bilder erheblich kontrastreicher als bei bekannten Vorrichtungen. Dies ist erfindungsgemäß zumindest mit erheblich geringerem Aufwand erreichbar. Das Erkennen einzelner Partikel, wie Bakterien o.dgl., ist ferner dadurch verbessert, dass die Partikel reliefartig erscheinen.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, dass keine aufwändigen und komplizierten Auswerteverfahren erforderlich sind, sondern durch unmittelbares Betrachten der Probe beispielsweise eine Untersuchung von Trinkwasser möglich ist. Es ist weder erforderlich, dem Trinkwasser Substanzen zuzufügen, die ggf. über einen längeren Zeitraum einwirken müssen, noch sind andere aufwändige Analyseverfahren erforderlich. Dies hat zur Folge, dass beispielsweise auch vor Ort sehr schnell Untersuchungen durchgeführt werden können. Aus diesem Grund ist die erfindungsgemäße Vorrichtung beispielsweise auch bei der Lebensmittelherstellung gut einsetzbar, da beispielsweise Salmonellen sehr schnell und einfach festgestellt werden können, so dass beispielsweise während des Produktionsprozesses häufig Untersuchungen durchgeführt werden können und unmittelbar reagiert werden kann. Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht
darin, dass gegenüber nach dem Dunkelfeld-Prinzip arbeitenden Vorrichtungen die Leistung der Bestrahlungs- bzw. Beleuchtungseinrichtung geringer sein kann. Die Temperaturerhöhung der Probe ist somit erheblich geringer, so dass die Lebensbedingungen bei der Untersuchung von lebenden Organismen nicht zerstört werden. Auch wird hierbei die Vitalität der Probe nicht oder nur geringfügig beeinflusst.
Vorzugsweise ist der Probenträger derart ausgebildet, dass die Reflexion oder Beugung der Strahlung an Grenzflächen des Probenträgers derart auftritt, dass zumindest ein Teil der Strahlung innerhalb des Probenträgers geleitet wird. Bei den Grenzflächen handelt es sich beispielsweise bei einem Probenträger, bei dem zwischen zwei Glasplatten zur Untersuchung die Probe angeordnet ist, um die beiden Grenzflächen zwischen Probe und Glasplatte. Als Probenträger kann auch ein Objektträger aus Glas verwendet werden, wie er üblicherweise in der Durchlicht-Mikroskopie eingesetzt wird. Hierbei wird auf den Objektträger das zu beobachtende Objekt aufgebracht und ggf. mit Flüssigkeit und einem Deckglas oder einer transparenten Folie geschützt. Die Reflexion bzw. Beugung der Strahlung erfolgt sodann an nach innen gerichteten Oberflächen der Glasplatte oder Folie bzw. an nach innen gerichteten Oberflächen der Glasplatte, wenn ein Probenträger verwendet wird, der die Probe zwischen zwei Glasplatten enthält. Die Reflexion bzw. Beugung der Strahlung erfolgt somit an nach innen gerichteten Oberflächen der Glasplatten o.dgl. des Probenträgers. Der Zwischenraum zwischen derartigen Platten ist vorzugsweise sehr dünn. Der Abstand zwischen den Platten ist vorzugsweise im Bereich zwischen 10 μm und 500 μm, besonders bevorzugt zwischen 10 μm und 100 μm. Vorzugsweise sind in diesem Bereich des Objektträgers dünne Kunststofffolien vorgesehen.
Die von der Linsenanordnung kommende Strahlung weist vorzugsweise einen im Wesentlichen rechten Winkel zu dem Probenträger auf. Das auf den Probenträger auftreffende Strahlenbündel ist hierbei vorzugsweise leicht kegelig, wobei die Abweichung der Strahlen von der Senkrechten vorzugsweise geringer als ± 10°, besonders bevorzugt geringer als ± 5°, ist.
