Dilatator
[Beschreibung]
Die Erfindung betrifft einen Dilatator zum Aufweiten von Organ- oder Körperöffnungen mit kleinem Durchmesser, von insbesondere 0,5 mm und kleiner.
[Stand der Technik]
Es ist bekannt, mit Hilfe von konisch verlaufenden Bou- gierstäben, beispielsweise bei der Stenosen Aufdehnung kleinste Organ- oder Körperöffnungen aufzuweiten. Die Auf- weitung erfolgt dabei mit Hilfe starrer oder flexibler Dehn- sonden unterschiedlicher Dicke (steigender Charriere-Zahl) , um anschließend ein Instrument oder Endoskopf in die aufgeweitete Organ- bzw. Körperöffnung einzubringen. Aus der DE 100 65 604 C2 ist ein stabförmiges Instrument mit starrem konischem Hohlkörper zur Tracheal-Bongierung bekannt. Aus der DE 84 07 894 Ul ist ein Dilatator mit konischem Hohlkörper zum Aufweiten von Einstichkanälen der Niere bekannt. Das aufeinanderfolgende Einführen und Wiederherausnehmen der Bougierstäbe ist äußerst mühsam und mit einer hohen Verletzungsgefahr an der aufzuweitenden Öffnung verbunden.
[Aufgabe der Erfindung]
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Dilatator zum Aufweiten kleiner Organ- oder Körperöffnungen zu schaffen, der in einfacher Weise bedient werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichenden Merkmale des Schutzanspruches 1 gelöst.
Bei der Erfindung besitzt der Dilatator einen konischen Hohlkörper, welcher verformbar ausgebildet ist. In den Innenraum des konischen Hohlkörpers wird ein Expander eingeschoben, durch den der konische Hohlkörper expandiert werden kann. Der konische Hohlkörper des Dilatators kann mit einer filiformen Spitze oder mit abgerundeter Spitze und anschließender konischer Außendurchmessererweiterung ausgestattet sein. Die konische Zunahme des Kalibers des Hohlkörpers kann auch stufenförmig mit schräg verlaufenden Stufen zunehmen.
An den Innenraum des konischen Hohlkörpers schließt sich vorzugsweise ein dem Außendurchmesser des Expanders ange- passter Hohlraum eines Führungsteils zur Führung des Expanders an. Vorzugsweise ist der Durchmesser des Innenraums im konischen Hohlkörper kleiner ausgebildet als der Außendurchmesser des Expanders. Man erreicht hierdurch in einfacher Weise die Aufweitung des konischen Hohlkörpers beim Einschieben des Expanders in den Innenraum des Hohlkörpers.
Die vorzugsweise stumpf ausgebildete Spitze des Dilatators kann leicht in die aufzuweitende Organ- oder Körperöffnung eingeführt werden. Durch weiteres Nachschieben kann der daran anschließende Hohlkörper mit dem konisch zunehmenden Kaliber ganz oder teilweise in die Öffnung eingeschoben wer- den. Anschließend wird der Expander in den Innenraum des konischen Hohlkörpers eingeschoben und in Richtung zur Spitze des konischen Hohlkörpers weitergeschoben. Der Außendurchmesser des Expanders ist so bemessen, dass beim Nachvorne- schieben die Wand des Hohlkörpers nach außen erweitert wird. Dies kann dadurch bewirkt werden, dass die Wand des konischen Hohlkörpers durch zwei oder mehr im wesentlichen achsparallel verlaufende Schlitze oder Sollbruchstellen radial nach außen gespreizt werden. Hierzu kann der konische Hohl-
körper aus Edelstahl oder einen anderen geeigneten Legierung, beispielsweise einer NiTi-Legierung bestehen.
Ferner ist es möglich, die Wand des konischen Hohlkörpers aus einem elastisch dehnbaren Material, beispielsweise Silikon-Kautschuk oder einem anderen geeigneten Kunststoff zu bilden.
Vorzugsweise besitzen der Innenraum des konischen Hohlkör- pers und der Hohlraum des Führungsraums kreisrunde Querschnitte, die vorzugsweise koaxial zueinander angeordnet sind. Hierdurch wird das Einschieben des Expanders in den Innenraum des konischen Hohlkörpers erleichtert.
Der Expander ist vorzugsweise als Röhrchen ausgebildet. Er kann jedoch auch als Katheter oder Endoskop mit einem oder mehreren Lumen für Arbeitskanäle und Optiken ausgebildet sein.
Vorzugsweise ist bei der Ausbildung des Expanders als Röhrchen am proximalen Ende oder an einer anderen geeigneten seitlichen Stelle des Röhrchens ein Anschluss oder mehrere Anschlüsse für Saug- und/oder Spüleinrichtungen vorgesehen. Beispielsweise durch Ansetzen einer Spritze kann dann durch die aufgeweitete Organ- oder Körperöffnung gespült und abgesaugt werden.
Das Röhrchenlumen kann ferner einen Kanal zum einmaligen oder wiederholten Einführen eines Instrumentes oder Endo- skops bilden, ohne dass zusätzliche Reizungen der aufgeweiteten Organ- oder Körperöffnung verursacht werden. Ferner erreicht man eine Stabilisierung im Bereich der aufgeweiteten Öffnung.
Der beschriebene Dilatator ist vorzugsweise bei der Aufweitung kleinster Körperöffnungen, die natürlich vorliegen oder künstlich hergestellt sind, einsetzbar. Vorzugsweise erfolgt die Verwendung beim Aufweiten von Tränenpünktchen, Speichel- kanalausgängen, Milchkanalausgängen im Nippel der weiblichen Brust und dergleichen.
Neben dem Spülen und Absaugen ist es auch möglich, durch den geschaffenen Kanal Medikamente zu injizieren oder Therapie- mittel, wie Laserfasern und dergleichen einzuführen. Der geschaffene Kanal kann auch zum Einführen von Diagnose- oder Therapieinstrumenten dienen.
[Beispiele] Anhand der Figuren wird an Ausführungsbeispielen die Erfindung noch näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine schnittbildliche Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels;
Fig. 2 eine schnittbildliche Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels;
Fig. 3 das Ausführungsbeispiel der Fig. 1 in aufgeweitetem Zustand;
Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung; und
Fig. 5 das Ausführungsbeispiel der Fig. 4 in aufgeweitetem Zustand.
In den Figuren 1, 2 und 4 sind die Ausführungsbeispiele der Erfindung in ihrem Ausgangszustand dargestellt. Die Dilata- toren dieser Ausführungsbeispiele besitzen einen konischen Hohlkörper 1 mit einer Spitze, welche als abgerundete bzw. stumpfe Spitze ausgebildet ist. Es ist jedoch auch möglich, diese Spitze filifor auszubilden, wie es bei Bougies bekannt ist. Der konische Hohlkörper 1 besitzt an seiner Außenfläche ein zunehmendes Kaliber, welches bei den dargestellten Ausführungsbeispielen kontinuierlich zunimmt. Es ist jedoch auch möglich, ein stufenförmig zunehmendes Kaliber mit abgeschrägten Stufen zu verwenden.
Bei den Ausführungsbeispielen der Fig. 1 und 2 besteht die Wand des konischen Hohlkörpers 1 aus zwei Wandteilen 2 und 3. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 werden die Wandteile 2 und 3 durch längsverlaufende bzw. achsparallel verlaufende Schlitze 10 an diametralen Wandstellen gebildet. Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 werden die beiden Wandteile 2 und 3 durch Sollbruchstellen 9 anstelle der Schlitze 10 ge- bildet. Die Sollbruchstellen 9 werden durch achsparallel verlaufende Schwachstellen in der Wand des konischen Hohlkörpers 1 erzeugt.
Es ist jedoch auch möglich, mehr als zwei Wandteile durch Schlitze 10 bzw. Sollbruchstellen 9 am konischen Hohlkörper 1 zu bilden. Die Schlitze 10 oder die Sollbruchstellen 9 können sich bis in einen linear verlaufenden Teil des Dilatators erstrecken. Dieser linear verlaufende Teil setzt sich in einem Führungskörper 7 fort. Der Führungskörper 7 ist ebenfalls hohl ausgebildet, so dass in seinen Hohlraum 8 ein Expander 5 einschiebbar ist. Der Expander 5 besteht aus einem starren Material und ist vorzugsweise als Röhrchen, insbesondere Metallröhrchen ausgebildet. Seine Kante am dista- len Ende ist vorzugsweise abgerundet, um ein Verhaken beim
Einschieben in den Hohlraum 8 und anschließend in den Innenraum 6 des konischen Hohlkörpers 6 zu verhindern. Der Außendurchmesser bzw. Außenumfang des Expanders 5 ist größer bemessen als der Innendurchmesser des Innenraums 6 im koni- sehen Hohlkörper bzw. in dem Teil des Innenraums β, entlang welchem sich die Schlitze 10 bzw. Sollbruchstellen 9 erstrecken. Diese Durchmesserverengung im Innenraum 6 kann beispielsweise an den proximalen Enden der Schlitze 10 bzw. Sollbruchstellen 9 oder in einem kurzen Abstand dahinter be- ginnen oder vorgesehen sein.