Vorzugsweise ist der Linsenanordnung eine Sehfeldblende vorgeschaltet. Hierdurch ist u.A. die Größe des Beleuchtungsbereichs definiert. Die Einstellung dieses Winkels, in dem die Strahlung auf den Probenträger auftritt, kann erfindungsgemäß durch Verändern der Lage der Beleuchtungseinrichtung, d.h. der Lichtquelle, erfolgen. Durch Verändern des Einfallswinkels der Bestrahlung bzgl. des Probenträgers kann der Reflexionsgrad der Strahlung an den Grenzflächen des Probenträgers eingestellt und somit die Beleuchtungsintensität in dem Reflexionsbereich variiert werden. Durch Verändern der Lage und/oder der Größe des Beleuchtungsbereichs kann auf einfache Weise der Abstand zwischen dem Beleuchtungsbereich und dem Beobachtungsbereich eingestellt werden. Es ist somit möglich, einzustellen, dass sich innerhalb des Beobachtungsbereichs beispielsweise ausschließlich der Reflexionsbereich bzw. ein Teil des Reflexionsbereiches befindet. Ebenso kann eine Überlappung von Beobachtungsbereich und Beleuchtungsbereich eingestellt werden, wobei es durch ein geringfügiges Überlappen dieser beiden Bereiche möglich ist, eine Hintergrundaufhellung vorzunehmen. Diese kann bei der Untersuchung bestimmter Proben, wie beispielsweise Biofilmbetrachtungen oder der Untersuchung von Anthrax, vorteilhaft sein.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die Lichtquelle, durch die die Probe vorzugsweise mit Licht bestrahlt wird, vorzugsweise eine hohe Bestrahlungsintensität von insbesondere mindestens 50 W, vorzugsweise mindestens 150 W auf. Vorzugsweise ist die Lichtquelle mit einem insbesondere flexiblen Lichtleiter verbunden. Durch den Lichtleiter, beispielsweise ein Glasfaserkabel, wird das Licht unmittelbar an die Aperturblende herangeführt. Die Winkellage des Lichtleiters gegenüber der Aperturblende ist vorzugsweise einstellbar. Die Lage des Lichtleiters ist hierbei insbesondere in jeder beliebigen Winkelstellung fixierbar. Der Lichtleiter ist hierbei vorzugsweise, bezogen auf die Aperturblende, entlang einer Halbkugelschale bewegbar, deren Mittelpunkt nahe der Mitte der Aperturblende bzw. dem Brennpunkt des Kondensors liegt. Die Lage des Lichtleiters gegenüber der Aperturblende ist somit in zwei aufeinander
senkrecht stehenden Ebenen, die jeweils senkrecht zur Aperturblende stehen, um 180° schwenkbar. Ferner ist der Lichtleiter um 360°, bezogen auf eine Längsachse der Vorrichtung, drehbar und senkrecht zur optischen Achse des Kondensors verschiebbar. Besonders bevorzugt ist ferner eine Verschiebbarkeit des Lichtleiters, so dass der Abstand zwischen dem Lichtleiterende und der Aperturblende variiert werden kann. Zur Vermeidung von Wärme werden vorzugsweise Kaltlichtquellen eingesetzt. Ebenso ist es möglich, Wärmeschutzfilter zu verwenden. Vorteilhaft ist ferner der Einsatz von Bogenlampen mit hohen kurzwelligen Anteilen. Zusätzlich zu der Lichtführung mit Hilfe eines Lichtleiters oder anstatt der Lichtführung mit Hilfe eines Lichtleiters können einer oder mehrere Spiegel vorgesehen sein, durch die das Licht unmittelbar zur Aperturblende gelenkt wird. Ferner können in diesem Bereicht zur Lichtlenkung anstatt der Spiegel und/oder der Lichtleiter auch Prismen und Linsen angeordnet sein.
Die Beobachtungseinrichtung, bei der es sich vorzugsweise um ein Mikroskop oder eine entsprechende Vorrichtung handelt, weist vorzugsweise eine Linsenanordnung mit geringer Apertur auf. Aufgrund der kleinen Apertur kann eine sehr große Tiefenschärfe erzielt werden. Hierdurch ist das Auffinden von Partikeln, insbesondere Bakterien, in der Probe erleichtert.
Um die erfindungsgemäße Vorrichtung auch bei kurzen Wellenlängen, d.h. insbesondere Wellenlängen, die kürzer als 190 nm sind, verwenden zu können, wird als Lichtleiter vorzugsweise ein Quarzkabel verwendet. Ferner sind sämtliche Linsen u.dgl. hierzu vorzugsweise aus Quarz hergestellt.
Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Probenuntersuchung, insbesondere zur Untersuchung von Wasser, wie Trinkwasser, oder zur Untersuchung von Lebensmitteln. Gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Beleuchtungsbereich in einer Probenebene, die in einem Probenträger angeordnet ist, erzeugt. Das Erzeugen des Beleuchtungsbereichs erfolgt mit einer Bestrahlungs- bzw. Beleuchtungseinrichtung. Durch die Bestrahlung eines
Bereichs des Probenträgers wird durch Reflexion und/oder Beugung der Bestrahlung an dem Probenträger, d.h. insbesondere an entsprechenden Grenzflächen, ein Reflexionsbereich erzeugt. Ferner weist das erfindungsgemäße Verfahren den Schritt auf, mit Hilfe einer Beobachtungseinrichtung einen Beobachtungsbereich in der Probenebene zu beobachten. Der Beobachtungsbereich ist hierbei zum Beleuchtungsbereich versetzt angeordnet. Dies hat zur Folge, dass zumindest ein Teil des Reflexionsbereichs von dem Beobachtungsbereich umfaßt wird. Vorzugsweise ist der im Beobachtungsbereich angeordnete Teil des Beleuchtungsbereichs sehr gering. Besonders bevorzugt ist ein Überlappung der beiden Bereiche nur am Rand oder ein Anordnen des Beobachtungsbereichs vollständig außerhalb des Beleuchtungsbereichs.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es möglich, die vorstehend anhand der Vorrichtung beschriebenen Untersuchungen durchzuführen. Hierbei weist das erfindungsgemäße Verfahren ebenfalls die vorstehend anhand der erfindungsgemäßen Vorrichtung beschriebenen Vorteile auf. Inbesondere ist die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet. Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere durch die vorstehend anhand der erfindungsgemäßen Vorrichtung beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen beschriebenen Verfahrensschritte weitergebildet.
Hierbei wird gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens vorzugsweise zumindest ein Teil der Strahlung innerhalb des Probenträgers geleitet. Hierbei wird vorzugsweise ein Großteil der Strahlung an Grenzflächen des Probenträgers reflektiert und/oder gebeugt. Vorzugsweise wird in Abhängigkeit der zu untersuchenden Probe die Lage des Beleuchtungsbereichs bzgl. des Beobachtungsbereichs eingestellt. Dies kann beispielsweise, wie vorstehend beschrieben, durch Verändern der Lage und/oder der Größe der Aperturblende, die der Linsenanordnung vorgeschaltet ist, erreicht werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren sowie die erfindungsgemäße Vorrichtung ist insbesondere zur Videomikroskopie mit Hilfe von Mikrodurchfluß- und Kulturküvetten geeignet. Die Untersuchung von Proben kann im Submikrometer-Bereich oder auch im Nanometer-Bereich erfolgen. Besonders bevorzugte Einsatzgebiete des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die Mikrobiologie, die Human- und Veterinärmedizin, die Lebensmittel- und Pharmatechnologie, die Trinkwasserbzw. Abwasserbiologie, die Gewerbeaufsicht oder die Asbestanalytik. Da es erfindungsgemäß möglich ist, Bakterien im Submikro- und Nanometer-Bereich als Einzelindividuen zu erkennen und artspezifische Morphologien zu erkennen, ist eine sofortige Diagnose durch Positiv-/Negativnachweis häufig innerhalb von wenigen Minuten möglich. Ein Positivnachweis von Bakterien, Salmonellen, Legionellen, Listerien, Microthrix etc. kann beispielsweise mit Gensonden bestätigt werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Bereich des Probenträgers,
Fig. 3 eine schematische Draufsicht entlang einer Linie III-III in Fig. 2,
Fig. 4 eine schematische Seitenansicht einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung und
Fig. 5 eine schematische Seitenansicht einer dritten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Probenuntersuchung weist eine Lichtquelle 10 zur Beleuchtung einer in einem Probenträger 12 enthaltenen Probe auf. Mit Hilfe eines Kollimators 14 wird ein kollimiertes Lichtbündel 16 erzeugt. Das Lichtbündel 16 tritt durch eine Öffnung 18 einer Aperturblende 20. Erfindungsgemäß verläuft das Lichtbündel 16 schiefwinklig zu der Aperturblende 20. Die Strahlen des Lichtbündels 16 schließen somit einen Winkel α zur Mittelachse 22 der Vorrichtung ein. Der Winkel α ist größer als 0° und kleiner als 90°. Der Winkel α wird vorzugsweise während des Mikroskopierens angepaßt. Vorzugsweise wird hierbei ein möglichst großer Winkel gewählt, wobei die Größe des Winkels durch die Art des verwendeten Kondensors begrenzt ist. Je nach Art des Kondensors stößt bei einem zu großen Winkel das Lichtbündel an die Linsenbegrenzung.
Nach dem schiefwinkligen Durchtreten der Aperturblende 20 wird das Lichtbündel durch eine Linsenanordnung 24 in Richtung des Objektträgers 12 umgelenkt. Bei der Linsenanordnung 24 handelt es sich beispielsweise um einen Kondensor. Durch diesen wird in einer Probenebene 26, in der sich der Probenträger 12 sowie die Probe befindet, ein Bestrahlungs- bzw. Beleuchtungsbereich 28 erzeugt (Fig. 3). Das Lichtbündel 16 verläuft somit zwischen der Lichtquelle 10 und dem Kondensor 24 schief, d.h. nicht parallel zu der Mittelachse 22 der Vorrichtung.
Auf der dem Probenträger 12 gegenüberliegenden Seite der Lichtquelle bzw. Beleuchtungseinrichtung 10 ist eine Beobachtungseinrichtung 30 vorgesehen. Diese ist im Wesentlichen entsprechend eines Mikroskops aufgebaut, so dass mit Hilfe einer Linseήanordnung 32 und einer Aperturblende 34 ein Beobachtungsbereich 36 beobachtet werden kann. Dies erfolgt üblicherweise mit Hilfe einer Bildaufnahmeeinrichtung 38, wie einer CCD-Kamera. Die Bildaufnahmeeinrichtung 38 ist sodann mit einer Bildauswerteeinrichtung
verbunden. Der Aufbau der Beobachtungseinrichtung 30 ist so gewählt, dass der Beobachtungsbereich 36 (Fig. 3) im dargestellten Ausführungsbeispiel außerhalb des Beleuchtungsbereiches 28 liegt. Die beiden Bereiche können sich jedoch auch geringfügig überlappen.
Ein Strahlenverlauf eines Strahls 40 des Strahlenbündels 16 in der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist schematisch in Fig. 2 dargestellt. Der Strahl 40, der Teil des Strahlenbündels 16 ist, verläuft innerhalb der Linsenanordnung 24, von der in Fig. 2 nur eine Linse 42 dargestellt ist, in einem Winkel ß zur Achse 22 der Vorrichtung. Nach dem Passieren der letzten Linse 42 weist der Strahl 40 gegenüber der Vorrichtungsachse 22 weiterhin eine geringe Winkelabweichung auf. Diese beträgt vorzugsweise wenige Grad.
Der von der Beleuchtungseinrichtung bzw. Lichtquelle 10 kommende Strahl 40 wird an Grenzflächen 44,46 des Probenträgers reflektiert. Hierdurch entsteht ein den Beleuchtungsbereich 28 (Fig. 3) saumartig umgebender Reflexionsbereich 48. Innerhalb des Reflexionsbereichs 48 werden in der Probe befindliche Partikel, insbesondere Mikroorganismen, bestrahlt. Da sich der Reflexionsbereich 48 und der Beobachtungsbereich 36 überschneiden, können in dem Schnittbereich vorhandene Partikel gut beobachtet werden.
Innerhalb des Probenträgers 12 treten auf Grund der Mehrfachreflexion der einzelnen Strahlen 40 sowie der sich unterscheidenden Winkel der einzelnen Strahlen 40 Interferenzen auf.
Die Abbildung des Beobachtungsbereichs 36 erfolgt vorzugsweise mit Hilfe einer Beobachtungseinrichtung 30, deren Beleuchtungstrahlengang bezüglich seiner Apertur durch die vorzugsweise sehr gering geöffnete Aperturblende 20 bestimmt ist. Dies hat eine kontraststeigernde Wirkung bei der Beobachtung transparenter Objekte. Diese beruht insbesondere auf Interferenz.
Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ferner eine Beeinflussung der auftretenden Interferenz durch den Bediener möglich. Die Beeinflussung kann durch das Variieren der folgenden Parameter durchgeführt werden:
a) Durch Variieren der Größe der Öffnung 18 in der Aperturblende 20 kann die Schärfentiefe variiert werden. Eine große Schärfentiefe ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn Mikroorganismen in einem Volumen aufgefunden werden sollen, dessen Ausdehnung in Richtung der Achse 22 die Größe der Schärfentiefe insbesondere um ein Mehrfaches übersteigt.
b) Der Abstand des Beleuchtungsbereichs 28 (Fig. 3) zum Beobachtungsbereich 36 kann variiert werden. Dies kann durch Einstellen des Winkels des Lichtbündels 16 zur Vorrichtungsachse 22 oder durch seitliches Verschieben der Beleuchtungseinrichtung 10 erfolgen. Ebenso ist es möglich, die Beobachtungseinrichtung bzw. einen Teil der Beobachtungseinrichtung seitlich zu verschieben.