Beim Verschieben des Expanders 5 zur Spitze des konischen Hohlkörpers 1 hin werden die Wandteile 2 und 3 radial nach außen gespreizt, so dass eine Organ- oder Körperöffnung, in welche die Spitze und der konische Hohlkörper 1 eingesetzt sind, aufgeweitet wird. Für das Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist dieser aufgeweitete Zustand in der Fig. 3 dargestellt. In der gleichen Weise kann auch das Ausführungsbeispiel der Fig. 2 aufgeweitet werden, wobei ebenfalls die Wandteile 2 und 3 dieses Ausführungsbeispiels radial nach außen bewegt werden.
Bei dem in der Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Wand des konischen Hohlkörpers 1 aus einem expan- dierbaren Material, insbesondere Kunststoff. Für das Einschieben der Spitze in die aufzuweitende Öffnung kann die Wand 4 des konischen Hohlkörpers 1 im Bereich der Spitze mit einer dünnen durch den eingeschobenen Expander 5 lösbaren Schweißnaht versehen sein. Es können auch andere Verbin- dungsmittel, beispielsweise Klebstoff oder dergleichen vorgesehen sein, um eine Stabilisierung beim Einschieben der Spitze des konischen Hohlkörpers 1 in die Öffnung zu erreichen. Beim Einschieben des Expanders 5 in den Innenraum 6 des konischen Hohlkörpers wird die elastisch verformbare
Wand 4 aufgeweitet und die Verbindung an der Spitze gelöst. Es ist jedoch auch möglich, ohne zusätzliche Verbindung an der Spitze den konischen Hohlkörper 1 auszubilden.
Vorzugsweise ist der Expander 5 als Röhrchen ausgebildet. An das proximale Ende des Röhrchens kann beispielsweise mittels eines Luer-Locks 11 oder anderen Anschlusses eine Saug- und/oder Spüleinrichtung 12 angeschlossen sein. Ferner ist es möglich, Arzneimittel über den Luer-Lock-Anschluss 11 in das Röhrchen und damit in das Organ einzubringen. Der Expander 5 kann auch als Katheter oder Endoskop mit einem oder mehreren Lumen für Optiken und Arbeitskanäle ausgebildet sein.
Der in den Ausführungsbeispielen beschriebene Dilatator kommt vorzugsweise bei natürlichen oder künstlich eingebrachten Organ- oder Körperöffnungen zum Einsatz. Diese Öffnungen besitzen geringe Durchmesser, insbesondere geringer als 0,5 mm.
Um ein zu weites Einschieben des Dilatators in die Öffnung zu vermeiden, kann dieser einen Anschlag 13 aufweisen, wie er beispielsweise bei dem starr ausgebildeten konischen Dilatator zur Tracheal-Bougierung aus der DE 100 65 604 C2 be- kannt ist. Vorzugsweise besitzen die in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiele einen kreisrunden Außen- und Innenquerschnitt. Hierzu sind der konische Hohlkörper 1 und der Führungskörper 7 koaxial ausgebildet. Der konische Hohlkörper 1 und der Führungskörper 7 können aus einem Stück gebildet sein.
Der Führungskörper 7 kann in ein Griffelteil oder Handstück übergehen, wobei der Anschluss für die Injiziereinrichtung
oder die Spül- und/oder Absaugeinrichtung im Bereich des Griffelteils oder Handstückes erfolgen kann.
[Bezugszeichenliste]
konischer Hohlkörper Wandteil Wandteil elastisch verformbare Wand Expander
6 Innenraum im konischen Hohlkörper Führungskörper Hohlraum im Führungskörper Sollbruchstellen 0 Schlitze 1 flüssigkeits- und/oder gasdichter Anschluss
(Luer-Lock) 12 Saug- und/oder Spüleinrichtung
13 Anschlag