Durch die Variation dieser Parameter lassen sich Effekte erzielen, so dass unterschiedliche bekannte, die Interferenz ausnutzende Verfahren durchgeführt werden können. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Effekte, die denjenigen ähnlich sind, die durch bekannte Interferenz-Verfahren, wie beispielsweise das Phasenkontrast-Verfahren und das Interferenzkontrast- Verfahren, erzielt werden können. Insbesondere sind mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung Objekte erkennbar, deren Lichtschwächungen sehr gering sind und die sich im Wesentlichen durch den Brechungsindex von der Umgebung unterscheiden. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden in den erzeugten Bildern derartige Objekte sehr leicht erkennbar. Dies ist der Fall, obwohl ggf. relativ viele Artefakte entstehen können. Diese entstehen jedoch nur an vorhandenen Strukturen. Durch eine geeignete Variation der vorstehenden Parameter entstehen auch bei sehr kleinen Objekten sichtbare Interferenzfiguren, so dass die Auflösungsgrenze der erfindungsgemäßen Vorrichtung deutlich besser als bei üblichen Mikroskopen
o.dgl. ist. Insbesondere werden mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung Objekt sichtbar, deren Größe erheblich geringer als der Wellenlängenbereich des Lichtes ist.
Bei einer zweiten bevorzugten Ausführungsform (Fig. 4) sind zu der ersten bevorzugten Ausführungsform ähnliche oder identische Bestandteile mit denselben Bezugszeichen bezeichnet. Mit der zweiten Ausführungsform können ebenfalls die anhand der Fign. 2 und 3 ersichtlichen Bestrahlungs- und Beobachtungsbereiche 28,36 erzeugt werden.
Der wesentliche Unterschied der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform besteht darin, dass als Lichtquelle 10 eine Lichtquelle eines handelsüblichen Mikroskops herkömmlicher Bauart mit Köhlerscher Durchlichtbeleuchtung verwendet wird. Um einen dem Strahlengang 16 entsprechenden Strahlengang zu erzeugen, d.h. um einen bzgl. der Aperturblende 20 schiefwinkligen Strahlengang zu erzeugen, ist der Lichtquelle 10 ein Kollimator 50 nachgeschaltet. Des weiteren ist zusätzlich zu der Aperturblende 20 eine Sehfeldblende 52 mit exzentrischer Öffnung 54 vorgesehen.
Bei einer dritten Ausführungsform (Fig. 5) sind ähnliche oder identische Bauteile wiederum mit denselben Bezugszeichen bezeichnet. Bei dieser Ausführungsform kann wiederum ein handelsübliches Mikroskop einfacher Bauart mit Köhlerscher Durchlichtbeleuchtung eingesetzt werden.
Um ein schiefwinkliges Strahlenbündel 16 zu erzeugen, wird der auf der Mittelachse 22 der Vorrichtung angeordneten Lichtquelle 10 eine Kollimatorlinse 56 nachgeschaltet. Zwischen einer in Richtung des Strahlenverlaufes der Kollimatorlinse 56 nachgeschalteten Sehfeldblende 58 und der Aperturblende 20 ist ein Spiegelpaar 60 angeordnet. Durch das Spiegelpaar 60 wird der Beleuchtungseffekt, wie anhand der Fign. 1-4 beschrieben, erzeugt, so dass wiederum ein schiefwinkliges Strahlenbündel 16 durch die Aperturblende 20 tritt. Jeder Spiegel des Spiegelpaares 60 ist vorzugsweise verschwenk- und/oder
verdrehbar. Ferner ist der Abstand der Spiegel vorzugsweise zueinander einstellbar. Hierdurch kann die Größe und die Lage des Beleuchtungsbereichs 28 variiert werden. Des weiteren ist es möglich, anstelle des Spiegelpaars 60 ein Prisma vorzusehen.
PATENTANSPRÜCHE
1. Vorrichtung zur Probenuntersuchung, mit
einer Lichtquelle (10),
einer der Lichtquelle (10) zugeordneten Linsenanordnung (24) zum Erzeugen eines Beleuchtungsbereichs (28) in einer Probenebene (26),
einem in der Probenebene (26) angeordneten Probenträger (12),
einem durch Reflexion und/oder Beugung der Strahlung an dem Probenträger (12) hervorgerufenen Reflexionsbereich (48) und
einer Beobachtungseinrichtung (30) zur Beobachtung eines Beobachtungsbereichs (36) in der Probenebene (26),
wobei der Beobachtungsbereich (36) und der Beleuchtungsbereich (48) zueinander versetzt in der Probenebene (26) angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Beobachtungsbereich (36) zumindest einen Teil des Reflexionsbereiches (48) und höchstens 30 %, vorzugsweise höchstens 20 %, des Beleuchtungsbereichs enthält.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Reflexion und/oder Beugung derart an Grenzflächen (44,46) des Probenträgers (12) stattfindet, dass zumindest ein Teil' der Strahlung innerhalb des Probenträgers (12) geleitet wird.